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Medien & Phantastik => Sehen, Lesen, Hören => Sehen => Thema gestartet von: tartex am 7.04.2020 | 17:09

Titel: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: tartex am 7.04.2020 | 17:09
Ich habe ein Problem mit Holzhammer-strong-independent-Women-Charakteren, während jeder Mann ein winselnder Idiot ist. Und das hat in den letzten 10 Jahren massiv zugenommen.

Da würde ich dann doch gerne ein paar Beispiele erfahren, wo man die "winselnden Idioten"-Männer in den Medien der letzten 10 Jahre so finden kann. Mir selbst fällt da leider kein einziges Beispiel dafür ein.

Also: präsentiert sie mir!
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: KhornedBeef am 7.04.2020 | 17:14
https://www.whitehouse.gov/live/
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Der Tod am 7.04.2020 | 17:24
Ich stimme der Aussage insofern zu, als dass der Anteil winselnden Idioten unter Männern in den letzten 10 Jahren in der Tat zugenommen zu haben scheint, zumindest wenn man Internet-Kommentarspalten als Maßstab nimmt. Medien weiß ich nix drüber.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Megavolt am 7.04.2020 | 17:28
Wachtmeister Scheffer in "Mord mit Aussicht".  ~;D Er ist nicht nur ein Idiot, sondern auch noch arbeitsscheu, verfressen, fett, glatzig, bebrillt und unter dem Pantoffel seiner Frau. Im Kontrast dazu die sassy Komissarin und die grundanständige, beflissene und jugendfrische Kollegin.

Ich wurde gezwungen, das zu schauen.  ~;D
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Marduk am 7.04.2020 | 17:30
https://www.whitehouse.gov/live/

Auch wenn ich dir da zustimme, gehört das glaub ich in die SC.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: tartex am 7.04.2020 | 17:37
Also Inspector Gadget ist schon deutlich länger im Dienst. Der wurde auch immer von seiner Mary-Sue-Nichte gerettet.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: First Orko am 7.04.2020 | 18:06
Da würde ich dann doch gerne ein paar Beispiele erfahren, wo man die "winselnden Idioten"-Männer in den Medien der letzten 10 Jahre so finden kann. Mir selbst fällt da leider kein einziges Beispiel dafür ein.

Also: präsentiert sie mir!

Ich sehe diesen "Gegenpol" auch nicht bzw. diese vermeintliche "Schwemme".  Meine ganz persönliche These dazu: Die übertrieben wirkenden Beispiele sind einfach mal realistische Darstellungen von Männern, die es tatsächlich so gibt!

Das ist mir zuletzt bei Midsommar aufgefallen: Christian ist beziehungsseitig ein so dermaßen klischeebeladener Volldepp! Er ist (a) eh nicht der Hellste (b) kein Kommunikationsgenie (c) generell plump - auch und besonders bei seinen ständigen Entschuldigungen (d) nur noch aus Gewohnheit (und vermutlich einer Art psychischen Koabhängigkeit) in der Beziehung, hat aber nicht das Rückrad, daraus Konsequenzen zu ziehen und lässt sich überrollen.

Er ist ein Idiot. Aber: Solche Typen gibt es! Solche MENSCHEN gibt es. Shit... zum Teil war ich früherTM auch so und kann von Glück sagen, dass ich das reflektieren und hoffentlich überwinden konnte!
Und wo man in Horrorfilmen immer gern naive Blondchen gezeigt hat (gibt es auch!) zeigt man eben jetzt auch mal Typen, die eben NICHT den Tag retten, weil sie gar nicht kapieren, was um sie herum passiert.

Fühlt sich als Mann halt blöd an, weil man aus seiner Gewohnheit rausgerissen wird und das erzeugt einen Widerwillen, der einen glauben lässt, dass es jetzt überall von "übertrieben dummen Schwächlingen" in den Medien so wimmelt.
Wo es natürlich auffällt: Wenn der weibliche Gegenpart eben dann die starke Figur ist. Kann man doof finden. Ist aber zT wohl auch den Genres geschuldet, die Opfercharaktere brauchen. Da wäre die Weiterentwicklung, diese aufzubrechen - und das findet in anderen Filmen abseits des Mainstreams statt. Letzterer ist in seinen Rollen dermaßen erstarrt, dass aus Verzweiflung im Sinne von Diversität eben mal schnell die Rollen getauscht werden. Das kann aber nur die erste Iteration sein. Als nächstes müsste man Opfer/Helden-Tropen hinterfragen und aufbrechen... tja. Viel Glück damit - und reden wir in 500 Jahren nochmal  ;)
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Issi am 7.04.2020 | 18:39
Zitat
Wo es natürlich auffällt: Wenn der weibliche Gegenpart eben dann die starke Figur ist. Kann man doof finden. Ist aber zT wohl auch den Genres geschuldet, die Opfercharaktere brauchen. Da wäre die Weiterentwicklung, diese aufzubrechen - und das findet in anderen Filmen abseits des Mainstreams statt.
Ich nehme mal als Beispiel "Spiderman"- Spiderman ist vor seiner Verwandlung eigentlich auch eine Art "Opfer", aber dann passiert etwas mit ihm und er entwickelt sich zum "Helden".

Charakter Entwicklungen in Helden- Geschichten fangen häufig damit an, dass der Protagonist noch kein Held ist, sondern eher normal oder sogar "Verlierer."
Aus dem einfachen Grund, weil der Zuschauer sich dann leichter mit der Figur  identifizieren und zum Helden mitwachsen kann. (a la- "Ach das ist doch auch nur ein Typ wie du und ich")
Etwas Ähnliches ist ebenso für weibliche Rollen problemlos denkbar und wird auch teilweise gemacht. (Ich überlege gerade noch ob mir ein Beispiel einfällt)
Ach ja der Film "Anna" oder "Lucy" wobei die Charaktere da auch sehr schnell zu Helden werden. In GoT z.B. hat "Arya" etwas mehr Zeit um sich vom kleinen Wildfang zur Super Assassinin zu entwickeln.

Ein "Opfer" (mit Stempel drauf ) ist bzw. bleibt eine Figur eigentlich nur, wenn sie sich trotz vieler Prüfungen und Herausforderungen schlicht nicht weiterentwickelt.
Also  hilflos bleibt, statt daran zu wachsen.

Manchmal dient eine schwache Figur natürlich auch nur dafür, einen starken Charakter im Kontrast noch stärker aussehen zu lassen.
(Bitte kreischen sie jetzt!  :D) Aber so extrem, hab ich das eigentlich bislang höchstens in irgendwelchen alten Schinken gesehen.
Im Normalfall wächst auch das "Opfer" mit der Zeit mit, und wird auch mutiger, heldenhafter etc. ***
***
Nachtrag. Das "Opfer" muss dabei nicht zwangsläufig weiblich sein. Häufig  hat der Held auch einfach nur einen "Loser-Freund" der im Gegensatz zu ihm- wenig auf die Reihe kriegt.

Edit. Mir ist gerade zum Strang ein wunderschönes Beispiel eingefallen- "So finster die Nacht" (2008).
Da ist das Mädchen auch die Starke, und der Junge der Sensible. (Mehr verrate ich mal nicht)
(Es sind allerdings Kinder, im weitesten Sinne.... :gasmaskerly: )


.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Tyloniakles am 7.04.2020 | 18:45
Kylo Ren ist imho eine Art winselnde Memme von Bösewicht. Ein Abklatsch von Darth Vaders Übermacht.

Auch Luke Skywalker der Alte ist irgendwie schlecht gealtert. Rey hingegen kann alles schaffen.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Zed am 7.04.2020 | 18:54
Big Bang Theory und Two and a half Men (der Bruder). King of Queens; Pastewka.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Oasenseppel am 7.04.2020 | 19:07
Juhu! Endlich die 100.000ste Genderdebatte! Ich nehme mir mal Popcorn (achte dabei auf eine ausgewogene Anzahl männlicher und weiblicher Körner, nehme die nicht gelben Körner bewusst zur Kenntnis und esse abwechselnd gesalzen und gezuckert. Natürlich aus ökologischem Anbau und fair gehandelt) und genieße die Show. Das ist mein wahres Privileg, mich daran regelmäßig ergötzen zu dürfen, als dicker reicher weißer alter Mann (wobei das Altersdiskriminierung und Bodyshaming beinhaltet... Ich entschuldige mich für diese Selbstbezeichnung).

Nee, ohne Spaß: Macht mal!  ~;D :d
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Jiba am 7.04.2020 | 19:40
Juhu! Endlich die 100.000ste Genderdebatte! Ich nehme mir mal Popcorn (achte dabei auf eine ausgewogene Anzahl männlicher und weiblicher Körner, nehme die nicht gelben Körner bewusst zur Kenntnis und esse abwechselnd gesalzen und gezuckert. Natürlich aus ökologischem Anbau und fair gehandelt) und genieße die Show. Das ist mein wahres Privileg, mich daran regelmäßig ergötzen zu dürfen, als dicker reicher weißer alter Mann (wobei das Altersdiskriminierung und Bodyshaming beinhaltet... Ich entschuldige mich für diese Selbstbezeichnung).

Nee, ohne Spaß: Macht mal!  ~;D :d

Hmmmm, lecker toxisch, dein Popcorn.

Kylo Ren ist imho eine Art winselnde Memme von Bösewicht. Ein Abklatsch von Darth Vaders Übermacht.

Du meinst den Typ mit der Maske, der vorher auch ein weinerlicher Teenager war?
Und Kylo kann man diesen Vorwurf sicherlich in Episode 7 machen. In Episode 8 oder 9 aber nicht mehr im selben Maße.

Und ich frage mich grade ernsthaft: Wer von uns Männern hat denn nicht schon einmal rumgejammert. Ich meine, wer kann sich davon frei machen...
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: YY am 7.04.2020 | 19:46
Er ist ein Idiot. Aber: Solche Typen gibt es! Solche MENSCHEN gibt es.
Und ich frage mich grade ernsthaft: Wer von uns Männern hat denn nicht schon einmal rumgejammert. Ich meine, wer kann sich davon frei machen...

Der Punkt ist nicht, ob es solche Leute gibt ("Ist doch nur realistisch!" :P ;)), sondern ob man denen anderthalb Stunden beim blöd sein zuschauen will.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Jiba am 7.04.2020 | 19:51
Der Punkt ist nicht, ob es solche Leute gibt ("Ist doch nur realistisch!" :P ;)), sondern ob man denen anderthalb Stunden beim blöd sein zuschauen will.

Aber ist das die Frage?

Denn wenn sie's ist, dann bleibt die Antwort: Stellt euch nicht so an, motzt nicht über angebliche Weine-Weichi-Männer und guckt's halt nicht. So einfach.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: YY am 7.04.2020 | 19:56
Wenn man das immer vorher wüsste, könnte man das so machen, ja.

U.A. deswegen schaue ich keine Horrorfilme.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Tyloniakles am 7.04.2020 | 20:17
Aber ist das die Frage?

Denn wenn sie's ist, dann bleibt die Antwort: Stellt euch nicht so an, motzt nicht über angebliche Weine-Weichi-Männer und guckt's halt nicht. So einfach.

Das fällt aber schon mal schwer, wenn es die absolute Lieblingsserie von Kindesbeinen an und ein Riesenfranchise ist.

Aber ich rege mich auch nicht darüber auf, es spricht mich nur nicht besonders an. Immerhin habe ich bei den X-Wing-Turnieren mit Kylo meinen größten Erfolg erreicht, ich verzeihe ihm ;)
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Issi am 7.04.2020 | 20:23
Auch ne Hartwurst hat etwas Speck drin......
Ansonsten: es gibt ja nicht nur die Extreme:

Beinhart Emotionslos-     Labile Heulsuse
(Sondern noch viel dazwischen)

Menschen ohne Kontakt zu ihren Emotionen sind häufig krass unterwegs (jenseits von cooler Held)- Falls jmd. "Nightcrawler " nocht nicht gesehen hat, das ist dann noch mal ein anderes Extrem.

Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Pyromancer am 7.04.2020 | 22:45
Hauptfiguren in guten Action-Filmen, egal ob männlich oder weiblich, haben Stärken und Schwächen und sind zumindest ein bisschen vielschichtig. Da müssen wir hoffentlich nicht groß diskutieren. Ich habe aber das Gefühl, dass es Drehbuchschreibern schwerer fällt, gute Actionheldinnen zu schreiben als gute Actionhelden - und das hat sicher auch mit den Klischees und Erwartungshaltungen bzw. dem Brechen derselben zu tun. Das muss man eben können.

Ist es Zufall, dass das bei den Paradebeispielen des vergangenen Jahrhunderts - Alien/Aliens und Terminater1+2 - gerade an der Schnittstelle Horror/Action so gut funktioniert?
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: First Orko am 7.04.2020 | 23:34
Ist es Zufall, dass das bei den Paradebeispielen des vergangenen Jahrhunderts - Alien/Aliens und Terminater1+2 - gerade an der Schnittstelle Horror/Action so gut funktioniert?

Ich glaube: Absolut nicht! Das ist es ja, was ich oben meinte: Es hilft nicht, das Geschlecht zu tauschen. Um von Abziehbildern wegzukommen, muss man Genrekonventionen ggf mal in Frage stellen. So wie bei der Mischung Action/Horror eben die Frauenrolle offenbar auch umgedeutet wurde.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Ludovico am 7.04.2020 | 23:40
War das nicht bei einigen Russ Meyer-Filmen so?
Ansonsten 3 Engel für Charlie 1+2 (mit Liu, Barrymore und Diaz).

Die waren aber alle toll.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: nobody@home am 8.04.2020 | 00:11
Ist es Zufall, dass das bei den Paradebeispielen des vergangenen Jahrhunderts - Alien/Aliens und Terminater1+2 - gerade an der Schnittstelle Horror/Action so gut funktioniert?

Ähnlich wie First Orko würde ich sagen: nein, das ist durchaus kein Zufall. Gerade das Horrorgenre profitiert hier mMn davon, daß erstens Frauen  traditionell ihre Gefühle eher zeigen "dürfen" als Männer und zweitens Männer dem aktuellen Monster oder sonstigen Schrecken gegenüber normalerweise auch nicht wirklich so viel weniger hilflos sind. Da ist der Sprung zu "Hinreichend motivierte Frau wird selbst zur Hauptprotagonistin, statt wie anno dunnemals nur auf einen maskulinen 'Retter' zu warten" also schon gar nicht mehr so groß, wie er's vielleicht in einem klassischen Western oder Ritterschinken noch wäre...
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Feuersänger am 8.04.2020 | 01:30
Mir fällt da ein Beispiel ein: Hubert und Staller. Freilich ist die Serie eine Komödie. Aber das Muster ist schon sehr eindeutig:
- Girwidz, der Chef, ein inkompetenter Choleriker
- Hubert zwar breit gebildet, aber ein Sozialkrüppel
- Staller ein latenter Spinner, der sich ständig in die absurdesten Theorien versteigt
- Riedl der dümmste auf der Baustelle, der sich ständig und von allen übervorteilen lässt
-- kompetent und souverän agieren ausschließlich die jeweilige weibliche Polizistin (Wirth bzw Winter) und Pathologin (Licht bzw Fuchs)

Ich vermute da jetzt allerdings keine politische Motivation dahinter.  Es ist halt ne witzige Serie, die von den Kaspereien der Figuren lebt.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Turning Wheel am 8.04.2020 | 02:06
Ich kann den Trend als Werber etwas nachvollziehen.
In Werbespots waren Männer früher (80er und früher) normalerweise als kompetent und Frauen als sexy dargestellt.
Heute werden Männer häufiger als dümmlich oder nicht ernst zu nehmen und Frauen als kompetent dargestellt.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: tartex am 8.04.2020 | 08:09
Ich kann den Trend als Werber etwas nachvollziehen.
In Werbespots waren Männer früher (80er und früher) normalerweise als kompetent und Frauen als sexy dargestellt.
Heute werden Männer häufiger als dümmlich oder nicht ernst zu nehmen und Frauen als kompetent dargestellt.

Konkrete Beispiele bitte!  :) Darum geht es hier.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 8.04.2020 | 10:47
So ziemlich typisch wären diese ganzen Disney/Nickolodeon Teen Sitcoms, kannst du quasi eine beliebige nehmen.

Bei Filmen werden der letzte Ghostbuster und 3 Engle für Charly gerne als Beispiele genannt (hab ich beide nicht gesehen).
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Sashael am 8.04.2020 | 11:11
So ziemlich typisch wären diese ganzen Disney/Nickolodeon Teen Sitcoms, kannst du quasi eine beliebige nehmen.

Bei Filmen werden der letzte Ghostbuster und 3 Engle für Charly gerne als Beispiele genannt (hab ich beide nicht gesehen).
Naja, Jungs im Teenageralter sind ja auch Idioten. ;D

Der letzte Ghostbusters war ein absoluter Griff ins Klo. Die einzige mir sympathische Figur war das stillste Mitglied der Ghostbusters, diese Techniktussi mit leicht freakigen Tendenzen. Anonsten gabs in dem Film aus meiner Warte nur Idioten und Idiotinnen in verschieden stark ausgerägten Formen.
Zudem ist der imho auch so schon ein schlechtes Beispiel, da die originalen Ghostbusters auch kein Paradebeispiel für Kompetenz, Integrität und Durchsetzungsvermögen waren. ;)

3 Engel für Charlie ist auch merkwürdig gewählt, weil bereits in der 80er Serie halt drei Frauen die Action durchziehen und sich gegen die fiesen Kerle behaupten. Das wurde in den Filmen mit Lu, Diaz und Berrymore nochmal auf 11 gedreht und der Story eine deutlich stärkere komödiantische Seite verpasst. Den letzten mit Kirsten Steward hab ich noch nicht gesehen. Lief der überhaupt schon im Kino?  :think:
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Waldviech am 8.04.2020 | 11:13
Naja, also zumindest, was Vaterrollen angeht, ist "Der Mann als Idiot" (wenn auch nicht zwingend als winselnder Idiot) schon ein ZIEMLICH vorherrschendes Trope, und das nicht erst seit gestern. Konkrete Beispiele lassen sich dazu im Dutzend billiger finden:

https://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Main/BumblingDad

Zugegebenermaßen geht's da hauptsächlich um Comedy...
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: YY am 8.04.2020 | 11:16
Den letzten mit Kirsten Steward hab ich noch nicht gesehen. Lief der überhaupt schon im Kino?  :think:

 ~;D

Definition eines Flops.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Irian am 8.04.2020 | 11:23
Bzgl. Ghostbusers: Ich bin jetzt nicht so sicher, ob ein Charakter in einem Comdey-Film, der völlig klar auch als Karikatur eines Klischees ausgelegt ist, so wirklich als gutes Argument zählt.

Generell würde mich die Ausgangsfrage auch interessieren, aber ob das "Comedy" Genre nun dafür so ne gute Ausgangsbasis ist, scheint mir fragwürdig, basiert es doch zu nicht kleinen Teilen auf lächerlichen und auch in ihrer Lächerlichkeit überzeichneten Charakteren. In Filmen/Serien/etc. die "ernsthaft" sind, könnte man das imho weitaus einfacher sehen und auch besser bewerten.

Persönlich halte ich es übrigens für nicht richtig, dass es "massiv zugenommen" hat. Und wer kein Problem mit "Holzhammer-strong-independent-Men-Charakteren" hat, sollte bei "Holzhammer-strong-independent-Women-Charakteren" einfach die Klappe halten, so leid mir das tut.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Jiba am 8.04.2020 | 11:24
https://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Main/BumblingDad

Zugegebenermaßen geht's da hauptsächlich um Comedy...

Und selbst da inzwischen am ehesten um animierte Comedy. Gefühlt steht bei der Hälfte der Beispiele in der Live-Action-Kategorie "Averted" oder zumindest sowas wie "ja, aber nicht so richtig".
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: AlucartDante am 8.04.2020 | 11:25
Die Entwicklung setzt teilweise schon deutlich früher ein. 1973 beginnt mit dem Tod von Bruce Lee der Abstieg des toughen Mannes. Schon Jackie Chan  war immer etwas trotteliger. Aber trotz seiner Berührung mit dem winselnden Idioten folgte er einer klassischen Heldenreise. So viele Männer konnten sich mit Jackie Chan identifizieren, weil sie wussten, dass sie winselnde Idioten waren, aber hofften, sich ebenfalls zur klassischen Heldenreise aufmachen zu können.

Mit Jackie Chan beginnt aber nur eine jüngere Entwicklung. Schon in den frühen Filmen waren es doch vor allem die Männer als winselnde Idioten, die begeisterten. Wer fällt uns aus dieser Zeit noch als Held ein? Charly Chaplin und Buster Keaton.

Nach den ganzen emotionslosen Actionmännern der 70er und 80er Jahre war man diesen Klischees einfach überdrüssig. Ich bin eigentlich ganz froh, dass wir nicht mehr eine Zeit haben, in der Männer wie Arnold Schwarzenegger zu den besten Schauspielern gehörten. Ich mag ihn, aber er ist kein guter Charakterdarsteller.

Und umgekehrt waren Frauen in Filmen stets winselnde Idiotinnen. 1979 gab es mit Ripley in Alien endlich mal ein anderes Modell.

Uns fallen Mäner als winselnde Idioten in Filmen gerade besonders auf, weil sie zuvor unterrepräsentiert waren. Insofern ist für mich die spannende Frage: Schlägt das Pendel derzeit um und sehen wir deswegen mehr Männer zurzeit eher als winselnde Idioten und das nimmt wieder ab? Oder ist das einfach die neue Zeit und wie gewöhnen uns eben gerader erst daran, dass Männer alles sein können, auch winselnde Idioten? Dann wird es eher bleiben.

Ich finde die Entwicklung nicht schlimm. Schlimm finde ich die paralelle Entwicklung: Der Boom der Superheldenfilme zeigt ja, dass Männer keine winselnden Idioten sein müssen, solange sie Superkräfte haben. Wie langweilig ist das denn?

Kurzer Filmtipp dazu übrigens: Wo sind eigentlich unsere Helden hin? - Eine Filmgeschichte 15min
https://youtu.be/oZ1amhRnooI (https://youtu.be/oZ1amhRnooI)
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: YY am 8.04.2020 | 11:30
Und wer kein Problem mit "Holzhammer-strong-independent-Men-Charakteren" hat, sollte bei "Holzhammer-strong-independent-Women-Charakteren" einfach die Klappe halten, so leid mir das tut.

Eigentlich waren wir von Anfang an bei der gedanklichen Grundlage, dass wir beides nicht wollen, aber drehen wir das Thema ruhig zu Sachen, die keiner gesagt hat ::)
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Irian am 8.04.2020 | 11:41
Da sind wir uns durchaus einig, dass der "Holzhammer-strong-independent" Teil ein Problem ist, nicht die Frage, welches Geschlecht der Charakter hat. Das war auch nicht als "Ende" der Diskussion gedacht, da ich durchaus davon ausgehe, dass sehr viele Leute hier im Forum das nicht am Geschlecht aufhängen.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Rhylthar am 8.04.2020 | 11:42
Zitat
1979 gab es mit Ripley in Alien endlich mal ein anderes Modell.
Gab es durchaus auch schon vorher. Foxy Brown mal als Beispiel.

Und noch früher: Miss Marple...passend dazu dann Mr. Stringer.  ;D
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: AlucartDante am 8.04.2020 | 11:45
Foxy Brown zählt auf jeden Fall. Miss Marple nimmt irgendwie ne Sonderstellung ein, da muss ich nochmal drüber nachdenken.

Man sollte auch noch an Buffy erinnern, die als coole Frau den winselnden Idioten Sanders als Sidekick bekommt.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Rhylthar am 8.04.2020 | 11:46
Foxy Brown zählt auf jeden Fall. Miss Marple nimmt irgendwie ne Sonderstellung ein, da muss ich nochmal drüber nachdenken.
Miss Marple war nicht ganz ernst gemeint, fiel mir nur gerade so ein. Wobei man wirklich darüber nachdenken könnte/sollte(?), wenn man den Vergleich zu den Edgar Wallace-Filmen aus der gleichen Epoche zieht.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: YY am 8.04.2020 | 11:51
Das war auch nicht als "Ende" der Diskussion gedacht, da ich durchaus davon ausgehe, dass sehr viele Leute hier im Forum das nicht am Geschlecht aufhängen.

Meinem Eindruck nach hängen es hauptsächlich jene am Geschlecht auf, die grottenschlechte Filme mit platten Charakteren in die Welt setzen und dann mit Sexismusvorwürfen gegen das Publikum versuchen, den Misserfolg schönzureden.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Pyromancer am 8.04.2020 | 12:00
Meinem Eindruck nach hängen es hauptsächlich jene am Geschlecht auf, die grottenschlechte Filme mit platten Charakteren in die Welt setzen und dann mit Sexismusvorwürfen gegen das Publikum versuchen, den Misserfolg schönzureden.
Vergleicht mal das erwähnte Ghostbusters mit dem besten Actionfilm des Jahrzehnts, Mad Max Fury Road. Auch letzterer hat bei einem etablierten Franchise den männlichen Protagonisten durch eine starke Frau ersetzt und transportiert eine feministische, antipatriarchale Agenda; aber außer den üblichen drei Hanseln im Internet hat das niemanden gestört, weil der Film exorbitant gut ist.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: KhornedBeef am 8.04.2020 | 12:14
@AlucardDante: Ich stimme ja deiner Lageeinschätzung zu, dass da viel von unserem subjektiven Eindruck mit der US-Postvietname-Reagan-Ära der Spielfilme her kommt, deren Dominanz sich sehr verringert hat. Aber:
Zitat
Ich bin eigentlich ganz froh, dass wir nie eine Zeit hatten, in der Männer wie Arnold Schwarzenegger zu den besten Schauspielern gehörten.
Das war schließlich auch die Zeit von Michael Caine, Jack Nicholson (ja der hat auch mehr als einen Oscar), Ben Kingsley, Robert De Niro usw.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: AlucartDante am 8.04.2020 | 12:17
Ja war absichtlich provokativ. Er war zu einer bestimmten Zeit eben einer der bestbezahltesten und das wäre zu anderen Zeiten nicht möglich gewesen.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Irian am 8.04.2020 | 12:18
Meinem Eindruck nach hängen es hauptsächlich jene am Geschlecht auf, die grottenschlechte Filme mit platten Charakteren in die Welt setzen und dann mit Sexismusvorwürfen gegen das Publikum versuchen, den Misserfolg schönzureden.

Mag es sicher auch geben, aber z.B. Ghostbusters ist da ein wunderbares Gegenbeispiel. Da haben sich so unzählig viele Leute drüber aufgeregt, lange bevor der Film überhaupt im Kino war (und ja, das waren so ziemlich fast ausschließlich Kerle), das hing wirklich zu großen Teilen nur am Geschlecht der Charaktere. Da war schon ne Menge doofer Sexismus im Raum - dass der dann natürlich nicht an der (fehlenden) Qualität des Films schuld ist, ist natürlich auch klar.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: KhornedBeef am 8.04.2020 | 12:21
Ja war absichtlich provokativ. Er war zu einer bestimmten Zeit eben einer der bestbezahltesten und das wäre zu anderen Zeiten nicht möglich gewesen.
Ich sage nur Jason Statham, Vin Diesel.. (Ich lasse Dwayne Johnson außen vor. Der ist zwar unfassbar dick im Geschäft, aber auch ein besserer Schauspieler als Arnie)

Edit: Apropos dick im geschäft, womit hat Jackie Chan letztes Jahr 58 Millionen verdient??
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Rhylthar am 8.04.2020 | 12:27
Edit: Apropos dick im geschäft, womit hat Jackie Chan letztes Jahr 58 Millionen verdient??

Zitat
Jackie Chan is also in fifth place thanks to international co-productions such as Viy 2: Journey to China co-starring Charles Dance and Arnold Schwarzenegger.
Quelle: https://www.irishtimes.com/culture/film/the-highest-paid-actors-of-2019-revealed-1.3993368
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: YY am 8.04.2020 | 12:32
Mag es sicher auch geben, aber z.B. Ghostbusters ist da ein wunderbares Gegenbeispiel. Da haben sich so unzählig viele Leute drüber aufgeregt, lange bevor der Film überhaupt im Kino war (und ja, das waren so ziemlich fast ausschließlich Kerle), das hing wirklich zu großen Teilen nur am Geschlecht der Charaktere.

Da kam der Immunisierungsversuch auch schon lange vorher - als pauschaler Beißreflex gegen recht verschiedene Kritikpunkte.

Siehe Pyromancer: Wenn Filme gut sind, kommt die Diskussion nicht auf. Sind die Sexisten da zufällig alle im Urlaub oder führt man nicht eher einseitig Scheindebatten, indem man sich an ein paar Idioten hochzieht und die eigentlichen Knackpunkte übersieht?

Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: nobody@home am 8.04.2020 | 12:37
Da kam der Immunisierungsversuch auch schon lange vorher - als pauschaler Beißreflex gegen recht verschiedene Kritikpunkte.

Siehe Pyromancer: Wenn Filme gut sind, kommt die Diskussion nicht auf. Sind die Sexisten da zufällig alle im Urlaub oder führt man nicht eher einseitig Scheindebatten, indem man sich an ein paar Idioten hochzieht und die eigentlichen Knackpunkte übersieht?

Vielleicht trauen sich die Sexisten auch bei Filmen, bei denen sie mit ernsthaftem Gegenwind rechnen müßten, einfach gar nicht erst aus ihren Schlupflöchern, sondern ziehen sich nur an den leichten Opfern hoch. So würde auch ein Schuh draus.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: AlucartDante am 8.04.2020 | 12:38
Ich sehe da auch keinen Widerspruch. Ein guter Film bleibt ein guter Film und ein schlechter Film bleibt ein schlechter Film. Trotzdem kann es sein, dass auch ein schlechter Film übertrieben schlecht gehatet wird, aufgrund eines Ressentiments. Ob das hier der Fall war, weiß ich nicht.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: KhornedBeef am 8.04.2020 | 12:38
Ah, Ko-Produktion.

Jackie Chan ist ohnehin ein interessanter Fall. Seine Figuren sind ja in aller Regel nur verbal (und pantomomisch) wehleidig, nehmen aber körperlich sehr viel in Kauf. Das liegt sicher auch an der etwas anderen Kinoschule, die er repräsentiert. Zwar spielt er auch oft etwas tölpelhafte Charaktere, aber mit ausgeprägter Charakterstärke. Passt also in jeder Hinsicht immer nur halb in diese Schublade.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Irian am 8.04.2020 | 12:40
Ich finde die beiden Filme auch nicht völlig vergleichbar, von der Qualität mal abgesehen: Bei Mad Max wurde niemand "ersetzt", es kam ein weiblicher Hauptcharakter hinzu, was natürlich in der Spekulation vorher anders aufgenommen wird als wenn drei Kerle durch drei Frauen ersetzt werden.

Dass ein nicht geringer Teil der ganzen Diskussion sowieso nur auf dem Niveau eines Internet Flamewars geführt wird, sicher, das dürfte kaum in Frage stehen. Wobei ich mich erinnere, dass es auf diesem Niveau auch zu Mad Max damals entsprechende Diskussionen gab, nur nicht ganz so hochgekocht (iirc). Zu behaupten, die Sexisten hatten damals Urlaub, ist also doch arg schön gefärbt.

Aber letzten Endes ist das Thema ja ein anderes und die Beispiele für winselnde Männer sind bisher arg überschaubar und scheinen vor allem das Comedy-Genre zu betreffen - was nicht verwirrend ist, in dem Genre tummeln sich zwangsweise viele kaputte Gestalten.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: YY am 8.04.2020 | 12:41
Vielleicht trauen sich die Sexisten auch bei Filmen, bei denen sie mit ernsthaftem Gegenwind rechnen müßten, einfach gar nicht erst aus ihren Schlupflöchern, sondern ziehen sich nur

Welchen Gegenwind hat denn ein anonymer YT-Kommentator zu fürchten?

Wobei ich mich erinnere, dass es auf diesem Niveau auch zu Mad Max damals entsprechende Diskussionen gab, nur nicht ganz so hochgekocht (iirc). Zu behaupten, die Sexisten hatten damals Urlaub, ist also doch arg schön gefärbt.

Was da in Sachen Hochkochen fehlte, war der Immunisierungsversuch (!), weil man keine Ausrede brauchte, warum der Film schlecht ankommt.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Irian am 8.04.2020 | 12:49
Was da in Sachen Hochkochen fehlte, war der Immunisierungsversuch (!), weil man keine Ausrede brauchte, warum der Film schlecht ankommt.

Halte ich ehrlich gesagt für eine fadenscheinige Ausrede, aber da werden wir sicher nicht einig.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: nobody@home am 8.04.2020 | 12:52
Welchen Gegenwind hat denn ein anonymer YT-Kommentator zu fürchten?

In etwa denselben wie ein Poster im Tanelorn, würde ich sagen. Also in erster Linie Anfeindungen von den diversen anderen anonymen YT-Kommentatoren, gefolgt eventuell von einschlägigen Moderationsversuchen bis theoretisch hin zum Bann -- also alles nichts, was einen gleich den Job kostet oder so (wenn man nicht gerade ausnehmend viel Pech hat), aber den schlichten Streß davon hat man ja doch.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: tartex am 8.04.2020 | 12:53
Hänsel und Gretel ist auch so eine Story, wo die Männer alles Waschlappen sind und so voll runtergemacht werden. Die Vaterfigur ist abwesend oder wird gar als böse dargestellt und Hänsel muss von der Gretel gerettet werden. Selbst der Bösewicht hat keine Eier.

~;D

Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Supersöldner am 8.04.2020 | 12:57
gilt das auch für Hänsel und Gretel Hexenjäger ?
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Pyromancer am 8.04.2020 | 13:17
Halte ich ehrlich gesagt für eine fadenscheinige Ausrede, aber da werden wir sicher nicht einig.
Ja eben. Es war eine fadenscheinige Ausrede: "Jeder, der den Ghostbusters-Film kritisiert, ist ja nur ein männerhassender Antifeminist, ein Ewig-Gestriger, und wahrscheinlich noch rechtsradikal und mit Amokläufer-Tendenzen dazu!" Dabei war es eben objektiv (so objektiv es eben bei so etwas geht) ein schlechter Film. Und dann ist es eben auch legitim, auf die Gegenbeispiele zu zeigen und zu sagen: "Stimmt ja gar nicht, wir (egal, ob mit wir jetzt die Kinozuschauer allgemein oder die Gruppe der alten, weißen Männer gemeint ist) mögen auch Filme, in denen starke Frauen die etablierten Hauptrollen von den Kerlen übernehmen. Ihr müsst es halt nur GUT machen." In den Fällen bleiben dann nämlich wirklich nur die sprichwörtlichen drei Internet-Sexisten übrig, die damit ein Problem haben.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Issi am 8.04.2020 | 13:25
Also "Kill Bill" fand ich cool. Auch "Tiger and Dragon." (In beiden Filmen gab es mMn. tolle, starke weibliche Helden)
Aber auch "300" gefällt mir gut.
Das Geschlecht ist mir eigentlich bei Helden egal, die Figur sollte halt irgendwie glaubwürdig/spannend  sein.


Mir hat auch "Kylo Ren" in SW 8 und 9  gut gefallen. Aber ich geh jetzt besser mal  in Deckung bevor die faulen Tomaten kommen....  ~;D
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Suro am 8.04.2020 | 13:32
Einen schlechten Film damit zu verteidigen, dass die Kritiker alles nur -isten beliebiger Geschmacksrichtung wären, ist offensichtlich nur dann sinnvoll, wenn die Kritiker tatsächlich solche sind und der Film in Wahrheit ganz toll war. Ursprung für diesen Thread war ja aber von meinem Verständnis nicht, dass es schlechte Filme gibt die Leute mit schlechten Ausreden verteidigen, sondern dass ein bestimmtes Klischee (der winselnde Idiot, die Teflon-Heldin) überhand nehmen und dieses Klischee Filme schlecht macht.

Mir persönlich geht es so, dass ich zwar beobachte, dass viele (und mehr als früher) Hauptrollen weiblich besetzt werden (und finde das auch insgesamt gut so), kann aber nicht sagen, dass die Wahl des Geschlechts bei einem Großteil der eher mäßigen Vertreter für mich den Film schlecht gemacht hätte. Ob der Protagonist nun eine Teflon-Susie oder ein Teflon-Bubi ist, oder ob der Nebencharakter nun ein winselnder Idiot ist oder eine winselnde Idiotin wertet für mich den Film nicht wirklich signifikant auf oder ab. * Ich glaube kaum, dass ich z.B. die neue StarWars-Reihe oder StarTrek Discovery besser gefunden hätte, wären da irgendwelche Geschlechterrollen durchgetauscht worden. Ich habe den Vorwurf der "Gender-Agenda" an sich die Filme/Serien schlecht macht aber auch schon in Fällen gehört, wo das an sich ein Kritikpunkt sein sollte, z.B. im Bezug auf The Expanse - und diesen Vorwurf kann ich eben nicht so ganz nachvollziehen. 

*Da kann man jetzt natürlich nachfragen, warum ich es dann positiv bewerte mehr Frauen in bestimmten Rollen und vielleicht auch Männer oder Angehörige weiterer Geschlechter in anderen zu sehen: Solange es neue Perspektiven eröffnet oder mit Erwartungen spielt kann ich das immanent erfrischend finden; ansonsten emfinde ich Vorbildrollen und Repräsentation auch abseits des konkreten Werkes ganz schön.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 8.04.2020 | 13:44
Vielleicht trauen sich die Sexisten auch bei Filmen, bei denen sie mit ernsthaftem Gegenwind rechnen müßten, einfach gar nicht erst aus ihren Schlupflöchern, sondern ziehen sich nur an den leichten Opfern hoch. So würde auch ein Schuh draus.
Wobei bei den Filmen die aus der Richtung wirklich heftig attackiert wurden, hatten die Macher das teilweise durch Interviews und Marketing selbst provoziert.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Noir am 8.04.2020 | 13:46
Was mir halt auffällt - und ich sage nicht, dass es inflationär passiert ... ich sage nur, dass es mir auffällt - ist das die Dominanz einer weiblichen Rolle häufig wirklich vor allem dadurch hervorgehoben wird, dass die Männer weinerliche und/oder dumme Idioten sind - und sei es nur in der jeweiligen situation. Mir fällt da vor allem Black Widow ein, die - zum beispiel - in Avengers 1 am Anfang von hohen russischen Soldaten gefoltert und verhört wird ... kurz darauf ruft Coulson an und Widow muss sich "mal eben befreien" ... und die ganzen krassen russischen Krieger gucken halt blöd ... und raffen nix ... und werden halt plattgewalzt von der Frau, die von Anfang an natürlich alles unter Kontrolle hatte.

Selber Film, andere Situation: Black Widow entlockt Loki Geheimnisse, der seine Arroganz spielen lässt ... dann aber doch als der Dusel dasteht, als Widow mit ihm "fertig" ist.

Und sowas kommt imho - gefühlt - tatsächlich häufig vor. Und das finde ich schade ... weil das ja auch anders geht. Siehe das Paradebeispiel Ripley oder Sarah Connor.

Und ich glaube nicht einmal, dass die Schreiberlinge nicht wissen, wie es anders geht ... sowas soll halt einen schönen "Witz" abgeben ... ist nur echt billig ... imho ... und macht dann die Stärke der Frauenrolle tatsächlich ein stückweit unglaubhaft.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 8.04.2020 | 13:50
Ich glaube kaum, dass ich z.B. die neue StarWars-Reihe oder StarTrek Discovery besser gefunden hätte, wären da irgendwelche Geschlechterrollen durchgetauscht worden. Ich habe den Vorwurf der "Gender-Agenda" an sich die Filme/Serien schlecht macht aber auch schon in Fällen gehört, wo das an sich ein Kritikpunkt sein sollte, z.B. im Bezug auf The Expanse - und diesen Vorwurf kann ich eben nicht so ganz nachvollziehen.
Wobei mir bei Star Wars nicht so richtig klar ist warum sie nicht einfach eine männliche und eine weibliche Hauptrolle hatten, und Star Trek sollte normalerweise eh keine klare Hauptfigur haben.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: nobody@home am 8.04.2020 | 13:53
Was mir halt auffällt - und ich sage nicht, dass es inflationär passiert ... ich sage nur, dass es mir auffällt - ist das die Dominanz einer weiblichen Rolle häufig wirklich vor allem dadurch hervorgehoben wird, dass die Männer weinerliche und/oder dumme Idioten sind - und sei es nur in der jeweiligen situation. Mir fällt da vor allem Black Widow ein, die - zum beispiel - in Avengers 1 am Anfang von hohen russischen Soldaten gefoltert und verhört wird ... kurz darauf ruft Coulson an und Widow muss sich "mal eben befreien" ... und die ganzen krassen russischen Krieger gucken halt blöd ... und raffen nix ... und werden halt plattgewalzt von der Frau, die von Anfang an natürlich alles unter Kontrolle hatte.

Selber Film, andere Situation: Black Widow entlockt Loki Geheimnisse, der seine Arroganz spielen lässt ... dann aber doch als der Dusel dasteht, als Widow mit ihm "fertig" ist.

Und sowas kommt imho - gefühlt - tatsächlich häufig vor. Und das finde ich schade ... weil das ja auch anders geht. Siehe das Paradebeispiel Ripley oder Sarah Connor.

Und ich glaube nicht einmal, dass die Schreiberlinge nicht wissen, wie es anders geht ... sowas soll halt einen schönen "Witz" abgeben ... ist nur echt billig ... imho ... und macht dann die Stärke der Frauenrolle tatsächlich ein stückweit unglaubhaft.

Na ja, das Superheldengenre ist seinerseits noch mal ein ganz eigenes. Da sind auch theoretisch "normale" Helden und Schurken schnell mal hyperkompetent -- das beste Beispiel ist da vermutlich Batman, bei dem eine gleichartige Darstellung in derselben Art von Situation auch die wenigsten überraschen dürfte.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Oberkampf am 8.04.2020 | 13:54
Was massiv zugenommen hat an männlicher Weinerlichkeit in Film & Fernsehen und was sich gut an Beispielen zeigen lässt, ist die Jammerei über starke weibliche Protagonisten und Diversität bei den Hauptpersonen. Anscheinend kann man heute keine Serie mehr drehen, in denen nicht nur weiße, heterosexuelle und überwiegend männliche Helden vorkommen, ohne dass aus den Tiefen des Internets ein Jammerbeitrag aufploppt.


Mein Lieblingsbeispiel: Batwoman (https://www.amazon.de/Wer-bist-du/dp/B082RQXYW1/ref=sr_1_3?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&dchild=1&keywords=batwoman&qid=1586345958&sr=8-3). Wer sich nun wirklich ein Bisschen mit Comics beschäftigt hat, weiß, dass die aktuelle Batwoman (es gab frühere Versionen in den 50ern) seit langem als lesbischer Charakter etabliert ist. Aber gleich die erste Bewertung fällt durch Gejammer und Ahnungslosigkeit auf.

Früher hats sowas net gegeben.
 :korvin:
 Man stelle sich mal vor, jemand hätte sich über Lieutenant Uhura (https://www.bing.com/images/search?view=detailV2&id=DD5DD3EA5611EF0D7D1E5A41D736220955216790&thid=OIP.KqMZFY5QFbrxCx2YCXLy8AAAAA&mediaurl=https%3A%2F%2Fzizuandstuff.files.wordpress.com%2F2012%2F07%2Fuhura.jpg&exph=384&expw=286&q=lieutenant+uhura&selectedindex=0&ajaxhist=0&vt=0) so aufgeregt.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Talasha am 8.04.2020 | 13:54
Black Widow
Bei Black Widow muss man aber sagen, das sie halt in einer Liga mit Hulk, Iron Man und Captain America spielen muss, da geht leider nicht so viel. Interessant wird ihr Solofilm in der Hinsicht.

Oceans 8 und Oceans Eleven sind da denke ich etwas aussagekräftiger, bei den Damen geht alles gefühlt einfach viel glatter, sie stecken nie wirklich so tief in der braunen Masse wie die Kerle, das fällt dann schon auf.



 :korvin:
 Man stelle sich mal vor, jemand hätte sich über Lieutenant Uhura (https://www.bing.com/images/search?view=detailV2&id=DD5DD3EA5611EF0D7D1E5A41D736220955216790&thid=OIP.KqMZFY5QFbrxCx2YCXLy8AAAAA&mediaurl=https%3A%2F%2Fzizuandstuff.files.wordpress.com%2F2012%2F07%2Fuhura.jpg&exph=384&expw=286&q=lieutenant+uhura&selectedindex=0&ajaxhist=0&vt=0) so aufgeregt.

Man(n) hat, daher darf sie in der Serie auch nur ans Telefon gehen.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Oberkampf am 8.04.2020 | 13:58
Black Widow füllt bei den Avengers die Funktion eines Superhelden ohne Kräfte im Spitzenteam aus. Bei DC hat diese Rolle in erster Linie Batman inne. Bei dem hätte sich niemand gewundert wenn er einen Gott reinlegt oder ein paar russische Spezialeinheiten vertrimmt - der ist halt Batman.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Noir am 8.04.2020 | 14:04
Nein, natürlich nicht ... aber mir fällt kaum ein Batman-Film ein, bei dem die Gegner wie Blödelbarden aussehen, wenn er sie platt macht. Selbst als er die komplette Gangsterschar von Luthor in Batman v Superman fertigmacht, wirken die Gegner immer bedrohlich und dürfen ihm sogar ein Messer in die Schulter rammen (inkl. Schmerzgegrummel von Bats) und einen direkten Headshot verpassen. Der Unterschied hier ist, dass Batmans Dominanz durch seine Fähigkeiten und Glück hervorgehoben wird.
Black Widows Dominanz wird durch die Blödheit ihrer Gegner hervorgehoben. Und das ist schade. Weil der Charakter an sich ganz spannend ist und sie es verdient hätte, durch ihre Fähigkeiten zu glänzen ... und nicht, weil sie die ganze Zeit weiß: "Ach ... das sind hier alles Idioten ... die mach ich platt, während ich nebenbei eine Hantel stemme und darüber nachdenke, was ich nächste Woche Samstag essen möchte."
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Oberkampf am 8.04.2020 | 14:09
Man(n) hat, daher darf sie in der Serie auch nur ans Telefon gehen.

Das meinte ich im Spoiler - das Gejammer ist uralt und hat weniger mit der Rolle von männlichen und weiblichen Hauptfiguren zu tun, sondern mit dem Selbst- und Weltbild der Jammerer. Schwache männliche Rollen sind auch uralt. Bei "Ein Colt für alle Fälle" gab es auch die Flasche Howie Munson, der nie was hingekriegt hat. Bloß hat die männliche Lusche traditionell den männlichsten aller männlichen (weißen & heteronormativen) Machos als Gegenstück.

Aber vielleicht wurde früher doch mehr toleriert?
Buffy hatte Xander, Xena hatte Joxer...
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: KhornedBeef am 8.04.2020 | 14:10
Ich kann nicht nachvollziehen, was bei der Darstellung von Black Widow in den beiden Szenen (Verhör Russland, Verhör Loki) billig ist. Das ist halt ihr Ding als Superspionin. Ja, die Russen sind eher Staffage, aber es wird ja bewusst damit gespielt, dass sie schlampig agieren, weil es "nur" eine zierliche Frau ist. In der Szene mit Loki finde ich beide, gemessen an der übrigen Darstellung im Film, völlig in-character. Loki ist ziemlich clever bei selbstgeschmiedeten Plänen, aber auch arrogant, gerade gegenüber Menschen. Ist nicht das erste oder letzte Mal, dass er sich in den Fuß schießt.
Das einzige was auffällt, ist Black Widows problemlose Niedermähung der Russen...oder auch nicht, denn das MCU ist wirklich voll davon. In einer Szene liefert sich Captain America einen zeitraubenden Nahkampf mit einem (!) normalen Typen.....in einer anderen liefert er sich eine zeitraubenden Nahkampf mit dem Halbgott der den Hulk in panische Flucht getrieben hat. Ne du, kannste mir nicht mit kommen.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Noir am 8.04.2020 | 14:12
Komm ich dir aber mit ;) Ich finde ihre Darstellung schwach. Weil es deutlich besser ginge. Da kommen wir wohl einfach nicht auf einen grünen Zweig.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: nobody@home am 8.04.2020 | 14:19
Das meinte ich im Spoiler - das Gejammer ist uralt und hat weniger mit der Rolle von männlichen und weiblichen Hauptfiguren zu tun, sondern mit dem Selbst- und Weltbild der Jammerer. Schwache männliche Rollen sind auch uralt. Bei "Ein Colt für alle Fälle" gab es auch die Flasche Howie Munson, der nie was hingekriegt hat. Bloß hat die männliche Lusche traditionell den männlichsten aller männlichen (weißen & heteronormativen) Machos als Gegenstück.

Aber vielleicht wurde früher doch mehr toleriert?
Buffy hatte Xander, Xena hatte Joxer...

Früher gab's halt auch weniger Möglichkeiten für buchstäblich jeden, seine Meinung in die Welt zu posaunen. Selbst das Internet ist erst vor relativ kurzer Zeit wirklich für praktisch jeden (zumindest in der "ersten" Welt) jederzeit und überall erreichbar geworden -- wenn in den 90ern irgendjemand in einer Ecke des Usenets herumgemosert hat, haben das halt auch nur die Leute mitbekommen, die einen Rechner im Zimmer stehen und einen halbwegs erschwinglichen Anschluß hatten und dann noch mehr oder weniger gezielt danach gesucht haben. Heute dagegen, wo scheinbar schon die meisten Teenager ihr Smartphone mit allen möglichen Apps überall hin mitschleppen...?
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 8.04.2020 | 14:24
Aber vielleicht wurde früher doch mehr toleriert?
Buffy hatte Xander, Xena hatte Joxer...
Buffy hatte aber auch Angle und Xena Herkules.

Man muss halt eine gewisse Balance halten.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Irian am 8.04.2020 | 14:28
Ja eben. Es war eine fadenscheinige Ausrede: "Jeder, der den Ghostbusters-Film kritisiert, ist ja nur ein männerhassender Antifeminist, ein Ewig-Gestriger, und wahrscheinlich noch rechtsradikal und mit Amokläufer-Tendenzen dazu!" Dabei war es eben objektiv (so objektiv es eben bei so etwas geht) ein schlechter Film.

Was soll immer der Blödsinn mit den Extremen? "Jeder"? Was für ein Unfug. Natürlich gibt es an dem Film haufenweise gerechtfertigter Weise zu kritisieren, aber das schließt doch nicht aus, dass es auch rein sexistisch motivierte Kritik (schon im Vorfeld) gab (über das "wie viel" und "aus welcher Ecke" kann man sicherlich ebenso lange diskutieren). Und was ich für fadenscheinig halte ist ein Argument der Marke: "Die armen Sexisten sind völlig unschuldig, das war eine reine Antwort den Versuch, schon vorher Kritik als sexistisch abzustempeln" Ne, so einfach ist es nicht. In der realen Welt kann beides passieren, gleichzeitig. Es kann ein schlechter Film mit schlechten Argumenten verteidigt werden, während er gleichzeitig auch mit schlechter Kritik angegriffen wird.

Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: 6 am 8.04.2020 | 14:32
Was mir halt auffällt - und ich sage nicht, dass es inflationär passiert ... ich sage nur, dass es mir auffällt - ist das die Dominanz einer weiblichen Rolle häufig wirklich vor allem dadurch hervorgehoben wird, dass die Männer weinerliche und/oder dumme Idioten sind - und sei es nur in der jeweiligen situation. Mir fällt da vor allem Black Widow ein, die - zum beispiel - in Avengers 1 am Anfang von hohen russischen Soldaten gefoltert und verhört wird ... kurz darauf ruft Coulson an und Widow muss sich "mal eben befreien" ... und die ganzen krassen russischen Krieger gucken halt blöd ... und raffen nix ... und werden halt plattgewalzt von der Frau, die von Anfang an natürlich alles unter Kontrolle hatte.

Selber Film, andere Situation: Black Widow entlockt Loki Geheimnisse, der seine Arroganz spielen lässt ... dann aber doch als der Dusel dasteht, als Widow mit ihm "fertig" ist.
Hört sich nach ner typischen Szene aus nem Actionfilm der 80-er und 90-er an. Nur damals war der Protagonist halt männlich. Die "weinerlichen Idioten" auch. Das ist dann in Ordnung?
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: YY am 8.04.2020 | 14:37
Was soll immer der Blödsinn mit den Extremen? "Jeder"?

Ja, in die Richtung gingen die Formulierungen bei den Verteidigungsversuchen speziell von Ghostbusters (2016).


Es kann ein schlechter Film mit schlechten Argumenten verteidigt werden, während er gleichzeitig auch mit schlechter Kritik angegriffen wird.

Genau das war doch die Aussage.
Dabei kam der Vergleich zu Filmen, die eben nicht mit diesem Argument verteidigt werden sollten, obwohl die Voraussetzungen dafür ebenfalls vorlagen und gerade dieser Vergleich zeigt, wie schlecht das Argument war.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Jiba am 8.04.2020 | 14:39
Was Irian sagt.

Außerdem halte ich es gar nicht mal für so unglaublich zielführend, wenn wir wirklich schlechte Filme mit weiblichen Protagonisten ("Ghostbusters") wirklich epochemachenden Filmen mit weiblichen Protagonisten ("Fury Road") entgegenstellen. Der Problembereich liegt nämlich dazwischen, nämlich bei den Sachen, die "ganz gut" oder "in Ordnung" sind und da mit weiblichen Protagonisten arbeiten.

Da kann man nämlich gut beobachten: Warum bewertet jemand den Film gut oder schlecht und aus welchen Gründen? Und hat das was mit der Darstellung und den Handlungen der Frauen in diesem Film zu tun? Das Black Widow-Beispiel finde ich dahingehend recht ergiebig: Ich wäre auch nie auf die Idee gekommen, diese Szene irgendwie problematisch in der Darstellung der Männer zu bewerten. Einfach eben, weil sich, wie KhornedBeef richtig ausführt, in Superhelden-Filme Bösewichte ständig und überall so verhalten.

Und das MCU nicht im Eigenbiotop zu betrachten, sondern dann zu sagen: Aber DC macht das anders, das führt nirgendwohin. Überhaupt, vielleicht gehen wir das besser positiv an. Und sammeln coole (Action)-Protagonistinnen und schauen: Was machen die denn richtig?

Abgesehen davon: Es wäre cool, wenn wir mehr weibliche bzw. nicht-männliche User, die hier im Thread mitdiskutieren würden.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Oberkampf am 8.04.2020 | 14:39
Gut, früher waren die Kommunikationswege andere, aber es gab Fanzeitschriften , Leserbriefe oder andere Möglichkeiten, seinem Gejammer Ausdruck zu verleihen. Interessant finde ich es schon, zu gucken, wer jammert und warum gejammert wird - und inwieweit das an einer teilweisen Verkennung des angestrebten Publikums liegt.

These: Bei Actionserien oder -filmen ist die männliche Lusche im Gegensatz zur kompetenten Heldin auch deswegen so ein heißes Eisen, weil die Filme vordergründig auf ein männliches (Nerd?-)Publikum abzielen, aber tatsächlich sehr viele (stereotypisch) weibliche Sehgewohnheiten (Sehvorlieben) bedienen. Bei den Filmen aus dem Arrowverse geht es überwiegend um Liebe, Familie, Beziehungen und nur gelegentlich mal um Action, Technobabble, Verbrechensbekämpfung. Ähnliches auch bei Star Trek Discovery: Michaels Beziehung zu Spock, der Imperatorin und dem Klingonen spielt eine viel größere Rolle als die Abenteuer, die sie im Weltall erlebt.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: tartex am 8.04.2020 | 14:41
Bitte macht euren eigenen Thread auf, um zu diskutieren wo Frauen gut oder schlecht sind.

Das hier ist nicht die Speaker's Corner, sondern ein Thread, der sich um die Auflistung von Männern als winselnden Idioten in den Medien geht.

Danke!

 :btt:
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: tartex am 8.04.2020 | 14:43
Ich nehme an, die meisten Doktoren aus Doctor Who zählen auch als "winselnde Idioten", oder?

Sie wollen keine Knarre verwenden, es fehlt ihnen meist an einem trainierten Körper und sie wollen die Probleme wegreden. (Und laufen auch gerne mal durch Korridore davon.)
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Megavolt am 8.04.2020 | 14:45
Homer Simpson, Peter Griffin, Dugg Heffernan, alle von Big Bang Theory, alle Männer in Two and a Half men, alle Männer in the IT Crowd, fast alle in Silicon Valley, alle außer Kyle Broflowsy und Dingens in South Park. Der Vater bei Rick and Morty, der König und der Elf in Disenchantment, Zapp Brannigan, Fry. Der Vater und der älteste Sohn bei Malcon mittendrin. Alle Männer in What we do in the Shadows, Film und Serie. Der Protagonist und alle seine Freunde in Zero Charisma.

Ich kenne nur den alten, trashigen Kram, sorry, ich schaue praktisch keine Serien mehr. Ich habe mit stereotypen, männlichen Idioten persönlich kein Problem, im Gegenteil kann ich mich gut damit identifizieren.  ~;D

Btw. schaut euch What we do in the Shadows und Silicon Valley an, beides traumhafte Serien.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Noir am 8.04.2020 | 14:48
Hört sich nach ner typischen Szene aus nem Actionfilm der 80-er und 90-er an. Nur damals war der Protagonist halt männlich. Die "weinerlichen Idioten" auch. Das ist dann in Ordnung?

Nein.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: JollyOrc am 8.04.2020 | 14:55
Das hier ist nicht die Speaker's Corner, sondern ein Thread, der sich um die Auflistung von Männern als winselnden Idioten in den Medien geht.

Kurze Verständnisfrage: Geht es Dir um "hier ist ein Mann dargestellt, der, warum auch immer, als winselnder Idiot dargestellt wird", oder um Medien (Filme, Serien, Comics, etc.) in der Männer insgesamt, oder zumindest die repräsentative Mehrheit der Männer als winselnde Idioten dargestellt werden?

Das ist nämlich ein IMHO sehr wichtiger qualitativer Unterschied. Denn klar sind die männlichen Protagonisten bei Big Bang Theory winselnde Sozialkrüppel. Die (meisten) Frauenfiguren sind da aber auch nicht viel besser.

Und allesamt sind sie sind auch klar aus Außenseiter der Gesellschaft markiert, es gibt immer wieder Men's Men als Gegenbeispiele.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Oberkampf am 8.04.2020 | 14:59
Wie wäre es mit Peter von den drei ???

Habe nur dunkle Erinnerungen, aber war der nicht ein ziemlicher Feigling?
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: nobody@home am 8.04.2020 | 15:02
Ich nehme an, die meisten Doktoren aus Doctor Who zählen auch als "winselnde Idioten", oder?

Sie wollen keine Knarre verwenden, es fehlt ihnen meist an einem trainierten Körper und sie wollen die Probleme wegreden. (Und laufen auch gerne mal durch Korridore davon.)

Ich würde sagen: bei Doctor Who treten schon auch mal winselnde Idioten auf, der Doktor selbst gehört aber eher nicht dazu. Der ist einfach nur nicht so sehr der klassische Äktschnheldenverschnitt und mehr etwas unkonventionell in seinen Methoden.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: First Orko am 8.04.2020 | 15:03
Wie wäre es mit Peter von den drei ???

Habe nur dunkle Erinnerungen, aber war der nicht ein ziemlicher Feigling?

Heh. Dann nimm besser gleich TKKG:
Superman Tim
- Skills: kann alles
- Schwächen: keine Klößchen

Gabi
- Skills: Hat nen Papi, Sieht top aus, Love Interest sein
- Schwächen: trägt sonst nix zur Story bei

Karl
- Skills: ist ein Nerd mit fotografischen Gedächtnis
- Schwächen: ist ein Nerd

Klößchen
- Skills: Opfer sein
- Schwächen: Opfer sein
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: tartex am 8.04.2020 | 15:17
Kurze Verständnisfrage: Geht es Dir um "hier ist ein Mann dargestellt, der, warum auch immer, als winselnder Idiot dargestellt wird", oder um Medien (Filme, Serien, Comics, etc.) in der Männer insgesamt, oder zumindest die repräsentative Mehrheit der Männer als winselnde Idioten dargestellt werden?

Es ging mir um diese Aussage aus dem Nachbarthread:

Ich habe ein Problem mit Holzhammer-strong-independent-Women-Charakteren, während jeder Mann ein winselnder Idiot ist. Und das hat in den letzten 10 Jahren massiv zugenommen.

Ich wollte Beispiele dafür finden.

Natürlich ist Comedy ein schlechtes Feld für derartige Untersuchungen. Mr. Bean ist schon seit 1990 unterwegs und Clowns und Hofnarren deutlich länger. Ich glaube da braucht man nicht lange was beweisen.

Ich nehme an, Toth ging es um eher um Genre-Filme.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Noir am 8.04.2020 | 15:18
Heh. Dann nimm besser gleich TKKG:

Gabi
- Skills: Hat nen Papi, Sieht top aus, Love Interest sein
- Schwächen: trägt zur Story nur "Damsel in Distress" bei

Klößchen
- Skills: Opfer sein, reich
- Schwächen: Opfer sein

Fixed it for you! :D

Peter bei den Drei Fragezeichen ist übrigens tatsächlich ein ziemlicher Feigling ... trotzdem wächst er immer wieder über sich hinaus und besiegt seine Angst.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Viral am 8.04.2020 | 15:24
Es kommt darauf an, ist eine Figur als "winselnder Idiot" dargestellt, damit eine andere Figur als cool/Held/etc. dargestellt werden soll? In manchem Kontext passt das auch. Simpsons, Rick & Morty etc.

Mich stört es mehr wenn eine starke Figur konstruiert wird, indem eine bestehende starke Figur dekonstruiert wird. Kann man machen, wirkt aber sehr plump und zu stark "in your face". Zudem zeugt es schlicht von Einfallslosigkeit der Schreiber ...

Hier mal einige Beispiele

Aktuelle Beispiele:
Star Wars
Ghostbusters (der Film, den es niemals gab ;) )
Terminator Dark Fate
Batwoman

Kann man weibliche Helden bauen, ohne weinerliche Männerfiguren?
Joa, geht schon.
Wonderwoman
Wanted
The 100
Dark Angel

Gibt bestimmt mehr Beispiele ....

Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: nobody@home am 8.04.2020 | 15:24
Peter bei den Drei Fragezeichen ist übrigens tatsächlich ein ziemlicher Feigling ... trotzdem wächst er immer wieder über sich hinaus und besiegt seine Angst.

Dann kann man sich natürlich im Prinzip streiten, ob er wirklich so ein Feigling ist. ;) Einfach nur Angst zu haben, soll ja zumindest diversen klugen Sprüchen folgend eigentlich normal sein.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Rhylthar am 8.04.2020 | 15:35
Bei den ??? sollte man ein wenig gucken, da die drei Jungs ja mit Stärken und Schwächen ausgestattet wurden:

Justus:
Sehr schlau, aber korpulent und manchmal zu altklug.

Peter:
Sportlich, stark, aber eher ängstlich.

Bob:
Eher durchschnittlich (außer Recherche udn Archiv), zu Beginn körperlich eingeschränkt.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: JollyOrc am 8.04.2020 | 15:48
Es ging mir um diese Aussage aus dem Nachbarthread:

Ich wollte Beispiele dafür finden.

Das wäre also Option B - Medien (Filme, Serien, Comics, etc.) in der Männer insgesamt, oder zumindest die repräsentative Mehrheit der Männer als winselnde Idioten dargestellt werden.

Da kenne ich tatsächlich keine, und halte die bisher aufgeführten Beispiele da auch nicht passend, da sie entweder bewusst Außenseiter zeigen (TBBT), oder gleichzeitig auch starke Männerrollen zulassen.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: tartex am 8.04.2020 | 15:57
Hier mal einige Beispiele

Aktuelle Beispiele:
Star Wars
Ghostbusters (der Film, den es niemals gab ;) )
Terminator Dark Fate
Batwoman

Okay, wer sind da die idiotischen Beispielsmänner?

Poe Cameron oder Luke Skywalker? Weil sie jeweils einen Fehler begehen?

Interessiert mich wirklich in jedem der genannten Beispiele!
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Supersöldner am 8.04.2020 | 15:59
Homer Simpson ist nicht schwach! er hat James Bond getötet.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Jiba am 8.04.2020 | 16:02
Das ist falsch. Er hat James Bond lediglich aufgehalten. Getötet hat ihn Hank Scorpio.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Supersöldner am 8.04.2020 | 16:04
Was nur dank Homer möglich war. Hank hat ihm auch Klar den Ruhm dafür zu gesprochen.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Alexandro am 8.04.2020 | 16:52
Ja eben. Es war eine fadenscheinige Ausrede: "Jeder, der den Ghostbusters-Film kritisiert, ist ja nur ein männerhassender Antifeminist, ein Ewig-Gestriger, und wahrscheinlich noch rechtsradikal und mit Amokläufer-Tendenzen dazu!" Dabei war es eben objektiv (so objektiv es eben bei so etwas geht) ein schlechter Film. Und dann ist es eben auch legitim, auf die Gegenbeispiele zu zeigen und zu sagen: "Stimmt ja gar nicht, wir (egal, ob mit wir jetzt die Kinozuschauer allgemein oder die Gruppe der alten, weißen Männer gemeint ist) mögen auch Filme, in denen starke Frauen die etablierten Hauptrollen von den Kerlen übernehmen. Ihr müsst es halt nur GUT machen." In den Fällen bleiben dann nämlich wirklich nur die sprichwörtlichen drei Internet-Sexisten übrig, die damit ein Problem haben.

Ich orientiere mich da am Kontext:
- Wird der Film/die Serie schon "präventiv" kritisiert, bevor man was zur Qualität sagen kann?
- Werden auch qualitativ hochwertige Sachen (Fury Road, Wonder Woman, She-Ra) in dieser Weise kritisiert, bevor es einen Konsensus gibt (bzw. wird danach versucht zu relativieren, alá "Das ist ja nur trotz der Frauen und überhaupt haben eigentlich Männer  das Franchise gerettet")?
- Sind die Kritiker besessen von Einspielergebnissen, um einen "Flop" zu "beweisen" (außer da, wo es ihnen nicht in den Kram passt und sie Rotten Tomatoes, Google Analytics oder ähnliches bemühen müssen)?
- Werden ältere Sachen aus einem Franchise zitiert, ohne Ahnung davon, worum es in diesem Franchise geht (mein Liebling ist immer noch: "Plumpe sozial-politische Allegorien? Frauen in Führungsrollen? Das ist Verrat an Roddenberrys Star Trek!1!elf!!")
- werden strukturelle Schwächen der Story mit dem Vorkommen von weiblichen Hauptcharakteren gleichgesetzt, so als würde das eine das andere bedingen (bzw. in Filmen ohne weibliche Hauptcharaktere ignoriert - siehe das Abfeiern des furchtbaren Sonic-Movies in entsprechenden Kreisen)
usw. usf.

All das sind recht deutliche Hinweise darauf, dass der Kritiker (unabhängig davon, ob er zufällig dieselbe Meinung bezüglich der Qualität des Produktes hat, wie normale Leute) "aus seinem Arsch redet" und nicht ernst genommen werden sollte. Auch eine kaputte Uhr ist zweimal am Tag richtig, das macht sie aber noch nicht zu einem validen Zeitmesser.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Medizinmann am 8.04.2020 | 17:01
Zitat
Da würde ich dann doch gerne ein paar Beispiele erfahren, wo man die "winselnden Idioten"-Männer in den Medien der letzten 10 Jahre so finden kann. Mir selbst fällt da leider kein einziges Beispiel dafür ein.
Last man Standing !
( Familien Comedy Serie mit Tim Allen) der Ehemann einer der Töchter ist : Canadier, Pazifist,Atheist,Vegetarier und ein Feigling.
Anscheinend alles total verwerfliche Charsackterzüge laut den Autoren .
Und (IIRC soooo genau verfolge ich die Serie nicht ,seit dem sie ab  der 3ten Staffel Politisch Inkorrekt wurde) hat er seine Frau auch betrogen,aber sie hat ihm verziehen .

Hough
Medizinmann
 
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Medizinmann am 8.04.2020 | 17:15
P.S.
Auhauerha

Zitat
Die Entwicklung setzt teilweise schon deutlich früher ein. 1973 beginnt mit dem Tod von Bruce Lee der Abstieg des toughen Mannes. Schon Jackie Chan  war immer etwas trotteliger. Aber trotz seiner Berührung mit dem winselnden Idioten folgte er einer klassischen Heldenreise. So viele Männer konnten sich mit Jackie Chan identifizieren, weil sie wussten, dass sie winselnde Idioten waren, aber hofften, sich ebenfalls zur klassischen Heldenreise aufmachen zu können.

Mit Jackie Chan beginnt aber nur eine jüngere Entwicklung. Schon in den frühen Filmen waren es doch vor allem die Männer als winselnde Idioten, die begeisterten. Wer fällt uns aus dieser Zeit noch als Held ein? Charly Chaplin und Buster Keaton.
Also ich habe mich seit frühester Kindheit mit dem HKAT befaßt
Jackie Chan wollte sich MIT ABSICHT vom Bruce Lee Image absetzen ,weil einige Studiobosse ihn als 2ten Bruce Lee vermarkten wollten.
in seinen Filmen spielte er auch nie einen winselnden Idioten ( Police Story um nur ein paar der vielen Filmne zu nennen )
Sondern einen MENSCHLICHEN Helden , der auch mal "aufs Maul" bekommt, aber immer mutig weitermacht und am Ende siegt
Und neben dem eher lustigen JC schmeisse ich mal Donnie Yen in den Raum (Flash Point , Sha Po Lang,Dragon Tiger Gate, Ich kann die Liste beliebig fortsetzen)
UND JC hatte auch ernste & Traurige Rollen, nicht erst seit Karate Kid , sondern auch schon vorher.
Also deine "Analyse" ist von vorne bis hinten Fasch !
(Musste mal gesagt /geschrieben werden !! )
(und ganz Nebenbei ,ICH habe mich nie mit JC Identifiziert (dafür war er einfach zu gut) sondern eher war Sammo Hung Kam Bo mein Vorbild)

P.P.S
weder Buster Keaton noch Charlie Chaplin waren winselnde Idioten sondern immer Leute die gegen Widrigkeiten ankämpften . Die Komik ihrer Filme begründete sich (u.a.)auch in diesem Kampf gegen die Natur & die Umstäde .
WENN überhaupt waren dann eher die 3 Stooges die Idioten, die sich gegenseitig Hauen und deswegen Heulen.
Auch wieder so ein Satz wo ich den Kopf schütteln muss ,wie man nur so daneben liegen kann und Buster Keaton oder Charlie Chaplin als winselnde Idioten sieht *Kopfschütteln*

der mit den Eastern Condors tanzt
Medizinmann

Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: AlucartDante am 8.04.2020 | 17:39
Klar war es Absicht, bei Jackie Chan wie bei den meisten Filmen, das bestreitet niemand.

Bei Jackie Chan gibt es die seriösen Formate (Police Story 3) und die, in denen er eher trotteliger ist (Da fallen mir die Titel leider nicht ein, aber sowas wie Drunken Master halt).

Wie weit man jetzt "winselnder Idiot" auslegt, ist wohl verschieden. Ich sehe es einfach mal als Gegenbild zum strahlenden alles wissenden und könnenden Helden. Bastian Pastewka ist dann ja auch kein winselnder Idiot, sondern ein kluger kreativer Geist, der stets versucht Probleme erfolgreich zu lösen. Einen richtigen winselnden Idioten habe ich außer in Idiocracy und Dumm und Dümmer nicht gesehen. Aber ich nahm die Überschrift mal als Überspitzung wahr. Wenn man es so ernst und wörtlich nimmt, wie du Medizinmann, dann muss man klar einfach sagen: Das gibt es nicht. Aber ich fand die Diskussion anders spannender.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Medizinmann am 8.04.2020 | 17:50
Zitat
(Da fallen mir die Titel leider nicht ein, aber sowas wie Drunken Master halt).
der erste Drunken Master hatte ja auch nicht JC als Regisseur .
Zu dieser Zeit waren Lustige Helden in Hong Kong "In" und viele Regisseure die zu der Zeit arbeiteten waren faule,despotische alte Säcke die immer nur nach Schema "F" drehten,die ganzen frühen Drunken Master Filme
kamen daher und wirklich gute Filme waren (abseits der Shaw Brother Klassiker )eher Seltenheit. Und in dieser Zeit ( späte 70er Jahre) gabs auch bestimmt winselnde Idioten aber JC ....schau dir mal Dragon Lord( 1982 ,DA führte JC auch selber Regie ! ) aus der Zeit an und vergleich sie mit einem der anderen Drunken Master Filme und du verstehst ,was Ich meine


Aber Drunken Master II (von 1994 https://de.wikipedia.org/wiki/Drunken_Master_(1994)
) da ist nichts von einem "winslender Idiot " zu sehen !

mit immer noch kopfschüttelndem Tanz
Medizinmann
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: nobody@home am 8.04.2020 | 18:02
Ich denke, bewußt eingesetzte ausdrückliche "winselnde Idioten" sind heute außerhalb des Comedy-Bereichs genauso selten wie damals -- aus dem einfachen Grund, daß die in "richtigen" Filmen und dergleichen niemand wirklich sehen will und nie gewollt hat. Auf der Protagonistenseite wären sie nur ein nerviger Klotz am Bein und auf der Gegenseite keine ernstzunehmende Bedrohung. Und wenn sie doch mal auftauchen und nicht doch zumindest etwas an Entwicklung zum Besseren durchmachen, dann ereilt sie scheinbar überproportional oft ein karmisch-ironisches (und potentiell durchaus tödliches) Schicksal, quasi als Entschuldigung der Macher dafür, sie dem Publikum überhaupt zugemutet zu haben. Beispiele hierfür wären etwa Farley Claymore in "Shadow und der Fluch des Khan" oder Beni Gabor in "Die Mumie".

Inwieweit natürlich eigentlich gar nicht so gemeinte Figuren unbeabsichtigt bei einem gegebenen Betrachter trotzdem als solche Idioten ankommen, steht auf einem anderen Blatt.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Viral am 8.04.2020 | 19:29
Okay, wer sind da die idiotischen Beispielsmänner?

Poe Cameron oder Luke Skywalker? Weil sie jeweils einen Fehler begehen?

Interessiert mich wirklich in jedem der genannten Beispiele!

Mir mir geht es mehr um die Dekonstruktion der Althelden
Star Wars - Dekonstruiert: Luke Skywalker (OT - ist er der gute Ritter in Richtung Paladin: in den aktuellen Filmen ist er ggf. ein Kindermörder), Idiot: Poe (will klassische Flieger-Helden-Aktionen machen, wird dann mit Pat-Pat-Pat ... zurückgepfiffen) - Rey war so perfekt und konnte auch gleich alles besser als jeder andere. Sie war irgendwie die Klassenstreberin unter den Machtnutzern. Damit man zeigen konnte wie gut sie war, musste man die OT-Charaktere gegen sie halt abstinken lassen.

Ghostbusters - Dekonstruiert: die alten Geisterjäger Idiot: Chris Hemsworth als Kevin Beckman (war zwar irgendwie auch unterhaltsam) Aber das in Your Face Frauenpower tat echt weh.

Batwomen - Dokonstruiert: Batman (wobei nicht hart dekostruiert, aber häufig drauf rumgeritten, dass Batwoman es besser kann als Batman) - winselnder Mann: Fox (wobei mich das hier weniger gestört hat) Mir störte das dieses harte LBGT/Frauenpower in Your Face.

Terminator Dark Fate: Dekonstruiert: John Conner (den Erlöser der Menschheit etc. in den ersten paar Filmminuten umzulegen ... so total lapidar ... war mal echt schlecht und so gar nicht das John Conner Bild was in den alten Filmen aufgebaut wurde) Idiot: Ich glaub da gab es tatsächlich keinen.

Wie gesagt mich stören nicht starke Frauenrollen. Die genannten Beispiele sind mehr Beispiele für schlechte Schreiberei und mangel an Kreativität. Anstelle was Neues zu machen, versucht man das Alte mit Frauenpower aufzupeppen.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Alexandro am 8.04.2020 | 19:50
Star Wars: Poe hat eine Heldenreise, wo er vom Flieger zum General wird (zumindest in Episode 8 - dass 9 nichts aus dieser Vorlage macht, dafür kann der Film nichts). Luke ist nur dann dekonstruiert, wenn man seine Legende für bare Münze nimmt (wie es Rey anfangs tut); im Grunde ist es aber noch der gleiche Luke aus der OT (und der ist nunmal nicht perfekt). "Winselnd" würde ich ihn trotzdem nicht bezeichnen, schließlich überwindet er seine Schwächen heldenhaft.

Ghostbusters: "Frauenpower"? Haben wir da den gleichen Film gesehen? Die neuen Ghostbusters sind im Film durchaus inkompetenter, als es ihre männlichen Gegenstücke in alten Film waren. Die alten Ghostbusters hatten zwar auch Momente, wo sie mal ins Klo gegriffen haben, aber nicht so viel und so massiv wie es die Frauen in diesem Film tun.

Batwoman: Sehe ich nicht so (dass Kate besser wäre, als Bruce). Der winselnde Nerd ist halt ein Trope (kann man ein Problem mit haben - aber ich frage mich, ob es überhaupt angesprochen worden wäre, wenn er der Sidekick eines männlichen Helden wäre - ich kann mich nicht erinnern, dass die Leute bei Felicity Smoak (welche ja im Grunde das exakte weibliche Gegenstück zu Luke Fox ist) so ein Fass aufgemacht hätten)

Dark Fate: Habe ich nicht gesehen, fand aber die Fixierung auf "den Auserwählten" John Connor (auch in der geänderten Zeitlinie nach T1) immer Blödsinn und Edward Furlong hat in T2 sowieso hart genervt. Dass sie nach dem Tod anscheinend gleich wieder eine (andere) Auserwähltengeschichte reingepackt haben, macht es allerdings nicht besser und zeugt von der Ideenlosigkeit der Macher.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Viral am 8.04.2020 | 19:58
ich gestehe dir deine Meinung zu, dass es deiner Meinung  nach Blödsinn ist. Ich bin halt anderer Meinung.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 8.04.2020 | 21:59
Batwoman: Sehe ich nicht so (dass Kate besser wäre, als Bruce). Der winselnde Nerd ist halt ein Trope (kann man ein Problem mit haben - aber ich frage mich, ob es überhaupt angesprochen worden wäre, wenn er der Sidekick eines männlichen Helden wäre - ich kann mich nicht erinnern, dass die Leute bei Felicity Smoak (welche ja im Grunde das exakte weibliche Gegenstück zu Luke Fox ist) so ein Fass aufgemacht hätten)
Die Sache ist nur das der "winselnde Nerd" in den comics ein MMA Champ ist und als Batwing ein eigenständiger Held und kein Sidekick.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Viral am 8.04.2020 | 22:21
Man kann auch Figuren umschreiben. Auch wenn ich Vorlagentreue mag, gestehe ich das den Machern bei einer Portierung auf ein neues Medium zu.
Bei Batwoman oder den anderen Beispielen ist es halt einfach zu platt und schlicht schlecht geschrieben. Man hätte aus Batwoman wohl echt was gutes machen können. Ich hatte sehr auf was Richtung Gotham gehofft, aber irgendwie war das dann ziemlich underwhelming.

Da haben die genannten Positivbeispiele deutlich mehr Kreativität bewiesen. Hier ist z. B. auch Killjoys, Mr. und Mrs. Smith noch zu nennen.

Klar haben einige da einen ziemlichen B-Movie touch, aber zumindest sind die die Figuren einigermaßen interessant. Bei den Negativbeispielen finde ich einfach diesen Mangel an Kreativität furchtbar, obwohl die Vorlagen teils wirklich viel hergegeben hätten ....

Add:
Ich finde ja Sabrina und Supergirl auch unterhaltsam, auch wenn sie auf ihre eigene Art irgendwie überzeichnet kitschig sind.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 8.04.2020 | 22:36
Man kann auch Figuren umschreiben. Auch wenn ich Vorlagentreue mag, gestehe ich das den Machern bei einer Portierung auf ein neues Medium zu.
Bei Batwoman oder den anderen Beispielen ist es halt einfach zu platt und schlicht schlecht geschrieben. Man hätte aus Batwoman wohl echt was gutes machen können.
Hier hat man aber halt klar den männlichen Charakter gegenüber der Vorlage deutlich abgewertet.

Man hätte aus Batwoman wohl echt was gutes machen können.
Weiß nicht, in den Comics ist Batwoman so ziemlich der einzige Bat-Franchise character mit dem ich nichts anfangen kann. Da hätte es mMn bessere Charactere gegeben denen man eine Serie hätte geben können.

Ich finde ja Sabrina und Supergirl auch unterhaltsam, auch wenn sie auf ihre eigene Art irgendwie überzeichnet kitschig sind.
Wobei ich es auch ziemlich daneben finde wie sie Superman in Supergirl behandeln.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Viral am 8.04.2020 | 22:45
So viel Supergirl hab ich bisher nicht geguckt bzw. zumindest keine Folge wo Superman aufgetaucht ist.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Alexandro am 8.04.2020 | 22:57
Weiß nicht, in den Comics ist Batwoman so ziemlich der einzige Bat-Franchise character mit dem ich nichts anfangen kann. Da hätte es mMn bessere Charactere gegeben denen man eine Serie hätte geben können.

Ich fand deren Soloserie sehr gelungen (gerade im Vergleich zu den Batman-Serien mit Bruce Wayne, dessen IQ Scott Snyder zur selben Zeit leider in den einstelligen Bereich gedrückt hat - in diesem Fall könnte man tatsächlich von einer Dekonstruktion sprechen, wobei ich nicht glaube, dass das beabsichtigt war).

Und ich sehe auch nicht, was an Superman in Supergirl so schlimm sein soll.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Talasha am 8.04.2020 | 23:15
Und ich sehe auch nicht, was an Superman in Supergirl so schlimm sein soll.

Ich ehrlich gesagt auch nicht, wenn man mal von dem supermantypischen Problemen vor allem in Bezug auf die Grundprämisse von Supergirls Char absieht.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Turning Wheel am 8.04.2020 | 23:39
Konkrete Beispiele bitte!  :) Darum geht es hier.

https://www.watson.ch/schweiz/sbb/598823060-frauen-in-der-werbung-als-bloed-hinzustellen-ist-sexistisch-und-bei-maennern-ist-es-ok
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 9.04.2020 | 07:20
Ich fand deren Soloserie sehr gelungen
Das hat nichts mit der Qualität der Serie zu tun und mehr damit das ich mit dem Character nichts anfangen kann und sie auch noch extrem unsympathisch finde.

Wobei jetzt Snyders Batman auch nicht unbedingt der beste Batmanrun aller Zeiten ist, aber für mich immer noch deutlich lesbarer als Morrison oder King.

Und ich sehe auch nicht, was an Superman in Supergirl so schlimm sein soll.
Das sie jedesmal wenn er auftaucht sofort klar machen das Supergirl viel toller und stärker ist.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Jiba am 9.04.2020 | 08:11
Worin äußert sich das konkret.

Und allgemein: Es gibt jetzt allgemein jetzt nicht so viele Action- oder Abenteuer-Serien, in denen ein selten auftretender Nebencharakter als grundsätzlich "stärker" (wir müssten noch klären, was mit dem Begriff gemeint ist) dargestellt wird als der/die Protagonist:in der Serie.

Supergirl ist die Protagonistin ihrer Serie, die Serie ist nach ihr benannt. Da pumpe ich doch nicht als Writer 'ne Nebenfigur noch Potenz in den Arsch. Da ist man nämlich ganz schnell beim "Deus Ex Machina"... wenn Superman so viel "stärker" ist, warum macht er es dann nicht selbst?
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 9.04.2020 | 08:26
Worin äußert sich das konkret.
Darin das Superman es selbst sagt.

Supergirl ist die Protagonistin ihrer Serie, die Serie ist nach ihr benannt. Da pumpe ich doch nicht als Writer 'ne Nebenfigur noch Potenz in den Arsch. Da ist man nämlich ganz schnell beim "Deus Ex Machina"... wenn Superman so viel "stärker" ist, warum macht er es dann nicht selbst?
Und Supergirl ist nach Superman benannt, und auch innerhalb der Serie ist er seit Jahren als Superheld aktiv während sie zumindestns zu Beginn der Serie gerade erst anfängt.

mMn bestünde auch eigendlich keinerlei Notwendigkeit innerhalb der Serie überhaupt zu thematisieren wer von beiden stärker ist, sowas sollte man Fandiskussionen überlassen.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: tartex am 9.04.2020 | 08:33
Darin das Superman es selbst sagt.

Sag ich doch zu meinem Kindergarten-Neffen auch andauernd, dass er stärker ist als ich es bin.

Darf Superman kann White Knight (siehe PUA-Lexikon >;D) mehr sein? Aber ich weiß, freundlich zu Frauen zu sein, fällt heute für manche schon unter Kollaboration mit dem Feind.  ~;D
Titel: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Jiba am 9.04.2020 | 08:45
Und Supergirl ist nach Superman benannt, und auch innerhalb der Serie ist er seit Jahren als Superheld aktiv während sie zumindestns zu Beginn der Serie gerade erst anfängt.

Und gleichermaßen kann man, nach DC-Kanon, argumentieren, dass Supergirl immer schon "stärker" war als Superman. Spätestens seit den Supergirl-Comics ab 2000.  (https://www.quora.com/Who-is-stronger-Superman-or-Supergirl)

Und warum sollte "ich mach etwas schon länger" gleichbedeutend sein mit "ich bin besser als du"? Ich meine, es stört sich doch auch keiner daran, dass ein Newbie wie Spiderman erfahrene Superschurken und Verbrecher in die Tasche steckt, oder? Zumindest wäre mir dazu keine Diskussion bekannt.

Und ich meine, Superman selbst geht ja deutlich entspannter damit um, dass Supergirl der neue "Champion of Earth" ist, als seine Fans. Der kommt doch in der Serie wunderbar damit klar. Ist halt ein netter Typ, ein guter Verlierer, zeigt Charakterstärke. Also, kein Problem oder?
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Darkling ["beurlaubt"] am 9.04.2020 | 08:53
Supergirl ist die Protagonistin ihrer Serie, die Serie ist nach ihr benannt. Da pumpe ich doch nicht als Writer 'ne Nebenfigur noch Potenz in den Arsch.
*lacht in schwertkämpfender Yennever*
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Jiba am 9.04.2020 | 10:20
Ja, das war unglücklich ausgedrückt.  ;D
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Supersöldner am 9.04.2020 | 10:21
Sie haben die Gleichen Kräfte aber Supermann hat 11 oder 12 Jahre mehr Erfahrung damit diese ein zu setzen und damit zu Kämpfen. Die Logik besagt das er eigentlich viel Stärker als sie sein müsste.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Jiba am 9.04.2020 | 10:37
Joah, das ist eine Sichtweise. Superkräfte als trainierbares Handwerk.

Eine andere wäre: Superkräfte als körperliche Eigenschaft (passt zu den Superkräften der Supermänner und -frauen eigentlich ganz gut, immerhin sieht man die, im Gegensatz etwa zu Batman oder den Avengers, eher selten trainieren).

Nach dieser Logik ist Supergirl eben stärker, weil sie jünger und frischer ist als Superman.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: nobody@home am 9.04.2020 | 10:38
Sie haben die Gleichen Kräfte aber Supermann hat 11 oder 12 Jahre mehr Erfahrung damit diese ein zu setzen und damit zu Kämpfen. Die Logik besagt das er eigentlich viel Stärker als sie sein müsste.

Heißt gerade bei den beiden eventuell nur, daß Superman elf oder zwölf Jahre mehr Übung darin hat, sich vornehm zurückzuhalten, damit er seine Gegner nicht gleich mit dem ersten Treffer über die Landschaft verteilt und allgemein möglichst wenig Kollateralschaden anrichtet, während Kara eher mal noch zum jugendlichen Überschwang neigt.

Ansonsten habe ich die bewußte spezielle Serie nie gesehen (kann sie also an sich schlecht beurteilen), hatte aber mit Supergirl in anderen Medien auch noch nie Probleme. Zumindest die Figur an sich kann durchaus sympathisch sein, wenn man sie denn läßt.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Aedin Madasohn am 9.04.2020 | 11:23
und am Ende sind es alles nur MedienProdukte mit absehbaren Lebenszyklen  ;)

wenn der seit Jahrzehnten "ausgebeutete"  >;D Supermann nicht mehr die milchreiche  ~;D Cashcow von annotuck ist, dann gibt der poordog doch immer noch eine formidable Dekonstruktions-Projektionsfläche für das Nachfolgeprodukt Supergirl ab.

Ob man das nun Produktionskannibalismus oder gelungenes Recycling nennen mag, liegt im Auge des Betrachters  ;)

wobei das Powars!-Ranking zwischen den zahlreichen Superheld-und*innen ja auch nur Längenvergleichs-Fetischismus ist. Gähn
naja, als redaktionelle Vorarbeit erleichtert es zumindest die Pressung ins Spielkartenformat

also, zuerst waren die Superhelden alleine und ungestört in ihrer Zeitungscartoon-Serie.
dann war es cool, dass sich die in der Konsumentengunst etablierten Superhelden untereinander trafen und gemeinsam Abenteuer bestehen konnten
dann war es cool, dass sie nicht mehr in klarem schwarz/weiß rüberkamen, sondern grauer, grimmiger, grenzgängerischer wurden (und Konflikte untereinander bekamen)

tja, und jetzt halt der Wechsel zu den weiblichen Supars, für die die alten Männer des letzten Jahrhunderts nur noch der Prolog sind.

ist das jetzt ein kultureller Wandel? dazu müsste man aber die Marktdurchdringung kennen!
also, größtes-Supergirl-aller-Zeiten als marktschreierischer Versuch der PR Abteilung, überhaupt noch was zu verkaufen oder DER Paradigmenwechsel DER Gesellschaft?

vielleicht nicht alles so heiß essen, wie es Werbefutzzis kochen (wollen)?

 :dftt: 
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: nobody@home am 9.04.2020 | 11:46
Heldinnen und Superheldinnen gab's immer schon. Man kann durchaus bemängeln, daß sie im Kontrast zur allgegenwärtigen Herrenriege unterrepräsentiert sind (und da würde ich auch heute noch tendenziell mitgehen), aber nicht, daß es sie überhaupt nicht gegeben hätte -- das wäre nur unnötige Übertreibung, die in der Sache niemandem was nutzt.

Mit den "winselnden Idioten", um aufs Thema zurückzukommen, ist es übrigens ähnlich. ;) Die gab's auch schon immer -- schon Homer hat allerallermindestens seinen Thersites (https://de.wikipedia.org/wiki/Thersites) in der Ilias und die regelmäßig bis schließlich zum eigenen Verhängnis aufmüpfige Mannschaft von Odysseus auf dessen Heimfahrt --, da sehe ich also auch keinen plötzlichen Anstieg ausgerechnet in den letzten zehn oder zwanzig Jahren. (Die absoluten Zahlen mögen ja noch mit dem Produktausstoß zugenommen haben, aber daß sich der Anteil geändert haben soll...? :think:)
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Jiba am 9.04.2020 | 12:04
Goethe's Werther ist quasi der Prototyp des winselnden Idioten. Faust im Grunde irgendwie auch. Überhaupt ganz viele männliche Figuren aus der klassischen und romantischen Literatur.

Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: tartex am 9.04.2020 | 12:09
Wenn wir schon bei Comics sind: ist wird ja immer wieder betont, dass der Erfolg der Marvel Comics in den 1960igern daran lag, dass die Helden jetzt mit sehr menschlichen Problemen und Schwächen zu kämpfen hatten. Ist hier schon der Hund begraben?

War Spider-Man (bzw. Peter Parker) als Nerd der erste "winselnde Idiot" im Superheldenkostüm?

Wäre die Welt noch in Ordnung, wenn das Thing nicht darüber gejammert hätte, dass es wie ein oranger Felsblock aussähe, sondern wie ein echter Mann sein Schicksal als ein Unverwundbarer hingenommen hätte?

Hätte Bruce Banner nicht den Alpha-Körper des Hulks akzeptieren können, anstatt in Ruinen rumzuflennen?

Vom Silver Surfer wollen wir gar nicht erst reden...
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Jiba am 9.04.2020 | 12:27
Oh, und Hamlet. Hamlet sollten wir nicht vergessen.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Toht am 9.04.2020 | 12:32
Da es immer wieder auftaucht und anscheinend nicht verstanden wird. Ansonsten haben hier viele schon gute Dinge geschrieben.

Peter Parker ist kein winselnder Idiot. Er ist ein starker Charakter mit Problemen die er versucht zu lösen und daran wachsen kann.
Dadurch ist er interessant. Auch wenn er natürlich manchmal weinerlich ist. Das gibt es auch in weiblichen Versionen.

Worum es ursprünglich ging waren Tefloncharaktere, die alles können, nie scheitern und dabei auch noch fantastisch aussehen.
Im neuen 3 Engel für Charlie sind alle Frauen krasse Kämpfer, geniale Wissenschaftler und sehen aus wie Topmodels.
Jedes Hindernis wird problemlos weggewischt es gibt nichts was sie aufhalten kann.
Und dieser Typus an weiblichen Charakteren hat mMn in den letzten Jahren immer mehr zugenommen und ist auch stärker vertreten als der Teflonmann.

Es gibt natürlich tolle Charaktere beider geschlechter und auch schlechte beider Geschlechter.

Dass JEDER Mann heutzutage nur noch der winselnde Idiot ist oder es sowas früher nicht gab ist natürlich Quatsch und wurde auch nicht behauptet.


Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: tartex am 9.04.2020 | 12:48
Jedes Hindernis wird problemlos weggewischt es gibt nichts was sie aufhalten kann.
Und dieser Typus an weiblichen Charakteren hat mMn in den letzten Jahren immer mehr zugenommen und ist auch stärker vertreten als der Teflonmann.

Klar. Lustigerweise stört mich das in Filmen aus dem "Alltag" noch deutlich mehr als bei Genre-Medien. Bestes Beispiel: Juno. Oder das Mädel aus Sex Education.

Aber im Endeffekt einigen wir uns wohl darauf, dass nicht mehr "winselnde Idioten" das Problem sind, sondern Power-Fantasy-Charaktere ohne Tiefgang.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Toht am 9.04.2020 | 12:52
Naja.
Meist geht aber leider die Teflon Frau mit dem winselnden Idioten umher um ja jedem zu zeigen wie überlegen Frauen doch sind.

Der Teflonmann hat dieses Phänomen eher nicht.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Sashael am 9.04.2020 | 12:56
Naja.
Meist geht aber leider die Teflon Frau mit dem winselnden Idioten umher um ja jedem zu zeigen wie überlegen Frauen doch sind.

Der Teflonmann hat dieses Phänomen eher nicht.
Den inkompetenten Nebencharakter oder Mook gibt es im Actionfilm seit den 70ern. Dass der jetzt ein Problem sein soll, weil die Protagonisten weiblich sind, halte ich für das wahre Problem.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Supersöldner am 9.04.2020 | 13:00
sehe Grade im Netz nach oh ...Sex Education ist eine echte Serie und kein Witz .kein ein Folgen Parodie über Komische Serien. Seufzt. Die Menschheit ist verloren.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: AlucartDante am 9.04.2020 | 13:03
Meist geht aber leider die Teflon Frau mit dem winselnden Idioten umher um ja jedem zu zeigen wie überlegen Frauen doch sind.

Lieber Toht, ich würde das Gegenteil behaupten.

Klassischerweise haben viele Filme einen Teflonmann und eine winselnde Idiotin, die als Damsel in misstress dient. Letztere ist nur dazu da, um zu zeigen, wie toll der Typ ist.

Besonders schlimm in Indiana Jones und der Tempel des Todes
https://www.youtube.com/watch?v=JHAc9nw2qrs (https://www.youtube.com/watch?v=JHAc9nw2qrs)

 Viele moderne Filme spielen zwar mit dem Klischee und drehen es um, das funktioniert aber nur, weil das Klischee etabliert ist. Wenn ein Film, sich aber besonders stark über ein Klischee lustig macht, ist es halt auch eine Komödie. Die gucke ich mir generell nicht an, weil mich das eher langweilt. Der neue Ghostbustersfilm war da halt auch fast ausschließlich Kömodie und der Kerl war der Running Gag, der einfach plump war.

Dazu passend erinnere ich nochmal an den Bechdel-Test, bei dem erstaunlich viele Filme durchfallen:

- Gibt es mindestens zwei Frauenrollen?
- Sprechen sie miteinander?
- Unterhalten sie sich über etwas anderes als einen Mann?
- Haben die beiden Frauen im Film einen Namen?
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Toht am 9.04.2020 | 13:04
Den inkompetenten Nebencharakter oder Mook gibt es im Actionfilm seit den 70ern. Dass der jetzt ein Problem sein soll, weil die Protagonisten weiblich sind, halte ich für das wahre Problem.

Nebencharakter schön und gut. Aber es geht ja um mehrheitlich alle Figuren eines Geschlechts mit einem Teflonhelden. Die alle inkompetent sind um die Überlegenheit des Hauptprotagonisten zu unterstreichen.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Toht am 9.04.2020 | 13:07
Besonders schlimm in Indiana Jones und der Tempel des Todes
https://www.youtube.com/watch?v=JHAc9nw2qrs (https://www.youtube.com/watch?v=JHAc9nw2qrs)

Und es gibt Marion Ravenwood in Jäger des verlorenen Schatzes und Elsa Schneider in Der letzte Kreuzzug....

50 Shades of Grey fällt übrigens beim Bechdel-Test nicht durch.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: tartex am 9.04.2020 | 13:07
sehe Grade im Netz nach oh ...Sex Education ist eine echte Serie und kein Witz .kein ein Folgen Parodie über Komische Serien. Seufzt. Die Menschheit ist verloren.

Ja, es gibt auch Leute, die interessieren sich für was anderes als Söldner und Superhelden.  :o

Was fällt der Menschheit als nächstes ein? Liebesgedichte?  ::)
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Supersöldner am 9.04.2020 | 13:13
oh ein Fan der Serie ?
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: First Orko am 9.04.2020 | 13:13
Also zusammengefasst: Die großen, bleibenden Helden der Geschichte funktionieren über innere Konflikte und der Möglichkeit zur Überwindung (oder das Zerbrechen daran).

Ich spinne jetzt mal ein bißchen provokant rum, bitte nicht zu ernst nehmen: >;D
Dann kam Hollywood. Eine Industrie, die augrund ihrer Natur bestimmte Charaktertypen an die Spitze befördert hat: Soziopathen, Narzisten - all jene, deren Charakterzüge dem Machzuwachs dienlich sind. Deren völliger Mangel an Empathie befeuert ein toxisches Männlichkeitsideal, das vernab der Realität die Helden um ihre Schwächen bereinigt und ihre Stärken immer mehr überzieht.
In den letzten zwei Jahrzehnten wurde diese männliche Machstruktur hinterfragt und aufgedeckt (=>diverse Hollywoodskandale, Ausnutzung von Frauen,...).
Das führt zu einem Umdenken (=>Klar: vordergründig aus finanziellen Gründen). Es sind aber nach wie vor dieselben Leute - die innere Konflikte nicht verstehen.
Also wird das Ding einfach umgekehrt und vorgeblich starke Frauenfiguren geschaffen, die aber auf der lyrischen Eben genauso teflonbeschichtet wurden wie ihre Gegenstücke seinerzeit.

Diese Charaktere nehmen zu - in dem Sinne, dass es sie vorher in der Ausprägung gar nicht gab, nicht geben DURFTE bzw (angeblich!) nicht akzeptiert worden wären. Und alle so "Häääh? Das sind doch voll dumme Abziehbilder!" Und Hollywood so "Ähh..ja sorry, müssen wir grad mal so machen. Stell dir einfach nen Typen vor, bis auf das Aussehen hat sich ja nix geändert"
Und die Typen so: "Neeee.... das ist ja voll dumm so!"

Klar ist das irritierend! Ich bezweifle allerdings, dass diese Figuren langfristig überhand nehmen. Dafür ist die alte Struktur noch zu verhaftet. Der Anteil kreativ schaffender Frauen in Hollywood in entsprechenden Machtpositionen (Regie, Drehbuch, Produktion) ist nach wie vor lächerlich klein.

Also macht euch keine Sorgen: Wir bekommen schon noch wieder die "echten, starken Kerls" zurück. Dann ist wieder alles in Ordnung wie vorher und man kann den Thread dann auch dichtmachen.  ~;D :gasmaskerly:  ::) :-X

Wie schon erwähnt: Eine Alternative wäre ein kritisches Betrachten althergebrachter Stereotypen - sowohl in Hinblick auf Charakterzeichung als auch auf Plots. Die Anzahl der Wiederholungen, Mehrteiler, Neuaufgüsse alter Filme usw. versetzt mich da aber nicht gerade in Hoffnung, dass das irgendjemand verstanden hätte  :-\
Dafür gibts dann Genrefilme, das wachsende(?) Feld der Indiproduktion, Programmkino - und Serien bzw. Streamingproduktionen.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Sashael am 9.04.2020 | 13:16
Nebencharakter schön und gut. Aber es geht ja um mehrheitlich alle Figuren eines Geschlechts mit einem Teflonhelden. Die alle inkompetent sind um die Überlegenheit des Hauptprotagonisten zu unterstreichen.
Und davon gibt es wieviele Filme mit weiblichen Hauptfiguren?  wtf?

Und stört dich das nicht, wenn das Geschlecht der Idioten das gleiche ist wie das des Helden?
Ich mein, das ist die Grundprämisse von John Wick! Ja, er kriegt auf die Fresse. Ja, er wird verletzt, wodurch er scheinbar kein Teflonheld ist. Aber der Kerl kämpft mit ganzen Kleinstädten von Gangstern! Das ist eigentlich absolut lächerliches Schießbudenfiguren umballern, so inkompetent, wie die ALLE in seine Kugeln rennen!
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Toht am 9.04.2020 | 13:17
Darf ich mal ein paar Beispiele für toxische Teflonmännerhaben von denen Orko spricht?
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: General Kong am 9.04.2020 | 13:17
Aber im Endeffekt einigen wir uns wohl darauf, dass nicht mehr "winselnde Idioten" das Problem sind, sondern Power-Fantasy-Charaktere ohne Tiefgang.

Und da liegt der Hund begraben. Der letzte "Drei Engel für Charlie"-Film wurde ja schon angesprochen. Ich habe ihn nicht gesehen, meine mich aber erinnern zu können, das er ziemlich zusammenklappte an der Kino-Kasse.
So dies der Fall ist (kann mich wie gesagt täuschen), dann kann man wohl sagen:
Knackig aussehnde Supermodels, die alle Probleme weggrätschen, interessieren die männliche Action-Film-Fangemeinde nicht!
Und Frauen wollen das auch nicht sehen.
 :o

Das Problem löst sich m.M.n. von selber, denn Hollywood mach schon immer keine Kunst (kommt auch mal vor), sondern Unterhaltung für die dicke Knete. Fakt, kein Werturteil.

Kommt die nicht, ist das Ende des Formats so sicher wie der Tod in Texas an High Noon, wenn "Lefty" O'Dougal und Indian Joe ausschießen müssen, wer die letzte Rolle Klopapier geklaut hat.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Sashael am 9.04.2020 | 13:19
Darf ich mal ein paar Beispiele für toxische Teflonmännerhaben von denen Orko spricht?
Nahezu ALLE Actionhelden der 80er.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Deep One am 9.04.2020 | 13:20
Da würde ich dann doch gerne ein paar Beispiele erfahren, wo man die "winselnden Idioten"-Männer in den Medien der letzten 10 Jahre so finden kann. Mir selbst fällt da leider kein einziges Beispiel dafür ein.

Also: präsentiert sie mir!

Das "Charmed"-Reboot. Meine Fresse, das "Charmed"-Reboot!

Wobei, die Männer sind da mehr böse & dumme Klischee-Frauenhasser und nicht so sehr winselnde Idioten.

(Ja, ich habe nur die erste Folge gesehen. Das langte mir.)
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Megavolt am 9.04.2020 | 13:20
Nebencharakter schön und gut. Aber es geht ja um mehrheitlich alle Figuren eines Geschlechts mit einem Teflonhelden. Die alle inkompetent sind um die Überlegenheit des Hauptprotagonisten zu unterstreichen.

Ich teile deine Wahrnehmung.

Mein Eindruck ist, dass man alle Charakterschwächen, alle intellektuellen Mängel und alle körperlichen Makel einer männlichen Rolle maximal auswalzen darf, was auf diese extreme Weise bei Frauen nicht passiert.

Ich habe aber keinen Gesamtüberblick über alle Medien, vielleicht entgehen mir die ganzen Filme wo die fetten, dummen, egozentrischen Frauen sich in Serie Peinlichkeiten liefern, wer weiß. Mir ist die negative Darstellung von Männern davon abgesehen vollkommen egal. Es ist Fiktion. Wers braucht, der soll sich daran ergötzen, wers nicht braucht, der soll es ignorieren. Who cares.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: am 9.04.2020 | 13:21
Deep One nein sie habe beides .Idioten. hasser und auch hasser Idioten.  als jemand er sich die erste Staffel angetan hat. Die Original Serie war besser.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Toht am 9.04.2020 | 13:23
Namen bitte.

Indiana Jones, John McClane, Rocky, Rambo (mit Abstrichen) und selbst der Terminator sind in meinen Augen weder toxisch, noch teflonbeschichtet.
Aber ich kenn ja auch nicht alle Filme. Interessiert mich halt.
Wenn die oben genannten Charaktere deiner Meinung nach doch toxisch sind bitte sagen was an denen toxisch ist.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: First Orko am 9.04.2020 | 13:24
Darf ich mal ein paar Beispiele für toxische Teflonmännerhaben von denen Orko spricht?

Come on, was steht da oben?
Zitat
Ich spinne jetzt mal ein bißchen provokant rum, bitte nicht zu ernst nehmen:

Kann ich deshalb nicht liefern, weil ich die toxischen Teflonfrauen so nicht sehe (ich habe die entsprechenden erwähnten Filme aber auch alle nicht gesehen!). Aber dass Männer seit den 50ern schon mehrheitlich in der Mackerrolle sind und die Frauen mehrheitlich in der "schwaches Weibchen"-Figur feststecken (Ausnahmen bestätigen die Regel) - können wir uns darauf grundsätzlich einigen?
Ob die jetzt ÜBER sind oder was - keine Ahnung. Da können wir jetzt Definitionskriege führen... führt doch zu nix.
Die 80er-Actionfilme habe ich jetzt zumindest nicht mit mehrheitlich weiblichen Hauptfiguren im Kopf. Und was ich vom Superheldenzeug gesehen hab... da finde ich Wonder Woman schon herausragend. Daneben kamen mir die weiblichen Charakter (welche?) irgendwie immer als deutlich schwächer vor - sowohl was Fertigkeiten als auch Story angeht. Aber das ist halt auch nur so ein schwammiger Eindruck, der genauso angreifbar ist wie die Behauptung, dass diese Überheldinnen immer mehr überhand nehmen.

Indiana Jones, John McClane, Rocky, Rambo (mit Abstrichen) und selbst der Terminator sind in meinen Augen weder toxisch, noch teflonbeschichtet.

Ja guck mal, da haben wir es ja schon: Für mich sind das alles in erster Linie coole Macker, deren vorgebliche Schwächen nur dazu dienen, sie als Identifikationsvehikel zu machen. "Schlangen! Ich hasse Schlangen! => Aber wird er dadurch handlungsunfähig und muss gerettet werden? Nope.
Da können wir jetzt Beispiel für Beispiel durchgehen. Dann kann ich aber auch zurück fragen: Na dann lass uns doch mal sämtliche weibliche Hauptrollen der letzten 5 Jahre durchgehen und abgleichen, wie der Teflonanteil ggü. den Männern ist. Bis dahin bleibt das auch erstmal nur ne Behauptung. Und Definitionssache.

EDIT: Ergänzt um Antwort
EDIT2: funktioniert auch ohne "toxisch"  ;D
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: YY am 9.04.2020 | 13:27
Nahezu ALLE Actionhelden der 80er.

Kurioserweise wackelt das gerade beim archetypischen und oft kritisierten Phantom-Kommando ;D
Und es gibt noch ein paar Klassiker, wo sich das so nicht halten lässt (u.A. First Blood, Stirb Langsam, Terminator, Aliens, Lethal Weapon).


Da muss man schon zu den lieblosen Fortsetzungen oder den Reihen gucken, die auch damals direkt als Gurken beurteilt wurden (Chuck Norris und Steven Seagal lassen grüßen).
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: nobody@home am 9.04.2020 | 13:28
Also, laut First Orko und General Kong sind das Problem -- wenn ich sie richtig verstanden habe -- weder die winselnden Idioten noch die starken Frauen, sondern einfach nur Hollywood und dessen schlechte Gewohnheiten wie üblich. Ich denke, damit kann ich einigermaßen bedenkenlos konform gehen. ;)
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: First Orko am 9.04.2020 | 13:29
Also, laut First Orko und General Kong sind das Problem -- wenn ich sie richtig verstanden habe -- weder die winselnden Idioten noch die starken Frauen, sondern einfach nur Hollywood und dessen schlechte Gewohnheiten wie üblich. Ich denke, damit kann ich einigermaßen bedenkenlos konform gehen. ;)

 :d

Als Gegenbeweis dafür muss man sich nur mal im Indipendentbereich umgucken und nach toxischen Frauenfiguren suchen. Wenn das so ein Ding wäre - das müsste sich ja überall durchziehen. Ich würde da aber nicht viel Erfolg bei der Suche erwarten.

Und da oft Alien erwähnt wird als Positivbeispiel: Soweit ich das richtig erinnere, war Ripley ursprünglich gar nicht als weibliche Rolle vorgesehen! Scott hat da gegen ordentlich Widerstände ankämpfen müssen, um die Rolle für Weaver umschreiben zu dürfen. Ein Mann musste sich also dafür einsetzen, dass die Frau einer "Männerrolle" übernehmen darf  ::) Es war halt - untypisch!

EDIT: Noch eine Ergänzung - The Expendables. Eine Verbeugung vor genau diesem Actionkino der 80er. Was wird da thematisiert? Harte Söldner mit Muskeln, Tattoos und dicken Wummen. Testosteron bis zum Anschlag. Wo sind da die Schwächen?
Klar, das ist überzeichnet. Aber was da überzeichnet wurde ist eben eine Destilation dessen, was das 80er-Kino ausgemacht hat.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Toht am 9.04.2020 | 13:37
Also ist man toxisch wenn man nicht gerettet werden muss? Dann zählt das wohl für eine überwältigende Mehrheit aller Hauptprotagonisten und Helden beider Geschlechter.

Es werden immer wieder Sachen durchmischt. Auf einmal ist es ein Problem, dass es nicht genug weibliche Actionhelden in den 80ern gab. Obwohl es nie ein Argument war, dass es heut zu viele gibt. Nur zu schlecht geschriebene.

Und ob nun oberflächliche Schwächen oder nicht, wenigstens gibt es sie. Ich bin immernoch der Meinung, dass der perfekte weibliche Protagonist öfter vertreten ist als das männliche Gegenstück. Ob irgendwelche Helden der Vergangenheit dabei HAUPTSÄCHLICH männlich waren und trotzdem in ihren jeweiligen Heldenepen erfolgreich waren ist doch für die Diskussion erstmal irrelevant, da es ein anderes Thema anschneidet. Es geht darum, dass der Anteil der Teflonfrauen zugenommen hat, die oft unterstrichen durch männliche Vollversager einfach so toll sind, weil sie eben Frauen sind und Frauen nunmal toll sind. Check es du Sexist! Und die stoßen vielen halt sauer auf.

Gut geschriebene starke Frauencharaktere sind zufälligerweise selten bis gar kein Problem im ganzen Diskurs und werden nur von wenigen unverbesserlichen kritisiert......hmmmmm

Von wann ist eigentlich der Zauberer von Oz, Alice im Wunderland und Hänsel und Gretel? :D
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Issi am 9.04.2020 | 13:39
Ich lese immer nur winseln....
Tja wären Menschen Wölfe, wären die Macker klar erkennbar...
wie letztes Jahr im Tierpark.
Die Alpha Wölfe -es gibt pro Rudel einen Alpha Wolf und eine Alpha Wölfin.
Beide erkennt man daran, dass sie mit erhobenem Schwanz durch die Gegend laufen.
Der Rest des Rudels trägt seinen Schwanz tiefer, und kuscht sobald die Alphas ankommen. Am schlechtesten haben es die Gamma Wölfe getroffen. Die laufen mit eingezogenem Schwanz durch die Gegend.

Und jetzt kommt der Witz: Wenn die Gammas keine Lust mehr auf ihre Rolle haben, kann es sein, dass sie ihr altes Rudel verlassen und ein neues gründen.
Dann sind sie dort die Alpha Wölfe.  ~;D

Schauspieler die "Gammawolf" Rollen haben, sind mir jetzt trotzdem so nicht aufgefallen.
Weder männlich noch weiblich.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Sashael am 9.04.2020 | 13:40
Namen bitte.
Ich bin mir sehr sicher, dass das nichts bringen würde, da das Verständnis dafür, was an den Actionhelden der 80er so toxisch war, nicht vorhanden zu sein scheint.

Rambo ist z.B. spätestens ab Teil 2 sehr toxisch.

Schwarzenegger hat das Problem der 80er Actionhelden in Last Action Hero ironisch verdeutlicht. Und deine 5 Figuren sind ein Tropfen auf einen SEHR heißen Stein, was die Masse der Filme in den 80ern angeht.
Bereits das Trope des einsamen Helden, der gegen die Bösen zu Felde zieht, ist toxisch. Wenn wir das verdeutlichen müssen, ist dieser Thread dafür wahrscheinlich nicht der geeignete Ort.

Kurioserweise wackelt das gerade beim archetypischen und oft kritisierten Phantom-Kommando ;D
Sorry, aber das musst du mir bitte erklären, wieso Schwarzeneggers Figur kein überholtes und toxisches Männerbild transportiert.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: First Orko am 9.04.2020 | 13:41
Also ist man toxisch wenn man nicht gerettet werden muss?

Sorry, auf die Diskussion hab ich keinen Bock.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Jiba am 9.04.2020 | 13:46
Lasst den Begriff "toxisch" da mal komplett raus. Der hat nämlich für mich nämlich eine "unterdrückenden" oder "verächtlich machende" Konnotation im Zusammenhang mit Männlichkeit. Toxische Männlichkeit ist giftig für Gleichberechtigungsbestrebungen und zementiert tradierte Männlichkeitsbilder, notfalls mit Gewalt.

Indi, Rocky, etc. sind als Charaktere wohl eher nicht toxisch (zumindest nicht mit voller Absicht). Die Medienkultur, in die sie eingebettet sind, kann es aber sein. Was diese Charaktere sind, ist überzeichnet männlich und teflonbeschichtet, aber nicht unbedingt toxisch per se. So sehe ich das zumindest.

(Jetzt bringe ich den Begriff doch selbst wieder in die Diskussion)...
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Darius der Duellant am 9.04.2020 | 13:49
Zitat
toxisch

 :loll: :loll: :loll: ~;D

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Toht am 9.04.2020 | 13:50
Rambo ist z.B. spätestens ab Teil 2 sehr toxisch.
Bereits das Trope des einsamen Helden, der gegen die Bösen zu Felde zieht, ist toxisch. Wenn wir das verdeutlichen müssen, ist dieser Thread dafür wahrscheinlich nicht der geeignete Ort.
Sorry, aber das musst du mir bitte erklären, wieso Schwarzeneggers Figur kein überholtes und toxisches Männerbild transportiert.

Dann habe ich eine massiv andere Auffassung von Toxizität.

Edit:
Warum muss ich eigentlich erklären, aber wenn man um Gegenbeispiele und die Erklärung dazu bittet wird das ignoriert oder übergangen? ;)
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Sashael am 9.04.2020 | 13:51
Dann habe ich eine massiv andere Auffassung von Toxizität.
Dann bringt auch eine Diskussion nichts. :)
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: YY am 9.04.2020 | 13:52
Sorry, aber das musst du mir bitte erklären, wieso Schwarzeneggers Figur kein überholtes und toxisches Männerbild transportiert.

Es ging ja auch um den Teflonbilly-Faktor.

Jedenfalls:
Alleinerziehender Vater im Vorruhestand, der halbwegs clever und unterm Radar zu agieren versucht und sich Hilfe holt/holen muss.
Und bei der ersten richtigen "Rambo-Aktion" wird er direkt ordentlich ausgebremst und muss rausgehauen werden...

Ja, das ist mit einem gewissen Augenzwinkern betrachtet und natürlich gibts auch genug Elemente, die genau ins Raster passen.
Nur sollte man mit der Pauschalkritik vielleicht nicht zu schnell sein, das wollte ich damit sagen.


Aber wenn das
Bereits das Trope des einsamen Helden, der gegen die Bösen zu Felde zieht, ist toxisch.

der Maßstab ist, dann ist wohl alles toxisch, was in den letzten paar tausend Jahren irgendwo mal als männliche Tugend gegolten hat.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Jiba am 9.04.2020 | 13:53
:loll: :loll: :loll: ~;D

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Also später noch von der Seitenlinie mit einem hämisch dahergegrinsten Spruch reingrätschen, bevor er zugemacht wird, ja?  :P
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Jiba am 9.04.2020 | 13:56
Aber wenn das der Maßstab ist, dann ist wohl alles toxisch, was in den letzten paar tausend Jahren irgendwo mal als männliche Tugend gegolten hat.

Nur weil etwas ein paar tausend Jahre alt ist, ist es nicht automatisch okay. Sklaverei und Rassismus sind auch ein paar tausend Jahre alt. Und die letzten paar tausend Jahre waren ja jetzt nicht unbedingt ein Paradebeispiel für Geschlechterparität und Respekt vor Frauen.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Supersöldner am 9.04.2020 | 14:00
der einsame Held soll also nicht mehr gegen das Böse ziehen dürfen ? Klingt für mich  mehr nach einer Forderung der Liga der Superschurken.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: tartex am 9.04.2020 | 14:00
Also ich habe Rambo I so verstanden, dass ein Mann vom Militär bewußt auf toxisch gezüchtet wurde, und jetzt zurück in der Heimat genau deshalb nicht mehr zu gebrauchen ist und auf die einzige Art, die er kennt, - eben eine toxische - zurückschlägt.

Die Toxizität ist quasi das deklarierte Thema des Films.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: First Orko am 9.04.2020 | 14:00
Jedenfalls:
Alleinerziehender Vater im Vorruhestand, der halbwegs clever und unterm Radar zu agieren versucht und sich Hilfe holt/holen muss.
Und bei der ersten richtigen "Rambo-Aktion" wird er direkt ordentlich ausgebremst und muss rausgehauen werden...

Das mag ja alles sein. Die Figur funktioniert aber nach außen hin eben NICHT als "hilfsbedürftiger Vater" sondern als einsilbiger Einzelkämpfer. Das ist das Klischee, was Rambo wie kein zweiter verköpert. Rambo ist ne fucking MARKE dafür! Da ändert auch das bißchen Hintergrund nix dran.
Rambo ist kein Familiendrama.

Dazu sei gesagt: Ich habe den Film nie gesehen. Aber "Alleinerziehender Vater im Vorruhestand" ist so ziemlich das Aller-Aller-Allerletzte was mir als Beschreibung dafür einfallen würde, was bei mir durch popkulturelle Referenzen, Clips und Erzählungen hängengeblieben ist  ~;D
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: 6 am 9.04.2020 | 14:02
Da muss man schon zu den lieblosen Fortsetzungen oder den Reihen gucken, die auch damals direkt als Gurken beurteilt wurden (Chuck Norris und Steven Seagal lassen grüßen).
Und da kommen wir auf Pudels Kern. Das Problem ist weniger die Genderisierung oder sowas, sondern die Gurkenidee, dass man einfach nur erfolgreiche Bestandteile in einen Film reinmischen muss, um einen erfolgreichen Film zu produzieren. In diese Gurkenkategorie gehören Ghostbusters und 3 Engel für Charlie halt auch dazu. Sind dafür an der Kinokasse abgestraft worden.
Hollywood wird sich was neues suchen, wie sie ihre Stars durch den Film jagen können.

Wäre es da nicht besser über gute Charakterentwicklung genderunabhaengig zu diskutieren?
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Jiba am 9.04.2020 | 14:04
Rambo ist kein Familiendrama.

Na, Rambo 1 vielleicht schon, wenn wir den Colonel als Vaterfigur verstehen wollen. ;)
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: tartex am 9.04.2020 | 14:04
der einsame Held soll also nicht mehr gegen das Böse ziehen dürfen ? Klingt für mich  mehr nach einer Forderung der Liga der Superschurken.

Was sich durch fast alle deine Threads zieht: du operierst mit einem sehr eindimensionalen Gut/Böse-Begriff. Und du versucht dann die Widersprüche, die daraus entstehen aufzulösen, indem du dir dann Superhelden-Szenarien zu diesen Widersprüchen überlegst. Nachdem das schon viele Jahr so dahingeht, ohne, dass eine wirkliche Lösung zu entdecken ist, wäre der Vorschlag von meiner Seite: versuche einfach diesen comichaften Schwarz-Weiß-Moralbegriff nicht auf die Wirklichkeit zu legen, sondern stell dir einfach vor, dass fast jeder - egal ob Held oder Schurke - von sich überzeugt ist, dass er im Team "Gut" spielt.

 :btt:
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Darius der Duellant am 9.04.2020 | 14:04
Also später noch von der Seitenlinie mit einem hämisch dahergegrinsten Spruch reingrätschen, bevor er zugemacht wird, ja?  :P

Oh nein, wie kann ich mich nur erdreisten eine mit maximaler Ideologie aufgeladenen politischen Kampfbegriff in einem Forum in dem politischer Diskurs EXPLIZIT NICHT GEWÜNSCHT IST, nicht seriös&ausführlich zu kommentieren, fürchterlich...
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Sashael am 9.04.2020 | 14:05
Aber wenn das
der Maßstab ist, dann ist wohl alles toxisch, was in den letzten paar tausend Jahren irgendwo mal als männliche Tugend gegolten hat.
Öhm ... nope. Da gab es noch DEUTLICH mehr "männliche" Tugenden abseits von "Ich ziehe das alleine durch".

Aber ja, ich finde das Männerbild, das den einsamen Streiter idealisiert, tatsächlich schlecht. Mich nerven ja auch Kerle, die nicht nach dem Weg fragen wollen. Obwohl das im Zeitalter von Google Maps deutlich abgenommen hat. ;D

Also ich habe Rambo I so verstanden, dass ein Mann vom Militär bewußt auf toxisch gezüchtet wurde, und jetzt zurück in der Heimat genau deshalb nicht mehr zu gebrauchen ist und auf die einzige Art, die er kennt, - eben eine toxische - zurückschlägt.

Die Toxizität ist quasi das deklarierte Thema des Films.
Jup, und deshalb sind die Machwerke #2 und #3 so ein absoluter Tiefschlag. Und lassen deutlich werden, dass die Message des ersten Films nicht angekommen ist.






BOAH! Schreibt weniger!
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: tartex am 9.04.2020 | 14:06
Dazu sei gesagt: Ich habe den Film nie gesehen. Aber "Alleinerziehender Vater im Vorruhestand" ist so ziemlich das Aller-Aller-Allerletzte was mir als Beschreibung dafür einfallen würde, was bei mir durch popkulturelle Referenzen, Clips und Erzählungen hängengeblieben ist  ~;D

Rambo I hat mit II und III so gut wie nichts zu tun. Du solltest dir den wirklich mal anschauen! Ansonsten ist klar, dass du das alles in einen Topf wirfst.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: YY am 9.04.2020 | 14:06
Nur weil etwas ein paar tausend Jahre alt ist, ist es nicht automatisch okay.

Das war auch nicht meine Aussage.
Ich habe das absichtlich so allgemein formuliert, dass es sich auch auf Perspektiven bezieht, die verschwunden oder andersrum erst spät in diesem Zeitraum entstanden sind. 

Andersrum ist auch nicht automatisch alles schlecht, was aus der Zeit vor 1848 stammt.


Das ist das Klischee, was Rambo wie kein zweiter verköpert. Rambo ist ne fucking MARKE dafür!

Das ist eine falsche Zuordnung, die den fundamentalen Unterschied zwischen First Blood und den anderen Rambo-Filmen verkennt.
Habe ich oben auch schon bei den gurkigen Fortsetzungen erwähnt.


Wäre es da nicht besser über gute Charakterentwicklung genderunabhaengig zu diskutieren?

Man darf auch auf konkrete Probleme hinweisen und nicht nur darüber sprechen, wie man es gut macht.
Hier: Teile von Hollywood sind der Meinung, dass weibliche Protagonisten als Alleinstellungsmerkmal den Erfolg eines hingerotzten Remakes sicherstellen.
Ist offensichtlich nicht so, aber wenn man darauf gesittet hinweist, muss man vielleicht nicht noch mehr Fehlversuche ertragen.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Supersöldner am 9.04.2020 | 14:07
ich hätte das ganze vielleicht als halb ironisch kennzeichnen sollen. ^^^^ obwohl das tatsächlich ein Guter Film wehre. Geheim Superschurken Verschwörung nutzt Feminismus um Helden als Toxisch abschaffen zu lassen und übernimmt dann kurzzeitig die Welt heranschafft.  >;D >;D
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Jiba am 9.04.2020 | 14:07
Oh nein, wie kann ich mich nur erdreisten eine mit maximaler Ideologie aufgeladenen politischen Kampfbegriff in einem Forum in dem politischer Diskurs EXPLIZIT NICHT GEWÜNSCHT IST, nicht seriös&ausführlich zu kommentieren, fürchterlich...

Wenn dir der Thread nicht passt, weil er dir zu politisch ist, melde ihn halt. Und freu dich nicht diebisch über eine eventuelle Schließung. Wir sind von dem Toxizitätbegriff ja schon seit ein paar Beiträgen wieder weg.

Und wenn dich der Thread nicht stört. Dann trag halt was Konstruktives bei.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Metamorphose am 9.04.2020 | 14:09
Hallo.
Ich habe nicht alles im Thread gelesen und will nur ein paar Gedanken dazu von mir teilen. Ich finde die Diskussion spannend und bin auch über etliche Aussagen leicht entsetzt.
Generell gesehen denke ich, sind (meist überzeichneten) Darstellungen von Geschlechterrollen in Filmen/Serien/Büchern/Werbungen von ihrer aktuellen  akzeptierten Definition in der Gesellschaft geprägt. Die Rolle des Mannes verändert sich, ist auch ganz natürlich - so empfinde ich es zumindest. Gesellschaftliche Normen verändern sich grundlegend immer wieder, das hängt damit zusammen, was die Gesellschaft will und welche Werte durch die in ihr lebenden Menschen vertreten. Es ist eine konstante Wechselwirkung - ist ja logisch und nachvollziehbar.
Wenn also starke Frauen auf der Leinwand sind und daneben sensible Männer, könnte dies einem Zeitgeist, einer sich entwickelnden Geschlechterrolle, einer Perspektive des Kunstschaffenden oder wasweissich entspringen. Für mich absolut tollerierbar. Rambo und Indy sind in einer anderen Zeit als jetzt geschrieben worden.
Was ich, wenn ich so durchlese nicht nachvollziehbar finde ist, wie eigenschaften gewertet werden. Was ist winselnd? Inwiefern ist ein Mann ein Idiot, wenn er gewisse Eigenschaften hat? Winseln wäre für mich klagen, beispielsweise über ein Elend. Dürfen Männer dies nicht tun? Ich versteh hier einfach überhaupt nicht, warum es zuschreibungen bzw wertungen gibt. Männer können hart, weich, autoritär, laissez-faire, gebildet, ungebildet, sensibel usw sein. Ich begrüsse diese Vielfalt, wär doch doof wenn wir als Männer nicht so sein könnten, weil wir einem alten Klischee entsprechen wollen. Die Repräsentation davon ist doch wunderbar.
Vielleicht nehm ich das Thema auch gerade zu ernst ;)
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Issi am 9.04.2020 | 14:10
Helden, egal welchen Geschlechts,  dürfen ruhig stark und mutig sein, nur bitte nicht zu platt.
Platt wäre für mich: In jeder Situation souverän. Keine Zweifel, keine Schwächen.
Keine Gefühle. 

Was mich aber am meisten nervt, ist wenn es klar "das Gute" und "das Böse" gibt.
Also wenn nur schwarz/weiß gezeichnet wird,  und wenig differenziert.

Ich finde Figuren spannender, und echter, wenn sie mehr Facetten haben.
Sowohl die Protagonisten als auch die Antagonisten. Ich will verstehen, warum die Figuren so sind wie sie sind.
Geht mir aber auch im Rollenspiel so.

Edit.
Eine nach außen knallharte Figur (egal welchen Geschlechts ), wird für mich viel interessanter,  wenn ich in ihrem Inneren noch eine Art Verletzlichkeit vermuten kann.
Es hat ja idR.  meist einen Grund, warum sie diese "Rüstung der Unverletzlichkeit" trägt.



Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: YY am 9.04.2020 | 14:14
Ich begrüsse diese Vielfalt, wär doch doof wenn wir als Männer nicht so sein könnten, weil wir einem alten Klischee entsprechen wollen. Die Repräsentation davon ist doch wunderbar.

Wer wir sind/wer wir sein wollen und welche Geschichten wir (warum wie) erzählen, hängt zwar lose zusammen, ist aber bei Weitem nicht deckungsgleich.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Jiba am 9.04.2020 | 14:15
Was ich, wenn ich so durchlese nicht nachvollziehbar finde ist, wie eigenschaften gewertet werden. Was ist winselnd? Inwiefern ist ein Mann ein Idiot, wenn er gewisse Eigenschaften hat? Winseln wäre für mich klagen, beispielsweise über ein Elend. Dürfen Männer dies nicht tun? Ich versteh hier einfach überhaupt nicht, warum es zuschreibungen bzw wertungen gibt. Männer können hart, weich, autoritär, laissez-faire, gebildet, ungebildet, sensibel usw sein. Ich begrüsse diese Vielfalt, wär doch doof wenn wir als Männer nicht so sein könnten, weil wir einem alten Klischee entsprechen wollen. Die Repräsentation davon ist doch wunderbar.
Vielleicht nehm ich das Thema auch gerade zu ernst ;)

Tust du nicht und du sprichst etwas Wichtiges an: Was meinen wir hier eigentlich genau mit "winseln". Und was mit "Idiot". Wenn wir da eine stichhaltige Definition hätten (Ein "winselnder Idiot" ist in Filmen und Serien eine männliche Figur, die folgende Eigenschaften hat: 1, 2, 3...), dann könnten wir auch überprüfen, ob sich die "gefühlten Wahrheiten" beider Diskussionsparteien halten ließen.

@YY: Wie "lose" ist denn "lose"? Ich würde sagen, das hängt elementar zusammen. Denn die Medienschaffenden können ja auch nur das erzählen, was sie kennen.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: YY am 9.04.2020 | 14:18
Nein, sie können das erzählen, was sie sich vorstellen können - das ist ein deutlich weiterer Rahmen.

Da läuft man viel früher in die Begrenzung, was das Publikum a) sehen will oder b) zwar nicht sehen wollte, aber trotzdem Spaß dran hat.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Metamorphose am 9.04.2020 | 14:19
YY: Ich verstehe den Zusammenhang zu meinem Text nicht, bitte erläutern
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Jiba am 9.04.2020 | 14:20
Ersetze "kennen" in meiner obigen Ausführung durch "wissen". Unser Wissen ist die Grundlage jeder Vorstellungen, die wir haben. Der Rahmen ist also mitnichten breiter, eher enger.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: 6 am 9.04.2020 | 14:26
@YY: Klar darf man gerne drüber sprechen, welche Fehlentwicklungen in Mainstream-Medien auftauchen. Aber ist da nicht eher das Problem, das irgendwelche Stereotypen lustlos ohne sinnvollen Plot zusammen gemixt würde? Ich würde eher da den Finger auf die Wunde legen. Wie hier ja wieder ersichtlich wird, ist die starke Frau und der winselnde Idiot ja nicht per se ein Problem, wenn sie sinnvoll im Film eingesetzt werden.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Darius der Duellant am 9.04.2020 | 14:30
Wenn dir der Thread nicht passt, weil er dir zu politisch ist, melde ihn halt. Und freu dich nicht diebisch über eine eventuelle Schließung. Wir sind von dem Toxizitätbegriff ja schon seit ein paar Beiträgen wieder weg.

Und wenn dich der Thread nicht stört. Dann trag halt was Konstruktives bei.

Phantasier nichts in meine Beiträge hinein was da nicht steht.

Erkäre mir doch bitte anhand meines Beitrages folgende zwei Dinge:
Wo siehst du das mir der Faden nicht passt?
Wo siehst du dass ich mich über eine Fadenschließung diebisch freue?

Wenn man meinen Beitrag in der normalen Reihenfolge, also von oben nach unten liest, kommen die Smilies DIREKT nach dem Begriff "toxisch", beziehen sich also offensichtlich darauf.

Der Kommentar mit der Fadensperrung ist davon optisch noch mal abgesetzt und enthält reine Faktenbeobachtungen. Das hier: https://www.tanelorn.net/index.php/topic,114855.msg134866141.html#msg134866141 ist halt reines SC Material egal ob mit oder ohne "ich rante hier ja nur" Feigenblatt.
Mit dem Faden habe ich im übrigen überhaupt kein Problem (das Gegenteil ist der Fall, ich finde die Liste extrem nützlich), mich stört das einwerfen von quasi undiskutierbarem Politgeschiss in einen Faden der es davor 5 Seiten lang ohne ausgehalten hat.

Zitat
Wir sind von dem Toxizitätbegriff ja schon seit ein paar Beiträgen wieder weg.
Irrelevant für den jetzt diskutierten Beitrag von mir, da war die komplette Reihe schon damit befasst.

Ansonsten, um deine LIste mal weiter zu führen:
Die letzten paar GoT Staffeln und die zweite Staffel Westworld sind ein wunderbares Beispiel für das Fadenthema.
Der Großteil der Männer dort sind im Vergleich zu den vorhergehenden Staffeln ein Paradebeispiel für mitlaufende "nützliche Trottel", die von einem Archetyp "starke unabhängige Frau" geführt werden und wenig bis nichts sinnvolles beitragen.
Iron Sky 2 hat das auch ziemlich auf die Spitze getrieben.


t die starke Frau und der winselnde Idiot ja nicht per se ein Problem, wenn sie sinnvoll im Film eingesetzt werden.

Da gehen vermutlich die meisten Konform.
Strittig ist dann wieder, was "sinnvoll" ist.
Sinnvoll für den Plot?
Sinnvoll um eine politische Aussage zu transportieren?
Sinnvoll um möglichst viel Geld am Kino einzunehmen?

Da kommen dann doch sehr unterschiedliche Ergebnisse raus.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: YY am 9.04.2020 | 14:32
Der Rahmen ist also mitnichten breiter, eher enger.

Das sehe ich fundamental anders - da kommen wir wohl nicht auf einen Nenner.

YY: Ich verstehe den Zusammenhang zu meinem Text nicht, bitte erläutern

Ich wollte damit sagen: Nicht alles, was es gibt, muss in einer Geschichte vorkommen.
Und eine Geschichte wird nicht davon automatisch gut oder besser, dass sie möglichst viel Reales abbildet.


Aber ist da nicht eher das Problem, das irgendwelche Stereotypen lustlos ohne sinnvollen Plot zusammen gemixt würde? Ich würde eher da den Finger auf die Wunde legen. Wie hier ja wieder ersichtlich wird, ist die starke Frau und der winselnde Idiot ja nicht per se ein Problem, wenn sie sinnvoll im Film eingesetzt werden.

Genau das wird meiner Wahrnehmung auch mehrheitlich gemacht - nur kommen dann ganz schnell Scheindebatten und Misogynie-Vorwürfe auf und verzerren das Thema bis zur Unkenntlichkeit.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: tartex am 9.04.2020 | 14:37
Die letzten paar GoT Staffeln und die zweite Staffel Westworld sind ein wunderbares Beispiel für das Fadenthema.
Der Großteil der Männer dort sind im Vergleich zu den vorhergehenden Staffeln ein Paradebeispiel für mitlaufende "nützliche Trottel", die von einem Archetyp "starke unabhängige Frau" geführt werden und wenig bis nichts sinnvolles beitragen.

Hast du das Ende von GoT gesehen?

Brienne von Tarth wurde als winselnde Idiotin zurückgelassen. Mir hat das eigentlich ziemlich gut gefallen. Weil es mit meiner Erwartungshaltung brach.

Unsere Kaiserin wurde von einem Mann gedolcht, damit ein anderer Mann am Ende den Thron haben konnte. Und ihre treue Dienerin verlor schon vorher den Kopf.

Ich sehe das bei GoT gegen Ende also gar nicht.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: 6 am 9.04.2020 | 14:40
Da gehen vermutlich die meisten Konform.
Strittig ist dann wieder, was "sinnvoll" ist.
Sinnvoll für den Plot?
Sinnvoll um eine politische Aussage zu transportieren?
Sinnvoll um möglichst viel Geld am Kino einzunehmen?

Da kommen dann doch sehr unterschiedliche Ergebnisse raus.
Natürlich gibt es da dann sicherlich unterschiedliche Ergebnisse. aber dann sind wir weg davon Tropes an sich zu diskutieren, eher bei der Anwendung dieser. Also nicht "Hollywood hat zu viele starke weibliche Charaktere in Filmen" sondern "Hollywood mixt zu viele Halbkonzepte lustlos zusammen, ohne auf Plot oder Charakterdarstellung zu achten".
Da können wir dann viel punktgenauer auch noch diese Disney-Realverfilmungen und z.B. Cats mit reinpacken und schon haben wir wie ich schon sagte des pudels Kern erwischt.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: 6 am 9.04.2020 | 14:46
Genau das wird meiner Wahrnehmung auch mehrheitlich gemacht - nur kommen dann ganz schnell Scheindebatten und Misogynie-Vorwürfe auf und verzerren das Thema bis zur Unkenntlichkeit.
Meiner Wahrnehmung eher nicht. Es wurde ja eben nicht gesagt: Hollywood mixt allen Kram wieder, den sie erfolgreich finden zusammen, sondern Hollywood hat zu viel starke Frauen mit wibselnden Idioten als Männer im Programm.
Und das läuft halt meistens auf den Punkt hinaus, dass sich dann über Sinn und Unsinn von starken Frauen und winselnden Idioten gestritten wird.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Alexandro am 9.04.2020 | 14:50
Namen bitte.

Indiana Jones, John McClane, Rocky, Rambo (mit Abstrichen) und selbst der Terminator sind in meinen Augen weder toxisch, noch teflonbeschichtet.
Aber ich kenn ja auch nicht alle Filme. Interessiert mich halt.
Wenn die oben genannten Charaktere deiner Meinung nach doch toxisch sind bitte sagen was an denen toxisch ist.

Zu einem gewissen Grad sind diese Figuren sicherlich toxisch. Keinem hohen Grad (deswegen sind diese Filme auch etwas besser gealtert, als andere Sachen aus derselben Zeit), aber es ist vorhanden.

Für richtige Toxizität muss man sich nur ein paar der anderen Sachen der genannten Schauspieler (oder halt Sachen von Charles Bronson, Chuck Norris oder Dolph Lundgren) anschauen. Oder "Flash Gordon" (die 80er-Verfilmung) - hatte den Film erst vor Kurzem wieder rausgeholt und war entsetzt, was ich da alles an problematischem Verhalten durch die Titelfigur verdrängt hatte (das ist da sogar noch schlimmer, als in der Originalserie - und die war aus den 30ern!).
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Toht am 9.04.2020 | 14:50
"Hollywood hat zu viele starke weibliche Charaktere in Filmen"
Da waren wir ja nie.
Nur weil die eine Seite gerne mal behauptet, dass das das Problem der Männer ist die Angst um ihre Vormachtstellung haben, ist das trotzdem kein real existierender Diskussionspunkt.

Edit:
WO ist denn nun die Toxizität? Nur zu sagen "Doch die sind toxisch" überzeugt mich leider überhaupt nicht.

Von Charles Bronson, Chuck Norris oder Dolph Lundgren (es geht hier übrigens nicht um Schauspieler sondern um fiktionale Charaktere) kenne ich übrigens nichts wirklich. Flasch Gordon auch nur vom Namen. Kann ich also nicht bewerten. Beispiele bitte.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Jiba am 9.04.2020 | 14:56
Erkäre mir doch bitte anhand meines Beitrages folgende zwei Dinge:
Wo siehst du das mir der Faden nicht passt?
Wo siehst du dass ich mich über eine Fadenschließung diebisch freue?
Ja, okay, vielleicht habe ich die Smilies fehlgedeutet. Mea culpa.

Zitat
Mit dem Faden habe ich im übrigen überhaupt kein Problem (das Gegenteil ist der Fall, ich finde die Liste extrem nützlich), mich stört das einwerfen von quasi undiskutierbarem Politgeschiss in einen Faden der es davor 5 Seiten lang ohne ausgehalten hat.
Die Liste ist erstmal ziemlich wenig nützlich, wenn wir nicht stichfest ausdefinieren, was jetzt ein "winselnder Idiot" genau ist. Und da kommt man logischerweise in die Diskussion von Männlichkeit- und Weiblichkeitsbildern und damit auch mehr oder weniger automatisch in eine zumindest in Ansätzen gesellschaftspolitische Debatte. Ich würde sogar sagen: Wir diskutieren die Sache hier überhaupt nur deshalb, weil darin eine gesellschaftspolitische Dimension steckt. Lägen die Dinge so klar, müssten wir sie nicht diskutieren. Geschlechterverhältnisse verweisen immer auch auf eine politische Ebene.

Zitat
Die letzten paar GoT Staffeln und die zweite Staffel Westworld sind ein wunderbares Beispiel für das Fadenthema.
Der Großteil der Männer dort sind im Vergleich zu den vorhergehenden Staffeln ein Paradebeispiel für mitlaufende "nützliche Trottel", die von einem Archetyp "starke unabhängige Frau" geführt werden und wenig bis nichts sinnvolles beitragen.

Also das würde ich bei "Game of Thrones" schon mal bestreiten... wenn auch nur, weil das nicht für eine Vielzahl Frauencharaktere genauso gilt, wie für die Männer:
- Brienne hat ihren Biss quasi vollkommen verloren (und zwar indem sie auf einen in dem Fall weiblichen Stereotyp reduziert wurde (uh, das Mauerblümchen hat ihr erstes Mal...)
- Cersei ist nur noch passiv und steht naserümpfend in der Gegend rum wie eine vorwitzige Nachbarin, die in ihrem Vorgarten Teenager beim Knutschen beobachtet.
- Sanza fügt sich in die Rolle der Frau, die sexuelle Gewalt erfahren hat auf die schlechtestmögliche Weise (Es hat mich nur stärker gemacht).
- Missandei hält gerade einmal als Fußnote hin, um den Plot in Bewegung zu bringen.
- Und Daenaerys ist die Antagonistin in dieser Staffel, nicht die starke, positiv besetzte Frauenfigur.

Demgegenüber stehen die hemdsärmeligen Anpacker, wie zum Beispiel der Hund und von mir aus auch Jorah Mormond. Die letzte Staffel "Game of Thrones" ist insgesamt nicht gut darin, ihre Protagonisten als aktiv zu Framen, männlich wie weiblich.

Und Jon Snow... joah, mei, der war immer schon so'n bisschen ein Emo-Ritter. [/quote]
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Sequenzer am 9.04.2020 | 14:59
Helden, egal welchen Geschlechts,  dürfen ruhig stark und mutig sein, nur bitte nicht zu platt.
Platt wäre für mich: In jeder Situation souverän. Keine Zweifel, keine Schwächen.
Keine Gefühle. 

Was mich aber am meisten nervt, ist wenn es klar "das Gute" und "das Böse" gibt.
Also wenn nur schwarz/weiß gezeichnet wird,  und wenig differenziert.

Ich finde Figuren spannender, und echter, wenn sie mehr Facetten haben.
Sowohl die Protagonisten als auch die Antagonisten. Ich will verstehen, warum die Figuren so sind wie sie sind.
Geht mir aber auch im Rollenspiel so.

Edit.
Eine nach außen knallharte Figur (egal welchen Geschlechts ), wird für mich viel interessanter,  wenn ich in ihrem Inneren noch eine Art Verletzlichkeit vermuten kann.
Es hat ja idR.  meist einen Grund, warum sie diese "Rüstung der Unverletzlichkeit" trägt.

Exakt dann werden es erst interessante Figuren, nichts ist langweiliger wie Eindimensionale Hauptfiguren. Mit keinen nachvollziehbaren Zielen gibt ja hier Leuten denen gefällt dass, aber das ist doch eher sehr grob gehäkelt  :Ironie:
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: 6 am 9.04.2020 | 15:01
Da waren wir ja nie.
Naja. Warst Du nicht derjenige, der im Kontext der Kritik die ungleiche Biologie von Männern und Frauen als Argument gegen den Einsatz von vergleichbaren 80-er Jahre Actionhelden als Frauenhelden gebracht hast?
Also ja. Genau da waren wir.
Also wie wäre es auf dem Pudels Kern zu diskutieren und die Geschlechter an sich einfach aussen vor lassen? Dann könnte es informativ werden :)
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Toht am 9.04.2020 | 15:11
Nein. Ich habe gesagt dass Frauen und Männer biologisch unterschiedlich sind.
Und dass Frauen gerne Frauen mit ihren ganz individuellen stärken sein dürfen und keine verkleideten (toxischen?) Männer, die sich hauptsächlich darüber definieren, dass sie unfehlbar sind und "winselnde Idioten" locker in die Tasche stecken und dass es keine Hindernisse für sie gibt.
Davon dass sie dann nicht so sein dürfen wie platte 80er-Jahre Actionhelden habe ich nie gesprochen. Aber sie müssen sich dann halt die Kritik von mir gefallen lassen, die sich platte Kannallesweißalles-Teflonmänner von mir ebenfalls gefallen lassen müssen. Dass sie langweilig und uninteressant sind.
Das erweist dem Bild einer in meinen Augen wirklich starken Frau eher einen Bärendienst.

Aber vielleicht kannst du mir nochmal das Zitat von mir raussuchen wo ich mir mehr platte Männer aber weniger gut geschriebene Frauenhelden (lol zur Doppeldeutigkeit) wünsche.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: nobody@home am 9.04.2020 | 15:15
Was die "ungleiche Biologie" angeht, gibt's mMn tatsächlich einen biologischen Punkt, der Männer ggf. eher zu Actionhelden prädestiniert als Frauen. Der ist nur nicht besonders schmeichelhafter Natur. ;)

Salopp gesagt, sind Männer tendenziell für den Fortbestand der Art entbehrlicher als Frauen. Ein Mann kann seine Gene weitergeben und fünf Minuten später das Zeitliche segnen, ohne daß das seine eben gezeugten Nachkommen überhaupt direkt betrifft. Von daher ergibt's dann schon einen gewissen praktischen Sinn, daß man einen entsprechenden Anteil des Umgangs mit gefährlichen Situationen gerade den Männern überläßt und auch eher sie speziell dafür ausbildet -- und daß sich dann aus den daraus resultierenden Auswirkungen für den "Stamm" und aus der Notwendigkeit, die Herren der Schöpfung für so einen Einsatz ggf. erst mal überhaupt zu motivieren, schnell mal eine Art von ausdrücklich männerzentriertem Heldenkult entwickeln kann, überrascht zumindest mich nicht besonders. Aber: das bleibt ein "Kann", kein "Muß" (es gibt ja durchaus denkbare Alternativen), und wie mit so ziemlich allem anderen auch ist es auch hier selbst da, wo es vorkommt, immer noch die Dosis, die das Gift ausmacht.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: 6 am 9.04.2020 | 15:26
Nein. Ich habe gesagt dass Frauen und Männer biologisch unterschiedlich sind.
Und dass Frauen gerne Frauen mit ihren ganz individuellen stärken sein dürfen und keine verkleideten (toxischen?) Männer, die sich hauptsächlich darüber definieren, dass sie unfehlbar sind und "winselnde Idioten" locker in die Tasche stecken und dass es keine Hindernisse für sie gibt.
Davon dass sie dann nicht so sein dürfen wie platte 80er-Jahre Actionhelden habe ich nie gesprochen. Aber sie müssen sich dann halt die Kritik von mir gefallen lassen, die sich platte Kannallesweißalles-Teflonmänner von mir ebenfalls gefallen lassen müssen. Dass sie langweilig und uninteressant sind.
Das erweist dem Bild einer in meinen Augen wirklich starken Frau eher einen Bärendienst.
Siehst Du. Wenn Du jetzt noch die Biologie aus der Argumentation raus lässt und Dich mehr auf die grobe Zeichnung eines Charakters bezogen hättest (mit Verweis, dass viele der 80-er Jahre Actionfilme für Dich aehnliche langweilige Grobzeichnungen hatten), dann wären wir weg vom Geschlecht und hin zum Problem. Ich habe ja nicht umsonst auf diese unsäglichen Disney-Realverfilmungen hingewiesen.
Btw. was willst Du eigentlich von mir mit dem Begriff "toxisch"? Weder habe ich ihn verwendet noch sehe ich einen Grund diesen Begriff zu verwenden. Das führt eher wieder zur unsäglichen Diskussion über Sinn und Unsinn starken Frauenrollen und winselnden Idiotenrollen.

EDIT: Du hattest sogar geschrieben, dass Männerrollen platter geworden sind. Platter als die Männerrollen der 80-er Actionfilme? Hätte ich auch weggelassen in dem Kontext. Führt wie hier gesehen auch schnell zum Missverständnis.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: tartex am 9.04.2020 | 15:30
Und dass Frauen gerne Frauen mit ihren ganz individuellen stärken sein dürfen und keine verkleideten (toxischen?) Männer, die sich hauptsächlich darüber definieren, dass sie unfehlbar sind und "winselnde Idioten" locker in die Tasche stecken und dass es keine Hindernisse für sie gibt.

Also Vasquez in Aliens ist doch ziemlich cool und interessant, oder? (Generell finde ich Aliens um Klassen schwächer als Alien.)

Das beste Beispiel, dass ein solcher Charakter eben allein schon durch die Reibungsfläche mehr zu bieten hatte als der entsprechende Mann. Eine toxische Frau - für mich ist dabei ziemlich egal ob es einfach ein Butch-Klischee ist - reicht für mich heute immer noch, dass ich mehr über den Charakter wissen will.

Und ja ich war auch immer Fan von Thor in den Comics - und seitdem er einen Bierbauch hat, finde ich ihn in den Filmen sogar nochmals interessanter.

Anmerkung: den Heldentot zu sterben und sich für die Mitstreiter zu opfern ist für mich kein Zeichen von Schwäche. Da dürften wohl ja mal sogar die Herrschaften ganz weit rechts mit mir übereinstimmen.  >;D
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: JollyOrc am 9.04.2020 | 15:32
WO ist denn nun die Toxizität? Nur zu sagen "Doch die sind toxisch" überzeugt mich leider überhaupt nicht.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Toht am 9.04.2020 | 15:32
Das habe ich bereits (auch im anderen Thread) ausführlich getan.
Ein Forum ist auch kein Dialog, daher habe ich die Frage nach der Toxizität nochmal gestellt.

Wenn es heißt, dass selbst Leute wie Indiana Jones oder John McClane toxisch sind warum wollen die Leute dann weibliche Helden, die wie diese Leute sind? Ich verstehe die Argumentation dann einfach nicht.

Außerdem stellt sich mir immernoch die Frage was Beispiele für nicht toxischen Männerhelden sind. Die nicht bereits durch weibliche Helden mitbesetzt sind? Also Aufarbeitungsbedarf haben?
Fehlt also nur der Bereich der platten Massenmörder der nicht genug mit Frauencharakteren besetzt ist?
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: tartex am 9.04.2020 | 15:36
Fehlt also nur der Bereich der platten Massenmörder der nicht genug mit Frauencharakteren besetzt ist?

Ich würde mal Haute Tension empfehlen. Sehr provokant!

Bathory ist ja auch mal eine Nummer.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Toht am 9.04.2020 | 15:42
Ich würde mal Haute Tension empfehlen. Sehr provokant!
Hab ich gesehen, fand ich langweilig, aber bin auch kein Horror-Fan. Provokant fand ich da gar nix.

Bin aber wirklich interessiert daran welche männlichen Protagonisten als unproblematisch betrachtet werden und was für weibliche Protagonisten gewünscht werden. Denn so richtig ergibt es wie gesagt für mich keinen Sinn einen (heute nicht mehr (und vielleicht nichtmal damals) besonders relavanten) Teilbereich von vergangenen Helden zu kritisieren und gleichzeitig zu wollen, dass Frauen heute genauso sind und sein dürfen, weil die jetzt schließlich auch mal dran sein müssen damit.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: 6 am 9.04.2020 | 15:47
@toht: Na denn. Wenn Du es selber immer weiter anleierst: Viel Spass mit dem Thema über Sinn und Unsinn von starken Frauen als Charakterrollen. :)
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Alexandro am 9.04.2020 | 15:50
Von Charles Bronson, Chuck Norris oder Dolph Lundgren (es geht hier übrigens nicht um Schauspieler sondern um fiktionale Charaktere) kenne ich übrigens nichts wirklich. Flasch Gordon auch nur vom Namen. Kann ich also nicht bewerten. Beispiele bitte.

Ein paar Beispiele:
- Flash stalkt am Anfang Dale Arden und beschließt, dass die beiden zusammenkommen müssen (und das passiert dann auch recht schnell - ohne Agency von Dale) - wird vom Film als "total romantisch" dargestellt
- Prinzessin Aura wird, obwohl sie den Helden ständig hilft, als "durchtriebenes Miststück" dargestellt und deswegen ist es OK, wenn sie ständig rumgeschubst und im Stich gelassen wird (und dann (etwa in der Mitte des Films) in einer recht unangenehmen Folterszene entsorgt - die Hauptcharaktere interessieren sich den ganzen restlichen Film nicht dafür, was eigentlich mit ihr passiert ist)
- Dale wirkt gelegentlich noch halbwegs kompetent, wird am Ende aber demontiert, damit Flash sie retten kann
- Flash muss sich ständig "opfern" (leiden), um die Frau und den alten Mann (der übrigens nicht so versagt, wie die Frau, sondern einfach seinen Platz kennt und deshalb nicht gedemütigt werden "muss") zu retten
usw. usf.

Zitat
Wenn es heißt, dass selbst Leute wie Indiana Jones oder John McClane toxisch sind warum wollen die Leute dann weibliche Helden, die wie diese Leute sind? Ich verstehe die Argumentation dann einfach nicht.

Charlies Angels (der neue) hat versucht was anderes zu machen und eben nicht einfach nur toxische Klischees auf Frauen zu übertragen. Ebenso Birds of Prey (bzw. wurde da ein ursprünglich toxisches Klischee (das des "einsamen, wortkargen Rächers, mit der tragischen Hintergrundgeschichte(TM)") gebrochen und ins Gegenteil verkehrt). Ellen Ripley war im ersten Teil auch eine recht normale Frau, kein toxisches Abziehbild auf einem Frauenkörper (und ich fand die Szenen in Teil 2 und 4, in denen sie Empathie mit ihren Mitmenschen/-androiden zeigt, auch einen deutlichen Bruch mit dem Klischee des toxischen Actionhelden). Es gibt also durchaus Versuche in die Richtung. "Jupiter Ascending" war wohl auch ursprünglich in einer Weise intendiert, dass eine weibliche Actionheldin geschaffen werden sollte, die intelligent und nicht-toxisch agiert (leider ist davon nach diversen Recuts nicht viel übrig geblieben). Insgesamt ist setzt die Übertragung von toxischen Stereotypen (Sarah Connor, The Bride, etc.) diese aber erstmal in einen anderen Kontext, was schonmal interessanter sein kann.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 9.04.2020 | 15:51
Dazu passend erinnere ich nochmal an den Bechdel-Test, bei dem erstaunlich viele Filme durchfallen:

- Gibt es mindestens zwei Frauenrollen?
- Sprechen sie miteinander?
- Unterhalten sie sich über etwas anderes als einen Mann?
- Haben die beiden Frauen im Film einen Namen?
Ich hab irgendwo mal gehört das Last Jedi so geschrieben wurde das es den inversen Test (mit männlichen Charakteren) nicht besteht.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Alexandro am 9.04.2020 | 15:54
Ich wüsste nicht, dass Kylo und Luke bei ihrem Duell am Ende über Rey reden. Oder dass es beim Gespräch zwischen Hux, Kylo und Snoke um was anderes als Machtansprüche geht.  ;)
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Jiba am 9.04.2020 | 15:59
Ich hab irgendwo mal gehört das Last Jedi so geschrieben wurde das es den inversen Test (mit männlichen Charakteren) nicht besteht.

Ach, Leutz, hört doch bitte mit dem Bechdel-Test auf. Der ist kein nuanciertes, kulturwissenschaftliches Instrument sondern das medienkritische Äquivalent zur Bauernregel.

Es sind auch feministische Filme denkbar, die ihn nicht bestehen. Und Filme mit Brachial-Männer-Protagonisten, die ihn bestehen.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Issi am 9.04.2020 | 16:09
Ich würde "Toxizität", auch weniger am Geschlecht festmachen, als an krankhaften Persönlichkeitsstrukuren.(Bsp. Narzissmus)
Findet sich sowohl bei Männern als auch bei Frauen.
Narzissmus beispielsweise geht häufig mit einer Abwertung von anderen einher. Ebenso mit gesteigerter Selbsterhöhung und Selbstüberschätzung. Es mangelt idR. auch an Kontakt zu den eigenen Emotionen.

Das wurde lange Zeit auch mehr Männern zugeschrieben. Ist aber so nicht richtig.

Es ist auch in vielerlei Hinsicht ein gesamt gesellschaftliches Problem, warum solche Menschen immer noch viel Erfolg in der Gesellschaft  haben, obwohl sie eigentlich schaden. (Nicht selten auch politischen)
Aber das geht Richtung SC.

Ich würde den Begriff "toxisch"  deshalb erst gar nicht an ein Geschlecht hängen.
Und ihn außen vor lassen.

Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Jiba am 9.04.2020 | 16:19
Musst du in dem Fall aber, denn

Zitat
Abwertung von anderen [...] gesteigerte Selbsterhöhung und Selbstüberschätzung

werden in diesem Kontext eben damit entschuldigt, dass Männer eben so sind oder so sein sollten. Das wird natürlich in schönere Worte verpackt ("Durchsetzungsfähigkeit", "Stärke", "sich nicht von Gefühlen beeinflussen lassen", "rational"), aber letztendlich bezeichnet ja "toxische Männlichkeit" eben die schadhaften Ausprägungen eines übersteigerten Männlichkeitsbildes. Das wird dann sogar von Männern repliziert, die nicht narzisstisch veranlagt sind, die sich aber trotzdem so verhalten, einfach weil das für Männer als wünschenswert angesehen wird.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Issi am 9.04.2020 | 16:26
Musst du in dem Fall aber, denn

werden in diesem Kontext eben damit entschuldigt, dass Männer eben so sind oder so sein sollten. Das wird natürlich in schönere Worte verpackt ("Durchsetzungsfähigkeit", "Stärke", "sich nicht von Gefühlen beeinflussen lassen", "rational"), aber letztendlich bezeichnet ja "toxische Männlichkeit" eben die schadhaften Ausprägungen eines übersteigerten Männlichkeitsbildes. Das wird dann sogar von Männern repliziert, die nicht narzisstisch veranlagt sind, die sich aber trotzdem so verhalten, einfach weil das für Männer als wünschenswert angesehen wird.
Das ist aber wirklich teilweise ein sehr schmaler grad,  und wirft die Frage auf:
Wann ist Selbstbewusstsein gesund?
Und ab wann wird es schadhaft für mich und andere?

Ich wage mal ganz platt zu sagen: Wenn mir die Empathie abhanden kommt.
Wenn ich andere nur benutze, und nicht mehr in ihrem Wesenskern wahrnehme und wertschätze.
Wenn sie für mich austauschbare Objekte werden, die nur meinen Status erhöhen oder mir sonst wie dienlich sind.


Edit. Ein Narzisst z. B. besitzt gar kein echtes Selbstbewusstsein
Er erschafft sich stattdessen ein unnatürlich überhöhtes. IdR. auf Kosten anderer.


Und natürlich hat eine Gesellschaft an Menschen Erwartungen. Und häufig möchte sie starke, durchsetzungsfähige Menschen haben.
(Ob die noch Gefühle haben, und wie dieses Selbstbewusstsein Zustande kommt, danach wird leider wenig gefragt. Hauptsache sie wirken "stark")
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Alexandro am 9.04.2020 | 16:27
Das hat nichts mit der Qualität der Serie zu tun und mehr damit das ich mit dem Character nichts anfangen kann und sie auch noch extrem unsympathisch finde.

Ich fand den Charakter OK (wobei er in "52" noch besser herausgearbeitet wurde), gerade im Gegensatz zu Batmans Demontage während Scott Snyders Run (welche auch viel mit dem Charakter zu tun hat, den Bruce Wayne da an den Tag legt - die dumme Story könnte ich ignorieren, wenn sich Batman wenigstens wie Batman verhalten würde).

Zitat
Wobei jetzt Snyders Batman auch nicht unbedingt der beste Batmanrun aller Zeiten ist, aber für mich immer noch deutlich lesbarer als Morrison oder King.

Das ist so, als würde man das Gekrakel von Rob Liefeld mit den Zeichnungen von Jack Kirby oder Jim Lee vergleichen.

Zitat
Das sie jedesmal wenn er auftaucht sofort klar machen das Supergirl viel toller und stärker ist. [edit: Weil Superman das sagt]

Was soll er stattdessen sagen? "Du bist total unwürdig, nicht wert dich in meiner Nähe aufzuhalten und diesselbe Luft zu atmen"? Klingt das für dich nach etwas, was Superman sagen würde?
Und in Staffel 3+ ihrer eigenen Serie will ich halt nicht mehr hören, dass die Hauptfigur eigentlich viel schlechter als [dieser andere Charakter] ist und noch viel zu lernen hat.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Sashael am 9.04.2020 | 16:45
Ach, Leutz, hört doch bitte mit dem Bechdel-Test auf. Der ist kein nuanciertes, kulturwissenschaftliches Instrument sondern das medienkritische Äquivalent zur Bauernregel.

Es sind auch feministische Filme denkbar, die ihn nicht bestehen. Und Filme mit Brachial-Männer-Protagonisten, die ihn bestehen.
So mancher Porno besteht den mit wehenden Fahnen. ;D
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: AlucartDante am 9.04.2020 | 17:06
Ach, Leutz, hört doch bitte mit dem Bechdel-Test auf. Der ist kein nuanciertes, kulturwissenschaftliches Instrument sondern das medienkritische Äquivalent zur Bauernregel.

Es sind auch feministische Filme denkbar, die ihn nicht bestehen. Und Filme mit Brachial-Männer-Protagonisten, die ihn bestehen.

Ich finde es schon sinnvoll ihn bekannt zu machen und darüber nachzudenken oder Filme darauf zu testen. Klar fallen so manche feministische Filme durch und viele frauenfeindliche Pornos bestehen ihn. Aber es geht doch weniger um ein wissenschaftliches Instrument als um einen humorvollen Umgang mit Problemen. Der Darwin Award entspricht auch nicht so genau dem Denken von Charles Darwin.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Megavolt am 9.04.2020 | 17:17
Ach, Leutz, hört doch bitte mit dem Bechdel-Test auf. Der ist kein nuanciertes, kulturwissenschaftliches Instrument sondern das medienkritische Äquivalent zur Bauernregel.

Danke, dass das jemand ausspricht.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: tartex am 9.04.2020 | 17:24
Danke, dass das jemand ausspricht.

Ich finde: erlaubt ist, was Spass macht
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Ein Dämon auf Abwegen am 9.04.2020 | 17:40
Ich fand den Charakter OK (wobei er in "52" noch besser herausgearbeitet wurde), gerade im Gegensatz zu Batmans Demontage während Scott Snyders Run (welche auch viel mit dem Charakter zu tun hat, den Bruce Wayne da an den Tag legt - die dumme Story könnte ich ignorieren, wenn sich Batman wenigstens wie Batman verhalten würde).
Snyder is wie gesagt auch nicht so mein Ding, aber Batman (oder anderen Batman Characteren) von einem guten Autor (O'Niel, Dixon, Dini, Grant, Moench ... eigendlich nahezu jedem Autor von den Späten 60ern zu den frühen 2000ern) geb ich da klar den Vorzug.

Das ist so, als würde man das Gekrakel von Rob Liefeld mit den Zeichnungen von Jack Kirby oder Jim Lee vergleichen.
Also Kirby ist irgendwie auch nicht so mein Ding...
Snyder ist wenigestens einger Maßen unterhaltsam und er hat zu mindestens mit Black Mirror, Court of the Owls und Gates of Gotham ein paar ziemlich gute Storys abgeliefert.
Kings Run ist eine absolute Katastrophe und bei Morrison müsste man sich vermutlich Notitzen machen um überhaupt den Überblick zu behalten was da passiert.

Aber das wir jetzt leicht off topic, aber wir können das Gerne irgendwo anders weiter diskutieren.

Was soll er stattdessen sagen?
Gar nichts.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Viral am 9.04.2020 | 18:59
Ach, Leutz, hört doch bitte mit dem Bechdel-Test auf. Der ist kein nuanciertes, kulturwissenschaftliches Instrument sondern das medienkritische Äquivalent zur Bauernregel.

Es sind auch feministische Filme denkbar, die ihn nicht bestehen. Und Filme mit Brachial-Männer-Protagonisten, die ihn bestehen.

Da bin ich bei dir. Man kann noch so schön irgendwelche abstrakten Regeln einhalten. Das Ergebnis kann dann immernoch schlecht sein.

Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Darkling ["beurlaubt"] am 9.04.2020 | 19:41
Issi, du benutzt den Begriff Narzissmus leider eher..."populärwissenschaftlich"...  :-X
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Issi am 9.04.2020 | 19:50
Issi, du benutzt den Begriff Narzissmus leider eher..."populärwissenschaftlich"...  :-X
Nö, ganz bestimmt nicht.

Und schade, dass das von Dir so gedeutet wird. 


 



Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Darkling ["beurlaubt"] am 9.04.2020 | 19:55
@ Issi: Du bekommst PN. :)
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Issi am 9.04.2020 | 19:58
@ Issi: Du bekommst PN. :)
Jo gerne.
Wenn Du sowas raushaust, darfst du mir gerne erklären weshalb.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Darkling ["beurlaubt"] am 9.04.2020 | 20:01
Oh, den Begriff "raushauen" würde ich an deiner Stelle ganz, ganz vorsichtig benutzen.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Issi am 9.04.2020 | 20:48
Oh, den Begriff "raushauen" würde ich an deiner Stelle ganz, ganz vorsichtig benutzen.

Ich werde es ergänzen:
Narzissmus ist nur ein Beispiel,  von möglichen selbst -und fremdschädigenden (toxischen)Verhaltensmustern.
Solche können ganz unterschiedlich stark ausfallen und ebenso Frauen betreffen.
Ich würde den Begriff "toxisch" deshalb entweder für alle Geschlechter verwenden oder für keines.

Stattdessen würde ich von "belastenden geschlechterspezifischen Rollenerwartungen " sprechen.
Das finde ich persönlich neutraler.

Nur meine Meinung, mehr auch nicht.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Darkling ["beurlaubt"] am 9.04.2020 | 20:51
DEM Beitrag stimme ich zu. :)
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Turning Wheel am 13.04.2020 | 10:33
Narzissmus beispielsweise geht häufig mit einer Abwertung von anderen einher. Ebenso mit gesteigerter Selbsterhöhung und Selbstüberschätzung. Es mangelt idR. auch an Kontakt zu den eigenen Emotionen.

Das wurde lange Zeit auch mehr Männern zugeschrieben. Ist aber so nicht richtig.

Alle Quellen, die ich in den letzten Jahren dazu gesehen bzw. gelesen habe, deuten darauf hin, dass mit Abstand mehr Männer (3:1) mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung diagnostiziert werden.
Kannst du mal bitte was verlinken, dass deine Behauptung untermauert, dass das nicht mehr so sein sollte?
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Issi am 13.04.2020 | 12:06
Alle Quellen, die ich in den letzten Jahren dazu gesehen bzw. gelesen habe, deuten darauf hin, dass mit Abstand mehr Männer (3:1) mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung diagnostiziert werden.
Kannst du mal bitte was verlinken, dass deine Behauptung untermauert, dass das nicht mehr so sein sollte?
Es gibt mittlerweile einige Literatur dazu:
z.B : "Weiblicher Narzissmus- der Hunger nach Anerkennung" Bärbel Wardetzki
Oder "Die Masken der Niedertracht" Marie - France Hirigoyen. (Hier liegt der Schwerpunkt allgemein auf Narzissmus, geschlechtsunabhängig)
"Narzissen Kinder: Wenn Töchter unter narzistischen Müttern leiden." Monika Celik

Zum Verhältnis hatte ich jetzt gar nichts geschrieben. Nur, dass es beide Geschlechter betrifft.
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Turning Wheel am 13.04.2020 | 15:04
Zum Verhältnis hatte ich jetzt gar nichts geschrieben. Nur, dass es beide Geschlechter betrifft.

Äh, doch. Du hast geschrieben, dass es 'lange Zeit auch mehr Männern zugeschrieben' wurde und das 'so nicht richtig' sei.
(Siehe mein Zitat von dir im vorletzten Posting). Es ist aber durchaus bekannt und auch richtig, dass es mehr Männern zugeschrieben wird.

Dass auch Frauen unter einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung leiden können, ist mir bekannt, deshalb bat ich auch nicht
um Quellen zum weiblichen Narzissmus, sondern um Quellen, die deine Aussage zum Geschlechterverhältnis im Narzissmus zeigt.
Falls du die überwiegende männliche Mehrheit im Geschlechterverhältnis nicht anzweifeln wolltest, solltest du es halt einfach nicht schreiben.
Oder meintest du mit der Formulierung "mehr Männern zugeschrieben" eigentlich "ausschließlich Männern zugeschrieben"?
Titel: Re: Jeder Mann ein winselnder Idiot?
Beitrag von: Issi am 13.04.2020 | 15:44
Zitat
Oder meintest du mit der Formulierung "mehr Männern zugeschrieben" eigentlich "ausschließlich Männern zugeschrieben"?
Genau das meinte ich.
Dass Frauen auch Narzissten sein können, ist noch nicht so präsent.

Ich hätte "eher Männern zugeschieben" schreiben sollen, dann wäre es eindeutiger gewesen.