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Braucht man eigentlich Attribute?
Isegrim:
--- Zitat von: pharyon am 13.09.2016 | 20:24 ---Allerdings halte ich es auch für sinnvoll, dass, wenn man Attribute und Fertigkeiten für ein Spiel designed, beide nicht das gleiche leisten sollten. Eine Addition Attribut + Fertigkeit + Würfelwurf empfinde ich daher eher mäßig.
--- Ende Zitat ---
Auch wenn man Proben nur auf das eine oder andere ablegt, ein reines Nebeneinanderstehen von Fertigkeiten und Attributen wäre mE auch i-wie komisch. Und sei es wie bei alten SR-Versionen, wo die Attribute anzeigten, bis wohin eine Fertigkeit (relativ bilig) gesteigert werden kann.
pharyon:
--- Zitat von: Nebula am 13.09.2016 | 20:31 ---ah dann hättest du also lieber Würfelproben für Attribute und welche für Fertigkeiten aber keine Addition für einen Wurf?
hmm auch ne interessante Sichtweise
--- Ende Zitat ---
Ach es gibt einige Möglichkeiten, wie man beide kombinieren kann. Addieren ist da nur die "einfachste" Möglichkeit.
Eine Grund für Fertigkeiten und Attribute: Ich finde, damit kann man eine relativ knappe Kombination erfinden um verschiedene Archetypen zu modellieren. Die Fertigkeit gibt wieder, worin ein Charakter gut ist bzw. was er gut kann. Das Attribut weist eher auf eine generelle Methode hin, die ein Charakter jedoch über seine Kernkompetenz hinaus auch nutzen kann. Der starke Krieger oder der geschickte Krieger, der charismatische Dieb, der intelligente Magier, der taffe Waldläufer (um mal ein paar "gute Klischees" zu bedienen). Kernthema Fertigkeit und allgemeine Methode.
p^^
1of3:
--- Zitat von: Nebula am 13.09.2016 | 18:09 ---
Auch als powergamer, da kannst einfach auf mehr Baustellen deine XP durchrechnen.
Bringt mir jetzt +2 Stärke für 100 xp mehr als +4 Nahkampf und +2 "flinke Füße" für 110 xp
--- Ende Zitat ---
Das halte ich für die absolute Todsünde. Attribute und Fertigkeiten in einem Spiel kann man haben. Muss nicht aber geht. Sie zu addieren ist nicht elegant und ganz sicher unnötig, aber gut, bin mir aus.
Aber wenn man sie schon addiert, lass sie nie, nie, nie aus einem Topf bezahlen. Das ist Ressourcenstromdoppelung und es passiert natürlich genau was du sagst : Schlaue Spieler begreifen das dann als Optimierungsproblem.
Dabei sind Optimierungsprobleme nicht besonders nachhaltig. Die machen höchstens einmal Spaß und dann nur einer Minderheit.
nobody@home:
--- Zitat von: 1of3 am 13.09.2016 | 22:49 ---Aber wenn man sie schon addiert, lass sie nie, nie, nie aus einem Topf bezahlen. Das ist Ressourcenstromdoppelung und es passiert natürlich genau was du sagst : Schlaue Spieler begreifen das dann als Optimierungsproblem.
--- Ende Zitat ---
Klassischer Fall: GURPS. Es ist da zwar nicht so ganz auf den ersten Blick ersichtlich, da die letztendlich verwendeten Attributs- und Fertigkeitswerte grob auf derselben Skala liegen und man gegen den jeweiligen Einzelwert würfelt, aber de fakto ergibt sich ein Fertigkeitswert immer noch aus "Attributswert - Startabzug + mit Punkten gekaufter Bonus". Und da die "Anfänger"-Fertigkeitsboni auch noch deutlich billiger sind als die für "Experten" (der erste Charakterpunkt gibt mir -- in der 4. Edition -- generell +4 im Vergleich zum zugegebenermaßen niedrigen untrainierten Defaultwert, der zweite schon nur noch +1 zusätzlich, für den nächsten +1-Bonus muß ich zwei Punkte ausgeben und für jeden weiteren danach vier...), wird man vom System schon regelrecht abgestraft, wenn man seine Attribute (speziell DX und IQ, an denen die meisten Skills nun mal hängen) nicht erst mal so weit wie möglich steigert und sich dann die Fertigkeiten, die man will, für einen Pro-Forma-Punkt pro Stück nachwerfen läßt.
Eulenspiegel:
Ressourcenstromdoppelung ist an sich kein Problem. Das Problem sind eher Regelautoren, die ihr System nicht auf Balancing untersuchen.
Die alten Gurps-Editionen sind ein Beispiel dafür, wie man Attribute/Fertigkeiten schlecht kombiniert. Das Problem war, dass IQ und Dex im Verhältnis zu ihrer Wichtigkeit zu billig waren. Das Probleme hätte man aber nicht umgangen, wenn man für Fertigkeiten und Attribute unterschiedliche Ressourcen verwenden würde: Dann würden trotzdem alle Optimierer mit den Attributspunkten nur IQ und Dex kaufen und die restlichen Attribute vernachlässigen.
Shadowrun dagegen ist ein positiv Beispiel dafür, wie man Attribute/Fertigkeiten gut miteinander kombiniert. Hier kann man gute Charaktere erschaffen, die den Großteil ihrer Punkte in Attribute investieren. Aber man kann auch gute Charaktere erhalten, die den Großteil ihrer Punkte in Fertigkeiten investieren.
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