Wir treffen unsere Helden, wie sie mit einem Lastwagen über eine Landstraße fahren. Weit und breit keine Menschenseele. Wer von euch sitzt am Steuer? Was transportiert ihr Wichtiges? Wer hat euch gebeten das zu transportieren?
Man muss eine Kampagne anders anfangen als ein Einzel-Abenteuer!
- Das Treffen in der Taverne bitte nur 1x pro RPG-Karriere, danach lieber mittendrin.
Zum Beispiel könnte draußen in der Stadt die Zombieapokalypse losbrechen und die SC müssen versuchen möglichst viele Tavernengäste durch den Geheimgang im Weinkeller in Sicherheit zu bringen, bevor die lebenden Toten das Etablissement überrennen.
Wahrscheinilch hast du damit Recht. Kannst du erklären warum das so ist? Was muss eine Kampagnen-Eröffnungsszene deiner Ansicht nach leisten, was die Eröffnung eines Einzelabenteuers nicht leisten muss?
Beim Einstieg in eine Kampagne kann man sich einerseits mehr Zeit nehmen (weil man ja insgesamt mehr Zeit HAT), andererseits legt man auch das Fundament für viele, viele Dutzend Stunden Spiel, und sollte dementsprechend sorgfältig sein. Man kann sich vorsichtig an neue Regeln und das neue Setting herantasten.
Von daher plädiere ich dafür, eine Kampagne langsam anzugehen. Da muss die erste Szene nicht einschlagen wie eine Bombe. Wenn irgend eine Szene der ersten Sitzung in Erinnerung bleibt, dann ist das schon toll.
Kannst Du ein Beispiel nennen? Mir fällt da nur ein, dass alle herumsitzen und peinlich berührt versuchen, etwas zu sagen. Der Zwerg wird frech, der Mensch lässt sich das nicht bieten -> Eskalation, hoffentlich bringen sie sich nicht gegenseitig um. 2h später kann's dann mal losgehen. Das ist sicher nicht Sinn der Sache.
Z.B. wenn sich die Charaktere noch nicht vorher kennen, dann kann man für jeden 2-3 (oder noch mehr) Solo-Szenen spielen, einfach, damit die Spieler in den Charakter reinkommen und wenn sie sich dann treffen, etwas zu erzählen haben.
Für einen One-Shot wäre das aber total unbefriedigend und gefühlte Zeitverschwendung gewesen. Als Auftakt einer 60-Session-Kampagne war es ideal.
Wir hatten es auch schon, dass die SL mit jedem Spieler private Solo-Sitzungen als Prolog gespielt hat. Ich finde so etwas gut.
Hat jemand ein paar Anekdoten für mich - gerne vom letzten Abenteuer, das ihr gestartet habt, oder aber eine Eröffnungsszene, die euch einfach in Erinnerung geblieben ist, weil sie so gut oder so schlecht funktioniert hat.
Ich hatte mal eine Kampagne mit Dragon Age so gestartet wie im CRPG. Es gab 4 SCs und jeder bekam ein Einführungsabenteuer (neudeutsch "Origin"), wo die anderen Spieler temporäre SCs gespielt haben, die schon eine enge Verbindung zum Haupt-SC haben (z.B. Familenmitglieder, Freunde, Geliebte usw.). Das Grund Setup war, dass die SCs am Lagerfeuer saßen und sich gegenseitig ihre Vorgeschichten erzählt haben. Das fünfte Abenteuer war dann die Zusammenführung (wo natürlich schon in den Vorgeschichten ein gemeinsamer Feind andeutete und sie dadurch an einem Ort aufeinander getroffen sind).
Von daher plädiere ich dafür, eine Kampagne langsam anzugehen. Da muss die erste Szene nicht einschlagen wie eine Bombe. Wenn irgend eine Szene der ersten Sitzung in Erinnerung bleibt, dann ist das schon toll.
Hört sich cool an, das werde ich mir mal merken.
(...)Was macht denn eine gute Eröffnungsszene aus? In meinem speziellen Fall geht es um die Eröffnung einer nagelneuen Kampagne, für die Eröffnung eines Abenteuers im weiteren Verlauf derselben gelten vermutlich andere Regeln - oder? (...)
Hat jemand ein paar Anekdoten für mich - gerne vom letzten Abenteuer, das ihr gestartet habt, oder aber eine Eröffnungsszene, die euch einfach in Erinnerung geblieben ist, weil sie so gut oder so schlecht funktioniert hat.
The Wreck (Trail of Cthulhu - Arkham Detective Tales)Genau diese Art von interaktivem Einstieg hab ich zum ersten Mal vor über 20 Jahren geleitet (ich fühl mich grad eeecht alt :korvin:) Ich hatte die Namen der tempSCs plus ein, zwei Charaktereigenschaften, passende Vor- und Nachteile und ihre Funktion aufgeschrieben. Dann den Rahmen abgesteckt und dann erstmal die Spieler machen lassen. Die Gruppe war die Lager-/Logistik-Spätschicht im Artefaktbereich einer ultrageheimen Regierungsorganisation (die eigentlichen SC waren das Elite-Team derselben) und vor kurzem gab es eine neue Lieferung unbekannter Artefakte und aus diesen sind Dinge gekommen. Ich verrate jetzt nicht mehr^^
Die erste Szene ist eine Art intertaktive Cut-Scene, in der die Spieler gar nicht ihre eigenen Charaktere spielen, sondern die Besatzung eines Schiffs, das von Deep Ones angegriffen wird. Einer nach dem anderen fallen diese temporären Charaktere den Kreaturen aus der Tiefe auf ausgesprochen grausame Weise zum Opfer. In der zweiten Szene müssen dann die eigentlichen SC das Wrack des Schiffs untersuchen, das herrenlos und voller Leichen auf dem Hudson River vor Manhattan treibend vorgefunden wurde.
Eine sehr unorthodoxe Eröffnungsszene, die (auf dem Papier!) unheimlich cool rüberkommt. Ein Medias Res Intro, das den Mythos-Horror auf den Spieltisch stellt, dann aber einen Schritt zurück geht, und den Spielern so nahelegt, die Lücke zwischen Spieler- und Charakterwissen zu schließen und anschließend zum Kern des Mysteriums vorzudringen.
Eigene Erfahrung: Bislang keine, weil noch nicht geleitet. Die Idee finde ich genial, wie gut das ganze funktioniert kann ich nicht einschätzen.
Wir gehen davon aus, dass jeder Spielercharakter einen Grund hat, an der vorliegenden Szene teilzunehmen. Es ist die Verantwortung der Spieler ihre SC mit einer Motivation auszustatten, warum sie die vorliegende Szene interessiert. Die Motivation einzelner SC ist ein Thema für sich und wird deswegen für diese Diskussion als gegeben betrachtet.
Um es mit den Worten von Starlord zu sagen: Kann man so machen, ist dann aber Kacke. >;D Aber gut, wenn du darüber nicht diskutieren willst, dann eben nicht. ;)Bei dir geht's echt nicht ohne herablassende Polemik, wa?
Was ich nicht habe ist eine Eröffnungsszene, von der ich selbst überzeugt wäre - und das liegt vielleicht daran, dass ich gar nicht so richtig weiß, was ich von der Eröffnungsszene eigentlich erwarte. Grund genug, euch hier mal nach eurer Meinung zu fragen. Was macht denn eine gute Eröffnungsszene aus? In meinem speziellen Fall geht es um die Eröffnung einer nagelneuen Kampagne, für die Eröffnung eines Abenteuers im weiteren Verlauf derselben gelten vermutlich andere Regeln - oder?
Daher die Frage: Was sollte eine gute erste Szene eurer Ansicht nach bewerkstelligen? Welche Eröffnungen aus publizierten Abenteuern haben euch besonders gut gefallen? Welche fandet ihr so richtig furchtbar? Und jeweils: Warum?
Es gab mal eine Zeit, da hätte jeder in diesem Forum verstanden, dass das augenzwinkernd gemeint war. Aber das ist viele Jahre her. Heute sind alle immer gleich beleidigt. Es ist sooo ermüdend.Dich kennen wäre gelogen. Aber ich kenne deinen Blog und dadurch deinen Stil, den viele sicher gut finden, der mir persönlich bisweilen zu polemisch ist. Wird dir sicher egal sein, aber das ist halt so ein Nebeneffekt von starker Onlinepräsenz. Nimm's als Kompliment, mit dem Gros der Community assoziiere ich keinen speziellen Stil.
Vor allem "bei dir geht's wohl nie ohne", weil du wohl schon weißt, wie ich so bin? Was man hören will, das hört man dann auch...
:btt: