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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Pen & Paper - Umfragen => Thema gestartet von: Swafnir am 26.01.2018 | 17:03

Titel: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: Swafnir am 26.01.2018 | 17:03
Ich bin gerade am Überlegen ob es nicht befriedigender ist, wenn ich mich mal ganz einem System widme. Aktuell hatte ich immer zwei Runden als SL parallel laufen. Dazu kommen dann noch verschiedene Oneshots im Verein.

Nun überlege ich ob ich mich in absehbarer Zukunft in meinen Heimrunden erstmal nur einem System als SL bedienen soll. Als Vorteil sehe ich, dass ich mich in dei Regeln und das Setting deutlich tiefer einlesen kann und ich müsste mich nicht ständig umstellen. Wie sehr ihr das? Habt ihr ein "Stammsystem" (wenn ja welches) oder tanzt ihr auch auf meheren Hochzeiten?

 
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: Chiarina am 26.01.2018 | 17:08
Stimmt schon...
Mindestens genauso wichtig ist aber, dass man mit ´ner Runde dann auch ´ne Weile beim einmal gewählten System bleibt... denn nicht nur du musst das System lernen, es müssen alle vertraut damit werden.
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: unicum am 26.01.2018 | 17:18
Für mich ist es besser wenigstens ab und an mal etwas anderes zu spielen/leiten.

Man "Schaut über den Tellerrand" und bekommt mehr Impulse von Außen.

Wobei ich auch genügend Leute kenne welche eben nur ein System spielen und bei einem weiteren sich die Haare ausraufen "nein bitte nicht noch mal neue Regeln lernen müssen!"
Etwas das ich durchaus nachvollziehen kann (wenn auch nicht verinnerlichen, ich finde alles neue erst einmal spannend (selbst wenn ich es dann als 'Nicht mein Ding' verwerfen sollte).

Und ja ich habe auch Regelwerke durch viele Versionen gespielt - und auch über Jahre hinweg.

Auf die Frage nach einem Stammsystem würde ich sagen: ich hab Lieblinge,... aber manchmal ist es eher das Problem in einer bestehenden Gruppe die Leute dafür zu gewinnen. Seit Jahren würde ich gerne z.b. mal wieder Rolemaster spielen - nur winken da meine "üblichen Verdächtigen" schon ab - und dann brauch ich schon nicht mehr weiter zu suchen,... und man bleibt am "altbekannten und bewährten" kleben.
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: Fezzik am 26.01.2018 | 17:18
Also ich sehe OSR D&D (LabLord und Konsorten) so als mein Stamm System, da drin kenn ich mich gut aus und fühl mich beim leiten wohl, gerade weil ich schnell improvisiren kann ohne in Büchern nachschlagen zu müssen.

Aktuell spielen, probieren wir Symbaroum aus, da bin ich jetzt langsam so weit im System drin, das ich nichmehr wegen jedem Kram das Regelwerk brauch und die Synergieeffekte der Traits verstehe.
Mehr wollte ich mir jetzt auch nicht aufhalsen.

Wenn man als SL ein oder zwei Systeme gefunden hat mit denen man gut kann und in deren Grenzen man gut improvisieren kann macht das sicher das Leben leichter. Aber das liegt bestimmt auch nicht jedem.
Deshalb spiele ich auf Cons und Vereinstreffen gern Systeme die mich interessieren, mir fehlt auch privat einfach die Zeit mich in zig Systeme einzuarbeiten oder die auszuprobieren.
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: Moonmoth am 26.01.2018 | 17:19
Ich leite derzeit mehrere Systeme - FATE und Pathfinder derzeit. Eigentlich finde ich das auch gut - es ist mal eine Abwechslung und die eine Runde inspiriert mich jeweils für die andere. Es fühlt sich einfach nicht unbegründet total anders an und das ist gut - zu viel Routine schadet und man kann auch schnell System-müde werden.
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: felixs am 26.01.2018 | 17:23
Ich bin sicher, dass "weniger machen und dafür besser machen" immer befriedigender ist, als alles andere.

Rechts und links gucken, offene Augen wahren etc. ist natürlich gut. Aber ein klar umrissenes eigenes Feld, um das man sich kümmert, scheint am glücklichmachendsten zu sein.
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 26.01.2018 | 17:55
Also exklusiv ein System mag ich nicht leiten wollen, da wird man zu lahm im Geist, meiner Meinung nach. Allerdings mag ich auch nicht ständig was neues lernen müssen. Deswegen bleibe ich hauptsächlich bei Pathfinder/Starfinder.
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: Bildpunkt am 26.01.2018 | 17:56
Luxusproblem? Ich bin froh wenn ich ein System regelmäßig spielen kann. zwar kann man sich Anregungen von anderen Systemen holen aber ansonst lieber Tiefe als Breite was das aktive SLen angeht...
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: YY am 26.01.2018 | 17:58
Wie sehr ihr das? Habt ihr ein "Stammsystem" (wenn ja welches) oder tanzt ihr auch auf meheren Hochzeiten?

Wenn es einem auffällt, dass man in einem System nicht so firm ist, wie man gerne wäre, ist eine Konzentrationsphase sinnvoll.
Sobald das sitzt, kann man dann wieder auffächern.


Ich habe zwar Systeme, zu denen ich immer wieder zurückkehre (auch weil ich genau weiß, dass ich sie beherrsche und dort meine Vorstellungen am Besten umsetzen kann), aber insgesamt bin ich relativ breit aufgestellt. Wohlgemerkt nicht in Sachen Spielstil, nur nach der Zahl der Systeme.
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: felixs am 26.01.2018 | 18:04
Luxusproblem?

Würde ich nicht so sehen. (Bzw. nicht mehr Luxusproblem als die grundsätzliche Frage, was wir Bewohner der wohlhabenden Seite dieses Planeten mit unserer Freizeit anfangen).

Vielmehr geht es doch darum, wie man möglichst glücklich sein kann. Und da haben die Epikureaner mit dem Versuch, eine Balance darin zu finden, sich nicht zu überladen und eher die Perfektion der Einfachheit zu verfolgen, sicherlich nicht den schlechtesten Weg gewählt.

Wenn man schon Luxus sowieso hat, warum soll man den nicht möglichst gut nutzen (solange das niemandem schadet)?
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: Lord Kagrenac am 26.01.2018 | 18:07
Mehrere Hochzeiten, weil ich die Abwechslung mag. Könnte aber auch daran liegen, dass ich immer mal wieder ein paar Jahre ein Stammsystem habe und daneben nicht viel anderes (Shadowrun, WoD).
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: Swafnir am 26.01.2018 | 18:14
Ich bin eh nicht so der Regelfuchs. Und das von mir geplante DEADLANDS ist halt kein Leichtgewicht. Da hab ich ein wenig Angst, dass ich da untergehe, wenn ich mich nicht richtig reinarbeite.

Für Abwechslung hab ich ja noch unsere Vereinstreffen und leite für die Jugendlichen bei uns eine D&D 5-Kampagne.
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: felixs am 26.01.2018 | 18:17
Ich bin eh nicht so der Regelfuchs. Und das von mir geplante DEADLANDS ist halt kein Leichtgewicht. Da hab ich ein wenig Angst, dass ich da untergehe, wenn ich mich nicht richtig reinarbeite.

Für Abwechslung hab ich ja noch unsere Vereinstreffen und leite für die Jugendlichen bei uns eine D&D 5-Kampagne.

Hört sich doch so an, als ob es genau das richtige wäre, sich in Deadlands zu vertiefen und zur Abwechslung mal hin und wieder bei den anderen was mitzuspielen.
So würde ich es jedenfalls machen.
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: Kaskantor am 26.01.2018 | 19:19
Ich leide extrem an Systemhopping.
Deswegen besinne ich mich einerseits wieder unserer Wurzeln, anderseits beschäftige ich mich wenigstens noch mit einem anderen lieb gewonnenen System.
Das wäre einmal DnD5 (welches bei uns nun wieder gespielt wird)
und zum anderen Fate.
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: Lord Kagrenac am 26.01.2018 | 19:36
Hört sich doch so an, als ob es genau das richtige wäre, sich in Deadlands zu vertiefen und zur Abwechslung mal hin und wieder bei den anderen was mitzuspielen.
So würde ich es jedenfalls machen.

+1

Spricht überhaupt nichts dagegen, sich auf etwas einzulassen und den Rest etwas lockerer anzugehen. Leben ist kompliziert genug.
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: Crimson King am 26.01.2018 | 19:45
Ich persönlich leite, wozu ich Bock habe. Wenn ich Bock auf ein bestimmtes Setting/Genre/Flair habe, suche ich mir das dazu passende System. Habe ich Bock auf ein bestimmtes System, suche ich mir das dazu passende Setting. Ich bevorzuge allerdings auch größtenteils regelarme Systeme mit klarem Regelkern, der leicht zu beherrschen ist. Wenn man sehr crunchige Systeme leitet, muss man natürlich auch mehr in die Systembeherrschung investieren. Und die sollte für die SL schon Grundvoraussetzung sein.
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: Ifram am 26.01.2018 | 19:46
Stammsystem (Splittermond) + Ausflüge (NOVA, TurboFate, ...) klappt bei mir am besten.
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: Oberkampf am 26.01.2018 | 20:12
Bei mir ist es so, dass ich ein System etwa 2 - 4 Jahre leite, dann merke, was mir daran nicht gefällt, dann ein halbes Jahr ausprobiere und dann wieder etwas gefunden habe, was ich 2 - 4 Jahre leite.

Momentan leite ich noch 13th Age, aber habe bereits mit D&D5 begonnen und werde auch mit meiner anderen Gruppe zu diesem Regelwerk wechseln (obwohl ich wirklich gern noch Shadow of the demon Lord oder Zweihander ausprobieren würde).
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: Grey am 26.01.2018 | 20:36
Nun überlege ich ob ich mich in absehbarer Zukunft in meinen Heimrunden erstmal nur einem System als SL bedienen soll. Als Vorteil sehe ich, dass ich mich in dei Regeln und das Setting deutlich tiefer einlesen kann und ich müsste mich nicht ständig umstellen. Wie sehr ihr das? Habt ihr ein "Stammsystem" (wenn ja welches) oder tanzt ihr auch auf meheren Hochzeiten?
Für mich bewährt hat sich die Schiene: Für die Hauptkampagne(n) bei einem Stammsystem bleiben, aber gelegentlich Ausflüge in andere Systeme bzw. Settings unternehmen. Da hat man sein sicheres "Basislager", in dem man sich gut auskennt, holt sich aber immer wieder mal Anregungen "draußen im Gelände".
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: Bildpunkt am 26.01.2018 | 22:19
Würde ich nicht so sehen. (Bzw. nicht mehr Luxusproblem als die grundsätzliche Frage, was wir Bewohner der wohlhabenden Seite dieses Planeten mit unserer Freizeit anfangen).

Vielmehr geht es doch darum, wie man möglichst glücklich sein kann. Und da haben die Epikureaner mit dem Versuch, eine Balance darin zu finden, sich nicht zu überladen und eher die Perfektion der Einfachheit zu verfolgen, sicherlich nicht den schlechtesten Weg gewählt.

Wenn man schon Luxus sowieso hat, warum soll man den nicht möglichst gut nutzen (solange das niemandem schadet)?

Na gut hätte ich zweimal im Monat die Möglichkeit zu spielen/leiten würde ich trotzdem nur ein System bespielen wollen.
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: felixs am 26.01.2018 | 22:28
Na gut hätte ich zweimal im Monat die Möglichkeit zu spielen/leiten würde ich trotzdem nur ein System bespielen wollen.

Dann sind wir uns doch ganz einig.
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: Derjayger am 26.01.2018 | 23:25
Ich bin gerade am Überlegen ob es nicht befriedigender ist, wenn ich mich mal ganz einem System widme. Aktuell hatte ich immer zwei Runden als SL parallel laufen. Dazu kommen dann noch verschiedene Oneshots im Verein.

Nun überlege ich ob ich mich in absehbarer Zukunft in meinen Heimrunden erstmal nur einem System als SL bedienen soll. Als Vorteil sehe ich, dass ich mich in dei Regeln und das Setting deutlich tiefer einlesen kann und ich müsste mich nicht ständig umstellen. Wie sehr ihr das? Habt ihr ein "Stammsystem" (wenn ja welches) oder tanzt
ihr auch auf meheren Hochzeiten?

Anscheinend hast du beides noch nicht zu Genüge ausprobiert. Da würde ich einfach das tun, worauf du am meisten Lust hast, bis du keine Lust mehr darauf hast. Vielleicht machts dir dann am meisten Spaß, das andere ausprobieren.
Sich selbst dahingehend Vorschriften zu machen ist in dem Stadium wie blinde Kuh spielen. Da holt man sich unnötige Probleme ins Haus.
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: Tintenteufel am 26.01.2018 | 23:58
Ich bekomme es einfach nicht gebacken verschiedene Systeme gleichwertig zu leiten/spielen. Daher bevorzuge ich es meinen absoluten Schwerpunkt auf ein System (derzeit D&D 5E) zu legen.
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: Eismann am 27.01.2018 | 00:47
Ich kann eigentlich aus dem Stand einige Abenteuer für SR3 und DSA leiten. Ich find es ganz angenehm das System und den Hintergrund gut zu kennen, in dem ich leiten möchte, daher probiere ich eher als Spieler herum, denn als SL.
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: chad vader am 27.01.2018 | 07:07
Nun überlege ich ob ich mich in absehbarer Zukunft in meinen Heimrunden erstmal nur einem System als SL bedienen soll. Als Vorteil sehe ich, dass ich mich in dei Regeln und das Setting deutlich tiefer einlesen kann und ich müsste mich nicht ständig umstellen. Wie sehr ihr das? Habt ihr ein "Stammsystem" (wenn ja welches) oder tanzt ihr auch auf meheren Hochzeiten?
Die Frage stellt sich mir nicht, da ich höchstens eine Heimrunde seriös in meinem Kalender unterbringen kann. Früher war mehr drin, aber dann natürlich auch viel mehr Zeit zum einlesen und vorbereiten verschiedener Systeme.
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: Archoangel am 28.01.2018 | 08:08
Ich denke eher, dass man sich auf ein Genre spezialisiert, als auf ein Setting. "In Regeln drinn" zu sein sehe ich nicht als das Problem ... ist ja nicht gerade so, dass diese so komplex sind wie bei einer wissenschaftlichen Spezialisierung; da kommt es - meines Erachtens - eher auf Spontaneität/Kreativität innerhalb des Genres an. Ich selbst bin ein Fantasy-GM und bevorzuge (A)D&D-artige Spiele, gefolgt von DSA1 und WoD. In den Systemen bin ich quasi immer fit, aber mir fällt es eben deutlich leichter spontan mal Fantasy zu leiten, als z.B. SciFi oder Horror.
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: Bildpunkt am 28.01.2018 | 09:03
Ich denke eher, dass man sich auf ein Genre spezialisiert, als auf ein Setting. "In Regeln drinn" zu sein sehe ich nicht als das Problem ... ist ja nicht gerade so, dass diese so komplex sind wie bei einer wissenschaftlichen Spezialisierung; da kommt es - meines Erachtens - eher auf Spontaneität/Kreativität innerhalb des Genres an. Ich selbst bin ein Fantasy-GM und bevorzuge (A)D&D-artige Spiele, gefolgt von DSA1 und WoD. In den Systemen bin ich quasi immer fit, aber mir fällt es eben deutlich leichter spontan mal Fantasy zu leiten, als z.B. SciFi oder Horror.

interessanter Aspekt. hmm das regeln durchdringen sodass es am spieltisch fluscht finde ich trotzdem herausfordener als sich das a und o eines neues Genre anzueignen auser man spielt nit genre spezialisten dann muss man auch sublime details drauf haben
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: Chiungalla am 28.01.2018 | 09:06
Ich würde mich erst einmal von dem Gedanken verabschieden, dass die Regeln möglichst gut sitzen sollten. Die sind ja letztendlich nur ein Vorschlag. Es droht keine Ratzia der Rollenspielpolizei und wenn man die Feinheiten und Tücken des Regelsystems erst falsch spielt und dann langsam als Gruppe hinein wächst ist das nicht zwingend etwas das dem Spielspaß abträglich sein muss. Panik die Regeln nicht völlig zu beherrschen ist so weit verbreitet wie unnötig und schädlich.

Als Spielleiter solltest Du schon was mit dem Regelsystem anfangen können. Aber für den Spielspaß Deiner Spieler ist das eher zweit-, dritt- oder viertrangig. Wenn die es besser wissen als Du, dann werden sie Dich schon korrigieren. Wenn Du es ihnen erlaubst. Und wenn sie es auch nicht besser wissen ist es kein Problem.

Wenn Du gerade inspiriert und motiviert bist Sci-Fi oder Horror zu leiten, obwohl Du nur ein Fantasy-System fließend beherrschst, dann solltest Du Dich davon nicht abhalten lassen. Auch wenn Regeln am Ende nicht völlig unwichtig sind hängt der Spielspaß Deiner Spieler doch sehr viel stärker von der Qualität der Story, Deiner Motivation diese Geschichte zu erzählen und Deinen Softskills ab, als von Deiner Regelkenntnis.

Wenn Du also regelmäßig nur gute Ideen für Fantasy hast ergibt die Spezialisierung Sinn. Wenn Du aber immer wieder gute Ideen für unterschiedliche Genres hast solltest Du Dich da lieber breit aufstellen. Und zur Not Spieler zum Hilfsschiedsrichter ernennen.

Es ist ja nicht einmal nötig, dass der Spielleiter zwangsläufig der Schiedsrichter ist. Das ist so üblich, dass es fast allen Rollenspielern schwer fällt das zu hinterfragen. Aber müssen der Regelwächter und der Geschichtenerzähler wirklich die selbe Person sein? Natürlich gibt es da Synergieeffekte, wenn das gut klappt. Aber ich hatte auch schon echt tolle Runden, in denen ich (mit Auftrag) über die Regeln wachte, während jemand anders die Geschichte erzählte. Beides erfordert im Zweifel sehr unterschiedliche Begabungen. Und es gibt viele großartige Geschichtenerzähler die sich mit den Regeln schwer tuen. IMHO verschenktes Potential, wenn die dann nicht leiten.

Also würde ich mich vielleicht nicht einmal auf ein Genre oder System spezialisieren.
Sondern vielleicht auf die Rolle des Geschichtenerzählers und den Schiedsrichter delegieren.
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: Kaskantor am 28.01.2018 | 09:07
Ein guter Kumpel und begnadeter SL leitet seit über 20 Jahren nur DnD und ausschließlich DnD. Da war auch keine PF-Zeit dazwischen. Wie er das schafft, ohne das es ihm langweilig wird, ist für mich ein Rätsel:). Aber dafür macht ihm was Fluff und meistens auch Crunch angeht so schnell keiner was vor.
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: Issi am 28.01.2018 | 09:07
Nach dem Systemhopping bin ich das immer wieder hoppen Leid. Habe daher ein Stammsystem, und mache gelegentlich Seitenspruenge zu anderen Systemen .
Wobei ich immer wieder merke wirklich "Besseres " finde ich da auch nicht.
Es sei denn, ich will tatsächlich was Spezifisches spielen wie z. B.  :ctlu: oder  :gasmaskerly:.
Dann macht System kaufen u.U. Sinn.
Fazit.  Ich brauche ansich eigentlich genau 1 Regelpaket, das funktioniert. Regeln sind nur Mittel zum Zweck.
Denn eigentlich will ich spielen, und den Schwerpunkt nicht auf Regelwaelzen legen.

Beim Systemhopping fühlt man sich auch dauerhaft wie ein Spielwelttourist. Um heimisch zu werden und die Regeln so weit zu verinnerlichen, dass man sie im Spiel kaum noch merkt,  macht es mMn. schon Sinn mal bei etwas zu bleiben.
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: Kaskantor am 28.01.2018 | 09:18
Vor allem auch für die Spieler. Bei uns in der Gruppe bin ich der Extremhopper und wenn da nicht alle mitziehen vergrault man auch schnell mal seine Spieler. Und wir spielen jetzt schon seit einigen Jahren zusammen. Da bekommt man schon auch mal ein schlechtes Gewissen mit der Zeit, da gerade meine Spieler sich in letzter Zeit mir zu liebe auf viel eingelassen haben. Aber am Ende kehren wir immer wieder zu unserem Stammsystem zurück. Dem ein oder anderen gefällt es besser oder schlechter, aber in der Gesamtheit gefällt es uns doch am besten. Das einzige was ich mir nun noch offenhalte ist ein settingloses System, wo ich für mich zumindest genug Abwechslung noch mit einbringen kann.   
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: Hellstorm am 28.01.2018 | 09:20
Für meinen Teil sehe eine Spezialisierung als zwiespältig. Dieses Hobby soll spass machen.Findest du ein Setting oder Regelsystem/Gruppe (OSR; FATE), dann go deep. Sollte dich ein spezielles Regelsystem aber schnell langweilen, dann solllte man nicht gegen das eigene Bauchgefühl arbeiten.

Der Vorteil von Spezialisierung ist, das man mehr Bauchgefühl für Situationen bekommt und diese gut bedienen kann. Daher finde ich den Einwurf von Setting ebenfalls sehr passend.

Wichtig ist zu wissen, was du genau erreichen willst.  Darauf muss dann die Frage gestellt werden: "Hilft mir dabei ein Setting oder die Regeln".
Beispielsweise kann man blutigen Kampf im jedem System haben, welches eine starke Tödlichkeit bietet. Will man aber Beispielsweise Warhammer spielen, dann kann man ein vorgefertigtes Regelwerk nehmen und sich damit die Suche sparen.
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: Bildpunkt am 28.01.2018 | 09:22
Ich würde mich erst einmal von dem Gedanken verabschieden, dass die Regeln möglichst gut sitzen sollten. Die sind ja letztendlich nur ein Vorschlag. Es droht keine Ratzia der Rollenspielpolizei und wenn man die Feinheiten und Tücken des Regelsystems erst falsch spielt und dann langsam als Gruppe hinein wächst ist das nicht zwingend etwas das dem Spielspaß abträglich sein muss. Panik die Regeln nicht völlig zu beherrschen ist so weit verbreitet wie unnötig und schädlich.

Als Spielleiter solltest Du schon was mit dem Regelsystem anfangen können. Aber für den Spielspaß Deiner Spieler ist das eher zweit-, dritt- oder viertrangig. Wenn die es besser wissen als Du, dann werden sie Dich schon korrigieren. Wenn Du es ihnen erlaubst. Und wenn sie es auch nicht besser wissen ist es kein Problem.



hmm sehe ich anders: egal in welchem lebensbereich u insb im beruf: erst wenn ich die jeweiligen regeln fuer mein handeln (vom Schreiner bis zur IT Spezialistin) durchdrungen habe bin ich auch in der lage auch in Situationen die nicht dem lehrbuch bzw im rpg fall regelbuch entspringen professionell zu handeln...
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: Rhylthar am 28.01.2018 | 09:26
Dito.

"Know the rules before you try to fix them!" ist schon ein für mich wichtiges Motto. Geht mir nicht nur darum, nicht niedergeschriebene Regeln in Situationen im Sinne der Regeln spontan zu bilden, sondern auch darum, gewisse Unlänglichkeiten im System zu erkennen und sie zu "verhausregeln".
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: Deep_Flow am 28.01.2018 | 09:31
Ich habe mir schon vor Jahren die Beschränkung auf maximal 3 Systeme auferlegt und fahre gut damit. Lieber 1-3 Sachen richtig, als 1000 Sachen irgendwie so halb.
Empfinde ich auch in anderen Lebensbereichen so. Dabei bevorzuge ich relativ regelleichte Systeme, die aber trotdem genug Tiefgang haben, sodass man sich immer
wieder damit beschäftigen kann. Ein gutes Regelverständnis halte ich für wichtig, im Sinne der Auseinandersetzung mit Regeln, nicht um sich dann sklavisch daran zu halten.
Zum Glück habe ich eine Hausrunde, die sich sehr intensiv mit Regeln auseinandersetzt.
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: Chiungalla am 28.01.2018 | 09:56
hmm sehe ich anders: egal in welchem lebensbereich u insb im beruf: erst wenn ich die jeweiligen regeln fuer mein handeln (vom Schreiner bis zur IT Spezialistin) durchdrungen habe bin ich auch in der lage auch in Situationen die nicht dem lehrbuch bzw im rpg fall regelbuch entspringen professionell zu handeln...

Das ist richtig. Widerspricht aber nicht dem von mir geschriebenen.

Natürlich kannst Du besser und flexibler auf Regelfragen reagieren und auch spontan Regeln improvisieren, wenn Du ganz tief in den Regeln drin steckst.
Das ist nur relativ irrelevant für Deinen Erfolg als Spielleiter. Denn der bemisst sich nicht an 100%iger Regeltreue sondern am Spielspaß Deiner Spieler.
Dazu trägt Regelsicherheit sicherlich ein wenig bei, aber eben nur ein wenig. Andere Dinge sind da viel wichtiger.

Und Du hast Recht, dass es für Schreiner bis IT Spezialistin Regeln gibt die sie beherrschen müssen, damit ihr Produkt gelingt. Die gibt es für den Rollenspielleiter auch. Aber das sind nicht die Regeln des Systems. Sondern die Skills als Storyteller und Moderator der Gruppe. Die sind schwerer zu lernen und komplizierter umzusetzen, und deshalb versteifen sich die meisten Spieler in viel zu großem Ausmaß auf die einfach zu erlernende Systemmechanik. Statt sich mit dem zu beschäftigen was wirklich wichtig ist als Spielleiter.

Wären die Regeln das wichtigste , dann wären die größten Regelfüchse auch die besten Spielleiter. Und das ist nicht der Fall. Ich möchte fast sagen: Leider nicht der Fall. Das mir Regeln im allgemeinen leicht fallen, und ich ein halbes Dutzend Systeme leiten kann ohne in Bücher zu gucken, hilft mir mehr Kapazität frei zu haben für den relevanten Kram. Es macht mich nicht zu einem guten Spielleiter.
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: Pyromancer am 28.01.2018 | 10:12
Wie wichtig die Regelkompetenz des Spielleiters ist hängt ganz stark vom verwendeten System und dem Spielstil ab. Manchmal ist Regelkompetenz weitestgehend egal, manchmal ist sie notwendige Voraussetzung. Schaden tut sie nie.
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: Chiungalla am 28.01.2018 | 10:23
Wie wichtig die Regelkompetenz des Spielleiters ist hängt ganz stark vom verwendeten System und dem Spielstil ab. Manchmal ist Regelkompetenz weitestgehend egal, manchmal ist sie notwendige Voraussetzung. Schaden tut sie nie.

Da stimme ich gerne zu. Aber selbst wenn sie oft notwendige Voraussetzung ist, dann ist sie trotzdem nur sehr selten hinreichend.
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: Issi am 28.01.2018 | 12:58
Zum Leiten braucht es mehr als Regelkenntnis, gar keine Frage.
Vielleicht ist Vieles davon sogar noch wichtiger als Regelverständnis.
Aber das alles macht Regelverständnis mMn. nicht unwichtig.

Die Frage ist mMn. auch was ist in dem Paket "System" denn drinn?
Meist bebeutet "System ja nicht nur Spielregeln sondern auch Setting.
Daraus folgt-  Regeln +Setting=System
Natürlich kann ich auch beides austauschen- z.B.  Mit den Regeln x in Setting y spielen und umgekehrt.

Ist dann halt nicht nicht mehr Original System x.
Muss es ja auch nicht.
Ich gehe nur davon aus, dass mit System hier wirklich das Gesamtpaket gemeint  ist.
Und hier kann man als Spezialist natürlich auch doppelt punkten. Bei Regeln und Setting, wenn man das System nicht dauernd wechselt.

Edit. Vielleicht ist das Wort "Vertiefen" ganz passend. Wenn ich länger bei etwas verweile, ist sowas möglich.
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: Chiungalla am 29.01.2018 | 08:07
Gerade die vertieften Regelkenntnisse braucht aber nicht der Spielleiter. Da reicht es, wenn die irgendwer am Spieltisch besitzt, solange die Gruppe gut zusammen arbeitet. Tut sie dies nicht, dann hat man auch oft Probleme, wenn nur der Spielleiter sie besitzt.

Und natürlich bringt die Spezialisierung sowohl für den Spielleiter als auch bei den Spielern Vorteile.
Aber man profitiert in seiner Entwicklung als Spielleiter und Spieler auch extrem davon mal etwas neues auszuprobieren.

Ausflüge ins Horror-Genre helfen mir z.B. Horror-Elemente im Fantasy besser umzusetzen. Magie und High-Tech sind ja bekanntlich nicht völlig trennscharf, und deshalb sind SciFi und Fantasy oft auch nur zwei unterschiedliche Blickwinkel auf ähnliche Themen, und unterschiedliche Blickwinkel schaden selten.

Jedes System, Setting und Genre das Du ausprobierst packt Dir vielleicht ein neues Werkzeug (Erzählstil, Atmosphäre, ...) in Deinen Werkzeugkasten, dass Du in Deinen Kernsystemen irgendwann mal effektvoll einsetzen könntest.

Letztendlich spielt man eh am besten immer das auf das man gerade Bock hat. Aber wenn Du da langfristig optimierend planst um das maximum an Potential als Spielleiter zu erreichen, dann würde ich persönlich glaube ich immer auch ein wenig Diversität einstreuen. Bevorzugte Systeme sind sicherlich hilfreich. Aber die 100. Session DSA bringt Dich sicher nicht im selben Maße nach vorne wie die 1. Session Cthulhu, Shadowrun, Vampire, Earthdawn oder D&D.
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: Issi am 29.01.2018 | 09:05
Zitat
Gerade die vertieften Regelkenntnisse braucht aber nicht der Spielleiter.
Da reicht es, wenn die irgendwer am Spieltisch besitzt, solange die Gruppe gut zusammen arbeitet. Tut sie dies nicht, dann hat man auch oft Probleme, wenn nur der Spielleiter sie besitzt.
Egal bei wem sich die Regel und Settingkenntnisse jetzt mehr vertiefen, das geht iDR. nur wenn man mal bei etwas bleibt.
Vermutlich wird jeder am Tisch sowohl mit Setting und Regeln vertrauter, wenn man mal eine zeitlang bei einem System bleibt.

Zitat
Und natürlich bringt die Spezialisierung sowohl für den Spielleiter als auch bei den Spielern Vorteile.
Aber man profitiert in seiner Entwicklung als Spielleiter und Spieler auch extrem davon mal etwas neues auszuprobieren.
Ist halt die Frage wie oft man schon was "neues" probiert hat, wie sehr sich das gelohnt hat und wie gut mein Standart System ohnehin schon ist.

Zitat
Ausflüge ins Horror-Genre helfen mir z.B. Horror-Elemente im Fantasy besser umzusetzen. Magie und High-Tech sind ja bekanntlich nicht völlig trennscharf, und deshalb sind SciFi und Fantasy oft auch nur zwei unterschiedliche Blickwinkel auf ähnliche Themen, und unterschiedliche Blickwinkel schaden selten.
Dem würde ich nicht widersprechen. Ein Genre Wechsel macht ja oft auch auf Regelebene Sinn. Da es im Setting oft völlig andere Waffen und Fertigkeiten gibt.
Wie oft ich dagegen innerhalb des gleichen Genres hoppen möchte, ist da vermutlich nochmal eine andere Frage.

Zitat
Jedes System, Setting und Genre das Du ausprobierst packt Dir vielleicht ein neues Werkzeug (Erzählstil, Atmosphäre, ...) in Deinen Werkzeugkasten, dass Du in Deinen Kernsystemen irgendwann mal effektvoll einsetzen könntest.
-Also auf meinen Erzählstil hatte bislang noch kein System Einfluß. Das ist auch etwas, was von den Regeln meist unberührt bleibt. - Wenn ich jetzt Horror spielen will, dann brauche ich von Haus aus eine entsprechende Erzählkunst. Die ich mir vermutlich am ehesten durch Literatur und Film aneigne. Ein paar kleine Regelhinweise machen selten gleich einen guten Geschichtenerzähler.

Zitat
Letztendlich spielt man eh am besten immer das auf das man gerade Bock hat. Aber wenn Du da langfristig optimierend planst um das maximum an Potential als Spielleiter zu erreichen, dann würde ich persönlich glaube ich immer auch ein wenig Diversität einstreuen. Bevorzugte Systeme sind sicherlich hilfreich. Aber die 100. Session DSA bringt Dich sicher nicht im selben Maße nach vorne wie die 1. Session Cthulhu, Shadowrun, Vampire, Earthdawn oder D&D.
Hier sind wir bei der Frage, was macht einen guten Spielleiter aus?
Dass er möglichst viele unterschiedliche Regeln kennt?
Oder dass er die, die er hat, super anwenden kann?
Ich würde eher sagen: Er sollte mit den Regeln des Systems mit dem er gerade spielt, einigermaßen gut vertraut sein.
Und es schadet auch nicht, wenn er das aktuelle Setting kennt.- So kann er es auch den Spielern näher bringen.
Er sollte darüber hinaus Spaß haben am Erzählen und NSC darstellen. Wie das geht, lernt man aus keinem Regelwerk.(Just my opinion)

Und je weniger man sich mit Regeln beschäftigen muß (weil sie einem noch nicht so vertraut sind) desto mehr kann man sich mMn. auf den Erzählstil und die "Story"konzentrieren.
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: Chiungalla am 29.01.2018 | 09:58
Also auf meinen Erzählstil hatte bislang noch kein System Einfluß. Das ist auch etwas, was von den Regeln meist unberührt bleibt. Wenn ich jetzt Horror spielen will, dann brauche ich von Haus aus eine entsprechende Erzählkunst. Die ich mir vermutlich am ehesten durch Literatur und Film aneigne. Ein paar kleine Regelhinweise machen selten gleich einen guten Geschichtenerzähler.

Also z.B. das GURPS Sourcebook zum Horror Genre ist voll guter Tipps und Ratschläge zu Themen wie Atmosphäre. Da kann sich noch mancher Regisseur etwas abschauen. Aber die GURPS Sourcebooks sind eh großartig. Die TORG Sourcebooks haben Regeln für unterschiedliche Settings und Atmosphären, welche sich sehr schnell in gute Ideen und Konzepte zu den unterschiedlichen Genres umsetzen lassen. Vor allem spielt das System halt vor allem mit schnellen Wechseln in Setting und Atmosphäre und macht damit sehr gut deutlich wie so etwas laufen kann. Die neuen Star Wars Systeme haben Unmengen an Tipps, Informationen und Backgrounds für unterschiedliche Kampagnen, Charakterhintergründe und Archetypen. Die WoD hat Konzepte zur Charakterentwicklung bei SCs, die man nicht mögen muss, aber wo es hilft sich mal gedanklich damit zu beschäftigen. Bei Shadowrun kann man sich die Connections wunderbar abschauen, und in angepasster Form passen die in jede Kampagne und bereichern die.

Hinzu kommen dann gelegentlich gute Kaufabenteuer die viel mit Atmosphäre und Stilmitteln arbeiten und bei denen man sich viel abschauen kann.

Ich würde eher sagen: Er sollte mit den Regeln des Systems mit dem er gerade spielt, einigermaßen gut vertraut sein.
Und es schadet auch nicht, wenn er das aktuelle Setting kennt.- So kann er es auch den Spielern näher bringen.
Er sollte darüber hinaus Spaß haben am Erzählen und NSC darstellen. ... Und je weniger man sich mit Regeln beschäftigen muß (weil sie einem noch nicht so vertraut sind) desto mehr kann man sich mMn. auf den Erzählstil und die "Story"konzentrieren.

Da bin ich natürlich vollständig bei Dir. Weil ich all das hier auch schon in anderen Worten geschrieben habe.

Er sollte darüber hinaus Spaß haben am Erzählen und NSC darstellen. Wie das geht, lernt man aus keinem Regelwerk.(Just my opinion)

Also es gibt schon Regelwerke und Abenteuer die einen dabei an der Hand nehmen und ein Stück weit helfen.

Das meine ich weiter oben halt auch mit dem Werkzeugkasten. Du kriegst halt selten irgendwo einen "complete guide to gamemastering" der den Namen verdient. Aber gerade wenn Du viele Systeme und Genres kennst schnappst Du hier was auf und dort was auf.
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: Geoffrey de Glanville am 4.02.2018 | 22:22
Man sollte beide Seiten des Schirms kennen
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: Chiungalla am 5.02.2018 | 10:53
Das stimmt definitiv. Und auch immer mal wieder auf die andere Seite zurück kehren.

Allerdings sollte man sich vor einem Fehlschluss ein wenig in Acht nehmen:
Weil ich es als Spieler okay/toll fände, wäre es auch für meine Spieler okay/toll.
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: Swafnir am 5.02.2018 | 10:57
Das finde ich auch sehr wichtig. Es gibt viele SLs, die einen "Tunnelblick" entwickeln, wenn sie nur leiten. Aber ich kenne auch wirklich gute SLs, die furchtbare Spieler (geworden?) sind.

Ich bin in der glücklichen Situation, dass ich durch unseren Rollenspielverein mittlerweile wirklich viel spielen kann. Gerade gestern hatte ich wieder ne tolle Runde Star Trek Adventures  :d
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: Ifram am 5.02.2018 | 11:47
ich kenne auch wirklich gute SLs, die furchtbare Spieler (geworden?) sind.
Oh ja!
Dass ist mir bereits in den 80ern aufgefallen, als mein allererster SL mal auf der anderen Seite des Schirmes mitspielte.
Aktuell ist ein reizoffener und sprunghafter Mitspieler als SL erträglich, als Spieler eines (zu allem Überfluss auch noch aufdringlich überzeichneten) Charakters aber mit der Beschränkung auf (s)eine Figur deutlich überfordert.
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: Bildpunkt am 5.02.2018 | 12:52
Das ist richtig. Widerspricht aber nicht dem von mir geschriebenen.

Natürlich kannst Du besser und flexibler auf Regelfragen reagieren und auch spontan Regeln improvisieren, wenn Du ganz tief in den Regeln drin steckst.
Das ist nur relativ irrelevant für Deinen Erfolg als Spielleiter. Denn der bemisst sich nicht an 100%iger Regeltreue sondern am Spielspaß Deiner Spieler.
Dazu trägt Regelsicherheit sicherlich ein wenig bei, aber eben nur ein wenig. Andere Dinge sind da viel wichtiger.

Und Du hast Recht, dass es für Schreiner bis IT Spezialistin Regeln gibt die sie beherrschen müssen, damit ihr Produkt gelingt. Die gibt es für den Rollenspielleiter auch. Aber das sind nicht die Regeln des Systems. Sondern die Skills als Storyteller(...)


Wären die Regeln das wichtigste , dann wären die größten Regelfüchse auch die besten Spielleiter. Und das ist nicht der Fall. Ich möchte fast sagen: Leider nicht der Fall. Das mir Regeln im allgemeinen leicht fallen, und ich ein halbes Dutzend Systeme leiten kann ohne in Bücher zu gucken, hilft mir mehr Kapazität frei zu haben für den relevanten Kram. Es macht mich nicht zu einem guten Spielleiter.

Jain. Ich glaube wir meinen aehnliches. Im Beruf gibt es soetwas wie Erfahrungswissen bzw implizites Wissen insb in akademischen Berufen in denen nicht die taeglichen Tätigkeiten standartisierd sind sondern die Ausbildung bzw die Art mit Problemen umzugehen damit man jedem Einzelfall gerecht werden kann (zbJura oder Medizin). Dazu brauchst Du aber prifundes Regelwissen (Gesetze /Anatomiekenntnisse ) um den Einzelfall adäquat behandeln zu koennen. Ähnlich verhaelt es sich mMn als SL. Klar ohne Menschlichkeit und gutes Zuhörenkoennen kein guter Hausarzt/aerztin aber andersrum schon gar nicht. Sagen wir es so: sehr gute Regelkenntnisse sind eine notwendige aber keine hinreichende Bedingung fuer ejnen guten SL. Aufgrund Zeitknappheit daher lieber ein System gescheit drauf haben. Ist natürlich auch ne Frage der Regeltiefe eines Systems. Und wenn man verschiedene Systeme gut drauf hat gibt es bestimmt auch eine Meta-Regelkompetenz die einem hilft Einzelsysteme besser zu durchdringen. Ist aber wie gesagt ne Frage der Zeitressourcen...
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: Chiungalla am 5.02.2018 | 13:28
Aufgrund Zeitknappheit daher lieber ein System gescheit drauf haben.

Das ist mir etwas zu vage. Wie knapp muss denn die Zeit werden, damit es sich lohnt sich auf ein System zu konzentrieren? Und ist Rollenspiel dann noch ein Hobby, und ist so viel Zeitmangel mit der Prämisse des Threads und dem Anspruch ein großartiger Spielleiter zu werden vereinbar?

Ich bin aber auch nur bedingt davon überzeugt, dass ein neues System zu lernen viel Zeit kosten muss. Die Grundregeln sind schnell erlernt, und wenn man ein paar Fehler in Kauf nimmt geht learning by doing ganz großartig. Ich hatte damit noch nie Probleme. Jetzt ist meine Erfahrung schon, dass ich im Bezug auf Spielregeln eine gewisse Inselbegabung besitze. Aber ich kenne auch keine Rollenspieler persönlich für die neues System zu lernen eine frustrierende und zeitaufwendige Beschäftigung ist. Weder unter Gelegenheitsspielern noch unter Hardcore-Nerds. Das lese ich eigentlich immer nur im Forum.

Ich freu mich eigentlich immer, wenn ich ein neues System habe, und ein paar Tage das Buch auf der Toilette liegen lassen reicht völlig um es relativ regelsicher leiten zu können. Ja, zu dem Zeitpunkt macht man noch Fehler. Aber das ganze "probier mal was anderes aus" bedeutet ja auch nicht, dass man versuchen soll es in 5 Systemen gleichzeitig zum Regelguru zu bringen.
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: Bildpunkt am 5.02.2018 | 13:44
Ok konkret: Job und vierköpfige Familie inkl zwei kleine Kinder lässt Zeit (fuer einen selbst) kostbar werden. In dieser Zeit möchte ich gerne eher spielen als mich in neue Regelsysteme reinfuchsen. Ich schaue schon links u rechts ( sonst würde ich mich hier nicht rumtreiben ( ist meine Dosis RPG Interaktion zwischen den monatlichen Sessions)) aber es lohnt sich nicht wenn nan die Systeme dann nicht spielen kann...
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: Chiungalla am 5.02.2018 | 14:06
Ich denke im Grunde sind wir uns dann aber einig darüber, dass mal was neues auszuprobieren das Spiel bereichert. Das war ja auch der Inhalt Deines ersten Posts in diesem Thread. Und im Grunde widersprichst Du mir gar nicht. Du möchtest nur klarstellen, dass es für Dich in Deiner speziellen Situation nicht machbar (oder wenigstens in diesem extremen Fall Deiner Einschätzung nach nicht sinnvoll) ist. Oder?

Ich bleibe trotzdem bei der Aussage, dass es einen als Spieler wie als Spielleiter bereichert öfter mal etwas neues auszuprobieren.

Wenn man sich aber in einer Lebenssituation befindet in der man sich gerade so mit den Fingernägeln noch ein wenig am Hobby festkrallt, dann ist es nur einfach nicht der richtige Moment für Fragen wie "Was könnte unser Spiel bereichern?" oder "Wie werde ich noch besser in meinem Hobby?". Dann ist wohl eher gerade die Frage "Wie spiele ich möglichst oft und halbwegs stressfrei?".
Titel: Re: Als SL: spezialisieren oder nicht?
Beitrag von: Bildpunkt am 5.02.2018 | 14:28
Ich denke im Grunde sind wir uns dann aber einig darüber, dass mal was neues auszuprobieren das Spiel bereichert. Das war ja auch der Inhalt Deines ersten Posts in diesem Thread. Und im Grunde widersprichst Du mir gar nicht. Du möchtest nur klarstellen, dass es für Dich in Deiner speziellen Situation nicht machbar (oder wenigstens in diesem extremen Fall Deiner Einschätzung nach nicht sinnvoll) ist. Oder?

Ich bleibe trotzdem bei der Aussage, dass es einen als Spieler wie als Spielleiter bereichert öfter mal etwas neues auszuprobieren.

Wenn man sich aber in einer Lebenssituation befindet in der man sich gerade so mit den Fingernägeln noch ein wenig am Hobby festkrallt, dann ist es nur einfach nicht der richtige Moment für Fragen wie "Was könnte unser Spiel bereichern?" oder "Wie werde ich noch besser in meinem Hobby?". Dann ist wohl eher gerade die Frage "Wie spiele ich möglichst oft und halbwegs stressfrei?".


Ja klar öfter mal was neues ausprobieren schadet nie. Als Spieler nehme ich zb  ab und an Oneshots anderer Systeme teil. Wenn ich mehr Zeit hätte würde ich aber trotzdem als SL bei der Regel- Spezialisierung auf ein System bleiben aus oben genannten Gründen (natürlich wenn es allen in der Gruppe gefällt) und die Restzeit wie jetzt auch fuer die Spielvorbereitung/Kampagnen nutzen ( fuer mich jedenfalls auch ein Teil des SLSein das mir Spass macht). Ein bessere bzw ein Zuwachs an Erzählkompetenz leitet sich fuer mich nicht aus dem Wissen multipler Regelsysteme ab bzw nur sehr indirekt. Dann schon eher aus dem Beobachtungslernen bei den anderen SL der Oneshots sowie durch Manoeverkritik der eigenen Spieler/innen.