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Welchen Spielsinn haben Gesinnungen beim Old School?
1of3:
--- Zitat von: Tudor the Traveller am 30.03.2014 | 13:49 ---Mein Vorschlag wäre, mit den Spielern gemeinsam ein paar Punkte für jede Gesinnung konkretisieren, die die Spieler aktiv anspielen können. Dafür gibts dann XP.
--- Ende Zitat ---
So etwas funktioniert grundsätzlich besser mit Gummipunkten, also zeitnah wieder einsetzbaren Aktivressourcen (z..B. Wiederholungswürfe), als mit XP. Die Bindung zwischen Auslöser und Effekt ist so enger, was lernpsychologisch günstig ist. Weiterhin wird so ein langfristigen Auseinanderlaufen der Charaktere vermieden.
Weiterhin muss gesichert sein, dass alle drei Ausprägungen gleichsam schädlich für das Spielziel - d.h. Monster plätten, Schätze sammeln - sind. Das ist dann das eigentliche Problem. Wie der Baron uns darlegt, geht chaotisch mit dem, was das Spiel verlangt konform, rechtschaffen aber nicht. Dieses Problem wird dann auch nicht dadurch gelöst, dass man dafür irgendwelche Belohnungen gibt.
Man kann natürlich sagen, dass man Belohnungen dafür verteilt, wenn die Charaktere sich ineffizient verhalten. Dann kann man aber auf die Alignments verzichten, weil ineffizient eben gleich rechtschaffen ist.
Grundsätzlich hilft es sich klar zu machen, dass was auf dem Charakterbogen steht, dem Spieler gehört. D.h. es wird sofort viel sinnvoller, wenn der Besitzer des Bogens sagen kann: "Weil mein Charakter rechtschaffen ist, passiert jetzt das und das..." Genaus so wie er sagen könnte: "Weil mein Charakter Magier ist... Magic Missile!"
Überlege also wen die Spieler wie ins Knie ficken können dadurch, dass sie sich auf ihr Alignment berufen. Wenn dir dazu nichts einfällt, sind die Alignments überflüssig.
Der Nârr:
In LotFP heißt es, Alignment diene nur als Regelkonstrukt, bestimmte Zauber im traditionellen Sinne zu handhaben :). Dort kann man für das Spiel Alignment also weitgehend ignorieren. Da passt es ganz gut, dass in LotFP auch auf Sanity-Regeln für SC verzichtet wird mit dem Hinweis darauf, dass die SC sich schon ganz automatisch anders als der Rest der Bevölkerung verhalten werden, wenn sie ihre besonderen Erfahrungen machen.
Eventuell lohnt es sich ja, sich an Spielen zu orientieren, in denen Alignment einen größeren Einfluss auf das Spiel hat (z.B. Stormbringer/Elric, Magic World, evtl. auch Star-Wars-Spiele und dergleichen mehr). Dort sammelt man meistens Alignment-Punkte und es gibt besondere Effekte zu bestimmten Schwellenwerten. Das halte ich für sinnvoller, als XP für ganz tolles Rollenspiel zu vergeben.
Tarin:
Zumindest bei mir spielen Gesinnungen kaum eine bis gar keine Rolle. Aber wenn ich sie stärker einbinden wollen würde, würde ich einfach beim Charakterbau drei Sätze aufschreiben lassen, was die gewählte Gesinnung für den SC bedeutet und wie sie deutlich wird.
Oder ich würde so Zauber wie "mit Tieren reden" auf die Gesinnungssprache ansetzen. Oder Artefakten verschiedene Effekte je nach Gesinnung des Nutzers aufdrücken.
Maarzan:
Wenn es um Zuckerbrot und Peitsche geht würde ich den klerikalen Ansatz gehen. Es gibt haufenweise Gottheiten und diese haben Regeln, aber auch Dienstleistungsangebote.
Entsprechend kann sich jeder Nichtkleriker (der Kleriker hat sie eh schon) ein oder mehr Schutzpatrone aussuchen bei denen er durch Verehrung, Spenden und vor allem gefälligen Verhalten Zuspruch hat. Das kann sich dann auf die Möglichkeit geheilt zu werden bzw. die Effektivität von Heilzaubern oder Buffs auswirken, bzw. in Chancen auf göttlichen Unterstützung bis hin zur Chance einer möglicher Widererweckung führen. Und passender Nebeneffekt: Die etwas explizierteren Regeln der Kirche klären meist auch besser was denn nun als angemessen oder verderbt zu gelten hat.
Galatea:
Gesinnung sagt etwas über den Charakter selbst aus.
Prinzipiell gilt - rechtschaffen x hält sich an die Gesetze (und legt sie entweder zum Wohl der Allgemeinheit oder zu seinem eigenen aus), neutral x hat als einzige Bezugsquelle sein eigenes Moralsystem und chaotisch x scheißt auf jegliche Ordnung (unterstützt halt einfach den der im Augenblick am sympatischsten ist/verprügelt denjenigen den er am wenigsten leiden kann).
Man kann (theoretisch) auch rechtschaffen böse sein, obwohl man in einem Lichtorden dient und Gutes tut, WENN man das nur tut um das eigene Ego zu befriedigen (das klappt halt seht gut, wenn man böse Orks umschnetzelt und von alles als der tollste Hecht verehrt wird). Wobei so ein Charakter dann auch dazu neigen würde Ereignisse in denen er als Held gelten kann zu provozieren (z.B. in dem er den heiligen Ort der lokalen Orks entweiht damit diese das Dorf angreifen, oder er sorgt dafür dass der lokale Held krank wird damit er an seine Stelle treten - und den Ruhm einheimsen - kann).
Charaktere die alles niederschnetzeln was ihnen vor die Nase kommt um mehr Reichtum anzuraffen (persönliche Gier, Egoismus!), fallen damit ziemlich sicher unter "böse", egal wie sie darüber argumentieren. Die Frage ist nur ob sie sich dabei an die Gesetze, ihren eigenen Codex oder an garnichts halten.
Übrigens kann der SL das Alignment der Spieler auch anpassen, wenn diese sich permanent nach anderen Maßstäben verhalten.
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