2. Abenteuer:
Die Ratten von Hameln
4. Spielsitzung
Wir treffen unsere Helden wieder, als sie Mitte Juni nach einigen anstrengenden Wochen im Schlepptau Anabellas einen Kurzurlaub einlegen und Eleonora Wissenbrinck (eine Freundin von Klara) besuchen, die mit ihrem Weserraddampfer gerade vor Hameln ankert. Eigentlich ist lediglich eine gemütliche Weserkreuzfahrt geplant, doch die Ereignisse machen unseren Reisenden mal wieder einen Strich durch die Rechnung.
Am Abend vor der Abreise sind sie nämlich zum Empfang bei Bürgermeister Messerschmitt und Gemahlin eingeladen. Dort erleben sie, dass der Auftritt eines eigens aus Hannover eingeladenen Flötenspielers namens Karl Wunsch für Unmut unter den Gästen sorgt: Scheinbar wird die Stadt seit einigen Wochen von einer Rattenplage heimgesucht, die man der Touristen wegen so gut wie möglich unter den Teppich gekehrt hat. Da wollte natürlich niemand zur Feier schon wieder an Ratten oder Rattenfänger erinnert werden. Doch es kommt noch schlimmer: Als der Konditor Hugo Bantinck die riesige Torte enthüllt, die er als Nachtisch kreiert hat, stürzen sich plötzlich aus allen Ritzen und durch alle Türen Ratten wie besessen auf den Leckerbissen. Die gierigen Nager sind überall, und im Saal herrscht Panik, bis Rudi die Torte in die Tischdecke einschlägt und mitsamt der gierig fressenden Ratten nach draußen schleppt. Josephine de Luce hat die Geistesgegenwart, aus dem widerlichen Zuckerberg noch eine Probe zu entnehmen - zur späteren Analyse.
Die meisten Gäste sind inzwischen nach Hause gegangen, und Polizeidirektor Haurecht bringt so gut er kann Ordnung in das Chaos. Unsere Helden aber legen auf dem Dampfer Eleonores noch eine Spätschicht ein: Josephine baut auf dem Billardtisch ihr mobiles chemisches Labor auf (und ruiniert beinahe den Bezug), um zu beweisen, dass der Torte Pheromone beigemischt wurden, die Ratten anziehen. Derweil fängt Rudi auf dem Rathausplatz eine völlig überfressene Ratte, und gemeinsam mit Karl konstruiert er ein Haltegeschirr, das in den nächsten Tagen aus der Ratte einen Lockstoffdetektor machen soll.
Am nächsten Morgen taucht Haurecht an Bord des Dampfers auf und bittet die Gruppe im Namen des Bürgermeisters, bei den Ermittlungen zu helfen. Im Ratssaal wurde bei den Aufräumarbeiten ein Brief gefunden mit dem folgenden kurzen Text:
Das Spiel hat begonnen.
Fürchte dich, Hameln, denn ich bin zurückgekehrt.
gez.: Der Rattenfänger
Offenbar steckt also tatsächlich ein Mensch hinter dem Anschlag im Ratssaal und möglicherweise auch hinter der Rattenplage, und es ist noch völlig unklar, was dieser will - Geldforderungen wurden jedenfalls bisher nicht gestellt. Der Polizeichef und der Bürgermeister sind mit ihrem Latein völlig am Ende und zerfließen fast vor Dankbarkeit, als die Gruppe ihre Hilfe zusichert. Die Weserdampferfahrt muss daher vorerst warten, Eleonore legt mit ihren Gästen allein ab.
Als erste Spur überprüft die Gruppe den Konditor Bantinck, da sie es zumindest für möglich hält, dass er seine eigene Torte mit dem Lockstoff versehen haben könnte. Dass sein Laden am Morgen nach dem Anschlag "wegen Krankheit geschlossen" ist, macht ihn nur noch verdächtiger, so dass Rudi kurzerhand die Hintertür knackt und die Gruppe in den Laden einbricht. Hier findet sie viele leckere Torten, Kuchen und Konfekt - und eine Treppe in einen Keller...