Autor Thema: Hype und Roadkill: Die Jagd nach dem Next Big RPG  (Gelesen 4776 mal)

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Achamanian

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Boba schrieb im Midgard-Smalltalk:

Zitat
Ich habe so ein bisschen (Midgard völlig unabhängig) das Gefühl, als jagen alle nur noch dem "next big thing" hinterher.
Als jagt den nächsten Hype, der für sie interessant ist, aber die Aufmerksamkeitsschwelle ist so kurz,
das das erlegte Wild nur noch am Rand liegen gelassen wird, damit man weiterjagen kann.
Die Regelwerke damals (ach ja, damals... Nee eben nicht:) waren viel schlechter als heute und trotzdem hatten wir viel mehr Ausdauer sie zu spielen.
Und ich glaube: auch viel mehr Freude.
Denn mangels Angebot hat man sich arrangiert und dafür gesorgt, das es lief.

Dieser Einschätzung kann ich mich anstellen - leider bin ich selbst dauernd damit beschäftigt, dem Next Big Thing hinterherzujagen. Würde in dem Thread gerne darüber schwadronieren, werde mich da demnächst ausführlicher einmischen.

Samael

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Re: Hype und Roadkill: Die Jagd nach dem Next Big RPG
« Antwort #1 am: 25.04.2016 | 17:10 »
Mir gings auch so. Habe aber für mich selbst beschlossen bei zwei wenns nach den Tanelorn RSP(theorie)-Experten geht veralteten, fast unspielbar schlechten Systemen zu bleiben (Warhammer 40k und ADnD 2nd) und damit glücklich zu sein.

Klappt soweit gut.

Offline sangeet

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Re: Hype und Roadkill: Die Jagd nach dem Next Big RPG
« Antwort #2 am: 25.04.2016 | 17:13 »
Da steckt viel Wahrheit drin. Zum teil auch das wir uns zu Regelbuch Sklaven machen, und der kleinste Nenner oft die Regelbasis ist. Hängt wohl auch mit der Entmachtung des GM zusammen.
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Offline Tarin

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Re: Hype und Roadkill: Die Jagd nach dem Next Big RPG
« Antwort #3 am: 25.04.2016 | 17:14 »
Dann mal eine Einstiegsthese:
Im Internet wird gespielt, worüber geredet wird. Das war vor Jahren noch anders, als man im Internet noch nicht wirklich spielen konnte. Allerspätestens mit G+ Hangouts hat sich das geändert. Gleichzeitig wird im Internet über das geredet, was gespielt wird. Eine Erwähnungsspirale entsteht, aka ein Hype. Der schwappt in schwächerer Form auch ins Offline über.

Da im Netz nunmal nicht jahrelang über dasselbe Spiel geredet wird, hat eine solche Spirale eine bestimmte Halbwertszeit und wird danach durch ein neues Spiel oder eine Bewegung ersetzt. In den letzten Jahren fallen mir da SaWo, FATE, OSR, schwächer dann TOR und die neuen Star Wars RPGs ein. Offline war das anders, weil das "drüber reden" nicht so einen markanten Teil ausmacht wie in der RPG-Netzkultur. Da können sich dann bestimmte Spiele weit länger, teils über Jahrzehnte, halten.
Es verstößt gegen die Hausordnung, aus dem Necronomicon zu zitieren.

Offline Bad Horse

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Re: Hype und Roadkill: Die Jagd nach dem Next Big RPG
« Antwort #4 am: 25.04.2016 | 17:36 »
...und manchmal gibt es auch neue Spiele, die manchen Leuten aus irgendwelchen Gründen einfach besser gefallen als die alten. Sei es, weil sie den gewünschten Spielstil besser bedienen, sei es, weil sie coolere Settings haben, sei es, weil die Regelwerke hübscher aussehen, klarer strukturiert und besser verständlich sind.

Ich war mit vielen alten Spielen nicht zufrieden und bin freudestrahlend umgestiegen, als ich eine bessere Alternative gefunden habe. Und ich finde es durchaus valide und auch sinnvoll, neue Spiele zumindest mal auszuprobieren. Das muss ja nicht heißen, dass man alte Spiele schlecht findet oder gleich in die Ecke pfeffern muss. Aber dieses "Eigentlich ist bei dem neuen Kram doch alles blöd, der alte Kram ist doch viel besser" ist letzten Endes auch nur ein Hype.
Zitat von: William Butler Yeats, The Second Coming
The best lack all conviction, while the worst are full of passionate intensity.

Korrekter Imperativ bei starken Verben: Lies! Nimm! Gib! Tritt! Stirb!

Ein Pao ist eine nachbarschaftsgroße Arztdose, die explodiert, wenn man darauf tanzt. Und: Hast du einen Kraftsnack rückwärts geraucht?

Offline Selganor [n/a]

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Re: Hype und Roadkill: Die Jagd nach dem Next Big RPG
« Antwort #5 am: 25.04.2016 | 17:40 »
Ich denke eher, dass hier die Leute angesprochen sind die auf jeden Hype anspringen, das Neue erstmal (aus Prinzip) SUPERCOOL finden und sowieso besser als alles dagewesene und warum gab es das nicht schon frueher, ...

Bis dann X Tage/Wochen/Monate spaeter das naechste "Next Big RPG" rauskommt bei dem es genau wieder so ist...
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Offline nobody@home

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Re: Hype und Roadkill: Die Jagd nach dem Next Big RPG
« Antwort #6 am: 25.04.2016 | 17:45 »
Information fließt heute schneller als z.B. in den Achtzigern, klar. Heutzutage höre ich übers Internet selbst dann, wenn ich gar nicht besonders darauf achte, in sechs Monaten von mehr Rollenspielsystemen als ganz am Anfang, wo das Hobby noch mehr Geheimtipp für ausgesprochene Spezialisten war, in sechs Jahren.

Andererseits bin ich in Sachen ausgewiesenes Lieblingssystem meiner Einschätzung nach einigermaßen stabil -- das hat zwar durchaus alle paar Jahre mal gewechselt, aber von einer großartigen Beschleunigung im Laufe der Zeit kann in dieser Beziehung eigentlich nicht die Rede sein. Mag damit zusammenhängen, daß ich ab einem bestimmten Punkt hauptsächlich auf die Universalsystemschiene aufgesprungen bin; da gibt's dann halt nicht alle hypeblasenlang etwas grundsätzlich supertoll-revolutionär Neues, das "mußt Du jetzt gleich sofort haben!" schreit.

Offline YY

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Re: Hype und Roadkill: Die Jagd nach dem Next Big RPG
« Antwort #7 am: 25.04.2016 | 17:50 »
Aber dieses "Eigentlich ist bei dem neuen Kram doch alles blöd, der alte Kram ist doch viel besser" ist letzten Endes auch nur ein Hype.

Der Knackpunkt ist gar nicht, speziell beim alten Kram zu bleiben, sondern überhaupt mal bei irgendwas zu bleiben.

Andernfalls geht es einem eben wie den Partyhoppern:
Überall mal reingeschaut, aber nirgends wirklich gewesen.

Und im schlimmsten Fall zieht man daraus die Schlussfolgerung, dass man die Spirale noch schneller drehen muss und wird immer unzufriedener...
"Kannst du dann bitte mal kurz beschreiben, wie man deiner Meinung bzw. der offiziellen Auslegung nach laut GE korrekt verdurstet?"
- Pyromancer

Offline Rhylthar

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Re: Hype und Roadkill: Die Jagd nach dem Next Big RPG
« Antwort #8 am: 25.04.2016 | 17:54 »
Zitat
Der Knackpunkt ist gar nicht, speziell beim alten Kram zu bleiben, sondern überhaupt mal bei irgendwas zu bleiben.
Das Tanelorn macht es einem ja auch nicht einfach.
Ein Blick in den "Neuerwerbs-Thread"...und schon steigt die Neugier.  ;)

Und wenn dann noch in bestimmten Bereichen relativ viel dazu geposted wird, kann man schon in Versuchung geraten.
“Never allow someone to be your priority while allowing yourself to be their option.” - Mark Twain

"Naja, ich halte eher alle FATE-Befürworter für verkappte Chemtrailer, die aufgrund der Kiesowschen Regierung in den 80er/90er Jahren eine Rollenspielverschwörung an allen Ecken wittern und deswegen versuchen, möglichst viele noch rechtzeitig auf den rechten Weg zu bringen."

Für alle, die Probleme mit meinem Nickname haben, hier eine Kopiervorlage: Rhylthar.

Samael

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Re: Hype und Roadkill: Die Jagd nach dem Next Big RPG
« Antwort #9 am: 25.04.2016 | 18:09 »
Der Knackpunkt ist gar nicht, speziell beim alten Kram zu bleiben, sondern überhaupt mal bei irgendwas zu bleiben.


Absolut richtig. Das sollte auch bei meinem Beitrag Kernaussage sein. So alt sind die 40k Spiele ja auch nicht, keine 10 Jahre!

In dem Sinne bitte meinen Seitenhieb ignorieren.

Offline Chruschtschow

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Re: Hype und Roadkill: Die Jagd nach dem Next Big RPG
« Antwort #10 am: 25.04.2016 | 18:15 »
Ein paar Gegenfragen: Ab wann ist ein Spiel denn kein Hype mehr, sondern gehört zum etablierten Kanon? Wie lange muss man bei dem System verharren, damit man kein System-Hopper ist? Wie sieht es mit expliziten One-Shot-Systemen aus (Lady Blackbird, Dread), bei denen per se nicht vorgesehen ist, lange zu verweilen? Warum wird dieser Thread nicht mit dem Mimimi-Thread zusammengeführt? ;)

Dazu möchte ich anmerken, dass ich schon Kulturpessimist war, bevor es cool war und Vampire Anfang der 90er als Teenager für einen überbewerteten Hype hielt. :)
Tolles Setting, würde ich aber mit Fate spielen. Und jeder Thread ist ein potentieller Fate-Thread. :d

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Offline sangeet

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Re: Hype und Roadkill: Die Jagd nach dem Next Big RPG
« Antwort #11 am: 25.04.2016 | 18:16 »
Gut ich fahre oft auf vereinfachung alter Systeme ab wie Gumshoe oder eben das neue Earthdawn von Dammi. Sind jetzt nicht die verrücktesten Neuheiten eher sinnvolle und notwendige Erneuerung und rückbesinnung auf das Wesentliche. War dieses jahr auch mein erstes RPG Buch. Und ich war bei beiden genannten Systemen seit der first Edition dabei.

Ich kenne den Hype aber nur zu gut durch Kickstarter wo ich auch immer mal nach dem next big thing auf der Jagd war. Von ein paar Sachen bin ich da auch immer noch überzeugt das die langfristig gut sind. Ob man für alles zeit hat wird sich noch zeigen.
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Online Ludovico

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Re: Hype und Roadkill: Die Jagd nach dem Next Big RPG
« Antwort #12 am: 25.04.2016 | 18:20 »
Ok, ich hab das mit Midgard nicht so mitbekommen, aber auch mir ist aufgefallen, dass es Hypes gibt, von denen einige wieder schnell vorbei sind wie etwa Cypher, um das es recht still geworden ist.
Viele bleiben, schaffen sich ihre Nische und werden bespielt (Apocalypse Engine zum Beispiel).

Aber ich weiß nicht, ob das eine neue Entwicklung ist, bedingt durch die Vielzahl an Systemen und den daraus resultierenden Perlen, die hie und da auftauchen.

Ich bin mittlerweile ja auch recht stabil was die Systemwahl angeht, obwohl ich schon mal versucht bin, woanders zu naschen (was glücklicherweise dank Zeitmangel nicht klappt).

Ucalegon

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Re: Hype und Roadkill: Die Jagd nach dem Next Big RPG
« Antwort #13 am: 25.04.2016 | 18:29 »
Zum ersten Teil von Bobas These kann ich gar nicht so viel sagen. Es gibt sicher viele Gründe, warum jemand ein brandneues System unterstützt und genausoviele, warum er oder sie es dann schnell wieder fallen lässt. Ich würde jetzt erstmal nicht unterstellen, dass dazwischen nicht irgendwo auch ausprobiert und gespielt wird.

Dem zweiten Teil kann ich für mich klar widersprechen. Ich spiele und leite heute öfter, engagierter, besser und mit mehr Freude als zu den Anfangszeiten, wo sich mein Rollenspielhorizont auf DSA4 ( :puke:) und Shadowrun 3 (etwas weniger  :puke:) beschränkte.* Damals haben wir mangels Angebot** gefressen, was auf den Tisch kam. Ich empfinde das stetig wachsende Angebot heute als Segen und fühle mich dadurch auch nicht unter Druck gesetzt. Im Gegenteil: Ich habe so viele hervorragende Rollenspiele zur Verfügung, dass ich nicht krampfhaft versuchen muss aus Scheiße Gold zu machen, sondern nach Lust und Laune ein Spiel aus meiner Sammlung nehmen und losspielen kann. Oder auf einer Con was neues ausprobieren. Und neben zahllosen oneshots sind da durchaus auch Kampagnen dabei gewesen. Kurz und fokussiert statt jahrelanger Kaugummiplots ohne narrativen Drive.

Insofern bin ich kein gehetzter Jäger auf der Suche nach dem einen großen Rollenspiel. Stattdessen spaziere ich täglich ein wenig am Strand entlang und schaue, was die Brandung so angespült hat. Und wenn ich zwischen dem ganzen Müll, den das Meer so ausspuckt, ein schönes Stück Strandgut finde - mag es auch noch so klein sein - dann war es ein guter Tag.

*Anmerkung: Das ist bei mir weniger als 10 Jahre her.  ;)

**Anmerkung: Mir war überraschend lange vollkommen unbekannt, dass es andere Rollenspiele oder so etwas wie eine Szene gibt.
« Letzte Änderung: 25.04.2016 | 18:39 von Ucalegon »

Offline Selganor [n/a]

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Re: Hype und Roadkill: Die Jagd nach dem Next Big RPG
« Antwort #14 am: 25.04.2016 | 18:36 »
Ich hab' zum Thema Wie lange bleibt ihr bei einem System? mal eine Umfrage erstellt ;)
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Offline Weltengeist

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Re: Hype und Roadkill: Die Jagd nach dem Next Big RPG
« Antwort #15 am: 25.04.2016 | 19:20 »
Als ich mich im Sommer 2012 von DSA verabschiedet habe, habe ich mir vorgenommen, die Umstellung zu nutzen, um das perfekte SystemTM für mich zu finden. Was folgte, war ein zweijähriger Amoklauf durch verschiedenste Systeme, bis ich am Ende zu dem Schluss gekommen bin, dass es das perfekte System gar nicht gibt. Wie bei allem anderen besteht die Kunst eher daraus, etwas aus dem zu machen, was man hat.

Die Gründe, warum ich am Ende bei meinem derzeitigen Hauptsystem (Splittermond, immerhin schon seit 2 Jahren stabil) hängen geblieben bin, waren dann auch ganz andere. Das Regelwerk ist von meinem persönlichen Traum sogar ein ganzes Stück weit entfernt. Ich kann damit leben, aber ich liebe es nicht. Begeistert hat mich eher das Gesamtpaket: die Aufbruchsstimmung, die Community, die Spielwelt, der Output, die Möglichkeit sich selbst einzubringen, die Begeisterung der Regelfans unter meinen Spielern usw. Inzwischen bin ich wieder mit dem großen Hausregel-Hammer zugange, machen passend, was mir nicht passt, und lebe gut mit dem, was dabei rauskommt. Also im Grunde genau das, was Boba in seinem Ursprungspost gefordert hat: Nimm, was da ist, und mach was draus.
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Offline sangeet

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Re: Hype und Roadkill: Die Jagd nach dem Next Big RPG
« Antwort #16 am: 25.04.2016 | 20:18 »
Ok, ich hab das mit Midgard nicht so mitbekommen, aber auch mir ist aufgefallen, dass es Hypes gibt, von denen einige wieder schnell vorbei sind wie etwa Cypher, um das es recht still geworden ist.
Viele bleiben, schaffen sich ihre Nische und werden bespielt (Apocalypse Engine zum Beispiel).

Aber ich weiß nicht, ob das eine neue Entwicklung ist, bedingt durch die Vielzahl an Systemen und den daraus resultierenden Perlen, die hie und da auftauchen.

Ich bin mittlerweile ja auch recht stabil was die Systemwahl angeht, obwohl ich schon mal versucht bin, woanders zu naschen (was glücklicherweise dank Zeitmangel nicht klappt).

Das Cypher buch hatte ich mir letztes Jahr tatsächlich wegen des Hypes mal zum Lesen gekauft, aber nicht zum Spielen, stellenweise mag ich auch einfach mal neue Ideen, dafür war es ganz Interessant, und hat auch coole Bilder.
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Offline Holycleric5

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Re: Hype und Roadkill: Die Jagd nach dem Next Big RPG
« Antwort #17 am: 25.04.2016 | 22:57 »
Zitat
...und manchmal gibt es auch neue Spiele, die manchen Leuten aus irgendwelchen Gründen einfach besser gefallen als die alten. Sei es, weil sie den gewünschten Spielstil besser bedienen, sei es, weil sie coolere Settings haben, sei es, weil die Regelwerke hübscher aussehen, klarer strukturiert und besser verständlich sind.

Aus diesen Gründen bich ich z.B. von Rolemaster und Pathfinder zu Splittermond gewechselt:
- Flexibler als Pathfinder, was den Spielstil angeht
- Ein cooles Setting
- Klarer strukturiert und verständlicher als Rolemaster

Zitat
Ich denke eher, dass hier die Leute angesprochen sind die auf jeden Hype anspringen, das Neue erstmal (aus Prinzip) SUPERCOOL finden und sowieso besser als alles dagewesene und warum gab es das nicht schon frueher, ...

Bis dann X Tage/Wochen/Monate spaeter das naechste "Next Big RPG" rauskommt bei dem es genau wieder so ist...
Besonders in der Zeit, wo die neuen Editionen von D&D, DSA, Shadowrun und Earthdawn rausgekommen sind habe ich mich einfach auch vom Hype anstecken lassen und bin dann häufig gleich zum nächsten System weitergerannt. Das jeweils vorherige System habe ich fallengelassen wie eine heiße Kartoffel ("Geil, System X hat diese und jene Features? Genau das, was ich suche!!")

Zitat
Der Knackpunkt ist gar nicht, speziell beim alten Kram zu bleiben, sondern überhaupt mal bei irgendwas zu bleiben.

Andernfalls geht es einem eben wie den Partyhoppern:
Überall mal reingeschaut, aber nirgends wirklich gewesen.

Und im schlimmsten Fall zieht man daraus die Schlussfolgerung, dass man die Spirale noch schneller drehen muss und wird immer unzufriedener...

"Überall mal reingeschaut, aber nirgends wirklich gewesen".

Dieser Satz spricht mir so tief aus dem Herzen und beschreibt meine komplette bisherige RPG-Zeit (und hoffentlich, hoffentlich ist diese Zeit mithilfe von Splittermond bald Vergangenheit):

Hier ein Oneshot-Abenteuer in Midgard oder Arcane Codex.
Da mal eine sehr kleine Kampagne in Pathfinder.
Ein paar zusammenhanglose Abenteuer in Rolemaster oder D&D 5.
Alles von Stufe 1 bis höchstens 4.

Keines der Systeme hatte mich wirklich gefesselt. Also schaute ich immer weiter und weiter, holte mir Exoten wie "Ancient Steel", "Fantasy of Eight" oder "Shadow of the demon Lord". Von diesen drei Systemen habe ich bis heute keines ernsthaft gespielt, geschweige denn gelesen. Ich hatte sie eher gekauft, um die Spirale in Bewegung zu halten.

Ich dachte mir: Einfach mal hier und da ein Oneshot, um Abwechslung reinzubringen: Eine Runde FATE, eine Runde Pathfinder, eine Runde Fantasy Age, eine Runde Splittermond...
... doch wir merkten schnell, dass wir doch eher Kampagnen mögen, statt Helden zu generieren, die nach einem Spieleabend in einem Ordner vor sich hin dümpeln.

Insgesamt lässt sich sagen: Besonders in den letzten Jahren habe ich mich stark an dieser Jagd beteiligt. So lustig und aufregend ich sie damals auch fand, bin ich doch froh, mit Splittermond hoffentlich ausreichend festen Boden unter den Füßen zu haben, um nicht zur nächsten Insel schwimmen zu müssen.

Ich hoffe sehr, dass der Selenia-Band mir genügend Motivation gibt, mindestens bis zum Ende dieses Jahres bei Splittermond zu bleiben.
Spielt (als Spieler): GURPS 3, Splittermond
Bereitet vor (als Spielleiter): Splittermond

Offline La Cipolla

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Re: Hype und Roadkill: Die Jagd nach dem Next Big RPG
« Antwort #18 am: 25.04.2016 | 23:37 »
Man darf nicht vergessen, dass auch die Jagd an sich (tm) gewaltigen Spaß machen kann! :D Nicht zuletzt, weil Rollenspiel für viele ja nicht nur das Spielen, sondern auch das Lesen, das Horizont-erweitern, das Sammeln oder das Basteln beinhaltet. Und oft auch das Drüber-reden und Drüber-streiten.

Ich hab meine paar Rollenspiele, die ich immer spielen kann (u.a. nWoD, Gamma World 4E, Fiasko, Fate, D&D5), und dazu kommen dann halt Sachen, die ich in einem bestimmten Moment, für eine besondere Idee, zum Lesen oder auch nur aus rein "akademischen" Gründen interessant finde; und manchmal auch nur aus der Design-Perspektive, oder als Artbooks. Oft spiele ich die nicht mal und bin dann auch vollends zufrieden damit. *schulterzuck*

Heißt auch, dass ich ganz standardmäßig genau so viele Bücher verkaufe wie ich kaufe, aber das ist okay. Ich bezahle schließlich für den Inhalt, egal ob er zum Spielen, zum Lesen oder für den Kick beim Paket-erhalten und Durchblättern ist. Ich hoffe, die Verlage und den Roland freuts; mich auf jeden Fall! ;D
« Letzte Änderung: 25.04.2016 | 23:39 von La Cipolla »

Offline sangeet

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Re: Hype und Roadkill: Die Jagd nach dem Next Big RPG
« Antwort #19 am: 26.04.2016 | 01:16 »
Das gute an eingestellten Spielen ist: es kommt nix mehr raus, und somit gibts kein Sammelzwang :) WHFRPG 3 *g*...



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Offline LushWoods

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Re: Hype und Roadkill: Die Jagd nach dem Next Big RPG
« Antwort #20 am: 26.04.2016 | 07:59 »
Der Threadtitel hat schon von vornherein so einen negativen Beigeschmack, finde ich schlecht formuliert und soll vermutlich eine Art Rant sein.
Man sollte aber unterscheiden zwischen "Trends hinterher jagen (was hier wohl gemeint ist)" und "nach dem perfekten oder möglichst perfekten System für sich selbst suchen".
Das sind schon zwei Paar Schuhe.

Luxferre

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Re: Hype und Roadkill: Die Jagd nach dem Next Big RPG
« Antwort #21 am: 26.04.2016 | 07:59 »
Diese "Jagd nach dem next big RPG" kenne ich nicht.
Meine System ADHS hatte andere Gründe und ist auch mittlerweile geheilt.

Allerdings kenne ich das mit den Hypes.
Man ... äh, ich lasse mich schnell anstecken und habe damals viel zu viel gekauft. FATE, Legends of Anglerre, viel später kam dann Cypher. Systeme, die ich so nicht spielen werde.

Glücklicherweise brauche ich gerade weder Frustkäufe, noch neue Systeme.

Offline Der Nârr

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Re: Hype und Roadkill: Die Jagd nach dem Next Big RPG
« Antwort #22 am: 26.04.2016 | 08:45 »
Ich finde nicht, dass es irgendwie überlegen ist, lange bei einem Spiel zu bleiben anstatt den Trends hinterher zu jagen. Soll doch jeder so, wie er möchte?

Darüber hinaus habe ich nicht den Eindruck, dass heute im Allgemeinen mehr den Trends hinterher gejagt wird. Natürlich erscheinen mehr Rollenspiele im Jahr als vor 20 oder auch vor 10 Jahren. Das Publizieren ist mit PoD, PDF und Digitaldruck und einfacher zugänglicher Software eben einfacher und billiger geworden. Damit gibt es mehr Auswahl und dadurch kann man natürlich auch stärker in verschiedene Richtungen gehen. Zumal die Rollenspiele ja meist zumindest für den Einstieg auch erschwinglich sind.

Ich denke genauso wie vor 10 Jahren gibt es heute Rollenspieler, die viel wechseln und andere, die selten wechseln. Diskussionen um Systemsuche usw. haben wir in unserer Runde auch schon vor vielen Jahren geführt. Das ist alles nichts neues. Wenn man lange genug im Tanelorn-Archiv wühlt, findet man bestimmt auch alte Threads zu einem ähnlichen Thema.

Ich erinnere mich noch gut an Earthdawn, das war Ende der 90er mein erstes Spiel, mit dem alles besser werden sollte ~;D. Oder zumindest anders. Ganze Systemwechsel habe ich damals und mache ich heute nur noch selten. Ich gucke gerne über den Tellerrand, lasse mich aber nicht "hypen", dass ich voll auf etwas abfahre bevor ich es kenne. Hätte ich nie über den Tellerrand geguckt, hätte ich nie die Hand voll Systeme gefunden, die ich gerne spiele. Und ab und zu kommt etwas neues dazu. Manchmal gucke ich auch nur noch für Ideen in neue Rollenspiele: wie machen die das denn?

Aber Rollenspiel-Hypes sind da. Die sind für mich aber vornehmlich etwas, was in den Blogs, auf Youtube und in den Foren geschieht und nicht etwas, was am Spieltisch passiert - was daran liegt, dass die meisten gehypten Rollenspiele bei uns eh chancenlos sind. (Wer soll auch so viel alles kaufen und lesen?) Bei uns passiert es aber schon mal, dass wir auf einmal ein Spiel zum ersten Mal spielen, dass ein Spieler vorher 15 Jahre ungespielt in seinem Schrank stehen hatte. Warum auch nicht?

Meistens ist aber auch relativ klar, ob man ein Spiel nur ausprobiert oder ob man die Absicht hat, länger dabei zu bleiben. Oder vielleicht eine zeitlich absehbar begrenzte Kampagne zu spielen (weil der SL sich nicht für die nächsten 10 Jahre verpflichten möchte). Man muss sich ja auch mit den Rahmenbedingungen arrangieren.
Spielt aktuell Deadlands reloaded
Spielleitet aktuell gar nix
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Offline LushWoods

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Re: Hype und Roadkill: Die Jagd nach dem Next Big RPG
« Antwort #23 am: 26.04.2016 | 08:47 »
An sich is es ja auch ein positives Zeichen für die Rollenspielindustrie und die Szene wenn sich "etwas tut".
Aktivität ist immer gut. Is ja keiner verpflichtet dem Neuen nachzurennen, aber alleine schon das es die Möglichkeit gibt ist schön.

Achamanian

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Re: Hype und Roadkill: Die Jagd nach dem Next Big RPG
« Antwort #24 am: 26.04.2016 | 09:11 »
Ich hänge jetzt einfach mal meinen eigenen geplanten Rant an den Thread dran:

Eigentlich geht es für mich wieder ums Thema System-ADHS. Mich interessiert zwar nicht jeder Hype, aber schon jeder, der zwei oder drei passende Knöpfe drückt. Ein bisschen Indie-Einfluss, ein bisschen selbstironischer Charme, alternativ auch BRP-Nostalgie ... es muss dann gar nicht das große neue System sein, aber es muss aktuell Bewegung drin sein. Da passt dann durchaus auch Midgard 5 ins Bild, oder derzeit RuneQuest 6, weil es auf deutsch kommt, oder eben FantasyAge. Oder jetzt ganz neu Earthdawn- Age of Legend und im Zuge dessen auch wieder Equinox.

Andererseits kommt bei mir ganz schnell der Punkt, wo die Systeme kippen und mich abschrecken, weil zu viel Material da ist und ich mich der Sache nicht mehr gewachsen fühle: Splittermond ist gerade an dem Punkt. Midgard ist da schon lange, aber irgendwie kommt es mir da nicht ganz so schlimm vor, weil ich den Eindruck habe, dass die verschiedenen Regionen der Spielwelt weitgehend für sich stehen und man sich ganz gut auf eine Baustelle beschränken kann. RuneQuest6/Mythras scheint mir da derzeit angesichts der Veröffentlichungspolitik (Ein All-in-One-Regelbuch, mehrere Setting, für die jeweils sehr langsam, wenn überhaupt, neue Bände reintröpfeln) noch am sichersten.

Warum ist das wichtig, könnte man fragen, schließlich kann man ja alles, was einem zu viel ist, ignorieren? Da kommt dann ein sehr persönliches Interesse von mir ins Spiel:

(Hier hören die halbwegs verallgemeinerbaren Aussagen auf, wenn ihr euch also verständlicherweise nicht so sehr für meine Problemchen und Befindlichkeiten interessiert, könnt ihr den Rest getrost überspringen oder überfliegen.)

Ich will endlich wieder für Rollenspiele schreiben, und ich will "offizielles" Material schreiben (wenn ich mir die Mühe mache, brauche ich irgendwie auch die Anerkennung von berufener Seite, und außerdem habe ich keine Lust, mich selbst um Lektorat, Layout usw. usf. zu kümmern). Und das treibt ganz gewaltig meine Suche nach dem System an, dass erstens mir gefällt, das ich zweitens auch länger und intensiver mit einer Gruppe bespielen kann, für dass drittens derzeit offizielles Material veröffentlicht wird, bei dem viertens überhaupt Einsendungen angenommen werden und das fünftens eben nicht bereits zu viel publiziertes Material hat, in das ich mich erst einarbeiten müsste, wenn ich dafür schreiben will.

Geklappt hat es dann lustigerweise bei Pelgrane Press, wo ich einfach auf gut Glück was hingeschickt habe und jetzt erscheint es (irgendwann ...) dort. Tatsächlich sind die Gumshoe-Systeme für mich auch am ehesten eine "sichere Bank", auf die ich mich zurückziehen und mit der ich wohl lange zufrieden sein könnte, was aber ehrlich gesagt vielleicht auch mehr an der wunderbar unaufgeregten Veröffentlichungspolitik von Pelgrane liegt als am System selbst. Aber selbst, wenn Pelgrane noch mehr von mir annehmen sollte: Ich merke jetzt schon, dass eine Heimat mir nicht reicht.

Das ist es, was bei mir derzeit am stärksten die Suche nach der perfekten Kombination aus Setting, Regeln, Gruppenkompatibilität, Überschaubarkeit und Offenheit für neue Autoren antreibt. Natürlich ist mir klar, dass ich dabei das Pferd ein bisschen von hinten Aufzäume und sehr viel Energie sinnlos verpulvere, aber ich kann irgendwie nicht davon lassen ...

Offline Boba Fett

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Re: Hype und Roadkill: Die Jagd nach dem Next Big RPG
« Antwort #25 am: 26.04.2016 | 10:44 »
Ich finde nicht, dass es irgendwie überlegen ist, lange bei einem Spiel zu bleiben anstatt den Trends hinterher zu jagen. Soll doch jeder so, wie er möchte?

Natürlich soll jeder so, wie er möchte.
Wer in seiner Art und Weise zufrieden ist - egal ob stetig wechselnd oder konstant - der möge bitte bitte glücklich bleiben!

Warum ich den zitierten Text schrieb, kann ich nur so beantworten: Ich war lange Zeit sehr unzufrieden, dass ich kein System gefunden habe, dass mich länger fesseln konnte.
Und mir ging der Drang, sich immer wieder einem neuen Ding widmen zu wollen, weil es scheinbar das sein könnte, wonach man sucht, sehr auf den Keks - ohne die Möglichkeit zu haben, das abzuschalten.
Und ich glaube, dass es anderen auch so geht.

Im Moment ist bei mir Midgard das "big thing" und es fühlt sich so an, dass ich das Wort "next" streichen kann.
Wir spielen seit 10-12 Sitzungen (alle 14 Tage) das selbe System.
Um es mal klar auszusagen: Das ist schon was besonderes. So lange hat schon seit Jahren kein System mehr bei mir ausgehalten.

Ich spiele und leite sehr gerne One-Shots auf dem Tanelorn-Treffen, aber ich sehne mich nach eine Kampagne mit Story- und Charakterentwicklung.
Das scheint jetzt zu funktionieren (bin da immer noch sehr vorsichtig mit entgültigen Aussagen) und ich bin sehr froh darüber.

Ursachenforschung:
Natürlich befeuert das Internet und das Tanelorn speziell (für mich) dieses Problem - denn hier wird man ja sofort auf alles mögliche aufmerksam.
Alles Neue wird einem begeistert aufgetischt. Und alle Schwächen werden hier auch schonungslos aufgedeckt.
Das unterstützt das Problem natürlich massiv.
Andererseits kann ich nicht behaupten, dass ich das vorher nicht gehabt hätte. Auch da habe ich wenige Systeme wirklich mit einer ausdauernden
Kampagne geleitet und war lange von einem System begeistert. Earthdawn und Fading Suns habe ich beides mehrere Jahre als Kampagne geleitet -
aber auch unterbroche von mehreren Jahren des stetigen Wechsels.

Was mir sehr oft fehlt, ist der konspirative und konstruktive Austausch über das Spiel, was ich gerade spiele/leite.
Ich bin ein Feedback-Junky, hab ich an anderer Stelle schon geschrieben und brauche immer wieder positives Feedback, das mich antreibt.
Aber genauso fixt mich die Kommunikation untereinander über die aktuelle Kampagnen- /Abenteuersituation an. Für mich ist das Kreativer Input, der meine Synapsen beflügelt...
Und das wird mangels Zeit immer weniger.
Bleibt beides aus, dann werde ich flatterhaft und beginne mich für anderes zu interessieren und auch zu begeistern.
Oder schwärme verklärt für altes, was ich irgendwann mal aus dem gleichen Grund ad akta gelegt habe.

Dazu kommt, dass ich mich auch sehr einfach demotivieren lasse.
Anstatt Systemschwächen durch Hausregeln auszubügeln oder mit ihnen zu leben, sammel ich sie gedanklich, bis sie im Summe eine Argumentation des "ist ja eigentlich unspielbar" bieten.
Anstatt über Kritik von anderen zu stehen, setzt mir das zu und ich verliere Motivation.

Mich nervt das inzwischen gewaltig.
Und ich nehme wahr, dass ich damit nicht alleine bin - nicht damit, immer wieder dem next big thing hinterher zu jagen.
Und auch scheinbar nicht alleine damit, dass ich das eigentlich gar nicht möchte.

Und eines muss ich dazu noch schreiben:
In diesem Punkt beneide ich die DSA Spieler sehr. Wir lästern ja gerne mal über viele Unzulänglichkeiten in den DSA Spielregeln und den geplotteten Abenteuern herum.
Aber eines muß man ihnen lassen: Ausdauer haben die!
« Letzte Änderung: 26.04.2016 | 11:01 von Boba Fett »
Kopfgeldjäger? Diesen Abschaum brauchen wir hier nicht!

Draig-Athar

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Re: Hype und Roadkill: Die Jagd nach dem Next Big RPG
« Antwort #26 am: 26.04.2016 | 10:51 »
Man darf nicht vergessen, dass auch die Jagd an sich (tm) gewaltigen Spaß machen kann! :D Nicht zuletzt, weil Rollenspiel für viele ja nicht nur das Spielen, sondern auch das Lesen, das Horizont-erweitern, das Sammeln oder das Basteln beinhaltet. Und oft auch das Drüber-reden und Drüber-streiten.

Ich hab meine paar Rollenspiele, die ich immer spielen kann (u.a. nWoD, Gamma World 4E, Fiasko, Fate, D&D5), und dazu kommen dann halt Sachen, die ich in einem bestimmten Moment, für eine besondere Idee, zum Lesen oder auch nur aus rein "akademischen" Gründen interessant finde; und manchmal auch nur aus der Design-Perspektive, oder als Artbooks. Oft spiele ich die nicht mal und bin dann auch vollends zufrieden damit. *schulterzuck*

Meine Liste an "Standardsystemen" sieht zwar etwas anders aus, aber ansonsten geht es mir da gleich.

Online Ludovico

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Re: Hype und Roadkill: Die Jagd nach dem Next Big RPG
« Antwort #27 am: 26.04.2016 | 11:12 »
Ich kann Boba gut nachvollziehen.

Früher hab ich mir immer wieder verschiedene RPGs gekauft, weil ich richtig Bock drauf hatte, diese zu spielen.
Entweder fand ich aber keine Gruppe oder aber verlor nach kurzer Zeit die Lust daran, was auch daran lag, dass wieder eine neue Sau durch das Dorf getrieben wurde.

Neben den materiellen und zeitlichen Aufwendungen blieb auch insgesamt der Spielspass bei mir auf der Strecke. Ich mag Kampagnen mit Charakterentwicklung und solchem Klimbim.

So hab ich angefangen und so bevorzuge ich es auch heute noch.

Und was hatte ich?
-One Shots, Minikampagnen und viele abgebrochene Kampagnen und daraus resultierend viele Ideen für Abenteuer und Kampagnen, die danach auch oft ihren Reiz verloren.

Im Endeffekt hing ich der Jagd nach der Vergangenheit an, bloß halt in besser, weil früher da hatte ich mit 7te See, DSA 3, ADnD und Shadowrun all das, was ich mir wünschte. Ich wollte bloß noch ein tolles System dazu und ein viel besseres System. 

Die daraus resultierende Unzufriedenheit mit mir und dem Hobby machte mich manches Mal neidisch auf all die Leute, die nicht über den Tellerrand geschaut hatten und kontinuierlich über Jahre hinweg ihr Spiel hatten und haben, ganz gleich wie mies ich es fand. Die konnten sich spezialisieren und wußten alles über Stärken und Schwächen, waren kreativ bei der Lösungsfindung, weil sie Hausregeln entwickelten und auch manches Mal Lösungen IG entgegen den Regeln des Spiels.

Bei mir war es dagegen so, dass ich beim ersten Anzeichen eines Problemes, das Spiel oft einmottete oder verkaufte.
 
Als weiteres Problem kam hinzu, dass ich so auch keine Runde halten konnte. Ich glaub, die meisten hier wissen, wie schwierig es ist, tolle und vor allem sympathische Spieler zu finden, mit denen man langfristig aktiv sein möchte. Hab hie und da immer mal wieder jemanden gefunden und mit meiner schnellen Unlust an einem System schlussendlich vergrätzt.

Mittlerweile bin ich froh, dass diese schlimmen Zeiten vorüber sind und quasi dort gelandet bin, wo ich angefangen habe (bloß mit der Überzeugung, dass das Schauen über den Tellerrand nicht zwangsweise zu mehr Spaß am Spiel, sondern auch zum Gegenteil führen kann). Mein bevorzugtes System hat Schwächen, aber ich kann diese leicht beheben. Ich weiß, was es kann und was es nicht kann (was mehr ist als ich zu dem überwiegenden Teil der Spiele, die ich in den letzten 10 Jahren kennengelernt habe, sagen kann).
 
Nach einigen Spielen sehne ich mich noch, aber so lange sich nicht die Gelegenheit bietet, lasse ich die Finger von denen. Sollten sie dann vom Markt sein, weil sie z.B. OOP sind, hab ich keinen Verlust.

Pyromancer

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Re: Hype und Roadkill: Die Jagd nach dem Next Big RPG
« Antwort #28 am: 26.04.2016 | 14:18 »
Selbst während meiner Extrem-Experimentier-Phase hatte ich immer eine langfristige Kampagne laufen, und auch nie das Gefühl, dass das Alte nichts mehr taugt und entsorgt gehört. Bei jedem Hype, den ich mitgemacht habe, war mir immer klar: Das taugt für gelegentliche One-Shots oder 4-5 Sessions, und dann geht es mit der Kampagne weiter. Neue Regelwerke für Kampagnen hab ich mir danach ausgesucht, was ich für ein bestimmtes, angestrebtest Spielgefühl brauche, und nicht danach, was gerade gehypt war.

Ich halte Kampagnenspiel für die Königsklasse des Rollenspiels; trotzdem merke ich, dass ich nach 50-60 Sessions einen Abschluss brauche, länger sollte eine Kampagne für mich nicht dauern. Danach kann man gerne bei Bedarf eine Folge-Kampagne (meinetwegen auch mit den gleichen Charakteren) dranhängen, aber Endlos-Kampagnen ohne klare Struktur mag ich nicht.

Offline Kalimar

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Re: Hype und Roadkill: Die Jagd nach dem Next Big RPG
« Antwort #29 am: 26.04.2016 | 17:17 »
Was Boba schreibt hat aber nur bedingt mit dem System zu tun, oder? Es muss einfach das Gesamtpaket aus Mitspieler, System und Abenteuer passen. Wenn eines davon nur solala ist, kann man das aushalten, bei 2 mässigen Komponenten leidet schon der Spass. Wenn das System also gut genug ist, um nicht zu stören kann das ja ausreichen. Bei dem was Boba so schreibt scheint es an Mitspielern und Abenteuer ja nicht zu liegen. So lange ihm als SL genug einfällt (die Inspiration nicht nachlässt) ist doch prima. M5 hat in meinen Augen auch keine dollen Highlights, aber funktionieren tut es ja für einen bestimmten Spielstil gut (auf den man Bock haben muss - aber das gilt ja genauso für D&D und Co).
« Letzte Änderung: 26.04.2016 | 17:19 von Kalimar »

Offline Weltengeist

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Re: Hype und Roadkill: Die Jagd nach dem Next Big RPG
« Antwort #30 am: 26.04.2016 | 17:21 »
Ich will endlich wieder für Rollenspiele schreiben, und ich will "offizielles" Material schreiben (wenn ich mir die Mühe mache, brauche ich irgendwie auch die Anerkennung von berufener Seite, und außerdem habe ich keine Lust, mich selbst um Lektorat, Layout usw. usf. zu kümmern). Und das treibt ganz gewaltig meine Suche nach dem System an, dass erstens mir gefällt, das ich zweitens auch länger und intensiver mit einer Gruppe bespielen kann, für dass drittens derzeit offizielles Material veröffentlicht wird, bei dem viertens überhaupt Einsendungen angenommen werden und das fünftens eben nicht bereits zu viel publiziertes Material hat, in das ich mich erst einarbeiten müsste, wenn ich dafür schreiben will.

Ist ja lustig - genau das Argument war auch bei mir der Grund, das lustige Systemhopping zu beenden und mich ganz auf Splittermond einzulassen. Was bislang auch gut geklappt hat - ich spiele es jetzt seit fast zwei Jahren konsequent, mit rund 250 Stunden Spielzeit bisher. Da hätte ich in den vergangenen Jahren nur von träumen können.

Und nein, ich finde an Splittermond auch nicht alles toll. Aber ich habe eine Reihe von Punkten rausgesucht, die mir besonders wichtig sind, und in den Punkten hatte es die Nase vorn. Mit dem Rest arrangiere ich mich halt, so wie ich es vermutlich bei jedem System müsste.
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Offline Timo

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Re: Hype und Roadkill: Die Jagd nach dem Next Big RPG
« Antwort #31 am: 26.04.2016 | 17:33 »
Ich guck mir oft Spiele an wegen dem Style, oder weil es ein schickes Buch ist, oder weil mir die Idee gefällt und ich den Macher dafür belohnen möchte(indem ich es kaufe).

Mein Stammsystem ist immer noch Reign, da kann ich improvisiert Abenteuer & Kampagnen aus dem Ärmel schütteln. Kann ich die Regeln aus dem FF? Nö, muss ich auch nicht, ich nutze nur die stabile Grundidee(der Regeln) und passe sie dem jeweiligen Setting an.

Was ich sagen möchte ist, dass es auch Hobbyisten gibt, die eigentlich nur ein oder zwei Systeme spielen und sich den ganzen neuen Hypekram nur holen weil es cool aussieht mit dem sicheren Wissen es nie zu spielen.
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Offline Mofte

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Re: Hype und Roadkill: Die Jagd nach dem Next Big RPG
« Antwort #32 am: 26.04.2016 | 17:41 »
Was ich sagen möchte ist, dass es auch Hobbyisten gibt, die eigentlich nur ein oder zwei Systeme spielen und sich den ganzen neuen Hypekram nur holen weil es cool aussieht mit dem sicheren Wissen es nie zu spielen.

Das trifft es bei mir auch relativ gut.
Hinzu kommt bei mir, dass ich noch vergleichsweise frisch (10 Jahre  ;D) im Hobby Rollenspiel bin, und erst die letzten 4-5 Jahre überhaupt realisiert habe, dass es überhaupt etwas anders außerhalb meiner Stammsysteme (D&D 3.5, Vampire & Werwolf, D20 Star Wars) gibt. Deshalb ist mein Interesse und meine Neugier da recht groß, und ich kaufe auch zum Teil alten Kram bei ebay oder als PDF, um es mal gesehen/gelesen zu haben.
Gespielt wird von dem Kram den ich mir kaufe (bin auch fast der einzige mit Büchern in meiner Runde, obwohl ich nur selten leite) [leider] kaum etwas. Aber ich finde die meisten Produkte schön, unterstütze damit hoffentlich die Macher und es macht Spaß die Bücher zu lesen.

Offline Xemides

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Re: Hype und Roadkill: Die Jagd nach dem Next Big RPG
« Antwort #33 am: 26.04.2016 | 17:43 »
Ich kenne System-ADS eigentlich nicht.

Zum einen begeistern mich ohnehin eher Settings als Systeme, und zum anderen spiele ich One-Shorts ausschließlich auf Cons oder nach Absprache und bevorzuge ansonsten langwierige Kampagnen, die sich gerne über Jahren hinziehen.

Und außerdem halte ich es bei RPGs wie bei allen anderen Dingenundjage nicht jeder Modeerscheinung hinterher.

SaWo, Fate, Apocalypse, Cypher, ...

Gingen alle an mit vorbei.

Ich bleibe bei meinen Systemen und würde wohl am liebsten nur neue Inkarnationen davon spielen, oder Spiele die vom Spielgefühl ähnlich sind. Das sind dann meist weniger die topaktuellen Systeme sondern eher die komplexeren.
Evolution is just a theory? Well so is gravity but I don't see you jumping off of buildings.

Ucalegon

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Re: Hype und Roadkill: Die Jagd nach dem Next Big RPG
« Antwort #34 am: 26.04.2016 | 17:59 »
Was ich sagen möchte ist, dass es auch Hobbyisten gibt, die eigentlich nur ein oder zwei Systeme spielen und sich den ganzen neuen Hypekram nur holen weil es cool aussieht mit dem sicheren Wissen es nie zu spielen.

Wenn sie schon vorher wissen, dass sie es nichtmal ausprobieren werden, würde ich diesen Typ unter Sammler(in) einsortieren. Denn ob sich jemand jetzt gehypte oder uralte OOP Sachen fürs Regal holt - in dem Wissen, dass sie/er sie ohnehin nie spielen wird - macht für mich keinen Unterschied. Das hat dann auch nichts mit dem Hype an sich zu tun. Was Boba beschreibt sind ja Leute, die durchaus motiviert sind, den neuesten Hype zu spielen, ihn aber dann recht schnell wieder für den nächsten fallen lassen.

Offline ArneBab

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Re: Hype und Roadkill: Die Jagd nach dem Next Big RPG
« Antwort #35 am: 26.04.2016 | 18:03 »
wo sich mein
**Anmerkung: Mir war überraschend lange vollkommen unbekannt, dass es andere Rollenspiele oder so etwas wie eine Szene gibt.
Ich vermute, dass es vielen so geht. Dass also nur wenige wirklich einen Überblick darüber haben, welche Rollenspiele es schon gibt. Es gibt nämlich verdammt viel verdammt cooles Zeug da draußen. Ich finde, es lässt sich kaum übertreiben, wie coole Sachen es schon gibt. Wenn also irgendwas zum Hype wird, ist es sehr wahrscheinlich, dass es tolle Elemente enthält, die für viele Leute wirklich neu sind.

Dazu kommt wohl, dass jedes etablierte System um bekannt zu werden erstmal entweder das erste seiner Art sein musste, eine Hypephase brauchte oder sich irgendwie Schritt für Schritt verbreiten musste; gibt es letzteres?
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Offline Blizzard

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Re: Hype und Roadkill: Die Jagd nach dem Next Big RPG
« Antwort #36 am: 26.04.2016 | 18:35 »
Es gibt ja nicht umsonst den Begriff des Trendsetters.^^^

Okay, ich bin auch so ein "Großwildjäger". Das liegt einfach daran, dass ich gerne im Rollenspiel-Dschungel wildere. Vermutlich auch deshalb, weil mich exotische und eher unbekannte oder kleinere Systeme viel mehr reizen als DSA,D&D,SR und die ganzen anderen Konsorten von der Mainstream-Partei. Ganz banal könnte man sagen: Ich bin ein Jäger & Sammler. Und ich stehe dazu. Wobei es aber nicht mehr so schlimm wie früher ist, wo ich wirklich versucht habe, jeden Hype irgendwie mit zu machen. Da hat sich dann nämlich rauskristallisiert, dass manche Hypes am Ende doch Fails waren. Und ja, ich habe auch unbespielte Systeme im Schrank stehen-aber wenn ich einem System (egal, ob Hype oder nicht) nachjage, dann schon mit der festen Absicht, das System auch spielen/leiten zu wollen.
"Wir leben nach den Regeln, wir sterben nach den Regeln!"

"Wer nicht den Mut hat zu werfen, der wird beim Würfeln niemals eine Sechs erzielen."

Offline Holycleric5

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Re: Hype und Roadkill: Die Jagd nach dem Next Big RPG
« Antwort #37 am: 26.04.2016 | 18:43 »
(...)
Die daraus resultierende Unzufriedenheit mit mir und dem Hobby machte mich manches Mal neidisch auf all die Leute, die nicht über den Tellerrand geschaut hatten und kontinuierlich über Jahre hinweg ihr Spiel hatten und haben, ganz gleich wie mies ich es fand. Die konnten sich spezialisieren und wußten alles über Stärken und Schwächen, waren kreativ bei der Lösungsfindung, weil sie Hausregeln entwickelten und auch manches Mal Lösungen IG entgegen den Regeln des Spiels.

Bei mir war es dagegen so, dass ich beim ersten Anzeichen eines Problemes, das Spiel oft einmottete oder verkaufte.
(...)

Ja, auch ich habe während meiner System-Hopping- / System-ADHs-Zeit sehr neidisch auf die Gruppen geschaut, die die ganze Zeit über ein einziges System durchgezogen haben.
"Die schaffen das doch auch, warum kann ich meine Spieler nicht so sehr auf einem System halten?"

Während meine Runde mit Pathfinder, Fantasy Age und Rolemaster auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig tanzte, zogen andere Gruppen Kampagnen wie die G7, das Jahr des Feuers, den Klassischen D&D 3.5. Abenteuerpfad (u.a. "Bastion der gebrochenen Seelen") durch oder wandern als "Häscher des Grafen" (Hârnmaster) durch ihre Welten.

Und auch ich habe viele Systeme bei den ersten Problemen entweder eingemottet oder verkauft.

Und auch ich zolle den DSA-Spielern meinen Respekt, dass sie es schaffen, ihrem System über all die Jahre hinweg treu zu bleiben, ohne nach links und rechts zu schauen.
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Ucalegon

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Re: Hype und Roadkill: Die Jagd nach dem Next Big RPG
« Antwort #38 am: 26.04.2016 | 19:06 »
Ich vermute, dass es vielen so geht. Dass also nur wenige wirklich einen Überblick darüber haben, welche Rollenspiele es schon gibt. Es gibt nämlich verdammt viel verdammt cooles Zeug da draußen. Ich finde, es lässt sich kaum übertreiben, wie coole Sachen es schon gibt. Wenn also irgendwas zum Hype wird, ist es sehr wahrscheinlich, dass es tolle Elemente enthält, die für viele Leute wirklich neu sind.

Absolut. Deswegen finde ich vielseitige Cons bzw. Rollenspieltreffen wie den GRT so wichtig. Im Netz ist die ganze Vielfalt an Rollenspielen zwar auch immer nur einen Klick entfernt, aber im Zweifelsfall macht man den dann halt doch nicht oder weiß gar nicht, wo man anfangen soll. Oder man landet in irgendeiner Echokammer. Wobei die Systemvorstellungen via Blogs, yt und vor allem Podcasts mittlerweile auch ziemlich gut sind, finde ich.

Offline Wyrδ

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Re: Hype und Roadkill: Die Jagd nach dem Next Big RPG
« Antwort #39 am: 26.04.2016 | 21:02 »
... oder wandern als "Häscher des Grafen" (Hârnmaster) durch ihre Welten.

You made my day.  :-*

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Offline Holycleric5

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Re: Hype und Roadkill: Die Jagd nach dem Next Big RPG
« Antwort #40 am: 26.04.2016 | 21:33 »
@ Lordwächter des Krisenmanagements
Gern geschehen :)

Spoiler wegen leicht OT:
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