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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Thema gestartet von: Tarin am 21.09.2018 | 19:50

Titel: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Tarin am 21.09.2018 | 19:50
Disclaimer
Dieser Post hat den hauptsächlichen Zweck einer Gedankenordnung. Ich würde ihn nicht  ins Forum stellen, wenn er nicht zur Diskussion einladen sollte, aber ich verfolge keinen bestimmten Zweck.

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Ich spiele Rollenspiele seit ungefähr dem Jahr 2000. Ich liebe daran die Geschichten, das gemeinsame Erzählen, die Setting, die Geselligkeit, spannende Regeln und diese auszuprobieren. Ich habe am Tisch gespielt, in Foren, per VOIP, als Play by Mail., auf Cons und in eine sicherlich dreistellige Zahl an Spielen konzentriert reingelesen.
Ich habe gesammelt. Erst DSA3, weil das eben gespielt wurde, dann CoC, WoD und kleinere Sachen, was in Verbindung mit einer strikten Behalte Alles Politik zum Grundstück der Sammlung führte. Dann kam - auch durchs Tanelorn - eine Spezialisierung dazu. Seltenes und Spezifisches, Zines und Fanprojekt usw. Von PDFs will ich gar nicht reden.

Das alles war vor einer Umbruchphase in meinem Leben. Das Studium war vorbei, Nachwuchs kam und es war erstmal Schicht im Schacht mit Rollenspiel. Allerdings dachte ich eigentlich, dass ich wieder zum ehemaligen Status Quo zurückkehren würde, was sich als Fehleinschätzung entpuppte.
Je länger die Sammlung da stand - ungenutzt - desto klarer wurde, dass ich das Hobby zwar nicht aufgeben will, sich aber so ziemlich alles darin ändern wird.

Der erste Schritt war dann, die komplette Printsammlung aufzulösen.was nicht verkauft wurde, landete im Altpapier. Geblieben ist der Würfelbeutel. An diesem Punkt dachte ich, dass ich eh alles wichtige als PDF Dubletten habe. Es tat irgendwie schon weh, die blaue Tonne mit den kleinen Schätzen zu schließen und an die Straße zu stellen, aber ich sagte mir, dass ich ja nur das sammeln aufgebe.

Es zeigte sich, dass das überhaupt keinen Effekt hatte. Das Thema RPG blieb mir weiterhin “unpassend”. Da war Ballast von vorher, der sich mit einem Leben in Beruf und mit Familie für mich nicht in Einklang bringen ließ. Der logische nächste Schritt war also, die PDFs zu löschen.

Ich besitze kein einziges RPG Produkt abseits der Würfel mehr. Aber - und das ist vermutlich der Sinn hinter diesem Post - plötzlich hab ich auch im Kopf wieder Platz für RPG. Ich spiele, was sich als PDF bestenfalls ohne Kauf besorgen lässt. Aktuell D&D5 per SRD. Charakterbögen existieren nur in der Cloud, nicht ausgedruckt. Ich habe eine weit kleinere Nische für RPG bei mir gefunden. Aber diese ist wieder im hier und jetzt und ohne Ballast von früher.

Ich merke, dass RPG nicht ein, sondern viele Hobbies ist. Sammeln ist raus. Wildes Lesen von RPG Kram ist raus, Bloggen auch. Aber alles andere hat dafür fest Platz erhalten, ohne darum mit anderen Teilen meines Lebens zu konkurrieren.

Ich verschenke vermutlich auch den Würfelbeutel.

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Ich schätze, ein solcher Text wirkt ohne Revision an besten. Sollte ich was ändern, folgt das in den nächsten Tagen. Aber hier ist er erst mal, sozusagen hirnfrisch.
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: JS am 21.09.2018 | 21:49
Hmja, ich würde vermutlich 95% meiner recht umfangreichen Sammlung im Spielalltag nicht vermissen, allerdings finde ich es toll, daß ich sie habe. Inzwischen arbeite ich fast nur noch mit Grundregelwerken und Kaufabenteuern. Den Rest kaufe ich für einige Systeme noch, weil ich sie komplett haben möchte, aber das ist Sammelschnickschnack ohne spielerischen Gewinn. Das ist seit Jahren mein Kompromiß zwischen Sammellust und echtem Interesse, aber damit komme ich auch gut zurecht.
:)

Für mich gilt somit: Interesse an Neuem ist immer da, sammeln ist aber auf Sparflamme, wildes Lesen ist raus, Rezis sind raus, Testrunden sind raus.
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Megavolt am 21.09.2018 | 22:21
Ich verschenke vermutlich auch den Würfelbeutel.

Kill your idols.

Zeug wegschmeißen ist irre befreiend, meinen Respekt dafür, dass du das so konsequent durchgezogen hast.
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: JS am 21.09.2018 | 22:29
Zeug wegschmeißen ist irre befreiend, meinen Respekt dafür, dass du das so konsequent durchgezogen hast.

Zeug komplett im Schrank zu haben, ist aber auch befreiend.
;D
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: KhornedBeef am 21.09.2018 | 22:38
Gratulation zur Ehrlichkeit. Mal geraten: RPG war der größte nichtnotwendige Einzelposten, der nicht den Kontakt mit wichtigsten Personen erhält?
Der Spagat zeichnet sich bei mir seit Jahren ab. Eins leidet, und kaum einer lässt Familie und alte Freunde leiden.
Worauf ich hinaus will, würdest du sagen, du würdest das auch bei anderen Hobbies so machen?
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: snoopie am 21.09.2018 | 22:50
Vermutung: Wer seine Lebensentscheidungen so umfänglich thematisieren muss, der ist über eben diese Entscheidungen noch nicht wirklich hinwegt und hadert innerlich.
Es scheint sich dabei nicht um einen glückseligen Rollenspielminimalismus zu handeln.
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Undwiederda am 21.09.2018 | 23:01
Zu lesen, dass man Rollenspielbücher ins Altpapier schmeißt, tut meiner Seele schon weh.

Da hätte ich wohl verschenken noch eher bevorzugt als sie weg zu werfen aber meine 10 cent.

Einerseits willst du vom Hobby ja wegkommen aber andererseits bleibste dabei, warum?
Ich meine wenn ich alles verramschen würde, sowohl prints als auch PDFs dann würde ich mich wohl ganz von dem Hobby entfernen, sonst würde mich es wohl viel mehr ärgern, dass ich meine Sammlung aufgegeben habe.

Aber hier spricht auch ein Sammler und Rollenspieler, der noch nie daran gedacht hat sein Hobby aufzugeben.
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Rhylthar am 21.09.2018 | 23:14
Ich habe in meinem Leben einmal den Schritt getan, ein Hobby wirklich vollständig aufzugeben. Und das war World of Warcraft, weil meine Familie und mein Job sich nicht mehr mit meinem Anspruch an mich für dieses Spiel vereinbaren liessen.

Der Unterschied zu meiner Rollenspiel-Sammlung ist allerdings, dass ich bei ihr "nicht am Ball bleiben" muss. Papier ist sehr geduldig und wenn ich ein Buch lange nicht mehr anfasse, leiden weder es noch ich. Ich habe immer die Möglichkeit, es wieder hervorzuholen und nochmal oder weiter zu lesen. Deswegen sehe ich für mich keinen Sinn darin, sie abzuschaffen, obwohl ich nicht mehr so viel Zeit wie früher damit verbringen kann.
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: sangeet am 21.09.2018 | 23:31
Ein leben ohne Hobbys ist sinnlos.
Klar kann man auch andere Sachen machen, aber ich finde Hobbys geben einem Etwas, was das Leben interessant macht. Kann ja auch Malen, Musik oder Wandern sein.

RPG vereinigt vieles, dadurch habe ich z.b. auch lust an Geschichte bekommen und beschäftige mich mit denn Kelten usw. Oder generell lust zu schreiben. Mich macht RPG kreativ, und das hat einen unglaublichen immateriellen Wert für mich.
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Der Läuterer am 21.09.2018 | 23:39
Ein leben ohne Hobbys ist sinnlos.
Empfinde ich ebenso.

Ist ein Hund eigentlich ein Hobby oder doch eher Familie?
Ich verbringe recht viel Zeit mit ihm und würde ihn nicht für die tollste Beziehung aufgeben.

Es gibt Dinge, da sollte man jemanden nicht vor die Wahl stellen...
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Undwiederda am 21.09.2018 | 23:51
Empfinde ich ebenso.

Ist ein Hund eigentlich ein Hobby oder doch eher Familie?
Ich verbringe recht viel Zeit mit ihm und würde ihn nicht für die tollste Beziehung aufgeben.

Es gibt Dinge, da sollte man jemanden nicht vor die Wahl stellen...

Beides, warum sollte oder muss man es differenzieren.
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: snoopie am 22.09.2018 | 00:06
Außerdem würde ich in der Situation nicht von Minimalismus sprechen, denn dieser impliziert soetwas wie die Beschränkung auf Wesentliches.
Meiner Meinung steht Tarin vor einer dritten Phase seines Hobbys.

In der ersten Phase hat er wahllos alle RPGs in den Schrank gestellt und dann wahllos alles verkauft oder wegschmissen. Die zweite, aktuelle, Phase besteht darin, wahllos kostenlose PDFs zu sammeln um aus diesem Allerlei heraus ein Spiel auf die Beine zu stellen. Die dritte, minimalistische Phase, wäre dann eher die, auf wenige qualitativ wertvolle, einzelne PDFs oder Bücher zu setzen und mit diesen eine qualitativ wertvolle Rollenspielrunde zu betreiben.
Minimalismus bedeutet nicht, den Besitz wahllos zu veräußern oder zu entsorgen oder wahllos nach kostenlosem Material zu suchen (Müllsammler-Prinzip), sondern sich Qualität ins Regal zu stellen. Wenig, aber dafür gut.
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Tarin am 22.09.2018 | 07:24
Guten Morgen,

Danke fürs beteiligen, ich versuche allen zu antworten, ohne alles mit Zitaten zu verstopfen.

Was mir als ganz wichtig zu betonen auffällt: Ich will überhaupt nicht aus dem Hobby aussteigen, wie undwiederda das verstanden hat. Ich versuche das nochmal zu erklären :
So eine über die Jahre gewachsene Sammlung (am Ende nicht mehr wahllos, da wurde oft Kram verkauft und anderer dafür angeschafft) ist eine Beschäftigung an sich. Für mich war sie mit dem Anspruch verbunden, zumindest einen groben Überblick über aktuelle Entwicklungen in der Szene zu haben, mitreden/lesen zu können, ein paar Besonderheiten im Schrank zu haben etc pp.
Das alles muss gepflegt werden, in dem Sinne war mein Papier weit weniger geduldig als Rhylthars. Jetzt waren da aber plötzlich etwa 4 Jahre Pause drin. Ein Bruch sozusagen. Den habe ich zum Anlass genommen, mich dem Hobby RPG noch einmal neu zu nähern und Ballast dabei über Bord zu werfen.

Was zu dem von Snoopy angesprochenen Punkt führt, da gab es ebenfalls wohl eine Unklarheit im Text oder du hast es einfach falsch verstanden. Ich spiele genau das, worauf ich Lust habe, aktuell sind das OSR Kram und DnD5. Beide haben den Vorteil, dass ich sie unkompliziert online finde. Würde ich aber beispielsweise total Lust auf Splittermond haben, würde ich da durchaus auch das Buch kaufen - und es verkaufen, falls das Interesse schwindet. Falls es SpliMo als PDF gibt, ignoriert das… ihr wisst, was ich meine.

@KhornedBeef
Ja, das war ein riesiger Posten und du triffst den Nagel fast auf den Kopf. Nur dass ich den Teil, der mir wichtiger war, behalten habe. Nämlich das Spielen, Conbesuche und der Austausch im Forum.

Andere Hobbies stellten sich bisher nicht dieser Frage, weil keines so groß war wie die Beschäftigung mit RPG.
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Sebjoho am 22.09.2018 | 08:32
Guten Morgen Tarin,

ich finde, du hast hier ein sehr interessantes Thema eröffnet (vor allem, weil ich mich auch selber auch als Betroffenen hier sehe). Deswegen werde ich hier einfach mal kurz aus meiner Sicht berichten.

Im Jahr 2012 ist mein erstes Kind auf die Welt gekommen und hat mein Leben orderntlich auf den Kopf gestellt. Ich hatte in meinen jungen Jahren viele zeitintensive Hobbies (vor allem Sport, Rollenspiele und Brettspiele, aber auch Serien, Musik, Konzerte, Lesen, Kino etc.) und konnte meine Freizeit ohne Probleme richtig gut damit füllen. Nach der Geburt sah es dann auf einmal anders aus mit Schichtdienst und Schreikind im ersten Lebensjahr. Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich an das Thema "Familie" damals ziemlich blauäugig heran gegangen bin und mir dachte, dass es auch mit Kind schon irgendwie so weitergehen kann wie bisher. Tja, weit gefehlt. Es hat dann bei mir eine ganze Zeit lang im Kopf gedauert, bis ich mich von meiner "Jugendzeit" verabschieden konnte und meine Rolle als Vater richtig verinnerlicht hatte. Aber ich muss sagen, dass mich diese nicht ganz einfache Anfangszeit im Leben sehr viel weiter gebracht hat. Ich habe es geschafft, mein Leben zu organisieren und Wesentliches von Belanglosem zu trennen (wobei hier jeder seine eigenen Prioritäten setzen muss). Für mich steht nun mit mittlerweile drei Kindern meine Familie im Mittelpunkt und danach kommt erstmal lange nichts, weil die Familie doch sehr viel Zeit und Energie von mir in Anspruch nimmt, mir aber auch sehr viel zurück gibt und ich für mich festgestellt habe, dass es nichts wertvolleres, schöneres und vergleichbares im Leben gibt. Aus diesem Grund habe ich von meinen Hobbies viel gestrichen: Ich habe meine Buchsammlung verkauft, meine Musiksammlung verkauft, ich habe das Rennrad- und Mountainbiketraining aufgegeben, habe meine Brettspielsammlung und Rollenspielsammlung verkauft und nur noch das Wesentliche, was für mich tatsächlich Bedeutung hat und mir Freude bereitet für mich behalten. Und genau darum geht es ja bei dem Thema Minimalismus: Ich sortiere mein Leben und behahlte nur noch das wirklich Bedeutsame. Den ganzen Rest überlasse ich meinen Kindern. Ich versuche, meine Leidenschaften ihnen nahe zu bringen und überlasse es ihnen, ihre Jugendzeit mit diesen "sinnlosen" Sachen zu verballern  ;D  Meine Rolle im Leben sieht jetzt anders aus.

Um jetzt auf das Thema Rollenspiel zurück zu kommen: Ich habe für mich nur eine handvoll Grundregelwerke behalten. Aber wie gesagt, ich denke, das ganze hat mich wirklich weiter gebracht und ich fühle mich auch viel freier. Ich muss aber dazu sagen, dass es nicht von heute auf morgen so ging, sondern es war ein Prozess über drei oder vier Jahre. Es ist nicht so einfach, gewohntes und lieb gewonnenes auf Pause zu setzen oder vielleicht sogar ganz abzulegen. Aber der Mangel an Zeit, das Hadern mit der Situation, das Nachdenken und Besinnen (jaja, es hört sich bestimmt alles total esoterisch an), hat dazu geführt, dass ich mich jetzt auf meine liebsten Kernsachen fokusiert habe und den ganzen Ballast drumherum, welcher ja auch schön war, aber Ballast bleibt halt Ballast, auch wenn er schön ist, ablegen konnte. Und wenn ich jetzt die letzten Entwicklungsjahre zurück blicke, dann sehe ich zufrieden mit mir selbst zurück. Und wenn dann mal eines Tages (so in ungefähr gut zehn Jahren ) die Rush-Hour meines Lebens wieder vorbei geht, die Kinder größer sind, vielleicht sogar selbst mit dem Rollenspielen angefangen habe, dann werde ich auch wieder darüber nachdenken, meine Hobbies wieder zu intensivieren. Alles im Leben hat seine Zeit und Rollenspielen gehört bei mir momentan nur am Rande dazu.

Puh, mehr als ich ursprünglich schreiben wollte. Um es kurz zu machen: Reduzieren auf das Wesentliche hat sich für mich bei dem heutigen Überangebot an allem Möglichen definitiv gelohnt.
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Rorschachhamster am 22.09.2018 | 09:22
Oh ja, das hat mir echt zu denken gegeben...

Aber... Rollenspielkram weggeben...
...
Ich mein, es gäbe Sachen, die mich nicht wirklich mehr anfixen. Aber ich nutze selbst PF/3.5 Zauber und Monster für meine OSR-Kampagne...
...
Ich sollte mal meine Platten verscherbeln.  ~;D
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Issi am 22.09.2018 | 09:36
Hat Rollenspiel denn wirklich soviel damit zu tun wieviel Material man besitzt?
Ich finde nicht. Man kann sich doch das meiste einfach ausdenken. Abenteuer, Welt, Figuren.
Alles was man braucht, ist etwas Zeit und Freunde(die auch gerne mitspinnen)
Und bei manchen spielt sogar der Partner bzw. die ganze Familie mit.

Das größte Problem ist vermutlich die Zeit. Aber wer stark belastet ist, muss ja nicht jede Woche spielen. Kann man ja auch seltener machen.

Dieses" viel haben müssen" entsteht doch meist durch System ADHS, oder aus Angst, dass man irgendein noch cooleres neues System verpasst, oder, dass man glaubt über alles mitreden können zu müssen, um Rollenspieler zu sein.
Wenn man sich von dem ganzen Quatsch mal verabschiedet, wird es sicherlich nicht nur leerer im Schrank sondern auch etwas leerer im Kopf.
(Im positiven Sinn)

Edit. Wie man gegen den Sammeltrieb ankämpft, ist mir auch noch nicht so ganz klar. Ich weiß nur, je mehr Systeme man sammelt, desto voller wird das Regal.  ~;D

Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Rhylthar am 22.09.2018 | 10:01
Zitat
Dieses" viel haben müssen" entsteht doch meist durch System ADHS, oder aus Angst, dass man irgendein noch cooleres neues System verpasst, oder, dass man glaubt über alles mitreden können zu müssen, um Rollenspieler zu sein.
Wenn man sich von dem ganzen Quatsch mal verabschiedet, wird es sicherlich nicht nur leerer im Schrank sondern auch etwas leerer im Kopf.
(Im positiven Sinn)
Oder man hat einfach ein "Hobby". Ich meine, ich könnte auch Briefmarken sammeln oder Blumen pressen (und katalogisieren). Man sollte einfach nicht vergessen, dass für einige Menschen (mich eingeschlossen) das reine Lesen von RPG-Büchern schon ein großes Vergnügen darstellt.
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Issi am 22.09.2018 | 10:08
Oder man hat einfach ein "Hobby". Ich meine, ich könnte auch Briefmarken sammeln oder Blumen pressen (und katalogisieren). Man sollte einfach nicht vergessen, dass für einige Menschen (mich eingeschlossen) das reine Lesen von RPG-Büchern schon ein großes Vergnügen darstellt.
Klar.
Wenn man das wirklich alles liest, auf jeden Fall.
Wenn ich da auf meine Sammlung schaue, dann..... hätte ich da noch ziemlich viel zu lesen.
Da steht einiges im Regal, das ich irgendwann mal brauchen könnte, und dieses irgendwann kommt einfach nicht.... :D.
"Lesematerial auf Reserve" oder so...
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: General Kong am 22.09.2018 | 10:09
Oder man hat einfach ein "Hobby". Ich meine, ich könnte auch Briefmarken sammeln oder Blumen pressen (und katalogisieren). Man sollte einfach nicht vergessen, dass für einige Menschen (mich eingeschlossen) das reine Lesen von RPG-Büchern schon ein großes Vergnügen darstellt.

:d

Ich sitze auch gerne in meinem Spielezimmer und betrachte die angehäuften Schätze. Jeder Jeck is anders.  ~;D
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: General Kong am 22.09.2018 | 10:12
Ein leben ohne Hobbys ist sinnlos.

Ein Leben ohne Mops auch.
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Megavolt am 22.09.2018 | 10:14
Im Jahr 2012 ist mein erstes Kind auf die Welt gekommen und hat mein Leben orderntlich auf den Kopf gestellt.

Das ist halt der Fehler im System, dass die Entscheidung für eine Familie und die Notwendigkeit zum Broterwerb in Kombination bedeutet, dass man aus dem restlichen Leben mehr oder weniger rausfliegt. Das ist auch der Grund für unsere kaputte demographische Entwicklung, denn man kann es niemandem verdenken, wenn er sich all work and no play schlicht nicht antun mag.

Eltern sollten pro Kind nen Tag Arbeit die Woche frei kriegen.  ~;D

Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Rhylthar am 22.09.2018 | 10:16
Klar.
Wenn man das wirklich alles liest, auf jeden Fall.
Wenn ich da auf meine Sammlung schaue, dann..... hätte ich da noch ziemlich viel zu lesen.
Da steht einiges im Regal, das ich irgendwann mal brauchen könnte, und dieses irgendwann kommt einfach nicht.... :D.
"Lesematerial auf Reserve" oder so...
Es geht nicht ums "brauchen". Ich werde 75 % der Sachen niemals brauchen i. S. v. am Spieltisch irgendwo verwenden.
Beispiel: Ich habe ca. 70 DUNGEON-Magazines. Jedes enthält im Schnitt 3 Abenteuer. Das sind 210 Abenteuer.

Es ist einfach nur eine schöne Lektüre. Inkl. Kopfkino und Analyse, wie es sich am Tisch entwickeln könnte.
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Issi am 22.09.2018 | 10:20
@
Rhylthar
Dann gehörst du vermutlich zu den "Genusslesern".
 :)
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Rhylthar am 22.09.2018 | 10:22
@
Rhylthar
Dann gehörst du vermutlich zu den "Genusslesern".
 :)
So kann man es "positiv" ausdrücken. Ich nenne mich "Informationsjunkie". Ich muss immer lesen.  ;)
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Antariuk am 22.09.2018 | 10:35
Interessantes Thema!

Nachdem ich einige Jahr doch mehr gesammelt als wirklich alles gespielt habe, mache ich aktuell - wie sicher viele andere das auch irgendwann tun, wenn auch vielleicht nicht so radikal wie Tarin - eine Entschlackungskur und reduziere auf das für mich Wesentliche. Trotzdem behalte ich einige Sachen, weil ich sie zwischendurch als Ideenfundgrube verwende oder mich einfach freue, sie theoretisch in Griffweite stehen zu haben (z.B. Eberron, wo ich bis auf 3-4 Romane alles aus der 3E Ära habe). In dem Punkt kann ich Rhylthar sehr gut verstehen. Wenn ich jetzt noch Kinder hätte oder der Job noch mehr Zeit fordern würde, würde ich bestimmt gnadenloser ausmisten, aber da ich das aktuell nicht muss, tue ich es auch nicht ;)

(https://abload.de/img/1_zmvz_gioosk-tgao1pgoiqv.jpeg)

Ist halt, für viele, was dran...

Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Maarzan am 22.09.2018 | 10:36
Eltern sollten pro Kind nen Tag Arbeit die Woche frei kriegen.  ~;D

Oder Rollenspieler...  ~;D
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Undwiederda am 22.09.2018 | 10:53
Klar.
Wenn man das wirklich alles liest, auf jeden Fall.
Wenn ich da auf meine Sammlung schaue, dann..... hätte ich da noch ziemlich viel zu lesen.
Da steht einiges im Regal, das ich irgendwann mal brauchen könnte, und dieses irgendwann kommt einfach nicht.... :D.
"Lesematerial auf Reserve" oder so...

+1

Ja da sehe ich mich auch, wobei da noch etliche Romane stehen, die bisher ungelesen sind.
Lieber jetzt kaufen, später ist alles teurer.

Aber ja brauchen tut man im wesentlichen nix.
Ich meine man kann würfeln oder Karten nehmen oder Schere, Stein, Papier verwenden um Proben zu machen.

Ich baue auch in den letzten Jahren immer ein wenig von dem Material ab, was ich nicht mehr verwende aber könnte mich nicht von einigen Sachen trennen, sei es Sentimentalität oder weil ich es endlich mal leiten will ^^
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Nebula am 22.09.2018 | 10:55
Also ich miste bei mir auch grad aus, meine Kinder ziehen in das Dachgeschoss und da muss mein "Männerzimmer" weichen (ein zugemüllter Raum voller Comics, Bücher, Rollenspielkram, Nerdzeug aus der Jugend..)

hier werde ich auch ein paar Erinnerungen wegwerfen (ist auch nix wert)

Aber mein Rollenspielzeug weghaun obwohl ich noch weiter leite/spiele? das ist heftig, ich hatte durch die Kinder auch Computerspielen und Rollenspielen total "verloren" also das fiel die ersten 5 Jahre komplett weg

Belasten tut einen soviel Müll schon, aber ich habe auch nicht den Anspruch alles zu haben/wissen/...

Mich freuen meine Sachen, sollten sie mich mal nerven, dann bin ich voll bei dir! Aber es gibt doch nix cooleres wenn man XY wieder rauskramt weil es irgendeinen Nutzen hat, fürs neue Abenteuer, weil man das System wieder spielt und ein Schätzchen von einer vorherigen Edition brauchen kann ^^

Man muss sich schon von manchen Dingen befreien, vor allem wenn es wie eine Sucht war  8)
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: General Kong am 22.09.2018 | 11:00
@ "The things you own end up owning you."

Freedom is just another word for nothing left to lose.
Wer nichts hat, hat auch nichts zu verlieren und wird auch von nichts "besessen".
Da ist ja auch nichts, was irgendwer oder irgendwas haben wollte.

Oder: Wer im Park wohnt, braucht keine Miete zahlen. Er muss sich aber immer noch vor dem Parkwächter verstecken.

Soviel zu den Weisheiten aus einem Film, in dem sich der Held aus Lebensüberdruss und vorgezogener Mid-Life Crisis mit anderen Kerlen in eine Fantasiewelt flüchtet, wo sie sich in der Freizeit in die Fresse schlagen und den Zivilisationsuntergang herbeisehnen, weil gerade kein großer Krieg ist.
Dekadenz im Endstadium (im wahrsten Sinne des Wortes), weil es nur sehr-spät-pubertäre Bauchnabelkreiserei ist:
"Weil ich schon alles habe und nicht glücklich bin, werde ich nun glücklich (nur ich für mich), indem ich nichts mehr habe. Und ich haue mich und lass mich verhauen und werde so die Wiedergeburt von Dschingis Khan!"

Ja, ein ganzer Kerl dank Schappi.

 :btt::
Klar ist, dass man schauen muss, ob einem der Rollenspielkram, den man angehäuft hat noch Freude bringt oder nur die Hütte einengt und man Geld ausgibt für Sachen, die entgegen ihrem Zweck keinen Spaß mehr machen - egal, ob ich as Zeug kaufe um es zu spileen, zu lesen, zu sammeln, zu verschenken oder meinetwegen auch zu verbrennen.

Wenn es nur noch eine hinderliche, lästige Marotte wird, dann sollte man überlegen, ob und was man ändert ohne das Kind mit dem Bade auszuschütten.

Gilt m.M.n. für alles im Leben. Somit steht einem Rollenspielminimalismus prinzipiell nichts entgegen. Für mich - ist das nichts!
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Lord Verminaard am 22.09.2018 | 11:12
Sehr interessanter Thread, danke @ Tarin und Sebjoho fürs Teilen!

Ich glaube, der springende Punkt ist hier dieses Gefühl, am Ball bleiben zu müssen und sich mit den Dingen beschäftigen zu müssen, auch wenn man vielleicht im Einzelfall gar keine Lust dazu hat. Ich kenne das eher von anderen Themen wie bestimmten Kampagnen, die nicht mehr rund liefen oder auch bestimmten Blood-Bowl-Projekten. Der Gedanke schwingt natürlich immer so mit, scheiße, jetzt hab ich schon so viel investiert, will ich das jetzt wirklich bei der ersten Durststrecke hinschmeißen? Werde ich mir später nicht deswegen große Vorwürfe machen? Und es ist ja auch so, dass man, wenn man in einem Hobby ehrgeizig ist, auch mal den inneren Schweinehund überwinden muss. Als jemand, der mal ein (wenn auch kurzes) Buch veröffentlicht hat, weiß ich, wovon ich rede. ;D

Aber es kommt eben manchmal der Punkt, wo etwas nachhaltig zur Belastung wird und man seine Prioritäten sortieren muss. Der Minimalismus-Bezug passt da durchaus, ist natürlich auch irgendwo so ein Modetrend, aber scheint ja genug Leute zu geben, die es eben dadurch schaffen, das mit den Prioritäten hinzukriegen. Insofern Gratulation! :d
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Megavolt am 22.09.2018 | 12:11
Eigentlich liegt die Lösung für alle Probleme auf der Hand: Man muss einfach mit 30 in Rente gehen.  ~;D

Möglich wird das durch hohes Erwerbseinkommen plus konsequenten Minimalismus, und falls jemand das Konzept noch nicht kennen sollte, dann muss er mal Mr Money Mustaches Blog lesen (https://www.mrmoneymustache.com/ ), der zieht das durch.

Ist auch deshalb cool zu lesen, weils total amerikanisch ist. ~;D
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Issi am 22.09.2018 | 12:29
Oder du hast einen Partner, der das Hobby mit dir teilt. Und falls das nicht möglich ist, zumindest unterstützt.
Ist das nicht der Fall, wird die Zeit die du mit Rollenspiel verbringst, idR.  eher als Freizeit Minus empfunden werden und nicht als Freizeit Plus.

Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Sebjoho am 22.09.2018 | 12:33
Meinem Empfinden nach entspricht das Rollenspielen von sich aus schon sehr dem Minimalismusgedanken: Nur mit ein paar Regeln (bestenfalls im Kopf), Zettel, Stift, irgendeinem Hilfsmittel zur Generierung von Zufallsergebnissen, einer Handvoll Mitspielern und der eigenen Vorstellungskraft kann man schon eine Menge Spaß haben.  :D
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Radulf St. Germain am 22.09.2018 | 12:47
Hi,

ich habe mir jetzt das Limit gesetzt, dass ich einen Schrank mit Rollenspielkram haben darf. Wenn was reinkommt, muss was raus. Ich kann Tarin da gut verstehen. Die PDFs hätte ich aber nicht gelöscht. Die nehmen ja keinen Platz weg. Aktuell krame ich gerade alte PDFs raus, statt mir neue zu holen. Das hat auch was schönes, auch wenn ich die nie spielen werde.

Das waren übrigens die Gedanken zu meinem Fake Web Shop, die aber keiner verstanden hat. :-)
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Maarzan am 22.09.2018 | 12:51
Möglich wird das durch hohes Erwerbseinkommen plus konsequenten Minimalismus, und falls jemand das Konzept noch nicht kennen sollte, dann muss er mal Mr Money Mustaches Blog lesen (https://www.mrmoneymustache.com/ ), der zieht das durch.

Ist auch deshalb cool zu lesen, weils total amerikanisch ist. ~;D

In Deutschland killt dir die Krankenkasse weitgehend solche Überlegungen. Und Midijobs scheinen ja in der Praxis nahezu unbekannt zu sein.

Bezgl. Rollenspielbibliothek.
Die ist mit mir aufgewachsen und groß geworden, da fühlt sich ein Wegwerfen nahezu häretisch an.

Umgekehrt sehe ich da auch nicht den großen Pflegeaufwand. Man muss sie ja nicht lesen - selbst abstauben wäre streng genommen optional. OK, vermutlich nicht mehr, wenn man verheiratet ist, aber damit kommen wir dem grundlegenden Fehler näher  8)
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Rhylthar am 22.09.2018 | 12:53
Hi,

ich habe mir jetzt das Limit gesetzt, dass ich einen Schrank mit Rollenspielkram haben darf. Wenn was reinkommt, muss was raus. Ich kann Tarin da gut verstehen. Die PDFs hätte ich aber nicht gelöscht. Die nehmen ja keinen Platz weg. Aktuell krame ich gerade alte PDFs raus, statt mir neue zu holen. Das hat auch was schönes, auch wenn ich die nie spielen werde.

Das waren übrigens die Gedanken zu meinem Fake Web Shop, die aber keiner verstanden hat. :-)
Ich hatte die Idee verstanden. "Gefälschte" Selbstbelohnung.  ;)

Und fand sie eigentlich auch gut. Eine schöne Übersicht/Oberfläche würde mir aber schon reichen.
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Crimson King am 22.09.2018 | 13:23
Das ist halt der Fehler im System, dass die Entscheidung für eine Familie und die Notwendigkeit zum Broterwerb in Kombination bedeutet, dass man aus dem restlichen Leben mehr oder weniger rausfliegt. Das ist auch der Grund für unsere kaputte demographische Entwicklung, denn man kann es niemandem verdenken, wenn er sich all work and no play schlicht nicht antun mag.

Eltern sollten pro Kind nen Tag Arbeit die Woche frei kriegen.  ~;D


Ist jetzt nicht so, als hätten Menschen zu Zeiten, in denen mehr Kinder in die Welt gesetzt wurden, nicht gearbeitet. Das ist auch ein Stückweit ein Problem des Konzepts der bürgerlichen Kleinfamilie. Davon abgesehen kenne ich allerdings schon Leute, die Familie und das eine oder andere Hobby miteinander vereinbart kriegen, unter anderem mich und meine Frau. Wer natürlich auf allen Hochzeiten tanzen will, dem machen Kinder tatsächlich einen Strich durch die Rechnung. Man muss sich schon auf die Dinge konzentrieren, die man dauerhaft betreibt oder zu denen man irgendwann man zurück kommen will. Die meisten Hobbies kann man ja leidlich gut ein paar Jahre ruhen lassen.


@ "The things you own end up owning you."

Ist nicht von dir, ich weiß. Der Spruch ist nicht blöde, und die Kritik von Fight Club an der Konsumgesellschaft teile ich allemal. Dass man sich vom Konsum abhängig macht und nicht in der Lage ist, die Frage nach dem Erwerb oder dem Behalt reflektiert zu beantworten, liegt allerdings schon ein Stück weit in der Verantwortung des Einzelnen.


Oder du hast einen Partner, der das Hobby mit dir teilt. Und falls das nicht möglich ist, zumindest unterstützt.
Ist das nicht der Fall, wird die Zeit die du mit Rollenspiel verbringst, idR.  eher als Freizeit Minus empfunden werden und nicht als Freizeit Plus.

Tatsächlich ist es mit kleinen Kindern einfacher, wenn der Partner das Hobby nicht mit dir teilt. Dann kriegst du regelmäßig
einen Abend frei, um deinem Hobby zu frönen, und gibst das an anderen Abenden zurück.


Zumindest solange der Kram nicht im Weg steht bzw. man ihn aus dem Weg in den Speicher, ins Arbeitszimmer etc. stellen kann, muss man ihn auch nicht wegschmeißen, es sei denn, man braucht den harten Cut psychologisch oder geht davon aus, dass man ihn nicht mehr braucht oder im Bedarfsfall leicht wieder entsorgen kann.


Wir selbst haben auch Limits für alles Mögliche, das man nicht digital behalten kann  oder will.
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Bildpunkt am 22.09.2018 | 13:34
Oder Rollenspieler...  ~;D

IdT wird mir fuer mein Hobby ein kompletter Wochenendtag pro Monat eingeräumt und ich bin jeglichen Kinderbetreuungspflichten entbunden  8)
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Pyromancer am 22.09.2018 | 13:35
Ist jetzt nicht so, als hätten Menschen zu Zeiten, in denen mehr Kinder in die Welt gesetzt wurden, nicht gearbeitet. Das ist auch ein Stückweit ein Problem des Konzepts der bürgerlichen Kleinfamilie. Davon abgesehen kenne ich allerdings schon Leute, die Familie und das eine oder andere Hobby miteinander vereinbart kriegen, unter anderem mich und meine Frau. Wer natürlich auf allen Hochzeiten tanzen will, dem machen Kinder tatsächlich einen Strich durch die Rechnung. Man muss sich schon auf die Dinge konzentrieren, die man dauerhaft betreibt oder zu denen man irgendwann man zurück kommen will. Die meisten Hobbies kann man ja leidlich gut ein paar Jahre ruhen lassen.

Das ist alles eine Frage der Organisation: Arbeit, Kinder, Haus- und Gartenarbeit, ehrenamtliches Engagement, Vereinstätigkeit, Sport, Hobbies, und noch Zeit für Freunde und Familie - in der Generation meiner Eltern haben das irgend wie fast alle hin gekriegt. Ich schieb's darauf, dass die ihre Zeit nicht am Smartphone und auf Facebook verdaddelt haben.  8)
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Issi am 22.09.2018 | 14:24
Tatsächlich ist es mit kleinen Kindern einfacher, wenn der Partner das Hobby nicht mit dir teilt. Dann kriegst du regelmäßig
einen Abend frei, um deinem Hobby zu frönen, und gibst das an anderen Abenden zurück.
Das kommt wahrscheinlich immer darauf an. Es gibt auch Paare mit kleinen Kindern, die gemeinsam spielen können.
Dann aber idR. bei sich zu Hause und nicht bei anderen Leuten.
Darf dann halt niemanden stören, wenn jemand mal vorübergehend stillt, Kinder ins Bett bringt etc.


Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Megavolt am 22.09.2018 | 16:55
Ist jetzt nicht so, als hätten Menschen zu Zeiten, in denen mehr Kinder in die Welt gesetzt wurden, nicht gearbeitet.

Wer hat denn das behauptet?
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Megavolt am 22.09.2018 | 16:58
Ich schieb's darauf, dass die ihre Zeit nicht am Smartphone und auf Facebook verdaddelt haben.  8)

Die hatten noch keine entgrenzte Arbeitszeit, und sie hatten auch bloß das Wohlstandsniveau der 80er ("möblierte Zimmer" ~;D ).
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Crimson King am 22.09.2018 | 17:47
Wer hat denn das behauptet?

Du hast zumindest behauptet, dass man sich neben der Arbeit für Familie oder Hobbies entscheiden müsste und deshalb so wenig Kinder in die Welt gesetzt werden. Zumindest den Schluss auf letzteres kann man mit Blick auf die historische Entwicklung wohl als falsch oder zumindest stark vereinfachend ansehen. Da kommen noch mindestens zwei weitere miteinander in Zusammenhang stehende Aspekte hinzu, nämlich die immer weiter reichende Liberalisierung der Gesellschaft und dass Freiheit vielfach mit Konsum und Individualität mit individuellem Konsumverhalten gleichgesetzt wird.
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Megavolt am 22.09.2018 | 18:28
die Entscheidung für eine Familie und die Notwendigkeit zum Broterwerb in Kombination bedeutet, dass man aus dem restlichen Leben mehr oder weniger rausfliegt.

vs.

Ist jetzt nicht so, als hätten Menschen zu Zeiten, in denen mehr Kinder in die Welt gesetzt wurden, nicht gearbeitet.

Also bitte.
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: felixs am 22.09.2018 | 18:30
Da kommen noch mindestens zwei weitere miteinander in Zusammenhang stehende Aspekte hinzu, nämlich die immer weiter reichende Liberalisierung der Gesellschaft und dass Freiheit vielfach mit Konsum und Individualität mit individuellem Konsumverhalten gleichgesetzt wird.

Nicht zu vergessen der ökonomische Aspekt: Kinder sind einerseits teuer, andererseits (und das ist viel wichtiger) braucht man sie wahrscheinlich nicht als Lebensabendsversicherung.
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Lord Verminaard am 22.09.2018 | 21:20
Das ist alles eine Frage der Organisation: Arbeit, Kinder, Haus- und Gartenarbeit, ehrenamtliches Engagement, Vereinstätigkeit, Sport, Hobbies, und noch Zeit für Freunde und Familie - in der Generation meiner Eltern haben das irgend wie fast alle hin gekriegt. Ich schieb's darauf, dass die ihre Zeit nicht am Smartphone und auf Facebook verdaddelt haben.  8)

Kenn ich auch heute noch, solche Leute. Und die haben Smartphones und Facebook. Finde ich echt asozial von denen, dass die mir so ein schlechtes Gewissen machen. ;D
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: DeadOperator am 22.09.2018 | 22:08


Kenn ich auch heute noch, solche Leute. Und die haben Smartphones und Facebook. Finde ich echt asozial von denen, dass die mir so ein schlechtes Gewissen machen. ;D

LOL liegt das nicht eher daran, dass man gerade über Facebook und co immer mehr den Eindruck bekommt, dass das eigene Leben gegen den shiny Lifestyle der Anderen immer mehr abstinkt?
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Crimson King am 22.09.2018 | 22:52
Nicht zu vergessen der ökonomische Aspekt: Kinder sind einerseits teuer, andererseits (und das ist viel wichtiger) braucht man sie wahrscheinlich nicht als Lebensabendsversicherung.

Das war in D vor 100 Jahren auch schon so. Damals war man (vermutlich) nur nicht so erpicht darauf, Selbstverwirklichung durch zeit- und kostenintensive Hobbies zu betreiben. Das dürfte eine Neben- und Nachwirkung von 1968 ff. sein. Nicht dass ich da ein Problem mit hätte. Das Problem ist meines Erachtens eher, dass wir immer noch 40 Stunden die Woche arbeiten sollen. Dabei wird meines Erachtens haufenweise irrelevante Pseudo-Wertschöpfung betrieben und die zugehörigen Prozesse gemanaged, weil unser Wirtschaftssystem nun mal auf Wachstum aufbaut. Aber das weiter zu elaborieren, dürfte etwas am Thema vorbei und außerdem Speakers Corner-Material sein.
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: ArneBab am 24.09.2018 | 00:34
Ist jetzt nicht so, als hätten Menschen zu Zeiten, in denen mehr Kinder in die Welt gesetzt wurden, nicht gearbeitet.
Ich fände es interessant, das mit wirklichen Daten unterfüttert zu sehen. Arbeitszeit, erwartete Zusatzaktivitäten, kreatives Schaffen in der Freizeit, Rollenverteilung in der Familie, usw.
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Bildpunkt am 24.09.2018 | 07:12

LOL liegt das nicht eher daran, dass man gerade über Facebook und co immer mehr den Eindruck bekommt, dass das eigene Leben gegen den shiny Lifestyle der Anderen immer mehr abstinkt?

Kommt darauf an welchem (Werte)Milieu Du Dich selbst zurechnest bzw welches hohen Einfluss auf deine Sozialisation hatte. Was das AmazonPrime-Thermomix-TauchUrlaub-inÅgypten-Milieu (also die materalistische Variante) als gutes Leben definiert ist ja nicht allgemeingueltig.

Schnitt ------

Ansonsten interessanter Faden. Hatte ja auch mal meine Sammlung konplett ausgelöst und an Freunde weitergegeben u(bis auf meinen alten SL W20) und nun wieder mit alten u neuen Zeug gefühlt zuviel. Daher dieser Faden ein entscheidener Anstoß zur Reflektion des eigenen Materialismuses und zur Entschlackung!

Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: DeadOperator am 24.09.2018 | 07:24
Nur wenn du für Werte lebst, die dir gegen deinen Willen von der Gesellschaft aufgedrängt wurden.
das hat damit gar nichts zu tun. es geht mir nur um gefilterte Wahenehmung. ich bekomme mehr von anderen mit, weil sie es öffentlich machen. das kann ja auch bedeuten in drei Vereinen zu sein und sich für - in letzter Zeit mehr - immer mehr Demos zu organisieren.
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Grubentroll am 24.09.2018 | 08:31
Sehr interessanter Thread.
Hab ja auch schon ein zwei Threads zum Thema "RPG Minimalismus" hier reingestellt.
Bei mir lief das aber auch eher auf den Gedanken hinaus, ob man denn nicht damit glücklicher wäre, bzw sein könnte, wenn man nur ein Rollenspielsystem hätte das man aktiv bespielt und da sich auch wirklich gut auskennt.

ich denke, aus der Phase dauernd neue System ausprobieren zu müssen bin ich etwas raus.
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Noir am 24.09.2018 | 08:56
Sehr interessanter Thread. Ich selbst habe irgendwann auch das Gefühl gehabt, dass meine Prioritäten einfach anders liegen. Vor allem dann, wenn ich mein Regal angeguckt habe. Da standen meterweise Bücher im Regal, von denen ich die meisten bis zu dem Tag nur bestellt und ins Regal gestellt hatte. Zu der Zeit war ich noch Student. Und als ich mal wieder herumrechnete, um zu überlegen, wie ich das neue Produkt von Rollenspielreihe X bezahlen kann, hab ich inne gehalten und gedacht "Warum?"

Mir wurde das Hobby insgesamt einfach zu kosten- und zeitintensiv und der Nutzen, den ich aus dem Hobby ziehen konnte, war einfach super gering geworden. Kaum eine Spielrunde, die mal zustandekam. Jede Kampagne, die gestartet wurde, schlief schon nach dem 2. oder 3. Abend ein (nachdem immer viele Wochen, manchmal Monate zwischen Abend 2 und 3 lagen) ... und dafür dann immer Abenteuer vorbereiten? Massenweise Bücher lesen? Noch mehr Bücher kaufen und "für später" einlagern? Wollte ich nicht mehr. Da hab ich dann gut 90% meiner Sammlung verkauft. Es tat zunächst sehr weh. Aber mit der Zeit hat es sich richtig gut angefühlt. Zwei Systeme hatte ich noch, die ich komplett im Regal hatte - aber im Grunde nur als Erinnerungsstücke und das Hobby? Das habe ich eigentlich komplett an den Nagel gehängt. Wenn ich nicht den Spielleiter mache, macht es für gewöhnlich keiner. Hab mich nur noch auf Brettspiele gestürzt. Das hatte für mich den Vorteil, dass es weniger vorbereitungszeit benötigte. So dachte ich zumindest.

Leider war das bei den Spielen, die MIR gefielen, doch nicht der Fall. Da mussten teilweise sehr dicke Regelbücher gelesen werden und diese mussten - damit es überhaupt funktionierte - immer griffbereit am Tisch liegen (viele Spielabende fielen dem "Moment, ich schaue nach." zum Opfer). Zudem hat mich keines der Spiele, die mich ansprachen, im Spiel selbst dann wirklich überzeugt. Und irgendwann hab ich dann festgestellt, dass ich für die Brettspielabende fast genauso viel Zeit investierte, wie in die Rollenspielvorbereitung. Dieses Mal hat es Gott sei dank nicht 15 Jahre gedauert, bis ich das bemerkte.

Das Ergebnis: Ich habe wieder den Großteil meiner Sammlung verkauft. Spiele, von denen ich wusste, dass sie so bald nicht mehr auf den Tisch kommen würden und Spiele, die mich selbst enttäuscht hatten, flogen komplett und ohne Rücksicht auf Verluste raus. Hat wieder sehr gut getan.

Aber so ganz ohne schaff ich scheinbar auch nicht. Ich bin wieder zurück zu den Rollenspielen. Habe mir zwei Systeme rausgesucht (D&D5 und Warhammer 4), die mich ansprachen und die ich spielen will. Davon kaufe ich Bücher. Alles andere wird - wenn überhaupt - nur noch als PDF gekauft. Und wenn man jetzt wieder hochscrollt, wird man feststellen, dass ich wieder am Anfang bin. Aber jetzt mit mehr Erfahrung. Ich werde weder bei Rollenspielen noch bei Brettspielen noch unüberlegt zugreifen. Ich stelle mir immer wieder die Frage: "Wie realistisch ist es, dass ich das Ding mal bespielen werde?" und wenn hier die Antwort nicht mindestens "wahrscheinlich" ist ... dann kauf ichs nicht ... Außerdem verkaufe ich rigoros alles wieder, was irgendwann den Status "Spiele ich noch" zu "Steht nur noch im Regal" wechselt.

Allerdings bemerke ich, dass ich jetzt wieder umschwenke ... und zwar zu Tabletops. Ich beobachte diese Entwicklung gerade relativ besorgt.
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Issi am 24.09.2018 | 09:07
Zum System ADHS
Woran man merkt, dass man sein System gefunden hat... ?
Am Treuefaktor.. würde ich sagen.  :D
Inzwischen " gehe ich eher selten mal fremd. " Und immer wenn ich es tue, merke ich, dass es mir nicht das selbe bietet wie mein Haus System. Entweder sind mir die Würfel zu viel oder mich nervt, dass ich für jeden Tag andere Zauber memorieren soll, ohne zu wissen, welche ich genau brauche....
Als totaler Rollenspiel Frischling, war das anders. Da probiert man vieles aus.
Besonders wenn man mit System ADHs lern spielt.
Ein System ist dabei trotzdem hängen geblieben.
"Liebe auf den zweiten Blick. "

Manche Rollenspieler kommen mir tatsächlich vor wie ewige Singles die immer auf der Suche nach dem "Einzig Richtigen" sind. Sie verlieben und entlieben sich immer wieder neu.
Und nach einer gewissen Zeit brauchen sie dann was Frisches.  ~;D

Da müssen die Beziehungen ja oberflächlich bleiben......... ;D
Auf der anderen Seite machen untreue Seelen natürlich auch jede Menge Erfahrungen.
Was ich trotzdem denke: Man kann das Rad nicht immer wieder neu erfinden.
Ein anderes Fahrrad rollt auch nur, auch wenn es vielleicht eine andere Farbe und Form hat.
Sich für ein Bestimmtes(oder eine begrenzte Auswahl)zu entscheiden, muss nicht verkehrt sein.


Geht Rollenspielminimalismus auch mit System ADHS ?
Vielleicht wenn man das Ex danach sofort entsorgt und sich denkt: "Scheiß auf Freunde bleiben"?
 :D
Edit.
Oder halt konsequent nur PDF  kaufen.
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: KhornedBeef am 24.09.2018 | 09:34
Tabletops sind in der Tat nicht die Lösung, wenn man weniger Geld und Zeit versenken und sichere Spielaussichten haben will....dafür kann man malen und basteln aber immerhin allein.

System ADHS und Minimalismus? Gründe doch mit ein paar Leuten eine Art Verein, und baut euch eine kleine Sammlung auf, dann kann man öfter mal wechseln. Geht auch mit Brettspielen. Es gibt doch sogar Firmen, die Spiele vermieten, wenn ich mich recht entsinne.
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Noir am 24.09.2018 | 10:00
Tabletops sind in der Tat nicht die Lösung, wenn man weniger Geld und Zeit versenken und sichere Spielaussichten haben will....dafür kann man malen und basteln aber immerhin allein.

Ja, das sehe ich auch. Aber es ist so hübsch ...  ~;D

Tatsächlich sind es vor allem die Malereien und die Basteleien, die mich anfixen. Zum SPIELEN komme ich ohnehin nur selten. Das weiß ich im Grunde jetzt schon.
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: felixs am 24.09.2018 | 10:16
Das Thema kehrt ja immer wieder, gerade zur Zeit auch hier: https://www.tanelorn.net/index.php/topic,108118

Es ist sehr unbefriedigend, wenn man immer nur darüber nachdenkt, was man machen könnte, aber nie zum machen kommt.

Die Gründe für all diese Umstände sind sicherlich komplex, lassen sich aber darauf reduzieren, dass wir alle zu viel Zugang zu zu viel Zeug haben, das wir dann nicht wirklich nutzen (meist noch nichtmal wirklich lesen). Und selbst wenn man erkannt hat, dass man sich besser intensiver auf weniger Dinge einlassen sollte, braucht man immer noch Mitspieler, die das auch so handhaben wollen.

Brettspiele haben gegenüber Rollenspiel immerhin den Vorteil, dass man mehr potentielle Mitspieler hat und dass es auch zu zweit gut geht. Insofern auch eine gute Päärchen-Beschäftigung (und Beziehungen mit völlig nicht-spielenden Menschen kann ich mir eh nicht vorstellen). Tabletop hat diesen Vorteil nicht, bietet aber dafür viel Bastelpotential. Wenn man nur Basteln will, würde ich eher Kartonmodellbau treiben. Wunderbares Hobby, einfache Werkzeuge, extrem viel Arbeit, sehr schwer, sehr befriedigend.

Wie oben schon beschrieben, ist meine Lösung für das Problem auch, dass ich viel weniger Zeug habe. Vor allem physische Spiele habe ich stark reduziert. Habe jetzt nur noch ca. 150 Brettspiele (klingt schlimm, aber wenn man kleine Kartenspiele, Erweiterungen etc. mitzählt, geht das recht schnell), weniger als einen Regelmeter Rollenspielsachen und nur noch ca. 2 Kubikmeter Tabletopsachen. Ich habe noch jede Menge Altlasten bei Tabletop, die ich jetzt nicht mitgezählt habe, die kommen aber noch weg.
Versuche, nur noch physische Sachen zu haben, bei denen ich weiß, dass ich sie spielen werde. Bei digitalen Sachen bin ich etwas großzügigiger, da stört es mich nicht so. Allerdings finde ich bei digitalen Texten eine vernünftige Ordnung sehr wichtig, sonst frustet mich das auch.
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Sphinx am 24.09.2018 | 10:36
Minimalismus würde ich mir bei einigen Dingen wünschen die über die Jahre die Wohnung "vollmüllen". Aber meine Rollenspielprodukte gehören nicht zu den Dingen die ich minimieren würde. Das sind alles Installationsquellen für mich und da brauche ich einfach ein ausreichendes Level um das Gefühl zu haben gut aufgestellt zu sein.
Da hab ich ehr ein Problem mit dem Sortieren der verschiedenen Dinge, bei meinen Büchern ist es noch recht einfach. Bei den PDFs...uff das hat eine grobe Strucktur die aber von den Produktmachern immer wieder untergraben wird wenn etwas z.B. je halb Abenteuer/Regelwerk ist.

Ansonsten finde ich Menschen die keine Zeit für ihr Hobby mehr haben wegen X immer komisch. Ich Arbeite nur um zu Leben und nicht anders herum. Gibt da so einige Spezialisten die zu 99% ausgebucht sind, sowohl mit als auch ohne Kinder. Auf der anderen Seite kenne ich einige die Kinder haben für die aber ein Familien Spielabend ein Fremdwort ist. Oder bei meiner Oma im Altenheim wo sie es schwer hat jemand zu finden der mal mit ihr Schach oder Karten spielt. Weil dort viele sind die ihr ganzes Leben noch nie wirklich Spiele gespielt haben.
Das sind Sachen die ich aus meiner Sichtweise gar nicht nachvollziehen kann, ich finde gemeinsam etwas Spielen ist eine der besten Sozialen Gemeinschaftsaktivitäten die es gibt. Und auch wenn ich noch keine Kinder hab und ich dann sehen werde wie es aussieht wenn es soweit ist. Aber Spielabende und oder gemeinsames Rollenspielen innerhalb der Familie: Ja bitte!
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Issi am 24.09.2018 | 10:45
System ADHS und Minimalismus? Gründe doch mit ein paar Leuten eine Art Verein, und baut euch eine kleine Sammlung auf, dann kann man öfter mal wechseln. Geht auch mit Brettspielen. Es gibt doch sogar Firmen, die Spiele vermieten, wenn ich mich recht entsinne.
Oder du kennst den Spielesammler deines Vertrauens.
Dann leihst du dir die, die dich interessieren und kaufst dir nur die, die du auch spielen willst.
Funktioniert .. :D

Wahrscheinlich muss es sämtliche Formen von Spielern geben..... das ist so ne Art Symbiose....zwischen (Sammlern und Minimalisten).  ~;D
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Sebjoho am 24.09.2018 | 10:48
Meine Vermutung ist, dass häufig die Sehnsüchte und Wünsche nach den  fehlenden Rollenspielerlebnissen mit Freunden auf das Material projeziert wird. Ich habe auch gedacht, dass mit dem richtigen Spiel und genügend Material die so sehr gewünschten, positiven Erlebnisse von alleine kommen werden. Als dann aber die gewünschten Erwartungen ausblieben, verlor das Material im gleichen Zuge an Bedeutung. Das kann dann zu einem Teufelskreis führen, indem man versucht das vorhandene Bedürfnis nach sozialen Erlebnissen mit immer neueren und immer mehr Regelbüchern zu stillen, was dann vielleicht wieder nicht klappt und so weiter und so fort. Bis dann irgendwann eine große, bedeutungslose Sammlung zu Hause steht.
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: DeadOperator am 24.09.2018 | 10:55
Meine Vermutung ist, dass häufig die Sehnsüchte und Wünsche nach den  fehlenden Rollenspielerlebnissen mit Freunden auf das Material projeziert wird. Ich habe auch gedacht, dass mit dem richtigen Spiel und genügend Material die so sehr gewünschten, positiven Erlebnisse von alleine kommen werden. Als dann aber die gewünschten Erwartungen ausblieben, verlor das Material im gleichen Zuge an Bedeutung. Das kann dann zu einem Teufelskreis führen, indem man versucht das vorhandene Bedürfnis nach sozialen Erlebnissen mit immer neueren und immer mehr Regelbüchern zu stillen, was dann vielleicht wieder nicht klappt und so weiter und so fort. Bis dann irgendwann eine große, bedeutungslose Sammlung zu Hause steht.

Ja, da ist was dran. Allerdings ist es schon auch so, dass ich einfach gerne gut gemachtes Material lese. Ich bin mir z.B. relativ sicher, dass ich Waterdeep Dragon Heist nie spielen werde. Aber das Buch ist einfach so schön, dass ich es mit Freuden lese und in den Illustrationen aufgehe. Wenn dann aber ein Pile of Shame daraus wird, bin ich eher bei Dir.
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: felixs am 24.09.2018 | 11:10
Ich finde, dass Sebjoho es wunderbar auf den Punkt gebracht hat.  :d

Es ist ja kein Widerspruch, dass man trotzdem gern Material liest, von dem man weiß, dass man es wahrscheinlich nicht spielen wird. Das ist dann auch nicht ungesund, finde ich. Die Frage ist halt, warum man das macht, ob man damit ggfs. etwas kompensiert und ob es das geeignete Mittel der Kompensation ist.

Ich lese immer wieder gern mal in Glorantha-Sachen, obwohl ich es wohl nicht wieder spielen werde. Es fasziniert mich einfach als Lesestoff.
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Issi am 24.09.2018 | 11:14
@
Sebjoho

Da ist was dran.... mit guten Leuten hat man auch Spaß, wenn man sich die Figurenwerte auf nem Bierdeckel aufschreibt, und sich das Abenteuer spontan ausdenkt.

Tolle Bilder /aufwendige Cover versprechen tolle Erlebnisse, aber das eigentliche Erlebnis entsteht dann erst am jeweiligen  Spieltisch.

Edit.
Ein Grund mehr gute Mitspieler öfter mal zu "Schmatzen" ~;D
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Bildpunkt am 24.09.2018 | 11:17
Ja, da ist was dran. Allerdings ist es schon auch so, dass ich einfach gerne gut gemachtes Material lese. Ich bin mir z.B. relativ sicher, dass ich Waterdeep Dragon Heist nie spielen werde. Aber das Buch ist einfach so schön, dass ich es mit Freuden lese und in den Illustrationen aufgehe. Wenn dann aber ein Pile of Shame daraus wird, bin ich eher bei Dir.

OT: Dragon Heist hat für mich das schlechteste Innenillu aller 5e Bücher.:
Bogen zum Topic. Ich kaufe oft auch wegen den Illus, muß ich abstellen.
Andere wie Symabroum haben auch noch ne tolle Welt und sammel ich deswegen als Fantasysachbuch ;-)
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: DeadOperator am 24.09.2018 | 11:26
Ein Gedanke noch, der hier zwar schon angesprochen, mir in der Diskussion um die materiellen Dinge aber zu kurz kommt:

Geistige Kapazitäten.

Ein fordernder Job, Familie (besonders mit Kindern), Ehrenamt in der Schule, Internet (z.B. das :T:) etc. Das zieht unheimlich Ressourcen im Hirn. Wenn ich dann noch das Gefühl habe mich mit Rollenspielkram beschäftigen zu müssen, dann kann ich Tarin nur zustimmen. Weg damit! Das ist wie abnehmen wollen und einen Berg Schokolade im Haus haben.

Ich beteilige mich z.B. zum ersten mal seit Monaten an einer Diskussion hier. Warum? Weil ich nicht die Energie dazu habe, wenn  drei Projekte im Job gleichzeitig laufen und das Sommerfest in der Schule ansteht. Bei mir ist das erste Ventil dann den Peter Lustig zu machen: Abschalten! Bei mir fressen "neue" Medien und mein Handy deutlich mehr geistige Energie  als Rollenspielbücher im Regal. Der Lord hat das weiter oben in einem Nebensatz schon angesprochen.

Leider geht das bei mir mit dem Kontakt zu einigen - hier geschlossenen - Freundschaften einher. An - aus - an - aus... je nachdem, wie viel geistige Kapazität ich noch habe. Ich denke, die Bücher im Regal sind für uns, die wir dieses Hobby teilen, ein Symtom, wie Sebjoho es schreibt. Für mich ist es in jedem Fall so. Hab ich die Wahl zum Treffen oder mit meiner Familie in den Wildpark zu fahren, dann gewinnt meist die Familie. Dennoch trauere ich der Gelegenheit nach. Das Gefühl löst aber der Mensch, die Freunde, aus. Die Erinnerung an gemeinsame Runden. Nicht das materielle Buch im Regal.
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Tarin am 24.09.2018 | 18:11
DeadOperator hat da einen wichtigen Punkt angesprochen. KMirngeht es tatsächlich erstmal ums Ausmisten „im Kopf“, erst sekundär um den leeren Schrank.

Es gibt auch andere Hobbys, die weichen mussten (Larp zB), die verbrauchen ebenfalls eine Menge Kapazität im Kopf. Das Level, auf dem ich mich gerade mit RPG beschäftigen kann, ist schon ganz okay so.
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Luxferre am 24.09.2018 | 18:16
Sehr interessantes Thema  :d

Dazu muss ich erstmal einiges ordnen ... also Gedanken  >;D
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Maarzan am 24.09.2018 | 18:19
Das mit der "verstofflichten Erinnerung" ist zumindest Ursache eines Teils meiner Sammlung. Ich habe mir dann die Sachen, die ich mir zur Spielzeit nicht leisten konnte dann später für kleine(re)s Geld bei ebay geschossen, selbst Sachen, die auch nach Erinnerung schon Scheiße waren.
Aber sie gehörten ja "dazu". 
Damit wären sie aber auch schwer wegzuwerfen - wie Fotoalben vielleicht.
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Crimson King am 24.09.2018 | 18:24
Ein Gedanke noch, der hier zwar schon angesprochen, mir in der Diskussion um die materiellen Dinge aber zu kurz kommt:

Geistige Kapazitäten.

Ein fordernder Job, Familie (besonders mit Kindern), Ehrenamt in der Schule, Internet (z.B. das :T:) etc. Das zieht unheimlich Ressourcen im Hirn. Wenn ich dann noch das Gefühl habe mich mit Rollenspielkram beschäftigen zu müssen, dann kann ich Tarin nur zustimmen. Weg damit! Das ist wie abnehmen wollen und einen Berg Schokolade im Haus haben.

Ich beteilige mich z.B. zum ersten mal seit Monaten an einer Diskussion hier. Warum? Weil ich nicht die Energie dazu habe, wenn  drei Projekte im Job gleichzeitig laufen und das Sommerfest in der Schule ansteht. Bei mir ist das erste Ventil dann den Peter Lustig zu machen: Abschalten! Bei mir fressen "neue" Medien und mein Handy deutlich mehr geistige Energie  als Rollenspielbücher im Regal. Der Lord hat das weiter oben in einem Nebensatz schon angesprochen.

Leider geht das bei mir mit dem Kontakt zu einigen - hier geschlossenen - Freundschaften einher. An - aus - an - aus... je nachdem, wie viel geistige Kapazität ich noch habe. Ich denke, die Bücher im Regal sind für uns, die wir dieses Hobby teilen, ein Symtom, wie Sebjoho es schreibt. Für mich ist es in jedem Fall so. Hab ich die Wahl zum Treffen oder mit meiner Familie in den Wildpark zu fahren, dann gewinnt meist die Familie. Dennoch trauere ich der Gelegenheit nach. Das Gefühl löst aber der Mensch, die Freunde, aus. Die Erinnerung an gemeinsame Runden. Nicht das materielle Buch im Regal.


Ich finde das insofern hochinteressant, als ich einige Leute kenne, denen es genau so geht, die also feierabends bevorzugt parallel zu GZSZ am Rechner irgend welche Browsergames spielen, weil sie sich nicht in der Lage sehen, wirklich fordernde Sachen zu machen. Mir geht das trotz intellektuell forderndem iund oft stressigem Job völlig anders. Ich entspanne beim Rollenspiel, knackigen Brettspielen, spannendem Film- und Fernsehmaterial oder fordernden Videospielen um Meilen besser.

Das Große Treffen ist dabei aber ein Sonderfall. Das ist zwei Mal im Jahr zu festgelegten Zeitpunkten und mit sehr hohem organisatorischen und zeitlichen Aufwand verbunden. Man geht ja auf der einen Seite nicht mit der Familie vier Tage am Stück mit Übernachtungen in den Wildpark. Auf der anderen Seite kann man jedes Wochenende in den Wildpark, das Treffen ist dagegen nur zwei Mal im Jahr.

Nocturama und ich waren auch drei Mal zusammen mit dem Kind auf dem Treffen. Jetzt, wo bald das zweite Kind kommt, wird das erst mal keine Option mehr sein. Diesen Sommer wäre ich schon allein hin gefahren, wenn ich nicht kurzfristig krank gewesen wäre. Wie das zukünftig aussieht, muss sich noch zeigen. Klar ist, dass im Zweifelsfall immer die Familie sticht.
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: felixs am 24.09.2018 | 18:28
Damit wären sie aber auch schwer wegzuwerfen - wie Fotoalben vielleicht.

Davon kann man sich (bzw. konnte ich mich) weitgehend lösen.

Ich behalte nur sehr wenige Dinge aus Sentimentalitätsgründen. Und auch die nur, weil mein Umfeld das von mir erwartet.
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: DeadOperator am 24.09.2018 | 20:15
Das mit der "verstofflichten Erinnerung" ist zumindest Ursache eines Teils meiner Sammlung. Ich habe mir dann die Sachen, die ich mir zur Spielzeit nicht leisten konnte dann später für kleine(re)s Geld bei ebay geschossen, selbst Sachen, die auch nach Erinnerung schon Scheiße waren.
Aber sie gehörten ja "dazu". 
Damit wären sie aber auch schwer wegzuwerfen - wie Fotoalben vielleicht.
Das geht mir mit DSA so. Wobei ich das ja jetzt sogar wieder spielen kann. Mit World of Dungeons oder In die Dunkelheit [emoji16]
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: ArneBab am 24.09.2018 | 23:18
Die Gründe für all diese Umstände sind sicherlich komplex, lassen sich aber darauf reduzieren, dass wir alle zu viel Zugang zu zu viel Zeug haben, das wir dann nicht wirklich nutzen (meist noch nichtmal wirklich lesen).
Ich habe irgendwann in der Tauschbörsenzeit aufgehört zu horten. Seitdem kaufe ich nur, was ich mindestens auch lese. Auch bei PDFs — eingeschränkt bei Computerspielen (da komme ich meist weniger zum Spielen als ich erwarte).

Aber ich merke immer, wie mir das Spielen fehlt, wenn mal wieder ein Monat ohne Runde rumging. Rollenspielen ist ein anderes Erlebnis als das sonstige Leben. Der Unterschied verblasst zwar im Geist während Zeit ohne Spielen — so wie Grau in Grau irgendwann nicht mehr so eintönig wirkt, wenn man nur lange genug keine Farben sieht — aber wann immer ich wieder gespielt habe, merke ich, wie viel meinem Leben ohne Rollenspiel fehlen würde.

Meine subjektiven Erfahrungen nach jetzt 25 Jahren Rollenspielen mit wechselnder Häufigkeit.
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Berta Broken am 25.09.2018 | 00:38
Mhh, ging es mir ähnlich? Keine Ahnung, ich hab nie alles verkauft. Aber ich habe irgendwann beschlossen, nur noch mit ad-hoc-selbstgebauten Regeln zu spielen. Ich wünschte nur, es gäbe mehr Regelunabhängige Settingbände mit Regelvorschlägen in "Pseudo-Code"-Form :D

Für mich aber definitiv auch eine Art befreiender Minimalismus, zumindest solange, bis ich merke, dass eine meiner kurzfristig ausgefuchsten Spielmechaniken in der Praxis den Spielabend versaut. Kommt so jede 4. Runde mal vor, meine Spieler haben Nachsicht. :D
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Lord Verminaard am 25.09.2018 | 07:54
Aber ich merke immer, wie mir das Spielen fehlt, wenn mal wieder ein Monat ohne Runde rumging. Rollenspielen ist ein anderes Erlebnis als das sonstige Leben. Der Unterschied verblasst zwar im Geist während Zeit ohne Spielen — so wie Grau in Grau irgendwann nicht mehr so eintönig wirkt, wenn man nur lange genug keine Farben sieht — aber wann immer ich wieder gespielt habe, merke ich, wie viel meinem Leben ohne Rollenspiel fehlen würde.

Das hast du schön gesagt. :)
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Noir am 25.09.2018 | 08:18
Etwas Off-Topic, deshalb setz ichs mal in Spoiler:

@felixs:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: KhornedBeef am 25.09.2018 | 08:23
Etwas Off-Topic, deshalb setz ichs mal in Spoiler:

@felixs:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Vermutung: Zum Tabletop fährt man oft woanders hin.
Tatsächlich ist das ja aber vom Aufbau und Gedöns her ein Prima zuhause-Hobby...wenn man ungenutzte und haustier-/kindersichere 20 m² hat ;)
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: sangeet am 25.09.2018 | 09:15
Mein Minimalismus Ansatz ist das ich zu Regel leichten RPG tendiere. Ich sammel auch nicht mehr wahllos. Eine Zeitlang hatte ich Horror RPG gesammelt, als die Sparte noch klein war, da diese schnell gewachsen ist, hatte ich damit aufgehört. Ich habe Warhammer 3rd komplett und Earthdawn bis zur dritten Edition vollständig. Ich werde mich auch von Earthdawn trennen und nur noch Age of Legend verwenden. Mein letzter Versuch mit der normalen Edition war mir ein Augen öffner.

Ich bin durchaus offen für neue elegante Systeme, aber es darf auch kein Selbstzweck mehr sein.
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Bildpunkt am 10.10.2018 | 21:58
Hey Tarin, danke Dir für diesen Faden, es war ein guter Anstoß mein RPG Zeugs zu entschlacken - ich haben mittlerweile einen ganzen Regalmeter abgenommen (bekommen) und meinen Bestand um ca 1/4 reduziert  :D
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: felixs am 10.10.2018 | 22:35
Etwas Off-Topic, deshalb setz ichs mal in Spoiler:

@felixs:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Ich glaube, da hat sich ein Mißverständnis eingeschlichen.
Der Vorteil von Brettspielen gegenüber Rollenspielen ist der, dass es dafür viele (mehr) pontentielle MItspieler gibt. Diesen Vorteil hat Tabletop nicht, denn da gibt es auch nicht so viele Spieler.
Es gibt viele Brettspiele, die gut zu zweit spielbar sind. Das macht Brettspielen auch zu einer guten Pärchen-Beschäftigung. Theoretisch wäre Tabletop das auch. Praktisch scheitert das meist daran, dass einer von beiden nicht möchte. Jedenfalls ist es sehr viel leichter, Leute für Brettspiele zu begeistern, als für Tabletop.
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Sphinx am 11.10.2018 | 09:18
Ich finde Rollenspiel zu zweit immer etwas strange. Irgendwie mag ich es mehr Publikum zu haben. Gut das ist natürlich nur mein Persönliches empfinden.
Ansonsten finde ich es ähnlich schwer Menschen für Brettspiel zu interessieren wie für Rollenspiel. Ich bin immer Fasziniert wie wenige Erwachsene, selbst wenn sie Kinder haben, Spiele spielen.
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: snoopie am 11.10.2018 | 20:37
Hey Tarin, danke Dir für diesen Faden, es war ein guter Anstoß mein RPG Zeugs zu entschlacken - ich haben mittlerweile einen ganzen Regalmeter abgenommen (bekommen) und meinen Bestand um ca 1/4 reduziert  :D

Jetzt ist natürlich spannend, von welchen Produkten du dich getrennt hast.
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: AlucartDante am 11.10.2018 | 21:23
Früher wollte ich möglichst viel spielen und alles haben, alles kennenlernen. Vielleicht hat das Lesen auch manchmal das wenige Spielen kompensiert.

Ein paar Sachen hatte ich vor ein paar Jahren mal aussortiert. Nächstes Jahr möchte ich nochmal 2/3 meines Rollenspielkrams aussortieren. Gerne auch sonstige Bücher. Weniger zu haben finde ich doch befreiend. Wenn ich Zeit hätte, würde ich glaube ich auch eher mal in die Comics reingucken, als in alten Rollenspielkram. Heute reichen mir Grundregelwerke auch völlig. Habe auch schon länger kein Geld mehr ausgegeben.

Die Sachen digital zu haben finde ich super, dann habe ich keine Angst, was wegzugeben, was man nie wieder findet.

Es fällt mir aber auch tatsächlich sehr schwer die Dinge auszusortieren. Woran liegt das eigentlich?

Umgekehrt finde ich es schade, meine Tabletopsachen nicht mehr zu haben und ärgere mich die mal ausgemistet zu haben.
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: schneeland am 11.10.2018 | 21:48
@AlucartDante:
Ich kann das gut nachvollziehen - ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass die Lust auf neue Systeme irgendwie umgekehrt proportional zur tatsächliche Spielhäufigkeit ist.

Ich rate allerdings ein Stück weit dazu, zweimal darüber nachzudenken, was man verkauft. PDFs machen in der Tat vieles besser, aber im schlechtesten Fall verkauft man Dinge, an denen so viel Nostalgie hängt, dass man sie später wieder (zu Sammlerpreisen und teilweise in schlechterem Zustand als man sie zuvor im Regal stehen hatte) zurückkauft . Wobei ich es fair finde zu sagen: ich gönne mir zwei oder drei solcher Systeme, aber nicht mehr.
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: schneeland am 8.06.2019 | 20:45
Ich re-animiere das hier mal, nachdem passenderweise sogar ich selbst den letzten Beitrag geschrieben habe.

Dank etwas Freizeit leider ich gerade unter einer leichten Rollenspiel-Regal-Depression und stelle fest, dass das Ding eigentlich viel zu voll ist. Jetzt scheint mir die Strategie des Ausgangsbeitrages alles zu verkaufen und ggf. sogar zu entsorgen sehr radikal, daher mal die Frage in die Runde, speziell an diejenigen, die ihre Sammlung irgendwann mal deutlich verkleinert haben: wie seid Ihr an die Sache rangegangen? Einfach nach Bauchgefühl oder lieber alles nochmal gelesen, vielleicht sogar auf dem eigenen Blog o.ä. rezensiert, und dann entschieden? Habt Ihr PDFs zu den verkauften Büchern behalten und wenn ja, wie seid Ihr mit Büchern umgegangen, zu denen es keine PDFs gibt bzw. nicht mehr gibt? (z.B. deutsches Übersetzungen aus der Prä-PDF-Ära)
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Megavolt am 8.06.2019 | 21:18
Dank etwas Freizeit leider ich gerade unter einer leichten Rollenspiel-Regal-Depression und stelle fest, dass das Ding eigentlich viel zu voll ist.

Kein Defätismus jetzt, wo Uhrwerk wankt! Es wird gekauft, gekauft, gekauft!  ~;D
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Megavolt am 8.06.2019 | 21:21
Nachtrag, weil ich es jetzt erst sehe:

dass das Ding eigentlich viel zu voll ist.

DAS Ding? Singular? Finde den Fehler!  ~;D
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: snoopie am 8.06.2019 | 21:26
Ich re-animiere das hier mal, nachdem passenderweise sogar ich selbst den letzten Beitrag geschrieben habe.

Dank etwas Freizeit leider ich gerade unter einer leichten Rollenspiel-Regal-Depression und stelle fest, dass das Ding eigentlich viel zu voll ist. Jetzt scheint mir die Strategie des Ausgangsbeitrages alles zu verkaufen und ggf. sogar zu entsorgen sehr radikal, daher mal die Frage in die Runde, speziell an diejenigen, die ihre Sammlung irgendwann mal deutlich verkleinert haben: wie seid Ihr an die Sache rangegangen? Einfach nach Bauchgefühl oder lieber alles nochmal gelesen, vielleicht sogar auf dem eigenen Blog o.ä. rezensiert, und dann entschieden? Habt Ihr PDFs zu den verkauften Büchern behalten und wenn ja, wie seid Ihr mit Büchern umgegangen, zu denen es keine PDFs gibt bzw. nicht mehr gibt? (z.B. deutsches Übersetzungen aus der Prä-PDF-Ära)

Im ersten Schritt würde ich Ursachenanalyse betreiben, wieso es überhaupt zu diesem katastrophalen Status Quo kommen konnte. Woher das unkontrollierte, maßlose Konsumverhalten, durch das man viel Geld in Sand gesetzt hat und vor einer prallen Bücherwand ohne Mehrwert steht.
Solange die privaten Gründe des Kaufrausches (die übrigens niemand hier etwas im Forum angehen) nicht hinreichend eruiert sind, wird sich auch bei Entsorgung/Verkauf der Massenware irgendwann wieder der Kaufrausch einschleichen und das Problem tritt erneut auf.
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Undwiederda am 8.06.2019 | 22:57
Rollenspiel PDFs sind bei mir wie bei anderen Steam-Spiele. Ich besitze sie aber ich spiele sie nicht
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: schneeland am 8.06.2019 | 23:28
PDFs belasten mich auch nicht wirklich (da stören mich ungespielte Steam-Spiele fast noch mehr), es geht mir vor allem um Druckerzeugnisse im Schrank/Regal. Ausführlichere Gedanken dazu und zu den anderen Wortmeldungen morgen, wenn ich wieder am Rechner bin.
Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: Bildpunkt am 8.06.2019 | 23:36
Ich hab meine Sammlung verkleinert indem ich Innenschau betrieben habe. Was macht mir warum Spaß, welche Randbedingungen gibt es noch, das waren dann die harten Kriterien nachdem ich ausortiert habe.

Sozialisation/alte Freunde/Vertrautheit:
DnD

welches Genre mag ich am liebsten: Fantasy aber eher low magic.

was wollen die Leute spielen mit denen ich spiele: DnD, Dungeon World

welche aktuelle Randbedingung gibt es: Zeitmangel --> PbtA / Dungeon World

was mag ich noch: tolle Illus.

Von dem neuen Zeugs blieb nach Sammelverkleinerung 2018 uebrig: DnD (aber Ravnica u Ebberon nicht gekauft wg falschen Genre); Symbaroum; PtbA Zeugs.; Beyond the Wall

Wegen Illus/Gesamtaufmachung auch noch im Regal als Sammlerstuecke geblieben : das neue Runequest sowie VtM 5th Ed.; Forbidden Lands

Raus flogen TOR; DSA 5 sowie Splimo und andere Einzelstuecke.

Sachen wie Shadowrun, Warhammer; SciFi; Cuthulu; Steampunk zeugs kaufe ich entsprechend nicht

Was auch geholfen hat war ne Regalbretteranzahlbegrenzung sowie Personen wo man weiß die freuen sich ueber das oder jenes Buch....



Titel: Re: Rollenspielminimalismusgedanken
Beitrag von: schneeland am 10.06.2019 | 22:01
Im ersten Schritt würde ich Ursachenanalyse betreiben, wieso es überhaupt zu diesem katastrophalen Status Quo kommen konnte. Woher das unkontrollierte, maßlose Konsumverhalten, durch das man viel Geld in Sand gesetzt hat und vor einer prallen Bücherwand ohne Mehrwert steht.

Ich glaube, mit der Ursachenforschung schon einen halbwegs soliden Stand erreicht zu haben, habe aber Deinen Beitrag nochmal zum Anlass genommen zu hinterfragen, ob das wirklich vollständig und hinreichend tiefgehend war. Ich werde das jetzt in der Tat hier nicht breit ausrollen - was man, glaube ich, für die Allgemeinheit festhalten kann, ist:
1) Wie schon vor ein paar Seiten von einem anderen Nutzer geschrieben: der Kauf von Rollenspielen kann eine Kompensationshandlung für mangelndes Spielen sein - genau so wie eine Tafel Schokolade, die statt einer richtigen Mahlzeit verzehrt wird, kurz und heftig den Blutzuckerspiegel erst hochschnellen, dann aber ebenso schnell wieder absinken lässt, verhält es sich auch hier, und die einzige Lösung ist: wieder mehr spielen, selbst wenn man sich die Zeit sehr mühselig erkämpfen muss.
2) Auch wenn man grundsätzlich Interesse am Design von Rollenspielen hat, ist Referenzmaterial im Schrank nur die halbe Miete.

@Pixellance:
Bis auf Details sind wir uns da, glaube ich, sehr ähnlich. Was ich festgestellt habe: die Limitierung muss (für mich) klein genug sein - ein 4x4-Expedit ist (wieder für mich) schon zu groß. "Nachteil" in meinem Fall: ich mag Shadowrun und Warhammer, und ein bisschen sogar Cthulhu. Ich muss mal schauen, ob ich es schaffe, das auf die Hälfte einzudampfen. Vielleicht gibt es auch erstmal ein paar Türeinsätze für's Regal (nach dem Motto "aus den Augen, aus dem Sinn").

Ich stelle zudem ebenfalls fest: wenn es ums Spielen geht, gewinnt im Moment PbtA. Nicht in jeder Hinsicht perfekt, aber zwei ordentlich laufende Runden (Dungeon World + Der Sprawl) sprechen dafür, dass das System im Moment einen Nerv trifft. Die beiden Systeme bleiben also auf jeden Fall im Regal und Mythos World, von System Matters, ist das einzige System, von dem ich im Moment relativ sicher sagen kann, dass ich es noch versuchen möchte.