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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Spielleiterthemen => Thema gestartet von: Castello am 19.08.2017 | 21:52

Titel: Ist es okay wenn ein Abenteuer/Rollenspiel kein Ziel hat?
Beitrag von: Castello am 19.08.2017 | 21:52
Hi,
ich habe vor kurzem Krieg der Welten gelesen und mir hat die Geschichte sehr gefallen. Ich habe mir überlegt das Szenario mal als Rollenspiel umzusetzen. D.h. die Charaktere befinden sich zu der Zeit in Woking, wenn die ersten Marsianer landen.

Für die Spieler würde das Szenario also darin bestehen, dass sie die Landung, den Umgang damit, die Marsianer und ihre Eroberung Londons, den Exodus der Metropole und schließlich den Tod der Marsianer durch Bakterien miterleben.

Meint ihr, das reine Erleben der Geschehnisse, das Treffen von Menschen, etc... ist zu wenig? Also das ganze bietet ja eine Menge Potential für viele Konflikte, aber eigentlich gibt es kein Ziel für die Charaktere. Am klügsten wäre es sich in der Erde zu verbuddeln ^^ Den Ausgang des ganzen könnten sie auch nicht beeinflussen. Dafür sind die Marsianer einfach zu überlegen. Aber sie könnten es natürlich versuchen... Was dann natürlich frustrierend sein kann, wenn sie eh nichts ausrichten können..

Meint ihr Krieg der Welten ohne ein Ziel für die Spielenden ist reizvoll oder glaubt ihr, dass es eher frustrierend wäre, wenn es so einen klaren Gegner gibt gegen den man aber nichts ausrichten kann?
Titel: Re: Ist es okay wenn ein Abenteuer/Rollenspiel kein Ziel hat?
Beitrag von: Pyromancer am 19.08.2017 | 22:05
Ohne Ziel und Verstand durch die gerailroadete Story durchstolpern ist natürlich lahm. Aber so muss man das ja nicht machen. Ein Ziel könnte z.B. sein: Überleben. Oder, wenn man beim Buch anleihen nimmt: Geliebte Menschen in Sicherheit bringen.

Persönlich würde ich da auch noch irgend einen Twist reinbringen, so dass Kenner der Geschichte noch ein bisschen überrascht werden. Ich würde vielleicht die Marsianer nicht nach ein paar Tagen umkippen lassen. Was machen die Charaktere dann? Und mit "Die dreibeinigen Herrscher" hat man dann auch das Ziel für eine richtig langfristige Kampagne...
Titel: Re: Ist es okay wenn ein Abenteuer/Rollenspiel kein Ziel hat?
Beitrag von: Scimi am 19.08.2017 | 22:20
Klar geht das. Die ganze Sandbox/Simulations/Erkundungs-Ecke von Rolenspielen dreht sich darum, dass es keine vorgegebene Handlung gibt, sondern die Geschichte sich vollständig aus Spielerentscheidungen und Zufallselementen ergibt.

Auch einen großen Konflikt als Setting zu nehmen, ohne dass die Spieler darauf Einfluss nehmen können, gibt es bei historischen Hintergründen häufig genug. Wenn dein Spiel z.B. während dem Kalten Krieg oder zur Römischen Kaiserzeit spielt, wird es ja wahrscheinlich nicht darum gehen, diese Hintergründe zu  "lösen" und den Kalten Krieg zu benden/gewinnen oder das Römische Reich zu retten/zerstören. Diese große Story wird eher unabhängig von den Spielern im Hintergrund laufen, während diese sich auf Gegner/Probleme ein paar Stufen darunter konzentrieren.


Gehen tut das also alles, es gibt Runden, die nur so spielen. Die Frage ist vielleicht eher, welche Geschmacksrichtung von Rollenspiel ihr bisher so betrieben habt und was deine Gruppe so vom Spiel erwartet. Wenn ihr z.B. bisher vor alkem missionsbasiert mit klaren Gegnern, Aufgaben und Zielen gespielt habt und großen Spaß damit hattet, kann es natürlich sein, dass deine Gruppe erstmal gar nichts anderes will. Rede mit deinen Leuten, versuch, sie für die Idee zu begeistern und versuche, herauszukriegen, was die von so einem Spiel erwarten.
Titel: Re: Ist es okay wenn ein Abenteuer/Rollenspiel kein Ziel hat?
Beitrag von: Pyromancer am 19.08.2017 | 22:31
Klar geht das. Die ganze Sandbox/Simulations/Erkundungs-Ecke von Rolenspielen dreht sich darum, dass es keine vorgegebene Handlung gibt, sondern die Geschichte sich vollständig aus Spielerentscheidungen und Zufallselementen ergibt.

Das ist ja genau das GEGENTEIL von dem, was Blitzcrank will. Der HAT ja eine vorgegebene Handlung, die er den Spielern nacherzählen will. Und im Gegensatz dazu sollte es bei Sandbox/Sim/Erkundung standardmäßig immer ein Ziel oder Ziele geben, sonst wird es sehr schnell sehr langweilig.
Titel: Re: Ist es okay wenn ein Abenteuer/Rollenspiel kein Ziel hat?
Beitrag von: Blechpirat am 19.08.2017 | 22:36
Persönlich würde ich da auch noch irgend einen Twist reinbringen, so dass Kenner der Geschichte noch ein bisschen überrascht werden. Ich würde vielleicht die Marsianer nicht nach ein paar Tagen umkippen lassen. Was machen die Charaktere dann? Und mit "Die dreibeinigen Herrscher" hat man dann auch das Ziel für eine richtig langfristige Kampagne...

Angenommen, die dreibeinigen Herrscher sterben zuerst wie die Fliegen - dann aber überleben einige wenige (hunderte). Damit ist ihre Übermacht nicht mehr erdrückend, und es gibt Luft um Missionen auch zur Befreiung der Erde zu spielen.
Titel: Re: Ist es okay wenn ein Abenteuer/Rollenspiel kein Ziel hat?
Beitrag von: 1of3 am 19.08.2017 | 22:42
Die Charaktere müssen kein Ziel haben. Die Spieler brausen welche. Die müssen ja irgendwas machen den ganzen Abend. Normalerweise ist Ziel der Spieler mittels ihrer Charaktere das Szenario zu lösen.

Wenn das wegfällt, brauchst du was Anderes. Und wahrscheinlich auch ein entsprechendes Regelwerk.


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Titel: Re: Ist es okay wenn ein Abenteuer/Rollenspiel kein Ziel hat?
Beitrag von: Maarzan am 20.08.2017 | 06:32
Klar darf ein Abenteuer/Setting kein Ziel haben. In vielen Sandboxen ist das gerade Teil des Charmes.
Aber dann darf es nicht gleichzeitig ein so starkes Thema oder übergeordnete Zwänge haben, dass es auch nicht möglich ist eigene Ziele sinnvoll einzurichten.

Und diese Unsitte sehe ich hier beim Beispiel gegeben.
Titel: Re: Ist es okay wenn ein Abenteuer/Rollenspiel kein Ziel hat?
Beitrag von: Scimi am 20.08.2017 | 07:43
Das ist ja genau das GEGENTEIL von dem, was Blitzcrank will. Der HAT ja eine vorgegebene Handlung, die er den Spielern nacherzählen will. Und im Gegensatz dazu sollte es bei Sandbox/Sim/Erkundung standardmäßig immer ein Ziel oder Ziele geben, sonst wird es sehr schnell sehr langweilig.

Es kommt darauf an, ob man die Ereignisse als Abenteuerhandlung sieht oder als Setting. Es geht immerhin um ein globales Geschehen, das die gesamte Menschheit betrifft. Man könnte sich ja theoretisch ein "Krieg der Welten"-Rollenspiel mit 100 veröffentlichten Abenteuern vorstellen, die alle vor dem Hintergrund der Invasion spielen.

Im Prinzip geht es bei Krieg der Welten um "Kolonialismus aus der Gegenperspektive" und analog wäre ja auch ein Sandbox-Spiel denkbar, in dem man die Rolle von Eingeborenen im britisch kontrollierten Indien, kolonialen Amerika oder besetzten Ägypten spielt, ohne dass es darum geht, die Geschichte zu ändern und die Europäer aus dem Land zu werfen...

Überhaupt existiert mit The End of the World - Alien Invasion (https://www.fantasyflightgames.com/en/products/the-end-of-the-world/products/alien-invasion/) doch schon ein Spiel, das beginnt mit "Ihr sitzt hier und heute gemeinsam beim Rollenspiel, als plötzlich UFOs landen - was tut ihr?" und dann dem SL nur Ideen und Gegner an die Hand, einfach auf das zu reagieren, was die Spieler tun wollen, von den ersten Momenten der Invasion bis hin zu den folgenden Wochen und Monaten, ohne jemals über die Perspektive von "The Walking Dead" hinauszukommen.
Titel: Re: Ist es okay wenn ein Abenteuer/Rollenspiel kein Ziel hat?
Beitrag von: Arlecchino am 20.08.2017 | 08:27
Meint ihr Krieg der Welten ohne ein Ziel für die Spielenden ist reizvoll oder glaubt ihr, dass es eher frustrierend wäre, wenn es so einen klaren Gegner gibt gegen den man aber nichts ausrichten kann?

Ich sehe darin überhaupt kein Problem. Ein inhärentes Ziel ist mit dem Überleben, wie von anderen schon genannt, ja bereits gegeben. Rundherum existiert die Sandbox.

Es ist aber wichtig, dass deine Spieler wissen worauf sie sich einlassen. Wenn sie Krieg der Welten kennen ist das schonmal gut aber du solltest im Vorfeld definitiv kommunizieren, dass es ums Überleben und den Umgang mit der Ohnmacht gehen soll und nicht in erster Linie um einen Befreiungskampf, weil der vermutlich scheitert. Wenn sie darauf Bock haben werden sie sich auch nicht um Handlungsmöglichkeiten betrogen fühlen.

Allerdings ist es auch immer hilfreich, in solchen Szenarien mit relativ fester Prämisse, Abweichungen zuzulassen und - wie es eigentlich Standard sein sollte - in erster Linie darauf zu achten, dass die Spieler und ihre Charaktere im Mittelpunkt deiner Geschichte stehen. Wenn es ihnen gelingt, eine Gruppe von Überlebenden zu organisieren, warum sollten sie nicht irgendwann den Independence-Day-Modus erreichen und Schwachstellen bei den Marsianern erkennen? Klar, die sind übermächtig. Aber schon einen von den Läufern zu legen kann das Gefühl der Handlungsunfähigkeit ganz erheblich vermindern. Das kann sich ganz organisch entwickeln, je nachdem ob deine Spieler Ambitionen dahingehend zeigen. Ich würds auf keinen Fall ausschließen, es tut der Prämisse ja keinen Abbruch, wenns nicht exakt die im Film erzählte Geschichte ist, auch wenn man zu Anfang oder hauptsächlich natürlich das Überleben im Angesicht einer unüberwindbaren Übermacht behandeln will.
Titel: Re: Ist es okay wenn ein Abenteuer/Rollenspiel kein Ziel hat?
Beitrag von: Castello am 20.08.2017 | 18:05
Es kommt darauf an, ob man die Ereignisse als Abenteuerhandlung sieht oder als Setting. Es geht immerhin um ein globales Geschehen, das die gesamte Menschheit betrifft. Man könnte sich ja theoretisch ein "Krieg der Welten"-Rollenspiel mit 100 veröffentlichten Abenteuern vorstellen, die alle vor dem Hintergrund der Invasion spielen.

Das ist ein guter Hinweis. Vielleicht werde ich einfach unterschiedliche Ziele stichpunktartig vorbereiten und den SpielerInnen die Möglichkeit geben diesen nachzugehen, falls sie möchten.

Grundsätzlich habe ich solch ein Sandboxing weder gespielt, noch geleitet und ich habe auch nicht vor das mit einer festen Gruppe zu spielen, sondern als One-Shot mit "fremden" Menschen (z.B. über die drachenzwinge...).

Umsetzen möchte ich das ganze mit TurboFate.

Titel: Re: Ist es okay wenn ein Abenteuer/Rollenspiel kein Ziel hat?
Beitrag von: Scimi am 21.08.2017 | 00:45
Dann probier das doch einfach - leg dir ein paar relevante Werte zurecht, halte die Spieler auf Trab und zwing sie zu Entscheidungen (ohne den Ausgang der Entscheidung zu bestimmen), lass die Welt plausibel auf die SCs reagieren und improvisiere einen befriedigenden Abschluss.

Und wenn es halt nicht beim ersten Mal klappt, versuch es einfach nochmal.  ;D
Titel: Re: Ist es okay wenn ein Abenteuer/Rollenspiel kein Ziel hat?
Beitrag von: Eulenspiegel am 21.08.2017 | 01:16
Als Regelsystem würde ich Ten Candles (http://cavalrygames.com/ten-candles/) vorschlagen. Dieses Spiel ist sogar noch dystopischer, da die SCs am Ende, wenn alle zehn Kerzen erloschen sind, eh sterben. Das könntest du bei deinem Spiel ändern.

Aber die Regelmechanik für "Es kommt etwas Mächtiges, die SCs können nichts dagegen unternehmen, sie versuchen noch, einige für sie wichtige DInge zu erledigen, bevor sie sterben" ist gut umgesetzt.
Titel: Re: Ist es okay wenn ein Abenteuer/Rollenspiel kein Ziel hat?
Beitrag von: Rorschachhamster am 21.08.2017 | 20:19
Ich bin hart am überlegen, das als Sandbox umzusetzen - mit Marsianer als optionale Spielerklasse, und geringerem Machtgefälle, oder einfach relativ wenigen Marsianern, die können halt nicht überall sein... ;)

EDIT: Es gab auch mal sone BBC-Jugendserie mit Teenagern, ftag mich nicht wie die hiess.
Titel: Re: Ist es okay wenn ein Abenteuer/Rollenspiel kein Ziel hat?
Beitrag von: Zarkov am 21.08.2017 | 20:25
EDIT: Es gab auch mal sone BBC-Jugendserie mit Teenagern, ftag mich nicht wie die hiess.

Das war The Tripods, (https://www.youtube.com/watch?v=42Xi9peYYHU&list=PLZVMGCh7sZUhRJe0qMYS59Pd10oCdQBOI) nach der Romanreihe von John Christopher.
Titel: Re: Ist es okay wenn ein Abenteuer/Rollenspiel kein Ziel hat?
Beitrag von: auerochse am 21.08.2017 | 20:27
EDIT: Es gab auch mal sone BBC-Jugendserie mit Teenagern, ftag mich nicht wie die hiess.

TRIPODS

nun, da war einer schneller...^^

deutsch: die dreibeinigen herrscher
Titel: Re: Ist es okay wenn ein Abenteuer/Rollenspiel kein Ziel hat?
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 21.08.2017 | 20:30
Man kann die Invasion auch als Kicker nutzen
Titel: Re: Ist es okay wenn ein Abenteuer/Rollenspiel kein Ziel hat?
Beitrag von: Pyromancer am 21.08.2017 | 20:35
Ich bin hart am überlegen, das als Sandbox umzusetzen - mit Marsianer als optionale Spielerklasse, und geringerem Machtgefälle, oder einfach relativ wenigen Marsianern, die können halt nicht überall sein... ;)

EDIT: Es gab auch mal sone BBC-Jugendserie mit Teenagern, ftag mich nicht wie die hiess.

Hab ich oben schon erwähnt, "Die dreibeinigen Herrscher" hieß die auf deutsch - basiert auf einer Jugendbuch-Trilogie, "Dreibeinige Monster auf Erdkurs", "Das Geheimnis der dreibeinigen Monster" und "Der Untergang der dreibeinigen Monster".
Titel: Re: Ist es okay wenn ein Abenteuer/Rollenspiel kein Ziel hat?
Beitrag von: LordBorsti am 22.08.2017 | 13:52
Hi,
ich habe vor kurzem Krieg der Welten gelesen und mir hat die Geschichte sehr gefallen. Ich habe mir überlegt das Szenario mal als Rollenspiel umzusetzen. D.h. die Charaktere befinden sich zu der Zeit in Woking, wenn die ersten Marsianer landen.

Für die Spieler würde das Szenario also darin bestehen, dass sie die Landung, den Umgang damit, die Marsianer und ihre Eroberung Londons, den Exodus der Metropole und schließlich den Tod der Marsianer durch Bakterien miterleben.

Meint ihr, das reine Erleben der Geschehnisse, das Treffen von Menschen, etc... ist zu wenig? Also das ganze bietet ja eine Menge Potential für viele Konflikte, aber eigentlich gibt es kein Ziel für die Charaktere. Am klügsten wäre es sich in der Erde zu verbuddeln ^^ Den Ausgang des ganzen könnten sie auch nicht beeinflussen. Dafür sind die Marsianer einfach zu überlegen. Aber sie könnten es natürlich versuchen... Was dann natürlich frustrierend sein kann, wenn sie eh nichts ausrichten können..

Meint ihr Krieg der Welten ohne ein Ziel für die Spielenden ist reizvoll oder glaubt ihr, dass es eher frustrierend wäre, wenn es so einen klaren Gegner gibt gegen den man aber nichts ausrichten kann?

Das fragst du am besten vorher deine Spieler, ob die Bock darauf haben.

Ich hab persönlich kein Problem damit eine vorher feststehende Geschichte durchzuspielen, solange man mir das vorher sagt. Wenn deine Spiele aber annehmen, sie könnten durch die Handlungen ihrer Charaktere die Geschichte beeinflussen (meines Erachtens der Standard im Rollenspiel), dann ist Frust vorprogrammiert.

Ich würde meinen Spielern vorher klipp und klar sagen:

"Wir spielen eine Alieninvasion. Eure Charaktere werden die Invasion nicht aufhalten können. Das Szenario/die Kampagne dreht sich darum, wie eure Charaktere sich im angesicht der Übermacht verhalten, wie sie überleben und wie sie möglichst viel von dem, was ihnen lieb und teuer ist versuchen zu bewahren."
Titel: Re: Ist es okay wenn ein Abenteuer/Rollenspiel kein Ziel hat?
Beitrag von: Feuersänger am 22.08.2017 | 14:28
"Der Untergang der dreibeinigen Monster".

SPOILER ALERT!  ;D ;D ;D

Ich hab zugegeben die Romane nie gelesen; ich kenn nur die TV-Serie, und auch die erst seit einigen Jahren so richtig. In meiner Kinderzeit lief das zwar mal im Ferienprogramm oder so, aber in so lächerlich kurzen Schnipseln dass die Handlung wirklich überhaupt nicht vorangekommen ist. Allerdings ist die Serie afaik nicht komplett...
Naja wurscht, war jedenfalls nicht schlecht. ^^
Titel: Re: Ist es okay wenn ein Abenteuer/Rollenspiel kein Ziel hat?
Beitrag von: winterknight am 20.09.2017 | 17:31
Hi,
ich habe vor kurzem Krieg der Welten gelesen und mir hat die Geschichte sehr gefallen. Ich habe mir überlegt das Szenario mal als Rollenspiel umzusetzen. D.h. die Charaktere befinden sich zu der Zeit in Woking, wenn die ersten Marsianer landen.

Für die Spieler würde das Szenario also darin bestehen, dass sie die Landung, den Umgang damit, die Marsianer und ihre Eroberung Londons, den Exodus der Metropole und schließlich den Tod der Marsianer durch Bakterien miterleben.

Meint ihr, das reine Erleben der Geschehnisse, das Treffen von Menschen, etc... ist zu wenig? Also das ganze bietet ja eine Menge Potential für viele Konflikte, aber eigentlich gibt es kein Ziel für die Charaktere. Am klügsten wäre es sich in der Erde zu verbuddeln ^^ Den Ausgang des ganzen könnten sie auch nicht beeinflussen. Dafür sind die Marsianer einfach zu überlegen. Aber sie könnten es natürlich versuchen... Was dann natürlich frustrierend sein kann, wenn sie eh nichts ausrichten können..

Meint ihr Krieg der Welten ohne ein Ziel für die Spielenden ist reizvoll oder glaubt ihr, dass es eher frustrierend wäre, wenn es so einen klaren Gegner gibt gegen den man aber nichts ausrichten kann?
Mein Problem wäre da die Agency der Spieler.
Sie schauen zu und am Ende ist alles gut, egal was sie machen.
Romane lesen kann ich alleine
Titel: Re: Ist es okay wenn ein Abenteuer/Rollenspiel kein Ziel hat?
Beitrag von: Sir Markfest am 20.09.2017 | 17:56
Mein Problem wäre da die Agency der Spieler.
Sie schauen zu und am Ende ist alles gut, egal was sie machen.
Romane lesen kann ich alleine

Naja, Agenden gäbs da viele:
Rette deine Familie in eine sichere Zuflucht
Baue eine Kolonie des Widerstands auf
Bringe einen wichtigen Wissenschaftler ins geheime Forschungslabor
Finde die Schwachstellen der Invasoren
usw.
Spielt sich halt dann so wie ein Endzeit-Setting
Titel: Re: Ist es okay wenn ein Abenteuer/Rollenspiel kein Ziel hat?
Beitrag von: Der Läuterer am 20.09.2017 | 19:52
Ich würde meinen Spielern vorher klipp und klar sagen:
"Wir spielen eine Alieninvasion. Eure Charaktere werden die Invasion nicht aufhalten können. Das Szenario/die Kampagne dreht sich darum, wie eure Charaktere sich im angesicht der Übermacht verhalten, wie sie überleben und wie sie möglichst viel von dem, was ihnen lieb und teuer ist versuchen zu bewahren."
Erstaunlich. So unterschiedlich können das Denken und die Erwartungen sein.

Ich würde meine Spieler mitten ins Geschehen plumpsen lassen. Einfach ins kalte Wasser werfen. Frei nach dem Motto: Und was macht Ihr jetzt?
Rein gar nichts erklären und machen lassen.
Es gibt ja auch ne Menge von B-Movies zum Thema. Prinzipiell ein reiner Survival Plot.
Titel: Re: Ist es okay wenn ein Abenteuer/Rollenspiel kein Ziel hat?
Beitrag von: YY am 20.09.2017 | 20:39
Ich würde es auch vorher ansagen.
Gerade ziel- bzw. herausforderungsorientierte Spieler spielen sonst Blinde Kuh und versuchen auf Teufel komm raus herauszufinden, was denn jetzt von ihnen erwartet wird. Für die beginnt das eigentliche Spiel erst, wenn sie das wissen. Dabei ist es unproblematisch, wenn bekannt ist, dass es kein richtiges "Missionsziel" gibt, aber das Rumgeeier ist für diese Spieler Zeitverschwendung.