In meiner Spielwelt
Im Reich der Nibelungen für
Swords & Wizardry Continual Light ist eine
Hierarchie unter den Charakteren vorgesehen und hat regeltechnische Konsequenzen.
Jede Klasse gehört einem Stand an (Adel, Klerus, Freie, Unfreie) und dieser bestimmt (zusammen mit Stufe und Alter) die Initiativreihenfolge!
Zu Beginn jeder Runde verkünden die Spieler:innen die Absicht ihrer Charaktere für diese Runde
absteigend nach deren sozialen Rang. Ein hochstufiger Ritter entscheidet sich zuerst, ein niedrigstufiger Unfreier zuletzt...
Beides hat Vor- und Nachteile:
Als Ritter kann ich die taktische Richtung vorgeben, z.B. indem ich festlege, dass ich einen Sturmangriff mache. Meine Kameraden werden dann quasi mitgezogen, denn man wird den Ritter i.d.R. ja nicht alleine stürmen lassen... Echte Führungsverantwortung!
Als begnadigtes Schlitzohr (mit entsprechendem Schandmal) lege ich mich zum Schluss fest und kann dementsprechend opportunistisch reagieren.
Das trägt zum Rollenspiel bei -- und ist übrigens schneller (!!) als die Initiative à la D&D 3e/4e/5e o.Ä.!
(Die Intuition sagt uns, dass das langsamer sein müsste, da alle Teilnehmer:innen zwei Mal dran sind -- einmal um zu sagen, was sie machen werden, und noch einmal um das dann auch auszuführen. Die riesige Zeitersparnis ist, dass alle die gleiche taktische Situation beurteilen und sich festlegen -- und danach nur noch alles abwickeln, ohne dass man neu überlegen muss, weil der Troll gerade einen kritischen Treffer kassiert hat und überraschenderweise schon am Boden liegt. Noch.)
Im Zusatzbändchen
Rheingold (im Kauf enthalten) habe ich außerdem noch Regeln für einen 'Caller':
"Zu Beginn jedes Spieleabends wird die Sonderrolle des sog. ‚Caller‘ ausgelost. Hierfür legen die Spieler*innen Zettel mit ihren eigenen (!) Namen in einen Umschlag, aus dem an jedem Spieleabend einer gezogen wird, bis er leer ist."
Diese Rolle besteht sowohl in der Spielwelt...
"Gleichzeitig betraut ein Geistlicher zu Beginn jeder Expedition aufgrund einer göttlichen Eingebung den Recken des ‚Caller‘ mit der Rolle als Mittler*in zwischen den Recken und Gott.
Die Recken akzeptieren diese Fügung, ohne dass sich dadurch die soziale Ordnung ändert [...]"
...als auch am Spieltisch. Kernaufgabe ist es...
"provisorische Entscheidungen für die gesamte Gruppe [zu] treffen, d. h. bis man etwas nicht selbst entscheiden möchte oder andere Spieler*innen Vorschläge machen oder Einspruch erheben"
Auch das beschleunigt das Spiel und wird bisweilen lustvoll ausgespielt (und damit meine ich nicht, dass der Caller anderen Bescheid stößt, sondern die Eingebungen seines Charakters gemäß dessen Rolle sprachlich und rollenspielerisch 'verpackt'.)