Tanelorn.net

Pen & Paper - Spielsysteme => D&D - Dungeons & Dragons => Thema gestartet von: Bulgador am 15.01.2019 | 11:23

Titel: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Bulgador am 15.01.2019 | 11:23
Zur Zeit mache ich mir immer mal wieder Gedanken über eine eigene Spielwelt. Dazu gehört natürlich auch, wer in dieser Welt lebt, also welche intelligenten Spezies es geben soll. Je mehr ich in dem Zusammenhang an die spielbaren Völker bei D&D denke, desto langweiliger erscheinen mir diese. Es gibt dort:
Viel mehr geben die physischen Beschreibungen nicht her.
Sie mögen verschiedener Herkunft sein, aber heute leben sie alle in derselben Welt.
Eine leichte angeborene magische Gabe ist auch kein großer Unterschied in einer Welt, in der jeder Charakter Magie erlernen kann (und die meisten Klassen dies auch tun).
Der Hauptunterschied scheint in der Kultur zu liegen, aber Kultur und Spezies sind zwei verschiedene Ding.

Insbersondere in Menschen, Elfen und Zwergen sehe ich nur noch eine Überzeichnung der drei männlichen Körperbautypen. Sie begegnen mir täglich in der Stadt:
So ordne ich sie ihren D&D-Entsprechungen zu und bin fassungslos, wie uninspiriert die Völker sind.
Alle so menschenähnlich. Keine Nicht-Affen, keine Nicht-Humanoiden.

Wie ist eure Meinung zu den klassischen Spieler-Völkern? Hui oder Pfui?
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Noir am 15.01.2019 | 11:28
Ich mag die klassischen Völker, weil sie ein gewisses Klischee mitbringen und damit eine gemeinsame Vorstellungsbasis mitbringen. Wenn ich von einer Armee voller grimmiger Zwergenkrieger rede, ploppt bei jedem Zuhörer vermutlich das selbe Bild auf - oder zumindest ein ähnliches. Wenn einem das nicht genug ist, kann man ja noch irgendwas ganz neues dazupacken ... aber extrem viel, würde ich davon nicht in einer Spielwelt haben wollen ... das wird dann einfach too much.
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Bulgador am 15.01.2019 | 11:38
@Data: Aber muss man dazu Zwerge als eigene Spezies definieren? Hättest du die genannten Vorzüge nicht auch bei einem menschlichen Bergbau-Volk, das durch Jahrtausende unter Tage zu kleinem Wuchs neigt und seine Augen an schlechte Lichtverhältnisse angepasst hat?
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Noir am 15.01.2019 | 11:40
Ehrlich gesagt ist sowas für mich eines der "irrationalen No Gos". Ich finde nichts schlimmer, als Elfen, Zwergen, Halblingen und co. andere Namen zu geben (in diesem Fall "Mensch mit anderer Entwicklung) und dann doch trotzdem wieder nur einen Elfen, Zwergen und Halbling zu haben. Ich sehe darin keinen Gewinn. Weder für die Spieler noch für das Setting. Nur wieder einen Punkt mehr, über den man gegebenenfalls stolpern kann und die im Spiel zu Verwirrungen führen können.
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: First Orko am 15.01.2019 | 11:45
Das ist doch ein generelles Problem mit dem Völker-Klischee im Bereich Fantasy/Science Fiction oder? Entweder ist Klischee - dann hat man nen klaren Wiedererkennungswert und kann direkt losspielen, wirkt aber ggf. uninspiriert und langweilig. Oder es sind total abgedrehte Völker (gern im Bereich SciFi), wo keiner ne Ahnung hat wie man das darstellen soll (sei es als Spieler oder SL) oder sich erstmal die ganze Kulturgeschichte reinziehen muss, damit man ne Idee hat, warum die sich so entwickelt haben.
Was mir gemeinhin gut gefällt sind die "Klischees mit nem Twist", wobei mir da gerade kein Beispiel einfällt. Aber ich weiß, dass es sowas gibt ;)
Alternativ halt wie bei Herr der Ringe: Die Meisten sind Menschen aber dann halt aus unterschiedlichen Kulturen. Das ist dann auch oft überzeugender ausgearbeitet und enger mit der Welt verknüpft.
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Feuersänger am 15.01.2019 | 11:45
No na, "fassungslos" -- hau mal nicht so auf den Putz. ;)

Zumal dein Vorwurf ja auch seit vielen Jahren gar nicht stimmt: es gibt zB Dragonborn, Tengu, Aarodingsdas und noch weiss Gott wie viele andere Nicht-Affen. Mal ganz abgesehen von der Möglichkeit, Monster zu spielen.

Von mir aus müsste es aber auch gar keine anderen Rassen geben. Menschen an sich sind schon divers genug. Mit den klassischen EDOs kann ich mich noch arrangieren. Bei den immer abgedrehteren Sonderrassen von Echsen- bis Vogelwesen  bin dann ich es, der gähnend abwinkt.

Wenn ich mir komplette Aliens wie sagen wir mal diverse Wesen aus Mass Effect als Spielerrassen vorstelle, etwa schwebende Quallen oder graue einäugige Dreibeiner, bleibe ich an der Frage hängen: was soll das bringen?

Kannst ja vielleicht mal erzählen, was du dir so wünschen würdest.
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Antariuk am 15.01.2019 | 11:46
Sie mögen verschiedener Herkunft sein, aber heute leben sie alle in derselben Welt.
Eine leichte angeborene magische Gabe ist auch kein großer Unterschied in einer Welt, in der jeder Charakter Magie erlernen kann (und die meisten Klassen dies auch tun).
Der Hauptunterschied scheint in der Kultur zu liegen, aber Kultur und Spezies sind zwei verschiedene Ding.

Darauf läuft es hinaus, und das ist auch letztendlich gewollt. Wir sind als Spieler alle nur Menschen und können letztendlich auch nur aus unserer eigenen menschlichen Perspektive wahrnehmen und beurteilen, egal wie sehr wir uns anstrengen. Indem man D&D Völkern stereotypische Tropen und kulturelle Merkmale zuweist, macht man sie zum einen erfahrbar und zum anderen auch real benutzbar am Spieltisch.

@Data: Aber muss man dazu Zwerge als eigene Spezies definieren? Hättest du die genannten Vorzüge nicht auch bei einem menschlichen Bergbau-Volk, das durch Jahrtausende unter Tage zu kleinem Wuchs neigt und seine Augen an schlechte Lichtverhältnisse angepasst hat?

Kannst du machen, aber dann weichst du das Konzept "Mensch" so sehr auf, dass es letztendlich kaum Sinn ergibt den Begriff Mensch zu behalten wenn es sie in so-und-so-vielen fantasieartigen Abwandlungen gibt. Dadurch, dass Zwerge die Eigenschaften "Klein, Stark, Bergbauer, Schmiede, trinken Bier, hassen Orks" haben, wird dir erlaubt, Menschen (mehr oder weniger) in der uns bekannten Form und als universell zugängliches Volk für Spieler zu behalten.
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: First Orko am 15.01.2019 | 11:49
Wenn ich mir komplette Aliens wie sagen wir mal diverse Wesen aus Mass Effect als Spielerrassen vorstelle, etwa schwebende Quallen oder graue einäugige Dreibeiner, bleibe ich an der Frage hängen: was soll das bringen?

Ah hm. Interessant, dass du Mass Effects erwähnst. Da wirkten die Nichtmenschen auf mich eigentlich immer zwar fremdartig, aber doch mit klar definierten Eigenheiten, die sie von Menschen abgrenzen und doch nicht zu unzugänglich (Zum Beispiel wie die Elcor, die immer ihre Gemütslage im Gespräch mitliefern).
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Bulgador am 15.01.2019 | 11:53
[...] Ich finde nichts schlimmer, als Elfen, Zwergen, Halblingen und co. andere Namen zu geben (in diesem Fall "Mensch mit anderer Entwicklung) und dann doch trotzdem wieder nur einen Elfen, Zwergen und Halbling zu haben. [...]
Ich habe nicht vor, Kopien unter anderem Namen einzuführen. Meine Frage war eher umgekehrt gemeint: Hätten Gygax und Co. sie nicht besser als Menschenvölker beschrieben, statt andere Spezies daraus zu machen?
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Noir am 15.01.2019 | 11:57
Das hat Antariuk ganz gut beantwortet. Zumal es ja auch nicht erst Gygax und co. waren, die diese "Rassen" erfunden haben.
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: First Orko am 15.01.2019 | 11:58
Ich habe nicht vor, Kopien unter anderem Namen einzuführen. Meine Frage war eher umgekehrt gemeint: Hätten Gygax und Co. sie nicht besser als Menschenvölker beschrieben, statt andere Spezies daraus zu machen?

Ich kann mir vorstellen, dass das auch der Vorlage geschuldet ist. Man wollte hat [überzeichnet] "irgendwie so Herr der Ringe, nur mehr awesome" und hat sich dann zwar eigene Menschenvölker überlegt, aber die Elben und Zwerge direkt übernommen ohne zu beachten, dass die in Tolkins Werk eben auch über Geschichte und Tradition eingebunden wurden.
Indem man diese rauslöst und in "sein" Fantasywelt packt, erzeugt man damit automatisch ein Klischee.
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: KhornedBeef am 15.01.2019 | 12:00
Warum die damals so beschrieben wurden ist doch klar. Tolkien. Volksmärchen.
Von der Spielseite ist es halt nett, sich nur in Elfen und nicht in n-dimensionale Phononengelees einfühlen zu müssen.
Edit: zu langsam
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Boba Fett am 15.01.2019 | 12:03
muss man dazu Zwerge als eigene Spezies definieren?

Nein, man kann eigentlich alle Abenteuer mit der Spezies Mensch spielen.
Man braucht auch keine Monster, denn der Mensch ist sich eigentlich Feind genug.
Auch damit kriegt man ganz tolles Rollenspiel hin.
Siehe Runequest "mythic Britain" oder "mythic Rome" oder "mythic Greece"...
Frag ich mich nur, warum D&D mit seinen Spezies der Bestseller ist und nicht Runequest...

Der Tolkien hat nun mal einen Maßstab gesetzt und das erste D&D und viele andere haben sich daran bedient.
Und das will die Konsumenten-Menge nun mal.
Es gibt auch andere Rollenspiele, die völlig abgefahren sind. Talislanta, Myranor, ...
Aber auch die verkaufen sich eben nicht so gut wie die EDO Fantasy.
Guck mal - das Phänomen hat sogar einen Namen: EDO (Elf, Dwarf, Orc)

Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 15.01.2019 | 12:08

Es gibt auch andere Rollenspiele, die völlig abgefahren sind. Talislanta, Myranor, ...
Myranor abgefahren,
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Grey am 15.01.2019 | 12:13
Da ich die germanischen und keltischen Sagen nicht langweilig finde, mag ich Zwerge, Elfen & Co. sogar sehr.

Allerdings können sie langweilig umgesetzt sein. Das passiert im RPG leider häufiger. Ein gelegentliches "Back to the roots" täte dem einen oder anderen Setting mMn ganz gut.
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Bulgador am 15.01.2019 | 12:21
Kannst ja vielleicht mal erzählen, was du dir so wünschen würdest.
Ich finde z.B. Groot von Guardians of the Galaxy als Spezies interessant. Und die Vorstellung von Pflanzen-Kreaturen allgemein. Einerseits sind sie völlig anders gebaut als Säugetiere, andererseits fühlen sie sich für mich glaubwürdig an, denn Pflanzen gibt es auch in der Realität. Und warum sollten in einer Fantasy-Welt nur Tiere intelligent sein, Pflanzen aber nicht?

Dann könnte es verschiedene Tier-Menschen geben, nicht nur Affen-Menschen, wenn eine Welt schon verschiedene kulturschaffende Spezies hervorbringt. Das rechtfertigt auch eher verschiedene Attributs-Modifikatoren und Volks-Fähigkeiten als bei kleinen/großen/dicken/dünnen Affen-Menschen mit/ohne spitze Ohren, ohne gleich völlig alien zu sein. Und in unsere (Haus-)Tiere können wir uns doch auch recht gut hineinversetzen, oder?

Drachenartige wie "Kobolde"/"Drachlinge" als kleinere Verwandte der Drachen finde ich auch spannend. Die Abstammung ist klar, die Anatomie anders (Klauen, Schuppen, Schwanz) und als Abkömmlinge magischer Fantasy-Kreaturen könnten sie weitere ungewöhnliche Eigenschaften/Fähigkeiten haben.

Oder wie wäre es mit einer Spezies, die nicht in Männlein/Weiblein aufgeteilt ist, sondern 3, 4 oder 5 Geschlechter kennt? Könnte eine interessante Gesellschaft und Kultur hervorbringen.
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: KhornedBeef am 15.01.2019 | 12:27
Sind in D&D die verschiedenen Völker wirkliche alle Affenmenschen? Ich hätte das anders in Erinnerung. Und wenn wir schon rational argumentieren, warum andere Völker sinnvoller wären...
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Coltrane am 15.01.2019 | 12:35
Für mich liest sich das ein wenig so, als hättest du gerne diverse Völker aus dem Monster Manual als spielbare Völker, da die Varianz im Monster Manual durchaus von Pflanzenwesen bis zu Schlangenmenschen reicht.
Was die drei und mehr Geschlechter angeht, da wären wir wiede bei den Menschen. Seit dem 1.1. gibt zumindest in der Nichtfantasywelt der BRD offiziell drei Geschlechter. Wenn man möchte, kann man ja eine Kultur die nicht an binären Geschlechtern hängt auch problemlos bei DnD einführen. Ich seh da kein Problem.
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Tegres am 15.01.2019 | 12:37
Schliesse mich ueberwiegend meinen Vorschreibern an. Ich als Spieler moechte zumindest menschenaehnliche Charaktere haben, damit ich sie auch gut ausspielen kann.

Bei sehr abgefahrenen Spezies muessen meines Erachtens die Charakteristiken klar genug sein, damit ich weiss, wie ich bezueglich Charakterspiel die Rolle darstelle. Diesbezueglich finde ich abgefahrene Charakterzuege (z.B. Unfaehigkeit zu luegen, radikale Utilitarismus etc.) uebirgens einfacher als nichthumanoide Gestalten oder welche, die stark von einer humanoiden Form abweichen. Das liegt daran, dass ich persoenlich mehr Schwieirigkeiten haette, mir vorzustellen, wie z.B. eine Qualle kaempft als ein Humanoide (streng genommen sind ja auch die meisten Monster humanoid).

Runtergebrochen: Andere Rassen sollten eine humanoide Form haben, ihr Charakter darf beliebig andersartig sein.
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Maarzan am 15.01.2019 | 12:40
Die Standardrassen funktionieren, weil sie eben Clichees sind. Das macht sie erst einmal nicht toll oder langweilig, sondern einfach für die meisten so mit einer Vorvorstellung versehenen Leute funktionierend.

Ein Spiel  "interessant machen" muss an anderer Stelle passieren, idealerweise auch nicht nur an einem "coolen Twist" in einer Rassenbeschreibung aufgehangen (Kultur hatten wir ja schon separiert). Das hält so alleine generell nicht all zu weit. 

Und je exotischer das sein muss um zu funktionieren, umso mehr riskiert man Leute dabei verständnismäßig zu verlieren.
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 15.01.2019 | 12:46
Ich finde z.B. Groot von Guardians of the Galaxy als Spezies interessant. Und die Vorstellung von Pflanzen-Kreaturen allgemein.
Glorantha Elfen

Zitat
Dann könnte es verschiedene Tier-Menschen geben, nicht nur Affen-Menschen, wenn eine Welt schon verschiedene kulturschaffende Spezies hervorbringt.
das tut sie aber in den Reams etc, meist durch Einwanderung von fremden Welten


Ansonsten siehe mal bei Gnollen, Drakoniern, Sahuagin, etc oder Furries nach.
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Koruun am 15.01.2019 | 12:47
Was ist denn an Dragonborn und Tieflingen langweilig (beide im D&D5 Spielerhandbuch enthalten)? Dann gibt es in weiteren Büchern für die 5E Katzenmenschen, Echsenvolk, Kenku, Aarakocra, Goliath, Triton. Wenn die nicht exotisch genug sind, weiß ich auch nicht.

Während dir die klassischen Fantasyvölker zu menschenähnlich sind, finde ich wiederum z.B. Dragonborn und Tieflinge so exotisch, dass ich eine Gruppe die nur aus denen besteht merkwürdig finde. Ich denke viel abgedrehteres Zeug wirst du eher im SciFi-Bereich finden.
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Aedin Madasohn am 15.01.2019 | 12:49
Oder wie wäre es mit einer Spezies, die nicht in Männlein/Weiblein aufgeteilt ist, sondern 3, 4 oder 5 Geschlechter kennt? Könnte eine interessante Gesellschaft und Kultur hervorbringen.

sicherlich. diese Gesellschaft müsste aber im Detail ausformuliert werden und kann nur dann bespielt werden, wenn sich alle Akteuere am Tisch darin eingelesen haben

der große Vorteil von EDO ist nun mal, dass sie einen Markenkern = Klischee haben, welches sich zügig erklärt.
viele Völker und Kulturen in einer Fäntelalterwelt sind ja nur Abklatsche von irdischen Vorbildern, einfach auch, weil so wirklich neues unter Sonne selten ist
 (eher ist es so, dass wir es nur noch nicht kannten und aufgewärmtes für taufrisch halten, doch das ist eine andere Baustelle)

will man also was "eigenes" im Setting haben, so bleibt die Frage nach dem Transfer zu "deinen Kunden", sprich deiner Spielgruppe.
ab wann ist es effizient, sich eingefahrener Klischees zu bedienen? ab wann ist Luft für komplett neues wie eierlegende Wollnashornmammuths in Menschengröße?

je nach (sprachlicher)Vorbildung kann man gut ein Klischee gegen das andere setzen. Das menschliche Volk von Ferrata ersetzt dir die schmiedende Zwerge. Oder römischerzeitlich norrischer Stahl wird als Norrikide zum Klischeebildner für das "da sind die Waffenproduzenten!"-Etikett

aber die meisten wären bei "Zwerge" Dwergar etc.pp. schon abgeholt
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Grey am 15.01.2019 | 12:54
Wenn ich was möglichst Bizarres spielen will, suche ich danach eigentlich eher in der Space Opera-SF. Heroische Fantasy ist aus meiner Sicht das Genre, in dem das Fremde vertraut wirkt, weil es menschlichen Träumen und Sehnsüchten (und Sagen) entstammt.
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Menthir am 15.01.2019 | 12:57
Ich finde grundsätzlich, dass Langeweile und mangelnde Exotik nicht gleichzusetzen sind. Häufig ist es doch sogar so, dass die standardisierten Völker viel spannender sind, weil sie mit Geschichten versehen und letztlich sind sie ja bewusst zusammengefasste Klischees, damit sie unterscheidbar sind. Das ist ja der Sinn der Sache.

Ich gehöre zu der Fraktion, die viele "exotische" Völker langweilig finden, weil es oftmals nur darum geht, etwas buntes oder anderes zu schaffen, aber nicht die Geschichten dazu zu erzählen. Gerade darin ist Mass Effect sehr gut, denn es erzählt die Geschichten, und nur dadurch werden Turianer, Kroganer und Salarianer interessant. Nicht alleine durch ihr Aussehen und ihre Anatomie, und ihre regeltechnischen Fähigkeiten.

Dass viele Zwerge, Elfen (Elben) und Halblinge unsere Geschichten bevölkern, liegt an der wunderbaren, erzählerischen Aufbereitung durch Tolkien und anderer. Und wenn du spannende, passende Geschichten zu deinen Völkern erzählen kannst, Bulgador, finden wir auch Interesse an ihnen. Im Einzelfall mag das bei unterschiedlichen Personen unterschiedlich wirken, aber das Interesse wird da sein. Und dann ist es fast egal, ob es menschenähnliche und exotische Völker sind. Menschenähnlich erleichtert gleichwohl den Zugang.

Spannung kommt also dadurch auf, dass sie nicht einfach nur in die Welt geworfen sind. Das liegt beileibe nicht nur an den Geschichten zu den Völkern, weil es ja auch sein kann, dass die Völker diese haben, du sie aber trotzdem einfach auf deine Welt wirfst. Und dann sind auch Menschen, Zwerge und Elfen furchtbar langweilig, egal, welche kulturellen Ausprägungen sie eigentlich haben.

Also erzähle spannende Geschichten über deine Völker. Das heißt, du musst sie natürlich auch gut in deine Welt einpassen und einen eventuellen Metaplot, oder in die geografischen Gegebenheiten oder, oder, oder. :)
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: nobody@home am 15.01.2019 | 13:11
Ich kann mir vorstellen, dass das auch der Vorlage geschuldet ist. Man wollte hat [überzeichnet] "irgendwie so Herr der Ringe, nur mehr awesome" und hat sich dann zwar eigene Menschenvölker überlegt, aber die Elben und Zwerge direkt übernommen ohne zu beachten, dass die in Tolkins Werk eben auch über Geschichte und Tradition eingebunden wurden.

Bei diesem Punkt geht mir mal wieder der Gedanke durch den Kopf, daß speziell im Fall Mittelerde eigentlich die Menschen das überflüssigste Volk von allen waren. Man hätte sie genausogut durch Angehörige eines jeweils gerade passenden anderen Volks ersetzen können und die Geschichte wäre praktisch gleich ausgegangen. Aber Tolkien wollte ja unbedingt eine neue fiktiv-mythische Vergangenheit für speziell unsere Welt basteln, also hatte er letzten Endes keine andere Wahl, als auch uns irgendwann einzubauen... ;)
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Boba Fett am 15.01.2019 | 13:27
Ich finde z.B. Groot von Guardians of the Galaxy als Spezies interessant. Und die Vorstellung von Pflanzen-Kreaturen allgemein. Einerseits sind sie völlig anders gebaut als Säugetiere, andererseits fühlen sie sich für mich glaubwürdig an, denn Pflanzen gibt es auch in der Realität. Und warum sollten in einer Fantasy-Welt nur Tiere intelligent sein, Pflanzen aber nicht?

Gibt es schon. Ents...
Und bei Earthdawn (im Thera Sourcebook) und Glorantha (die Elfen sind da pflanzlich).
Und wahrscheinlich noch in einem dutzend anderen Rollenspielen.

Zitat
Dann könnte es verschiedene Tier-Menschen geben, nicht nur Affen-Menschen, wenn eine Welt schon verschiedene kulturschaffende Spezies hervorbringt. Das rechtfertigt auch eher verschiedene Attributs-Modifikatoren und Volks-Fähigkeiten als bei kleinen/großen/dicken/dünnen Affen-Menschen mit/ohne spitze Ohren, ohne gleich völlig alien zu sein. Und in unsere (Haus-)Tiere können wir uns doch auch recht gut hineinversetzen, oder?

Du meinst wie bei Myranor? Oder bei Traveller? Oder bei ...

Zitat
Drachenartige wie "Kobolde"/"Drachlinge" als kleinere Verwandte der Drachen finde ich auch spannend. Die Abstammung ist klar, die Anatomie anders (Klauen, Schuppen, Schwanz) und als Abkömmlinge magischer Fantasy-Kreaturen könnten sie weitere ungewöhnliche Eigenschaften/Fähigkeiten haben.

Sogar D&D hat Drachenartige Species für Charaktere. Ansonsten war Sternengarde wohl das erste (1982) und danach müsste ich mal gucken gehen. Wird keine Seltenheit darstellen.
T'Skrang bei Earthdawn....
Und Kobolde sind doch Massenware.

Zitat
Oder wie wäre es mit einer Spezies, die nicht in Männlein/Weiblein aufgeteilt ist, sondern 3, 4 oder 5 Geschlechter kennt? Könnte eine interessante Gesellschaft und Kultur hervorbringen.

Traveller - The Hive.

Und ganz generell: Schau Dir mal Talislanta an...

Vielleicht spielst Du einfach nur das falsche Spiel...?!
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Bulgador am 15.01.2019 | 13:30
Für mich liest sich das ein wenig so, als hättest du gerne diverse Völker aus dem Monster Manual als spielbare Völker, da die Varianz im Monster Manual durchaus von Pflanzenwesen bis zu Schlangenmenschen reicht.
Das ist ja das Seltsame! In den 20 Monsterhandbüchern gibt es alle möglichen und unmöglichen Kreaturen, aber die Spielervölker in den Grundbüchern sind überwiegend sehr menschenähnlich.
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: 1of3 am 15.01.2019 | 13:35
Ein Problem ist vielleicht weniger die äußere Erscheinung, sondern dass D&D es nicht schafft vom Menschen abweichende Psychologie hinreichend verständlich zu vermitteln. Also Elfen werden so und so viele hundert Jahre alt? Was macht das mit denen? Klar, man kann sich so Gimli und Legolas zum Vorbild nehmen, aber wie ist denn z.B. der Unterschied zwischen Gnomen und Halblingen? Wie Feuersänger andeutet, sehe ich dieses Problem verstärkt, je mehr 0815-Rassen so auftauchen.

Natürlich kann man das machen. Ich fand z.B. Keith Bakers Anregungen zur Psychologie der Goblins (http://keith-baker.com/dragonmarks-goblins/) sehr gut.
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 15.01.2019 | 13:45


Und ganz generell: Schau Dir mal Talislanta an...

Vielleicht spielst Du einfach nur das falsche Spiel...?!
oder Tekumelhttps://de.wikipedia.org/wiki/Tekumel
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Bulgador am 15.01.2019 | 13:54
Es geht mir nicht darum, möglichst viele verschiedenartige Spezies in meine Welt zu werfen, die so fremdartig sind, dass sich kein Spieler mehr hineinversetzen kann. Auch behaupte ich nicht, dass meine Beispiele besonders exotisch oder noch nie dagewesen sind. Ich wundere mich nur, dass bei den vielen Kreaturen, die die D&D-Welten bevölkern, die Spielervölker (mit Ausnahme von Dragonborn und Tieflingen) so menschenähnlich sind. Insbesondere geben die physischen Beschreibungen kaum Unterschiede her. Wenige Sätze, und dann gehört die Körperbehaarung (Füße, Bart, bunt) noch zu den wichtigsten Unterschieden.  :D

Den Unterschied zwischen Gnomen und Halblingen wüsste ich auch gerne.

Oder anderes Beispiel:
Wie sehr unterscheiden sich ein Zwerg und ein Elf noch, die beide bei Menschen aufgewachsen sind (Kultur) und durchschnittliche Attribute ausgewürfelt haben (d.h. 10-11, inklusive Volks-Modifikator)?
Sie können beide im Dunklen besser sehen (wie fast alle außer den armen, nachtblinden Menschen.  ~;D)
Sie werden beide mehrere Hundert Jahre alt (macht aber im Spiel erstmal keinen Unterschied, wenn beide jung (Stufe 1) sind und die Kampagne nur wenige Monate oder Jahre dauert).
Der eine ist schlank, der andere stämmig? Gibt's auch unter Menschen.
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Noir am 15.01.2019 | 14:02
Es gibt doch auch noch so Sachen wie z.B.

Zwerge haben zum Beispiel eine angeborene Resistenz gegen Zauber und Gifte.

Elfen haben hingegen eine angeborene Affinität zur Magie.

oder verwechsle ich da gerade die Systeme?
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Selganor [n/a] am 15.01.2019 | 14:07
Es gibt doch auch noch so Sachen wie z.B.

Zwerge haben zum Beispiel eine angeborene Resistenz gegen Zauber und Gifte.

Elfen haben hingegen eine angeborene Affinität zur Magie.

oder verwechsle ich da gerade die Systeme?

Kommt immer auf die Auflage (und teilweise das Setting) an.
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Rhylthar am 15.01.2019 | 14:13
Zitat
Ich wundere mich nur, dass bei den vielen Kreaturen, die die D&D-Welten bevölkern, die Spielervölker (mit Ausnahme von Dragonborn und Tieflingen) so menschenähnlich sind.
Tieflinge sind bis zur 5E auch kein eigenes Volk, sondern genau wie Genasi und Aasimar nur "Halbmenschen".

Ansonsten kann ich nur sagen:
Wer die Besonderheiten der anderen spielbaren Völker herausfinden will, muss halt mal ein wenig in den Büchern stöbern. Z. B. in "Mordenkainen´s Tome of Foes", in dem Halblinge und Gnome erläutert werden. Zu Elfen gibt es auch mehr als nur eine Quelle (z. B. Dragon Magazine #279).
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: nobody@home am 15.01.2019 | 14:26
Was die eigentliche Ausgangsfrage angeht, irritiert mich an den eingetragenen "Standard"-D&D-Völkern hauptsächlich, daß sie in Welten, wo routinemäßig von Dutzenden bis Tausende weitere einigermaßen intelligente Spezies aller Couleur neben ihnen vorkommen, praktisch schon das gestaltgewordene Spielerkleinhalten darstellen. "Ich würde eigentlich ganz gerne mal einen von denen da..." "Kommt überhaupt nicht in die Tüte! Zwei Arme, zwei Beine, Größe M oder S, und Nase gefälligst mitten ins Gesicht, wie sich's gehört! Da könnte ja sonst jeder kommen!"

Wobei nicht alle Editionen und Settings gleich schlecht abschneiden, klar. Aber die traditionell-klassische "Menschen, Elfen, Halbelfen, Halblinge, Zwerge, Gnome, Halborks, Schluß!"-Aufstellung darf sich das allemal hinter die Löffel schreiben.
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 15.01.2019 | 14:32
Ich wundere mich nur, dass bei den vielen Kreaturen, die die D&D-Welten bevölkern, die Spielervölker (mit Ausnahme von Dragonborn und Tieflingen) so menschenähnlich sind.
Weil es so Anfing und Gefallen gefunden hat?

Was von den Eigenschaften von Spezies ist Nature und was Nurture(und könnte es auch rezessiv sein)?
Die Hamdwerkskunst der Zwerge, Training oder Begabung, wie reagiert der Elf wenn er Erwachsen wird und die menschlichen Spielfreunde seiner Kindheit alle tot sind
Wenn Orks die Wahl haben, sind sie trotzdem aggressiver oder ungeduldiger?

Sieh mal bei den verschiedenen EDO Rassen in die entsprechenden Bände,

@nobody@home

Drow Klerikerin und Echsenmensch sehen sich an und fragen sich wer geht zu den Menschen um Vorräte, Ausrüstung etc. zu besorgen, die Drow konnte sich besser verkleiden...

Aber dir sind die Probleme des Zentauren oder Oger als SC klar?
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Selganor [n/a] am 15.01.2019 | 14:36
Es geht mir nicht darum, möglichst viele verschiedenartige Spezies in meine Welt zu werfen, die so fremdartig sind, dass sich kein Spieler mehr hineinversetzen kann. Auch behaupte ich nicht, dass meine Beispiele besonders exotisch oder noch nie dagewesen sind. Ich wundere mich nur, dass bei den vielen Kreaturen, die die D&D-Welten bevölkern, die Spielervölker (mit Ausnahme von Dragonborn und Tieflingen) so menschenähnlich sind. Insbesondere geben die physischen Beschreibungen kaum Unterschiede her. Wenige Sätze, und dann gehört die Körperbehaarung (Füße, Bart, bunt) noch zu den wichtigsten Unterschieden.  :D
Koennte vielleicht daran liegen, dass menschenaehnliche Koerper noch am kompatibelsten sind.
Wie z.B. ruestet sich ein "lebendiger Schleim" aus der wenn es sein muss auch durch ein fingerdickes Loch durchsickern kann?

Wie aendern sich Dinge bei "Vierbeinern" (wie z.B. Centaur)?

BTW: So wenige "offizielle" Rassen gibt es bei (der neuesten, also 5. Edition von) D&D auch nicht: https://www.dndbeyond.com/characters/races
Wenn ich mich eben nicht verzaehlt habe sind das 36 Stueck, und da sind "Unterrassen" (also mal nur bei den Elfen: Wood, Dark, High, Sea, Shadow) noch nicht gerechnet.

Zitat
Den Unterschied zwischen Gnomen und Halblingen wüsste ich auch gerne.
Ganz kurz gesagt: Gnome sind humorvoller und aktiver, Halblinge eher gemuetlich und sesshafter. Wobei das schon eine extreme Verallgemeinerung ist.
Zitat
Oder anderes Beispiel:
Wie sehr unterscheiden sich ein Zwerg und ein Elf noch, die beide bei Menschen aufgewachsen sind (Kultur) und durchschnittliche Attribute ausgewürfelt haben (d.h. 10-11, inklusive Volks-Modifikator)?
Sie können beide im Dunklen besser sehen (wie fast alle außer den armen, nachtblinden Menschen.  ~;D)
Sie werden beide mehrere Hundert Jahre alt (macht aber im Spiel erstmal keinen Unterschied, wenn beide jung (Stufe 1) sind und die Kampagne nur wenige Monate oder Jahre dauert).
Der eine ist schlank, der andere stämmig? Gibt's auch unter Menschen.
Die Antwort haengt extrem von der D&D-Edition (und teils auch noch dem Setting) ab.
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Hotzenplot am 15.01.2019 | 14:36
Irre ich mich oder gab es nicht mal in manchen Monsterkompendium Hinweise, wie man diese oder jene Rasse spielen könnte?


Was die "Langeweile" der klassischen D&D-Völker angeht: Ich glaube, das ist ein historisches Phänomen. Als D&D rauskam, war es ja überhaupt erstmal der große Wurf, dass man einzelne Spielercharaktere spielte (und nicht Armeen) und dann auch noch in einer Fantasywelt. Da musste man dem Publikum doch wenigstens etwas bieten, was es kannte. Dann kamen nach und nach immer sonderbare Monster hinzu, allerdings fast immer antagonistisch gezeichnet. Die Idee dieser großen Vielfalt für SC ist in der Breite doch relativ neu, wenn man die ganze Historie der Rollenspiele betrachtet. Und sie ist auch zurzeit immer noch nichts für den Massenmarkt, so ist jedenfalls meine Wahrnehmung.
Gerade Fantasy hat schon immer von altbekannten Klischees gelebt. Ich würde sogar soweit gehen, dass Leute, die auch heutzutage sagen "ich will Fantasy spielen" damit exakt die klassische EDO Fäntelalterwelt meinen.

Wie man auch in altebekannte EDO-Klischees etwas Pfiff bekommt, hat Ashen Stars ganz gut vorgemacht. Wenn man die möglichen SC-Rassen durchblättert, vermeint man auch "Elfen", "Zwerge" und "Gnome" wiederzuerkennen, aber jede Rasse hat noch eine Besonderheit, die ihre EDO-Cousins nicht haben.
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: nobody@home am 15.01.2019 | 14:43
@nobody@home

Drow Klerikerin und Echsenmensch sehen sich an und fragen sich wer geht zu den Menschen um Vorräte, Ausrüstung etc. zu besorgen, die Drow konnte sich besser verkleiden...

Aber dir sind die Probleme des Zentauren oder Oger als SC klar?

Gerade die des Zentauren ironischerweise nicht. Okay, jemanden mit Pferdegewicht und Hufen kann man nicht über schlüpfrige Treppen und zweifelhafte Leitern ins nächste 08/15-Dungeon verfrachten -- aber das ist erst mal mehr ein Argument gegen 08/15-Dungeons als gegen Zentauren-SC... ;)

Und natürlich gehen die Probleme der Drow-Priesterin und des Echsenmenschen irgendwie auch erst mal davon aus, daß zwischen ihren Völkern und den Menschen entweder aus historischen Gründen Dauerfeindschaft herrscht (Settingfrage, kann so sein oder auch nicht) oder aber die Menschen durch die Bank Erzspeziesisten sind, die strikt nur mit anderen Säugern derselben Hautfarbe Geschäfte machen (dito -- und setzt reflexartig nebenbei noch voraus, daß es keine dunkelhäutigen Menschen im Setting gibt, für die Drow womöglich viel normaler aussehen als andere Elfen). Ein für sämtliche denkbaren D&D-Welten allgemein verbindliches "geht nicht" kann ich da also nicht wirklich erkennen.
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Selganor [n/a] am 15.01.2019 | 14:52
Gerade die des Zentauren ironischerweise nicht. Okay, jemanden mit Pferdegewicht und Hufen kann man nicht über schlüpfrige Treppen und zweifelhafte Leitern ins nächste 08/15-Dungeon verfrachten -- aber das ist erst mal mehr ein Argument gegen 08/15-Dungeons als gegen Zentauren-SC... ;)
Naja... eher ein "dir ist schon klar, dass du ohne Magie bei bestimmten Situationen komplett nutzlos bis gar nicht dabei bist?"-Problem.

Ein Zentaur ist zwar ein toller berittener Bote der mal schnell von A nach B kommt... zumindest solange dieser Weg keine Wendeltreppen, Leitern, zu steile Treppen, zu schmale Wege o.ae. enthaelt.
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 15.01.2019 | 15:04
Gerade die des Zentauren ironischerweise nicht. Okay, jemanden mit Pferdegewicht und Hufen kann man nicht über schlüpfrige Treppen
du bleibst im Stall wir gehen in die Taverne, zur Privataudienz und eine Seefahrt die ist lustig....


Zwischen den Drow und so ziemlich allen anderen herrschte in den FR zu der Zeit aktive Dauerfeindschaft, nein die Menschen mochten die Klassenmordwanderungen der Drow nicht


@Selganor

Der wäre einem mit genügend Ersatzpferden ausgerüsteten Reiter unterlegen
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: nobody@home am 15.01.2019 | 15:05
Naja... eher ein "dir ist schon klar, dass du ohne Magie bei bestimmten Situationen komplett nutzlos bis gar nicht dabei bist?"-Problem.

Also dasselbe Problem, das ein erwachsener Mensch in ein Meter zwanzig oder so hohen Kobold- und Goblintunneln logischerweise eigentlich auch haben sollte, aber in der Regel trotzdem irgendwie nicht hat, weil "ist ja'n Spiel für menschliche SC"? Sorry, nach der Logik läßt sich auch ein Setting zentaurengerecht aufarbeiten -- insbesondere gerade eins, in dem ohnehin schon Zentauren leben. :)
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 15.01.2019 | 15:07
Nein, hätte er nicht - nicht wie ein Zentaur
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: General Kong am 15.01.2019 | 15:42
Die "langeweile" entsteht doch nur dadurch, dass die genannten Rassen im Ende zu "Menschen mit Kniff" herabgedrosselt werden bzw. aufgeheldet werden - zur besseren Spielbarkeit.

Was ich meine? Nun, tatsächlich sind Halblinge keine gute Charakterrasse, wenn man es halbwegs realistisch betrachtet: Ca 1 Meter groß (also so auf der Höhe eines sechsjährigen Kindes), kurze Beine, kurze Arme, kann gut schleichen. Die Körperkraft ist im Vergleich zu einem Menschen ein Lacher - auf der 3-18-Skala wäre für den Conan-Monsterhalbling bei Stärke 8-10 Schluss (der wäre dann auch 1,3 m groß), sonst wohl so im Bereich von 1-6. In einer typischen Fantasywelt sehe ich nicht, wie so ein Volk der dauerhaften Verslavung, Vertreibung in Randgebiete oder Ausrottung entgehen kann.
Dagegen Elfen: meist groß, schön, magiebegabt, gute Kämpfer udn tötliche Bogenschützen, meist im Wald nicht nur daheim, sondern damit eins; unsterblich oder extrem langlebig, hohe krankheitsresitenz (ergibt sich aus der Langlebigkeit), Besitzer einer Höchstkultur. Wieso herrschen die über alle anderen Völker oder lenken deren Geschicke im Verborgenen? Ein Volk von Kriegerzauberer, deren Anfänger in jedem der Felder das 5 bis 10fache der Erfahrung seines menschlichen oder orkischen Gegners hat (100-200 jahre) ist doch schon einen Nummer! Und wenn alle Stricke reißen, dann sitzt man die Sache eben aus - in 50-100 Jahren sind sogar die Enkel der heutigen Feinde tot ...

Und was macht D&D und die meisten anderen Spiel daraus: Elfen leben mit Halblingen, Menschen, Zwergen und was-weiß-ich-noch-wem zusammne in Städten und Dörfern zusammen, Elfen sind z.T. Bäcker oder Wirte (wohl mit dem Schild "Elondil Guttranks Taverne - Ersteröffnung 1359. Besitzer und Geschäftsführer: E. Guttrank"), Halblinge führen die Stadtgarde ("ALLES HÖRT AUF MEIN KOMMANDO! Augen zum Kommandanten!" - "Ja, aber wo isser denn ...?") und Menschenbarone regieren (Elondil kannte schon den Ururururur...ururgroßvater gut ..).

Das ist alles ziemlicher Quark. Aber was soll's: Ist mir auf alle Fälle lieber als in eine Taverne zu kommen und eine Gruppe vor mir zu haben, die aus einer wandelnden Pflanze, einer vierarmigen und doppelköpfigen Amphibie, einem Schleim, einem Insektenkentauren und einem untoten Stuhl zusammensetzt (ein Sitzgolem aus Bein). Und bedient werde ich von einem Halbling ohne Kopf.
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: AlucartDante am 15.01.2019 | 16:18
Der Kopf wünscht sich spannende neue Konzepte.

Aber gefühlsmäßig entwickelt sich nichts zu den komischen neuen Konzepten während es bei den anderen halt eine Beziehung gibt.

Bei D&D gibt es auch so viele unwichtige komische Nebenspezies. Das erschlägt manchmal. Wenn es weniger wären, würde sich vl eher eine Beziehung entwickeln.

Es gab aber auch schon Rollenspiele bei denen es geklappt hat, irgendwelche Gefühle zu wecken, bspw. Myranor oder Runequest (Enten und Kentauren).

Fantasy entspringt halt unserer Welt. Deswegen sind so viele Spezies so menschlich.
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 15.01.2019 | 17:17


 In einer typischen Fantasywelt sehe ich nicht, wie so ein Volk der dauerhaften Verslavung, Vertreibung in Randgebiete oder Ausrottung entgehen kann.
du erinnerst dich an Brandobas und den Hexenkönig
Zitat

 Besitzer einer Höchstkultur. Wieso herrschen die über alle anderen Völker oder lenken deren Geschicke im Verborgenen?
Wie meinen

Zitat
Elfen sind z.T. Bäcker oder Wirte
Dein Problem ist?


Stadtgarde außer Bürgermiliz ist unrealistisch und warum ein Halbling nicht der Gildenchef sein kann?
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Bulgador am 15.01.2019 | 17:39
@Lichtschwerttänzer
Hier ist wohl ein "nicht" verloren gegangen:
Wieso herrschen die nicht über alle anderen Völker oder lenken deren Geschicke im Verborgenen?

Das Problem mit Elfen als Bäcker oder Wirt:
Wenn Elfen ewig leben, sammeln sie im Laufe der Jahrhunderte viel Erfahrung. In D&D-Termen: Sie erreichen früher oder später sehr hohe Stufen. Wenn nun so ein alter Elf Kämpfer 10 / Magier 8 / Winzer 3 / Bildhauer 3 / Barde 3 ... also Stufe 27+ und damit in D&D extrem mächtig ist, wird er sein Leben kaum als einfacher Handwerker oder Dienstleister verbringen.
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: 1of3 am 15.01.2019 | 17:40
Gerade Fantasy hat schon immer von altbekannten Klischees gelebt. Ich würde sogar soweit gehen, dass Leute, die auch heutzutage sagen "ich will Fantasy spielen" damit exakt die klassische EDO Fäntelalterwelt meinen.

Ich bin nicht sicher. Ist das ein inneres oder ein zugefallenes Bedürfnis? Also kennen die Leute meinetwegen andere Fantasyspiele und wollen trotzdem EDO-Fäntelalter?

Ich hab jetzt zB eine Anfängerrunde. Die  wollten gern Fantasy. Ich hab ihnen Godbound mitgebracht. Kommt gut an. TSoY hätte dagegen wohl eher nicht so gut funktioniert, obwohl es Elfen und Goblins hat und deutlich mehr Fäntelalter ist als das Godbound mit Postapo und Transhumanismus. Was Godbound eben hat, sind Helden, während TSoY so tragische Figuren provoziert.

Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: AlucartDante am 15.01.2019 | 17:48
Wenn Elfen ewig leben, sammeln sie im Laufe der Jahrhunderte viel Erfahrung.

Je nach Welt und System ist das ja nicht so ausgeprägt. Mein Eindruck bei D&D war immer, dass das für Drachen gilt, dass sie älter werden und automatisch XP bzw mächtiger werden. Aber Humanoide kriegen nur XP über seltsame seltene Erfahrungen. Die normale Oma ist immer noch Level 1/2, selbst wenn sie 80 Jahre Erfahrungen gesammelt hat. Auch Elfen sammeln nicht einfach XP. Der normale elfische Bäcker ist Level 1/2. Im Übrigen ist es tendenziell so, dass Elfen langsamer groß werden und XP sammeln. Die sind nicht mit 16 volljährig, sondern mit 116. Benehmen sich entsprechend. Hält vielleicht auch jede SL verschieden.

Wenn überhaupt müssten also Spezies, die ein Leveladjustment kriegen, darauf verzichten Bäcker zu werden. Das war in meinen Runden auch so.
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: nobody@home am 15.01.2019 | 18:05
Ich bin nicht sicher. Ist das ein inneres oder ein zugefallenes Bedürfnis? Also kennen die Leute meinetwegen andere Fantasyspiele und wollen trotzdem EDO-Fäntelalter?

Soweit's mich persönlich betrifft, ist "Fantasy" ein weites Feld und EDO und "nur Menschen als SC"-Settings allein decken die mögliche Vielfalt noch lange nicht ab. Gerade D&D lebt ja "hinter der nächsten Ecke kann dir alles mögliche über den Weg laufen" schon immer vor -- und die Idee vom Monster-SC geht auch schon mindestens zurück bis zu Sir Fang und der daraus resultierenden Erfindung des Klerikers (https://forum.rpg.net/index.php?threads/necro-historical-where-did-the-cleric-mage-split-come-from.264684/page-3#post-5787205) und taucht auch in späteren Editionen mehr oder weniger verklausuliert wieder auf.

Die moderne von DSA, MMOs, und Peter Jackson vorgeschädigte Generation mag das ja anders sehen, wenn sie will -- ich weiß es einfach nur besser. :korvin: ~;D
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 15.01.2019 | 18:16
@Lichtschwerttänzer
Hier ist wohl ein "nicht" verloren gegangen:
Wieso herrschen die nicht über alle anderen Völker oder lenken deren Geschicke im Verborgenen?
Wollen sie das überhaupt?


Ist der ein SC Klassen CYZ oder ist er ein Bäcker 10, Weber 17 usw, du lieferst gerade das Argument warum Elfen nicht mächtig sein werden, ihnen fehlt bei dir der ökonomische Unterbau.
Viele Elfen werden es bevorzugen Bildhauer zu sein nicht Kämpfer und wie sieht es in einer elfischen Streitmacht mit Disziplin, Organisation etc. aus welche Verluste können sie ertragen...
50 elfische Hochklasse Schwertkämpfer die auf eine Kompanie von 100  menschlichen Speerkämpfern treffen sind in einer Welt des Schmerzes außer du lieferst mir etwas wo sie ihre Bescheidene 9 m Nachtsicht zum tragen bringen können, auf dem Level Schlachtfeld,  selbst wenn die Elfen so gut geben wie sie einstecken oder besser sage ich mal die Elfen verlieren 25 , davon 10 - 15 Gefallene, die anderen bringt elfische Heilmagie schnell wieder auf die Beine und die Menschen verlieren 30 davon 15 - 20 + Gefallene, haben sie verloren und können ihre Verluste auf lange Sicht nicht ersetzen. und 100 Jahren stehen da 200 Menschen vs vs max 40 Elfen, auf lange Sicht können Elfen vs Menschen sich wohl nichtmal Siege mit mehr als Minimalverluste leisten
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 15.01.2019 | 18:29
Ich mag grundsätzlich keine Exoten. Der Grund ist ganz einfach. Spielst du Andric, den menschlichen Krieger, dann spielst du Andric. Spielst du X'lftmo, den Zargol-Krieger, dann spielst du einen Zargol. Der Fokus verschiebt sich automatisch, weil keiner weiß, worin sich X'lftmo von anderen Zargol abhebt UND weil du damit beschäftigt bist, einen Zargol darstellen zu müssen.
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: General Kong am 15.01.2019 | 18:43
Wollen sie das überhaupt?


Ist der ein SC Klassen CYZ oder ist er ein Bäcker 10, Weber 17 usw, du lieferst gerade das Argument warum Elfen nicht mächtig sein werden, ihnen fehlt bei dir der ökonomische Unterbau.
Viele Elfen werden es bevorzugen Bildhauer zu sein nicht Kämpfer und wie sieht es in einer elfischen Streitmacht mit Disziplin, Organisation etc. aus welche Verluste können sie ertragen...
50 elfische Hochklasse Schwertkämpfer die auf eine Kompanie von 100  menschlichen Speerkämpfern treffen sind in einer Welt des Schmerzes außer du lieferst mir etwas wo sie ihre Bescheidene 9 m Nachtsicht zum tragen bringen können, auf dem Level Schlachtfeld,  selbst wenn die Elfen so gut geben wie sie einstecken oder besser sage ich mal die Elfen verlieren 25 , davon 10 - 15 Gefallene, die anderen bringt elfische Heilmagie schnell wieder auf die Beine und die Menschen verlieren 30 davon 15 - 20 + Gefallene, haben sie verloren und können ihre Verluste auf lange Sicht nicht ersetzen. und 100 Jahren stehen da 200 Menschen vs vs max 40 Elfen, auf lange Sicht können Elfen vs Menschen sich wohl nichtmal Siege mit mehr als Minimalverluste leisten


Mit dem Argument "Die wollen ja gar nicht herrschen!" kann man natürlich alles behaupten. Ungefähr so stichhaltig wie ein "Es ist halt so!"

Und warum wollen die nicht herrschen? Weil sie als langlebige, edel und gute (Eigenpropaganda) Wesen die Welt lieber den Menschen, Orks und Kobolden überlassen?

Oder sie ziehen sich ganz aus der welt zurück. Gut: dann hat es sich aber mit "Bäcker Legolas in Klein-Unken".

Dein Beispiel mit den 50 elfischen Hochklasse-Kriegern gegen 100 Speerkämpfer halte ich für (nach den meisten D&D-Regeln) im übrigen für wenig stichhaltig.
Hochklasse sollte bei Elfen nach 300-400 Jahren so auf Stufe 15+ liegen, ausgerüstet mit Magie oder selbst magiekundig (ab Stufe 5 mit Feuerball).
Die Speerlinge haben dann was? Stufe 3 und 12-18 TP? Die elfischen Verluste müssten, wenn die Menschen in Schlachtreihen (ich sage nur: Feuerball) aufstellen (machen Speerkämpfer gerne) bei ungefähr Null bis eins liegen.

Nachtsicht ist übrigens nachts SEHR effektiv, wenn der Gegner diese nicht hat. Geradezu tötlich.

Dass Elfen allerdings Verluste bei einer wahrscheinlichen niedrigeren Vermehrungsrate (sonst wäre die Welt bei der Lebenserwartung mit Erlefn übervölkert) schlechter ausgleichen können, das ist allerdings ein Schwachpunkt der Spitzohren.

Deshalb würde ich mir als Elfenherrscher auch andere Kreaturen als Kananonfutter unterwerfen - oder züchten (Orks als Elfenexperiment wäre mal was anderes).

Ich muss sagen: Elfen vieler Sagen oder die Melniboneer leuchten mir mehr ein als die Herr der Ringe-Lichtwesen, die sich aber auch konsequent von anderen Völkern fernhalten.
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: 1of3 am 15.01.2019 | 18:43
Soweit's mich persönlich betrifft, ist "Fantasy" ein weites Feld und EDO und "nur Menschen als SC"-Settings allein decken die mögliche Vielfalt noch lange nicht ab. Gerade D&D lebt ja "hinter der nächsten Ecke kann dir alles mögliche über den Weg laufen" schon immer vor -- und die Idee vom Monster-SC geht auch schon mindestens zurück...

Ich bin gerade unsicher, warum du da gerade meinen Beitrag zitiert hattest. Tatsächlich bin ich der Meinung, dass Fantasy, die anfängt mit: "Es gibt nur Menschen!", hintenraus für gewöhnlich kreativer wird. Wenn man sich die bekannten Fantasy-Romane anschaut, dann ist EDO+ extrem ungewöhnlich, wenn es nicht gerade Romane zu bekannten Spielen sind. (Oder die Retorten-Produkte eines deutschen Verlages.)

Wenn überhaupt kommt dann eine fremde Art vor, um irgendein Gegenbild von der Menschheit zu zeichnen. Wie viele unterschiedliche nicht-menschliche kulturschaffende Wesen haben denn etwa SoiF, Osten Ard, Erdsee, das Cosmere?
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Rhylthar am 15.01.2019 | 18:51
Zitat
Osten Ard
Drei. Sithi und Nornen bedienen die Elfen und auch, wenn die Qanuq als Trolle bezeichnet werden, gehen sie schon stark Richtung Zwerge. Also ED hast Du da so gesehen auch.

David Eddings verzichtet allerdings auch weitestgehend auf nicht-menschliche Völker (leichte Elf-Anleihen evtl.).
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: AlucartDante am 15.01.2019 | 18:56
Was mir hier fehlt, ist der Hinweis, dass viele Leute exotische Charaktere spielen, um mit Klischees zu spielen oder eben um mit Klischees zu brechen.

- der orkische Priester des Friedens
- der elfische Techniker oder Einhornjäger
- der zwergische Gesandte der Abstinenzbewegung
- der Hobbitleistungssportler

Beides funktioniert nur wenn Klischees bereits etabliert sind. Gleichzeitig können menschennahe Humanoide diese menschlichen Klischees stärker repräsentieren, als Menschen.

Anstatt also noch exotischere Wesen hereinzubringen, könnte man auch den Bestehenden mehr Tiefgang geben. Aber ich finde alle Möglichkeiten spannend, sowohl nur Menschen, als auch klassisch, als auch exotisch.

Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: nobody@home am 15.01.2019 | 19:04
Ich bin gerade unsicher, warum du da gerade meinen Beitrag zitiert hattest.

Weil er da war. Wenn ich mir zu jedem Post, bevor ich auf ihn Bezug nehme, erst noch mal die komplette Forenbeitragsvorgeschichte seines Verfassers zu Gemüte führen wollte oder sollte, käme ich ja zu nichts anderem mehr. ;)
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Swafnir am 15.01.2019 | 19:09
Ich muss ja sagen, dass ich selten Menschen spiele, einfach weil mich andere Spezies reizen. daher liebe ich ja auch Star Wars als System.
D&D gefällt mir da aber eigentlich auch sehr gut. Die Sicht mit Zwerge sind "kleine Menschen" ist aus meiner Sicht da etwas zu kurz. Das kommt immer darauf an, wie man das spielt.

Mich würde es ja reizen mal einen Myconiden zu spielen.   
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Rhylthar am 15.01.2019 | 19:13
Ich glaube, wenn ich nur ein wenig suche, könnte ich für die Forgotten Realms, Eberron und Dragonlance die Besonderheiten der Völker gegenüber Menschen heraussuchen.

Man muss, wie gesagt, sich nur ein wenig einlesen.

@ Swafnir:
Mach doch. Für eine Underdark-Kampagne ist da ja durchaus keine schlechte Option.

Wer es übrigens ganz abgefahren mag, der sollte sich das neue Cthulhu-Buch für die 5E angucken...
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: JS am 15.01.2019 | 19:15
D&D ist ja EZO in bester Form. Ich liebe es und finde es alles andere als langweilig.
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Swafnir am 15.01.2019 | 19:15
Ich glaube, wenn ich nur ein wenig suche, könnte ich für die Forgotten Realms, Eberron und Dragonlance die Besonderheiten der Völker gegenüber Menschen heraussuchen.

Man muss, wie gesagt, sich nur ein wenig einlesen.

@ Swafnir:
Mach doch. Für eine Underdark-Kampagne ist da ja durchaus keine schlechte Option.

Wer es übrigens ganz abgefahren mag, der sollte sich das neue Cthulhu-Buch für die 5E angucken...

Gibts da eine Vorlage?
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Rhylthar am 15.01.2019 | 19:19
Gibts da eine Vorlage?
Homebrew: https://www.dandwiki.com/wiki/Myconid_(5e_Race)
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Swafnir am 15.01.2019 | 19:37
Oh ja, das empfiehlt sich wirklich nur um Underdark mit den Nachteilen.
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Bildpunkt am 15.01.2019 | 19:48
Die Standardrassen funktionieren, weil sie eben Clichees sind. Das macht sie erst einmal nicht toll oder langweilig, sondern einfach für die meisten so mit einer Vorvorstellung versehenen Leute funktionierend.

Ein Spiel  "interessant machen" muss an anderer Stelle passieren, idealerweise auch nicht nur an einem "coolen Twist" in einer Rassenbeschreibung aufgehangen (Kultur hatten wir ja schon separiert). Das hält so alleine generell nicht all zu weit. 

Und je exotischer das sein muss um zu funktionieren, umso mehr riskiert man Leute dabei verständnismäßig zu verlieren.

Symbaroum hat zB EDO mit einem Twist; den verschiedenen Verpuppungstadien. Oder Dark Sun wo die klassischen DnD Rassen den extremen Umwelt bedigungen angepasst wurden.

Was exotisch ist u was nicht ist aber auch der aktuellen Spielergeneration geschuldet. Um mal die gestrige SMS eines alten Freundes zu zitieren, der wieich nun nach 25 Jahren Pause wieder DnD spielt bzw spielen will:

"Ich hab heute eine aus der Münchner D&D Gruppe gefragt ob sie eher exotischere Charaktere haben oder doch klassisch spielen.
Sie meinte 'klassisch'....'Halbork, Tiefling, Halbling, Aasimar'.... 👍🏼😂 Alles klar. 😉"
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: 1of3 am 15.01.2019 | 19:54
Drei. Sithi und Nornen bedienen die Elfen und auch, wenn die Qanuq als Trolle bezeichnet werden, gehen sie schon stark Richtung Zwerge.

Vielleicht. Wobei die Unterscheidung Flachländer/Troll eher kulturell kodiert wird. Binbiniqegabenik redet z.B. konsequent von großen Leuten oder Flachländern und natürlich sind Flachländer und Trolle beide Sudhoda'ya. Es ist in gewisser Weise die Umkehrung dessen, was Bulgador im Eingangsbeitrag bemängelt: Wenn es eine andere Art ist (zur Gattung homo gehören sie sicher), wird das in der Erzählung unbedeutend gemacht, statt ziemlich ähnliche Wesen als unterschiedlich zu verkaufen. Das dient natürlich um den Gegensatz zu den Gartenkindern noch hochzuspielen.
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 15.01.2019 | 19:57
Mit dem Argument "Die wollen ja gar nicht herrschen!" kann man natürlich alles behaupten. Ungefähr so stichhaltig wie ein "Es ist halt so!"
Ich halte es für eine legitime Frage oder genauer vielleicht wollen und können sie den Preis dafür zahlen?

Ich hatte da bei Hochklasse eher an St 7 und von Einheit( außer administrativ) war da nicht automatisch die Rede, ein Speer ist prinzipiell einem Schwert im Kampf überlegen.
Die Speerkämpfer sind gut ausgebildete, gerüstete, disziplinierte Einheit Infantrie, gilt das auch für die Elfen?

Das Problem ist die kurze Reichweite der Nachtsicht, was für Nachtschlachten mit Armeen eher kein so großer Vorteil ist, der Nutzen damit Heere zu koordinieren und in Formation zu halten dürfte gering sein.

Zitat
Deshalb würde ich mir als Elfenherrscher auch andere Kreaturen als Kananonfutter unterwerfen - oder züchten
Ich hatte mal an nem Setting gebastelt wo die Dunkelelfen das in einem unbemerkten Staatsstreich(für die Elfen allgemein ist das der große Ork Elfen Krieg mit späterer Beteiligung der Zwerge) gemacht haben, die Hochkönigin gestürzt und ermordet mittels magisch (nicht lange )kontrollierter Orks und ihr größter Kriegsheld und späterer Hochkönig war einer der Anführer der Dunkelfen

Zitat
(Orks als Elfenexperiment wäre mal was anderes).
Rolemaster lässt grüssen?


Tolkiens Elben sind, siehe Feanors Sippe und die Noldor auch nicht so nett siehe unter anderem den Sippenmord von Alqualonde  an den Teleri und das Verbrennen der Geraubten Schiffe in Losgar wodurch Fingolfin und die seinen die Helcaraxe überqueren mussten.

Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Swafnir am 15.01.2019 | 19:57
Das stimmt aber. Mir kommen solche Gruppen auch immer ein wenig suspekt vor. Das ist wohl mein DSA-Erbe.

Bei D&D hatten wir einen Goliath, Tabaxi, Tiefling, Dragonborn, Drow, Zwerg und zwei Menschen die als Gruppe unterwegs waren.
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Rhylthar am 15.01.2019 | 20:04
D&D 3E (Forgotten Realms) ging da eher in die Breite, denn in die Tiefe. Und es gab eine wirkungsvolle "Abschreckung" gegen bestimmte Völker.  ;)
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: TaintedMirror am 15.01.2019 | 21:56
An sich ist es auch praktisch etwas besser, eher menschenähnliche zu haben. Alter ist ja schon so ein Thema, wo man oft in Nöte kommt. Habe gerade Opus Anima geleitet, mit Rassen, die nicht so weit weg vom menschen sind, aber schon ein paar Utnerschiede haben. Ich habe ständig dem "Spinnentypen" einen Stuhl angeboten, was Unsinn war, da er sich ja nicht setzen konnte. Noch schwieriger sind unterschiedliche Wahrnehmungsspektren. Und extrem schwierig wird es, andere Denk- und Emotionsstrukturen darzustellen.
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: KhornedBeef am 15.01.2019 | 22:01
"Dein Charakter empfinder jetzt gaaarg....Das Gefühl jemanden zu hassen, der sich aber als nützlicher Verbündeter erwiesen hat"
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Rorschachhamster am 15.01.2019 | 22:23
Ich hab mal Spitze abgestimmt, aber erstens - wenn es nur eine Elfenkultur und eine Zwergenkultur gibt, selber schuld, und zweitens, schaut euch mal die mythologischen Vorbilder an und wer dann noch sagt, Elfen und Zwerge sind langweilig...  ;D und drittens, selbst mit den Klischees kann man ja spielen. Besser als wenn man gar nichts hat, an dem man sich festhält bzw. festhalten kann (nicht muß), sowohl als Spieler als auch als Spielleitung...  :)
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: 1of3 am 16.01.2019 | 06:19
Also Svartalfar funktionieren wie Händler in nem MMO und werden nur aktiv, wenn die Götter neues Equipment brauchen? Und Alfar tauchen gar nicht auf? ;)
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Exar am 16.01.2019 | 11:23
Ich kann mich bei D&D 5 über eine langweilige Auswahl an Völkern nicht beklagen.
An der bereits geposteten Liste sieht man ja, das durchaus so einige exotische Varianten zur Wahl stehen, so man denn will.
Letztendlich landen die meisten Spieler dann doch bei den ihnen bekannten Rassen. Variationen gibt es da auch genug.
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Don Kamillo am 16.01.2019 | 11:34
Ich leite ja eh gerade eine Runde mit Exoten ( Gnoll, 2 Bugbears, Hobgoblin, Goblin, Kobold ) und das läuft gut. Hintergünde wurden vorab grob abgesteckt und entwickeln sich, da habe ich kaum Vorgaben gemacht. Es fühlt sich niemand fremd in seiner Rolle.
Es gibt neben den vielen offiziellen Spezies auch genug 3rd Party Material, wenn das nicht ausreicht.
Mir reichen normal die vorhandenen Spezies, ich habe nur für meine aktuelle Kampagne ein paar für mich ganz andere Ideen.
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Talwyn am 16.01.2019 | 12:01
Phasenweise bin ich von EDO-Fantasy stark angenervt, aber wenn man ehrlich ist, find ich's insgesamt doch ganz ok und bin außerdem zu faul im Kopf um mich auf was fundamental anderes einzulassen - zumindest im Fantasy-Context. Wenn man speziell bei D&D nun noch die über die reinen Grundregeln hinaus gehenden Optionen mit in Betracht zieht, gibt es da IMO auch mehr als genug abgefahrenes Zeug, was man spielen kann, wenn man denn glaubt, dass man muss ~:D

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Rhylthar am 16.01.2019 | 12:05
Talwyn? Beschreibst Du in Deinem Spoiler gerade Mutant: Year Zero (plus Ergänzungen)?  ~;D
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Evil Batwolf am 16.01.2019 | 12:09
Alles o.k. mit den D&D-Rassen.

Wenn man nicht gerade Robert de Niro heißt, spielt man am Tisch doch sowieso meistens viel mehr sich selbst als den Char.
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: nobody@home am 16.01.2019 | 12:12
So, ich habe jetzt mal mit "geht so" abgestimmt. "Gähn" hätte es rein von der Reaktion her genausogut sein können, aber mit dem angeführten Grund dafür gehe ich nicht konform (will sagen, wenn ich etwa einen jungen Drachen spielen würde, der eine Gruppe zweibeiniger Abenteurer begleitet, dann liefe der letztendlich wahrscheinlich auch nur auf einen "Menschen mit kosmetischen Unterschieden" hinaus -- die kosmetischen Unterschiede wären halt nur etwas größer ;)), also fiel das 'raus. Und grundsätzlich kann ich mit den "Standardvölkern" arbeiten; ändert halt nichts daran, daß ich für jede halbwegs interessante zusätzliche Option dankbar bin, das ist alles. :)
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Talwyn am 16.01.2019 | 12:14
Talwyn? Beschreibst Du in Deinem Spoiler gerade Mutant: Year Zero (plus Ergänzungen)?  ~;D

Ein bisschen. Hauptinspiration ist allerdings das hier (https://store.steampowered.com/app/257260/Inherit_the_Earth_Quest_for_the_Orb/).
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Swafnir am 16.01.2019 | 15:29
Ich denke hier sit auch so ein bisschen das Problem, dass viele denken "besondere" Charaktere müssen auch einer exotischen Spezies oder einer besonderen Profession angehören. Interessante Charaktere werden aber nicht dadurch interessant, weil sie das auf dem Papier sein müssten.
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: nobody@home am 16.01.2019 | 17:01
Ich denke hier sit auch so ein bisschen das Problem, dass viele denken "besondere" Charaktere müssen auch einer exotischen Spezies oder einer besonderen Profession angehören. Interessante Charaktere werden aber nicht dadurch interessant, weil sie das auf dem Papier sein müssten.

Okay, dann erklär' uns doch mal kurz, wie Du dir bei D&D beispielsweise einen "besonderen" nichtabenteuernden Hufschmied als brauchbaren SC vorstellen würdest... ~;D

(Will sagen: die "besondere Profession" ist aus meiner Sicht ein Strohmann, die hat man als D&D-Spielercharakter automatisch ohnehin schon weg.)
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Swafnir am 16.01.2019 | 17:09
Okay, dann erklär' uns doch mal kurz, wie Du dir bei D&D beispielsweise einen "besonderen" nichtabenteuernden Hufschmied als brauchbaren SC vorstellen würdest... ~;D

(Will sagen: die "besondere Profession" ist aus meiner Sicht ein Strohmann, die hat man als D&D-Spielercharakter automatisch ohnehin schon weg.)

Seit wann geht es hier um brauchbare SCs?  :P Das mit den besonderen Professionen war - wie mein ganzer Post - nicht ausschließlich auf D&D gemünzt. gerade fürüher DSA 3 gab es da die abgefahrendsten selbt entworfenen im Netz. Übrigens auch Rassen.

Aber um das nochmal zu vertiefen: Ein stinknormaler Krieger der interessant gespielt wird und Charakter hat, kann deutlich interessanter sein als ein Myconid-Drachenmischling der ein magischer Assasinenkleriker ist, aber ungefähr den Tiefgang eines Tragflächenbootes hat. Und das ist ein Punkt, den viele nicht sehen. Ein Charakter braucht Charakter.
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Rhylthar am 16.01.2019 | 17:11
Ich denke eher, dass Swafnir damit Klassen meint, die eben nicht im Grundregelwerk stehen.

Gehör(t)e nämlich üblicherweise auch zu jenen, die gerne "etwas anderes" (Stichwort: Psionics) spielen wollen.
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: nobody@home am 16.01.2019 | 17:19
Seit wann geht es hier um brauchbare SCs?  :P

Ich denke doch, so ungefähr, seit Post #1 die Frage nach den in D&D standardmäßig spielbaren Völkern aufgeworfen hat. ::)

Zitat
Aber um das nochmal zu vertiefen: Ein stinknormaler Krieger der interessant gespielt wird und Charakter hat, kann deutlich interessanter sein als ein Myconid-Drachenmischling der ein magischer Assasinenkleriker ist, aber ungefähr den Tiefgang eines Tragflächenbootes hat. Und das ist ein Punkt, den viele nicht sehen. Ein Charakter braucht Charakter.

Stimmt zwar prinzipiell -- dummerweise gibt's dann umgekehrt aber auch viele Leute, die nicht sehen, daß ein Myconiden-Drachenmischlings-Assassinenkleriker, der interessant gespielt wird, seinerseits auch wieder interessanter ist als ein stinknormaler Krieger mit dem Tiefgang einer Briefmarke. Einfach, weil sie das aus welchem Grund auch immer ganz genauso wie ihre Gegenstücke an der Rassen-, Berufs-, und sonstigen regeltechnischen Profilwahl festmachen statt an der tatsächlichen Spielweise...
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Mouncy am 16.01.2019 | 17:42
Oder wie wäre es mit einer Spezies, die nicht in Männlein/Weiblein aufgeteilt ist, sondern 3, 4 oder 5 Geschlechter kennt? Könnte eine interessante Gesellschaft und Kultur hervorbringen.
Männlein, Weiblein, Apache Attack Helicopter?  ~;D
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Rorschachhamster am 16.01.2019 | 18:08
Stimmt zwar prinzipiell -- dummerweise gibt's dann umgekehrt aber auch viele Leute, die nicht sehen, daß ein Myconiden-Drachenmischlings-Assassinenkleriker, der interessant gespielt wird, seinerseits auch wieder interessanter ist als ein stinknormaler Krieger mit dem Tiefgang einer Briefmarke...
Man könnte auch argumentieren, das es wesentlich schwerer ist einen Myconiden-Drachenmischlings-Assassinenkleriker interessant zu spielen, weil jedes Gegenüber schon allein durch Myconiden-Drachenmischlings-Assassinenkleriker so abgelenkt ist, das es jeglichen Tiefgang gar nicht mehr wahrnimmt (bzw. wahrnehmen kann!).  :)
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Dioto am 16.01.2019 | 20:50
Ich persönlich finde die Standard-Völker auch sehr langweilig und zu humanozentrisch, wenn das Fantasy-Genre doch so viel mehr bieten kann als den EDO-Einheitsbrei nach Tolkien-Art. Mich nervt besonders, dass nahezu keine mittelalterliche Fantasy-Welt mehr ohne Elfen und Zwerge auskommt (medienübergreifend), sondern diese mittlerweile zur Grundausstattung gehören. Ansonsten gilt die Welt als Nischenprodukt.

Siehe hierzu auch: Terrible Writing Advice - Fantasy Races (https://youtu.be/XZmUUupSgQk)

Oder wie wäre es mit einer Spezies, die nicht in Männlein/Weiblein aufgeteilt ist, sondern 3, 4 oder 5 Geschlechter kennt? Könnte eine interessante Gesellschaft und Kultur hervorbringen.
Dir könnte vielleicht die Neunte Welt/Numenera gefallen. Die spielbaren Spezies sind grundverschieden, sodass es beispielsweise technikaffine Pinguine mit 3 Geschlechtern, Pflanzenwesen, die mittels Licht kommunizieren, und affenartige Wesen, die mit einem intelligenten Pilz in Symbiose stehen, gibt.
Ein bisschen. Hauptinspiration ist allerdings das hier (https://store.steampowered.com/app/257260/Inherit_the_Earth_Quest_for_the_Orb/).
Ich habe den Post vorhin gelesen und musste dabei auch an Erben der Erde denken.  :)
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 17.01.2019 | 00:25

Stimmt zwar prinzipiell -- dummerweise gibt's dann umgekehrt aber auch viele Leute, die nicht sehen, daß ein Myconiden-Drachenmischlings-Assassinenkleriker, der interessant gespielt wird, seinerseits auch wieder interessanter ist als ein stinknormaler Krieger mit dem Tiefgang einer Briefmarke.

Danke, da nehme ich auf jeden Fall den Krieger. Erstens läuft das andere nämlich erfahrungsgemäß gewollt oder ungewollt auf Slapstick hinaus und zweitens habe ich zu dem Krieger wenigstens eine funktionierende Beziehungsebene.
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: nobody@home am 17.01.2019 | 11:56
Danke, da nehme ich auf jeden Fall den Krieger. Erstens läuft das andere nämlich erfahrungsgemäß gewollt oder ungewollt auf Slapstick hinaus und zweitens habe ich zu dem Krieger wenigstens eine funktionierende Beziehungsebene.

Jedem das seine, Herr Briefmarke. :)
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: KhornedBeef am 17.01.2019 | 12:08
Na na,nicht persönlich werden :)
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: nobody@home am 17.01.2019 | 12:13
Na na,nicht persönlich werden :)

Eh. Insoweit, als es um den alten Streit zwischen zwei Parteien geht, die sich in mehr oder weniger spitzfindigen Formulierungen schlichtweg gegenseitig die Fantasie absprechen -- der war schon immer persönlich, das liegt einfach in der Natur der Sache. :)
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 17.01.2019 | 12:48
Die Antwort verstehe ich nicht. Solltest du dich persönlich angegriffen fühlen, lag das nicht in meiner Absicht. Ich habe ja eingangs schon gesagt, dass ich Exoten grundsätzlich nicht mag. Ich habe in all den Jahren nur einmal erlebt, dass ein Exot okay dargestellt wurde, also ohne dass es auf mich lächerlich oder selbstverliebt wirkte. Das war ein Thri Kreen und der war wie gesagt gerade so okay. Kein Mehrwert für mich. Die Darstellung konzentrierte sich für mich auf "ich bin ein Alien". Schläft nicht in Betten, bevorzugt lebende Nahrung, redet komisch, macht seltsame Geräusche, hat vier Arme... Da kann ich nix mit anfangen. Wenn ich das auf EDO übertrage hieße das, dass der Elf einem die ganze Zeit erzählt, dass er ja spitze Ohren hat und überhaupt viel anmutiger ist als ein Mensch. Das ist für mich nicht interessant sondern ermüdend.

Edit: vielleicht magst du mal schreiben, was du unter "interessant" verstehst, am liebsten mit Beispiel.
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Grubentroll am 17.01.2019 | 13:03
Wenn du den Zwerg, Elf und Ork nur anhand seines Körperbaus spielst, dann ist der natürlich fad.
Aber bei dem erwähnten schwebenden Photonengelee wirst du das Problem auch schnell haben.

Wenn der Elf allerdings ein Ästhetiknazi und der Zwerg ein unter Tage lebendes Arschloch mit schlechten Essmanieren ist wird es doch spannend.

Und das nennt man dann Rollenspiel.

Aber ich bin da ganz mit Boba, an sich brauchts nur Menschen.
Game of Thrones ist auch nicht fad nur weil nicht dauernd irgendwo ein Spitzohr oder Photonengelee rumläuft oder schwebt.
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: nobody@home am 17.01.2019 | 13:30
Die Antwort verstehe ich nicht.

Ich bin mir gerade nicht sicher, auf welche Antwort du dich genau beziehst, also gehe ich mal auf beide ein:

Jedem das seine, Herr Briefmarke. :)

Wenn du "auf jeden Fall" den Krieger nimmst, auch und gerade dann, wenn der wie in meinem ausdrücklichen vorherigen Beispiel am Ende deutlich "platter" herauskommt als der angesprochene Exot...dann, denke ich, paßt der Spitzname. :)

Eh. Insoweit, als es um den alten Streit zwischen zwei Parteien geht, die sich in mehr oder weniger spitzfindigen Formulierungen schlichtweg gegenseitig die Fantasie absprechen -- der war schon immer persönlich, das liegt einfach in der Natur der Sache. :)

Hier geht es mir darum, daß aus meiner Sicht beide Parteien denselben Blödsinn verzapfen:

-- Die "Normalospieler" unterstellen den "Schneeflocken", daß sie keine Fantasie hätten, denn sonst könnten sie ja auch einen "richtigen" Charakter interessant gestalten, anstatt sich auf irgendwelche komischen Exoten als Krücke zu stützen.

-- Und umgekehrt werfen die Schneeflocken den Normalos vor, daß sie nicht die nötige Fantasie hätten, sich ein Ausbrechen aus ihrem Standardrassenkorsett überhaupt vorzustellen.

Für beide Anklagepunkte gibt's wahrscheinlich genügend individuelle Spieler, auf die der eine oder andere tatsächlich zutrifft; ich wäre nicht einmal besonders überrascht, wenn sich auch in Rollenspielkreisen konkrete Beispiele für wissenschaftlich nachweisbaren Fantasiemangel in beide Richtungen gleichzeitig finden ließen. ;) Aber einfach mal eben logisch zum neuen dogmatischen Grundsatz verallgemeinern läßt sich das nicht -- und ein persönlicher Angriff auf den "Gegner" ist es letzten Endes so oder so.
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Gunthar am 17.01.2019 | 17:51
Ein bisschen. Hauptinspiration ist allerdings das hier (https://store.steampowered.com/app/257260/Inherit_the_Earth_Quest_for_the_Orb/).
Und hier gäbe es noch eine weitere Inspiration: Armello (https://store.steampowered.com/app/290340/). Ein Brettspiel mit RPG-Elementen
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Luxferre am 21.01.2019 | 07:16
So ordne ich sie ihren D&D-Entsprechungen zu und bin fassungslos, wie uninspiriert die Völker sind.
Alle so menschenähnlich. Keine Nicht-Affen, keine Nicht-Humanoiden.

Wie ist eure Meinung zu den klassischen Spieler-Völkern? Hui oder Pfui?

Ich finde die Völker selbst nicht uninspiriert, aber die Umsetzung in den Regelwerken und am Spieltisch ist meist sehr uninspiriert. Und D&D ist nunmal nciht das System, das mit tollen, plausiblen und diversen Volksbeschreibungen daherkommt. Deine Beobachtung, dass dort alle Völker Abziehbilder der Menschen in anderer Körperform sind schon sehr richtig.
Elfen sind arrogante und langlebige Menschen, die irgendwie, villeicht naturverbunden sind.
Zwerge sind untersetzte, kleine Bergmenschen mit Bart und Vorliebe für Bier.
Also alles, wie auch Menschen ein könnten. Solche Typen trifft man doch auch im Reallife.

Ich hatte dazu gerade gestern ein sehr interessantes Gespräch mit einem guten Freund. Er ist gerade dabei, Elfen/Elben plausiblen in seine Spielwelt zu integrieren und macht sich Gedanken um die Auswirkungen von Langlebigkeit auf Handwerk, Gesellschaftsformen, Magie und Politik. Für meinereiner ebenfalls sehr wichtig ... aber eben nicht in D&D. Da zählen Werte ;)



edit:
zu AD&D Zeiten gab es schöne Handbücher zu den verschiedenen Völkern. Diese haben zwar jede Menge Flair mit reingebracht, aber leider waren die Auswirkungen im Spiel wenig merkbar. Ich muss das Elfenhandbuch nochmal rauskramen und schreibe heut Abend mal etwas dazu ...
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Bildpunkt am 21.01.2019 | 07:53
Ich finde die Völker selbst nicht uninspiriert, aber die Umsetzung in den Regelwerken und am Spieltisch ist meist sehr uninspiriert. Und D&D ist nunmal nciht das System, das mit tollen, plausiblen und diversen Volksbeschreibungen daherkommt. Deine Beobachtung, dass dort alle Völker Abziehbilder der Menschen in anderer Körperform sind schon sehr richtig.
Elfen sind arrogante und langlebige Menschen, die irgendwie, villeicht naturverbunden sind.
Zwerge sind untersetzte, kleine Bergmenschen mit Bart und Vorliebe für Bier.
Also alles, wie auch Menschen ein könnten. Solche Typen trifft man doch auch im Reallife.

Ich hatte dazu gerade gestern ein sehr interessantes Gespräch mit einem guten Freund. Er ist gerade dabei, Elfen/Elben plausiblen in seine Spielwelt zu integrieren und macht sich Gedanken um die Auswirkungen von Langlebigkeit auf Handwerk, Gesellschaftsformen, Magie und Politik. Für meinereiner ebenfalls sehr wichtig ... aber eben nicht in D&D. Da zählen Werte ;)



edit:
zu AD&D Zeiten gab es schöne Handbücher zu den verschiedenen Völkern. Diese haben zwar jede Menge Flair mit reingebracht, aber leider waren die Auswirkungen im Spiel wenig merkbar. Ich muss das Elfenhandbuch nochmal rauskramen und schreibe heut Abend mal etwas dazu ...

Der Langlebigkeit nichtmenschlicher Voelker u deren Auswirkung auf die Spielwelt wurde in der 2nd zumindest implizit mit klaren Stufenbegrenzungen begegnet. Nur als Mensch durfte man unbegrenzt aufsteigen....
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Luxferre am 21.01.2019 | 07:57
Der Langlebigkeit nichtmenschlicher Voelker u deren Auswirkung auf die Spielwelt wurde in der 2nd zumindest implizit mit klaren Stufenbegrenzungen begegnet. Nur als Mensch durfte man unbegrenzt aufsteigen....

Findest Du diese Regel plausibel?
Ich persönlich finde sie sogar SEHR falsch ;) dagegen fänd ich erhöhte XP-Kosten sogar noch plausibel ...
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Gunthar am 21.01.2019 | 08:26
Bin ich gleicher Meinung. Levellimitierung für langlebige Rassen passt überhaupt nicht ins Bild. Ein XP-Penalty wäre da besser. Aber dann kann das Problem auftauchen, dass die betroffene Rasse beim Leveln zurückfällt und trotz ihren Bonusfähigkeiten leicher zum Opfer fallen kann. Bei (A)D&D können schon 3 Level Unterschiede über Leben und Tod entscheiden.
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: Luxferre am 21.01.2019 | 08:35
Bin ich gleicher Meinung. Levellimitierung für langlebige Rassen passt überhaupt nicht ins Bild. Ein XP-Penalty wäre da besser. Aber dann kann das Problem auftauchen, dass die betroffene Rasse beim Leveln zurückfällt und trotz ihren Bonusfähigkeiten leicher zum Opfer fallen kann. Bei (A)D&D können schon 3 Level Unterschiede über Leben und Tod entscheiden.

Wahrscheinlich wäre da sogar die Quintessenz, dass plötzlich alle Elfen Diebe wären, weilwegen schneller Progression und so  >;D
Titel: Re: D&D-Völker langweilig?
Beitrag von: nobody@home am 21.01.2019 | 12:31
Der Langlebigkeit nichtmenschlicher Voelker u deren Auswirkung auf die Spielwelt wurde in der 2nd zumindest implizit mit klaren Stufenbegrenzungen begegnet. Nur als Mensch durfte man unbegrenzt aufsteigen....

In der ersten Edition auch schon. Umgekehrt durfte man natürlich auch nur als "Halbmensch" eine Multiklassenkombination wählen (nebenbei, wenn ich mich recht entsinne, war zumindest bei AD&D1 eine der erlaubten Kombinationen tatsächlich Kleriker/Assassine -- allerdings nur für Halborks). Als Mensch durfte man allenfalls einmal im Leben seine Klasse wechseln, und auch das nur, wenn man entsprechende Superattributswerte mitbrachte und bereit war, auf die Fähigkeiten aus der alten Klasse ein paar Stufenaufstiege lang möglichst komplett zu verzichten...

Was soll ich sagen, die AD&D-Regeln hatten -- äh -- ihren eigenen Charme. ~;D