Tanelorn.net
Medien & Phantastik => Sehen, Lesen, Hören => Sehen => Thema gestartet von: Greifenklaue am 27.06.2018 | 09:13
-
Umsatz, Wirtschaftlichkeit, gute Kritiken, Preise, Kulturimpact?
-
Was das angeht unterteile ich in zwei Gruppen:
Erfolg am Markt
Hierunter fallen Filme, die in der ein oder anderen Form quantiativ erfolgreich sind. Da auch gewisse Auszeichnungen die Vergabe weiter Filmrechte, Mittel, Sponsoren usw. nach sich ziehen, kann also auch ein Film erfolgreich sein, der an den Kassen nicht so viel eingespielt hat, aber zBsp. ein Oscar-Liebling ist oder dergleichen. Grundsätzlich ist das aber natürlich der Bereich der Blockbuster und Filme, über die viel gesprochen wird solange sie noch laufen.
Erfolg als Klassiker
Daneben gibt es natürlich noch den Bereich der Klassiker. Da spielt die Zeit eine große Rolle: Steigt der Anteil der Bekanntheit mit dem Abstand zur Veröffentlichung, so haben wir es vermutlich mit einem werdenden "Klassiker" zu tun. Sei es, dass der Film ein bestimmtes Genre gut bedient oder ein ungewöhnliches Thema oder Zielgruppe hat: Wenn man in 20 Jahren auf ner Geburtstagsparty den Titel fallen lässt und ein paar Leute im Raum wissend nicken - dann war der Film auf seine Art erfolgreich - ganz egal, ob er viel eingespielt hat oder nicht.
-
Naja, Erfolg ist wenn man sein Ziel erreicht. Bei großen Studios bedeutet das eben wirtschaftlichen Erfolg, und der muss an der Kinokasse schon reinkommen.
Wenn jemand mit einem Film ein anderes Ziel verfolgt, dann eben darauf bezogen.
Eine schönere Faustformel wäre vielleicht "wenn jemand eine Fortsetzung macht".
-
Für mich persönlich gar nichts, denn der Erfolg von Filmen ist mir, offen gesagt, scheißegal.
Mir ist nur wichtig, ob er gut ist oder ob er nicht gut ist.
Rein objektiv hätte ich jetzt gesagt, ein Film ist dann erfolgreich, wenn er das Ziel seiner Macher erreicht - was auch immer das im einzelnen ist.
-
Alles, allerdings mit einer Prioritisierung in umgekehrter Reihenfolge.
1) Kulturimpakt: Also ein Film kann nur wenige Zuschauer haben, sein Budget nicht einspielen, von den Kritikern zerrissen werden und maximal Goldene Himbeeren einsacken - solange das Publikum trotzdem etwas positives aus dem Film mitnimmt und dieser ihnen im Gedächtnis bleibt, dann war der Film ein Erfolg.
2) Preise: es ist schön, wenn man gewürdigt wird (allerdings sollte man auch beachten, für wen die Preise sind - ein Oscar ist ein anderer Preis, als ein Goldener Löwe oder ein kleiner SciFi- oder Fantasy-Preis - ein größerer Bekanntheitsgrad des Preises bedeutet nicht nowendigerweise größeren Erfolg).
3) gute Kritiken: auch hier kommt es auf die Kritiker an - argumentieren diese gut (gehen sie auf die Ausführung des Films ein) oder geben sie einfach nur ein Stimmungsbild. In ersterem Fall kann ich die Kritik genießen, selbst wenn ich mit der letztendlichen Wertung nicht übereinstimme (Wertungen ohne Erklärung, so wie bei Rotten Tomatoes, sind komplett für den Popo).
4) Wirtschaftlichkeit: Das Studio sollte an dem Film nicht kaputt gehen und einen Profit machen. Das stellt sicher, dass es mehr Filme dieser Art macht oder vielleicht auch eine Fortsetzung dieses Films (wenn es Sinn macht - nichts ist schlimmer als Fortsetzungen, ohne dass man eine Geschichte zu erzählen hat - solche Sequels werden dann aber idR auch vom Zuschauer abgestraft).
5) Umsatz: Fast komplett unwichtig, wichtiger ist die Wirtschaftlichkeit. Bei teuren Filmen evtll. noch eine Rechtfertigung, dass finanzielle Risiko einzugehen ("erfolgreichster (=umsatzstärkster) Film aller Zeiten" als Feder, welche sich der Produzent in die Kappe stecken kann, wenn er zu Verhandlungen mit Studiobossen geht), aber objektiver Erfolg sieht anders aus.
-
Zum wirtschaftlichen Erfolg: Hierbei ist gerade bei großen Studios wahrscheinlich die Hürde größer. Gewinn zu machen alleine reicht nicht - man muss schon soviel Gewinn erwirtschaften, dass die Aktionäre ihre Gewinnerwartungen erfüllen; ansonsten werden die Kurse schnell sinken und das Unternehmen wird mittelfristig beschädigt.
-
Wobei große Unternehmen auch eher durchschnittliche Filme verkraften können, solange sie 1-2 Blockbuster-Erfolge pro Jahr vorweisen können. Solche Filme stehen dann vielleicht nicht ganz oben auf der Sequel-Liste, aber manchmal will man das ja auch gar nicht. Ein diversifiziertes Portfolio aus "Kassenschlagern" und "solider Mittelstand" ist für ein Studio meist besser, als nur Rekord-Umsätze.
-
Umsatz, Wirtschaftlichkeit, gute Kritiken, Preise, Kulturimpact?
Ja