122. Frauenstein bey Winklarn, in der Oberpfalz.
Im wald bei Frauenstein ist ein altes schloss, wo ein schatz verborgen liegt, als einst einige diesen heben wollten , sass ein kund auf der schatzkiste und sagte : ihr bringt mich nicht weg, aber in Leipzig im schwarzen laden kriegt ihrs um drei pfennig zu kaufen, das hilft.
Ein Hund als Schatzwächter ist in deutscher Folklore nichts besonderes (und alleine in dem Buch finden sich mehrere dutzend Beispiele). Aber was genau ist der "Schwarze Laden" in Leipzig? Der Erzähler scheint davon auszugehen, daß dieser Begriff bekannt ist. Ich stelle mir das als eines von diesen stereotypen "Magieläden" wo man verfluchte magische Gegenstände und ähnlich dubioses Zeugs erwerben kann - aber ich weiß es nicht. Kann mir jemand weiterhelfen?
Das erinnert mich an sorbische Sagen, in denen alles, was als "schwarz" bezeichnet wird, etwas mit Magie zu tun hat. Habe auf die Schnelle nur in einer Erklärung zu einer anderen Sage folgenden Hinweis gefunden: "Die „schwarze Schule" in Leipzig war früher hochbernhmt; auch Wenden sind öfter diesen Weg gezogen. Ich selbst kannte einen alten Wenden, Doctor, welcher in früheren Jahren dorthin reiste. „Einmal kam er bei einem Hause vorbei, Licht war in der Stube und die Thüre stand ein wenig auf. Durch die Spalte sah er eine Frau mit einem grossen Buche, das war schwarz und die Buchstaben weiss. Es war der Koraktor." Er reiste weiter gen Leipzig, kam auch dahin, wo es die Zauberbücher gab, allein sie waren „alle" geworden. So kehrte er ohne sie heim" (von Schulenburg, Wilibald (1882): Wendisches Volksthum in Sage, Brauch und Sitte (https://archive.org/details/bub_gb_3Z0WAAAAYAAJ). Nicolaische Verlags-Buchhandlung: Berlin.).
Aber bei dieser Geschichte (https://books.google.de/books?id=6kcCAAAAQAAJ&dq=Bayerische%20Sagen&hl=de&pg=PA71#v=onepage&q&f=false) hatte ich keinen Erfolg - sie soll in "Bettenau in Niederbayern" stattgefunden haben. Hat jemand eine Ahnung, wo der Ort sein könnte?Keine Ahnung, aber vielleicht hilft dir einer der Bände des Historischen Ortsnamenbuchs von Bayern (https://www.bg.geschichte.uni-muenchen.de/forschung/forschungsprojekte_laufend/ortsnamenbuch/index.html) weiter? Keine Ahnung, wo du so wohnst, aber zur Not müssten sich der eine bislang fertiggestellte Band zu Niederbayern ja auch per Fernleihe bestellen lassen. Vielleicht haste ja Glück.
Mein Tipp wäre Pettenau (Rottal-Inn). Die Ortsnamen der Geschichten davor und danach sind nur wenige Kilometer entfernt.
Nächster Punkt: (https://archive.org/details/bub_gb_D7ZZAAAAMAAJ_2/page/n45)
Trifft es das so ungefähr? Und hat jemand eine Ahnung, was "u.f.w." bedeutet?
Nächste Frage, zu einer Geschichte zu Frau Gode (https://archive.org/details/bub_gb_D7ZZAAAAMAAJ_2/page/n41):
'In Zielow war mal Einer, der stimmte, als Fr[a]u Gode über sein Haus fortzog, mit ein in das Gejuh, da flog ploötzlich zum Fenster ein Bein herein, an dem sogar noch der Strumpf saß, und eine Stimme rief "Heste met juch't, mütfte of met freten!"'
Ich vermute mal, "Gejuh" heißt sowas wie "Gejauchze" oder "Gehohle". Den letzten Satz würde ich übersetzen mit:
"Wenn Du mit gejohlt hast, musst Du auch mitfressen!"
Stimmt das so ungefähr?
In einer ähnlichen Geschichte (https://archive.org/details/bub_gb_D7ZZAAAAMAAJ_2/page/n43) von Frau Gode/Frau Gauden gibt es folgenden Satz:
"Die waren noch obendrein so thöricht, 'Fru Gaudens' Hündlein zu tödten, aber dafür war auch von Stund an kein 'Seg un Deg' mehr im Hause, bis zuletzt das Haus sogar in Flammen unterging."
Was bedeutet hier 'Seg und Deg'? Ich vermute aus dem Kontext, daß das sowas wie "Segen und Glück" bedeutet, aber die genaue Wortbedeutung ist mir unbekannt.
Nächster Punkt: (https://archive.org/details/bub_gb_D7ZZAAAAMAAJ_2/page/n45)
Auf dieser Seite wird ein Kindervers wiedergegeben:
"Fru Gauden het mi 'n Lämmken gewen,
dormit sall ik in Freuden leweb u. f. w."
Ich wurde das so verstehen:
"Frau Gauden hat mir ein Lämmchen gegeben,
damit soll ich in Freuden leben."
Trifft es das so ungefähr? Und hat jemand eine Ahnung, was "u.f.w." bedeutet?
"Ick bün so olt,
as Böhmen Gold,
cewerst dat heww ik minleder nich tru't,
wenn man 't Bier dörch 'n Eierdopp bru't."
Ich habe mal die Quelle dieser Geschichte (http://mvdok.lbmv.de/resolve/id/mvdok_document_00000494/fulltext#page215) recherchiert. Überraschung: Bartsch hat die Schreibung des Niederdeutschen in seinem Buch geändert und dabei ist mindestens ein Fehler passiert. In der von mir verlinkten Fassung ist der Vierzeiler wiedergegeben als Ick bün ſo olt, as Böhmen=Gold, äwerſt dat heff ick minleder nich truht, wenn man ’t Bier dörch ’n Eierdopp bruht.
(Hier wünschte ich mir fast, wir könnten an einem Tisch sitzen, manche Gedanken lassen sich besser mündlich ausdrücken...)
Ein "Sagen-Stammtisch"? Das hätte was... ;)Wenn es doch nur ein technisches Hilfsmittel gaebe, dass Leute die nicht physisch am selben Ort sind trotzdem zusammen bringen koennte ;D
Nächste Frage: In dieser Geschichte (https://archive.org/details/bub_gb_v6fYAAAAMAAJ/page/n321) (aus Lübeck) ist eine Frau mit einem "Lechel Bier" unterwegs. Was bedeutet hier "Lechel"? Ein Krug oder ein kleines Fass könnte hier beides passen...https://mew.uzi.uni-halle.de/artikel/20862
So, ehe ich den Thread wieder stundenlang suche: Abo.
Ich hab hier ein Büchlein liegen zu Legenden des Selketals im Harz, wo einige coole Stories drin sind, wie ich finde. Weiß nur nicht ob die frei sind...
Hat wer ne Ahnung wie man das rauskriegt?
BBB
So, hab mein Sagenbüchlein gefunden: Sagen vom Selketal.
Gibt es sogar online zu kaufen:
https://www.amazon.de/Sagen-Selketal-SELKETAL-Korf-Giegold/dp/B0181X3ZEU/ref=sr_1_2?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&keywords=sagen+vom+selketal&qid=1560176570&s=gateway&sr=8-2
Das Buch beinhaltet ein Quellenverzeichnis, leider ist nicht jede Sage einer der Quellen zugeordnet, sodass ich nicht überprüfen kann, wie alt die einzelnen Sagen sind. Aber vielleicht ist es ja einen Blick wert. Bzw., wenn es dir hilft, kann ich auch mal im Quellenverzeichnis schauen, welche davon so alt sind, dass sie gemeinfrei sein müssten, und dann hier reinstellen.
BBB
In Mecklenburgische Sagen (http://purl.uni-rostock.de/rosdok/ppn769751989) von Friedrich Studemund gibt es auf Seite 5ff die Sage über Rhetra, ein (angebliches) heidnisches Kultzentrum. Dies soll bei Prillwitz (https://www.google.com/maps/place/Prillwitz,+17237+Hohenzieritz/@53.4531668,13.1293454,15z/data=!3m1!4b1!4m5!3m4!1s0x47abdde105d8bbcb:0xa251aeb3231eb40!8m2!3d53.4537282!4d13.1375821) gelegen sein, aber der folgende Satz (Seite 5/6) macht mich stutzig:
"Die Straße [vom Osttor] ging nach dem Meer, welches einen fürchterlichen Anblick gab."
Aber die Ostsee ist ca. 75 km weit von Prillwitz gemeint. Könnte damit einer der beiden Seen - der Lieps oder der Tollensesee - gemeint sein? Und wenn ja, was könnte an denen so "fürchterlich" sein?
"Schatzgräber in Mesenberg" (https://archive.org/details/bub_gb_D7ZZAAAAMAAJ_2/page/n273) aus "Sagen, Märchen und Gebräuche aus Meklenburg":
- Hier taucht eine "blanke Jungfrau". Was bedeutet hier "blank"? Ich schwanke zwischen "weiß" und "nackt".
- Einer der Schatzgräber sagt dann zu ihr: "Redanz, grip, grip!" Was soll das heißen?
Inzwischen habe ich den Verdacht, dass das ungefähr "Rehdanz, grab schneller!" heißen soll...Das wird hier anders aufgelöst: http://www.lexikus.de/bibliothek/Die-Wesenberger-Schatzgraeber-und-die-blanke-Jungfrau
Das wird hier anders aufgelöst: http://www.lexikus.de/bibliothek/Die-Wesenberger-Schatzgraeber-und-die-blanke-Jungfrau
„Redantz, greife, greife!“
Ebenso gibt es zur Jungfrau eine andere Variante.
Nächste Frage:
In der Geschichte "Schatzgräber in Wesenberg" (https://archive.org/details/bub_gb_D7ZZAAAAMAAJ_2/page/n273) treffen sich die Schatzgräber am "Prelauker oder Brelower Theerofen" (falls ich nicht schon wieder beim transkribieren der Frakturschrift einen Fehler gemacht habe). Hat jemand eine Ahnung, wo das sein könnte? Es gibt einen "Teerofen" bei Carpin in der Nähe, aber den Bezug zu "Prelauk"/"Brelow" konnte ich bis jetzt noch nicht finden...
(https://goo.gl/maps/yw6YWfwyKkQepBqs5)
Es gibt ein Below (du hast in der Transkription einen Tippfehler), heute Bälau, bei Breitenfelde in Mecklenburg.
5 Und dies ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen: dass Gott Licht ist und gar keine Finsternis in ihm ist.
6 Wenn wir sagen, dass wir Gemeinschaft mit ihm haben, und wandeln in der Finsternis, so lügen wir und tun nicht die Wahrheit.
7 Wenn wir aber in dem Licht wandeln, wie er in dem Licht ist, so haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde.
\documentclass[oneside]{book}
[...]
\usepackage{chngcntr}% http://ctan.org/pkg/chngcntr
\counterwithout{subsection}{chapter}
Gemeinfreie Quelle weiß ich nicht, aber Sagen- und Màrchensammlungen gibt es von Zinßmeister, Lohberger und Enzweiler. Vielleicht steht da in den Quellenangaben (Z hat erst 3019 geschrieben, E ist in den 80ern gestorben WIMRE) ja etwas brauchbares?
@Jürgen Hubert
Ich würde für "Kummerau" einmal nach Görlitz schauen. Da gibt es eine Straßenbahnhaltestelle mit dem Namen. Kann es sein, dass Kummerau eine Gemeinde, Dorf etc. war, die später zum Teil von Görlitz wurde? Der Name findet sich oft in Schriften zur Oberlausitz (Kummerauer Kreuz).
Vermutlich meinst du nicht Newskoje im Kaliningrader Gebiet. Das wurde im Deutschen auch zu Kummerau/Cummerau.
Es gibt ein Jugendroman von Ehm Welk, geschrieben 1944 (!), der 1967 in Form einer Gemeinschaftsproduktion von BRD und DDR verfilmt worden ist, der heißt "Die Helden von Kummerow". Ich habe den Film ´mal gesehen, aber es ist viele Jahre her und ich weiß fast nichts mehr. Ich glaube aber, dass Kummerow in diesem Roman tatsächlich ein kleines Dörfchen in Ostdeutschland ist. Sorbisches Gebiet klingt gut in meiner Erinnerung.
Aber zur nächsten Frage - ich bin mal wieder auf Ortssuche. Im Buch "Sagenbuch der Lausitz" gibt es die Sage "Der gefangene Wassermann bei Wartha" (https://archive.org/details/bub_gb_u2sKAAAAIAAJ/page/n97). Hier ist von "Wartha nahe bei Kummerau" die Rede. Ich habe in der Lausitz zwei mal den Ortsnamen "Wartha" identifizieren können - einmal Wartha (Königswartha) und einmal Wartha (Malschwitz), beide in der Nähe von Bautzen. Aber ich konnte keinen Ort namens "Kummerau" oder "Kummerow" in deren Nähe finden. Es kann natürlich sein, daß das irgend eine Transliteration eines sorbischen Ortsnamens ist. Hat irgend jemand eine Idee, welcher Ort hiermit gemeint sein könnte?
Du suchst Stróža (https://www.openstreetmap.org/node/304886596#map=14/51.3437/14.3509) (dt. Wartha). Dort gibt es direkt um die Ecke ein Commerau/Komorow, das Schwarzwasser und das Hoyerwerdaer Schwarzwasser.
Das ist zwischen Hoyerswerda und Bautzen, also im Bundesland Sachsen. Die Ortsnamen, die ich verwendet habe, sind die sorbischen.
Die 2 ist tatsächlich ein ⁊, also eine Abkürzung für lat. "et" bzw. d. "und". Was du da hast ist die Schwabacher- und Fraktur-Variante von etc./&c./⁊c., also "et cetera".
"Uuat onner as, skal onner bliw, an uaat bawen as, skal bawen bliw."
Was bedeutet dieser Satz?
Hmmm... vielleicht heißt "onner" hier "unten" und "bawen" heißt "oben".
Dann würde das heißen:
"Was unten ist, soll unten bleiben, und was oben ist, soll oben bleiben."
Das würde mehr Sinn ergeben...
Weitere Frage - in der Geschichte "74b. Der zauberkundige Schäfer" (https://archive.org/details/bub_gb_0xgWAAAAYAAJ/page/n88/mode/1up) gibt es wieder so ein Wort, an dem ich verzweifle:
"Im Herbst war ein Musstreppen"
1. Habe ich "Musstreppen" richtig aus der Frakturschrift entziffert?
2. Wenn ja, was bedeutet dieses Wort? Dialekt ist Bergisches Land, bei Wuppertal...
Uckerath und Bennerscheid sind leicht zu finden - aber das nächste "Altenbach" ist in einer komplett falschen Region und Richtung. Was könnte hiermit gemeint sein?
Vielleicht ist damit ein Gewässer gemeint - in der Form "alter Bach"?Eudenbach liegt praktischerweise auch am gleichnamigen Eudenbach. ;D
Darf ich mal fragen, worauf sich "Sunken Castles, evil poodles" bezieht? Das muss ja wohl irgendeine Referenz sein und das wurmt mich schon länger. :)
Es klingt auch echt wie eine gewaltsame Übersetzung eines DSA-Titels der 80er und 90er, so wie "Dunkle Städte, lichte Wälder".
Potentiell noch interessanter für dieses Forum ist die Sagen- und Legendenkarte (https://www.google.com/maps/d/edit?mid=1qhcEIgMTL4z-aoJj54B-06tsFr6Oevje&ll=50.612243097750095%2C10.917577649999998&z=6), die ich parallel entwickle - sie enthält direkte Links zu den Originaltexten.
Die finde ich super. :d
Den Titel übrigens auch. Schon seit Lesungen von Brehms Tierleben (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,49435.0.html) auf dem Forentreffen wissen wir um die Gefährlichkeit des Pudels.
Ach ja: Da zur Zeit ziemlich viele Menschen in der Quarantäne stecken oder stecken werden (freiwillig oder aus höherer Gewalt), habe ich mich entschlossen eine ältere Version des Manuskripts (https://drive.google.com/drive/folders/1jJ9Q0LB-_flA6PHrvVGmBbFrHaus3qdq?usp=sharing) frei zugänglich zu machen.
Nochmal zurück zu Mus-streppen (ich sehe es nicht) streppen ist im Eifeler Land und im letzebergschen die Schur (siehe auch im Englischen stripping, striptease), also vermutlich geht es um die Schafschur...
Danke! Das macht mehr Sinn.
Wieder mal eine neue Anfrage:
Dieser Text (https://archive.org/details/dersagenschatzu04bechgoog/page/n110/mode/2up) (auf Seite 92) behandelt ein Vorkommnis der Tanzwut in Thüringen. Hierbei steht:
"...zum heiligen Blut zur Welsnacht wallfahrte,"
Was könnte das Bedeuten? Außerhalb dieser Sage konnte ich den Begriff "Welsnacht" nicht finden.
Sehr cool, meinen allerherzlichsten Glückwunsch!
Und wieder etwas, dass auf die lange Liste der Bücher kommt, die ich mir noch zulegen muss ;)
Drücke die Daumen, dass es reißenden Absatz findet!
Zumindest auf Twitter scheint es einen gewissen Anklang zu finden (https://twitter.com/FranconianExile/status/1281235040727375876)...
Coole Sache, freut mich für dich!
Und: Wieder was gelernt... es gibt einen folklore thursday...?! :)
Interessant...
vielleicht sollte ich meinen alten Twitter account doch wieder reaktivieren ;)
Bekannt ist Blei(II)-acetat als Bleizucker, da es süß schmeckt und gut in Wasser löslich ist. Trotz seiner Giftigkeit wurde Bleizucker bis zum 19. Jahrhundert als Zuckerersatz (Defrutum) verwendet – insbesondere wurde Wein damit gesüßt.
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Blei(II)-acetat (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Blei(II)-acetat)
Ich würde hier tatsächlich auf den Brocken tippen. Von Halberstadt aus wären das zu Fuß rd. 8-9 Stunden (google maps).
Das könnte dem "einige Stunden" aus der Geschichte entsprechen.
Abgesehen davon ist hier (http://www.zeno.org/Literatur/M/Gr%C3%A4sse,+Johann+Georg+Theodor/Sagen/Sagenbuch+des+Preu%C3%9Fischen+Staats/Erster+Band/Der+Harz/661.+Der+Feuerberg+bei+Halberstadt) davon die Rede, dass es sich um einen "hohen nackten Berg" handelt, was darauf hindeutet, dass dort wenig bis keine Bäume stehen. Würde m.E. auch zum Brocken passen.
Abgesehen davon ist hier (http://www.zeno.org/Literatur/M/Gr%C3%A4sse,+Johann+Georg+Theodor/Sagen/Sagenbuch+des+Preu%C3%9Fischen+Staats/Erster+Band/Der+Harz/661.+Der+Feuerberg+bei+Halberstadt) davon die Rede, dass es sich um einen "hohen nackten Berg" handelt
Wow, hinter dem Link verbergen sich ja hunderte Sagen rund um den Harz. Beeindruckend...
Danke! Das macht mehr Sinn.
Aber der Harz ist eine der Gegenden von Deutschland die sagenmäßig mit am besten erfasst ist - die große Wikisource-Linksliste (https://de.wikisource.org/wiki/Sagen#Harz) verzeichnet 23 Digitalisate zu dem Thema (auch wenn viele der Sagen wahrscheinlich mehrfach auftauchen).
Zum Mus-streppen:
Mus wird Stielmus (=Rübstiel) (https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%BCbstiel) sein. Ein weiter Name im Westfälischen dafür ist Streppmaut (https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%BCbstiel#Weitere_Namen).
Auf S.48 (77 im gleichen PDF) in der Sage Nr. 47 (Mann mit Ketten in der Luft) heißt es:
"Einst war der Herbst gekommen. Dann pflegten die Bauern im Bergischen Musstreppen, Bohnenschneiden und Birnenschälen zu veranstalten"
Musstreppen dürfte das gemeinsame Verarbeiten und Einkochen von Rübstiel sein.
Edit:
"streppen" heißt in etwa abzupfen, abziehen, abreißen - in dem Fall die Blätter des Stielmus von den den Stängeln.
Die Gegend hier (bin zur Zeit im Harz) läd aber auch dazu ein, sagenhafte Geschichten zu erfinden.
Wundert mich wenig, dass es so viel gib.
Sag Bescheid, wenn du dich dem Harz widmest. Hab da wie gesagt noch ein Büchlein mit lokalen Sagen des Selketals, da wollte ich immer mal schauen, ob die Gemeinfrei sind.
Sehr spannend, danke.
Hatte sowieso mal vor nachzusehen, welche davon digital auffindbar sind.
Mit anderen Worten:
Sag Bescheid, wenn du dich an den Harz wagst, dann hab ich eine Motivation beizutragen ;)
strupfen , auch strüpfen, verb., stringere, streifen, abstreifen; erst nhd. nachzuweisende tiefstufige verbalbildung zu germ. *streup (gr. 2, 47 nr. 527) neben älteren mhd. stroufen, angels. bestrypan in der gleichen grundbedeutung (vgl. auch streifen); nd. ströppen. in den
[Bd. 20, Sp. 141]
wörterbüchern erst spät: strüpffen überstreiffen mettre par dessus comme un habit Rädlein (1711) 1, 855a; Frisch 2, 349b; mundartlich noch durchaus geläufig.
Wie wäre es hiermit? https://www.dwds.de/wb/dwb/wiesbaum
Der Eintrag im schweizer Idiotikon (https://digital.idiotikon.ch/idtkn/id16.htm#!page/160533/mode/1up) wird dir da wahrscheinlich weiter helfen.
Ich würde es eher so verstehen, dass er „eifriger als gewöhnlich den Abendsegen, das Vater Unser und Alle guten Geister“ betet.
Also drei Gebete, wobei „Alle guten Geister“ offenbar ein Schutzsegen gegen Hexerei, Zauberei, Geister etc. ist. Siehe auch hier (https://www.lwl.org/medienarchiv_web/liederblaetter?id=166614)
Bei der Kommission für Alltagskulturforschung des LWL gibt es übrigens eine sehr schöne Sammlung solcher Sagen und Geschichten, aus der auch die Karteikarte stammt. Vieles lässt sich über eine Suchmaschine (https://www.lwl.org/medienarchiv_web/index) mit Schlagworten recht komfortabel recherchieren und anzeigen.
Der Abendsegen Luthers, wenn die Geschichte aus Hamburg stammt? Aber das ist reine Spekulation und wird so wohl schwerlich aufklären lassen.
" Da riefen die Jungen 'half part', worauf er ihnen einen Pferdeschinken ins Feuer warf.[/i]
Ich würde mal vermuten, daß "half part" sowas heißt wie "gib uns die Hälfte", aber sicher bin ich nicht. Wer kann mir mehr sagen?
da Niedersachsen niederdeutsches/plattes Sprachgebiet war, würde ich mich dem auch so anschließen.
zu beachten bliebe, das Pferdefleisch als heidnisches Opferfleisch lange Zeit unter einem Kirchenbann lag.
Eine Randbemerkung:
Mir war schon bewusst, daß viele der Sagensammler (die Gebrüder Grimm eingeschlossen) mit ihren Sammelbemühungen eine doch stark nationalistische Agenda hatten.
Aber ganz besonders stark kommt das in dem Vorwort von "Deutsche Sage im Elsass" von Wilhelm Hertz (https://archive.org/details/bub_gb_FYPhAAAAMAAJ/page/n3/mode/2up) zur Schau. Da kommen die Franzosen nicht besonders gut weg...
Gosse kommt von Gasse, je nach Aussprache.
Tolles Projekt!
Gibt es vielleicht auch Pläne das ganze in deutsch zu veröffentlichen? Die altdeutschen Originale sind ja teilweise doch etwas umständlich zu lesen.
Ich habs mir mal zu Weihnachten gegönnt. :)
Theoretisch gesehen wäre das nicht uninteressant, aber praktisch gesehen habe ich nicht die Zeit dafür.Völlig nachvollziehbar, aber ich wollt trotzdem mal fragen bevor ich mir das englische Buch besorge :) Geistergeschichten klingt auch sehr spannend!
Völlig nachvollziehbar, aber ich wollt trotzdem mal fragen bevor ich mir das englische Buch besorge :) Geistergeschichten klingt auch sehr spannend!
Zur Zeit bin ich beim Grübeln über der Sage "Arbeitsmann Rossow" (https://archive.org/details/bub_gb_D7ZZAAAAMAAJ_2/page/n197/mode/2up) - und zwar über die Berufsbezeichnung "Arbeitsmann".
Ich würde das ungefähr mit "Tagelöhner" gleich setzen. Wie seht ihr das?
Die Sage "Muckensturm" (https://archive.org/details/badischessagenb01schngoog/page/n322/mode/2up) im zweiten Band von Schnezlers "Badisches Sagen-Buch" bezieht sich auf Muggensturm bei Rastatt. In der Sage wird von einer "römisch-aurelischen Land- und Heerstraße" geredet, die angeblich früher durch den Ort ging, und bis jetzt konnte ich nicht identifizieren, welche Römerstraße damit gemeint sein könnte - wenn das überhaupt so stimmte.Vielleicht hilft die Karte (https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/4f/Agri_decumates_Karte.png) etwas weiter. Stammt aus dem Wikiartikel (https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6mische_Rheintalstra%C3%9Fe).
Der Wikipedia-Eintrag von Muggensturm (https://de.wikipedia.org/wiki/Muggensturm) erwähnt jedenfalls keine römischen Überbleibsel - auch nicht die "römische Backsteinmauer", die es angeblich auch dort gegeben haben soll. Kann mir hier jemand weiterhelfen?
Der Wikipedia-Eintrag von Muggensturm (https://de.wikipedia.org/wiki/Muggensturm) erwähnt jedenfalls keine römischen Überbleibsel - auch nicht die "römische Backsteinmauer", die es angeblich auch dort gegeben haben soll. Kann mir hier jemand weiterhelfen?
Uii, hier hat sich einiges getan...
Ich denke, es ist Tannenreisig gemeint. Im von dir verlinkten Text steht ja auch nicht "Tannenreiter" sondern "Tannenreiser". Sie erntet das Korn frühzeitig und schützt es vor Frost, denn die Alternative wäre, es auf dem Feld erfrieren zu lassen. Der Mann ist sauer, weil sie scheinbar grundlos das unreife Korn schon schneidet. Denke ich jedenfalls. :D
http://www.sagen.at/texte/sagen/schweiz/allgemein/schweinehirt.html
http://www.sagen.at/texte/maerchen/maerchen_deutschland/seemannssagen_schiffermaerchen/totenschiff.html
Allgemein hier http://sagen.at/texte/maerchen/maerchen_deutschland/seemannssagen_schiffermaerchen/maerchen_seemannssagen.htm
Nach Diskussionen auf anderen Foren bin ich zu der Auffassung gekommen, daß dies nicht unbedingt die Verhältnisse der früheren Jahrhunderte widerspiegelt.
frühere Jahrhunderte ist jetzt natürlich ein extrem weites Feld, welches sich bis ins Mittelalter dehnen ließe.
Rund um das Rechtsverhältnis Gesinde am (Bauern)Hof ist dort extrem viel Forschungsarbeit betrieben worden, hat aber für den (ober und nieder)deutschsprachigen Raum zu sehr unübersichtlichen Verhältnissen und "Ergebnissen" geführt.
Dementsprechend ist das alles nur mit größter Vorsicht zu genießen, nicht zu letzt, weil vieles auch übelst weltanschaulich kontaminiert ist.
da viele der hier behandelten Sagen/Geschichten auch kurz und bündig auf einen "geisterhaften/gespenstischen" Storybogen ausgerichtet sind, würde ich die soziologischen Begleitwörter zur Charaktereinführung auch nicht zu stark bewerten wollen, vorallem, wenn "Knecht", "Magd", "Bauer","Jägersmann", "Jüngling","Knappe" im Fortlaufenden für die ansonsten namenlosen Personen als einziges Identifizierungsmittel der sprechenden/handelnden Chars dient.
Scheint so zu sein wie du vermutest :)
http://www.oberhessisch.com/mundart-dialekt-in-mittelhessen-oberhessen/s5-75.html
Ich weiß nicht, ob die Trümmer einer sogenannten Räderburg bei Hausen, welche in dem sogenannten Räderwalde eine halbe Stunde südöstlich oberhalb des Dorfes Rosberg und eine Viertelstunde von dem großh. hess. Dorfe Hoingen liegen und in d. Zeitschr. f. hess. Gesch. Bd. IV. S. 236 etc. beschrieben werden, hiermit identisch sind.
zeno.org (http://www.zeno.org/Literatur/M/Grässe,+Johann+Georg+Theodor/Sagen/Sagenbuch+des+Preußischen+Staats/Zweiter+Band/Nassau/801.+Räderberg) zeigt eine Seite mit der Sage aus dem Nachdruck des „Sagenbuch des Preußischen Staats“ (1868/71), dort gab es dazu folgende Fußnote:
Die Sage "Geist in Gestalt eines Hundes" (https://archive.org/details/bub_gb_QX0AAAAAcAAJ/page/n213/mode/2up) fängt mit folgendem Satz an:
"Bei Oldendorf geht Nachts an der Ilme ein großer schwarzer Hund, mit glühenden Augen, so groß wie ein Becken."
Kennt hier irgend jemand eine Bedeutung für "Becken", die hier mehr Sinn machen würde als "Wasserbecken"?
Wie wäre es mit den von Carl und Theodor Colshorn im Königreich Hannover gesammelten Märchen und Sagen (https://archive.org/details/bub_gb_zW46AAAAcAAJ/page/n7/mode/2up)?
Das ſ ist in diesem Fall ein f, das Wort lautet Hafen und hat die Bedeutung "Topf, irdenes Gefäß" (https://www.dwds.de/wb/Hafen#2).
In den Wort- und Sacherklärungen (https://www.projekt-gutenberg.org/arndt/ruegen/chap023.html) der Erste[n] vollständige[n] Sammlung aller auf Rügen spielenden Arndtschen Märchen findet sich Folgendes: „ Sund; vom Sunde: alte Bezeichnung für Stralsund.“
Das hilft, danke!
Nächste Frage: In einer Sage aus der Umgebung von Oldenburg (https://archive.org/details/aberglaubeundsa01stragoog/page/n396/mode/2up) geht es um den Tod der Feenkönigin Fehmöhme. Hierbei sagen die Zwerge immer wieder:
"is Fehmöhme dod, so is mine Möhme ok dod!"
Laut diesem Plattdeutsch-Wörterbuch (https://plattmakers.de/de/2968/M%C3%B6hm) kann "Möhm" sowohl "Tante" als auch "Mutter" bedeuten. Was haltet Ihr für wahrscheinlicher?
Etwas südlich von Tschagguns gibt es den Orts- oder Flurnamen Mauren, der im lokalen Dialekt (der, wie die nah verwandten schweizer Dialekte, den Lautwandel vom langen u zu au nicht mitgemacht hat) in etwa Murn lauten müsste. Da findet sich dann auch ein Maurentobeltunnel und in Verwaltungsdokumenten taucht für das Gebiet auch der Flurname Maurentobel (im Dialekt dann wohl Murn(er)tobel) auf. Sollte es in einer Bibliothek in deiner Nähe eine Ausgabe des Vorarlberger Flurnamenbuchs geben, könntest du natürlich da nachschlagen gehen.
In der Sage "Das Jagdschloß an der Katzbach" (https://books.google.de/books?id=DYlUAAAAcAAJ&printsec=frontcover&source=gbs_ge_summary_r&cad=0#v=onepage&q&f=false) heißt es in der ersten Zeile:
"Romantisch behandelt von Peschel S. 1 2c."
Wer könnte dieser "Peschel" sein, und auf welches Werk wird sich hier bezogen?
Da steht nicht "2c.", sondern "etc." - was aussieht wie eine 2 ist ein et-Kürzel (Tironisches Et).
Peschel meint wohl Carl Wilhelm Peschel (https://www.deutsche-biographie.de/pnd126820392.html), der unglücklicherweise fast genauso heißt wie der Maler Carl Gottlieb Peschel. :D Carl Wilhelm Peschel hat neben seiner Tätigkeit als Lehrer auch Märchen und Sagen gesammelt. Gemeint ist offenbar "Volkssagen und Märchen der Schlesier (https://sbc.org.pl/dlibra/publication/427127/edition/400069/content)", zusammengestellt von eben jenem Peschel.
Dafür verweise ich mal auf den Tanelorn-Latein-Übersetzungsservice (https://www.tanelorn.net/index.php/topic,21861.0.html).
Ich würde vermuten, sowas wie "hier vorstehend" oder so.
Kann es sein, dass die Quellenangabe schon mal etwas vorher vorkam?
- Leinweberknochen - irgendein Webewerkzeug?In diesem Aufsatz (https://www.stadtarchiv-bielefeld.de/Portals/0/PDFs/LgB%20digital/JBHV/85JBHV1998-99.pdf) hier steht auf S. 48 unten: "Dann wurde das Laken schnell mit dem Weberknochen geglättet [...]". Scheint ein Werkzeug zu sein.
In other news: Mein neustes Buch ist jetzt bei Amazon erhältlich! (https://www.amazon.de/dp/3982217148)
Leider konnte ich bis jetzt keine "Germarhöhle" oder ähnliches in der Nähe von Braunlage ausfindig machen. Weiß jemand mehr?
In Kronks Cometography (1999: 1, 232) ist für 1313 ein "broom star" vermerkt, von dem in chinesischen, japanischen, koreanischen und europäischen Aufzeichnungen berichtet wird. Laut letzteren kündigte sein Erscheinen die Niederlage der Engländer gegen die Schotten an. Der nächste Komet ist für 1315 belegt.
Besten Dank!
Nächste Frage - in der Geschichte "Die Rats-Katze" (https://archive.org/details/bub_gb_urhLAAAAYAAJ/page/n219/mode/2up?view=theater) wird ein Komet erwähnt, der im Jahre 1314 gesehen wurde. Weiß jemand, welcher Komet das gewesen sein könnte?
(Ich empfehle sehr, die Geschichte zu lesen - sie ist bizarr selbst im Vergleich zu den meisten anderen Legenden...)
Wow. Dass der Ziegenbock die Schneider frisst hab ich nicht kommen sehen. Und was hat das alles mit Suppe zu tun???
Bizarr trifft es.
Es gibt den Berg "Lorchenspitze" vielleicht hilft dir das weiter.
Von Meran aus ca. 45 km in Richtung Süd-Westen.
ja, dass mit dem S und dem F ist schon schwer zu lesen
Graus kaulen
Grauf kaulen
mein fivtyfivty Joker interpretiert den benutzten Buchstabensatz als Graus - kann damit aber auch falsch liegen...
edit:
Kaule(n) = bermännisch für Grube(n)
https://fwb-online.de/lemma/kaule.h1.1f (https://fwb-online.de/lemma/kaule.h1.1f)
"auf der Kaule" als Flurname ist ebenfalls gebräuchlich
Kaule ist eine dialektale Form von Kuhle, die es in die Bergmannssprache geschafft hat. Der schwierigere Teil des Kompositums ist Grauf (der Buchstabe ist tatsächlich ein f, an dieser Stelle im Wort würde man kein ſ erwarten). Meine Vermutung ist, dass es sich dabei um eine dialektale Form von Grab oder Grube handelt – in der Region um Goslar findet sich zumindest v/f statt b und offenbar auch au statt u. Das ergäbe dann eine Grubenkuhle.
Was mich ein wenig irritiert ist die Tatsache, dass eine Sudpfanne aus Stein gefertigt wurde. Im Normalfall war diese aus Kupfer oder Holz gemacht (Holz beim Brauen mit heißen Steinen). Granit wäre viel zu schwer. Ich bin in meiner Karriere in der Bierindustrie bisher noch nicht auf eine Steinerne Sudpfanne gestoßen.
Daher würde ich mich eher am Trog orientieren, den der Steinmetz als Strafe hauen sollte. ggf. wurde umgangssprachlich Braupfanne draus
Nächste Frage: In der Geschichte "D'Wildg'fahr bei Vöran" (https://books.google.de/books?id=xq4JAAAAQAAJ&pg=PA69#v=onepage&q&f=false) (aus Südtirol) gibt es folgenden Abschnitt:
Und "bei den Schützen stand" - hieß daß, daß er damals Soldat war, oder Teil einer Art Bürgerwehr, oder nur im lokalen Schützenverein?
da unser heutiges Verständnis von Soldat ja erst hundert Jahre nach deinem Referenztext entstand, musst du für die genossenschaftlichen Selbstverteidigungsgesellschaften aus dem Alpenraum folgendes berücksichtigen:
"Schützenvereine" sind keine Folklore, sondern bitter ernst gemeinte (Wehr)Übungen vor der eigenen Haustür
"Bürgerwehren" sind kein abwertender Begriff, der unterschwellige Anmaßung, gar Selbstjustiz untestellt, sondern der Grundzustand des wehpflichtigen-Genossens in der damaligen (robusten) Gesellschaft
"Soldaten" sind dann die aus den Talschaften gemäß der "alten Absprachen" aufzubietenden Kräfte, welche in den Augen ihrer Gesellschaft auch juristisch legale Kombatanten waren (was aber traditionell von allen Aggressoren anders gesehen wird und von deren Hofjuristen dann als Bandentum verteufelt wird)
Da die Familie am Tisch sitzt und futtert, deute ich das eher, dass es sich um eine Wollspindel handelt.
Auch das Lied, welches die Tochter singt, passt auch eher zur Wolle.
Wulfi der jetzt gerne auch Kirschen hätte
Nächste Punkt: In "Aus dem Lechrain" von Karl von Leobrechting gibt es auf Seite 26 (https://www.digitale-sammlungen.de/en/view/bsb10376057?page=42,43) in einer Abhandlung über den Trudenfuß einige Begriffe, die mir unklar sind.
"Bettzaierle": Dies ist offensichtlich ein anderer Begriff für Truden, was auch von anderen Quellen bestätigt wird. Was sich mir nicht erschließt, ist die Herleitung für das Suffix "-zaierle". Hat jemand eine Vermutung, was das bedeuten könnte?
"bis du alle Bichel grattelst, alle Wasser wattelst": "gratteln" heißt laut dem Grimmschen Wörterbuch (http://www.woerterbuchnetz.de/DWB/grattel) "die Beine spreizen", aber ich bin mir nicht sicher, was "Bichel" und "watteln" hier bedeuten.
Und noch eine Frage:
In der Geschichte "Die feuersprühenden Kirschen" sind auf Seite 423 (https://digital.blb-karlsruhe.de/blbihd/content/pageview/6848603) ein Vater und seine drei Kinder bei der Kirschenernte. Da heißt es dann:
"...und rief seiner Tochter, die mit der Spindel in der Hand ab und zu ging, während er und die Brüderchen aßen;"
Warum würde die Tochter bei der Kirschenernte eine Spindel dabei haben? Das ist mir hier nicht klar. Es gibt zwar eine sogenannte "Spindelerziehung" bei Obstbäumen, aber das betrifft eher die Baumform, und wurde erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts eingeführt.
Okay, danke!
Nächste Frage:
In Sagen über den Hibichenstein (Hübichenstein) bei Bad Grund heißt es unten auf Seite 108 (https://archive.org/details/bub_gb_urhLAAAAYAAJ/page/n155/mode/2up):
"...und von der Decke hing ein großer Kronleuchter herab, ganz von Krystallen und Edelgestein, größer als im goslarschen Zehnten;"
Weiß jemand, was mit dem "goslarschen Zehnten" gemeint sein könnte?
EDIT: Und noch ein Punkt.
Auf Seite 110 (https://archive.org/details/bub_gb_urhLAAAAYAAJ/page/n157/mode/2up) heißt es unten:
"...und die kleinen Zwergmännchen schnüffelten den Soldaten auf, sprangen mit goldenen Gabeln und Messern auf ihn zu und wollten ihn Ermorden. Dies Ding verstand aber der Soldat unrecht, nahm seinen Stock und hieb die ganzen Zwerge in die Flucht..."
Wie kann ich hier die Phrase "Dies Ding verstand aber der Soldat unrecht" verstehen?
Könnte das was mit dem Bergzehnt in Goslar zu tun haben?
Siehe der Abschnitt hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Goslar#Die_Reformation_und_der_Konflikt_mit_Herzog_Heinrich_d._J.
Vielleicht sowas wie "Das empfand der Soldat aber als Unrecht" oder etwas freier "Das fand der Soldat nicht gut"... wobei, wer findet es schon gut, wenn Zwergmännchen einen ermorden wollen. ;D
Vielleicht ist das nen Ausdruck für "Weiden geflechtet" (im Sinne von Korbflechten)?
Nächste Frage - auf Seite 162 desselben Buches (https://archive.org/details/bub_gb_urhLAAAAYAAJ/page/n209/mode/2up?q=Bockswiese&view=theater) heißt es im letzten Absatz der vorherigen Geschichte:
"...als er eines Sonntags morgens im Kirchenholze Weden bei einem Feuer gedreht..."
Was ist hier unter "Weden" zu verstehen, bzw. was macht er hier?
wahrscheinlich Weidenzweige, die ja universal-Rohstoff waren
eine Weidenrute würde reißen, wenn man sie einfach so in Kurve legt.
verdreht man sie bei jedem Kreisbogenstück aber um die eigene Achse, so kann man sie einmal wieder zurück legen (etwa als Halteschlaufe beim Schafgater-ZaunElement bauen)
Steigerungsform ist das vorherige "Saft-kurz-vor-kochen-lassen" in einem Ofen bzw. an einem Feuer. dadurch wird die Rute bzw. der Ast noch biegsamer, ohne zu reißen.
Damit wurden früher Weidenäste zu Korkenziehern gewunden, mit denen dann die Holzflösser (im Stamm wurden Augen ausgehauen) das Holz aneinander fügten, beim Durchgang einer Flussbiegung aber genügend Radius frei hatten, ihr Feld kontrolliert durchzuschleusen.
"...als er eines Sonntags morgens im Kirchenholze Weden bei einem Feuer gedreht..."
Was ist hier unter "Weden" zu verstehen, bzw. was macht er hier?
Der Inspektor ist das, was man heute Superintendent (https://de.wikipedia.org/wiki/Superintendent) nennt. Der Magister ist wahrscheinlich der akademische Grad.
Wede ist hier wahrscheinlich eine dialektale Form von Wiede (https://de.wikipedia.org/wiki/Wiede).
Zunächst einmal der Ort der Handlung - das soll in "Sandstrand" spielen. Ich konnte einen Ort dieses Namens weder in Wikipedia noch auf Google Maps finden - und wie ihr Euch denken könnt, ist der Name echt S*****e zu googeln. Ich kann nur vermuten, daß der Ort irgendwann untergegangen ist, aber ich habe keine Ahnung, wo das liegen könnte. Habt Ihr irgendwelche Ideen?
Dann gibt es noch ein paar Sätze im norddeutschen Platt, die ich nicht verstehe - hier könnte ich Übersetzungshilfen gebrauchen:
"Hemm kaant möh nandte düen!"
"Huor, huart, eck mäth färth, döö wüst eth düen!"
"Aa, Aa, lät jet murr!"
"Dirr dä stör asz an Schialm!"
Eine Frage zu der Sage "Benno Butendick" (https://books.google.de/books?id=DYlUAAAAcAAJ&pg=PA1045#v=onepage&q&f=false), die wahrscheinlich idendwo an der norfriesischen Küste spielt (da es einen Verweis auf Husum gibt).
Zunächst einmal der Ort der Handlung - das soll in "Sandstrand" spielen. Ich konnte einen Ort dieses Namens weder in Wikipedia noch auf Google Maps finden - und wie ihr Euch denken könnt, ist der Name echt S*****e zu googeln. Ich kann nur vermuten, daß der Ort irgendwann untergegangen ist, aber ich habe keine Ahnung, wo das liegen könnte. Habt Ihr irgendwelche Ideen?
Dann gibt es noch ein paar Sätze im norddeutschen Platt, die ich nicht verstehe - hier könnte ich Übersetzungshilfen gebrauchen:
"Hemm kaant möh nandte düen!"
"Huor, huart, eck mäth färth, döö wüst eth düen!"
"Aa, Aa, lät jet murr!"
"Dirr dä stör asz an Schialm!"
Neue Frage. In der Geschichte "Das Moosweibelviertel" (https://archive.org/details/thuringersagenb00bechgoog/page/n131/mode/2up?view=theater) will ein Mann eine Wurst aus seiner "Oesse" holen, und macht dabei eine grausige Entdeckung. Vom Kontext ist es klar, daß diese "Oesse" entweder an oder in seinem Schornstein ist und eine Art Räucherkammer sein muss - aber eine gute Definition habe ich bis jetzt noch nicht gefunden. Kann mir jemand helfen?
"Esse" im Sinne von "Schornstein", wie ein paar Zeilen später klar wird, als das Gammelfleisch wieder im Schornstein hängt.
Ich habe immer noch den Verdacht, daß es sich hierbei um irgendeinen besonderen Teil des Schornstein handelt. Aber was besseres fällt mir auch nicht ein.
"Nach d. Chron. Slesvic. bei Menken. Script T. III. p. 597"
Ich fände es persönlich schön, wenn du das :T: hier auch irgendwie als Link mit dem Hinweis, dass wir dich unterstützen aufführst. ;)
Ich glaube, du bist da schon auf der richtigen Spur. Der volle Titel des Werks ist wohl "Illustrium miraculorum et historiarum memorabilium".
https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/XC53RI3PAEFQYPA53O5B3S4UVS4553CD
Hat vielleicht sonst noch jemand Ideen, wo ich suchen könnte?
Aber sind die ganzen Sagen nicht ohnehin Gemeinfrei nach dieser Zeit, oder ist das so ein amerikanisches Ding ?
Bei der Mühe, die du in das Projekt reinsteckst, würde sich evtl. ein Ausflug nach Göttingen lohnen. Die dortige Unibibliothek ist durch das Projekt "Enzyklopädie des Märchen" hervorragend in diesem Gebiet aufgestellt.
In Deutschland - wie in den USA - ist die Frist "70 Jahre nach dem Tod des Autors". Und Karl Lohmeyer ist 1957 gestorben - also sind es noch vier Jahre bis zur Gemeinfreiheit.
Ich hatte immer spekuliert, dass die Sagen von Anno Dazumal auch gemeinfrei waren, bevor Karl Lohmeyer die aufgeschrieben hat. Daher die Vermutung ;-)
Ich wünsche mir ja einen Podcast mit einem Best-of deines Werkes. Am liebsten auf deutsch...
In den Reunionskriegen des Sonnenkönigs war Luxemburg schon mehrfach Ziel von Angriffen. So im Jahr 1681/82 und auch im Jahr 1683.
Die Belagerung von Luxemburg im Jahr 1684 dauerte vom 27. April bis zum 7. Juni.
1795 musste die Stadt nach einer siebenmonatigen Belagerung vor den französischen Revolutionstruppen kapitulieren, nachdem die Vorräte ausgegangen waren.
Die Hauptarmee der Alliierten unter Karl Wilhelm von Braunschweig mit 82.000 Mann drang von Luxemburg aus in Frankreich ein. Im Norden sollte eine Armee die Festungen an der Grenze zu Luxemburg einnehmen. Im Süden sollte eine österreichische Armee gegen Saarlouis und Thionville vorgehen.
Ich vermute, es geht um die Revolutionskriege.
Zitat aus der Wiki (Eintrag "Erster Koalitionskrieg"):
Meine Vermutung ist, dass das ein regionales Wortspiel mit Daus ‘Ass’ und Daus ‘Teufel’ ist.
a.a.O. heißt eigentlich "am angegebenen Ort".
Du müsstest da die erste Referenz von Mittheil finden in dem Buch.
Auf diese wird dadurch verwiesen.
"Mittheil. a.a.O." heißt, dass Mittheil schon weiter oben zitiert wurden und hier die gleiche Referenz gilt.
In deinem Beispiel Sage 1008 bezieht sich das m.E. die Sage 1004.
Zumindest kenne ich das nur so aus der Fachliteratur.
Sage 1010 bezieht sich dann auf die gleiche Fundstelle wie 1009, da in 1009 eine neue genannt wurde.
Danke! Ich habe die Stelle hier (https://books.google.de/books?id=33QAAAAAcAAJ&pg=RA2-PA393#v=onepage&q&f=false) gefunden.
In einer Anekdote, in der sich eine Hexe in einen Hasen verwandelt (https://books.google.de/books?id=uuw_AQAAIAAJ&pg=PA387#v=onepage&q&f=false), ruft ein Mädchen:
"Moor loopt, die Langensken Hunde sind achter yu!"
Dialekt ist aus der Gegend von Osnabrück. Ich würde das so interpretieren:
"Mutter, lauf, die Hunde von Langen sind hinter Dir her?"
Passt das so? Insbesondere bei "Moor" bin ich etwas unsicher.
Die Sage "Der Brutpfennig" von den Gebrüdern Grimm (https://archive.org/details/imageGIX360MiscellaneaOpal/page/480/mode/2up) nennt ein "Pantschdorf bei Wittenberg". Leider konnte ich das nicht identifizieren. Kann mir hier jemand weiterhelfen?
Der Rettenstein (2245m) bei Filzmoos ist auch bekannt als Rötelstein. Am westlichen Fuß ist der Kaltenbach, etwas oberhalb die Reitalm. Im Norden sind die Sulzenalmen. Südlich gibt es die Nößleralm. Das stimmt sehr gut mit den alten Bezeichnungen aus der Sage überein.
Etwas weiter im Westen bei Neuberg (ca. 6 km Luftlinie) gibt es auch Nestler mit dem Nestlerhof. Das scheint mit im Vergleich zur Nößleralm zu weit weg.
Beides. Ich war in der Ecke ein paar mal zum Wandern. Kann ich nur empfehlen.
Ansonsten Google Maps (https://www.google.de/maps/@47.4625537,13.5498815,1950m/data=!3m1!1e3!5m1!1e3?entry=ttu&g_ep=EgoyMDI1MDMxOC4wIKXMDSoASAFQAw%3D%3D) und Mapcarta (https://mapcarta.com/de/W432858299). Dort sieht man die erwähnten Orte besser.
Ich benutze Google Maps, OpenStreetMaps, und Arcanum Maps (https://maps.arcanum.com/de/map/europe-19century-secondsurvey/) (für historische Ortsnamen) regelmäßig, aber so langsam habe ich das Gefühl, ich sollte MapCarta auch in meine Standardliste aufnehmen. Danke!
Eine weitere Frage: In der Geschichte "Geisterzüge der Untersberger" (https://archive.org/details/bub_gb_-x4WAAAAYAAJ/page/n17/mode/2up) wird in Fragment 34 der "Schuster von Tanzbösel" erwähnt. Ich konnte nicht herausfinden, wo "Tanzbösel" ist, aber es müsste irgendwo in der Umgebung von Berchtesgaden sein.