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Pen & Paper - Spielsysteme => Cthulhu RPGs => Thema gestartet von: Der Läuterer am 11.04.2019 | 11:02
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NEIN!
Keine Panik. Waldläufer bei Cthulhu sind nicht gemeint.
Aber minimalistische Beschreibungen von NSCs.
Siehe Tolkiens Beschreibung...
"Suddenly Frodo noticed that a strange-looking weather-beaten man, sitting in the shadows near the wall, was also listening intently to the hobbit-talk. [...]"
"[...] As Frodo drew near be threw back his hood, showing a shaggy head of dark hair necked with grey, and in a pale stern face a pair of keen grey eyes."
... in DER HERR DER RINGE.
Hier schaltet sich das Kopfkino ein und jeder Leser hat seinen eigenen Aragorn.
So etwas auch bei Cthulhu Szenarien empfände ich als ideal.
KURZ & EINPRÄGSAM.
Was ist Eure Meinung dazu?
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Ja. Und auch bei allen anderen Spielen.
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Kurz und einprägsam reicht völlig. Mehr bleibt bei den Spielern sowieso in der Regel nicht hängen -- eher weniger. ("Ach ja, der Typ, der was von seltsamen Geräuschen gemurmelt hat...wie hieß der doch noch gleich, und was hat er uns noch mal genau erzählt?") ;)
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Ja auch meine Meinung. Kurze Stichwörter reichen dann auch als Vorbereitung der Beschreibung. 3-4 Markenzeichen reichen. Jeder stellt sich den Charakter ohnedies anders vor. Da kann ich noch so viel beschreiben.
Ich empfinde persönlich die Augenpartie als recht wichtig. Bzw. wie sich diese verhält.
Ein steht umherblickender, gehetzter Blick. Glasige abwesende Augen, die ins nichts starren,... sowas. Nicht umsonst werden die Augen als Spiegel der Seele tituliert.
Ein Wenig zum Gewand. Abgetragen, zerlumpt. Fein, kostspielig und verspielt. Öl befleckt oder gut gepflegt.
Selbst der Geruch kann beitragen den Charakter zu beschreiben und ihn mit diesem zu identifizieren. Eine Alkoholfahne, besonderes Parfum, Schweißgeruch, der Geruch von süßem Zuckerwerk.
Wettergegerbtes Gesicht, Falten Schluchten gleich, scharfkantige Züge, ausgeprägte Nasen oder Kieferpartien. Hohe Wangenknochen. Vielleicht dann noch besondere Frisuren.
Der Rest entsteht dann erst durch das Ausspielen des Charakters. Die Stimme und die Attitüde. Da kommen erst die Gesten zum Einsatz. z.B. der Charakter der sich andauernd eine Haarsträhne aus dem Gesicht pustet.
Wenn man jedem NPC ein paar wenige aber interessante und auffällige Kleinigkeiten gibt, reicht es durchaus aus.
Und ich schließe mich an. Nicht nur bei Cthulhu, auch sonst.
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Würde nicht auch ein markantes Detail reichen können?
Der Dicke.
Die Rothaarige.
Der Brillenträger.
Die Duftende.
Der Bärtige.
Der mit der krummen Nase.
Die Alte.
Der Hinkende.
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Würde nicht auch ein markantes Detail reichen können?
Der Dicke.
Die Rothaarige.
Der Brillenträger.
Die Duftende.
Der Bärtige.
Der mit der krummen Nase.
Die Alte.
Der Hinkende.
Das wäre etwas zu wenig, wenn auch prägnannt. Allerdings auch kaum individuell.
Kurz und einprägsam reicht völlig. Mehr bleibt bei den Spielern sowieso in der Regel nicht hängen -- eher weniger. ("Ach ja, der Typ, der was von seltsamen Geräuschen gemurmelt hat...wie hieß der doch noch gleich, und was hat er uns noch mal genau erzählt?") ;)
Genau so.
Für meine Zusammenfassungen weiss ich, dass etwas unbrauchbar wird sobald es mehr als einen Satz braucht.
In Stichpunkten arbeiten fällt mir da am einfachsten.
Bei Unknown Armies 3, bekommt man dankt der Identities auch noch die relevanten Skills in die selbe Zeile.
Beispiel
Albert Moore (43J, scrummy, muffy, crouched Bum, crazy Eyes, Idenity: Homeless Guy 65%, Former Marketer 55%).
oder
Alexis Bree (22J, sexy, elegant, damn long hazel-brown Hair, sweet Smile, Idenity: Femme fatale 70%, Single Mother 50%)
(Ok Featuress nicht enthalten, brauche ich aber für NSCs auch nicht wirklich).
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Oder man packt noch den Beruf, eine Besonderheit oder einen Tick dazu.
Dann bekommt man Typen.
Die junge, rothaarige Journalistin, die ihre Haare hinter das Ohr streicht und ihre Lippen schürzt, wenn sie überlegt.
Die alte Witwe im Rollstuhl, die mit gesenktem Blick spricht, mit ihren Fingern spielt und viele Sätze mit "Damals..." beginnt.
Der verkropfte, bebrillte Gelehrte, der sein Gegenüber über die Brille mustert und gerne mit "Interessant." antwortet, ohne selbst viel zu sagen.
Der schnauzbärtige Kunstmaler, der sich über die Oberlippe streicht und ständig zu Reizthemen in der Politik Vergleiche zieht.
Der alte Boxer, mit der krummen Nase, der häufig schnieft und ein Zucken am linken Auge hat.
Der gebräunte Archäologe, der stets Halstuch trägt und Zitate über den Tod parat hat "Jemand ist erst dann tot, wenn niemand mehr an ihn denkt."
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Das ist jedenfalls besser (weil einprägsamer und für alle leichter zu behalten) als detailverliebte Beschreibungen, die man eh als Spieler kaum aufnehmen kann, wenn es zu viele NSC werden, und bei denen man sich als SL (bei Cthulhu auch "Großer Alter von jenseits des Schirms" oder "Das Grauen mit den vielen Würfeln") tendenziell verhaspelt oder vertut ("Ach ne, die war ja rothaarig. Und der mit den Stiefeln hatte einen Vollbart, aber keine Brille ...").
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Es ist mir ja fast unangenehm, aber in FHTAGN wird das genau so für NSC gehandhabt:
https://fhtagn-rpg.de/spielwelt#nichtspielercharaktere
Das gilt für die 99% derjenigen NSC, die nun nicht gerade die Haupthandlung tragen. Dadurch kann man sowohl Werte(klassen) angeben, als auch den Fokus auf ein wesentliches Merkmal zum Ausspielen lenken.
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ich hatte mich verlesen und Agro gelesen. Also ein Trend darüber wie NSC entscheiden welchen Gegner sie wann angreifen .
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Ohne jetzt auf Cthulhu eingehen zu können: Das SL-Handbuch von 7te See 1ste Edition liefert bei der Beschreibung der NPCs markante Rollenspielhinweise für die dortigen NPCs ("Schauen sie jedem tief in die Augen, wenn sie mit ihm sprechen.", "Haben Sie Spaß an sich selbst"...)
Ich fand die immer großartig. Ist jetzt keine Beschreibung natürlich, sondern mehr wie man jemanden darstellt, aber trägt natürlich auch zur Unterscheidung und prägnanten Einprägsamkeit bei.
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Es ist mir ja fast unangenehm, aber in FHTAGN wird das genau so für NSC gehandhabt
Kurz und bündig, stimmt. Doch die Beschreibung sollte für mich in eine andere Richtung gehen, Case.
Wenn in einem Szenario ein Schriftsteller bzw. Arzt auftritt, komme ich mir persönlich veräppelt vor, wenn da, je nach System, unter Merkmalen oder Fertigkeiten 'Lesen & Schreiben' bzw. 'Medizin' gelistet wird.
So etwas läuft bei mir unter Allgemeingültigkeit oder unter gesundem Menschenverstand.
Als SL interessiert es mich viel mehr, was diesen NSC von anderen seines Berufs unterscheidet, oder ihn aus der Masse Mensch allgemein heraushebt.
Ein Arzt XY ist okay, wenn dieser nur den Char zusammenflickt.
Ein Arzt, der für den Plot von Relevanz ist, sollte nicht aufgrund seines glänzenden Bestecks oder seines Könnens im Gedächtnis bleiben, sondern weil er etwas anderes hat, dass ihn hervorhebt und unterscheidet.
Vielleicht riecht er immer nach Alkohol... weil er den Tick hat, immer alles zu desinfizieren.
Oder er hat Einstichstellen am Arm, schwitzt, zittert und ist nervös... weil er Diabetiker ist.
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Au contraire! Nicht jeder "Schriftsteller" stellt seine Schriften gleich gut, nicht jeder "Arzt" ist gefeierter Gehirnchirurg. Ich finde das gehört dazu, ob er dann 50% oder 85% in "Medizin" hat.
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Au contraire! Nicht jeder "Schriftsteller" stellt seine Schriften gleich gut, nicht jeder "Arzt" ist gefeierter Gehirnchirurg. Ich finde das gehört dazu, ob er dann 50% oder 85% in "Medizin" hat.
So etwas wie '%' sind für das Spiel nicht relevant.
Das ist aber eine Erkenntnis, für die ich auch geraume Zeit gebraucht habe.
Es geht mir dabei nicht um mich als SL, sondern um den Char und was beim Spieler im Gedächtnis bleibt.
Wenn es um die '%' geht, dann geht es immer nur um 'ja' und 'nein'. Immer.
Dem Char des Spielers geht es doch beim Arzt nicht um viele Diplome an der Wand, sondern nur darum, dass er geheilt wird.
Ob der Arzt nun ein kleine oder grosse Wahrscheinlichkeit hat ihn zu heilen, ist doch völlig Banane für ihn.
Wenn der Arzt es schafft, ist es ohne Belang. Wenn der Arzt es nicht schafft, sucht man sich den nächsten.
Verstehst Du, was ich meine, KhornedBeef?
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Ich bin auch ein Freund von kurz und prägnant. Auch wenn sich SCs selbst beschreiben. Ich find's furchtbar, wenn sich etwa neue Charaktere treffen, und dann soll jeder was zu seinem Char sagen kurz und sich vorstellen, und da gibt es in meinen Runden fast immer einen Spezialisten, der dann einen selbstverliebten Monolog von über 5 Minuten runterrasselt. Furchtbar, zumal sich das ja eh niemand merken kann.