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Erschöpft und verwirrt richtet ihr den Blick vom Weg auf, dem ihr stunden-, tage- und einige von euch sogar wochenlang gefolgt seid und bemerkt, dass ihr mittlerweile Teil einer größeren Gruppe unterschiedlichster Gestalten geworden seid. Wirklich kennen tut ihr niemanden, den einen oder anderen habt ihr auf der fiebrigen Wanderschaft zwar wahrgenommen, doch ihr alle habt die letzten Tage wie in Trance verbracht.
Aber nun endlich erblickt ihr endlich, wovon ihr seit einer gefühlten Ewigkeit geträumt habt: die Klippe, das tosende Meer im Hintergrund, der blaue Himmel, und - am wichtigsten - SIE.
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Wann die Träume genau eingesetzt haben könnt ihr gar nicht mehr genau sagen, ein paar Monate ist es sicherlich schon her. Schon länger hattet ihr das Gefühl am falschen Ort zu wohnen, die falschen Dinge zu tun, und überhaupt einfach für ein anderes, ein besseres Leben bestimmt gewesen zu sein. Etwas daran geändert habt ihr jedoch nie, und so wuchs ein diffuses Gefühl, vom Schicksal ungerecht behandelt worden zu sein.
Genau hier setzten die Träume an: eine Frau, nein, eine Lichtgestalt, in feinste blaue Gewänder gehüllt - das Gesicht jedoch in Schatten verborgen - spricht zu euch und bestätigt genau dieses Gefühl: Eure wahre Bestimmung wurde euch beraubt, finstere Mächte haben verhindert, dass ihr zu der Größe aufsteigt, die die Sterne für euch vorhergesagt haben. Und dann, zum Ende jeden Traumes richtet sie das Wort an euch: "Komm, Freund, komm zu mir und werde mein Verbündeter! Deine Feinde werden meine Feinde sein, und gemeinsam werden wir dafür sorgen, dass dir dein wahres, vorherbestimmtes Schicksal zuteilwird. Suche mich, du findest mich bei der Klippe!"
Mit den letzten Worten verschwimmt der Traum bereits, aber das Bild hat sich nach all den Monaten fest eingebrannt.
Nach und nach wuchs eure Überzeugung, dass euer bisheriges Leben sinnlos war. Mit der Zeit habt ihr alles, was Teil davon ist mehr und mehr vernachlässigt: Familie, Freunde, Arbeit, einfach alles, denn all dies sind die Dinge, die euch in das schlechte, unverdiente Leben zwängen.
Je länger die Träume andauerten, desto mehr brannte in euch das Verlangen, alles für die Dame in Blau zu geben um ihre Unterstützung zu bekommen und endlich diesem - euch unwürdigen - Leben ein Ende zu setzen und das Schicksal in die eigene Hand zu nehmen. Auch euer Umfeld hat dies bemerkt, wobei sie eher das Wort "fiebrig" genutzt haben um euren Zustand zu beschreiben.
Eines Nachts war es dann soweit. Wieder habt ihr von der Dame an der Klippte geträumt, und nachdem sie abermals das Wort an euch gerichtet hat, und der Traum damit endete, seid ihr aufgestanden, habt nur das Nötigste - oder zumindest das, was ihr in eurem Zustand für das Nötigste gehalten habt - zusammengepackt und euch auf den Weg gemacht.
Erinnerungen an diese Wanderung habt ihr nicht, manchen von euch sind auf dem Weg Leuten begegnet, diese haben nur schnell den Blick gesenkt und sind weiter geeilt. Selbst Banditen haben von euch abgelassen, wenn sie auf jemanden von euch gestoßen sind. Niemand wollte sich einem offensichtlichen Irren wie euch in den Weg stellen.
Doch dieses Fieber ist nun vorüber, ihr schmeckt die salzige Meeresluft auf euren Lippen, fühlt die Sonne auf euren Körpern und schüttelt das letzte bisschen Verwirrtheit ab, bevor ihr euch geschlossen daran macht die letzten paar hundert Meter zurückzulegen, wo ihr die Dame in Blau schon sehen könnt.
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Willy, der Halbling versucht durch heftiges Kopfschütteln seine Trägheit zu vertreiben. Hier ist er nun auf der Klippe und vor ihm steht diese geheimnisvolle Frau. Ob sich hier ein lohnendes Geschäft ergeben kann? Er schaut neben sich. Dort steht eine kleine füllige Frau mit wallenden Gewändern. An ihren hals hängen Ketten mit seltsamen Symbolen...
Walburga ist auch noch sehr benommen. Was die Sterne wohl mit ihr vorhaben. Fasziniert blickt sie zur Frau in Blau...
Wo sind denn die Bäume geblieben, denkt sich Wendolin. Der Elf ist immer noch in etwas in Trace, als ihn jemand ungeduldig von hinten an seinem Umhang zieht.
"He Spitzohr, rück mal zu Seite und gib den Blick frei. Andere woll'n auch was gucken.", ruft Wenzel der Fuchs und linst neugierig zur schönen Frau in blau herüber.
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Crok grummelt etwas in seinen Bart, holt eine Figürchen aus Stein hervor und hält sie in die Luft - und scheint die Figur und die Dame auf der Klippe zu vergleichen. "Ich wusste, dass es sie gibt und ich nicht ..." die restlichen Worte sind unverständlich in den Bart gemurmelt, während er sich der blauen Frau nähert.
Cutz hingegen grummelt der Magen, hält sich bei ach so vielen Leuten lieber im Hintergrund und findet in seinen Taschen einen alten Knust, der schon Wochen alt ist. Mühsam beisst er einige Stücke ab, während er weiter schreitet.
Corn der Schuldknecht kriegt seinen Mund vor Staunen nicht mehr zu und macht nur mechanisch Schritt für Schritt, weil der Rest es auch tut.
Corelian hingegen ergreift nach einem kurzen Einschätzen der Initative und ruft schon aus einiger Entfernung, "Heda, holde Dame, es freut mich Eure Bekanntschaft zu machen. Ich bin Corelian Goldblume und wie ist Euer werter Name?b Dann kann ich endlich das Gedicht beenden, was ich für Euch vorbereitet habe ...".
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Wieder bei Sinnen nähert ihr euch der Dame in Blau und nehmt nun mehr von der Situation wahr.
Ihr befindet euch auf den letzten Metern eines Trampelpfades der sich mehr und mehr verliert. Um euch herum ist flache, satt grüne Wiesenlandschaft, die sich wie leichte Wellen aus dem Hinterland bis an den Rand der Klippe zieht. Dort steht sie, die Dame in Blau, nur wenige Meter vom Rand und nur noch einen Steinwurf von euch entfernt. Das Blau ihres Kleides strahlt im selben Ton wie der Himmel und sie umgibt eine Aura von unglaublicher Macht.
Während ihr euch nähert könnt ihr einen Blick auf ihr Gesicht werfen, da es nicht mehr, wie in euren Träumen, von Schatten verhüllt ist. Doch ihr seht kein menschliches Antlitz sondern das einer Statue, wie aus Stein gemeißelt. Erst jetzt fällt euch auf, dass sie selbst den größten von euch noch ein Stück überragt und sicherlich sieben Fuß misst.
Als Corelian sie anspricht, meint ihr für einen Moment zu sehen, wie ihre steinernen Mundwinkel ein leichtes, fast überhebliches, Lächeln umspielt. Doch anstatt zu antworten hebt sie ihre Arme, und euch fällt auf, dass sie etwas darin hält. Als ihr erkennt was es ist durchfährt euch ein kleiner (und manche auch ein größerer) Schreck: sie hat mehrere abgetrennte, menschliche Köpfe am Schopf gepackt! Fünf an der Zahl, und sie hält euch diese entgegen.
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Zeitgleich öffnen sich die toten Augen und die Stimmen erheben sich im Chor:
"Seid willkommen mutige Freunde! Es erfreut mein Herz, dass ihr mir euer Vertrauen geschenkt und euch auf diese gefährliche Reise begeben habt."
Während die Köpfe zu euch sprechen bemerkt ihr, dass einer von ihnen - dunkel gebräunt mit schwarzem, zu kleinen Zöpfen geflochtenem, Haar und einem goldenen Ring in der Nase - in einer fremdartigen Sprache redet.
Die Köpfe scheinen sich nun Corelian zuzuwenden:
"Ich weiß, dass ihr viele Fragen habt. Die Zeit dafür wird kommen, doch lasst sie noch für eine Weile ruhen. Ihr müsst erschöpft sein, wer wäre ich da, nicht für euch zu sorgen? Nehmt Platz, esst, trinkt und erholt euch. All eure Fragen werden noch heute beantwortet werden."
Bei den Worten "esst" und "trinkt" wird einigen von euch mehr als bewusst, dass die Reise tatsächlich anstrengend war, und dass ihr definitiv zu wenig Proviant hattet. Umso mehr erfreut es euch, als ihr die lange Tafel erblickt, die entlang der Klippe aufgebaut ist und für diesen Ort, mitten in der Wildnis, geradezu unangemessen reichhaltig gedeckt zu sein scheint, genaueres könnt ihr im Moment noch nicht entdecken.
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Humungonius, der dicke Knappe, nimmt seinen Helm ab, und entblößt sein häßliches Gesicht. Er grinst breit und bewegt sich freudig auf die Tafel zu.
Er legt sein Schwert hinter einer der Sitzgelegenheiten ab und setzt sich ohne zögern an die Tafel.
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"Nicht sehr geschäftstüchtig von der rätselhaften Dame, uns umsonst zu bewirten", denkt sich Willy. "Na ja, vielleicht wird uns ja die Rechnung später präsentiert. Ich sollte auf jeden Fall Augen und Ohren offen halten."
Wenzel hingegen stürzt sich auf die Tafel und schiebt sich gierig das Essen in den Mund und stopft sich noch zusätzliche Happen in seine Taschen.
Walburga betrachtet dagegen immer noch fasziniert die Frau und die Köpfe in ihrer Hand.
"Bei den Sternen, was für ein mächtiges Orakel. Was die Köpfe nur bedeuten sollen."
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Cutz greift bedenkenlos zu, so gut hat er wohl noch nie gegessen und steckt sich auch die Taschen voll, wer weiß, wann es wieder was gibt.
Corn tut es ihm gleich und greift beherzt zu.
Crok verspürt ebenfalls den Hunger und greift beherzt zu einer Keule.
Nur Corelian setzt sich kurz, nur um sich daraufhin zu erheben, kurz an sein Glas anklingen zu lassen, "Gefährten, die wir unbekanntermaßen hier zusammengekommen sind, in Eurem Namen möchte ich mich herzlich bedanken für den freundlichen Empfang." Dann setzt er sich tatsächlich, greift sich ein kleines Häppchen und stellt sich seinen Nachbarn vor: "Corelian Goldblume nennt man mich."
Crok: "Hmm. Mampf."
Corelian: "Goldblume hat meine Mutter ausgewählt, weil ..."
Crok: "Crunch. Burps."
Corelian: "Und dann ..."
Crok: "Mjam. Aha. Ohh, esst ihr das noch? Mampf?"
Corelian: "Also eigentlich ... na jetzt wohl nicht mehr, ist ja noch reichlich da."
Crok: "Schlurf. Genauhh."
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Sabina geht, als wäre sie noch in Trance, ganz fasziniert auf die Dame in Blau zu und streckt sich, um einen der Köpfe anzufassen. Sebas, der an der Tafel stehen geblieben war, läuft ihr hinterher, um sie da wegzuziehen.
Als Georg zu Sinnen kommt, merkt er, dass er die ganze Zeit eine Rinderhälfte auf der Schulter getragen hat. Er lädt sie auf dem Tisch ab, zuckt mit den Achseln und setzt sich. Mit einer Kopfbewegung und einem Grunzen bedeutet er Rudohr, es ihm gleich zu tun und langt beherzt zu.
Rudohr schaut etwas befangen in die Runde und sagt: "So, haha, da wären wir also, äh, alle... hier." Er wird rot, schaut nach unten und murmelt: "Wo auch immer... oder was..."
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Bleedel, die Närrin in ihrem seidenen Harlkinskostüm und die bärtige Zwergin Akal Dolk setzen sich ebenfalls, als sie bemerken, dass die die anderen schon am Essen sind.
Nur Kneifaugen-Cass steht noch ein wenig schüchtern in einigen Metern Abstand hinter der Tafel. Irgendwie wird er ein unwohles Gefühl bei dieser Sache nicht los.
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Die Hälfte von euch hat bereits Platz genommen und teilweise schon zu Essen begonnen, der Rest zögert noch und begutachtet wahlweise die Dame in Blau oder die gedeckte Tafel.
Die Dame in Blau geht vorerst nicht weiter auf die Annäherungsversuche ein, die Köpfe sprechen nur erneut: "Greift zu, fürchtet euch nicht."
Die Tafel ist wahrlich reichhaltig gedeckt, die unterschiedlichsten Sorten Fleisch und Gemüse stehen dampfend auf dem Tisch, dazu diverse Sorten Obst, von denen einige sehr exotisch anmuten, dazu noch die unterschiedlichsten Süßspeisen - ein königliches Mahl, und es schmeckt alles vorzüglich ... fast alles!
Cutz, gar nicht wählerisch, hatte sich die nächstbeste Platte geschnappt und ein paar Bissen von einem frischen Laib Brot genommen. Zumindest dachte er, dass dieser frisch wäre. Als er nach dem zweitgen Bissen einen fauligen Geschmack im Mund wahrnimmt schaut er sich diesen nochmal genauer an und entdeckt einen weiß-grünen Flaum, der sich an der gesamten Unterseite entlang zieht und auch den Laib darunter befallen hat.
Seinen Tischnachbarn ist es besser ergangen, alle Speisen sind frisch und unversehrt.
Der buntgekleideten Bleedel, ein Stück weiter den Tisch hinauf ergeht es jedoch ähnlich. Nachdem sie Platz genommen hat und den Blick auf den Tafel gerichtet hat erblickt sie direkt vor sich eine Schale mit Weintrauben die komplett dunkel verfärbt sind.
Die übrigen scheinen dies zunächst nicht zu bemerken und genießen das Mahl.
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Bleedel erhebt sich von ihrem Sitzplatz, macht eine Verbeugung, greift sich einige der Äpfel, Birnen und Orangen. Dann beginnt sie einen närrischen Tanz, wobei sie mit den ausgewählten Früchte jongliert.
Gleichzeitig beginnt sie zu singen:
"Vielen Dank, ihr vielen Leute,
die ihr nicht die Reise scheutet!
Vielen Dank der Blauen Dame,
für den Tisch und das Gelage!
Manches hier schmeckt wunderbar,
doch seht euch vor, viel schimmelt gar.
Wer nicht aufpasst, was er schluckt,
den es bald an der Gurgel druckt."
Dann versucht sie ein Rad zu schlagen, während sie die Früchte hoch in die Luft geworfen hat, fällt aber hin. Das Obst landet unweit von ihr auf dem Boden.
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Durch Bleedels kleines Ständchen darauf aufmerksam gemacht bemerkt auch der Rest von euch die verdorbenen Lebensmittel, auch an zwei der bisher nicht besetzen Plätze bemerkt ihr einige davon.
Nichtsdestotrotz ist mehr als genug für alle von euch da.
Die Dame in Blau zeigt keinerlei Regung in ihrem versteinerten Gesicht.
Aus Cutz Blick könnte man vermuten, dass er überlegt einfach weiter zu essen, auf der Straße hatte er schon weitaus schlimmeres, auf der anderen Seite Seite ist natürlich mehr als genug da.
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Kneifaugen-Cass, der durch seine Bekleidung als Schuster zu erkennen ist, wandert zur gestürzten Bleedel und hilft ihr auf die Beine. Vorsichtig beäugt er die Früchte, die sie fallengelassen hat.
Die beiden flüstern sich etwas zu, was sonst für niemanden hörbar ist.
Humungonius hat sich inzwischen den Bauch vollgeschlagen. Der Gesang der Närrin hatte er zuerst gar nicht gehört.
Die Zwergin, die mit kleinen Bissen begonnen hat, ist inzwischen erst in Fahrt gekommen. Nachdem sie dem Lied gelauscht hat, inspiziert sie jedes Stück genau, bevor sie es sich in die Öffnung in ihrem Gesichthaar schiebt.
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Cutz greift weiterhin ungeniert zu. Auch wenn er auf der Straße schon schlimmeres gegessen hat, greift er dort zu, wo es frisch aussieht ...
Corn hält sich an das, was er kennt und ihm bisher geschmeckt hat.
Crok ist nun etwas vorsichtiger und beäugt das ganze nun kritischer. Wer hat das nur alles gemacht?
Corelian, der bisher erst einige ausgewählte Bissen hatte, dafür aber Teile seiner Lebensgeschichte präsentieren konnte und darüber grübelt, ob es nicht sinniger wäre, wenn viel mehr Menschen lesen könnte, damit seiner Karriere als Schriftsteller nix mehr im Weg steht... Welchen Namen die blaue Dame wohl hat? Groß war sie ja, ob sie wohl eine Riesin war? Oder eine Halbriesin. Er hatte davon schonmal gehört. Währenddessen schiebt er sich ein kleines Stück Käse rein.
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Willy fühlt sich durch die Ereignisse in seinem Misstrauen bestätigt.
"Es war also doch ein Haken bei der kostenlosen Bewirtung. Ich werde weiter wachsam bleiben", denkt er sich.
Er geht zu Kneifaugen-Cass herüber und fragt:
"Was haltet ihr von der ganzen Sache hier?"
Wendolin geht nun auch an die Tafel und kostet vorsichtig ein wenig vom Obst.
Walburga ist immer noch ganz aufgeregt, sie setzt sich zu Corelian und beginnt ihn vollzuquasseln:
"Ist es nicht aufregend, dass wir an diesem erhebend Erlebnis teilhaben dürfen. Die Dame ist so faszinierend. Sie wurde uns bestimmt von den Sternen gesandt. Ich bin neugierig welches Geheimnis sie hütet und ob sie es mit uns teilen wird. Ich fühle mich so erhaben. Wir sind auserwählt und sollten dankbar sein. Davon werden wir noch unseren Enkeln erzählen können..... "
Wenzel kaut weiter dankbar mit offenen Mund. Er weiß nicht mehr, wann er sich das letzte mal so satt gefühlt hat. Wahrscheinlich noch nie im Leben.
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Georg schaut zufrieden und auf beiden Backen kauend in die Runde. "Was, schmeckt's euch nicht?" fragt er unbekümmert, als andere die verdorbenen Sachen entdecken.
Sabina und Sebas haben sich inzwischen auch gesetzt und beäugen die Lebensmittel kritisch. Während Sebas sich sorgfältig solche heraussucht, die frisch sind und in kleinen Bissen probiert, sucht Sabina gerade nach solchen, die verdorben sind, betrachtet sie von allen Seiten und riecht daran. Vage erinnert sie sich an Schimmelpilze, die von Schamanen eingesetzt werden, um Visionen hervorzurufen... vorsichtig leckt sie an einem Stück geschimmelten Brots.
Rudohr ist immer noch zu befangen, um etwas anzurühren. Fürchtet euch nicht hat sie gesagt - fürchten wovor? Ängstlich schaut er sich um.
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Willy fühlt sich durch die Ereignisse in seinem Misstrauen bestätigt.
"Es war also doch ein Haken bei der kostenlosen Bewirtung. Ich werde weiter wachsam bleiben", denkt er sich.
Er geht zu Kneifaugen-Cass herüber und fragt:
"Was haltet ihr von der ganzen Sache hier?"
Cass blickt zum Halbling hinunter.
"Kommt es keinem seltsam vor, dass wir uns von abgetrennten Köpfen, etwas sagen lassen?", fragt er.
"Gut möglich, dass das unsere Vorgänger waren. Ist es nicht möglich, dass die Dame in Blau uns verhext hat? Aber ich denke, wenn wir uns widersetzen, könnte es für uns ganz schnell zu Ende gehen. Ich spiele im Moment das Spiel mit, um nicht aufzufallen, aber ich werde wachsam bleiben."
Mit diesen Worten setzt er sich an den Tisch und tut so, als würde er etwas essen. Tatsächlich befördert er aber, ohne etwas mit seiner Haut zu berühren, sondern mit Hilfe seiner Ärmel (oder mit Besteck, falls ein solches vorhanden ist), das eine oder andere trockene Stück in die Taschen seines Wamstes.
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Hank, der sich seit seiner Ankunft über das Esssen hermacht, schüttelt an Cass gewendet, den Kopf. "Quatsch. Die Blaue Frau will nur unser Bestes, daran besteht kein Zweifel. Hau rein."
Der bohnenstangendürre Pug, in seinem aufgetragenen, nachtblauen, mit einigen wenigen goldenen arkanen Symbolen geschmückten Mantel, wiegt seinen Kopf hin und her. Bisher hat er noch nicht zugegriffen, allem Anschein nach ist er aber auch kein allzu guter Esser.
Sweeny, interessantes Essen gewohnt, lässt sich von der Entdeckung der anderen nicht abhalten, er greift zu.
Elladan ist von der ganzen Szenerie beeindruckt, die Vorsehung muss ihn an diesen Ort gebracht haben. Er macht sich an einem der Tische eine Ecke frei und beginnt eine Skizze der Dame in Blau zu fertigen.
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Die Dame in Blau hat euch die ganze Zeit beobachtet, aber geschwiegen. Außer dem verschimmelten Essen gab es während des gesamten Mahls keine Auffälligkeiten - abgesehen von der Tafel an sich, hier direkt an den Klippen.
Sabina muss enttäuscht feststellen, dass es sich anscheinend um ganz gewöhnlichen Schimmel handelt, Visionen bekommt sie keine. Ihr wird nicht einmal übel.
Als ihr nach und nach das Essen einstellt, der eine früher als der andere, tritt die Dame noch einen Schritt näher an den Tisch heran, hebt erneut die abgetrennten Köpfe und spricht durch sie:
"Danke, Freunde, dass ihr die gefährliche Reise auf euch genommen habt, damit wir hier heute zusammen kommen konnten. Ich kenne jeden von euch, eure Gedanken und eure Herzen, ich jedoch, ich muss verborgen bleiben. Würde ich auch nur an meinen wahren Namen denken, so würden unsere Feinde dies augenblicklich spüren, hierher eilen, unsere Gemeinschaft zerschlagen und unserer Pläne vereiteln."
Die Köpfe wenden sich Corelian zu.
"Lasst mich euch deshalb weiterhin einfach als die Dame in Blau vorstellen. Glaubt mir, dass ich ein
Freund bin, und niemand der euch irreführen möchte."
Von ihr scheint eine wohlige Aura auszugehen, und ihr erinnert euch an die Träume der letzten Zeit, und an das Gefühl, dass euch schließlich dazu veranlasst hat euch hierher zu begeben.
"Wisset dies! Unsere Feinde - die in der Tat die Feinde aller vernünftig denkenden Leute auf dieser Welt sind - haben euch davon abgehalten das Leben zu leben, das für euch vorgesehen war. Jeder von euch wurde unter dem falschen Stern geboren, ein Unglück welches von unseren Feinden herbeigeführt wurde! Aber ich, ich möchte eure Verbündete sein. Ich kann dieses Unglück korrigieren, ich kann euch groß machen!"
Für einen außenstehenden wäre dies sicherlich ein grausiges Schauspielgewesen: eine reich gedeckte Tafel direkt am Meer, eine große steinerne, sich bewegende Statue mit abgetrennten Köpfen in den Händen und vor ihr am Tisch eine Gruppe von zwanzig Leuten die gebannt zuhören.
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Humungonius erhebt sich von der Tafel und reißt sein Schwert in der Höhe.
"Für die Dame in Blau! Vernichten wir diese verlogenen Feinde!"
Er schaut sich um, ob jemand in sein Gebrüll einfällt.
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Corelian, erfreut über die Aufmerksamkeit, wollte sich gerade erheben und eine Frage stellen, bleibt nun aber verdutzt sitzen ...
Crok hingegen horcht interessiert auf, "Dazu wird uns die Dame bestimmt bald mehr sagen. Und auch, wie sie uns alle gefunden hat, hee?"
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Wendolin der bisher eher zurückhalten war steht auch auf und erhebt seinen Stab.
"Lasset uns der Vernunft dienen. Wir wollen der Dame folgen, um unsere wahre Natur zu ergründen."
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Die Dame in Blau nimmt die Unterstützungsbekundungen wohlwollend zur Kenntnis und setzt ihre kleine Rede fort:
"Wenn ihr mich als Verbündete haben wollt, so erbitte ich von euch nur dies: dass ihr heute Nacht hierher zurückkehrt, und sobald der Mond seinen höchsten Stand erreicht, über diese Klippe und auf die unsichtbare Brücke tretet, die im Moment noch nicht existiert, aber heute Nacht da sein wird."
Bei diesen Worten hatte sie auf eine Stelle zwischen zwei Felsbrocken gezeigt, die man sich mit etwas Phantasie als Beginn eines Brückengeländers vorstellen konnte.
"Diese Brücke wird euch auf eine lange Reise über den Ozean führen, die Reise wird schwierig sein, manche von euch werden vielleicht nicht einmal ihr Ende erleben. Doch diejenigen, die sie überstehen werden am Ende der Brücke das Loch im Himmel finden, ein Portal in eine andere Welt. Diese Welt ist ein Gefängnis, behütet von einem Titan, einer wilden Kreatur die nicht mit menschlichen Mitteln bezwungen werden kann. Dieser Titan behütet eine Gefangen in einem Käfig aus Erlenholz. Diese Gefangene ist unsere Verbündete, und würde ich ihren Namen laut ausprechen, so würde auch dies unsere Feinde auf meine Anwesenheit aufmerksam machen."
Sie pausiert ihre Ansprache, setzt die Köpfe am Ende der Tafel auf, greift sich einen Kelch voll Wein und schreitet zur Längsseite der Tafel, so dass sie von allen gut gesehen werden kann und lässt ihren Blick einmal über die Versammelten gleiten und schweigt einen Moment.
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Corelian erhebt seine Stimme: "Auch wenn ich nicht ganz genau weiß, was mich hierher geführt hat, so weiß ich doch, dass es mein Schicksal ist. Ich will wissen, wie die Reise ausgeht und bin bereit, Euren Worten zu vertrauen. Ich werde heute abend bereit sein, die Brücke zu betreten und das Loch im Himmel finden."
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"Warum muss es ausgerechnet eine unsichtbare Brücke sein", denkt sich Willy. "Ich hoffe wir enden nicht alle wie die Lemminge".
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Bleedel grinst: "Solange ich nicht, die erste bin, die einen Schritt setzt, soll es mir recht sein."
"Ladies first? Nein, danke!"
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"Keine Angst, Mädchen. Ich gehe voran. Wir werden der blauen Frau schon helfen, glaubt mir. Ihr könnt mir folgen." Hank schaut Bleedel gelassen an und nickt ihr freundlich zu.
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"Keine Angst, Mädchen. Ich gehe voran. Wir werden der blauen Frau schon helfen, glaubt mir. Ihr könnt mir folgen." Hank schaut Bleedel gelassen an und nickt ihr freundlich zu.
"Danke! Es gibt also auch ein wenig Ritterlichkeit unter all den Getriebenen. Ich sehe, du hast ein Pony an deiner Seite. Wie heißt denn das gute Tier?"
Bleedel hält dem Pferd einen Apfel vor die Nüstern.
"Ich heiße Bleedel."
Sie verneigt sich, ohne vom Pferd abzulassen, und gibt Hank einen Handkuss.
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Corelian ergreift wieder das Wort: "Ihr hört, blaue Dame, ihr habt genau die richtigen zu Euch gerufen. Aber ihr wolltet noch etwas erzählen?"
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"Ja, bitte erzählt uns mehr" schließt sich Sebas an.
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Wohlwollend nimmt sie die Unterstützungsbekundungen zur Kenntnis, nach Sebas Worten hebt sie den Kelch vor sich und vergießt den Inhalt langsam vor sich auf den staubigen Boden, doch spritzt der Wein nicht umher, vielmehr scheint sich ein Wort zu bilden...
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... ihr könnt das Wort lesen, und einen Moment später kriecht ein Schwarm Käfer aus dem Boden an die Oberfläche, verleiben sich den Wein ein und lösen sich in Luft auf.
"Wie ich schon sagte, unsere Verbündete braucht unsere Hilfe, doch nehmt niemals ihren Namen in den Mund!"
Diese Worte sprechen die auf der Tafel aufgereihten Köpfe zu euch. Währenddessen kehrt sie zu ihnen zurück und stellt sich hinter sie.
"Betretet heute Nacht, wenn der Vollmond seinen höchsten Punkt erreicht hat, diese Brücke und folgt ihr, so lange es auch dauern mag, bis ihr das Loch im Himmel erreicht. Befreit unsere Verbündete und ich werde euch, meine teuren Freunde, belohnen und die Sterne neu ausrichten. Hiermit...!"
Bei diesen Worten erklingt ein lautes, reißendes Geräusch, als wäre die Erde selbst zum Stehen gekommen. Ihr traut euren Augen kaum, doch hinter ihr, direkt vor dem Blau des Himmels öffnet sich ein Spalt und ihr scheint in eine andere Welt zu schauen. Ihr erblickt einen gewaltigen schwarzen Monolith im Auge eines monströsen Sturmes. Durch den Spalt dringt ein Wind, der so heftig ist, dass er die Tafel abräumt und euch ein Stück davon wegschiebt und manch einer von euch von der Bank zu fallen droht.
Als sich eure Augen an den Anblick gewöhnt haben stellt ihr fest, dass der Monolith in Wahrheit der Zeiger am Rand eines riesigen Rades ist. Es dreht sich langsam und sieht aus, als wäre aus der Nacht selbst geformt und Sterne funkeln auf seiner Oberfläche. Während es sich dreht fühlt ihr wie die Realität zu verschwimmen scheint.
Trotz des gewaltigen Tosens des Sturmes hört ihr jedes Wort der Dame laut und deutlich.
"Was ihr hier seht ist das Rad des Schicksals, einer der Grundpfeiler des Universums. Jedem, der sich der Herausforderung stellt, unsere Verbündete befreit und hierher zurückkehrt, gewähre ich es, das Rad einmal zu drehen ... einmal! ... und das Schicksal, das euch von jeher bestimmt war soll euers sein."
Mit einem kurzen Wink ihrerseits schließt sich der Spalt wieder und es herrscht Stille, die ich euch plötzlich unnatürlich vorkommt.
"Ich denke, es ist alles gesagt. Ich segne euch im Namen der wahren Götter!", sie greift einen der Köpfe, schreitet die Tafel ab und küsst mit diesem jeden von euch auf die Stirn. Als sie den Tisch einmal umrundet hat, schaut sie jeden von euch noch einmal an... und versinkt im Boden.
Etwas perplex bleibt ihr zurück, die Sonne steht noch hoch am Himmel, bis zum - angeblichen - Erscheinen der Brücke ist es also noch Zeit. Ein paar von euch, die aus der Gegend stammen oder unterbewusst auf dem Weg hierher die Wegweiser wahrgenommen haben, wissen, dass nicht weit entfernt das Örtchen Mherkin liegt. Eine gute Gelegenheit um noch einmal die Vorräte aufzufüllen, immerhin soll die Reise etwas dauern...
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Der Halbling Willy überlegt, ob sich der Weg nach Mherkin für ihn lohnen würde. Seine Barschaft würde ohnehin nicht für viel ausreichen.
Wenzel beschließt derweil, die übriggebliebene Lebensmittel der Festtafel durchzuwühlen. Vielleicht kann er sich hier noch paar Tagesrationen zusammen sammeln.
"Eigentlich könnte ich ein Bogen oder wenigsten ein Wurfspeer gut brauchen", denkt sich der Wildhüter Wendolin. Nachdem sein Barschaft eine Solche Anschaffung jedoch niemals zulässt, überlegt er, ob er nicht an der Klippe ein paar wohlgeformte Kiesel suchen sollte, die sich zum Werfen eignen.
Walburga ist immer noch von dem übersinnlichen Naturschauspiel überwältigt. Sie kniet am Rand der Klippe, betrachte den Himmel und wartet ungeduldig auf die Nacht.
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Akal Dolk, Bleedel, Humongonius und Cass kommen gar nicht auf die Idee ins Dorf zu gehen. Stattdessen sammeln sie ebenfalls einige Lebensmittel zusammen.
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Corelian Goldblume beschließt der Stadt einen Besuch abzustatten und erwirbt dort: Feuerstein und Stahl, drei Kerzen, zwei Stück Kreide,
einen Drei-Meter-Stab, drei Fackeln, zwei leere Flasche und einen großen Sack... Den knotet er an seinen Drei-Meter-Stab {den hatte er schon ...} und wandert damit zurück zur Klippe.
Crok schließt sich ihm an, grummelt, dass er nicht soviel scheiß kaufen soll und besorgt sich ein 15m-Seil. Den Rest seine Geldes investiert er in fünf Fackeln, nachdem er sich versichert hat, dass der Elf Feuerstein und Stahl gekauft hat.
Corn durchsucht lieber die Tafel nach haltbaren und Cutz schließt sich dem an
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Georg stopft weiter Essen in sich rein. Als wirklich nichts mehr geht, packt er sich die Taschen voll.
Sabina und Sebas suchen sich einen geschützten Platz um zu schlafen, damit sie wach und munter sind, wenn es dunkel wird.
Rudohr steht unschlüssig da und schaut, wie alle geschäftig rumwuseln. "Kann ich irgendwas... äh, helfen?"
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Nachdem ihr den Rest des Tages hinter euch gebracht habt, wahlweise hier in der Nähe der Klippe oder in dem kleinen Dörfchen, ist die Sonne mittlerweile im Meer versunken und der Mond beginnt den Himmel zu erklimmen.
"... wenn der Vollmond seinen höchsten Punkt erreicht hat ...", das waren ihre Worte. Doch wann ist das? Einige von euch beginnen Ausschau zu halten, ob sich bereits etwas tut.
Wenn einer eurer Charaktere einen passenden Hintergrund (Astronomie, Seefahrt, ...) hat, dürft ihr eine geübte (W20) Probe ablegen, andernfalls eine normale (W10) und jeweils euren Intelligenz-Modifikator addieren. Schafft ihr ein Ergebnis von 10 oder höher könnt ihr den Zeitpunk ziemlich exakt bestimmen, andernfalls müsst ihr euch etwas einfallen lassen...
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Corelian macht sich etwas Platz, "Zur Seite Leute, zur Seite. Ich werde den richtigen Zeitpunkt berechnen."
Auf dem Boden zeichnet er einen Kreis {der Mond?} und weitere {die Sterne?}, murmelt "Ich habs gleich, ich habs gleich.", zeichnet dann noch einen Kreis, Verbindungen "wenn jetzt noch", dann folgt etwas, was so klingt, als käme es direkt aus der Hölle ... Hmm, wenn er fertig wäre mit den Berechnungen, ist es wohl nächster Morgen ...
Crok wirft nur einen Blick drauf: "Pah, Elfen."
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"So ein ausgemachter Humbug!" schimpft Walburga.
"Sternenkunde ist eine Wissenschaft und keine Spielerei für Laien."
Mir diesen Worten blickt sie in den Himmel, steckt nach einigen Nachdenken einen Stecken in den Boden. Dann holt sie ein paar Hühnerknöchelchen aus einer Tasche murmelt unverständliche Wörter und wirft die Hühnerknochen neben den Stecken. Walburga betrachtet das Muster am Boden und schaut dann zum Himmel.
"Gut, nun ist es kar!" verkündigt sie dann während sie wichtigtuerisch in den Himmel deutet. "Der Mond wird seinen höchsten Punkt erreicht haben, wenn er genau über dem Sternbild des großen Eulenbärs steht."
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"Pah, ein Schamane rechnet nicht", sagt Sebas, "- jeder, der schonmal eine schlaflose Nacht verbracht hat, weil der Vollmond schien, weiß, wie es sich anfühlt, wenn der Mond am höchsten steht."
"Nur weiß er nicht, dass er es weiß", ergänzt Sabina.
Rudohr und Georg diskutieren derweil darüber, ob sich der Mond die letzten fünf Minuten überhaupt bewegt hat.
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Nach Corelians Schauspiel wirkte Walburgas Vorhersage doch recht überzeugend, und so wird auf die vorhergesagte Konstellation gewartet.
Als diese dann am Himmel zu sehen ist, der Mond also seinen höchsten Punkt erreicht hat, passiert... nichts.
Aber die Frage ist ja auch, wie erkennt man das Erscheinen einer unsichtbaren Brücke wahrnimmt...
Was tut ihr also?
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Crok greift zu Boden, um eine handvoll Erde aufzunehmen.
"Das lässt sich doch leicht feststellen, ob ihr Recht habt, Walpurga"
Corelian murmelt: "... demnach müsste es ... "
Crok wirkt die Erde in weitem Bogen über die Klippe und guckt, was passiert
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Wendolin schaut über den Klippenrand und murmelt vor sich hin:
"Der Pfad der Dame in blau: Allein beim Sprung vom Kopf der Klippe wird er sich als würdig erweisen."
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Pug schaut interessiert bei Walpurgas Bemühungen zu, hält sich aber mit Kommentaren zurück. Er sammelt ebenfalls ein paar Vorräte und stopft diese in einen kleinen Sack, den er unter seiner Robe hervorgezaubert hat. Er fragt Hank: "Soll ich auch was für dich einpacken? Und kann ich den Sack dann auf unserer Reise an deinem Pony festmachen?" "Klar, Butterblume trägt das leicht. Nimm noch was von der guten Wurst mit, die hält sich gut."
Sweeny packt seinerseit ebenfalls Vorräte in eine großen Sack, er nimmt mehr als für ihn nötig wäre, aber nur so viel, dass er das Mitgenommene noch gut tragen kann. Er schaut bei seiner Arbeit immer wieder zum Mond und zu der Lücke zwischen den Brückensteinen.
Der junge Elf Elladan liegt im Gras, nicht unweit der Bankettische und beobachtet die Sterne.
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Bleedel geht zu Elladan hinüber, legt sich neben ihn ins Gras und fragt: "Sehen Sie etwas, edler Herr Elf?"
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"Nichts bestimmtes, werte Dame, aber findet ihr nicht auch, das dies eine magische Nacht ist?"
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Bleedel schließt die Augen, konzentriert sich für vielleicht 30 Sekunden, dann reißt sie die Augen weit wie Untertassen auf.
"Tatsächlich! Ich spüre eine nagische Macht!", flüstert sie Elladan sanf ins Ohr.
Im nächsten Moment springt sie wie von der Tarantel gestochen auf, rennt wie panisch ein paar Meter, um schließlich zurück zu blicken und ihm die Zunge zu zeigen.
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Der junge Elf stützt sich auf seine Ellenbogen und zuckt dann mit den Achseln. Dann widmet er seine Aufmerksamkeit wieder dem Nachthimmel.
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Als Crok die Erde wirft, treten Sebas und Sabina vor, um zu schauen, was passiert. "Ich glaube nicht, dass es schon Zeit ist", murmelt Sebas.
"Was? Ist's schon Zeit?" ruft Georg, der sich nochmal am Tisch niedergelassen hatte, um ein Nachtmahl einzunehmen. Er springt auf, schultert seine Rinderhälfte und stürmt vorwärts. "Worauf wartet ihr noch?" ruft er den umstehenden zu, als er zwischen den beiden Felsbrocken über den Rand der Klippe läuft.
Rudohr schaut ihm entsetzt nach...
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Die Erde, die Crok geworfen hat, landet unter den Blicken Croks, Sebas und Sabinas auf irgendetwas. Denn sichtbar wird nichts, die Erde scheint in der Luft zu schweben. Die ganze Hand Erde bleibt über mehrere Meter verteilt liegen, es scheint somit auf jeden Fall genug Platz zu sein, dass mehrere Personen nebeneinander gehen können.
Georg, der für solche kleinlichen Details keinen Blick hat, stürmt auf die Brücke und schwebt nun auch in der Luft, die ersten Schritte scheinen etwas wacklig zu sein, als wäre der Boden nicht ganz eben, in's Straucheln gerät er jedoch nicht.
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Corelian ist im ersten Augenblick von der Erde fasziniert, wird jedoch wieder rege, als Georg auf der ... Brücke ... schwebt ... geht ... "Folgen wir ihm." und setzt sich in Bewegung.
Crok zögert nicht. "Ja, gut, dass Du nicht der erste bist, da hätten unsere Feinde ja nen feinen Eindruck gehabt ... "
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Wendolin umfasst seinen Stab und geht auch zum Rand der Brücke, um sich den anderen anzuschließen.
Walburga blickt entzückt zu der unsichtbaren Brücke. "Ich habe es ja gesagt. Die Konstellation ist absolut richtig. Lasst uns unserer Bestimmung entgegengehen".
"Na dann wollen wir mal", denkt sich Willy und schließt sich auch an.
Wenzel schleicht um die aufbrechenden Leute herum und sucht sich zwischen ihnen eine möglichst unauffällige Position.
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Cass beobachte wie ein Teil seiner Mitstreiter scheinbar durch die Luft schreitet.
Sogleich beginnt er auf der Klippe Erde und Kieselsteine zusammenzukratzen. Nachdem er zwei Fäuste voll davon hat, geht er zum Anfang der unsichtbaren Brücke und streut ein wenig davon aus. Als er feststellt, dass nichts in die Tiefe stürzt, geht er einen Schritt weiter und wiederholt dasselbe. Und wieder, und wieder.
Mit der Zeit erhöht er die Geschwindigkeit.
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Elladan steht langsam auf, schnappt sein Bündel und geht ebenfalls zur Brücke, den Vorderen folgend. Pug und Sweeny beenden ihre Sammelei, Pug lädt sein Bündel auf Hanks Pony und übernimmt für diesen das Führen des Ponys. Hank springt auf, versichert sich mit einem Blick, dass Pug sich um Butterblume kümmert und läuft dann mit schnellen Schritten nach vorne. "Nicht dumme, werte Mitstreiter, gar nicht dumm." sagt er und läuft neben Crok und Cass her.
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Corn und Cutz schließen sich den Troß an, sorgsam darauf achtend, den Weg der anderen zu gehen.
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Bleedel, Humungonius und Akal folgen ebenfalls.
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Willy summt eine kleine Melodie vor sich hin, um sich Mut zu machen.
♪ ♫
Die Brücke wölbt sich fort und fort,
weg von der Klippe wo sie begann,
weit über Meer, von Ort zu Ort,
ich folge ihr, so gut ich kann ...
♪♫
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Georg stürmt weiter entschlossen in die Richtung, in der sich während der Rede der Dame der Riss im Himmel aufgetan hatte.
Rudohr sieht, wie Crass Erde und Steinchen sammelt, um sie auf den Weg zu streuen und tut es ihm gleich. Ängstlich bleibt er dicht hinter ihm.
Sebas und Sabina bleiben dicht zusammen im Mittelfeld der Gruppe.
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Nach und nach betretet ihr alle die Brücke, ein etwas mulmiges bleibt, obwohl sich der Untergrund massiv anfühlt. Durch das Ausstreuen von Sand und Steinen habt ihr festgestellt, dass die Brücke rund 6 Meter breit ist und scheinbar druchgängig so breit ist. Schon nach einiger Zeit merkt ihr aber, dass die paar Handvoll wohl nicht lange reichen werden...
Die Dame in Blau hatte schließlich gesagt, dass die Reise lange dauert, und dass ihr der Brücke folgen sollt, "... so lange es auch dauern mag ...".
- SC, die Steine/Sand/... ausgestreut haben, und / oder bewusst nach Hinten Ausschau halten, dürfen einen Glückswurf absolvieren (= Glückswert unterwürfeln).
- Wie geht ihr an der Spitze der Gruppe vor? Stumpf geradeaus? Ohne weitere Landmarken könnte die Orientierung auf Dauer schwierig werden... ;-)
- Bitte kurz hier (http://www.tanelorn.net/index.php/topic,102140.0.html)die Positionen der SC in der Gruppe notieren.
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Als Corelian sieht, dass die Erde weniger wird, reckt er seinen 3m-Stb in die Höhe und gibt von sich: "Ich wusste, eines Tages würde ich Dich brauchen, schleppe ich Dich nun schon volle zwölf Jahre meines Lebens jeden Tag mit mir. Nun ist Dein Tag, Deine Stunde, Dein Auftritt gekommen."
Crok meint nur "Aha, willst Du damit das Gleichgewicht halten, wenn Du runtersegelst, Bursche? Komm, ich bind Dich an und geh ein Stück hinter Dir." Nach einem Moment, wo er sieht, das Corelian das Stück vor sich abtasten will. "Und noch was, Bursche. Versuch mal den Rand der Brücke zu finden und lote die Seite aus, während Du Dich fortbewegst. Mit dem Stab immer schön da lang, wo sie endet und dann vorwärts marsch."
Corelian "Die Idee hatte ich auch gerade."
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(http://rumgecrawle.de/downloads/86/005.jpg)
Als Corelian, der sich ganz am Ende der Gruppe befindet, seinen letzten Rest Erde verstreut hat, wirft er im Weitergehen einen kurzen Blick über die Schulter. Dabei bemerkt er, wie die Erde und der übrige Unrat nach und nach hinter ihm verschwindet. Hätte der Mond nicht so hell geschiehen wäre es ihm vermutlich nicht aufgefallen. Bei genauerem Hinsehen stellt er jedoch fest, dass die Brücke sich offensichtlich hintern ihnen, in gut 15 Meter Entfernung, auflöst. Mit jedem Schritt fällt etwas Erde hinab in's Meer, sobald er stehen bleibt fällt keine weitere Erde hinab.
Es scheint also keine Gefahr zu bestehen, dass ihr in die Tiefe stürzt, einen Rückweg scheint es im Moment aber ebenfalls nicht zu geben...
Nach dieser Entdeckung begibt sich Corelian an die Spitze, nimmt seinen 3-Meter-Stab zur Hand und klopft die Brücke nach vorne und zur Seite ab. Es scheint nicht so, als würde sich etwas an der Größe der Brücke ändern, und ihr könnt ihr ohne Probleme folgen.
Nach einiger Zeit erhebt sich die Sonne langsam am Horizont aus dem Meer und ein angenehmer, sonniger aber trotzdem kühler Tag bricht an. Im Tageslicht seht ihr, dass ihr euch etwa eine halbe Meile über dem Meeresspiegel befindet,w as die kühle Luft erklärt. Land seht ihr in keiner Richtung mehr.
Den Rest des Tages kommt ihr, nur von gelegentlichen Pausen unterbrochen, problemlos voran. Das gute Wetter hält an, und als die Sonne zu verschwinden beginnt geht erneut ein strahlender Mond auf und es wäre wohl nicht verkehrt sich früher oder später ein Lager für die Nacht herzurichten.
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"Wollen wir halt machen?", fragt Bleedel.
"Das war doch ein langer Marsch. Andererseits macht so ein Nachtspaziergang viel Spaß. Und wer will schon seine Hartwurst mit mir brechen, wo ich das Abenteuer irgendwo da vorne doch schon fast schnuppern kann?"
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Corelian: "Lasst uns noch ein, zwei Stunden weitergehen, wenn alle können. Dann können wir uns das mit einer Rast überlegen."
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Nach einigem hin und her setzt ihr euren Marsch noch etwas vor, entschließt euch dann aber doch für eine nächtliche Rast um neue Kräfte zu sammeln, wer weiß wofür ihr sie noch brauchen werdet.
Der nächste Tag beginnt genau so sonnig wie der Tag zuvor und ihr brecht frohen Mutes auf. Nach und nach ziehen jedoch Wolken auf und gegen Mittag beginnt es zu regnen. Besserung ist vorerst nicht in Sicht und im Laufe des Nachmittag hat sich bereits ein ordentlicher Sturm zusammengebraut. Die durchnässte Kleidung und der tosende Wind schlägt auf die Stimmung, doch ihr setzt euren Weg stur geradeaus fort.
Als die Sonne sich hinter den Wolken bereits zu sinken beginnt, lässt der Regen und der Wind plötzlich merklich nach und ihr hegt schon die Hoffnung, dass es nun endlich besser wird. Doch weit gefehlt, auf einen Schlag peitscht euch der Regen noch heftiger in's Gesicht als zuvor und eine heftige Sturmböe greift nach euch und bringt einigige von euch gefährlich nah an den Rand der Brücke...
Ich habe nebenan für alle einen Glückswurf gemacht (gleich oder unter dem Glückswert), für folgen SC bitte einen SG10 Reflexwurf ablegen:
tartex: Bleedel, Akal Dolk, Cass, Humungonius
Greifenklaue: Corelian
Green Goblin: Hank, Sweeny, Elladan
Waylander#: Walburga, Wenzel
Evil Knivel: Sebas
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Ein ganzer Pulk von euch wird bedrohlich nah an den Rand gedrängt. Jemand stolpert, stößt den nächsten an, ein paar fallen, und ein paar fallen sehr tief...
Sebas, Walburga, Wenzel, Sweeny und Elladan sind die Unglücklichen, denen es nicht gelingt auf der Brücke zu bleiben oder im Sturz den unsichtbaren Rand zu greifen, was einigen der anderen im letzten Moment noch gelingt.
Im Tosen des Sturmes verklingen ihre Schreie schnell, die Überlebenden blicken etwas betreten in die Runde, wohl unschlüssig was zu tun sei. Aber es half nichts, zum einen kannten sie einander nach wie vor kaum, zum andern hatten sie einen Auftrag.
So setzt ihr euren Marsch im Sturm fort, der nach und nach schwächer wird. Gegen Abend richtet ihr so gut es geht ein Nachtlager ein, und wer nicht schlafen kann merkt, dass als der Mond seinen höchsten Stand erreicht der Sturm vollends abklingt.
Der nächste Morgen ist klar, kalt und windig. Kein Vergleich zu dem Sturm des gestrigen Tages, aber doch stark genug um einen Hut vom Kopf zu wehen.
Kurz vor Mittag erkennt ihr einen dunklen Fleck auf der Oberfläche des Ozeans, das sich beim Näherkommen als Schiffswrack entpuppt. Als ihr euch weiter annähert seht ihr wie sich von dem Wrack ein Vogelschwarm erhebt und langsam in eure Richtung bewegt.
Es scheinen jedoch große Vögel zu sein... ziemlich große Vögel sogar, die womöglich nicht nur Körner und Regenwürmer sammeln wollen...
(http://rumgecrawle.de/downloads/86/006.gif)
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"Macht Euch bereit, die ... die greifen uns an.", kreischt Corelian auf.
"Alle in die Mitte, macht die Waffen bereit, alle mit Schleudern und Bögen in die Mitte, Schilde nach vorn ...", knurrt Crok.
"Schilde? Wir haben keine Schilde!", bemerkt Corelian.
"Dann komm mit mir nach vorne, der Stab wird uns gute Dienste leisten. Macht auch Fackeln bereit.", Crok lässt sich offenbar nicht von Vögeln verunsichern und baut sich mittig-vorne auf, seinen Hammer erhoben.
"Hast Du das schonmal gemacht?", brüllt Corelian etwas hysterisch, der sich mit seinen Stab neben ihm stellt.
"Monatliche Übung der Bürgerwehr. Und das seit über sechzig Jahren ... ", Crok spukt aus.
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"Ein paar von uns hat's ja schon erwischt, aber ich hab keine Lust als Vogelfutter zu enden", denkt sich Willy und zieht sein Kurzschwert. Er reiht sich in die Linie der Verteidiger ein.
Wendolin fasst seinen Stab und fischt einen dicken Stein, den er auf der Klippe gesammelt hat, aus seiner Tasche. Wenn ein Vogel näher kommt, will er den Stein nach ihm schleudern.
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Humungonius positioniert sich mit seinem Langschwert schützend vor dem Rest der Gruppe.
Zumindest Akal, Bleedel und Cass stehen knapp hinter ihm. Bleedel hält ihren Wurfpfeil bereit, währen Cass und Akal ihre Werkzeuge begutachten und sich fragen, ob sich eine Meißel und eine Ahle wohl als (improvisierte) Wurfdolche eignen.
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"Ha, ein Mann nach meinem Geschmack." Hank ist nach seinem Beinaheabsturz trotzdem guter Dinge. "Eh, Veteran, ich helf Euch." Er stellt sich entschlossen, sein Keule fest gepackt, in die Reihe zu den Kämpfern vorne.
Pug hingegen ist nicht so erpicht auf den Kampf, er zerrt das Pony Butterblume zwischen sich und die Kämpfer und versucht dahinter in Deckung zu gehen.
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"Hey, ähh, Pog." murrt Crok. "Das Vieh kann doch bestimmt gewaltig austreten, oder? Stellt es doch mit seinem Hinterlauf zwischen mich und den Elfen. Riecht ehh viel besser?"
Corelian guckt irritiert rüber. "Die zwergische Vorliebe für ... ahh, sie kommen näher."
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Cutz hat noch eine Idee, bevor er sich einreiht. Er geht in die Nähe des Randes ... naja, so nah wie er sich traut und wirft das Essen aus einen Taschen an die Kante. Dann reiht er sich in die Mitte ein und schwingt seine Schleuder. Corn ist direkt neben ihm, um beide ihm Nahkampf mit seinem Stab zu schützen.
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"Hmmm. Ja. Gut." Pug begibt sich umständlich wieder aus der Deckung und bewegt Butterblume sich dem Vorschlag entsprechend hinzustellen. Er hält das Tier weiterhin am Führstrick und versucht wieder sich so gut wie möglich dahinter in Deckung zu begeben.
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"Wenn die Viecher Fleisch wollen, sollen sie sich's holen!" grunzt Georg und wirft die mittlerweile etwas eingetrocknete Rinderhälfte, die er die ganze Zeit auf der Schulter getragen hat, ein paar Meter von der Gruppe entfernt zu Boden. "Ich hol's mir schon wieder zurück! - Dann gibt's halt Geflügel..." brummt er und zieht sein Hackebeil. Er stellt sich zurück zur Gruppe und behält seinen Köder im Auge.
Rudohr zündet derweil eine Fackel an. Als er sieht, das ihn Sabrina anschaut, als würde sie an seinem Verstand zweifeln, stottert er entschuldigend "Ich, äh, habe gehört oder... eher denke ich, also, ich glaube zu wissen, dass die meisten Tiere... zumindest die Wildtiere, nicht, äh, Katzen oder Hunde... also..." - "Angst vor Feuer haben", fällt ihm Sabrina ins Wort, "schon klar."
Sabrina ist noch ganz verwirrt, dass Sebas abgestürzt ist. Eigentlich war es, worauf sie so lange gewartet hatten - dass die Götter ein Zeichen senden, wer von ihnen beiden der Dorfschamane sein sollte. Nun ja, man kann sich die Zeichen der Götter wohl nicht aussuchen... Nun kommt es darauf an, dass sie überlebt.
Sie zieht ihr Messer und rückt näher an die Gruppe um Humungonius.