Beeinflusst bei einem Buch das Geschlecht des Protagonist eure Kauf Entscheidung ? Wenn nein warum nicht ? wenn ja wie und natürlich warum ?
Beeinflusst bei einem Buch das Geschlecht des Protagonist eure Kauf Entscheidung ? Wenn nein warum nicht ? wenn ja wie und natürlich warum ?Nö.
Ich kann irgendwie schon seit meiner Jugend keine Romane mit Kindern als Protagonisten ausstehen.
Das Geschlecht muss halt irgendwie im Einzelfall und der (vermuteten) Art der Umsetzung zur Story passen.
Geht mir auch so.
In zwei Richtungen erweitert: Nicht nur Kinder, sondern auch Jugendliche und nicht nur Romane, sondern auch andere Geschichten/Medien, speziell Videospiele.
Videospiele sind da nochmal anders, da hier an selbst ja die Entscheidungen trifft und nur das Kind spielt.
Aber obwohl mir jetzt kein konkretes Beispiel einfällt, habe ich grad Military SF ziemlich sicher allein deswegen schon nach der Klappentextlektüre zurück ins Regal gestellt.
Für den Großteil des Restes finden sich dann meist andere Gründe, so dass das unterm Strich relativ egal ist :P
Ich kann irgendwie schon seit meiner Jugend keine Romane mit Kindern als Protagonisten ausstehen.Dito - Ganz besonders vertreiben mich diese Emo-Charaktere wie Harry Potter.
Ender's Game war genial.
Aber auch die ganze Heldenreise, vom Noob zum Veteranen finde ich zum weglaufen.
Aus allen Genres fallen mir Beispiele ein, wo ich Romane mit männlicher bzw. weiblicher Hauptfigur ähnlich gerne mag.
Oversight find ich super, hat auch viele Frauen mit POV, ist aber eher Ensemble. Und die Kurzgeschichte aus der Sicht von Murphy in Dresden Files: Side Jobs, ist auch super.
Witzig, bei der fand ich es extrem deutlich, dass sich da ein Mann sich an der Frauenperspektive versucht. Entsprechend schlecht hat die mir auch gefallen ;)
Wo ich so darüber nachdenke: Tatsächlich ich kenne ich keinen Urban-Fantasy-Roman mit einer einzelnen weiblichen Protagonistin, der mir sonderlich gut gefällt.
Hmmm. Stimmt. Urban Fantasy. Lass mal denken, kenne ich da einen mit Protagonistin, den ich richtig gut finde?
Die sind meistens ein bisschen seicht. Diese Werwolfs-Reihe, diese Feen-Reihe... Beide nicht so dolle... hmmm. Nochmal drüber nachdenken.
Wo ich so darüber nachdenke: Tatsächlich ich kenne ich keinen Urban-Fantasy-Roman mit einer einzelnen weiblichen Protagonistin, der mir sonderlich gut gefällt.
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Wo ich so darüber nachdenke: Tatsächlich ich kenne ich keinen Urban-Fantasy-Roman mit einer einzelnen weiblichen Protagonistin, der mir sonderlich gut gefällt.Kinder des Judas fand ich damals ok.
Probier's mal hiermit (https://www.amazon.de/Zoo-City-Lauren-Beukes/dp/3499259680/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1511885190&sr=8-1&keywords=zoo+city).
Zählen nicht die ganzen Teenie-Vampir-Dinger zu urbaner Fantasy? Dort gibt es etliche mit weiblichen Hauptrollen.
Die Challenge war ja nicht urban fantasy mit weiblichen Hauptrollen, sondern gute urban fantasy mit weiblichen Hauptrollen. >;D
Gibt es das denn überhaupt?
Wo ich so darüber nachdenke: Tatsächlich ich kenne ich keinen Urban-Fantasy-Roman mit einer einzelnen weiblichen Protagonistin, der mir sonderlich gut gefällt.
Gibt es das denn überhaupt?
Gibt's überhaupt gute Urban Fantasy, Punkt? 8]
Ansonsten mag ich die Dresden Files. Ist nicht Weltliteratur, aber gut im Sinne von unterhaltsam auf jeden Fall.
Aber grundsätzlich? Nein ... wenn mich der Plot eines Buches interessiert, ist es relativ egal.
Die Challenge war ja nicht urban fantasy mit weiblichen Hauptrollen, sondern gute urban fantasy mit weiblichen Hauptrollen. >;DIch fand "Die Dämonenfängerin" -Reihe gut. Aber ich finde fast alles gut, was ich lese, deswegen ist es vielleicht keine Empfehlung für jedermann. Mir macht Spaß auch zum Beispiel die "Shadow Falls" Reihe zu lesen. Da sind die Hauptrollen weiblich.
Bei den meisten Büchern in meinem Schrank herrschen männliche Charaktere und eine männliche Perspektive vor. Und das geht mir oft gehörig auf den Keks, weil es einerseits meiner Alltagserfahrung widerspricht, wo beide Geschlechter etwa gleich häufig vorkommen und andererseits oft unnötig ist, wenn das Geschlecht von Charakteren eigentlich keine Rolle spielt und es dann per Voreinstellung doch wieder noch ein Mann wird.Soso, deine Fantasyromane widersprechen deiner Alltagswahrnehmung? *gacker* ~;D
Darum suche ich oft gezielt nach Büchern (Comics, Serien, Filmen) mit interessanten nichtmännlichen Rollen, um das Gleichgewicht wieder etwas zurechtzurücken und etwas mehr Diversity in meine Literaturdiät zu bringen.
Soso, deine Fantasyromane widersprechen deiner Alltagswahrnehmung? *gacker* ~;D
Ich mein ja nur...
Ich glaube, "weibliche Babys sind in dieser Welt objektiv um einen Faktor fünf (oder so) seltener als männliche" ist zumindest bisher noch kein Standard-Fantasysettingelement. ;)
Ich denke, an der ganzen "Männer sind halt der Normalfall und Frauen die Ausnahme"-Grundidee werden Gesellschaft und Literatur noch eine ganze Weile zu knabbern haben.
Wobei gemischte Protagonisten-Ensembles da meiner Meinung nach durchaus auch noch mitbetroffen sind. Gemischte Gruppe mit männlichem Anführer? Sicher, ganz normal, sieht man überall. Gemischte Gruppe mit einer Frau an der Spitze? Da gehen dann, denke ich, schon wieder die ersten Augenbrauen hoch -- das ist eben noch eindeutig "ungewöhnlich".
Soso, deine Fantasyromane widersprechen deiner Alltagswahrnehmung? *gacker* ~;D
Ich mein ja nur...
Wobei gemischte Protagonisten-Ensembles da meiner Meinung nach durchaus auch noch mitbetroffen sind. Gemischte Gruppe mit männlichem Anführer? Sicher, ganz normal, sieht man überall. Gemischte Gruppe mit einer Frau an der Spitze? Da gehen dann, denke ich, schon wieder die ersten Augenbrauen hoch -- das ist eben noch eindeutig "ungewöhnlich".
Ich denke, an der ganzen "Männer sind halt der Normalfall und Frauen die Ausnahme"-Grundidee werden Gesellschaft und Literatur noch eine ganze Weile zu knabbern haben.
Manchmal hat es auch praktische Gründe, für gewisse Rollen Männer zu nehmen. Männer sind nun mal das entbehrliche Geschlecht in unserer Gesellschaft, sodass die breite Allgemeinheit Gewalt gegen einen Mann eher akzeptiert, als gegen eine Frau (Man erinnere sich nur an die Aufregung wegen des X-men Apocalypse Posters). Wenn man also will, dass ein Charakter recht fiese Sachen durchmacht, ist man halt auf der sicheren Seite, wenn man da eher einen Mann, vorzugsweise einen Erwachsenen, einsetzt. Dies gilt insbesondere für Nebencharaktere. Eine Heldin, die männliche Handlanger abschlachtet oder brutal verletzt ist ja nichts besonderes. Würde man das umkehren, hätte die Welt sicher viel mehr Frauen, aber viel Akzeptanz unter den Lesern wird man da nicht finden.Mit Verlaub, aber das läuft doch auf "is so" hinaus. "Männer sind entbehrlich Kriegsopfer" ist ja nicht weniger diskriminierend als "Frauen halten den Herd warm". Im Gegenteil, das ist zur Selbstlegitimation eines eher patriarchalischen Systems fast nötig. Kann man das in einem Roman so darstellen. Ja, logo, gerne. Aber das mit den Unzulänglichkeiten unserer Gesellschaft zu begründen finde ich auch lahm.
Aber das mit den Unzulänglichkeiten unserer Gesellschaft zu begründen finde ich auch lahm.
Aber aus einzelnen Büchern, die ich jedes für nicht beanstanden würde, wird insgesamt ein Bücherschrank, der ein monströses Problem mit Geschlechterverteilung hat. :o Und das Einzige, was dagegen hilft, ist eine Quote. ;)Es gibt diverse "Frauenliteratur".
Wenn man also will, dass ein Charakter recht fiese Sachen durchmacht, ist man halt auf der sicheren Seite, wenn man da eher einen Mann, vorzugsweise einen Erwachsenen, einsetzt.
Wenn man es anders darstellt, muss man eben auch überlegen, wieso es anders ist.
Es gibt diverse "Frauenliteratur".
Falls du willst, könntest du deinen Bücherschrank also locker zu 50% mit Literatur füllen, die einen weiblichen Protagonisten hat. Inwiefern diese Quote jetzt dein Lesevergnügen verbessert, sei dahingestellt. ;)
Ich würde behaupten, dass die Rollenverteilung in Medien anders ist als in der wirklichen Welt.
Blödes Beispiel: Lehrer. In Deutschland und England sind Schullehrer vorwiegend weiblich. Zu Anteilen von zwischen 2/3 und 3/4. Verglichen damit hat Hogwarts einen ziemlich hohen Männeranteil beim Lehrpersonal. Ok, es ist Zauberfantasy, es ist ein prestigeträchtige Schule. Aber auch anderswo kommen in Medien mehr männliche Lehrer vor, als man erwarten sollte. Zumindest bei den Charakteren, die was Interessantes machen — der coole Questgeberlehrer, der den Jugenddetektiven den Backstagepass zum Museum besorgt, der alte Klassenkamerad, der dem Hauptcharakter mit den Physikfragen aushilft, der fiese Mathelehrer, der einen beim Schwänzen erwischt.
Und das ist auch in anderen Bereichen so. Aber diese verzerrte Darstellung muss nie begründet werden. Es ist plausibel, dass diese Geschichten in unserer Welt spielen anstatt in einem bizarren "Manniversum", wo sie von der Statistik gesehen hingehören. Weil sie zwar nicht der Wirklichkeit entsprechen, sondern unserem Bild von der Wirklichkeit, das sichtbare, aktive Männer und unsichtbare, passive Frauen normal findet. Und was wieder dadurch geprägt wird, dass man das in Büchern, Filmen, Serien, Comics, Computerspielen so gezeigt bekommt. Wir glauben halt, was wir sehen.
Mit Verlaub, aber das läuft doch auf "is so" hinaus. "Männer sind entbehrlich Kriegsopfer" ist ja nicht weniger diskriminierend als "Frauen halten den Herd warm". Im Gegenteil, das ist zur Selbstlegitimation eines eher patriarchalischen Systems fast nötig. Kann man das in einem Roman so darstellen. Ja, logo, gerne. Aber das mit den Unzulänglichkeiten unserer Gesellschaft zu begründen finde ich auch lahm.
Ich weiß nicht, wo Männer als entbehrliches Geschlecht irgendwie patriarchalisch sein sollte.
Es geht mir hierbei ja nicht um die innerweltliche Logik des Romans, sondern um ganz profane Marktentscheidung. Es gibt nun mal eine Reihe Leser, die akzeptieren, wenn ein Mann verstümmelt wird, aber das Buch nicht lesen wollen, wenn das einer Frau passiert.
Ich vermute, es geht nicht darum, dass das patriarchalisch ist, sondern darum, dass es eine Scheinbegründung für das Patriarchat liefert. "Wir machen die gefährlichen Sachen, also sollten wir auch bestimmen dürfen." Das hinkt aber schon insofern, als vor den massiven Verbesserungen in der medizinischen Versorgung Frauen entsprechend oft während oder nach der Geburt gestorben sind. Im Mittelalter hatten Männer noch die höhere Lebenserwarung. Dazu kommen über lange Zeiträume der Moderne verstärkter Tabak- und Alkoholkonsum durch Männer. Und es hinkt, weil gerade die, die am meisten zu sagen haben, in ziemlich ungefährlichen Positionen sitzen.Yes.