Tanelorn.net

Pen & Paper - Spielsysteme => Cthulhu RPGs => Thema gestartet von: Der Läuterer am 18.04.2019 | 13:28

Titel: Cthulhu für Einsteiger
Beitrag von: Der Läuterer am 18.04.2019 | 13:28
Was zeichnet ein typisches Cthulhu Szenario für Einsteiger aus?

Mir kommen diese sog. Anfänger Plots für Newbies zu häufig sehr abschreckend vor.

Dienen die Szenarien nur dazu, den Spielern aufzuzeigen, wie schnell und auf welche Art und Weise man vom System aus dem Spiel genommen werden kann?
... um dann beim nächsten Mal gleich einen neuen Char generieren zu müssen?

Für mich definieren sich Einsteiger Szenarien dadurch, dass man mit dem Char erste Schritte geht und Erfahrungen mit den Regeln und dem Setting macht. Und nicht, dass man gleich erst mal draufgeht.
Titel: Re: Cthulhu für Einsteiger
Beitrag von: Tegres am 18.04.2019 | 13:38
Nenn mal bitte konkret Einsteigerszenarien, bei denen es dir so geht, denn es gibt mittlerweile ziemlich viele solcher Szenarien, gerade durch den neuen "Pforten in die Finsternis"-Band.

Das Einsteigerszenario schlechthin "Spuk im Corbitt"-Haus finde ich zum Beispiel nicht besonders gefährlich. Auch im Anfänger-Szenario "Inmitten uralter Bäume" aus dem Grundregelwerk ist in meinen Runden noch niemand über den Jordan gegangen (dafür hatte es andere Probleme). An dezidierten Einsteigerabenteuern habe ich sonst noch "Der Preuße" geleitet. Das kann in der Tat sehr tödlich sein, wenn die Investiagtoren nicht die entscheidenden Schlüsse ziehen. Dann ist es aber recht einfach, das auftauchende Mythos-Wesen zu töten.

Außerdem kommt es meines Erachtens sehr darauf an, ob man mit der optionalen Regel für Glückspunkte spielt, bei der diese ausgegeben werden können, um Proben zu verbessern. Mit dieser Regel kann man dem Tod häufig noch ein Schnippchen schlagen.
Titel: Re: Cthulhu für Einsteiger
Beitrag von: KhornedBeef am 18.04.2019 | 13:47
Man muss ja unterscheiden. Geht es darum, nur zu zeigen, wie dieses Horrorrollenspiel funktioniert? Dann ist das doch okay, kann man sogar als konkreten Reiz verkaufen. "Das ist jetzt quasi ein Horrorthriller, und eure Charaktere werden quasi entwertet Haupt- oder Nebenrolle, je nachdem wie lange sie leben :) ". Ist legitim, macht dann aber auch Sinn mit verkürzter Charaktererschaffung, oder fertigen Charakteren.

Persönlich finde ich es aber auch interessanter, wenn die Charakter mit den Spielern zusammen allmählich da hinein stolpern, d.h. man legt es direkt auf längeres Spiel an.

Persönlich kenne ich nur das Corbitthaus und nur von einer SL. Da war jetzt schon fast gonzo in seiner Standardhorrorigkeit und hat mich vor allem beim Einstieg garnnicht beeindruckt. Wir haben da eher trotz des Szenarioeinstiegs als wegen eine Ermittlergruppe gebildet.
Titel: Re: Cthulhu für Einsteiger
Beitrag von: Exar am 18.04.2019 | 18:50
Einsame, alte Häuser, die untersucht werden müssen und Geheimnisse bergen, sind meiner Meinung nicht verkehrt für den Einstieg in CoC.
Ob im Keller dann auch tödliche Gefahren lauern, oder sonst etwas Schlimmes passiert, kann man als SL ja anpassen.


Und nicht, dass man gleich erst mal draufgeht.
Immerhin weiß man dann gleich, woran man bei Cthulhu ist.  ~;D
Titel: Re: Cthulhu für Einsteiger
Beitrag von: Der Läuterer am 18.04.2019 | 18:55
Gerade DAS SPUKHAUS, DER SPUK, SPUK IM CORBITT-HAUS aus den Schnellstartregeln wirkt sich generell recht defizitär aus, wenn ich mich korrekt an alte Spielberichte erinnere.
Titel: Re: Cthulhu für Einsteiger
Beitrag von: Rhylthar am 18.04.2019 | 19:23
Ich habe (und bin auch selber so herangeführt worden) Einsteiger meist so Cthulhu nähergebracht, als dass ich den investigativen Charakter in den Vordergrund gestellt habe, bis dann jener Twist zum Horror/Cthuloiden kam.
Titel: Re: Cthulhu für Einsteiger
Beitrag von: Der Läuterer am 18.04.2019 | 19:46
Ich habe mich zu Cthulhu ja bereits oft genug geäussert ...mich mit meinen Ansichten auch oft genug gegen den Mainstream gestellt und mir damit sicher den ein oder anderen Fluch zugezogen.

Cthulhu ist für mich zuerst einmal eine Andeutung, ein unangenehmes Gefühl und dunkle Vorahnungen und Schatten.
Dann werden es böse Träume.

Es ist nicht das Monster Of The Week und beim ersten Mal auch nicht Into Your Face.

Zumindest m.M.n. nicht.
Titel: Re: Cthulhu für Einsteiger
Beitrag von: angband am 18.04.2019 | 19:49
Ich habe mich zu Cthulhu ja bereits oft genug geäussert ...mich mit meinen Ansichten auch oft genug gegen den Mainstream gestellt und mir damit sicher den ein oder anderen Fluch zugezogen.

Cthulhu ist für mich zuerst einmal eine Andeutung, ein unangenehmes Gefühl und dunkle Vorahnungen und Schatten.
Dann werden es böse Träume.

Es ist nicht das Monster Of The Week und beim ersten Mal auch nicht Into Your Face.

Zumindest m.M.n. nicht.
Für dieses Kriterium bietet sich "das Geheimnis des Schwarzwaldhofes" ziemlich gut an. Das war im SL Handbuch 2. Und 3. Edition drin. Für mich DAS Cthulhu Abenteuer schlechthin.
Titel: Re: Cthulhu für Einsteiger
Beitrag von: Tegres am 18.04.2019 | 19:51
"Spuk im Corbitt-Haus" und "Inmitten uralter Bäume" sind meines Erachtens aber auch keine Monster-of-the-Week-Szenarien. Sie sind allerdings auch nicht wahnsinnig subtil. Ein zu hohes Maß an Subtilität kann ich mir aber im Rahmen eines Einsteigerszenarios als problmatisch vorstellen. Auf subtilere Szenarien muss man sich halt noch mehr einlassen und das mag wiederum für manche Einsteiger schwierig sein. Letztenendes ist das aber, wie fast alles, gruppenabhängig.
Titel: Re: Cthulhu für Einsteiger
Beitrag von: Der Tod am 18.04.2019 | 19:59
Liegt vermutlich an meinem Habitus, aber für mich hat der ideale Einstieg in CoC ein akademisches Grundthema. Kurz: wenn keine alten Bücher mit und mindestens ein verschrobener Professor vorkommt, dann trifft es nicht ins Schwarze. Die Kombo von "Universitätsstadt Arkham" und "Die 9 Pforten" war es zumindest, was mich damals gepackt hat. Die Provinzialität deutscher Waldstücke der 1920er mit Mundart-Kolorit war es jedenfalls nicht.

Die Todesquote lag bei meinen Einstiegsrunden konsequent bei 1/3, und ich halte die rasche Sterblichkeit für ein typisches Abgrenzungsmerkmal z.B. zu D&D, so dass ich das auch in einem Einsteigsabenteuer entsprechend zeigen würde (grade da, denn da hängt noch niemand zu sehr an seinem Char!).

Wenn ich jetzt nochmal eine Runde für Neulinge leiten würde, dann würde ich vermutlich immer noch zu Am Rande der Finsternis oder Die Hügel des Schreckens greifen.
Titel: Re: Cthulhu für Einsteiger
Beitrag von: kasi45 am 18.04.2019 | 20:23
Für sollte ja ein Einstiegsszenario das bieten, was das Rollenspiel ausmacht. Und wenn ich an ein Rollenspiel im Lovecraft Universum denke, muss ich immer an folgende Dinge denken:
- Alte Bücher mit verbotenem Wissen
- Kreaturen so abscheulich, dass sie nicht beschreibbar sind
- Charaktere, die wahnsinnig werden oder auch sterben

Da es sich auch um ein Horror-Rollenspiel handelt, bin ich persönlich der Meinung, dass die Gefahr zu sterben deutlich da sein sollte. Spätestens wenn die Spieler merken, dass ihre Charaktere durch ein halbwegs vernünftiges Spiel nicht groß in Gefahr geraten, ist der Witz meiner Meinung nach raus.

Insgesamt denke ich durchaus, dass man in einem Einstiegsszenario nicht zuuu subtil vorgehen sollte (war halt bei Lovecraft auch nicht so).

Auch ich denke eher an Akademiker in Neuengland denn an das Leben im Schwarzwald in den 1920ern....

Aber wie immer meine Meinung
Titel: Re: Cthulhu für Einsteiger
Beitrag von: Undwiederda am 18.04.2019 | 20:34
Spuk im Corbithaus kann mMn ziemlich gefährlich sein.
Als ich es geleitet habe, hat alleine
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
einen Spieler komplett rausgenommen und zwei ziemlich verletzt und die gefährlichste Stelle ist eigentlich
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Vom Lesen her fand ich den Gaukler von Jusa ein sehr gutes Einsteigerabenteuer. Auch weil es gut an die Regelmechanik heranführt.
Titel: Re: Cthulhu für Einsteiger
Beitrag von: Der Läuterer am 18.04.2019 | 20:57
Für dieses Kriterium bietet sich "das Geheimnis des Schwarzwaldhofes" ziemlich gut an. Das war im SL Handbuch 2. Und 3. Edition drin. Für mich DAS Cthulhu Abenteuer schlechthin.
Ja! Das passt super.
Das Szenario ist das perfekte Beispiel zu meiner Ansicht, angband. Der SL kann den Chars zusetzen und am Ende bleibt ihnen das Leben und das Entsetzen.

"Spuk im Corbitt-Haus" und "Inmitten uralter Bäume" sind meines Erachtens aber auch keine Monster-of-the-Week-Szenarien. Sie sind allerdings auch nicht wahnsinnig subtil.
Schön gesagt.
'Inmitten uralter Bäume' ist m.M.n. ein misslungenes Szenario, weil es zu sehr in Richtung D&D pendelt.
'Spuk im Corbitt-Haus' entwickelt sich zum TPKiller, wenn der SL all seine Optionen nutzt.

Ein zu hohes Maß an Subtilität kann ich mir aber im Rahmen eines Einsteigerszenarios als problmatisch vorstellen. Auf subtilere Szenarien muss man sich halt noch mehr einlassen und das mag wiederum für manche Einsteiger schwierig sein.
Subtil soll hier nicht heissen, dass kaum etwas passiert. Es sollte nur bedeuten, dass man mit dem Schrecken davon kommen sollte.

Liegt vermutlich an meinem Habitus, aber für mich hat der ideale Einstieg in CoC ein akademisches Grundthema. Kurz: wenn keine alten Bücher mit und mindestens ein verschrobener Professor vorkommt, dann trifft es nicht ins Schwarze. Die Kombo von "Universitätsstadt Arkham" und "Die 9 Pforten" war es zumindest, was mich damals gepackt hat. Die Provinzialität deutscher Waldstücke der 1920er mit Mundart-Kolorit war es jedenfalls nicht.
Den Ansatz unterschreibe ich auch sofort.

Die Todesquote lag bei meinen Einstiegsrunden konsequent bei 1/3, und ich halte die rasche Sterblichkeit für ein typisches Abgrenzungsmerkmal z.B. zu D&D, so dass ich das auch in einem Einsteigsabenteuer entsprechend zeigen würde (grade da, denn da hängt noch niemand zu sehr an seinem Char!).
Ich gebe Dir absolut Recht, bin aber dennoch anderer Meinung.
Die Abgrenzung von Hack&Slash entsteht m.M.n. bereits dadurch, dass die Chars nicht auf Schritt und Tritt mit Kreaturen konfrontiert werden, sondern mit Situationen.
Und ich muss Dir widersprechen. Wenn man seinen Char baut und vielleicht auch bereits Hintergrund hinein gesteckt hat, dann hängt man oft bereits mit dem Herzen dran.

'Am Rande der Finsternis' halte ich auch für aussergewöhnlich gut, ist m.M.n. aber nichts für Einsteiger.
Titel: Re: Cthulhu für Einsteiger
Beitrag von: Der Läuterer am 19.04.2019 | 13:30
Bei der Auswahl eines Einsteiger Szenarios ist sicherlich wichtig zu wissen, was und wen man damit erreichen will.
Vermutlich gibt es DAS EINE passende Szenario für Einsteiger überhaupt nicht.

Ich habe mir mal etwas Mühe gegeben und einige Szenarien herausgesucht, die ich persönlich geleitet habe und demnach bewerten kann.
Zudem sind diese Szenarien auch noch alle erhältlich - die Hälfte davon sogar für umme im Netz.

1. Will das Szenario systemfremden Spielern Cthulhu näher bringen?
BEGRABEN! - gratis PDF
BOOKS OF UNCLE SILAS, the - gratis PDF
MAZE OF MADNESS, the - gratis PDF
TRANSLATION OF EVIL, a - PDF $0.74
BOOK, the - Arkham Detective Tales - PDF $9.75
CRIMSON LETTERS / dt. IN DER TINTE - E7 Regelwerk - €19,95

2. Will das Szenario einem D&Dler zeigen, dass man auch bei Cthulhu moschen darf und kann?
EDGE OF DARKNESS, the / dt. AM RANDE DER FINSTERNIS - gratis PDF
HALLOWEEN CANDY - Halloween Horror - PDF $6.95
SCHRECKLICHE WELT DES PAUL WEGENER, die - Abenteuer aus der Gruft I - €9,95
TALES DEAD MEN TELL, the - gratis PDF

3. Will das Szenario absolute Neulinge mit Cthulhu ans Rollenspiel heranführen?
BAGGAGE CHECK - gratis PDF
BRUT DES GHOULS, die - gratis PDF
HALLOWEEN IN DUNWICH - PDF $6.95
IDOL OF THOTH, the - PDF $3.95
MISSED DUES - CoC Keeper Screen Pack - PDF $14.95

SCITCH SCRATCH - CoC Free Game Day - gratis PDF
Titel: Re: Cthulhu für Einsteiger
Beitrag von: Dionysian Spectre am 19.04.2019 | 20:20
Was macht denn allgemein ein Einsteiger-Szenario für Cthulhu aus? Warum sind die zuletzt aufgelisteten Szenarien gute Einsteiger-Szenarien und nicht einfach nur gute Szenarien? (Ich frage das als erfahrener Fantasy-Rollenspieler und Cthulhu-Neueinsteiger: ein typisches Fantasy-Einsteiger-Szenario fängt auf Level 1 an, aber die Art von Level-Aufstieg gibt es bei Cthulhu doch eh nicht, oder?)
Titel: Re: Cthulhu für Einsteiger
Beitrag von: Der Läuterer am 19.04.2019 | 23:02
Es gibt zweifelsfrei Szenarien, die einfacher zu lösen sind als andere. Einsteiger Szenarien führen ihre Spieler leichter an den Mythos heran, ohne dabei zu überfordern.

Die Geschichten von Lovecraft waren selten Hack&Slash. Aber Spannung wird auch bei Cthulhu durch Konflikte erzeugt, die nicht selten in Gewalt münden. Dennoch seht der Kampf nicht im Mittelpunkt des Settings. Doch Spieler, die den Umgang mit Konflikten von anderen Settings anders kennen, werden von der Letalität Cthulhus überrascht sein.

Auch der Umgang mit den Fertigkeiten kann recht ungewohnt sein, so dass die Spieler teilweise nichts mit ihren Chars anzufangen wissen.

Es ist ja nicht so, dass man bei CoC mit low-level Chars Szenarien für hochstufige Chars spielen würde. Die Chars steigern sich ja nur marginal.

Von der Hand zu weisen ist jedoch nicht, dass man mit Newbies und mit Veteranen anders umgeht.
Für Veteranen bleiben auch gute Einsteiger Szenarien attraktiv, für Newbies sind manche Plots aber zu ... fordernd, kompliziert, verstrickt.
Titel: Re: Cthulhu für Einsteiger
Beitrag von: Der Läuterer am 21.04.2019 | 14:50
Das Szenario SCITCH SCRATCH - CoC Free Game Day 2018 - ist sowohl etwas für Cthulhu Einsteiger, als auch für RPG Neulinge.
Titel: Re: Cthulhu für Einsteiger
Beitrag von: Arkam am 1.05.2019 | 12:25
Hallo zusammen,

für mich sollte ein Einsteiger Szenario für ein konkretes System folgende Kritierien erfüllen:


Jetzt kenne ich zu wenig Cthulhu Abenteuer um nach diesen Kriterien eine Empfehlung auszusprechen. Ich hoffe aber man kann nach dieser Liste ein konkretes Abenteuer abklappern und beurteilen.

Gruß Jochen