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Pen & Paper - Spielsysteme => Cthulhu RPGs => Thema gestartet von: Der Läuterer am 4.10.2018 | 23:50
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Als ich 1984 mit Cthulhu begann, habe ich zuvor AD&D-artige Systeme bespielt.
Und so haben wir es dann auch mit CoC gehalten. Immer Plan A. Immer drauf. Und immer grössere Kaliber.
Das war damals, aus meiner heutigen Sicht, grosser Mist. Wir kannten es nicht anders.
Da hätten wir auch gleich mit nem Paladin und nem Wizard gegen Shoggoths kämpfen können.
Aber damals fanden wir das mega cool.
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Alles hat seine Zeit ! ~;D
Wobei ich meine, dass „immer grössere Kaliber“ mit Pulp noch nicht so viel zu tun haben.
Action, bzw Dynamik, ist bestimmt ein Hauptbestandteil von Pulp-Abenteuern, aber da müssen noch andere Zutaten rein, um den Actionbrei zum Pulpgenuss werden zu lassen. Welche? Tja. Habe noch keine allgemeine Definition von Pulp im Zusammenhang mit Rollenspiel gefunden. Irgend eine Art von Humor gehört für mich wohl auch dazu.
Und Pulp-Cthulhu? Wie gehen Grauen und Pulp zusammen? Keine Ahnung, aber in zwei Wochen haben wir eine Runde Pulp-Cthulhu geplant, bin sehr gespannt was dabei herauskommt.
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Etwas Action ist das Salz in der Suppe. Das möchte ich auch nicht missen.
Doch Pulp-Cthulhu?
Man spielt 'Queen of the Spiders' ja auch nicht mit nem Bibliothekar und nem Arzt durch; wobei der Arzt kurzfristig nützlich sein könnte - überaus kurzfristig.
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Was ich bisher so gehört und gelesen habe, ist Pulp-Cthulhu eher die Spielrichtung in Amiland. Habe es selbst aber noch nicht erlebt.
Und warum auch nicht - mit entsprechender Bewaffnung einfach mal auf ein paar Monster losgehen macht auch mal Laune.
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Habe noch keine allgemeine Definition von Pulp im Zusammenhang mit Rollenspiel gefunden.
Liegt vielleicht daran, dass Rollenspiel in DnD mit einer großen Portion an Sword & Sorcery / Mittelalter Pulp begann. ;-)
Für mich sind die wichtigsten Kennzeichen für Pulp halt klare Ausgangslage und Konfliktlinien, das die Gegner immer moralisch 'böse' sind, selbst wenn der/die Protagonist(en) evtl. nach eigenen Regeln lebt (z.B. im Noir) oder von Egoismus getrieben wird (z.B. viele fast alle Conan Geschichten). Dabei auch immer den kleinsten gemeinsamen Nenner (z.B. stereotype Charaktere) und die niederen Instinkte (die für den Leser dann aber wieder durch das Moralsystem abgefedert wird) im Blick behalten.
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Es geht mir nicht darum, dass Cthulhu keinen Spass machen soll/darf. Oder dass man jedwede Action oder Ballerei streichen sollte.
Vielmehr geht es mir um das Feeling des Settings an sich.
Cthulhu kam als RPG nach D&D. Und hat sich von dessen Hack & Slash anstecken lassen; natürlich auch um Spieler = Kunden zu gewinnen, die nichts anderes kannten.
Kaum ein Szenario von Chaosium damals - und zumeist auch heute noch - das keinen Dungeon Crawl enthielt.
Die Bezeichnung 'Monster of the Week' kommt ja nicht von ungefähr.
Aber müsste es nicht eher 'Monster for the Weak' heissen?
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Liegt vielleicht daran, dass Rollenspiel in DnD mit einer großen Portion an Sword & Sorcery / Mittelalter Pulp begann. ;-)
Für mich sind die wichtigsten Kennzeichen für Pulp halt klare Ausgangslage und Konfliktlinien, das die Gegner immer moralisch 'böse' sind, selbst wenn der/die Protagonist(en) evtl. nach eigenen Regeln lebt (z.B. im Noir) oder von Egoismus getrieben wird (z.B. viele fast alle Conan Geschichten). Dabei auch immer den kleinsten gemeinsamen Nenner (z.B. stereotype Charaktere) und die niederen Instinkte (die für den Leser dann aber wieder durch das Moralsystem abgefedert wird) im Blick behalten.
Gute Kennzeichen, finde ich. Rambo in Afghanistan (keine Ahnung, der wievielte Teil das war) erfüllt ja zB diese Kennzeichen; ist das damit ein Pulp-Streifen? Und wo ist dann die Schnittmenge zB zu Indiana Jones? Also irgendwas fehlt noch, jedenfalls gefühlt.
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Es geht mir nicht darum, dass Cthulhu keinen Spass machen soll/darf. Oder dass man jedwede Action oder Ballerei streichen sollte.
Vielmehr geht es mir um das Feeling des Settings an sich.
Cthulhu kam als RPG nach D&D. Und hat sich von dessen Hack & Slash anstecken lassen; natürlich auch um Spieler = Kunden zu gewinnen, die nichts anderes kannten.
Kaum ein Szenario von Chaosium damals - und zumeist auch heute noch - das keinen Dungeon Crawl enthielt.
Die Bezeichnung 'Monster of the Week' kommt ja nicht von ungefähr.
Aber müsste es nicht eher 'Monster for the Weak' heissen?
Einen Austausch über feelings finde ich ziemlich schwierig, weil die Gefühle ja doch sehr subjektiv sind.
Wahrscheinlich habe ich auch noch nicht erfasst, worum es Dir geht. Möchtest Du auf eine Unvereinbarkeit zwischen überlebensgroßen Pulp-Helden und der Hilflosigkeit von Mythos-Investigatoren hinaus?
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Cthulhu und Pulp gehen schon. Ich verweise da gerne noch mal auf "The Two-Headed Serpent", was mir wirklich gut gefallen hat.
Es geht ja nicht nur um das "Wegmoschen" der Gegner, das ist nur eine Möglichkeit von vielen. Aber wenn ich auf einmal dann mit Mi-Go-Technologie hantiere, wilde Verfolgungsfahrten durch eine größere Stadt veranstalte, etc., dann ist das eben "mehr" als puristisches Cthulhu, dass für mich einen viel größeren investigativen Charakter hat. Kurz: Pulp heisst halt Action...und manchmal auch unglaubliche Action.
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Die einzige Geschichte von Lovecraft, die ich kenne und welche ich nach heutiger Definition als pulpig bezeichnen würde, ist THE DUNWICH HORROR.
Dort geht es wirklich zu wie in den Cthulhu CoC Szenarien.
Aber was ist mit den vielen anderen Geschichten?
Da gibt es keine Kämpfe, ausser in den Köpfen der Protagonisten, die ihre Wahrnehmung hinterfragen und um ihren Verstand ringen.
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Die einzige Geschichte von Lovecraft, die ich kenne und welche ich nach heutiger Definition als pulpig bezeichnen würde, ist THE DUNWICH HORROR.
Was ist denn die heutige Definition von Pulp? Und wo hast du sie her?
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Cthulhu und Pulp gehen schon. Ich verweise da gerne noch mal auf "The Two-Headed Serpent", was mir wirklich gut gefallen hat.
Es geht ja nicht nur um das "Wegmoschen" der Gegner, das ist nur eine Möglichkeit von vielen. Aber wenn ich auf einmal dann mit Mi-Go-Technologie hantiere, wilde Verfolgungsfahrten durch eine größere Stadt veranstalte, etc., dann ist das eben "mehr" als puristisches Cthulhu, dass für mich einen viel größeren investigativen Charakter hat. Kurz: Pulp heisst halt Action...und manchmal auch unglaubliche Action.
Ja, die Kampagne liest sich klasse! Hast du sie gespielt oder geleitet?
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Achtung! Cthulhu operiert ja zu großen Teilen mit Pulp-Ästhetik (inklusive Ausreißern ins Ernsthafte), das ist also nach wie vor aktuell.
Dass man, wenn man den WW2 Rückblende des Hellboy Films nachspielt, den Mythos nicht so behandeln kann wie in einem "typischen" Ermittlungsabenteuer, ist natürlich unvermeidbar. Finde ich auch nicht verkehrt, weil solche Kontraste belebend für die Szene sind.
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Achtung! Cthulhu operiert ja zu großen Teilen mit Pulp-Ästhetik (inklusive Ausreißern ins Ernsthafte), das ist also nach wie vor aktuell.
Dass man, wenn man den WW2 Rückblende des Hellboy Films nachspielt, den Mythos nicht so behandeln kann wie in einem "typischen" Ermittlungsabenteuer, ist natürlich unvermeidbar. Finde ich auch nicht verkehrt, weil solche Kontraste belebend für die Szene sind.
Kann ich so unterschreiben. Aber auch hier: was ist denn genau Pulp-Ästhetik?
Abstrakt beschrieben, meine ich, nicht exemplarisch am Einzelfallbeispiel dargestellt.
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Es gab mal ein Pulp-Cthulhu von Pegasus:
"Der Hexer von Salem"-Abenteuer in der Welt des Robert Craven. Dieses Cthulhu basierte auf den Groschenromanen und später Sammelbänden deren Autor Wolfgang Holbein ist.
Das Buch war nicht nur ein eigenes Cthulhu-Setting, sondern es war mit Zauber und Monster vollständig alleine spielbar.
Das war sehr launig.
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Kann ich so unterschreiben. Aber auch hier: was ist denn genau Pulp-Ästhetik?
Abstrakt beschrieben, meine ich, nicht exemplarisch am Einzelfallbeispiel dargestellt.
Die Helden sind gut, die Bösen sind böse. Kein langatmiges Etablieren mit zig Details, sondern Tempo und direkt Konflikt. Handlanger und Schergen sind i.d.R. keine Gefahr, halten die Helden aber auf. Showdown gerne vor dramatischer Kulisse. Nur mal so als ein paar Anreißer. Pulp ist sehr vielfältig und auch nicht wirklich ein eigenes Genre im klassischen Sinn, aber man kann viele gemeinsame Merkmale aufzählen.
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Ja, die Kampagne liest sich klasse! Hast du sie gespielt oder geleitet?
Nur gelesen. Aber die Autoren haben Anmerkungen drin, wie ihre Testgruppen so vorgegangen sind. :)
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Auch ich habe schon in den 80er Jahren mit Cthulhu, damals noch von Hobby Products, begonnen.
Als SL habe ich wohl öfter pulpig geleitet, ohne den Begriff Pulp überhaupt zu verwenden.
Ich sagte meinen Spielern, sie dürfen sich die Attribute so hoch wählen wie sie möchten und
so viele %Punkte für Fertigkeiten verwenden, wie sie es mit gesundem Menschenverstand für
ihren Charakter verantworten können. Übertrieben hat da nicht wirklich jemand. Die Figuren
hatten aber viel drauf und konnten es auch gut. Die Lebenspunkte der Charaktere wurden
nicht verändert, daher waren sie immer noch recht anfällig. Aber als SL hat man ja die Macht
über seine Würfel und daher war die Sterblichkeit unter den Charakteren nicht besonders hoch. ;)
Diese Art zu spielen ist recht gut angekommen. Auf Cons bin ich jedoch ab und zu auf Puristen
getroffen, die das nicht wollten. Bei den Abenteuern waren hin und wieder schräge Mischungen
aus puristischen und frei gebauten Figuren am Tisch. Später ging ich dann dazu über vorgefertigte
Figuren anzubieten, natürlich frei gebaut.
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Ich komme eigentlich aus der Puristen-Ecke, weil wir es als Gegensatz zu D&D/Shadowrun gespielt haben.
Es ging halt um "übernatürliche Detektivgeschichten". Was wir ein wenig vernachlässigt haben, war ein konsequentes Absinken in den Wahnsinn.
War wohl ein wenig "Bookhounds of London" und "Hudson and Brand", um mal neuere Cthulhu-Produkte zu nennen.
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Es gab mal ein Pulp-Cthulhu von Pegasus:
Korrekterweise gibt es ein Pulp-Cthulhu (https://www.pegasus.de/detailansicht/40055g-cthulhu-pulp-cthulhu-hardcover-limitierte-ausgabe/) als normales Regelwerk (ziemlich aktuell) und das alte Hexer von Salem (https://www.amazon.de/Cthulhu-Hexer-Salem-Heiko-Gill/dp/3937826416) welches auf den Hohlbein-Büchern beruht. Letzteres hatte ich bisher noch nicht in der Hand. Ersteres spielt im "normalen" Cthulhu-Universum.
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Korrekterweise gibt es ein Pulp-Cthulhu (https://www.pegasus.de/detailansicht/40055g-cthulhu-pulp-cthulhu-hardcover-limitierte-ausgabe/) als normales Regelwerk (ziemlich aktuell) und das alte Hexer von Salem (https://www.amazon.de/Cthulhu-Hexer-Salem-Heiko-Gill/dp/3937826416) welches auf den Hohlbein-Büchern beruht. Letzteres hatte ich bisher noch nicht in der Hand. Ersteres spielt im "normalen" Cthulhu-Universum.
Ach ja, das neue Pulp-Cthulhu hatte ich noch gar nicht auf meinem Schirm.
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Wahrscheinlich habe ich auch noch nicht erfasst, worum es Dir geht.
Es geht mir tatsächlich um zwei Dinge.
Zum einen find ich es schade, dass es kaum Szenarien gibt, die nicht in einem finalen Konflikt münden.
Zum anderen wollte ich mal wieder eine Cthulhu Diskussion anstossen... Mit einem Thema, das mich gerade beschäftigt.
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Ich habe nie verstanden, warum man bei Cthulhu unterscheiden soll zwischen atmosphärischen Ermittlungen und Action-Spiel. Für mich geht beides Hand in Hand.
Es gibt todlangweilige deutsche Ermittlungsabenteuer und völlig banale Chaosium-Abenteuer, aus beiden Ländern gibt es aber auch wahre Perlen.
Und wozu soll man sogenannte Pulp-Veröffentlichungen mit Gut-Böse-Konflikten, Stereotypen und erzwungenen hollywoodartigen Action-Klamauk-Szenen abfeiern? ::)
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Was ist denn die heutige Definition von Pulp? Und wo hast du sie her?
Kurz: Pulp heisst halt Action...und manchmal auch unglaubliche Action.
So würde ich das auch definieren.
Ursprünglich wurde mit Pulp ja nur die schlechte Papierqualität der 'Schund-Literatur der Groschen-Heftchen' bezeichnet, unabhängig vom Genre.
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Und wozu soll man sogenannte Pulp-Veröffentlichungen mit Gut-Böse-Konflikten, Stereotypen und erzwungenen hollywoodartigen Action-Klamauk-Szenen abfeiern? ::)
Weil Sie auch extrem Spaß machen können zu spielen.
Cthulhu ist halt werde ausschließlich klassische "deutsche" Ermittlungsarbeit noch pulpige "amerikanische" Action sondern kann sowohl das eine als auch das andere sein.
Oder auch beides in einem Abenteuer - je nachdem, wo die Gruppe gerade drauf Lust hat.
Bezüglich der Abenteuer gebe ich dir recht. Es gibt sowohl gute und stimmungsvolle als auch schlechte und öde Abenteuer in beiden lagern.
Die größte Problematik die ich sehe ist die, dass man das passende Abenteuer zur Stimmung der Gruppe haben sollte (oder gut anpassen/improvisieren können sollte).
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Ich habe nie verstanden, warum man bei Cthulhu unterscheiden soll zwischen atmosphärischen Ermittlungen und Action-Spiel. Für mich geht beides Hand in Hand.
Absolut.
Beides hat ja auch seine Berechtigung, es gibt jedoch Spieler, die mehr zur einen oder zur anderen Seite tendieren.
Es gibt solche wie mich, die eher von der Literatur-Seite auf Cthulhu als Rollenspiel aufmerksam wurden und andere, die nach anfänglichen AD&D Erfahrungen (jetzt stark vereinfacht) auch mal die Köpfe von Mythos-Kreaturen einschlagen wollten.
Im besten Fall sind die Chars dann eine Indiana-Sherlock Mischung.
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Die Helden sind gut, die Bösen sind böse. Kein langatmiges Etablieren mit zig Details, sondern Tempo und direkt Konflikt. Handlanger und Schergen sind i.d.R. keine Gefahr, halten die Helden aber auf. Showdown gerne vor dramatischer Kulisse. Nur mal so als ein paar Anreißer. Pulp ist sehr vielfältig und auch nicht wirklich ein eigenes Genre im klassischen Sinn, aber man kann viele gemeinsame Merkmale aufzählen.
Schöne Definition.
Die Helden sind gut, die Bösen sind böse...
... mit der Einschränkung, dass sich beide in der Wahl ihrer Mittel nicht unterscheiden.
Ich würde das Setting allerdings noch auf die 20er und 30er Jahre eingrenzen.
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Zwischen atmosphärischen Ermittlungen und Action-Spiel sehe ich auch gar keinen Widerspruch.
Ich denke allerdings, dass Pulp nicht bedeutungsgleich mit Action ist. Eine puristische Cthulhu-Ermittlung wird ja nicht dadurch zum Pulp-Abenteuer, dass man ein paar TommyGuns in die Szene wirft. „Unglaubliche“ Action als Umschreibung für Pulp trifft es schon eher, wenn das auch immer noch begrifflich schwammig ist. Zu Pulp-Action-Helden, die proaktiv „unglaubliche“ Action erleben sollen, gehört dann eben auch ein gerüttelt Maß an Unkaputtbarkeit.
Eine Herausforderung bei Pulp-Cthulhu besteht dann, finde ich, darin, die Unkaputtbarkeit von Pulp-Helden und den Horror bzw. wenigstens der Grusel des Mythos zusammen treffen zu lassen, denn Macht- und Hilflosigkeit als Quelle für Horror/Grusel scheiden für Pulp-Helden wohl aus.
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Es gibt wenige Szenarien die auf Action-geladene Plots oder Showdowns verzichten.
Besonders gelungen sind m.M.n. ...
THE LAKE OF MIST
THE BOSWORTH HOUSE
NIGHT FLOORS
THE NON-EUCLIDEAN GATE
Aber auch...
THE BLACK DROP
THE BOOK
WHAT GOES AROUND, COMES AROUND
CONSUMPTION
THE MAZE OF MADNESS
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Die Helden sind gut, die Bösen sind böse. Kein langatmiges Etablieren mit zig Details, sondern Tempo und direkt Konflikt. Handlanger und Schergen sind i.d.R. keine Gefahr, halten die Helden aber auf. Showdown gerne vor dramatischer Kulisse. Nur mal so als ein paar Anreißer. Pulp ist sehr vielfältig und auch nicht wirklich ein eigenes Genre im klassischen Sinn, aber man kann viele gemeinsame Merkmale aufzählen.
Pulp ist kein eigenes Genre, das sehe ich genauso, eher eine ganz bestimmte Art, Geschichten aus unterschiedlichsten Genres zu präsentieren. Vielleicht bekommt man den Begriff deshalb so schwierig zu fassen.
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Ich habe nie verstanden, warum man bei Cthulhu unterscheiden soll zwischen atmosphärischen Ermittlungen und Action-Spiel. Für mich geht beides Hand in Hand.
Es gibt todlangweilige deutsche Ermittlungsabenteuer und völlig banale Chaosium-Abenteuer, aus beiden Ländern gibt es aber auch wahre Perlen.
Und wozu soll man sogenannte Pulp-Veröffentlichungen mit Gut-Böse-Konflikten, Stereotypen und erzwungenen hollywoodartigen Action-Klamauk-Szenen abfeiern? ::)
Schau mal, wir sind hier in Deutschland. Das bedeutet zwangsläufig, daß wir analog zur Literatur und sonstigen Kunst natürlich auch zwischen Hoch- und Trivialrollenspiel unterscheiden müssen -- was sollen denn sonst die ganz furchtbar wichtigen Leute mit den Denkerstirnen und tadelnden Blicken von uns denken?
~;D
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Schau mal, wir sind hier in Deutschland. Das bedeutet zwangsläufig, daß wir analog zur Literatur und sonstigen Kunst natürlich auch zwischen Hoch- und Trivialrollenspiel unterscheiden müssen -- was sollen denn sonst die ganz furchtbar wichtigen Leute mit den Denkerstirnen und tadelnden Blicken von uns denken?
Der Sarkasmus kommt gerade etwas unerwartet. Wieso verschiebt sich die Diskussion jetzt?
Ich habe übrigens gerade in den Spiegel geschaut. Meine Falten sind nur altersbedingt.
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Eine Herausforderung bei Pulp-Cthulhu besteht dann, finde ich, darin, die Unkaputtbarkeit von Pulp-Helden und den Horror bzw. wenigstens der Grusel des Mythos zusammen treffen zu lassen, denn Macht- und Hilflosigkeit als Quelle für Horror/Grusel scheiden für Pulp-Helden wohl aus.
Oh, ich denke, das müßte bei entsprechender Macht und Kompetenz des jeweiligen Horrors schon ganz gut zu machen sein. "Normaler" Horror ist nur halt im Regelfall eher ein Feigling, der sich lieber an ahnungs- und hilflosen Opfern vergreift, statt es auch mal mit echten Gegnern aufzunehmen -- mit sowas kann man einen Pulp-Protagonisten natürlich nicht besonders beeindrucken, da müssen schon größere Kaliber und tiefere Griffe in die Trickkiste her!
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Rambo in Afghanistan (keine Ahnung, der wievielte Teil das war) erfüllt ja zB diese Kennzeichen; ist das damit ein Pulp-Streifen? Und wo ist dann die Schnittmenge zB zu Indiana Jones?
Es war der dritte Teil (der mit dem blauen Licht, das blau leuchtet), und ja, ich würde alle Rambo Filme zu Pulp rechnen. Das umfasst für mich auch den ersten, bei dem ja ursprünglich vorgesehen war, das der Protagonist am Ende stirbt (wurde nach den ersten Testvorführungen geändert). Der Held ist zwar tragisch vorbelastet und gebrochen, aber alle seine Handlungen sind actionbetont und erscheinen als gerechtfertigt, weil die Haupteigenschaft des Sheriff und die meisten anderen Autoritätsfiguren halt Arroganz und Machtgebaren sind.
Die Definition bei Indiana Jones ist vielleicht schwieriger, weil die Filme sich ja gerade als Hommage an jene Filmserien, die ab den 1940ern zusammen mit den Comcis den 'Schund'-Ruf von den Pulps übernommen hatten (und die Grundlage für die typische Fernsehserie bis ca. frühe 2000ern waren), verstehen.
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Es war der dritte Teil (der mit dem blauen Licht, das blau leuchtet), [...]
Korrektur, weil total wichtig und so: das mit dem blauen Licht war der zweite Teil ;)
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Korrektur, weil total wichtig und so: das mit dem blauen Licht war der zweite Teil ;)
Nope, Afghanistan, nicht Vietnam.
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Dammit... stimmt. Ok, ausgenerdet >;D
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Ich komme jetzt ehrlich gesagt ins Schwimmen und auch in Erklärungsnot.
Pulp = Action ABER Action ≠ Pulp
Zumindest für mich. Erklären kann ich das nicht. Es ist mehr ein Gefühl.
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Pulp = Action ABER Action ≠ Pulp
Stimme ich voll zu. Rambo ist für mich kein Pulp (gefühlt) während ich Indiana Jones als Bild gewordenes Pulp verstehe.
Pulp muss halt Action beinhalten. Aber nicht jedes bisschen Action führt gleich zu Pulp.
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Es war der dritte Teil (der mit dem blauen Licht, das blau leuchtet), und ja, ich würde alle Rambo Filme zu Pulp rechnen. Das umfasst für mich auch den ersten, bei dem ja ursprünglich vorgesehen war, das der Protagonist am Ende stirbt (wurde nach den ersten Testvorführungen geändert). Der Held ist zwar tragisch vorbelastet und gebrochen, aber alle seine Handlungen sind actionbetont und erscheinen als gerechtfertigt, weil die Haupteigenschaft des Sheriff und die meisten anderen Autoritätsfiguren halt Arroganz und Machtgebaren sind.
Die Definition bei Indiana Jones ist vielleicht schwieriger, weil die Filme sich ja gerade als Hommage an jene Filmserien, die ab den 1940ern zusammen mit den Comcis den 'Schund'-Ruf von den Pulps übernommen hatten (und die Grundlage für die typische Fernsehserie bis ca. frühe 2000ern waren), verstehen.
Ah, sehr interessant! Den ersten Rambo hätte ich jetzt ausgeklammert, einerseits weil der Held der
Geschichte tragisch belastet ist und andererseits, weil er als Getriebener in die Handlung gezwungen wird. Klar, das kehrt sich dann um, der Gejagte wird zum Jäger und innere Konflikte spielen keine Rolle. Also warum nicht, Rambo ist Pulp. (Komisch, bei den Antihelden hatte ich irgendwie nen blinden Fleck, wenn ich an Pulp dachte. Trotz Conan. wtf?) Demnach wäre dann wohl der größere Teil aller Actionfilme Pulp.
Hast Du zufällig den einen oder anderen Titel aus den 40ern parat, auf die Indy sich bezieht?
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Um mal was regeltechnisches beizutragen (und noch mehr zu verwirren):
Pulp Cthulhu und World War Cthulhu packen einfach noch etwas in die Regeln rein, dass die SC mächtiger macht. Also auch actionbehaftete Szenen entsprechend gestalten können. Sie sind zäher, kämpferisch stärker...und haben im Falle von Pulp Cthulhu noch einen Mechanismus (Name mir gerade entfallen), auch die unglaublichsten Sachen hinzukriegen oder dem Tod von der Schippe zu springen.
Hinzu kommt für mich auch noch die Art der "Action": In World War Cthulhu einen Geheimagenten zu spielen, der hinter den Linien auch gegen den Mythos ankämpft (und kompetent ist), ist noch kein Pulp für mich. Aber wenn ich bei "Two-Headed Serpent" aus dem Flugzeug springe, um fliegende Mythoswesen anzugreifen...dann ist das Pulp.
Das meinte ich mit "unglaublicher" Action. Und Indiana Jones hat ja durchaus ein paar solcher Szenen, die vielleicht dann auch unwillkürlich komisch wirken (was auch der Mimik von Harrison Ford geschuldet ist).
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Ich komme jetzt ehrlich gesagt ins Schwimmen und auch in Erklärungsnot.
Pulp = Action ABER Action ≠ Pulp
Zumindest für mich. Erklären kann ich das nicht. Es ist mehr ein Gefühl.
Ja genau! Und was das Plus ist, das zur Action hinzutreten muss, damit Pulp draus wird, darum gehts mir.
Aus ganz konkretem Anlass übrigens. Ich habe hier regalmeterweise Cthulhu herumstehen und habe überlegt, ob, inwieweit und ggf. wie ich daraus Pulp-Cthulhu-Abenteuer basteln könnte.
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Pulp muss halt Action beinhalten. Aber nicht jedes bisschen Action führt gleich zu Pulp.
Freut mich, dass ich nicht als einziger da in Erklärungsnotstand gerate.
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Um mal was regeltechnisches beizutragen (und noch mehr zu verwirren):
Pulp Cthulhu und World War Cthulhu packen einfach noch etwas in die Regeln rein, dass die SC mächtiger macht. Also auch actionbehaftete Szenen entsprechend gestalten können. Sie sind zäher, kämpferisch stärker...und haben im Falle von Pulp Cthulhu noch einen Mechanismus (Name mir gerade entfallen), auch die unglaublichsten Sachen hinzukriegen oder dem Tod von der Schippe zu springen.
Das ist bei Pulp Cthulhu „Glück“, funtioniert im Prinzip wie die Option im Cthulhu-GRW, nur mit mehr Einsatzmöglichkeiten und schnellerer Regeneration ausgegebener Glückspunkte.
Hinzu kommt für mich auch noch die Art der "Action": In World War Cthulhu einen Geheimagenten zu spielen, der hinter den Linien auch gegen den Mythos ankämpft (und kompetent ist), ist noch kein Pulp für mich. Aber wenn ich bei "Two-Headed Serpent" aus dem Flugzeug springe, um fliegende Mythoswesen anzugreifen...dann ist das Pulp.
Das meinte ich mit "unglaublicher" Action. Und Indiana Jones hat ja durchaus ein paar solcher Szenen, die vielleicht dann auch unwillkürlich komisch wirken (was auch der Mimik von Harrison Ford geschuldet ist).
Dann wäre Rambo für Dich also kein Pulp?
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Nein, Rambo ist für mich kein Pulp.
Der erste Teil schon gar nicht, der zweite auch eher weniger, beim dritten "kratzt" es in ein paar Szenen vielleicht am Pulp...der vierte dann wieder gar nicht mehr.
Mein Gehirn narrt mich da; während Rambo als halbwegs "realistisch" eingeordnet wird, klappt das bei Indiana Jones als Beispiel eben nicht. Das ist so übertrieben (was halt auch als "komisch" interpretiert werden kann), dass es dann eben unter "Pulp" eingeordnet wird.
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Bis zumindest zu einem gewissen Punkt würde ich wohl einfach sagen: 'Pulp = Abenteuer und Abenteurer'. In das eine oder andere Abenteuer einfach nur verwickelt werden, ohne selbst etwas dafür zu können, kann jeder, aber Pulp-Protagonisten sind normalerweise die Art von Leuten, die diese Dinge geradezu anziehen oder sich sogar aus eigener Initiative regelmäßig freiwillig in sie hineinstürzen -- und das macht dann schon einen merkbaren Unterschied.
Ist also Rambo Pulp? Beim Originalfilm kann man da zumindest geteilter Meinung sein -- ein traumatisierter Vietnamveteran, dem seine Umwelt übel mitspielt, bis er zurückschlägt, ist noch nicht unbedingt ein Pulp-Held (obwohl man mit passender Präsentation einen aus ihm machen könnte) --, die späteren Streifen gehen dagegen eventuell schon eher in diese Richtung.
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Als Ergänzung:
Heroes come in all shapes and sizes, all classes and races. The travel the world, battling villains and recovering fabulous treasure, dealing with over-the-top action, harrowing challenges, cliffhanger situations, narrow escapes, and ominous mysteries that are as likely to shed light on centuries of secrets as they are to threaten the safety of the current day.
Aus: Eberron Campaign Setting (das pulpige D&D)
Passt für mich.
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Und was das Plus ist, das zur Action hinzutreten muss, damit Pulp draus wird, darum gehts mir.
Ich versuche das mal zu definieren und einzugrenzen.
Action gepaart mit...
übermenschlichen Fähigkeiten = Char kann Dinge hinbekommen, deren Gelingen absurd ist (dazu gehört m.M.n. auch das MacGyvern)
unglaubliche Nehmerqualitäten = Char ist zäh und steckt Schaden weg, der jeden Normalo in die Leichenhalle befördern würde
Humor = eine gehörige Prise an Selbstironie und schwarzem Humor
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Ich würde sagen, der Humor entsteht aus den ersten beiden bzw. kann dadurch entstehen.
Wenn der SC durch die Flammenhölle gesprintet ist und völlig verkohlt, aber lebend, dann vor der Gruppe steht, passt ein "Du solltest weniger rauchen!" durchaus. ;)
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Da fällt mir noch etwas ein.
Für mich gehören da auch noch die Dinge dazu, die den Naturgesetzen zwar widersprechen, aber im Augenblick des Geschegens unglaublich cool rüberkommen und sich erst beim 2. oder 3. Nachdenken als eigentlich unmöglich entpuppen.
Z.B. ein Messer in ein Schiffssegel stossen und daran das Segel herunterrutschen und es zerschneiden.
Aber nicht ... eine Eisdecke sprengen, um ein Bauwerk unter dem Eis zu zerstören - durch die herabsinkenden Eisschollen !!!
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Hast Du zufällig den einen oder anderen Titel aus den 40ern parat, auf die Indy sich bezieht?
Hier eine auf die schnelle gefundene Liste: http://theraider.net/information/influences/classics.php
Welche Serials genau eine Inspiration waren, kann ich gerade nicht sagen, bin mir aber sicher, darüber noch was bei mir rumfliegen zu haben.
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Ha, klasse, einen Gutteil davon hab ich als Kind gesehen, damals, als die Fernseher noch drei Programme keine Farbe hatten. ^-^ Vielen Dank!
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Wenn ich an Pulp denke, habe ich immer das Intro von Indi I im Hinterkopf.
Die Dschungel/Tempel Szene ist Pulp pur.
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Pulp geht geht ganz einfach: Nazis als Antagonisten einbauen . Fertig.
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Pulp geht geht ganz einfach: Nazis als Antagonisten einbauen . Fertig.
Außer es ist ein nicht-pulpiges Spielsystem in einer nicht-pulpigen Welt. Das ist dann alles andere als pulpig.
Was Du meinst sind "Hollywood-Klischee-Nazis".
Funktioniert mit allem anderen: "Hollywood-Klischees" einbauen ergibt Pulp.
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Ganz so einfach ist es dann zum Glück aber auch nicht.
Sonst wäre DEAD SNOW Pulp.
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Außer es ist ein nicht-pulpiges Spielsystem in einer nicht-pulpigen Welt. Das ist dann alles andere als pulpig.
Was Du meinst sind "Hollywood-Klischee-Nazis".
Funktioniert mit allem anderen: "Hollywood-Klischees" einbauen ergibt Pulp.
Einbau von Nazis als Antagoisten ist zugegeben eine hinreichende aber ggf keine notwendige Bedingung. Aber es ging ja darum bei Cthulhu eine Pulpatmo zu schaffen
Auf RPG bezogen
Nazis mit Cthulhu = Pulp Genre
Nazis ohne Cthulhu aber in Schwarz/weiß= Film Noir Genre
Ohne diese Genrefilter kommt man bei der Verwendung von Nazis mMn schnell in gefährliche Fahrwasser..
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Nazis mit Cthulhu = Pulp Genre
Würde ich aufgrund von World War Cthulhu nicht vollends unterschreiben.
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Einbau von Nazis als Antagoisten ist zugegeben eine hinreichende aber ggf keine notwendige Bedingung. Aber es ging ja darum bei Cthulhu eine Pulpatmo zu schaffen
Auf RPG bezogen
Nazis mit Cthulhu = Pulp Genre
Nazis ohne Cthulhu aber in Schwarz/weiß= Film Noir Genre
~;D Das ist doch Ironie oder sowas, oder?
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~;D Das ist doch Ironie oder sowas, oder?
Manchmal helfen steile Thesen das Feld zu klären
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Ohne diese Genrefilter kommt man bei der Verwendung von Nazis mMn schnell in gefährliche Fahrwasser..
Völlig richtig. Und auch über Pulp-Nazis kann man streiten.
Aber trotzdem stimmt es einfach nicht, dass man nur Nazis hinzufügen muss und schon ist Cthulhu (oder ein anderes Rollenspiel) Pulp.
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Meine erste Idee/Inspiration von Pulp ist direkt der berühmten Filmvorlage entsprungen und leuchtet dick, fett ROT auf beim lesen des Thread-Titels.
pulp fiction („Trivial- oder Schundliteratur“)
1. pulp - a publication, such as a magazine or book, containing lurid subject matter.
2. fiction - a literary work whose content is produced by the imagination and is not necessarily based on fact.
Ansonsten nimmt Pulp für mich eigentlich den Teil aus dem Horror Genre raus....den Horror ausmacht. Macht-/Wehrlosigkeit.
In den Pulp Settings/Szenarien haben die Characktere mehr Kraft, Macht, Schutz und generell mehr Optionen und vorallem weniger Angst in der Konfrontation.
Sprich besseres und/oder Sinnvollere Ausrüstung, Rüstung, Waffen ect.
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Ansonsten nimmt Pulp für mich eigentlich den Teil aus dem Horror Genre raus....den Horror ausmacht. Macht-/Wehrlosigkeit.
In den Pulp Settings/Szenarien haben die Characktere mehr Kraft, Macht, Schutz und generell mehr Optionen und vorallem weniger Angst in der Konfrontation.
Sprich besseres und/oder Sinnvollere Ausrüstung, Rüstung, Waffen ect.
Horror kann man also nur mit Schwächlingen und Weicheiern als Protagonisten haben?
Hm...klingt für mich jetzt nicht gerade nach einem Horror, vor dem man wirklich Angst haben müßte. :ctlu:
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Horror kann man also nur mit Schwächlingen und Weicheiern als Protagonisten haben?
Das sagte er nicht. ;)
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Das sagte er nicht. ;)
Doch, ziemlich genau das sagte er. Lies dir seinen Post noch mal in Ruhe durch.
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Horror kann man also nur mit Schwächlingen und Weicheiern als Protagonisten haben?
Hm...klingt für mich jetzt nicht gerade nach einem Horror, vor dem man wirklich Angst haben müßte. :ctlu:
Nein definitiv. Habe ich auch nicht geschrieben. Jedoch geht soviel Horror weg wenn man mehr Optionen hat. Horror kann man jederzeit und überall haben. Es geht um den Grad der Intensität jedoch vorallem um die Art des Horrors. Wir spielen viel mit Psychological Horror, BodyHorror und starken Emptionalen Aspekten bei den cthuloide Schrecken selten eine Rolle spielen.
Beispiel
Man wird mit einer Pistole bedroht, hat man selbst keine Pistole/andere Waffe oder auch keine Erfahrung damit ist man deutlich mehr eingeschüchtert. Hat man jedoch selbst eine Pistole, kann man zurück Bedrohen, aus der vollständigen Hilfslosigkeit wird. Kann eine Patt Situation werden. Angst, Furcht, Anspannung ect nimmt ab. Ergo=Reduktion der Horror Komponete.
Beispiel in stark überspitzt
Cthuloides Monster taucht vor dem unausgerüsteten, unerfahrenen Bürangestellten auf......pure Panik.
vs
Cthuloides Monster taucht vor dem abgestumpften Kriegsveteranen auf welcher Schutzmontur trägt, eine Machete, eine MG und ne PumpGun sowie nen Gurt voller Granaten.
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Ansonsten nimmt Pulp für mich eigentlich den Teil aus dem Horror Genre raus....den Horror ausmacht. Macht-/Wehrlosigkeit.
Damit gehe ich absolut d'accord.
Wobei Pulp... sich nicht auf Kampfkraft beschränkt.
Pulp ist m.M.n. z.B. Indies Peitschen-Einsatz, oder der Schlauchboot-Sprung aus dem Flugzeug.
Was Pulp Fiction angeht, so ist der Film zwar Action aber kein Pulp. M.M.n. nicht einmal ansatzweise.
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Damit gehe ich absolut d'accord.
Was Pulp Fiction angeht, so ist der Film zwar Action aber kein Pulp. M.M.n. nicht einmal ansatzweise.
;)
Nahm auch nur das Anfangszitat als Beispiel nicht den Film an sich.
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Die Verbindung von Nazis und Pulp-Abenteuergeschichten (gibt ja auch einen Haufen anderer Pulp-Genres) sit eher ex post durch die Indy-Filme.
Hört man beispielsweise die Shadow-Hörspiele aus den 30er Jahren, dann sind da keine Nazis. Bösewichte sind für "fremde Mächte" unterwegs und haben z.T. deutsche, russische oder spanisch-südamerikanische Akzente oder sind eindeutig nicht zuordnebar. Deutsche oder Rollen mit deutschen Akzent sind aber auch häufig (verrückte oder nicht verrückte) geniale Wissenschaftler.
Viele Gegenspieler sind oft amerikanische Heimgewächse wie Gangster, nativistische Superpatrioten auf faschistischen Abwegen (White Legion - eine Anleihe an die tatsächliceh American Legion of America a.k.a. Silver Shirts) und Wahnsinnige (mit und ohne Deckname).
Das erklärt sich einerseits, dass man sich in den 20er nicht sicher war, wer denn nun eigentlich am gefährlichsten ist (Kommunisten, Faschisten, Nazis, Japan, Deutschland, Italien, südamerikanische Diktatoren, das organisierte Verbrechen) und wer ein potentieller Alliierter (bis zum Kriegseintritt gab es breite Bevölkerungsschichten, die einem Krieg gegen Deutschland auf Seiten des UK skeptisch gegenüberstanden). Außerdem war die Zielgruppe der billigen Hefte (und vor allemd er Hörspiele) Leute aus der Arbeiterklasse und Kinder, de vor allem ins wollten: billige Ablenkung durch unterhaltsamesn Lesespaß.
Und keine politische Kommentare.
Erst ab dem Kriegseintritt ist die Sache klar und die Bekämpfung der Nazis natürlich patriotische Ehrensache.
Die Sache mit den okkulten Mächten und den Nazis ist übrigens eine Erfindung der 70er, die dann durch die Indiana Jones so popularisiert wurde, dass manceh Leute das als bare Münze nehmen.
Ich habe in den 90er mal nach HERO eine ca. 5jährige Pul-Kampagne geleitet. Wahr super, aber heute langweiligen mich Nazis als Bösewichter, wenn die als Abziehbilder daherkommen.
Aber damals hat es irre Spaß gemacht.
Bei Pulp sollte man sich immer fragen: Wie geht es noch wilder und größer? Und manchmal muss die Logik mal ne Zigarettenpause machen ... (siehe: Indy und die Huckepackreise auf dem U-Boot um die halbe Welt; das Kriegsplanspielzimmer in Burg Dingsda in Östereich im Jahr 1938).
Und die Politische Korrektheit steht daneben und gibt Feuer (Blondie, die immer nur herumkreischt, Hindus essen Ekelzeuchs und töten im Name Kalis - und Deutsche sind IMMER Nazis), aber immer im Bewusstsein: Wer das ernst nimmt, dem ist nicht zu helfen.
Alles nur ein großer Spaß! Und das ist es dann auch. Ansonsten: FINGER WEG!
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Natürlich gibt's da immer noch die historische Fußnote, daß Lovecrafts Geschichten schon von Anfang an Pulp waren -- sowohl von der literarischen Erscheinungsform her als auch in der reichlichen Verwendung bizarrer fantastischer Elemente, wie man sie grundsätzlich (wenn auch vielleicht nicht gerade in dieser speziellen Form und mit Lovecrafts ganz eigener Schreibe verbunden) zur selben Zeit in ganz ähnlichem Format auch schon anderswo finden konnte. Daß Lovecraft und Robert E. Howard befreundet waren und speziell die Conan-Geschichten über diese Verbindung praktisch direkt zum Mythos-Kanon mit dazugehören, ist auch nicht mehr gerade neu.
Insofern ist für mich "Pulp-Cthulhu" eigentlich immer auch ein bißchen Hoffnung auf die Rückkehr zu diesen Anfängen. ;)