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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Spielleiterthemen => Werkstatt => Thema gestartet von: Supersöldner am 22.11.2017 | 18:00

Titel: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Supersöldner am 22.11.2017 | 18:00
Wehre so was ähnliches also ein Flugzuträger der Fliegen kann eigentlich Technisch Möglich. ? So das es so was in Technologisch halbwegs Relaistischen Setting s geben könnte .
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: nobody@home am 22.11.2017 | 18:55
Es hat in der Geschichte ein paar vereinzelte Versuche in die Richtung gegeben (siehe Wikipedia zum Thema Fliegender Flugzeugträger (https://de.wikipedia.org/wiki/Fliegender_Flugzeugtr%C3%A4ger)). Am nächsten kämen der Idee wohl noch USS Akron und USS Macon, zwei entsprechend ausgestattete Luftschiffe der US Navy Anfang der Dreißiger mit vier bzw. fünf Doppeldeckern an Bord, die wohl tatsächlich ein paar Jahre in Betrieb waren.

Ich denke, ein Leichter-als-Luft-"Trägerschiff" ließe sich mit heutigen Mitteln prinzipiell bauen. Es wäre natürlich groß, langsam, entsprechend verwundbar, wetteranfällig, und gerade aufgrund der nötigen Größe eine ziemliche Herausforderung für die Ingenieure, aber die technischen Grundlagen sind durchaus da. Das Problem wäre dann allerdings, was für Flugzeuge es eigentlich mitführen soll; Propellermaschinen sind nicht mehr so wirklich Stand der Technik, und Starts und Landungen von ausgesprochenen modernen Düsenjägern oder ähnlichem von und auf so einer Plattform...na, ich weiß nicht. Am praktischsten wären wahrscheinlich noch Hubschrauber unterzubringen, dann dürfte das Ding aber auch erst recht nie einem ernsthaft geführten Luftkampf zu nahe kommen, weil weder es selbst noch seine "Beiboote" dafür wirklich ausgerüstet wären.
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Quaint am 22.11.2017 | 18:58
Naja, wenn man da mal 5 Minuten in Ruhe drüber nachdenkt sollte man eigentlich zu einem Ergebnis kommen.

Kurz meine Gedanken dazu
- die Crux ist halt die Energiequelle, denn mit Verbrennungsmotor oder elektrisch mit Batterie getriebene Fluggeräte können kaum länger als 1-2 Tage in der Luft bleiben ohne Nachtanken, meist deutlich kürzer; das dürfte auch für einen Helicarrier gelten
- evtl. kann man mit einem entsprechenden nuklearen System vielleicht was bewerkstelligen, aber a) möchte man das nicht (Absturzrisiko, Kontamination weiter Landstriche) und b) wäre das dann wahrscheinlich immernoch sehr teuer, mit stark begrenzter Nutzlast und fraglichem Mehrwert
- Nachtanken wiederrum ist einigermaßen unpraktisch bei den Dimensionen an Sprit, von denen wir bei so einem Moloch reden
- der Mehrwert wäre äusserst fraglich, denn so ein Utensil kann ja auch nur das, was ein seefahrender Flugzeugträger kann, nur dass er noch über Land fliegen kann; allerdings kann man an Land auch reguläre Luftwaffenbasen benutzen; umgekehrt wäre ein Helicarrier relativ angreifbar; was für ein Schiff noch verschmerzbar wäre, könnte bei einem Fluggerät durchaus schon zum Absturz führen, und auch Flugzeugträger heute werden immer in Form einer Carrier Task Force eingesetzt, also mit Begleitschiffen, die gegen verschiedene Gefahren abschirmen und verschiedene Zusatzfunktionen erfüllen

- und dann ist da eben noch die Frage, ob man überhaupt die Möglichkeit zum langfristigen Einsatz schaffen kann: der Energiebedarf ist ja enorm im Vergleich zum Seeschiff und die Nutzlast (für Vorräte, Sprit und Waffen für die Flieger, ...) wahrscheinlich arg beschränkt

Kurz: Nein, Helicarrier sind nicht sonderlich realistisch. Für pulpige oder Superheldensettings mag ich sie trotzdem.

PS: Auf Basis von Leichter-als-Luft Technologie geht da schon eher was ohne gleich einen Hochleistungreaktor zu verbauen, aber der Mehrwert bleibt fraglich.
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Talim am 22.11.2017 | 19:17
Wehre so was ähnliches also ein Flugzuträger der Fliegen kann eigentlich Technisch Möglich. ? So das es so was in Technologisch halbwegs Relaistischen Setting s geben könnte .
Wenn die das Aussehen und die Möglichkeiten der Helicarrier haben sollen: Nein.
Schau Dir mal die Bauweise von Quadrocoptern an. Größe der Rotoren im Verhältnis zum Körper. Gewicht des Körpers. Die Ausdauer.
Helikopter sind nicht gerade für ihre Reichweite bekannt, da der Flug im Vergleich zu Flügkörpern mit Flügeln sehr ineffizient ist.

Die Leichter-als-Luft Variante wurde ja schon genannt.
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: YY am 22.11.2017 | 19:31
Starts und Landungen von ausgesprochenen modernen Düsenjägern oder ähnlichem von und auf so einer Plattform...na, ich weiß nicht.

Mit VTOL-Maschinen ließe sich das halbwegs praktikabel machen, im Grunde sogar besser als mit "modernen" Propellermaschinen (also jene, die mehr wiegen und leisten als die Gurken des 1. WK).

Die sind dann halt keine wirklich guten Kampfflugzeuge oder abartig teuer. Oder beides auf einmal ;D


Propellermaschinen haben übrigens für CAS einige Vorteile und werden da durchaus heute noch eingesetzt - zwar eher von kleineren Armeen und oft aus der Not heraus, aber wenn man ehrlich ist, wären die bei bestimmten Rahmenbedingungen auch für große, moderne Luftstreitkräfte mit ordentlich Geld im Sack die bessere Option.
Das wird gerade in den USA recht kontrovers diskutiert, speziell angesichts der ungewissen Zukunft der A-10.



Ansonsten siehe Quaints Kommentar zum Flugzeugträger:
Die haben sich schon weitestgehend überlebt und laufen hauptsächlich noch wegen militärisch-industrieller Massenträgheit.


Für einen symmetrischen Konflikt waren die im Grunde nur für ein verschwindend kleines Zeitfenster wirklich sinnvoll und seitdem werden sie nur noch genutzt, um zu horrenden Kosten auf irgendwelchen unliebsamen Organisationen rumzutrampeln, die keine tauglichen Gegenmaßnahmen haben.

Genau mit dieser Überlegung wäre aber ein Leichter-als-Luft-Träger mit Propellermaschinen doch wieder denkbar:
Wenn es keinen sinnvoll erreichbaren Seezugang gibt, die Landwege lang/schlecht nutzbar und Stützpunkte rar sind und man CAS gegen Leute einsetzen will, die keine vernünftige Luftabwehr haben.
Da muss man freilich ein bisschen an den Rahmenbedingungen drehen und es ist dann immer noch nicht wirklich sinnvoll, aber immerhin auch nicht rundum hirnrissig.
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: KhornedBeef am 22.11.2017 | 20:30
Hilft es dir weiter, wenn du vom vollwertigen Helicarrier hinkommst zu einer Art mobilen Luftkissenbasis? viel weniger aufwendig als ein Helikopter, weniger absturzgefährdet, könnte aber auf Wasser und halbwegs flachem Land eingesetzt werden. Vielleicht kennt sich da wer aus.
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: JollyOrc am 23.11.2017 | 14:35
Für den Einsatzzweck "mobile Infanteriebasis" um Städte einzunehmen & zu sichern könnte ich mir ein leichter-als-Luft Trägerschiff durchaus vorstellen: In die Nähe des Einsatzgebietes fliegen, Helis klären die unmittelbare Umgebung und dann werden ein zwei Regimenter rausgelassen, welche in den Häuserkampf gehen und so die Stadt sichern..

Aber es ist schon arg SciFi, hauptsächlich für die Energieversorgung...
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: nobody@home am 23.11.2017 | 15:39
Eine Möglichkeit wäre sicherlich ein Leichter-als-Luft-Drohnenmutterschiff. Braucht weniger Besatzung, die Drohnen können selber leichter und kleiner sein als bemannte Fluggeräte, Hauptverwendungszweck wäre eher Aufklärung als direkter Kampfeinsatz...damit sind wir natürlich von der Idee eines fliegenden kompletten Geheimdiensthauptquartiers schon ein gutes Stück weit weg. ;)
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Aedin Madasohn am 23.11.2017 | 19:07
nach der Energiequelle Atomreaktor mit all seinen Tücken bliebe halt die typische SiFi-Technologie Fusionsreaktor.
inzwischen glauben einige damit betreute Ingenieure und Professoren, dass Ende diesen Jahrhunderts Fusionsstrom kommt.

ginge man jetzt von sehr hohen Stromausbeuten bei Ultralight-Fusionsreaktoren aus, könnte man genügend Antriebspower für einen fliegenden (schwerer als Luft) Flugzeugträger herbeifabulieren.

der Nutzen im Zusammenhang mit der Verwundbarkeit (so schwer gepanzert wie ein schwimmender Flugzeugträger ginge nicht)  wäre natürlich überschaubar.
aber hey, gerade wenn unnützer Schwachsinn nur groß genug ist, hat er schon immer eine ganz besondere Faszination auf Generäle und Rüstungsbürokraten ausgebübt. Freud könnte das sehr anschaulich erklären.
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Eulenspiegel am 23.11.2017 | 19:29
- evtl. kann man mit einem entsprechenden nuklearen System vielleicht was bewerkstelligen, aber a) möchte man das nicht (Absturzrisiko, Kontamination weiter Landstriche) und b) wäre das dann wahrscheinlich immernoch sehr teuer, mit stark begrenzter Nutzlast und fraglichem Mehrwert
[...]
- der Mehrwert wäre äusserst fraglich, denn so ein Utensil kann ja auch nur das, was ein seefahrender Flugzeugträger kann, nur dass er noch über Land fliegen kann; allerdings kann man an Land auch reguläre Luftwaffenbasen benutzen; umgekehrt wäre ein Helicarrier relativ angreifbar; was für ein Schiff noch verschmerzbar wäre, könnte bei einem Fluggerät durchaus schon zum Absturz führen, und auch Flugzeugträger heute werden immer in Form einer Carrier Task Force eingesetzt, also mit Begleitschiffen, die gegen verschiedene Gefahren abschirmen und verschiedene Zusatzfunktionen erfüllen
Das sind jetzt beides keine Gründe gegen die technische Machbarkeit.

Um es vorweg zu nehmen: Ich halte fliegende Flugzeugträger auch nicht für realistisch. Aber ich halte sie für technisch machbar.
- Einen Teil des Gewichts kann man über riesige Heißluftballons wie bei einem Zeppelin reduzieren.
- Der Rest wird durch mehrere Rotoren gehalten, die über einen Nuklearreaktor mit Energie versorgt werden.

Das größte Problem dürfte wahrscheinlich die strukturelle Integrität bilden: Ein Flugzeugträger zu Wasser wird durch das Wasser gestützt. Bei einem Flugzeugträger in der Luft müsste man aufpassen, dass er nicht in der Mitte einfach wegbricht. - Aber auch das halte ich grundsätzlich mit der heutigen Technik bereits für möglich.
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Antariuk am 23.11.2017 | 19:36
Halten wir also fest dass ein S.H.I.E.L.D. Helicarrier, wie aus den Filmen, derzeit technisch nicht möglich ist. Heißtluftballons, Zeppeline und Leichtbaukonstruktionen sind so ziemlich das Gegenteil von dem gefragten Carrier. Soweit, so unüberraschend.

Was hat das Thema eigentlich bei Pen & Paper Allgemein verloren? Geht es hier um irgendwas Rollenspieliges? ::)
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Supersöldner am 23.11.2017 | 20:41
ja wie im eingangs  Post erklärt.     Um die Frage ob man so was in setting s mit halbwegs realistischer Technologie einbauen kann.
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: nobody@home am 23.11.2017 | 21:45
Wie gesagt: am ehesten noch auf Luftschiffbasis. Auf die Weise braucht die Konstruktion keinen ständigen Energieaufwand zu betreiben, nur, um sich überhaupt oben zu halten, was sofort der Ausdauer zugute kommt; natürlich wäre die Traglast dann auf das beschränkt, was die Ballonhülle so an Auftrieb hergibt, aber da haben vergangene und aktuelle Konstruktionen schon das eine oder andere geleistet.

Eine Schwerer-als-Luft-Konstruktion? Das müßte mit heutigen Mitteln ein ziemlich großes Flugzeug oder ein entsprechender Helikopter werden, um tatsächlich noch kleinere Flugapparate nebenbei mitführen zu können. Selbst wenn die reine Größe gemeistert wäre, bräuchte das Ding immer noch einen plausiblen Antrieb; konventionelle Verbrennungsmotoren welcher Art auch immer würden seine Flugzeit auf maximal ein paar Stunden oder so begrenzen, bevor die Tanks leer wären, und den Sprit könnte man dann wahrscheinlich auch besser nutzen. Was eventuell ginge, wäre ein Atomreaktor -- zu dem Thema gab es in den vierziger und fünfziger Jahren tatsächlich ein paar Ideen, von denen es allerdings nie eine in die Praxis geschafft hat --, der dann entweder seine eigene Antriebskonstruktion mitbringt oder alternativ schlicht Elektromotoren antreibt. Problem damit dann natürlich: wie kriegt man so ein Ding zur Sicherheit der Crew hinreichend sauber abgeschirmt, ohne daß es wieder für ein Fluggerät zu schwer wird, und wer läßt schon freiwillig so ein potentielles fliegendes Fukushima in seinen Luftraum?

Ich denke, alles, was wesentlich darüber hinausgehen sollte, wäre entweder deutlich Zukunftsmusik (die Kernfusion als Energiequelle haben wir ja beispielsweise bisher noch nicht mal auf dem Boden geknackt und ich bin bis heute in Bezug auf die Möglichkeiten, so einen Reaktor kleiner als in kompletter Kraftwerksanlagengröße zu bekommen, eher etwas skeptisch) oder gleich effektive Magie (Antischwerkraft und dergleichen).

Für mich also noch am ehesten so was wie den gleichnamigen Aparillo aus der Kriegszeppelin Valkyrie-World of Adventure für Fate. :)
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: YY am 23.11.2017 | 21:53
wie kriegt man so ein Ding zur Sicherheit der Crew hinreichend sauber abgeschirmt, ohne daß es wieder für ein Fluggerät zu schwer wird, und wer läßt schon freiwillig so ein potentielles fliegendes Fukushima in seinen Luftraum?

Um Freiwilligkeit wird es da ja in den wenigsten Fällen gehen...


Die Abschirmung für den Reaktor ist angesichts der nötigen Größe, die das Ding braucht, um überhaupt für irgendwas gut zu sein, ziemlicher Kleinkram.
Das Problem ist wohl eher der enorme Verschleiß bei den Rotoren und anderen hoch belasteten Elementen.
Schließlich soll der Kasten ja Präsenz und möglichst permanenten militärischen Einfluss vor Ort ermöglichen, was sich ziemlich mit dem Wartungsaufwand beißt.
Da schneidet ja kein Schwerer-als-Luft-Gerät sonderlich gut ab und diese Probleme werden mit größerem Maßstab unverhältnismäßig größer.
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Chruschtschow am 23.11.2017 | 22:48
OK, realistische Betrachtung für Leichter-als-Luft? Nein. Ende.

Wenn du nicht gerade Wasserstoff tanken willst, wird es nicht weniger dicht als Helium. Das ist deine Grenze. Letztens ist der Airlander runter gekommen, was im Moment so ziemlich das leistungsstärkste Ding am Zeppelinhimmel ist (oder besser "wäre", denn es ist bei weitem nicht ausgereift). Knapp unter 100m lang, 10 Tonnen Nutzlast. Vielleicht. Die Trägervariante der F-35 hat voll bestückt ein Startgewicht über 30 Tonnen. Und der notwendige Auftriebskörper skaliert ungefähr linear zur Last. Also drei Auftriebskörper a la Airlander für einen Jäger ... Faustformel ein Liter Gas für ein Gramm Last.

Dein Schiff würde den Himmel verdunkeln. :d

Und jetzt Helicarrier. Ähnlich realistisch.

Heute hat man Kreisflächenbelastungen von mehreren hundert N/m^2, die Mil Mi-26 so um die 700 N/m^2 bei 56 Tonnen Startgewicht, davon rund 20 Tonnen Nutzlast. Irgendwann darüber wird das ein hartes Brot für die mechanische Belastung der Rotorblätter, droht bei zu hoher Drehgeschwindigkeit Strömungsabriss, LAUT, LAUTER, HELICARRIER etc. So ein kleiner VTOL-Träger mit rund 30 Harriern kommt gerne mal mit ca. 15 000 bis 20 000 Tonnen Verdrängung daher. Die US-Flottenträger liegen etwas drüber (>100 000 Tonnen). Sagen wir mal ganz waghalsig 5000 Tonnen für den Ultraleicht-Helicarrier (nicht vergessen, z.B. 30 Tonnen für eine startende F-35 und man will ja mehr als einen Einsatz fliegen) und 2000N/m^2 für Zauberrotoren in magischer Luft. Macht 25000m^2. Die Mil Mi-26 hat mit 800m^2 einen riesigen Rotor, 32m Durchmesser! Davon bräuchte der Helicarrier aus magischen Ultraleichtmaterialien, magischem Superleichthochleistungsreaktor und Überrotoren knapp über 30 Stück.

Sieht bestimmt lustig aus. Und bei dem Wind wahrscheinlich ein interessantes Terraforming-Werkzeug. :d

Übrigens schaffen die Antriebe von dreißig Mi-26 zusammen ca. ein halbes Gigawatt. Jetzt haben wir die dreifache Kreisflächenbelastung beim Zauberrotor. Keine Ahnung wie das skaliert, hoffentlich muss nicht die dreifache Leistung her. Das wäre dann etwa Isar II, Deutschlands fettester Nuklearreaktor.

Fazit:
Benutze den Helicarrier, aber hinterfrage ihn nicht. Niemals. Zu ernüchternd.
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: YY am 23.11.2017 | 23:03
Die Trägervariante der F-35 hat voll bestückt ein Startgewicht über 30 Tonnen.

Ein Harrier hat ca. 12 Tonnen, die Super Tucano davon noch mal etwas weniger als die Hälfte; die Reaper-Drohne bewegt sich auch in dem Bereich.
Und man könnte/würde ja durchaus Maschinen speziell für diese Zwecke konstruieren.
Irgendwie halbwegs denkbar wäre es damit, aber durchhaltefähig oder mittelfristig autark wird das Ding einfach nie.


Weiter entfernte Stützpunkte und Luftbetankung sind als Alternative für ähnliche Zwecke/Anwendungsbereiche langweiligerweise unschlagbar.
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Chruschtschow am 23.11.2017 | 23:10
@YY:
Die Parameter für einen Helicarrier sind so absurd, dass es jetzt nicht soooo viel Unterschied macht. :d
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Nomad am 23.11.2017 | 23:15
Wahrscheinlich kann man einfach sagen, wenn es technisch möglich wäre, hätten die Amis einen gebaut, zumindest einen Prototypen.

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Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: YY am 23.11.2017 | 23:22
@YY:
Die Parameter für einen Helicarrier sind so absurd, dass es jetzt nicht soooo viel Unterschied macht. :d

Immerhin landet man bei der Betrachtung verschiedener technischer Alternativen bei ganz vielen Sachen, die tatsächlich so gemacht werden und weiß dann, warum  :)

Wenn das Ding z.B. keine Fluggeräte trägt, sondern gleich selbst deren Bewaffnung einsetzt, kommt man gewichtsmäßig zwar ganz gut hin, aber dann ist es wieder zu langsam und ein großes Flugzeug mit Schwerpunkt auf ordentlich Kapazität und Flugdauer zu Lasten von Geschwindigkeit und Wendigkeit wäre besser - tadaa, Spooky, Spectre, Ghostrider und wie sie alle heißen  ;)


Wahrscheinlich kann man einfach sagen, wenn es technisch möglich wäre, hätten die Amis einen gebaut, zumindest einen Prototypen.

Man kann sogar noch weiter gehen und sagen: Selbst die Amis haben von Anfang an gemerkt, dass das völlig bekloppt ist.
Das ist bei denen in Sachen Militärtechnik ja bei Weitem nicht immer der Fall ;)
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Pyromancer am 23.11.2017 | 23:43
Halten wir also fest dass ein S.H.I.E.L.D. Helicarrier, wie aus den Filmen, derzeit technisch nicht möglich ist. Heißtluftballons, Zeppeline und Leichtbaukonstruktionen sind so ziemlich das Gegenteil von dem gefragten Carrier. Soweit, so unüberraschend.

Ich bestreite das. Ein ähnliches Ding wie der SHIELD Helicarrier ist technisch machbar. Der größte Hubschrauber der Welt, der Mil Mi-26, hat eine Nutzlast von ungefähr 20 Tonnen, und führt ungefähr 10 Tonnen Treibstoff mit. Das ist Technik von vor 40 Jahren. Den Treibstoff kriegt man durch einen leistungsstarken kompakten Atomreaktor ersetzt (Atomreaktoren für Flugzeuge sind 1950er-Technik), schwupps, hat man unbegrenzte Reichweite. Und ab da wird es nur noch besser.
Moderne Verbundwerkstoffe, bessere Motoren und höhere Wirkungsgrade über den gesamten Antriebsprozess, und schon sind wir bei 40-50 Tonnen Nutzlast. Für den einen Rotor. Davon schalten wir 20 parallel, nehmen die Skalierungseffekte zu unserem Gunsten mit, und sind bei einem Riesen-Heli-Dingens mit 1000 Tonnen Nutzlast. Da kriegt man ein paar F-35s samt Bodencrew locker unter.

Damit ist das Gerät immer noch total sinnlos, abstrus teuer (sowohl in Anschaffung als auch im Unterhalt) und gefährlich (für die eigenen Leute!), aber theoretisch bauen könnte man das.
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Supersöldner am 24.11.2017 | 11:13
total sinnlos , Abstrus Teuer und gefährlich für die eignend Leute ? Nun da gibt es sicher trotzdem Präsidenten und Generäle die das nicht ab schreckt .
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: YY am 24.11.2017 | 12:30
schwupps, hat man unbegrenzte Reichweite.

Die wird dann wohl eher dadurch begrenzt, dass recht fix keine Ersatzteile mehr für die Rotoren usw. an Bord sind.

Der Kasten soll ja möglichst lang Präsenz zeigen und dann muss man die Wartung im Rotationsverfahren (pun intended) im laufenden Betrieb machen...das ist wahrscheinlich der beschissenste Job auf dem Ding.

und sind bei einem Riesen-Heli-Dingens mit 1000 Tonnen Nutzlast. Da kriegt man ein paar F-35s samt Bodencrew locker unter.

Wenn man sich das ganze nötige Drumherum anschaut, sind 1000 Tonnen ziemlich schnell voll.
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: nobody@home am 24.11.2017 | 13:09
Wenn man sich das ganze nötige Drumherum anschaut, sind 1000 Tonnen ziemlich schnell voll.

Vor allen Dingen: woher kommt der Treibstoff für die F-35er (laut Wikipedia nicht ganz achteinhalb Tonnen pro Tankfüllung) her und wo bringt man den unter? Wenn der auch an Bord des Trägers gelagert wird, zählt er natürlich sofort auch gegen die Nutzlast -- und ohne eigene Spritreserven für die Bordmaschinen führt sich das ganze Konzept nur noch schneller selbst ad absurdum...

Insgesamt sind fliegende Flugzeugträger mit heutiger bzw. in näherer Zukunft absehbarer Technik einfach ein Fall von "cool, aber unrealistisch". Im Marvel-Universum mit seinen ganzen verrückt-genialen Erfindern mag das anders aussehen, wenn mir da einer sagen wollte, daß SHIELD natürlich über Antischwerkrafttechnik verfügt (die's dort definitiv gibt) und die Rotoren am Helicarrier nur dazu dienen, das Ding dann auch durch die Luft zu bewegen, wäre das sofort plausibel; aber in unserer Wirklichkeit müssen wir eben auch mit unseren Naturgesetzen und technischen Möglichkeiten auskommen.
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: KhornedBeef am 24.11.2017 | 15:14
zu den Marvel-Helicarriern: Nope, in Avengers drohte der vom Himmel zu fallen, wenn ein weiterer Rotor ausfällt. Spätere Modelle bekamen dann Repulsor-Technik, glaube ich.
Spannender Thread

Edit:Also in den Filmen. Die Comics laufen sicher längst mit Glücksbärchi-Energie.
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Supersöldner am 24.11.2017 | 15:19
Glücksbärchi Energie ? Das weckt  dunkel Gedanken wie Glücksbeeren in einen Generator gestopft werden wo sie Schreiend verbrennen und ihre Magie/Essenz  treibt die Maschine an.    das wehre dann aber schon eine Magische Lösung keine richtig  technologische.
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Chruschtschow am 24.11.2017 | 15:38
@Pyromancer:
Ich fürchte, du unterschätzt da einige Probleme recht deutlich.

Den Treibstoff kriegt man durch einen leistungsstarken kompakten Atomreaktor ersetzt (Atomreaktoren für Flugzeuge sind 1950er-Technik), schwupps, hat man unbegrenzte Reichweite. Und ab da wird es nur noch besser.

Ein Träger der Nimitzklasse hat zwei Reaktoren vom Typ A4W. Die Dinger ballern ca. ein halbes Gigawatt thermische Energie raus, daraus werden durch die Dampfturbine je ca. 100 MW mechanisch direkt auf die Schrauben gegeben. Die funkelniegelnagelneuen Träger der Gerald-R.-Ford-Klasse werden auch "nur" rund 2 x 700 MW thermisch haben. Turbinen erreichen heute einen Wirkungsgrad bis 50%. Große Turbinen. In Turbinenhallen. Die NICHT auf niedrige Masse und kleines Volumen optimiert sind. 50% der Reaktorenergie wird der Helicarrier nicht nutzen können. Und übrigens zimmert man dann gerade die Energie vom Primärkreislauf durch die Turbine bzw. Turbinen, denn jeder Rotor braucht wahrscheinlich seine eigene, wenn ich nicht gerade über Generator und E-Motor gehen will. Auch wieder doof. Also wenn hinterher 20% der Leistung auf der Welle landen, eben so wie beim Träger auf dem Wasser, ist das wahrscheinlich schon eine Menge.

Aber selbst bei 50% gibt es das nächste Problem. Himmelarschundzwirnsinddiedingerdrecksschwer!!! Militärs sind naturgemäß sparsam mit solchen Informationen, aber allein für die Reaktoren habe ich Massen gefunden, die bei 650 Tonnen anfangen (78 MWth-Reaktor für U-Boote Anfang der 60er) und gerne auch mal 2000 Tonnen überschreiten (S8G mit 220 MWth in einer Ohio-Klasse). Und das ist nur der Reaktor. Die Dinger können sich nicht selbst tragen.

Beim Rotor ist meine angegebene Kreisflächenbelastung kein realistischer Wert. Das ist das BWAHAHAHA-JA-SICHER!!!-Ding, bei dem Luftfahrtingenieure sich die Lachtränen aus den Augen wischen müssen. Das ist schon ein winziger Rotor für riesige Leistungsfähigkeit, das einen Antrieb rundheraus absurd belasten würde. Aber dafür komme ich ohne Rotorfläche in der Größenordnung eines kleinen Städtchens aus. Eine Osprey geht da hoch bis über 1200 N/m^2, aber die hat eine völlig beschissene "hover lift efficiency" eben wegen der kleinen Rotörchen, die diese Kreisflächenbelastung durch ihre Winzigfläche haben. Selbst wenn wir dem Helicarrier winzige Rotoren wie in meiner Rechnung mit riesiger Effizienz wie bei einem Ultraleichthelikopter zugestehen (z.B. R66 mit etwas unter 8 kg pro kW), passt das alles immer noch nicht, denn das erreiche ich sonst nur mit im Vergleich zum Gewicht riesigen Rotoren, siehe R66. Aber im Vergleich zum Gewicht riesige Rotoren sind bei einem Ding mit Nuklearreaktor WIRKLICH RIESIG!!! Und zu riesig dürfen sie wieder nicht sein, weil dann ja die Bahngeschwindigkeit der Rotorspitzen die Schallgeschwindigkeit überschreitet, denn da steckt auch der Radius drin. Und das will ich wieder nicht, weil die Effizienz dann in den Keller geht. Mal vom Lärm und den Luftverwirbelungen abgesehen, wenn ich das mit mehreren Rotoren gleichzeitig mache. Und 8kg pro kW? Dann könnte ein A1B mit seinen 700 MW ja grandiose 700 Tonnen heben. Bei 100% Wirkungsgrad. Der wird aber alleine schon viel mehr wiegen, denn zwei von denen stecken eben in einem Flugzeugträger von über 100 000 Tonnen. Und wie gesagt mit Zauberrotor, weil der gleichzeitig klein und effizient sein soll. DER HORROR!!! DER HORROR!!!

Helicarrier sind für einen Physiker schrecklich, sobald er anfängt drüber nachzudenken.1 Ich eile hier von einem Dilemma zum nächsten.2 Alles, was den einen Punkt besser macht, verschlechtert den anderen. Und das hat nichts mit leichten Materialien zu tun. Doch auch. Leichte Materialien schirmen Reaktoren echt nicht so toll ab. Leichter Reaktor = Strahlemänner. Nächstes Problem. Aber das sollte eigentlich nicht mein Punkt sein, sondern dieser: diese Teile scheitern an grundlegender Physik, die nun ein Mal das Verhalten der Rotoren bestimmt, weil Luft nun ein Mal Luft ist. Tausch die Luft gegen etwas aus, das mehr dynamischen Auftrieb liefert, ohne dass der Rotor gleich in den Überschallbereich geht und wir können neu planen. Aber so? Nö.

@Supersöldner:
Es IST schon eine magische Lösung. Eine physikalische kann es eigentlich nicht sein.  ;)

1) Ätsch, stimmt nicht. Ich habe da total Spaß dran.3 Realistischer macht es sie trotzdem nicht. ;)
2) Das stimmt jetzt wieder.
3) Und in den letzten beiden Tagen habe ich einiges über Helikopter gelernt. Interessant. :)
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Chruschtschow am 25.11.2017 | 16:42
Hrmf, warum fühle ich mich jetzt, als hätte ich den Weihnachtsmann erschossen?

Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: KhornedBeef am 25.11.2017 | 16:48
Hrmf, warum fühle ich mich jetzt, als hätte ich den Weihnachtsmann erschossen?
Ich für meinen Teil habe dir ausgesprochen gerne beim Erschießen zugesehen ("zugelesen"?). Das ist genau wie bei XKCDs "What if?" bloß ohne relativistische Baseballs :)
 :d
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Pyromancer am 25.11.2017 | 17:56
@Pyromancer:
Ich fürchte, du unterschätzt da einige Probleme recht deutlich.

Bauen wollte ich so ein Ding nicht, und Probleme gibt es ohne Ende. Praktikabel wird das Ding nie und nimmer. Aber theoretisch machbar ist es.
1) Große Frachthubschrauber existieren.
2) Hubschrauber mit mehreren Rotoren existieren.
3) "Parallel schalten" von Hubschraubern um schwerere Lasten zu heben ist möglich.

Was hält uns an diesem Punkt davon ab, 20 Mi-26 über ein Trägerkonstruktion zusammenzuschweißen und einen Hangar unten dranzuhängen? Nix. Außer das es blöde, gefährlich und sinnlos wäre.  >;D

Und über den Atomantrieb unterhalten wir uns im nächsten Schritt.
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: KhornedBeef am 25.11.2017 | 18:19
Ich hatte den Eindruck, Chruschtschow hat schon alles erklärt, was uns von allem abhält, aber dein Enthusiasmus hat auch was für sich. Es hieß ja auch, der Mensch könnte sich nie in die Lüfte erheben...gut, das stimmte damals dann auch für ein ein-, zweihundert Jahre, aber hey ;)
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Pyromancer am 25.11.2017 | 18:39
Ich hatte den Eindruck, Chruschtschow hat schon alles erklärt, was uns von allem abhält,

"Oh, das wird aber laut! Oh, das wird aber heiß! Oh, das wird aber windig! Oh, da wirken aber große Kräfte!" Alles richtig. Alles Gründe, warum es schwierig wird. Aber alles keine Gründe, aus denen es unmöglich würde.  >;D
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: KhornedBeef am 25.11.2017 | 19:23
"Oh, das wird aber laut! Oh, das wird aber heiß! Oh, das wird aber windig! Oh, da wirken aber große Kräfte!" Alles richtig. Alles Gründe, warum es schwierig wird. Aber alles keine Gründe, aus denen es unmöglich würde.  >;D

Hauptsächlich läuft es wohl raus auf "das wird grooooß und sieht kein Stück aus wie ein Helicarrier". Bei unbegrenzten Mitteln vielleicht möglich  ;D
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 26.11.2017 | 00:07
Für mich gibt es kein unmöglich.
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Eulenspiegel am 26.11.2017 | 00:19
Es gibt ja verschiedene Stufen von Unmöglichkeit:
- finanziell nicht möglich
- mit den heutigen technischen Mitteln unmöglich
- auch in den nächsten 100 Jahren technisch unmöglich
- physikalisch unmöglich
- logisch unmöglich
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Chruschtschow am 26.11.2017 | 00:21
Ich bin durchaus der Meinung, dass ich mit "Schwierig" hier in diesem Fall ein "mit ziemlicher Sicherheit an Unmöglich grenzendes Schwierig" meine. Also so ein "Umöglich im Rahmen der uns bekannten Physik". Weil Unmöglich ja nun eine Kategorie ist, die echt schwer empirisch zu belegen ist, muss man halt einen Rahmen haben, in dem man das als Unmöglich tituliert. Und ich bin mir recht sicher, dass dieses Ding sich in dem Bereich, den wir als Menschheit derzeit physikalisch beschreiben können, unmöglich recht gut als Beschreibung für den Helicarrier herhalten kann. ;)

Aber kommen wir kurz zurück zu laut, windig und großen Kräften. Wenn ich eh langsam eingearbeitet bin, kann das sicher lustige Werte liefern. Aaaaalso.

Erst ein Mal ein paar Annahmen. Selbst 30 Mi-26 haben eine Startmasse von knapp 1700 Tonnen unter voller Last. Davon sind 600 Tonnen Nutzlast und die Dinger fliegen nicht lange. 800 km Einsatzreichweite bei der Geschwindigkeit deuten auf so rund drei Stunden Einsatzdauer hin. Die 30 Mi-26 braten dabei mit ca. einem halben GW rum, deutlich mehr als ein Träger der Gerald-B.Ford-Klasse von mehr als 100.000 Tonnen mit zwei Nuklearreaktoren zur Verfügung hat. Ein Helicarrier muss ein Momentchen länger fliegen, zumindest sollte er schon ein bisschen länger in der Luft bleiben als die Flugzeuge, die er trägt. Also ziehen wir die nukleare Option und unterschlagen großzügig, wie unfassbar schwer die sein sollte.

Flugzeuge ballern auch gut Treibstoff raus, dazu ein Haufen Waffen, die auch nicht zwingend leicht sind. Von den 23 Tonnen (normal) bis 30 Tonnen (maximal), mit der eine F-35 startet, landen nur rund 15 Tonnen, wenn die trocken und leer geschossen ist, sie verbraucht also durchaus mal 8 bis 15 Tonnen Material auf einer Mission. Beim Harrier II ist das Verhältnis ähnlich (7 Tonnen leer vs. 14 Tonnen vollgepackt bei der STO-Version). Wenn ich meinen Träger also nicht nur ins Einsatzgebiet fliegen will, um ihn dann abzusetzen und auf die Tanklastzüge warten zu lassen, muss der halt auch als Tanker für die Flieger dienen. Dazu Werkstätten, Material, um Waffen und Treibstoff auch ins Flugzeug zu kriegen, Leute, die das alles machen. Ein eher kleiner Träger, der im Normalfall ein Dutzend Harrier und ein Dutzend Helikopter rumschipperte scheint mit rund 16.700 Tonnen die Príncipe de Asturias gewesen zu sein. Deutlich drunter gibt es wahrscheinlich wenig. Und das Ding hätte sicher keinen Platz für einen Nuklearreaktor in den Dimensionen, die der Helicarrier braucht.

Noch was zu den Reaktoren: U-Boote mit Atomreaktor gehen runter bis einige Tausend Tonnen Verdrängung, aber die brauchen auch verhältnismäßig "alberne" Leistungen. Eine Ohio-Klasse hat die Verdrängung der Príncipe de Asturias bei "läppischen" 43 MW Leistung auf der Welle. Also etwa die Leistung der Triebwerke von zwei Mi-26. Merke: Hubschrauber brauchen völlig affenartig bizarr hohe Leistungswerte.

Ich hoffe also, dass mir jeder zustimmt, wenn ich sage, dass 5.000 Tonnen für den Helicarrier WEEEEEIT unter dem liegen, was der realistisch betrachtet wiegen müsste angesichts von Hangars, Fliegern, Treibstoff, Waffen, Reaktor, Kühlwasser (mein Gott, wie will der einen einigermaßen brauchbaren Kühlkörper realisieren?!?), Turbinen, Generatoren, Motoren, Getrieben, Rotoren, Grundgerüst, Panzerung(?!?), Mannschaft, Mannschaftsunterkünften, Sensorik, CIC und so weiter und so fort. Das Ganze war jetzt nur Vorgeplänkel, damit niemand hinterher sagt, dass der Schub im folgenden Teil viel zu hoch angesetzt sei. Für einen Flugzeugträger ist der wahrscheinlich eher noch zu niedrig.

Für 5.000 Tonnen brauche ich also einen Schub von ca. 50 MN. Ich nehme weiterhin die Zauberrotoren mit 2000 N/m^2. Das ist schon so langsam an der Grenze zum Propeller, aber geschenkt. Macht also eine Fläche von 25.000 m^2. Das waren ja schon mal sehr optimistische Werte, die ich angeführt hatte. Die dafür nötige Leistung zum Schweben ohne irgendwelche Wirbelbildung (Himmel, wird es da realistisch die Wirbelbildung aus der Hölle geben!!!) wird also ungefähr 1,44 Gigawatt betragen, um so viel Fluid in Bewegung zu versetzen. Auf Meereshöhe. Nach oben braucht man mehr.

Witzigerweise habe ich gerade festgestellt, dass das die Effizienz ja auf ein Maximum von 3,5 kg/kW festnagelt. Ich rechne gleich noch ein Mal das ganze mit größeren Rotoren durch. Im Moment ist das ja nur die Fläche eines halben Polofeldes. Oder von fünf American-Football-Feldern. Zweieinhalb Fußballfelder (wenn man das Maximum nach DFB-Statut nimmt, fünf beim kleinsten erlaubten). Die Energieerhaltung sorgt natürlich dafür, dass NIEMALS ein Kilowatt Motorleistung 3,5 kg dieses Dings trägt.

Aber zurück zur bewegten Luft. Das da oben führt zu einer induzierten Geschwindigkeit von rund 29 m/s, rund 100 Stundenkilometer. Das ist lustig. Hubschrauber haben eher so 6 m/s. Ok, ich sollte definitiv größere Rotoren nehmen. Egal, weiter. Induzierte Geschwindigkeit beschreibt die Geschwindigkeit, mit der die Luft im Mittel nach unten aus den Rotoren rausgeschubst wird. In der Rotornabe ist die geringer, denn da ist die Bahngeschwindigkeit der Rotorblätter nahe null. Nach außen wird sie zunehmend höher, bis sie irgendwo in der Mitte des Blattes den Höchstwert erreicht. Zum Rand wird es wieder wegen des sogenannten Wirbelrings weniger. Mittelwert für das Fluid muss in diesem Fall ca. 29 m/s sein, in der Mitte des Rotorblatts schneller, innen und außen niedriger.

Wir bewegen jetzt also Luft über eine Fläche von 25.000 m^2 mit einer Geschwindigkeit von 29 m/s. Das sind also etwa 720.000 m^3 pro Sekunde. 866 Tonnen Luft pro Sekunde, die mit 100 Stundenkilometer gen Boden geschickt werden. Vergiss die Flugzeuge. Das Ding macht Wetter. Und bei einem Start oder bei einer Landung werden die Luftbewegungen um den Helicarrier - Stichwort Wirbelring - sicher für totalen Spaß sorgen. :d

Aber gut, ihr werdet jetzt einwenden, dass der Helicarrier ja alberne Rotoren hat. Stimmt. Nehmen wir mal effiziente Rotoren, die auch wirklich nur 6 m/s induzierte Geschwindigkeit und eine hohe Effizienz von in diesem Fall 17 kg/kW haben. Dann passiert folgendes:

Wir brauchen eine Rotorfläche von 600.000 m^3. Das wären 750 Mi-26-Rotoren. Und die sind schon echt groß. 56 Fußballfelder. Wäre das ein Rotor, hätte der eine Rotorblattlänge von knapp einem halben Kilometer (440m), was aber nicht geht, weil der dann nicht gerade schnell drehen kann wegen der Bahngeschwindigkeit außen. Mal abgesehen vom Angstschweiß, den ein Materialwissenschaftler bekommt, wenn er einen derart langen Rotor bauen soll. Das Vorbild hat ja vier Rotoren. Die hätten dann eben immer noch einen Radius von 220 Metern. Mit solchen Rotoren braucht der Helicarrier jetzt aber auch nicht mehr arg so viel Leistung. Läppische 300 Megawatt, bevor solche Details wie Wirkungsgrade zuschlagen. Siehe hohe Effizienz weiter oben.

Witzigerweise passiert jetzt was lustiges. Obwohl sich die induzierte Geschwindigkeit auf 5,9 m/s absenkt, steigt der Volumen- und Massendurchsatz massiv an. Das liegt daran, dass ich ein umso höheres Druckgefälle am Rotor bekomme, umso schneller ich die Luft durchpresse. Und das ist überproportional. Entsprechend muss ich bei halber Geschwindigkeit deutlich mehr als die doppelte Luft durchschicken. Darum auch die riesige Fläche. Das bedeutet, dass da nun 3,5 Millionen Kubikmeter Luft mit einer Masse von 4200 Tonnen pro Sekunde durch all die Rotoren gejagt werden müssen.

Das sind natürlich alles jetzt recht diffuse Werte, mit denen man wenig anfangen kann. Aber ich finde leider keine Daten dazu, wie schnell wie viel Luft denn so in einem Tornado nach oben steigt. Ich habe wenig Zweifel, dass sich der Helicarrier in ähnlichen Bahnen bewegen könnte.

Und das sind übrigens Sachen, bei denen ein optimierteres Rotorprofil nichts bringt. Das ist schon das Resultat für den real nicht existierenden perfekten Rotor. Ab hier geht's nur noch bergab.

@Lichtschwerttänzer, Eulenspiegel:
Butter bei die Fische! Nicht nur "Unmöglich kann ja viel heißen". Empirie, meine Freunde! Naturgesetze! Fakten! Alternative Fakten! ;)
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Eulenspiegel am 26.11.2017 | 00:48
Ich bin durchaus der Meinung, dass ich mit "Schwierig" hier in diesem Fall ein "mit ziemlicher Sicherheit an Unmöglich grenzendes Schwierig" meine. Also so ein "Umöglich im Rahmen der uns bekannten Physik". Weil Unmöglich ja nun eine Kategorie ist, die echt schwer empirisch zu belegen ist, muss man halt einen Rahmen haben, in dem man das als Unmöglich tituliert. Und ich bin mir recht sicher, dass dieses Ding sich in dem Bereich, den wir als Menschheit derzeit physikalisch beschreiben können, unmöglich recht gut als Beschreibung für den Helicarrier herhalten kann. ;)
Ich finde schon, dass es einen Unterschied gibt zwischen einem Helicarrier auf der einen Seite und einem Perpetuum mobile bzw. einem Überlichtantrieb auf der anderen Seite.

Beim Perpetuum mobile bzw. Überlichtantrieb würde ich zustimmen, dass diese physikalisch unmöglich sind. Ein Helicarrier ist da deutlich niederschwelliger angesiedelt.
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Chruschtschow am 26.11.2017 | 00:53
Klar, mit der richtigen Energiequelle klappt auch das. Dann geht alles. Da kann ich hübsch kleine Triebwerke an die Seiten schnallen, die Luft entsprechend schnell nach unten raus ballern etc. Nur brauche ich dann auch ziemliche Leistungen, weit im mehrstelligen Gigawattbereich. Am besten schön leicht. Bin ich bereit, Starks Arc-Reaktoren in mein Weltbild einzubauen, habe ich kein Problem. Leider zeichnet sich da wenig im Standardmodell ab, das uns bereitwillig solche Leistungsdichten zur Verfügung stellt. ;)
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Eulenspiegel am 26.11.2017 | 00:58
Wie gesagt: Ich habe durchaus gesagt, dass ich das Perpetuum mobile für unmöglich halte. Btw, das Pereptuum mobile sagt nichts über Leistungsdichten aus.

Schau dir mal die Kardaschow-Skala (https://de.wikipedia.org/wiki/Kardaschow-Skala) an: Wir sind technologisch eine Typ 0 bzw. Typ I Zivilisation (je nach Definition). Rein physikalisch sind aber auch Typ III Zivilisationen möglich.
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Chruschtschow am 26.11.2017 | 01:06
Die Fähigkeit, eine Dyson-Sphäre zu bauen, ist nichts gegen die Kraft, die einen Helicarrier zum Fliegen bringt. ~;D

Oder ernsthafter: Naja, die Dyson-Sphärenbauer machen auch keine Aussage über Leistungsdichten. Aber woher könnte denn so viel Energie bei so wenig Gewicht in so kurzer Zeit kommen, das deine Kardaschow-II-Leute das Ding zum Fliegen bringen? Ich wüsste keinen physikalisch sinnvollen Ansatz einen solchen Reaktor herbei zu fabulieren. Ich bin auf deinen Ansatz gespannt.
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: KhornedBeef am 26.11.2017 | 01:12
Anders gesagt: Eine Typ 0 Zivilisation ist zu dumm für Helicarrier, Typ 2 ist zu schlau. Die bauen lieber interstellare Railguns :)
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Chruschtschow am 26.11.2017 | 01:16
Anders gesagt: Eine Typ 0 Zivilisation ist zu dumm für Helicarrier, Typ 2 ist zu schlau. Die bauen lieber interstellare Railguns :)

Oder vernichten sich selbst beim Versuch einen Helicarrier zu bauen. Vielleicht ist der Helicarrier die Lösung für das Fermi-Paradoxon. An irgendeiner Stelle ihrer Entwicklung versucht jede Zivilisation einen schwebenden Flugzeugträger zu bauen und verpulvert alle Ressourcen dafür, anstatt sich mit einer Dyson-Sphäre fit für die nächsten Äonen zu machen. ~;D
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Eulenspiegel am 26.11.2017 | 01:28
Da ich im Augenblick im Steampunk-Fieber bin und mich daher mehr mit Zeppelinen anstatt mit Rotoren beschäftige, versuche ich das ganze mal von der Seite zu lösen:

Anstatt altmodisch mit Wasserstoff oder Helium gefüllte Ballons zu nehmen, nimmt man einen riesengroßen Metallkasten, der mit Vakuum gefüllt ist. Ist der Kasten groß genug, ist genug Auftrieb vorhanden. Die Frage ist, wie groß muss dieser Metallkasten sein?

Nehmen wir an, wir wollen 5.000 Tonnen (=5 *106 kg) auf 10 km Höhe schweben lassen. Der Luftdichte-Rechner (https://wind-data.ch/tools/luftdichte.php?method=1&z=10000&abfrage=Aktualisieren) sagt mir, dass dort eine Luftdichte von 0,440 kg/m³ vorhanden ist. Das heißt, wir benötigen (5 *106 kg) / (0,44 kg/m²) = 1,2 * 107 m³ Vakuum, um genügend Luft zu verdrängen. Klingt nach verdammt viel, aber rechnen wir das ganze mal in km³ um: 1,1 * 107 m³ = 1,1 * 107 m³ = 1,1 * 107 km³/1000³ = 1,1 *10-2 km³ = 0,011 km³.

Das sieht schonmal nach einer vernünftigen Größe aus. Da man sich unter Volumen aber häufig nichts vorstellen kann, überlegen wir uns, wie groß der Durchschnitt einer Kugel mit diesem Volumen sein muss:
d³ = 6/pi * V = 6/pi * 1,1 * 107 m³ = 2,1 * 107
d = (2,1 * 107 m³)1/3 = 275 m

Wir benötigen also eine Metallkugel mit einem Durchmesse von 275 Metern, um unseren Helicarrier durch Luftverdrängung schweben zu lassen. Das Problem ist natürlich, dass auf diese Kugel von außen ein sehr hoher Druck lastet und so eine große Kugel nicht so extrem stabil ist. Vergrößern wir die Kugel also ruhig auf 300 m Durchmesser und bauen dafür innerhalb der Kugel noch Verstrebungen ein, die die Kugel stützen.
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Pyromancer am 26.11.2017 | 01:29
Chruschtschow, dein Fehler ist, dass du oben anfängst und dann merkst, dass es nicht geht. Ich fang unten an und schau, wie weit ich komme.

20 Mi-26 zusammengeschraubt, minus die ganze Redundanz, die ich einspare, minus Treibstoff, minus Gewichtsersparnis durch 40 Jahre Fortschritt in der Werkstofftechnik, macht 1000 Tonnen Nutzlast. Das ist grob machbar.

20 Mi-26 haben eine Leistung von 300 MW. Die Firma Gen4 Energy bewirbt einen Reaktor mit 25 MW (elektrisch), der 15-20 Tonnen wiegen soll. Das ist Werbung, aber glauben wir das mal. Macht 240 Tonnen. Mit Aufhängung, Wärmetauschern (zum Glück haben wir große Ventilatoren), höherem Gewicht weil die Werbung lügt usw., sagen wir 500 Tonnen. Bleiben 500 Tonnen Nutzlast.

Ein Hangar mit 4 F-35s veranschlage ich mit 100 Tonnen (20 Tonnen pro Flugzeug, 20 Tonnen für den Hangar selbst), Treibstoff/Waffen für 30 Missionen sind nochmal 300 Tonnen (10 Tonnen pro Mission). Und für die restlichen 100 Tonnen baue ich Quartiere für die Mannschaft, eine Aussichtsplattform, Radargeräte und eine Küche ein. Fertig.

Das ist kein fliegender Nimitz-Träger, aber ein schicker, kleiner Helicarrier. Laut, heiß, windig, gefährlich für die Besatzung und militärisch sinnlos, aber theoretisch machbar.
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Talasha am 26.11.2017 | 01:38
Ja nach Missionsprofil könnte man auch die eine oder andere F35 durch eine Bronco (https://de.wikipedia.org/wiki/Rockwell_OV-10) ersetzen.
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: KhornedBeef am 26.11.2017 | 01:49
Bei Physik sollte egal sein, an welchem Ende man losrechnet. Vielleicht liegt es doch mehr an den Grundannahmen.
Das mit dem fliegenden Hochvakuum klingt lustig, braucht aber wohl auch wieder Superwerkstoffe, um nicht zu implodieren, oder? Ich sehe auf der Kirmes irgendwie keine fliegenden Christbaumkugeln und so..
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Eulenspiegel am 26.11.2017 | 02:04
Nein, man braucht keine Superwerkstoffe. Ein normales U-Boot kann etwa 50 Bar Druckunterschied aushalten. Der Metalballon muss maximal 1 bar Druckunterschied aushalten. (Quasi das gleiche, was auch ein Raumschiff an Druckunterschied aushalten muss.)

Zu den fliegenden Christbaumkugeln: Vakuum zu erzeugen ist extrem teuer. Technisch ist das machbar. Und bei einigen Sachen, wo man unbedingt Vakuum benötigt, wird das bereits gemacht. Eine Christbaumkugel wiegt aber nur 40g. Anstatt ein Vakuumballon zu benutzen, ist es hier also wesentlich billiger, die Christbaumkugel einfach an mehreren Heliumballons zu befestigen.

Chrisbaumkugeln sind billig. Ein paar Heliumballons sind ebenfalls billig. Fertig ist die schwebende Christbaumkugel.


Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Chruschtschow am 26.11.2017 | 02:23
Ja nach Missionsprofil könnte man auch die eine oder andere F35 durch eine Bronco (https://de.wikipedia.org/wiki/Rockwell_OV-10) ersetzen.

Pst, ich würde vermuten, dass bei einem Helicarrier-adäquatem Techlevel kein einziges Bordflugzeug bemannt ist. ;)

@Pyromancer:
Wenn du mal ein bisschen nach Nutzlasten, Startgewicht, Leistung etc. von modernen Helikoptern schaust, wirst du raus finden, dass die Mi-26 da echt schon ein ziemlich gutes Ding ist. Eine Erhöhung der Nutzlast um 60%? Sehr unwahrscheinlich.

Beim Gen4 suche ich gerade das Gewicht. Wo hast du das her? 15 bis 20 Tonnen erscheint mir recht niedrig, wahrscheinlich ist das nur das Containment, wenn überhaupt. Es ist ja jetzt nicht gerade so, dass die mit einer mobilen Anwendung werben.

Und beim Gewicht? Die deutschen Fregatten haben schon 5000 Tonnen Verdrängung. Wenn du irgendwas an Sensorik, Technik, sonstwas unterbringen willst, dann wünsche ich dir viel Spaß mit den 500 Tonnen, auf denen du vier Flugzeuge parken willst. Ich würde vermuten, dass die Stützstruktur, um die Reaktoren an die Rotoren zu hängen, schon locker 500 Tonnen wiegt. Gerne auch mehr. Und wahrscheinlich wirst du eine Start- und Landebahn brauchen. Senkrechtstarten wird schwierig. Der Schub der Flugzeuge nach unten würde den Träger runter drücken, insbesondere wenn er so leicht ist. Wie gesagt, ich halte 5000 Tonnen schon für eine völlige Utopie.

Übrigens lande ich da immer noch bei völlig irren Werten beim Volumendurchsatz. 273 Tausend Kubikmeter pro Sekunde, 327 Tonnen Luft sind das. Auf einem verhältnismäßig kleinen Gebiet. Gibt es hier im Forum irgendwelche Luftfahrtingenieure, die irgendeine Ahnung haben, was Rotoren machen, wenn ich derart viele so nahe beieinander betreibe? Wie nahe lässt man bei Flügen in Gruppen Helikopter aneinander heran kommen? Wirbelringe sind nämlich ein großes Problem.

Ich habe grooooße Zweifel. So großartig Helicarrier als Idee sind - also vom Comc-Fan-Standpunkt aus - so unwahrscheinlich halte ich eine sinnstiftende Realisierung des Konzepts.

@Eulenspiegel:
Zeig mir ein Beispiel für einen schwebenden Vakuumkörper. Würde ich schon gerne mal sehen. Das wäre saucool. :)
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: nobody@home am 26.11.2017 | 09:05
Nein, man braucht keine Superwerkstoffe. Ein normales U-Boot kann etwa 50 Bar Druckunterschied aushalten. Der Metalballon muss maximal 1 bar Druckunterschied aushalten. (Quasi das gleiche, was auch ein Raumschiff an Druckunterschied aushalten muss.)

Und was wiegt so ein 300-Meter-Kugel-U-Boot so? ~;D

Ich vermute nämlich im Moment ins Blaue hinein, daß es am ehesten daran scheitern wird. Ich brauche im Prinzip eine Riesenballonhülle, die dem Druck standhält, an allen Stellen absolut oder zumindest hinreichend luftdicht ist (insbesondere, wenn ich die nötigen Vakuumpumpen nicht an Bord mitschleppen will), obendrein ihr eigenes Gewicht trägt, und dann summa summarum immer noch weniger wiegt als der Auftrieb, den mir das interne Vakuum liefert, weil sie sonst ja nicht mal vom Boden hochkommt.
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Chruschtschow am 26.11.2017 | 09:49
Unter Normalbedingungen hat Luft eine Dichte von 1,29 kg/m^3, Wasserstoff liegt bei 0,09 kg/m^3, Helium bei ungefähr 0,18 kg/m^3. Und für den Auftrieb muss ich einfach nur die Differenz der Dichten nehmen. Das ergibt also als Auftrieb für Helium von ca. 1,11 kg/m^3, Wasserstoff 1,20 kg/m^3, Hochvakuum 1,29 kg/m^3 und das olle Gammelvakuum mit der Drehschiebervakuum mit der Pumpe in unserer Sammlung (<0,01 bar, wenn ich nur fix einen Ballon "aufpuste" oder Wasser bei Raumtemperatur zum Sieden bringe, also rund 0,01 kg/m^3 Dichte) 1,28 kg/m^3. Und teuer ist das Vakuum jetzt nicht. Eines dieser Traggase - ich zähle für diese Betrachtung das Vakuum mal darunter - ist geeignet, durch "Füllen" in eine Blechdose diese zu zerquetschen. Keines der drei bringt sie zum Schweben.  ;)
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Runenstahl am 26.11.2017 | 10:06
Bei allem was ich bis heute schon an irrer Technik gesehen habe (vor allem in den Bereichen Dronen und Robotik) halte ich einen Helicarrier für durchaus möglich.

Hier ist mal ein Video von einem flugfähigen Minimodell. Das ist natürlich absolut kein Beweis das der auch in groß Funktionieren würde, aber wenn ein paar Hobbybastler das Ding in Mini Hinbekommen, dann ist es durchaus denkbar das man sich mit Militärbudget Schritt für Schritt an größere Versionen rantasten kann. Und wenn man dann noch davon ausgeht das SHIELD ein paar Technologien in der Schublade hat die den unsrigen überlegen sind ist das mMn absolut denkbar.
https://www.youtube.com/watch?v=0u7CWB40ezM (https://www.youtube.com/watch?v=0u7CWB40ezM)
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: KhornedBeef am 26.11.2017 | 10:17
Sie könnten halt den "Heli"-Teil weglassen, wie auch im Film, und de facto auf "Repulso" umsteigen. Aber hier ging es ja auch um die technische Machbarkeit mit dem jetzt Verfügbaren.
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Pyromancer am 26.11.2017 | 10:25
@Pyromancer:
Wenn du mal ein bisschen nach Nutzlasten, Startgewicht, Leistung etc. von modernen Helikoptern schaust, wirst du raus finden, dass die Mi-26 da echt schon ein ziemlich gutes Ding ist. Eine Erhöhung der Nutzlast um 60%? Sehr unwahrscheinlich.
Ein halbes Jahrhundert Fortschritt in der Werkstofftechnik, da nehm ich die 60% mehr Nutzlast hauptsächlich her. Ohne dabei schlecht zu schlafen.  ;)

Zitat
Und beim Gewicht? Die deutschen Fregatten haben schon 5000 Tonnen Verdrängung.
Ich glaube, da zeigt sich der Hauptunterschied in unserer Herangehensweise: Du denkst "fliegendes Schiff", ich denke "übergroßer Hubschrauber".

Zitat
Wenn du irgendwas an Sensorik, Technik, sonstwas unterbringen willst, dann wünsche ich dir viel Spaß mit den 500 Tonnen, auf denen du vier Flugzeuge parken willst. Ich würde vermuten, dass die Stützstruktur, um die Reaktoren an die Rotoren zu hängen, schon locker 500 Tonnen wiegt.
Dafür hab ich ja grob 200 Tonnen veranschlagt, "das geht schon!"

Zitat
Gerne auch mehr. Und wahrscheinlich wirst du eine Start- und Landebahn brauchen. Senkrechtstarten wird schwierig. Der Schub der Flugzeuge nach unten würde den Träger runter drücken, insbesondere wenn er so leicht ist.
Um ein 20 Tonnen Flugzeug senkrecht abzuheben drückt die nach unten beschleunigte Luft mit welchem Gewicht auf das Trägerdeck? Ca. 20 Tonnen vielleicht?

Zitat
Wie nahe lässt man bei Flügen in Gruppen Helikopter aneinander heran kommen? Wirbelringe sind nämlich ein großes Problem.
(https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/7/77/USMC_CH-46.jpg/640px-USMC_CH-46.jpg)
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Chruschtschow am 26.11.2017 | 12:27
@Pyromancer:
Werkstofftechnik: Die Dinger wurden mehrfach modernisiert. Selbst wenn du dir eine CH-47F - Indienststellung 2006 - anschaust, kommst du bei der auf maximal 50% Nutzlast.

Fliegendes Schiff: Naja, Flugdeck, Reaktoren für den Antrieb. Die einzigen Fahrzeuge in ähnlicher Größe. Wenn ich als Vorbild dann das kleinste Modell - den spanischen Träger - nehme und dessen Masse durch drei teile, bin ich mir immer noch recht sicher, dass mein Träger für das Leistungsspektrum, das man von einem Flugzeugträger verlangt, unterdimensioniert ist. Aber gut, unterschiedliche Randbedingungen. Dass ich ein, zwei sehr leichte Flugzeuge unter einen Zeppelin schnallen kann, wurde ja schon empirisch belegt (USS Macon u.ä.) Bei "S.H.I.E.L.D Helicarrier" wie im Titel sehe ich aber tatsächlich eher "Nimitz" statt "Macon". "Carrier" verlangt aus meiner Sicht etwas mehr als "hat Flugzeuge". Ich denke, ich habe meine Rahmenbedingungen in den meisten Postings beschrieben. Entsprechend skeptisch bin ich bei meinem Konzept auch bezüglich der 200 Tonnen.

Senkrechtstarter: OK, klar. Stimmt. Duh ... ;)

Tandem-Rotorkombination:
Die ist nicht gerade ein Argument dafür, dass das mit 30 Rotoren klappt, denn der Tandemrotor produziert einen Eimer Probleme, die mit mehr Rotoren noch ein Mal wesentlich problematischer werden.
- Für die Synchronisation bei der CH-47 hängen die Rotoren an einer Welle, die ein Mal durch den Helikopter gezogen wird. Die ist halt schwer. Da kann man argumentieren, dass jeder Rotor seinen eigenen vom Reaktor gespeisten E-Motor bekommt und das computergestützt synchronisiert wird. Damit geht aber halt der Wirkungsgrad runter, weil ich wieder mehr Schritte von Nukular bis Bewegung habe.
- Wahrscheinlich problematischer ist die Reduzierung des Auftriebs durch benachbarte Rotoren. Beim Vorwärtsflug sind beim Chinook Teile der Luft schon durch den Frontrotor in Abwärtsbewegung, durch die sich dann der Heckrotor bewegt. Das reduziert die Effizienz des hinteren Rotors. Um das ein bisschen zu verringern, sitzt der ja auch höher. Beim Helicarrier wird das brutal schlimmer. Du ziehst realistisch betrachtet ja nicht nur die Säule senkrecht über dem Rotor nach unten, der Luftstrom wird sich oben und unten auch lateral ausdehnen. Damit werden vor allem innerhalb der Anordnung liegende Rotoren massive Einbußen beim erbrachten Auftrieb haben, weil da schon alles in Bewegung ist.
- Die ganze Konstruktion wird wahrscheinlich einen irrsinnigen Wirbelring erzeugen. Die Luft wird oben abgesogen, wodurch Unterdruck entsteht. Unten entsteht Hochdruck, der zu den Seiten davon strömt, am besten gen Unterdruckgebiet. Also wird es um den Träger massiv Aufwinde geben. Die werden wieder angesogen und so gerät die ganze Luft in eine zirkulare Bewegung in Form eines Torus um den Helikopter. Das Problem haben alle Helikopter, vor allem im Schwebezustand. Beim Vorwärtsflug ist das weniger stark ausgeprägt, aber da kriege ich halt das weiter oben erwähnte Abwindproblem, weil die hinteren Rotoren durch gestörte Luft müssen.

Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Eulenspiegel am 26.11.2017 | 13:08
Und was wiegt so ein 300-Meter-Kugel-U-Boot so? ~;D
Die Kugel hat genug Auftrieb, um 5.000 Tonnen Gewicht zu tragen.

Schauen wir uns nun ein Space Shuttle an. Laut Azo Materials (https://www.azom.com/article.aspx?ArticleID=11443) sind das 8574,7 kg für 1105 m² Oberfläche. Das bedeutet 7,76 kg / m². Sagen wir, man kann die Hälfte einsparen, wenn man keine Hitzeschilder für den Wiedereintritt in die Atmosphäre benötigt. Dann sind das 3,9 kg / m²

Eine 300 m Kugel hat eine Oberfläche von pi * 300² m² = 282.743 m²
Das macht eine Masse von 3,9 kg/m² * 282.743 m² = 1.102.697 kg = 1.103 t

Das heißt, von den 5000 Tonnen Auftrieb bleiben 3897 Tonnen Nutzlast übrig.

Kleiner Hinweis:
Das ist auch der Grund, warum sich Vakuumballons erst bei sehr großen Durchmesser lohnen. Ich bin jetzt zu faul, es auszurechnen. Aber ich vermute, bei Ballons mit <100 Metern Durchmesser lohnt sich ein Heliumballon eher.
Der Grund ist: Helium hat zwar eine höhere Dichte als Vakuum. Dafür wird weniger Masse für die Ummantelung benötigt. Volumen ist proportional zum Kubik des Durchmessers. Die Oberfläche ist nur proportional zum Quadrat des Durchmessers. Das heißt, bei "kleinen" Ballons (mit weniger als 100 Meter Durchmesser) überwiegt der Einfluss der Ummantelung. Bei großen Ballons überwiegt dann der Einfluss des Inhalts. Die Formeln dafür sind im Prinzip (mit Durchmesser d):
Masse(Heliumballon) = x*d³ + y*d²
Masse(Vakuumballon) = z*d²

Wobei x und y sehr kleine Zahlen sind, und z verhältnismäßig groß (im Vergleich zu y).
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: nobody@home am 26.11.2017 | 13:25
Eine 300 m Kugel hat eine Oberfläche von pi * 300² m² = 282.743 m²

Hat sie leider nicht. Sie hat eine Oberfläche von 4 * pi * 300² m² = 1.130.973 m² (auf den Quadratmeter abgerundet).

Zitat
Das macht eine Masse von 3,9 kg/m² * 282.743 m² = 1.385.442 kg = 1.385 t

Entsprechend ist die Masse dann auch das Vierfache, also nach meiner Rechnung ca. 4.411 t. Okay, das ist jetzt auf die Tonne aufgerundet und so zweihundert Kilo bleiben "übrig"...

Zitat
Das heißt, von den 5000 Tonnen Auftrieb bleiben 3615 Tonnen Nutzlast übrig.

...aber die Nutzlast beschränkt sich trotzdem auf unter sechshundert Tonnen -- ein bißchen weniger als ein Siebtel des Kugelgewichts selbst und weniger als ein Achtel des Gesamtauftriebs. (Mit den zuerst angenommenen 4,9 kg/m² kämen wir sogar direkt in die Miesen und die Kugel bliebe fest am Boden.) Selbst wenn das Ding also zu diesen Bedingungen baubar sein sollte, würde es für seine Größe (immerhin so hoch wie der Commerzbank-Tower in Frankfurt bis zur Antennenspitze und formbedingt deutlich wuchtiger) vergleichsweise wenig heben.
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Eulenspiegel am 26.11.2017 | 13:29
Hat sie leider nicht. Sie hat eine Oberfläche von 4 * pi * 300² m² = 1.130.973 m² (auf den Quadratmeter abgerundet).
Du berechnest gerade die Oberfläche einer Kugel mit dem Radius 300 m.
Ich verwende jedoch eine Kugel mit dem Durchmesser 300 m.

Eine Kugel, die den Durchmesser 300 m hat, hat den Radius 150 m.
Wenn du das auf deine Formel anwendest, erhältst du: 4 * pi * 150² m² = 282.743 m².
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Talasha am 26.11.2017 | 13:39
Der Gewichtsanteil der Hitzeschutzkacheln dürfte deutlich geringer sein, die Dinger bestehe zu 90% aus Luft.
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: nobody@home am 26.11.2017 | 14:00
Du berechnest gerade die Oberfläche einer Kugel mit dem Radius 300 m.
Ich verwende jedoch eine Kugel mit dem Durchmesser 300 m.

Eine Kugel, die den Durchmesser 300 m hat, hat den Radius 150 m.
Wenn du das auf deine Formel anwendest, erhältst du: 4 * pi * 150² m² = 282.743 m².

Hm, stimmt.

Nichtsdestotrotz bin ich in Sachen Realisierbarkeit einer vakuumfesten Kugel größer als die meisten Bürohochhäuser mit aktuell verfügbaren hinreichend leichten Materialien etwas skeptisch. ;) Auch wenn eine Kugelform sicher dem Außendruck noch am ehesten standhält...
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Chruschtschow am 26.11.2017 | 15:00
Eine Kleinigkeit würde mich bei der Vakuumkugel noch interessieren. Wie kommt die aus den tieferen Tiefen der Atmosphäre da hin? Ballons können da ja recht gut die Druckänderung durch Ausdehnung kompensieren. Der Auftrieb sinkt nach oben hin wie beim Vakuumkörper auch. Aber der Druck innen und außen bleibt immer schön gleich. Deshalb pumpt man Wetterballons nicht ganz prall auf. Der Gleichgewichtszustand sorgt aber dafür, dass ich mit wenig Aufwand an Luftfahrzeuge komme, die aus Normaldruck auf 10, 20, 30 km Höhe aufsteigen.

Kann also das Spaceshuttlezeugs auch beim Start standhalten? Oder muss ich doch erst alles auf 10 km bringen und dann erst pumpen?
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: YY am 26.11.2017 | 15:13
Pst, ich würde vermuten, dass bei einem Helicarrier-adäquatem Techlevel kein einziges Bordflugzeug bemannt ist. ;)

Das war einer der Gründe, warum ich oben neben der Super Tucano auch die Reaper erwähnt habe:
Bei halbwegs vergleichbaren Leistungsdaten macht Pilot, Fernsteuerung oder autonomes Fliegen keinen großen Unterschied beim Gewicht.
Selbst wenn der KI-Part völlig "gewichtslos" in den Rest der Elektronik integriert werden kann, spart man nicht viel.


Relevant/interessant wird das nur da, wo man in Sachen praktisch umsetzbare Flugleistung keine Rücksicht mehr auf die mitgeführte Biomasse nehmen muss.

Hier ist mal ein Video von einem flugfähigen Minimodell. Das ist natürlich absolut kein Beweis das der auch in groß Funktionieren würde, aber wenn ein paar Hobbybastler das Ding in Mini Hinbekommen, dann ist es durchaus denkbar das man sich mit Militärbudget Schritt für Schritt an größere Versionen rantasten kann.

Wie immer kommt man beim Hochskalieren eben schnell an gewisse Grenzen, die sich beim kleinen Modell teils gar nicht absehen lassen, teils offensichtlich und kaum zu überwinden sind.
Hier halt vor Allem Verschleiß und Reichweite/Flugdauer.
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Eulenspiegel am 26.11.2017 | 16:22
Eine Kleinigkeit würde mich bei der Vakuumkugel noch interessieren. Wie kommt die aus den tieferen Tiefen der Atmosphäre da hin? Ballons können da ja recht gut die Druckänderung durch Ausdehnung kompensieren.
Wasserstoff- und Heliumballons basieren auf dem Prinzip "Innendruck = Außendruck". Deswegen kann man auch eine superleichte Ummantelung verwenden.
Dieses Prinzip wäre bei Space Shuttles aber sehr schnell sehr tödlich für die Astronauten. Daher konstruiert man hier eine Ummantelung, die 1 bar Druckunterschied aushalten kann. Der Nachteil ist, dass dafür die Ummantelung auch wesentlich schwerer ist. Das sieht man an meiner vorherigen Rechnung gut.

Das heißt, die Ummantelung ist stark genug, um 1 bar Druckunterschied auf dem Boden standzuhalten und damit erst Recht stark genug, um 0,3 bar Druckunterschied auf 10 km Höhe auszuhalten.

Zitat
Kann also das Spaceshuttlezeugs auch beim Start standhalten?
Da fragst du am besten die NASA.  ;)
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Chruschtschow am 26.11.2017 | 17:27
Da fragst du am besten die NASA.  ;)

Nö, das frage ich dich, denn du hast ja den Werkstoff eingebracht. Also was für ein Zeug soll das sein? Du musst ja eine Kraft von außen auf die Hülle von ca. 100.000 N pro m^2 aushalten. Hinter der Shuttlefront ist ja jetzt nicht nichts. Und die Bestandteile des Hitzeschildes waren keine tragende Struktur. An Ort und Stelle wurden die von einer Struktur aus Aluminium- und Titanlegierungen gehalten, wobei später einzelne Bestandteile zur weiteren Gewichtsreduktion durch kohlenstoffverstärkte Verbundfaserstoffe ersetzt wurden. Das fehlt deiner Struktur, du hast nur die Hülle eingerechnet, wenn ich das recht sehe.

Das ist so ähnlich, als wolltest du ein Haus nur mit dem Putz bauen. Der hält ja auch einem Außendruck von 10 Tonnen pro Quadratmeter stand.
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Eulenspiegel am 26.11.2017 | 18:03
Nö, das frage ich dich, denn du hast ja den Werkstoff eingebracht. Also was für ein Zeug soll das sein?
Der Smiley sollte andeuten, dass das ein Witz wahr. ::)

Was für ein Zeug soll das sein: Das gleiche Zeug, dass die Nasa bei Space Shuttles verwendet, minus die Hitzekacheln.

Zitat
Du musst ja eine Kraft von außen auf die Hülle von ca. 100.000 N pro m^2 aushalten.
Richtig. Genau diesen Druck muss auch ein Shuttle im Weltraum aushalten: Da befindet sich innerhalb des Shuttles Luft, die mit 1 bar = 100.000 N / m^2 nach außen drückt.

Und wenn du dir die Raumfahrtmissionen anschaust, stellst du fest, dass handelsübliche Space Shuttles verdammt selten undicht werden. Während der Startphase sind sie wesentlich höheren Belastungen ausgesetzt als im Weltraum. Und im Weltraum haben Space Shuttles einen Druckunterschied von 1 bar. Das heißt, dort herrscht ein Druck von 100.000 N / m^2

Zitat
An Ort und Stelle wurden die von einer Struktur aus Aluminium- und Titanlegierungen gehalten, wobei später einzelne Bestandteile zur weiteren Gewichtsreduktion durch kohlenstoffverstärkte Verbundfaserstoffe ersetzt wurden. Das fehlt deiner Struktur, du hast nur die Hülle eingerechnet, wenn ich das recht sehe.
Nein, das Hitzeschild fehlt bei mir. Die Struktur aus kohlenstoffverstärkte Verbundfaserstoffe ist das, was das Gewicht ausmacht.

Zitat
Das ist so ähnlich, als wolltest du ein Haus nur mit dem Putz bauen. Der hält ja auch einem Außendruck von 10 Tonnen pro Quadratmeter stand.
Nein, ich habe ein Haus OHNE Putz gebaut.
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Chruschtschow am 26.11.2017 | 18:15
Doch, das Zeug aus dem Diagramm ist das TPS und macht mit knapp 9 Tonnen einen ziemlich hohen Teil des Orbiters aus. Aber das ganze Ding wiegt leer nicht ohne Grund fast 70 Tonnen. Das TPS ist NICHT Bestandteil der tragenden Struktur. Du hast da nur die Außenhaut.

Die bekannten schwarzen Hitzekacheln sind davon übrigens das HRSI und machen etwa die Hälfte aus. Halbierst du das Gewicht wie in deinem Rechenbeispiel, hast du also nicht ein Mal die ganze Außenhaut.
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: nobody@home am 26.11.2017 | 18:18
Richtig. Genau diesen Druck muss auch ein Shuttle im Weltraum aushalten: Da befindet sich innerhalb des Shuttles Luft, die mit 1 bar = 100.000 N / m^2 nach außen drückt.

Innerhalb der Kabine, ja...aber ich bin mir gar nicht so sicher, daß das gesamte Shuttle im Orbit ständig unter Druck steht. Entsprechend müßte dann ggf. natürlich auch nur die Kabine selbst druckfest konstruiert sein, dem während der Missionen öfters schlicht aufgeklappten Laderaum beispielsweise macht Vakuum ja eh nicht viel aus.
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Eulenspiegel am 26.11.2017 | 18:37
Der Orbiter insgesamt ist so schwer, weil dort noch eine Reihe von Geräten enthalten sind.

Ansonsten schauen wir uns doch mal ein anderes Material an: Eine ganz gewöhnliche Vakuum-Glühbirne. Diese enthält innen Vakuum und hier ist es Glas, das den Außendruck standhält. Theoretisch könnte man die Außenhaut also sogar aus Glas bauen. - Ist extrem unpraktisch, da es sehr leicht kaputt geht. Aber ausreichend, um den Druckunterschied standzuhalten.
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Pyromancer am 26.11.2017 | 18:56
Nochmal einen Schritt zurück: Wenn ich schon einen fliegenden Flugzeugträger will, warum dann einen Helicarrier? Auf der Stelle schweben ist doch genau die eine Tätigkeit, die ich mit so einem Gerät NICHT machen will! Ein atomgetriebener Flugzeug-Flugzeugträger ist technisch sehr, sehr viel einfacher, dann nehmen wir doch einfach den!
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Chruschtschow am 26.11.2017 | 18:56
Lies doch mal die Seite, die du selbst verlinkt hast. Da sind die einzelnen Komponenten aus der Bilanz aufgezählt, die du für deine Rechnung heran ziehst. Schau mal in dieses Dokument von der NASA (https://www.nasa.gov/centers/johnson/pdf/584733main_Wings-ch4g-pgs270-285.pdf) über den Entwicklungsprozess des Orbiters. Je nach Baustufe wird die Masse der Struktur mit 24 bis 36 Tonnen angegeben. Da ist das TPS drin, macht also rund 16 bis 24 Tonnen an eigentlicher Stützstruktur. Das von dir angegebene Material ist in seiner Anwendung schlicht nicht für das geeignet, was du planst. Das ist ein völlig anderes Zeug. Zum Beispiel ist das gar nicht vakuumdicht.

Und weißt du was eine Glaskugel von 300 Metern Durchmesser macht? PENG! Auch ohne Vakuum. Vergiss nicht, dass du damit einen Vakuumzeppelin bauen willst. Mal abgesehen davon herrscht in Glühlampen heutzutage auch kein Vakuum. Da ist ein Gemisch aus Argon und Stickstoff drin.

@Pyromancer:
Der hat wahrscheinlich auch technisch interessante Probleme, ist aber aus meiner Sicht um Längen plausibler. ;)
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Talasha am 26.11.2017 | 19:06
Der Orbiter insgesamt ist so schwer, weil dort noch eine Reihe von Geräten enthalten sind.

Ansonsten schauen wir uns doch mal ein anderes Material an: Eine ganz gewöhnliche Vakuum-Glühbirne. Diese enthält innen Vakuum und hier ist es Glas, das den Außendruck standhält. Theoretisch könnte man die Außenhaut also sogar aus Glas bauen. - Ist extrem unpraktisch, da es sehr leicht kaputt geht. Aber ausreichend, um den Druckunterschied standzuhalten.

Nein, da Druck N/m² sind, steigen die Kräfte bei größerer Oberfläche an. Deshalb werden Fahrraddreifen mit 9 Bar aufgepumpt Autoreifen nur 2-3 Bar.
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Supersöldner am 26.11.2017 | 19:09
man muss doch gar nicht in den Orbit ?
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Runenstahl am 26.11.2017 | 20:49
Hier ist ein Beitrag in dem jemand sich mehr Gedanken zum Helicarrier macht.
https://www.wired.com/2012/07/could-s-h-i-e-l-d-helicarrier-fly/ (https://www.wired.com/2012/07/could-s-h-i-e-l-d-helicarrier-fly/)

Er kommt zu dem Schluß das es möglich ist... wenn die Rotoren abstrus riesig sind was vermutlich wieder andere Probleme mit sich bringt.
In seinem Beitrag wird für den Helicarrier die Nimitz als Grundlage genommen. Zu seinem Vergleichsfoto möchte ich allerdings anmerken das der SHIELD Carrier ein wenig kürzer und schmaler ist. Wenn er auch noch flacher ist (was ich annehme) dann ist er damit insgesamt schonmal ein ganzes Ende leichter (90 % weniger in jede Richtung reduziert das Gewicht auf 72,9 %).
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Eulenspiegel am 26.11.2017 | 23:21
@Chruschtschow
Die 24 - 36 Tonnen sind doch schon wesentlich realistischer als die 70 Tonnen, die du ursprünglich angegeben hast. Wollen wir es also mit diesen Zahlen nochmal durchrechnen:

Kugel mit 300 Meter Durchmesser hat ein Volumen von: V = pi/6 * d³ =14.137.167 m³.
Luftdichte ist bei 10 km Höhe: 0,440 kg/m³.
Das heißt, die Kugel verdrängt Luft der Masse: m = 0,440 kg/m³ * 14.137.167 m³ = 6.220.353 kg = 6.220 t.

Bei den 24-36 t Außenhaut haben wir 16 bis 24 t Stützstruktur (Rest ist Hitzeschild). Ich habe dort jetzt keine Angabe zu der Große der Außenhaut gefunden. Aber nehmen wir einfach wieder die 1105 m² Oberfläche wie letztens. Dann haben wir 16 t/ 1105 m² =0,0145 t/m²= 14,5 kg/m²

Eine 300 m Kugel hat eine Oberfläche von pi * 300² m² = 282.743 m².
Das macht eine Masse von 14,5 kg/m² * 282.743 m² = 4099774 kg = 4100 t.

Das heißt, von den 6.220 Tonnen Auftrieb bleiben 2120 Tonnen Nutzlast übrig. Das ist weniger als in der vorherigen Rechnung, ist aber immernoch ausreichend.

Falls jemand jedoch der Meinung ist, 2120 Tonnen seien zu wenig: In diesem Fall werden 4 solcher Kugeln hergestellt und der Helicarrier wird an diesen 4 Kugeln befestigt. Dann hat der Helicarrier eine Nutzlast von 4*2120 t = 8480 t.

@Talasha
Richtig, die Kräfte steigen, der Druck bleibt aber gleich. Für die Frage, ob etwas kaputt geht, sind nicht die Kräfte, sondern der Druck relevant. (Indirekt sind die Kräfte dahingehend relevant, dass bei konstanter Oberfläche die Kraft proportional zum Druck ist.)

Das kann man an folgenden Beispielen veranschaulichen:
1. Ein Faustschlag hat mehr Kraft als ein Nadelstich. Aber der Nadelstich hat einen höheren Druck. Letztendlich ist es der Nadelstich, der deine Haut durchdringt.

2. Wenn du mit einem Hammer eine Wand einreißen willst, ist es nur relevant wie stark du mit dem Hammer auf die Wand schlägst. Wenn du nicht stark genug zuschlägst, hilft es dir nicht, dass andere Leute an anderen Punktend er Wand mit der gleichen Kraft zuschlagen: Dadurch erhöhst du zwar die Gesamtkraft mit der auf die Mauer eingeschlagen wird. Der Druck, den der einzelne Hammer auf die Wand ausübt, wird dabei aber nicht verändert.

3. Ein Space Shuttle hält einen Druck von 100.000 N/m² = 10 N/cm² aus. Wenn jetzt aber ein kleiner Asteroid gegen das Space Shuttle fliegt und an dabei 50.000 N ausübt, dann wird das Schiff beschädigt. (Grund: Die 50.000 N werden nicht gleichmäßig über die gesamte Außenhaut ausgewirkt, sondern nur an einer einzigen Stelle. An dieser Stelle, wo der Asteroid gegen die Außenhaut trifft, herrscht ein so hoher Druck, dass die Außenhaut dadurch kaputt geht. - Obwohl der Asteroid insgesamt weniger Kraft ausübt, als die gesamte Luft des Space Shuttles gegen die Außenhaut ausübt.)
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Chruschtschow am 27.11.2017 | 00:58
@Chruschtschow
Die 24 - 36 Tonnen sind doch schon wesentlich realistischer als die 70 Tonnen, die du ursprünglich angegeben hast. Wollen wir es also mit diesen Zahlen nochmal durchrechnen:

Du hast mich falsch verstanden. Der schwerste Orbiter, die Columbia, hatte ein Leergewicht von über 70 Tonnen. Ich sehe also nicht, wieso meine 70 Tonnen unrealistisch waren, wenn sie nun ein Mal die Angaben der NASA zu dem Thema sind. Die Dinger gehörten denen immerhin. Davon entfallen auf die Außenhaut und Struktur ca. 24 bis 36 Tonnen. So genau habe ich das nicht heraus gefunden, allerdings gab es auch deutliche bauliche Unterschiede zwischen allen Orbitern.

Nun war ein Orbiter halt keine Kugel von 300 Metern Durchmesser, sondern eher länglich mit knapp über 37 Metern Länge. Wollen wir mal so nett sein und annehmen, dass die wesentlich größeren Distanzen in der Kugel nicht zu wesentlich größeren Scher- und Drehmomenten auf die Stützstruktur wirken, so hast du es immer noch eher mit einem Volumen als einer Fläche zu tun, die du mit Trägern und Streben versehen darfst. Skalier also mal lieber kubisch.
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Eulenspiegel am 27.11.2017 | 08:34
Der Orbiter hat ein Leergewicht von 70 Tonnen. Das heißt nicht, dass die Stützstruktur 70 Tonnen wiegt. Geräte etc. sind im Leergewicht enthalten (im Gegensatz zum Treibstoff).
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Chruschtschow am 27.11.2017 | 09:22
Ich habe nichts gegenteiliges geschrieben. Lies nach.

Aber um zum Thema Vakuum zurück zu kommen, gibt es noch ein, zwei weitere Probleme.

Zum einen ist die Belastung der Hülle zwangsläufig inhomogen. Oben wirkt die Schwerkraft gegen den Druck, unten in die gleiche Richtung, an den Seiten quer dazu. Das möchtest du als starren Kasten oder Kugel konstruieren. Die Scherkräfte werden brutal. Dazu kommt, dass unten noch eine Nutzlast dran soll, wohlgemerkt einige tausend Tonnen. Hm ...

Zum anderen wird das Steuern eines solches Objektes interessant. Kugelform macht für einen Ballon Sinn. Zeppelin sind im Allgemeinen eher zylindrisch, um die Oberfläche in Richtung der Bewegung zu verringern. Und selbst dann wird ein Objekt dieser Größe sein Einsatzgebiet hoffentlich in Windrichtung vom Startplatz  haben.
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: KhornedBeef am 27.11.2017 | 09:44
Danke übrigens für das ganze Fakten-Heranschaffen (hauptsächlich Chruschtschow)!
Ich sehe auch das Problem, das eine Struktur von der Größe und Massivität des Space Shuttles es leichter haben muss, 1 bar auszuhalten, als ein Wolkenkratzerhohe Hohlkugel. Das ist schon geometrisch offensichtlich.

Das Design hätte aber zumindest einen unschlagbaren Vorteil: Man könnte zwei Tragkugeln nebeneinander installieren und den Carrier aufrecht, quasi turmartig hinaufragen, zwischen diesen positionieren....
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Chruschtschow am 27.11.2017 | 13:43
Weil ich vorhin einen Moment Luft hatte, habe ich mir mal Zettel und Stift gegriffen und mir die Kugel noch ein Mal aus einer anderen Perspektive angeschaut. Das Folgende gilt übrigens unabhängig davon, ob ich Vakuum oder ein vernünftiges Traggas nehme. Damit sollten alle Leichter-als-Luft-Konzepte weiter ins Schwimmen geraten.

Annahmen: Die Kugel hat 300 Meter Durchmesser und wird nicht allzu turbulent von Luft umströmt. Die Reynoldszahl sollte sich bei den Abmessungen deutlich unter der für Kugeln in Luft kritischen 17.000 halten, also ist der Strömungswiderstandsbeiwert bei 0,43. Abmessungen sind bekannt. Und los.

Wenn ein laues Lüftchen weht (2 Bft. ab etwa 2 m/s), dann bewirkt der Wind eine Kraft von 87 kN auf die Kugel. Ein Harrier II pustet mit etwas über 100 kN durch die Luft. Das geht doch noch ganz entspannt. Ein einzelnes Harrier-Triebwerk ist doch ein Schnäppchen, um unseren Ballon bei dem Wind an Ort und Stelle zu halten oder auch um ihn mit der Geschwindigkeit bei Windstille mit der Geschwindigkeit eines Joggers umher zu gondeln.

Wird es windiger, wird es ärgerlicher, denn die Geschwindigkeit steckt mit einem Quadrat drin. Auf dem flachen Land und spätestens an der See sind 6 Bft. (starker Wind > 11,3 m/s) durchaus auch drin. Ein Triebwerk von gerade mal 2.600 kN ist da völlig ausreichend. Also 26 Harrier II. Ein Aerojet Rocketdyne RS-25 hat 1.750 kN auf Meereshöhe. Das Spaceshuttle hat ja auch drei davon als Haupttriebwerk. Die drei haben die rund 730 Tonnen Treibstoff in dem großen orangen Tank in rund 480s weg genuckelt. Zwei werden gebraucht, können aber gedrosselt benutzt werden. Trotzdem werden das so rund 50 Tonnen Treibstoff je Minute mit der Konfiguration.

Stürme würde ich übrigens weiträumig umfliegen. Bei Windgeschwindigkeiten ab 25 m/s und damit 10 Bft. braucht es saftige 12.800 kN. Das schafft einer der Feststoffbooster für's Space Shuttle alleine, der brennt aber auch nur zwei Minuten.

Neben den Schwierigkeiten auch bei kleinem Wind schon viel Aufwand zu treiben, um da zu bleiben, wo man ist, sind das aber eben auch die Schübe für entsprechende Reisegeschwindigkeiten. Wenn ich also mit Tempo 100 durch die Landschaft schweben möchte, bin ich sofort beim Feststoffbooster. Die Dinger wiegen übrigens jeweils rund 600 Tonnen.

Und stellt sich gleich danach die Frage, wie denn die Nutzlast angebracht wurde. Wenn ich die nämlich unten an den Riesenballon anhänge, dann wird auch die dem Wind ausgesetzt. Wahrscheinlich hat die einen höheren Luftwiderstand, vielleicht auch einen niedrigeren. Jedenfalls würde ich davon ausgehen, dass die ohne weitere Triebwerke zum Stabilisieren ausgelenkt wird, wegen ihrer Trägheit überschwingt, zurück pendelt und immer so weiter. Was für eine Kotztour. Da macht eine stabilere Aufhängung mit mehreren Ballons sicher mehr Sinn, die erhöht aber wieder die Oberfläche relativ zum umschlossenen Volumen.
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: JollyOrc am 27.11.2017 | 16:11
ohne es auch nur im Ansatz durchgerechnet zu haben:

Was, wenn man die Kugel durch eine Röhre ersetzt, um die man dann etwas windschnittigeres baut? Im Idealfall kann die so erzeugte Form dann den Wind aktiv als Fortbewegungshilfe nutzen. Sei es durch Segel, Flettnerrotoren oder sonstwas...

Und, um jetzt mal die Realität etwas zu verlassen und das ganze mehr von der Erzählonkelschiene anzuschauen: Ich finde ja die Begrenzung "das Ding kann halt nicht stillstehen" eigentlich ganz spannend.
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: KhornedBeef am 27.11.2017 | 16:20
Das Problem war ja, dass der Ballon zu gut relativ zur Luft stehen bleibt. Das mit den Wirbeln überblicke ich nicht. Wenn die riesig sind, muss der Heli ganz schön preschen. Was auch wieder nicht der Ursprungsidee entspricht.
Die Röhre hat wieder schlechteres Volumen zu Masse-  Verhältnis und auch keinen viel besseren Widerstandskoeffizienten. Ein flettnerrotor müssen doch an irgendwas fest sein und nicht frei in der Luft treiben, oder?
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: JollyOrc am 27.11.2017 | 16:25
Ein flettnerrotor müssen doch an irgendwas fest sein und nicht frei in der Luft treiben, oder?

Tatsächlich gab es experimentelle Flettner-Flugzeuge, wo die Rotoren horizontal aufgehangen für Auftrieb sorgten. Die fielen dann aber auch wie ein Stein vom Himmel, wenn die Rotoren nicht mehr aktiv gedreht wurden... :)
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Chruschtschow am 29.11.2017 | 11:27
Auja, eine Stadt in einem selbsterzeugten Zyklon. Die Stadt selbst ist kreisförmig, nach außen hin gehen strahlförmig die Walzen der zahlreichen Flettnerrotoren. Propeller pusten dann die Luft seitlich im Kreis rum, eben der Zyklon. Die Flettnerrotoren erzeugen senkrecht dazu eine Kraft nach oben und heben die Stadt an. Und alles schön Art Deco und aus Messing. :)

Und die Stadt kann man dann über die Tunnel durch die Flettnerrotoren erreichen, da muss sich ja nur der Mantel drehen. Außen hängen dann die Landeplattformen. Nur Irre - Schmuggler, Verbrecher und andere SC - würden versuchen, durch das Zentrum der Windhose von oben in die Stadt zu kommen.

Und natürlich ist das ein Träger. Da kommen maskentragende Leute in Flettner-UFOs raus, die dann das Land plündern und die Beute mit dem Zyklon in die Stadt saugen lassen. Oder noch besser, die sinken mit Flügeln herab, schmeißen alles Wertvolle in Kästen mit aufgespannten Gleitschirmen. Dann senkt sich die Stadt ab, die Räuber klappen die Flügel auf ihrem Rücken aus und werden mit den Beutegleitkästen hoch gesogen. :d

(Nein, nicht realistisch, aber das wäre hübsch Steampunk-adäquat. Ich kann das überhaupt nur schreiben, weil ich mich ausgesperrt habe und mein Taschenrechner auf der falschen Seite der Tür ist. ;))
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: nobody@home am 29.11.2017 | 12:15
Wenn wir schon beim Thema Steampunk sind, gibt's ja auch noch als bescheideneres Beispiel die Luftpiraten bei "Eis & Dampf" mit ihren "Stürzern". Das sind dann zwar "nur" Leute, die sich an Einmann-Hängegleitern aus ihrem Luftschiff stürzen, um das gegnerische zu entern und Schaden und Verwirrung anzurichten...aber immerhin, auch so eine Art Trägerkonzept. ;) Und in ihrem Setting ergeben sie auch einen gewissen Grad an Sinn, weil einerseits eben Luftschiffe dank Eiszeit eines der Hauptverkehrsmittel sind (also finden sich auch genug lohnende Ziele) und andererseits (zumindest noch) keine motorisierten Flugzeuge im eigentlichen Sinn existieren.

(Nebenbei bin ich da bei der Lektüre auch über ein Gerücht über ein Luftschiff mit Stahlhülle, das mit Vakuum statt Gas gefüllt sein und von künstlichen Menschen gesteuert Überfälle auf entlegene Ortschaftern verüben soll, gestolpert -- über die Plausibilität desselben kann man sich natürlich selbst in einer Steampunk-Alternativwelt mit anerkannten verrückten Wissenschaftlern noch streiten. Seite 23 für die, die das Buch haben und nachlesen wollen. ;))
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Eulenspiegel am 30.11.2017 | 23:52
 :btt:

Vorwort:
Anstatt zu sagen: "Es gibt die Probleme a,b,c, deswegen ist es unlösbar." wäre es konstruktiver zu sagen: "Es gibt die Probleme a,b,c. Aber vielleicht lassen sie sich mit den Techniken x,y, z lösen."

Zum einen ist die Belastung der Hülle zwangsläufig inhomogen. Oben wirkt die Schwerkraft gegen den Druck, unten in die gleiche Richtung, an den Seiten quer dazu. Das möchtest du als starren Kasten oder Kugel konstruieren. Die Scherkräfte werden brutal. Dazu kommt, dass unten noch eine Nutzlast dran soll, wohlgemerkt einige tausend Tonnen. Hm ...
Dass Scherkräfte brutal sind, ist eine ziemliche Nullaussage.
Die Scherkräfte beim Start eines Space Shuttles sind auch brutal.

Hier wäre es hilfreich, wenn du berechnest, wie groß die Scherkräfte sind. Dann könnten wir uns anschließend überlegen, ob dies ein großes (aber prinzipiell behebbares) Problem ist oder ob es ein unüberwindliches Problem darstellt.

Wobei es zu beachten gilt:
"Problem, das Eulenspiegel nicht lösen kann" ≠ "Problem, das eine Gruppe von Ingenieuren nicht lösen kann"

Zitat
Zum anderen wird das Steuern eines solches Objektes interessant. Kugelform macht für einen Ballon Sinn. Zeppelin sind im Allgemeinen eher zylindrisch, um die Oberfläche in Richtung der Bewegung zu verringern. Und selbst dann wird ein Objekt dieser Größe sein Einsatzgebiet hoffentlich in Windrichtung vom Startplatz  haben.
Ja, Steuern ist interessant. Wobei ich mich bei der Machbarkeitsstudie schon damit zufrieden geben würde, wenn das Teil in der Luft schwebt und nicht steuerbar ist.

Der Helicarrier bei S.H.I.E.L.D. zeichnet sich ja auch nicht dadurch aus, dass er immer an der richtigen Stelle ist. Er zeichnet sich dadurch aus, dass er einfach da ist.

Ich sehe auch das Problem, das eine Struktur von der Größe und Massivität des Space Shuttles es leichter haben muss, 1 bar auszuhalten, als ein Wolkenkratzerhohe Hohlkugel. Das ist schon geometrisch offensichtlich.
Andererseits ist es offensichtlich, dass die Kräfte, die beim Start eines Shuttles auftreten, wesentlich größer sind als die Kräfte, die beim einfachen Schweben auftreten.
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: KhornedBeef am 1.12.2017 | 00:09
Ich frage, ob da bei der Schwebekugel nicht größere Kräfte auftreten als beim Space Shuttle, dass ja auf seine zerbrechlichen Passagiere Rücksicht nimmt...aber mir ging es mehr um den Vergleich verschiedener Druckkörper. Da ist das Shuttle einfacher.
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: JollyOrc am 1.12.2017 | 12:19
So ganz lässt mich das ja nicht los. (Hauptsächlich weil ich einfach das Bild und das Konzept von so einem Helicarrier eben cool finde.)

Fragen wir doch einmal anders herum: Was für ein Wundermaterial bzw. für ein wunder-effizientes Bauteil (sei es Energie, Schub, sonstwas) muss denn erfunden werden, damit wir einen Helicarrier bekommen?

Die Herausforderungen sind, wenn ich das jetzt korrekt erinnere:

Je nachdem wie effizient und toll man Gewicht, Stabilität und Energieversorgung lösen kann, vereinfachen sich dann wahrscheinlich die Schubprobleme.

Extra spannend: Geht man nach dem Film, scheinen die Turbinenrotoren irgendwie... ausklappbar zu sein? Und dass weder Cap noch Bruce in die Dinger reingesogen werden ist auch sehr heldenmäßig :)

https://www.youtube.com/watch?v=pBi0LqgwrH8
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: nobody@home am 1.12.2017 | 12:44
 :o

Und ich dachte schon, der SHIELD-Helicarrier in den diversen Zeichentrickserien wäre etwas eigenartig, aber mit Comic-Supertechnologie halt noch machbar. Aber ein (zumindest nach außen) regulärer Flugzeugträger, der sich plötzlich auf Turbinen aus dem Wasser erhebt und sein Tarnfeld einschaltet? Ach du mein lieber Herr Gesangverein...

...die erste Frage, die sich mir beim Betrachten der Szene spontan gestellt hat, war übrigens "Wie schnell können die überhaupt fliegen, ohne daß der Fahrtwind sämtliche an Deck stehenden Flugzeuge über Bord bläst?". ~;D
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Chruschtschow am 1.12.2017 | 13:32
:btt:

Vorwort:
Anstatt zu sagen: "Es gibt die Probleme a,b,c, deswegen ist es unlösbar." wäre es konstruktiver zu sagen: "Es gibt die Probleme a,b,c. Aber vielleicht lassen sie sich mit den Techniken x,y, z lösen."

Ok, nenne ein Material, das gleichzeitig VIEL leichter, VIEL stabiler und VIEL vakuumdichter ist als jedes Material, das für irgendein Gebäude in diesem Link (https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_largest_domes) verwandt wurde. Das brauchst du für eine 300m-Vakuumkuppel. Dann wird das Ding möglicherweise schweben, auch wenn dann natürlich immer noch die Problematik der Lenkbarkeit besteht, wenn es denn ausreichend leicht und dicht ist.

@JollyOrc:
Ok, nehmen wir mal grob das Ding und rechnen das mit den üblichen Formeln für Hubschrauber durch. Das Ding ist ja offensichtlich ein Schiff, also wird es einige Parameter mit einem Schiff teilen. Bei dem Tiefgang? Da würde ich spontan einfach mal die Werte eines US-Flottenträgers nehmen. Also die USS Gerald R. Ford. 100.000 Tonnen. So ein großer Träger ist ein bisschen über 300 Meter lang. Nehme ich auch mal für den Helicarrier, der hat ja auch so ein schönes Schrägdeck, die Jäger sehen auch so ähnlich aus wie bei den großen Dingern. Letztlich also als Parameter: Was muss ich machen, damit die Gerald R. Ford fliegt?

Dann kommen als nächstes die Rotoren. Umständliches Nachmessen auf dem Bildschirm hat so ganz grob einen Durchmesser von 40 Metern für mich ergeben. (Wie kann man eigentlich handlich Längen in Fotos auf'm Rechner messen? Muss vielleicht doch mal wieder Gimp installieren.) Vier Stück davon und die Rotorfläche ergibt so ungefähr 5.000 m^2. Das ist jetzt mal gar nicht so groß. Ungefähr 6 Mi-26-Rotoren. Nur würde man die Dinger in diesem Fall nicht mehr Rotoren nennen. Ich erhalte hier eine induzierte Geschwindigkeit von 276 m/s. Die Luft bewegt sich also im Mittel schon fast mit Schallgeschwindigkeit da durch. Also Propeller sind das auch nicht mehr, eher Strahltriebwerke. Nur halt mit 40 Meter Durchmesser. Ist ja auch klar, du brauchst halt die 4 x 250 Meganewton, um den Träger zu heben. 450 Tonnen Luft pro Sekunde pro Triebwerk. (Zum Vergleich: GP7270 im A380 schafft 311 kN bei rund 1,5 Tonnen Luft pro Sekunde.)

Die Leistung, die dabei letztlich als kinetische Energie in der bewegten Luftsäule endet, beträgt ungefähr 270 GW. Die deutsche Nettostromerzeugungskapazität 2014 betrug übrigens 183,6 GW. Das ist die Summe aller Kraftwerke unter Volllast in Deutschland. Sagte ich Strahltriebwerk? Terraforming-Werkzeug.

Ich würde einen Arc-Reaktor nehmen.

(Natürlich passieren bei so extrem hohen Werten noch allerhand lustige Effekte drumherum, die die Werte verzerren. Zum Beispiel fehlt der Bodeneffekt. Allerdings vermute ich, dass schon nach kurzem die Frage lautet: "Welcher Boden?" Auf der anderen Seite wird das Flugdeck wahrscheinlich evakuiert. Und da meine ich das mit dem niedrigen Luftdruck, nicht mit den wenigen Leuten. Wobei das mit ersterem einhergehen wird. Ebenso verschwindet ein signifikanter Bestandteil der Luftsäule darüber. Woraufhin sich die Frage stellt, woher die Luft kommen soll. Oho, darunter war doch jetzt so viel. Und dann sind wir in Nullkommanix wieder beim Wirbelringstadium aus der Hölle und der Carrier fällt runter. Aber das Schöne an der Energie ist eigentlich, dass bei einer Abschätzung meistens die Richtung der Abschätzung klar ist. So viel Energie bzw. Leistung MINDESTENS. Der völlige Irrsinn fällt also schon beim Vergleich mit den deutschen Kraftwerken auf.)
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: JollyOrc am 1.12.2017 | 16:50
@chruschtschow:

Zitat
Letztlich also als Parameter: Was muss ich machen, damit die Gerald R. Ford fliegt?

Was Du meinst ist: Was muss ich machen, damit ein "Gerald R. Ford"-großes Gebilde fliegt?

Wenn ich Wundermaterialien schreibe, dann meine ich das auch. Wer sagt denn, dass so ein Helicarrier mit 340m Länge genau so viel wie so ein nautischer Pott, also 100.000 Tonnen wiegen muss? Wahrscheinlich bestehen da alle wichtigen Teile aus Unobtainium oder so ähnlich, was sein Gewicht auf 10.000 Tonnen oder vielleicht sogar weniger drückt - gerade mal zwanzig vollbeladene Airbusse! (wenn man sich die Flügel wegdenkt, passen diese zwanzig Airbusse putzigerweise ziemlich gut in Länge x Breite der USS Gerald R. Ford.)

Damit müssen die Strahltriebwerke (ich finde, so sehen die Dinger zumindest im Film auch aus) dann eben auch nur noch ein Zehntel der Leistung bringen. Also nur noch etwas mehr als 27 Deloreans! (https://www.youtube.com/watch?v=I5cYgRnfFDA)

(Und wenn schon Unobtainium, dann kann das bestimmt auch die Vakuumkugel im Bauch enthalten. Nochmal halbiertes Gewicht, yay!)
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Chruschtschow am 1.12.2017 | 16:53
@chruschtschow:

Was Du meinst ist: Was muss ich machen, damit ein "Gerald R. Ford"-großes Gebilde fliegt?

Wenn ich Wundermaterialien schreibe, dann meine ich das auch. Wer sagt denn, dass so ein Helicarrier mit 340m Länge genau so viel wie so ein nautischer Pott, also 100.000 Tonnen wiegen muss?

Sein Tiefgang und das archimedische Prinzip. Das Ding ist etwa so groß wie ein Flugzeugträger. Es schwimmt wie ein Flugzeugträger. Das Ding steckte sicher 10+ Meter tief im Wasser. Wäre es um Größenordnungen leichter, wären auch Größenordnungen weniger Volumen unter Wasser. Und damit wäre der Träger nicht mehr sonderlich stabil.

Ein Unobtainium-Katamaran allerdings ... :d
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: JollyOrc am 1.12.2017 | 16:59
Sein Tiefgang und das archimedische Prinzip. Das Ding ist etwa so groß wie ein Flugzeugträger. Es schwimmt wie ein Flugzeugträger. Das Ding steckte sicher 10+ Meter tief im Wasser. Wäre es um Größenordnungen leichter, wären auch Größenordnungen weniger Volumen unter Wasser. Und damit wäre der Träger nicht mehr sonderlich stabil

nein nein... ich erwähnte doch die Unobtainium-Vakuumkugel? Im Seebetrieb ist die natürlich mit superschwerem Wasser gefüllt, dass dann beim Übergang zum Luftbetrieb den ARC-Reaktor bis zum vollständigen Anlaufen füttert.  ~;D
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: JollyOrc am 1.12.2017 | 17:00
(die Tatsache, dass man das Ding auch nur aus dem Wasser starten, nicht aber im Wasser landen sieht, erhärtet diese These übrigens!)
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Chruschtschow am 1.12.2017 | 17:09
Die Kenngrößen für einen 5.000-Tonnen-Helicarrier gibt's ja zum Teil schon weiter vorne. Bei 10.000 Tonnen und den gleichen Abmessungen brauchst du immer noch eine Luftsäule mit 87,2 m/s, ca. 140 Tonnen Luft pro Sekunde pro Rotor und 8,5 GW Leistung, um das Druckgefälle für das Heben des Carriers an den Luftschrauben zu erzeugen. Bei der Masse müssten die aber irgendwas mit dem Schiff unternehmen, damit es so tief im Wasser liegt wie in dem Film. Fluttanks o.ä.

Wie gesagt, an irgendeiner Stelle wird das Ding mal vom Energiehunger her halt auch durch die aerodynamischen Eigenschaften realistisch problematisch. Kann man bauen, erzeugt aber wahrscheinlich Bodenformationen, die in den Nachbarthread über Alienmegastrukturen gehören, die man aus dem All sehen kann. ~;D
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: nobody@home am 1.12.2017 | 17:12
Nebenbei: Auf dieser anscheinenden Fanseite (http://www.marvunapp.com/Appendix3/shieldhelicarrier.htm) finden sich ein paar Abbildungen von verschiedenen Helicarrier-Modellen im Lauf der Comics. Meiner Meinung nach nicht so wirklich viel dabei, was man spontan mit einem "richtigen" Flugzeugträger verwechseln könnte (das "Samuel Sawyer"-Katamaranmodell kommt der Sache wohl noch am nächsten), und im Wasser habe ich die Dinger eigentlich selbst auch allenfalls mal nach einem Absturz gesehen.

Wenn "unser" Konzept tatsächlich außer flug- auch noch seetüchtig sein soll, dann landen wir, denke ich, endgültig im Bereich Science Fiction, Unterkategorie "weich". ;)
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Eulenspiegel am 3.12.2017 | 20:25
Ok, nenne ein Material, das gleichzeitig VIEL leichter, VIEL stabiler und VIEL vakuumdichter ist als jedes Material, das für irgendein Gebäude in diesem Link (https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_largest_domes) verwandt wurde. Das brauchst du für eine 300m-Vakuumkuppel.
Warum?

1. Diese Werte geben nicht an, was maximal technisch möglich ist. Sondern das, was bisher maximal gebaut wurde.

Dabei gilt:
Maximum, was bisher gebaut wurde < Maximum, was wirtschaftlich sinnvoll baubar ist < Maximum, was technisch baubar ist.

2. Selbst in deiner Liste ist das Nationalstadion Singapur mit einem Durchmesser von 310 Metern aufgelistet. Wir benötigen jedoch nur einen Durchmesser von 300 Metern.

Und das ist schon aufgerundet. Eigentlich reichen bereits 275 Meter. - Wenn wir also den exakten Wert von 275 Metern (und nicht den aufgerundeten Wert von 300 Meter) nehmen, fallen auch das AT&T Stadium und das Ōita Bank Dome darunter.
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Chruschtschow am 3.12.2017 | 20:54
Ok, dann halt ein Material, das das hier ab kann (https://youtu.be/0N17tEW_WEU?t=167), die Dimensionen von diesen freitragenden Dächern hat und dabei noch so leicht ist, dass der Auftrieb größer als die Gewichtskraft ist. Komm, du hängst so sehr an der Vakuumkammer, da muss doch irgendwas sein. Selbst Diamant ist jedenfalls nicht hart bzw. leicht genug. (https://en.wikipedia.org/wiki/Vacuum_airship) Und wenn du noch ein bisschen weiter rein lesen willst, haben sich da durchaus einige Leute Gedanken zu gemacht und sogar Patente angemeldet (http://akhmeteli.org/wp-content/uploads/2011/08/vacuum_balloons_cip.pdf). Die Anzahl der realisierten Projekte ist allerdings mit 0 verdächtig niedrig. Du brauchst halt ein sehr dünnes Material, das freitragend (für eine 300m-Kugel kannst du die Fläche als annähernd planar ansehen) ungefähr 10 Tonnen pro Quadratmeter tragen kann.

Wenn du ein bisschen weiter suchst, findest du Diskussionsrunden, in denen einer der Patentinhaber - Akhmeteli - durchaus auch mal was zum Thema sagt. Und dem ist da völlig klar, dass die Ingenieursleistung hinter diesem Ding gelinde gesagt sehr herausfordernd ist. Hat'nen Grund, warum Wasserstoff, Helium und heiße Luft da wahrscheinlich viel leistungsstärker sind, wenn du bedenkst, dass die eben mit relativ leichter Struktur auskommen.
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Eulenspiegel am 3.12.2017 | 21:24
Bei dem Video steht leider nicht dabei, aus welchem Material das gebaut ist.

Dass der Auftrieb größer als die Gewichtskraft ist, hatte ich dir ein paar Seiten weiter vorne bereits vorgerechnet. Kleiner Hinweis: Das hängt nur sekundär vom Material ab. In erster Linie hängt es vom Verhältnis Oberfläche zu Volumen ab. (Das Material ist dabei selbstverständlich nicht komplett unwichtig.)

Zum Thema freitragend: Nein, das Material muss nicht zwangsläufig freitragend sein. Man kann auch durchaus Stützstreben innerhalb der Kugel anbringen. Das Gewicht dieser Stützbalken sollte natürlich kleiner sein als der Auftrieb der Kugel.

Außerdem musst du beachten: 10 Tonnen / m² sind nur 1 kg / cm².

Wasserstoff, Helium und Luft sind leistungsstärker bei kleinen Strukturen wo das Verhältnis Oberfläche zu Volumen relativ groß ist. - Das heißt, solange es darum geht "nur" wenige Tonnen zu tragen, sind diese drei Gase tatsächlich leistungsfähiger.
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: nobody@home am 3.12.2017 | 21:29
Der Witz an Wasserstoff und Helium ist halt, daß sie reinem Vakuum an Tragkraft durch Luftverdrängung gar nicht so furchtbar hinterherhinken (der von Chruschtschow verlinkte Wikipedia-Artikel zitiert Helium als ungefähr vierzehn Prozent(!) weniger effektiv, und mit Wasserstoff läßt sich das noch mal in etwa halbieren) -- daß ich sie aber andererseits unter normalem atmosphärischen Druck in die Hülle bzw. die dort installierten Tragzellen pusten kann, so daß im Gegensatz zum Vakuum erst gar kein Riesendruckunterschied ausgeglichen werden muß und dadurch die ganze Struktur viel leichter gebaut werden kann.
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Eulenspiegel am 3.12.2017 | 21:32
Richtig. Deswegen ist Wasserstoff und Helium auch wesentlich effektiver, wenn man nur einige Tonnen Auftrieb benötigt.
Titel: Re: S.H.I.E.L.D. Helicarrier Technisch Möglich?
Beitrag von: Chruschtschow am 3.12.2017 | 21:53
Richtig. Deswegen ist Wasserstoff und Helium auch wesentlich effektiver, wenn man nur einige Tonnen Auftrieb benötigt.

Das ist die Frage. Wenn ich die Hindenburg mit Vakuum betreibe an Stelle von Wasserstoff, dann hat die erst ein Mal für 17 Tonnen mehr Auftrieb. Nur werde ich nicht mehr mit 117 Tonnen Leergewicht hinkommen, denn jetzt brauche ich ja einen Körper, der nicht einknickt wie der evakuierte Flüssiggastank (Maße übrigens im Video, ca. 2,5mm rostfreier Stahl, die Dinger machen so etwas übrigens einigermaßen regelmäßig, wenn entsprechende Sicherheitsmaßnahmen defekt sind oder falsch entleert wird).