Ohne Plot würde ich auch nicht sagen, aber schon richtig, es passiert sicher nicht so viel wie in anderen HBO-Serien.
Letztlich geht es um Lenny's Ringen um die Frage, warum ihn seine Eltern verlassen haben und
wo sie sich jetzt befinden. Am Anfang hat man noch das Gefühl, dass die üblichen Mechanismen im Vatikan
eine wichtige Rolle spielen, aber eigentlich tun sie das am Ende nicht, weil der Papst ein Alleinherrscher ist,
der jeden Widerstand einfach wegwischen kann, und sich auch niemand, um der Kirche Willen, traut, diesen
unbequemen Papst in einen Skandal zu verwickeln und ihn so zum Rücktritt zu zwingen.
Inzwischen bin ich davon überzeut, dass ''The Young Pope'' eine Heiligenerzählung ist - Lenny hat zweifellos die notwendigen
Kräfte: Heilung der kranken Mutter des Freundes, Bestrafung der ''Mutter Theresa'' in Afrika, Schwangerschaft
der Frau des Schweizer Gardisten und nicht zuletzt die Papstwahl selber. Aber Lenny ist halt kein heiliger Franziskus,
sondern ein ziemlich konservativer, um nicht zu sagen fundamentalistischer Querkopf.