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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Spielleiterthemen => Thema gestartet von: TaintedMirror am 22.03.2017 | 09:17

Titel: Ideen für einen toten Dämonenmeister
Beitrag von: TaintedMirror am 22.03.2017 | 09:17
Hallo liebes Forum,
in meiner aktuellen Kampagne untersuchen die Spieler gerade die Vergangenheit eines Dämonenbeschwörers, der schon seit 80 Jahren tot ist. Sie hoffen dabei einen Weg zu finden, einen hochrangigen Dämon ein für alle mal zu vernichten, der gerade in ihrem Fürstentum gefangen ist.

Nun suche ich nach ein paar tollen Ideen auf was die Helden so während ihrer Forschungen noch treffen können. Einige eigene Ideen habe ich schon, werde sie aber hier vorerst nicht posten.

Das Setting ist ein Fantasy-Piraten-Setting mit recht viel Magie. Die Helden haben schon selbst mit Dämonen zu tun gehabt, selbst beschworen und auch gute Möglichkeiten mit denen klar zu kommen. Ihre Moral geht schon stark ins Dunkelgrau, aber ich versuche sie doch noch ab und zu mit der Boshaftigkeit ihrer Gegner zu überraschen (was nicht immer fruchtbar ist).

Also such ich hier nach Ideen für Dämonrelevante Forschung, Überraschungen und Taten, die die Helden eventuell überraschen oder zumindest erstaunen könnte. Das können Hindernisse sein, Dinge, die sie plündern oder neue Erkenntnisse, die ihnen einen Kleinen Blick in die volle Perversion dieser Welt geben.

Ich habe ansonsten volle kreative Hoheit über ie Welt.
Titel: Re: Ideen für einen toten Dämonenmeister
Beitrag von: Chiarina am 22.03.2017 | 10:12
Ist die Identität des Dämonenbeschwörers bereits bekannt?
Ich habe bei solchen NSCs schon manchmal ganz nette Überraschungen erzeugen können, wenn sich herausstellt, dass der Mann in Wahrheit jemand war, bei dem man sich solch infernalischen Umtriebe beim besten Willen nicht vorstellen konnte - ein ehemaliger Papst beispielsweise.

Ansonsten ist natürlich interessant, wie der Mann gestorben ist. Hat er am Schluss einen wirklich fiesen Dämon erwischt? Wenn ja, was war dessen Strategie? Ist der Mann in Versuchung geführt worden?

Ich fände auch mal toll, wenn sich herausstellen würde, dass es andersherum gelaufen ist als üblich: Der Dämonenbeschwörer hat sich zwar mit infernalischen Mächten eingelassen, verfolgte dabei aber eigentlich einen guten Zweck. Das hat er bis zuletzt vor dem Dämon geheim gehalten und ist dann überraschend in einen aufopferungsvollen und selbstlosen Tod gegangen. Dadurch hat der Dämon seine Seele nicht bekommen... und sinnt jetzt auf schreckliche Rache.

Nur so´n paar Ideen.
Titel: Re: Ideen für einen toten Dämonenmeister
Beitrag von: nobody@home am 22.03.2017 | 10:31
Seit achtzig Jahren tot? Wenn ich da fies sein wollte, würde ich vielleicht den "da ist eigentlich nichts mehr übrig"-Ansatz verfolgen. Achtzig Jahre sind genug, um so ziemlich jeden menschlichen o.ä. Zeitzeugen aus reinen Altersgründen dahinzuraffen, da, wo der früher sein Labor und seine Beschwörungskammer hatte, steht seit nun schon dreiundfünfzig Jahren ein altehrwürdiges Lagerhaus leider komplett ohne Geheimräume, versteckte Flüche oder andere Hinweise...zum Geier, selbst, wenn die Räumlichkeiten selbst aus irgendwelchen Gründen noch erhalten sein sollten, müßten sie nach all der Zeit eigentlich in einem ziemlich erbärmlichen Zustand sein. "Hey, hier ist das geheime Beschwörungsbuch!...lag direkt unter dem Loch im Dach, durch das es schon wer-weiß-wie-lange hereingeregnet haben muß, von den Seiten sind nur noch Krümel übrig..."

Eine Möglichkeit wäre natürlich selbst in so einem Fall eventuell noch, den Geist des Beschwörers selbst heraufzubeschwören und zu befragen. Vorausgesetzt, daß der noch existiert (kommt halt darauf an, wie das Leben nach dem Tod hier funktioniert und wie die Chancen eines toten Beschwörers in der Hölle selbst ggf. aussehen) und sich zumindest dunkel erinnern kann, was er damals gemacht hat, wäre er ja der allererste "Tatzeuge".
Titel: Re: Ideen für einen toten Dämonenmeister
Beitrag von: TaintedMirror am 22.03.2017 | 17:13
Von der Story her ist es so, dass die Helden so ziemlich zufällig davon erfahren haben und auch, das ein entfernter Verwandter bereits 2 Jahre lang nach den Überresten sucht. Der Beschwörer selbst wurde seiner Zeit hingerichtet in einem ziemlich aufwendigen Verfahren, sodass ich hier noch ein paar Spitzfindigkeiten des Gesetzes mit unterbringen werde. Er wurde (wie in der Welt üblich) verbrannt und seine Asche dem Wasser übergeben. Von seinen alten Anwesen sind erhalten und den Helden bekannt: Ein Landsitz, den schon der Nachfahre erworben hat und nun bewohnt und ein Stadthaus in bester Lage, was aktuell schon seit langer Zeit ein Bordell ist. Mittlerweile konnten sie mit er Bordellbesitzerin verhandeln und haben ein wenig die Möglichkeit dies zu untersuchen.
Vom Verwandten haben sie erfahren, dass dieser bereits Briefe und ein Tagebuch aus einem Anwesen im Ausland sicher gestellt hat und er vermutet, dass der Beschwörer auch hier im Stadthaus ein Versteck für einige Unterlagen hat.
Titel: Re: Ideen für einen toten Dämonenmeister
Beitrag von: Nachtfrost am 22.03.2017 | 17:49
Vielleicht hat der Dämonenmeister sein Schicksal schon vorausgesehen und in seinen Hinterlassenschaften befindet sich ein Erbstück, das ihn auf irgendeine Art und Weise wieder ins Leben zurück bringen soll.
Zum Beispiel ein gefälschtes Ritual in seinen Aufzeichnungen. Die dunkelgrauen Helden werde sich nicht dran stoßen für die vermeintliche Dämonenbeseitigung ein paar krude Dinge zu tun: seltsame Artefakte bergen, Körperteile irgendwelcher phantastischer Wesen organisieren, Grabschändung, Entweihung von Kultgegenständen "guter" Götter und ähnliche blasphemische Akte. Und plötzlich: tadaa, wie Phönix aus der Asche. Vielleicht hilft er den Helden sogar, den Dämon loszuwerden, zieht sie auf seine Seite? Oder man hat gleich eine neue Nemesis im Spiel.  >;D
Titel: Re: Ideen für einen toten Dämonenmeister
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 22.03.2017 | 18:20
Schlimmer, wenn ein Nachfahre irgendeinen Allerweltszauber wirkt,  kann  der Geist des DM ihn übernehmen oder irgendein Zauber von ihm hat sowas eingebaut - irgendjemand Castet DM Spruch...
Titel: Re: Ideen für einen toten Dämonenmeister
Beitrag von: Skeeve am 23.03.2017 | 23:16
Seit achtzig Jahren tot? Wenn ich da fies sein wollte, würde ich vielleicht den "da ist eigentlich nichts mehr übrig"-Ansatz verfolgen. Achtzig Jahre sind genug, um so ziemlich jeden menschlichen o.ä. Zeitzeugen aus reinen Altersgründen dahinzuraffen,

Naja, da wäre vielleicht doch noch was übrig... die Dämonen die damals vom Dämonenmeister beschworen wurden. Wie lang ist die Lebenszeit eines Dämons und wie endet so eine Dämonenbeschwörung wenn der Dämon seine Aufgabe erfüllt hat? Wird er dann wieder dorthin zurückgeschickt wo er hergekam?
Titel: Re: Ideen für einen toten Dämonenmeister
Beitrag von: nobody@home am 24.03.2017 | 08:15
Naja, da wäre vielleicht doch noch was übrig... die Dämonen die damals vom Dämonenmeister beschworen wurden. Wie lang ist die Lebenszeit eines Dämons und wie endet so eine Dämonenbeschwörung wenn der Dämon seine Aufgabe erfüllt hat? Wird er dann wieder dorthin zurückgeschickt wo er hergekam?

Hängt stark vom Setting ab. Die typische Fantasyversion dieser Tage scheint tatsächlich in die Richtung "Dämonen können nur für die Dauer ihrer Beschwörung bleiben" zu gehen -- das scheint aber ebenso oft mehr eine Sicherheitsmaßnahme zu sein, die die Beschwörer selbst in ihre Rituale einbauen, als irgendeine Art von konkretem Naturgesetz. (Auf der einen Seite wollen natürlich die Wenigsten ein Tor in die Hölle öffnen, vom ersten Besucher von der anderen Seite umgebracht werden, und es dann nicht mehr schließen können. Auf der anderen wäre es doch irgendwie langweilig, wenn zumindest das Risiko von Natur aus erst gar nicht gegeben wäre...)
Titel: Re: Ideen für einen toten Dämonenmeister
Beitrag von: Rorschachhamster am 24.03.2017 | 08:34
Der Kasper in mir will den Threadtitel mit "west so vor sich hin..." beantworten  ~;D

Aber vielleicht ist das ja eine Antwort - nix ist, aber alle gehen davon aus. Leute haben Angst, andere nutzen das aus, etc. Und wirklich sind alle Dämonen einfach weg. ~;D
Titel: Re: Ideen für einen toten Dämonenmeister
Beitrag von: Arldwulf am 24.03.2017 | 08:38
Wenn der Mann hingerichtet wurde, so könnten sich auch in den Gerichtsunterlagen Hinweise finden oder am Ort seiner damaligen Festnahme, dass dabei irgendetwas nicht koscher lief. Beispielsweise könnte sich herausstellen der getötete war gar nicht der echte Dämonenbeschwörer, nur der Sündenbock. Der echte war damals Ermittler und hat später seine Macht weitergegeben weshalb auch aktuell noch sein Enkel den Spielern in die Quere kommen könnte. Vielleicht ist es ja die Bordellbesitzerin, und einige ihrer Damen sind eigentlich besessen?

Denkbar wären auch Gegenstände in die Dämonen hinein beschworen wurden und die heute noch - unbemerkt von unkundigen Leuten existieren. Du könntest eine Verbindung eines der Spieler zur Welt der Dämonen einbauen, eine Art erhöhte Wahrnehmung dafür. Berührt er einen der Gegenstände bekommt er so Visionen durch die darin gefangenen Dämonen.

Auf beiden Wegen bekäme man Kontakt zu zwielichtigen Gestalten mit hochgradig eigener Agenda - die aber tatsächlich Wissen über Dämonen haben können welches den Spielern hilft.
Titel: Re: Ideen für einen toten Dämonenmeister
Beitrag von: TaintedMirror am 25.03.2017 | 09:09
Danke schon mal für die Ideen, wobei leider noch nicht die zündende dabei war.
Ich berichte mal, wie es bisher weiter gegangen ist:
Die Helden haben sich auf einen etwas dubiosen Deal mit der Bordellbesitzerin eingelassen und hatten nun die Möglichkeit ihr Etablissement zu untersuchen. Einer hat sich den Tag über bemüht, die Gerichtsunterlagen zu untersuchen, hat allerdings ein paar Infos durch unglücklichen Wurf nicht gesehen.  Nichts desto trotz konnten sie einiges herausfinden:
Im Kamin haben sie ein Versteck entdeckt, in dem ein mumifizierter Arm lag, der wohl vom Dämonenbeschwörer selbst abgetrennt wurde, zwischen zwei Verhandlungstagen des Prozesses. Außerdem konnten sie hinter der neuen Vertäfelung ein altes Bild des Dämonenmeisters entdecken, der darauf schon äußerst alt war und einen starren Blick hat. Außerdem hat er gewisse Ähnlichkeit zu dem Nachfahren, der aber eigentlich nicht biologisch verwandt sein kann (da seine Eltern erst wesentlich nach der Hinrichtung geboren wurden).
Weiterhin haben sie einen Versuchsraum entdeckt, in dem keine Geräte mehr waren, sondern nur noch deren Befestigung an Boden und Wänden erkannt werden konnte. Außerdem hatte dieser Raum wohl Abflüsse in die damalige Kanalisation (heutzutage existiert keine mehr), sodass dies wohl der nächste Anlaufpunkt sein wird. Weiterhin kam den Helden die Idee, dass er ja reich war und deshalb wohl mehrere Besitztümer zum Geld kreieren haben musste.
Auch wissen die Helden, dass sein Nachfahre Briefe des Dämonemeisters hat, habe sich die jedoch noch nicht vorgenommen.
Titel: Re: Ideen für einen toten Dämonenmeister
Beitrag von: nobody@home am 25.03.2017 | 09:16
Außerdem hat er gewisse Ähnlichkeit zu dem Nachfahren, der aber eigentlich nicht biologisch verwandt sein kann (da seine Eltern erst wesentlich nach der Hinrichtung geboren wurden).

Wenn er nicht biologisch verwandt ist, was zum Geier macht in dann zu einem "Nachfahren" (bzw. laut früherem Post zu einem "entfernten Verwandten")? Ist er adoptiert, oder was? ~;D
Titel: Re: Ideen für einen toten Dämonenmeister
Beitrag von: TaintedMirror am 25.03.2017 | 09:32
Die Frau des damaligen Dämonenmeisters hatte nach dessen Tod erneut geheiratet und er ist ihr Enkel. Das plus Rechtsgedöns macht ihn zu einem entfernten Verwandten.
Titel: Re: Ideen für einen toten Dämonenmeister
Beitrag von: K3rb3r0s am 25.03.2017 | 12:49
Vielleicht hat der Enkel etwas in seinen Besitz genommen dass ihm jetzt langsam in den Dämonenmeister verwandelt. ;-)
Titel: Re: Ideen für einen toten Dämonenmeister
Beitrag von: Skeeve am 25.03.2017 | 13:28
Die Frau des damaligen Dämonenmeisters hatte nach dessen Tod erneut geheiratet und er ist ihr Enkel. Das plus Rechtsgedöns macht ihn zu einem entfernten Verwandten.

Ist das wirklich sicher? Bei dem erwähnten Bild musste ich an das "Bild von Dorian Gray" denken: das altern und die Hinrichtung des Dämonenmeisters ist irgendwie z.b. in das Bild abgeleitet worden, der Dämonenmeister hat daher noch einen jungen Körper und gibt sich als sein Enkel aus?
Titel: Re: Ideen für einen toten Dämonenmeister
Beitrag von: nobody@home am 25.03.2017 | 13:43
Ist das wirklich sicher? Bei dem erwähnten Bild musste ich an das "Bild von Dorian Gray" denken: das altern und die Hinrichtung des Dämonenmeisters ist irgendwie z.b. in das Bild abgeleitet worden, der Dämonenmeister hat daher noch einen jungen Körper und gibt sich als sein Enkel aus?

Persönlich erinnert mich die Sache mit der "Ähnlichkeit" mehr an Lovecraft -- ich bin mir nur noch nicht sicher, ob mehr Ding auf der Schwelle oder doch eher Fall Charles Dexter Ward. Muß wohlgemerkt nicht zwangsläufig fest in die eine oder andere Richtung laufen; vielleicht ist der Stiefenkel ja auch ganz einfach unschuldig neugierig und die Ähnlichkeit reiner Zufall, denn damit rechnet bestimmt keiner. ;)
Titel: Re: Ideen für einen toten Dämonenmeister
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 25.03.2017 | 16:34
und dann wird er vom Geist des DM übernommen(Gefangener im eigenen Körper)
Titel: Re: Ideen für einen toten Dämonenmeister
Beitrag von: TaintedMirror am 25.03.2017 | 20:41
Soweit wissen es die Spieler. Der Enkel hat allerdings noch beide Arme. Der Dämonenmeister wurde allerdings mit nur einem verbrannt. Auch haben sie bereits die Gedanken des Enkel gelesen, dieser scheint für die Helden einfach nur ein Student zu sein, der sehr an seiner Familiengeschichte interessiert ist.