Pen & Paper - Spielsysteme > D&D5E

Wo 5e krampfhaft 4e vermeidet

<< < (16/33) > >>

Rhylthar:

--- Zitat von: Mouncy am 13.09.2014 | 12:49 ---Gibt es hierzu eigentlich schon eine offizielle Aussage eines Designers, was die empfohlene Anzahl der Begegnungen pro Tag ist?

--- Ende Zitat ---
Ja, allerdings widersprüchliche:


--- Zitat ---The Adventuring Day: As a rule of thumb, the game assumes that characters of a particular level can defeat a total number of creatures with an XP value equal to two hard encounters before needing to take a long rest. That's not a perfect measure, since the adventuring day is subject to strategic considerations that can swing encounter difficulty from overwhelming to trivial, and back again. As a guideline, though, it's a good way to gauge when you can expect the party to start running out of resources.
--- Ende Zitat ---
Mike Mearls 07.07.


--- Zitat ---Assuming typical adventuring conditions and average
luck, most adventuring parties can handle about six
to eight medium or hard encounters in a day.
--- Ende Zitat ---
DMDnD Basic Rules

Und dann natürlich noch die Tabelle aus dem .pdf, die weder zu 100 % mit der einen oder anderen Aussage übereinstimmen.

Arldwulf:
Sowieso, Designer erzählen viel wenn der Tag lang ist. Sowas ist maximal ein Indikator was sie sich dabei dachten, und weniger in Stein gemeißelt.
--- Zitat von: Rhylthar am 13.09.2014 | 12:43 ---Welche Klassen sollen das denn sein? Also jene, die erst "spät" glänzen?

--- Ende Zitat ---

Klassen die spät glänzen wären solche die einen großen Teil ihrer Stärke aus passiven oder wiederherstellbaren Ressourcen bekommen. Hitpoints sind da das beste Beispiel, aber durchaus auch Fähigkeiten die bei einer Short Rest wiederkehren. Alles bei dem ich nicht selbst sagen kann wie viel ich davon von meinen täglichen Ressourcen in eine Herausforderung investiere, sondern die dadurch ausbalanciert sind einen durchschnittlichen Anteil dieser Ressourcen je Begegnung zu verbrauchen.

Im Gegenzug dazu stehen Klassen die einen Großteil ihrer Stärke aus aktiven und frei verteilbaren Ressourcen bekommen. Zauber sind hier das typische Beispiel. Wenn ich will hau ich die halt alle in einem Kampf heraus. Es ist nicht klug, solange noch weitere Kämpfe (oder allgemeiner: Herausforderungen) kommen. Doch ich kann es. 

Diese beiden Konzepte lassen sich nicht generell in Einklang bringen, sie überkreuzen sich. Was für den Spielleiter oft in der Konsequenz endet, dass die Abenteuer je Tag doch ihr Pensum erreichen müssen, auf verschiedene Art und Weise.

Magst du da 5E Beispiele hören? Eigentlich war es eine allgemeine Aussage über diese beiden Balancingmethoden, aber natürlich finden sich auch in der 5E konkrete Beispiele. 5E hat dabei btw. auch nicht zu 100% den Ansatz von Abenteuertag basiertem Balancing, egal was Mike so erzählt. Viele Elemente, wie Short Rests, oder z.B. vom Kämpfer aktiv einsetzbare Ressourcen gibt es auch in der 5E ja noch. Es ist also eine Mischform - die sich einfach nur von dem vorhergendem etwas fortbewegt.

Rhylthar:

--- Zitat ---Magst du da 5E Beispiele hören?
--- Ende Zitat ---
Genau die will ich hören.

Wisdom-of-Wombats:

--- Zitat von: alexandro am 13.09.2014 | 06:05 ---Das ist grottig. Eine Lösung über einen bestimmten Charakterwert (Was ist, wenn kein Kleriker in der Gruppe ist?), ist schlechtes AB-Design.

--- Ende Zitat ---

Natürlich gibt es auch andere Lösungsmöglichkeiten. Aber das Abenteuer ist für Stufe 10+ geschrieben gewesen. Er ging davon aus, dass Divinations sofort Antworten bringen.


--- Zitat von: ElfenLied am 13.09.2014 | 06:53 ---Also ganz ehrlich, wenn sich ein Detektivabenteuer durch ein einziges Speak with Dead lösen lässt, dann ist das Abenteuer schlecht designed, nicht der Zauber.

--- Ende Zitat ---

Das "Detektivabenteuer" war der Einstieg. Oh Mann... Erst mal meckern... typisch Deutsch.

Aber wehe jemand nimmt DSA oder SpliMo auf dem Level auseinander.

Arldwulf:

--- Zitat von: Rhylthar am 13.09.2014 | 13:07 ---Genau die will ich hören.

--- Ende Zitat ---

Klar, gern (auch wenn wir irgendwie immer weiter vom Thema abrutschen).

Die typischen Beispiele sind ja Magier und Kämpfer.

Das gilt Teilweise auch noch in der 5E. Der Magier kann prinzipiell alle seine Zauber in einem Kampf "raushauen", der Kämpfer jedoch nicht all seine Hitpoints, jedenfalls nicht aktiv. Aber wie gesagt: die 5E ist hier eine Mischform, und dies sieht man auch bei den beiden. So bekommt der Magier 1x je Tag einen Teil seiner Zauberslots zurück - und hat auch Zauber die er jederzeit nutzen kann.

Umgedreht hat der Kämpfer einige wenige Dinge die er wirklich nur einmal am Tag kann, und da eine Short Rest nicht immer möglich ist auch einige die zwar in der Theorie immer wieder erneuert werden können mit Action Surge und Second Wind auch Dinge welche nur eine (wenn auch unbestimmte) Zahl von Anwendungen haben.

Mischform halt.

Dennoch ist es so, dass beide unterschiedlich stark von verschieden "langen" Abenteuertagen beeinflusst werden. Auch bei anderen Klassen gilt dies. Der Schurke hat kaum "verbrauchbare" Fähigkeiten. Ihm macht ein langer Abenteuertag wenig aus, solang er seine Heilung bekommt, und am Ende des Tages funktionieren seine Fähigkeiten noch genauso gut wie zu Beginn.

Das ist beispielsweise bei einem Kleriker sehr viel weniger der Fall.


Wie gesagt: Wir sind da dann wirklich schon arg off topic. Balancing der Klassen untereinander über eine bestimmte Anzahl Encounter je Tag ist nicht zwingend etwas schlimmes und in D&D sogar der klassische und übliche Weg. Es hat Vorteile und Nachteile. Das das ganze überhaupt aufkam ist einzig dem Punkt geschuldet, dass es nun einmal in einigen Abenteuerarten unterschiedlich häufig zu Kämpfen kommt. Und einer der Nachteile eben der schrittweise Verlust des Klassenbalancings ist wenn man von der Vorgabe abweicht, welche die passende Anzahl Encounter sind. Für solche Fälle ist der 4E Ansatz besser, weil dort die Klassen alle gleichmäßig von der Anzahl der Kämpfe im Abenteuer betroffen werden, und ich damit halt diese auch stärker schwanken lassen kann.

Aber eigentlich ist es nichts wo die 5E die 4E nun krampfhaft vermeidet, oder besser gesagt: es ist nur ein Teil des größeren ganzen "wir wollen uns nicht vorwerfen lassen wieder alles einem Balancingfetisch opfern"

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln