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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Rollenspiel- & Weltenbau => Pen & Paper - Eigenentwicklungen => Thema gestartet von: Eismann am 21.01.2023 | 05:59

Titel: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 21.01.2023 | 05:59
Moin, zusammen,

Ich kanns einfach nicht lassen. Auch wenn ich beruflich mittlerweile anderweitig beschäftigt bin, treibt es mich doch wieder zur Entwicklung von Rollenspielen zurück. Daher habe ich ein kleines Bastelprojekt begonnen, das gleich mehrere Themen zusammenführt, über die ich die letzten Jahre nachgedacht habe:

1. Painkiller von Judas Priest
Klingt etwas abgehoben, aber ich mag das Album und es lässt sich eine Menge an Settingideen herausarbeiten. Das hab ich schon vor gut 3 Jahren mal gemacht, und nun wird es langsam Zeit das Material mal weiterzuverwenden. https://eisparadies.wordpress.com/2019/06/07/painkiller-das-setting/

2. Dust Bowl
In den 1930er Jahren hat sich im mittleren Westen der USA, um genau zu sein nördliches Texas, westliches Oklahoma, östliches Colorado und westliches Kansas ein menschengemachtes Naturphänomen manifestiert, und zwar eine Mischung aus mehrjähriger Dürre, Heuschreckenschwärmen und riesigen Staubstürmen. Siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Dust_Bowl
Die Farmer hatten das Präriegras der von Natur aus recht trockenen, aber fruchtbaren Region mit seinen tiefgehenden Wurzeln weggepflügt und Weizen angebaut. Als dann die Dürre kam, begannen Stürme die Bodenkrume des umgepflügten Landes abzutragen und in Dünen über das Land zu treiben. Die Staubstürme konnten Tage dauern und verdunkelten das Sonnenlicht. Der Sand erzeugte große elektrostatische Spannung und konnte den Lack von Autos abschleifen und ungeschützte Haut ernsthaft verletzten. Viele Menschen sind in dieser Zeit an Staublunge gestorben, da der feine Staub durch jede Ecke in die Häuser eindringen konnte.

3. Ich habe meine ersten Autorenschritte mit Shadowrun 3 gemacht und vorher schon Shadowrun 2 gespielt. Vor einem Jahr habe ich noch einmal SR2 online gespielt, und musste feststellen, dass die Kernmechanik an sich wirklich smart aufgezogen ist. Sie leidet nur unter dem etwas ungeschickt aufgesattelten Regeln und schlecht laufenden Subsystemen wie Matrix und Rigging. Daher habe ich mir vorgenommen sie komplett vom Fleisch zu befreien und neu aufzuziehen. Ich glaube man könnte darauf ein nettes, kleines System für taktische Kämpfe bauen.

In Konsequenz ergibt sich folgendes Setting:
Ort: Mittlerer Westen der ehem. USA.
Zeit: ca. 2100 (drei Generationen ab jetzt)
Setting: Die Hell Bowl
Ein wenig Painkiller, ein wenig Dust Bowl, etwas Mad Max 1, ein wenig Judge Dredd und ein Hauch Wild West
Die Lage 2100: Die USA ist zuerst in zwei größere Blöcke zerfallen, und zwar die Ost- und Westküste (gegebenenfalls mit den großen Seen) auf der einen Seite und dem Rest, als dem eher ländlichen Zentrum und Süden auf der anderen. Später sind beide Blöcke wiederum in divere größere und kleinere Republiken, Konzerndemokratien, Theokratien, Diktaturen etc. zerbröselt. Durch Klimawandel, industrieller Landwirtschaft, exzessiver Verwendung von künstlichen Düngemitteln, Pestiziden und genetisch optimierten Nutzpflanzen wurden die Böden im mittleren Westen immer weiter ausgelaugt. Der Niederschlag ist in vielen Regionen selten und unregelmäßig geworden und Grundwasser über Jahrzehnte so massiv abgepumpt, dass salzhaltiges Wasser aus tieferen Schichten nachgeflossen ist. Große Investmentfirmen, die weite Teile der Äcker aufgekauft und ausgebeutet hatten, haben ihre Anteile in irgendwelche Schrott-Fonds gestopft und abgeschrieben, unrentables Ackerland liegt brach.
Viele Menschen sind in die überquellenden Metropolen geflohen, und nur die stursten und härtesten sind geblieben. Landwirtschaft kann nur noch mit Entsalzungsanlagen und Tausammlern betrieben werden, aber ob Solaranlage, Vieh oder Ackerfrucht, alles droht von immer wieder aufziehenden Staubstürmen zerstört zu werden.
Diese Weiten zwischen den Metropolen gelten mittlerweile mehr oder weniger als rechtsfreier Raum. Highways verbinden zwar die Großstädte, aber Waren-  und Personenverkehr findet nur in schwer bewaffneten Konvois statt, da die "Pains", eine Vielzahl von Motorradgangs, kriminellen Gruppen und bewaffneten Familienclans ihr Unwesen treiben. Kleinere Gemeinden haben daher zum Selbstschutz Milizen gebildet, die oft aber auch nicht viel besser sind als die Pains. (Der Name "Pains" hat seinen Ursprung bei einem Zitat von Präsident James D. Holland der freien Republik Texas, der die kriminellen Banden als "Pain in his ass" bezeichnet hat).
Technologie: Auf der einen Seite gibt es eine Vielzahl von Hightech-Entwicklungen wie Railguns, Bio- und Neurotronics (teils organische Cyberware) und anderen Schnickschnack, andererseits ist die Telekommunikation zwischen den Metropolen eingeschränkt, da es nach einigen militärischen Auseinandersetzungen und dem daraus resultierenden Raumschrott kaum mehr funktionierende Telekommunikationssatelliten gibt und die wenigen massiv gesicherten Sendetürme hauptsächlich dazu verwendet werden, um die Verbindung zwischen den Metropolen aufrecht zu erhalten. Zugriffe aus der "Hell Bowl" werden oft mit Argwohn betrachtet, da sich dort allerlei zwielichtiges Gesindel aus den Metropolen versteckt hält.
Auf der anderen Seite wird in der Hell Bowl alles wiederverwertet oder geflickt, was man finden kann. Selbst genähte Kleidung ist genauso üblich wie vom Sand glattpolierte Pickups, mit Alkohol betriebene Motorräder, Pferde, Repetiergewehre und (seltener) Laserwaffen.
Die Charaktere: "Painkiller" werden all die genannt, die sich mit den Pains anlegen. Das sind seltener Sicherheitskräfte der Metropolen oder Reiter des Tempelstaates Deseret, häufiger aber angeworbene Kopfgeldjäger und "Problemlöser", die gegen Pains vorgehen, sich mit anderen Störenfrieden anlegen oder Jagd auf andere gefährliche Dinge machen, die die staubigen Weiten unsicher machen. Oft ziehen sie herum und bieten jedem seine Dienste an, der bezahlen kann, und so verschwimmt manchmal die Grenze zwischen Pains und Painkiller.
Übernatürliches: Einerseits möchte ich auf das Offensichtliche, also irgendwelche Magie oder Schamanismus verzichten, andererseits fände ich übernatürliche Elemente schon ganz spannend. Meine aktuelle Lösung sieht daher wie folgt aus: Es gab natürlich Versuche das Problem der Staubstürme zu lösen, auch weil sie bis zu den großen Metropolen geweht sind. Außerdem stellen die sie begleitenden massiven elektromagnetischen Störungen ein erhebliches Problem für moderne Elektronik dar. Ein Versuch war einen genetisch modifizierten Pilz auszubringen, dessen Myzelgeflecht dem Boden Halt geben und Wasser speichern sollte. Dummerweise wurde er unplanmäßig von einem ebenfalls genetisch modifizierten Virus verändert, der durch die Injektion seiner DNA in verschiedene Ackerfrüchte größere Resistenzen gegen verschiedene zum Pflanzenschutz genutzte Toxine verleihen sollte. Im Ergebnis breitete sich der Pilz zwar immer weiter im Boden der Hell Bowl aus, aber entfaltete nicht die gewünschte Wirkung. Mittlerweile ist er in fast allen Regionen der Hell Bowl zu finden. Da er aber weder giftig noch sonstwie gefährlich scheint, wird er von den Bewohnern komplett ignoriert. Als tausende Quadratmeilen umspannender Organismus hat der Pilz aber eine Art Bewusstsein entwickelt, und es ist einigen Menschen möglich mit ihm zu kommunizieren, wenn sie seine Früchte, sogenannte Traumtrüffel, konsumieren. Das Zeug wirkt wie eine leicht betäubende und sinneserweiternde Droge, ermöglicht manchen Nutzern aber auch "übernatürliche" Fähigkeiten. Wie genau das aussehen wird, muss ich noch ausknobeln, aber ich glaube da könnte schon einiges gehen.

Regeln: Wie gesagt, ich schraube gerade an den Grundmechanismen von SR2 herum. Ich finde die Methode aus Charakterkompetenz und Waffe des Angreifers auf der einen und aus Rüstung und "Stabilität" des Verteidigers auf der anderen Seite recht dynamisch den Schaden zu ermitteln ganz smart, und ich mag es auch, dass die "Lebenspunkte" nicht einfach immer weiter in die Höhe geschraubt werden. Die grundlegende Mechanik aus Attributen und Fertigkeiten find ich auch ganz charmant, wobei ich glaube ich die Sache auf vier Attribute, drei Pools und eine Reihe Fertigkeiten eindampfen werde. Auch der übliche Werteraum kann kleiner werden, sowohl was die Anzahl der Würfel als auch die Mindestwürfe angeht. Darunter hat SR ziemlich gelitten.
Und ja, ich weiß, dass einige Pipi in den Augen kriegen, wenn es um Poolsysteme geht, aber ich mag es so.

Offene Fragen: Ich muss mich mal über Funkreichweiten, Methoden der Telekommunikation etc. schlau machen, um rauszuknobeln, wie gut oder schlecht das in der Hell Bowl so funktioniert, ohne Satelliten und nur mit wenigen größeren Masten. Wahrscheinlich haben manche Gemeinden etc. ihre eigenen kleinen Netze. Außerdem müsste ich mir die ganze Sache mal vor Ort anschauen. Ich war noch nie in der Region, finde nur die Idee interessant. Ich werde mich vermutlich auf eine "fiktive Region" zurückziehen, aber es sollte ja trotzdem halbwegs on point sein.

Illus: Ich habe wie viele andere auch mit AI-Illus geliebäugelt, aber ich glaube ich werde das nicht nutzen. Ich kenne und schätze zu viele Illustratoren, um damit herumzufummeln. Klar, ist billiger, aber... nein, fühlt sich für mich nicht gut an.
Vom Stil her finde ich die Mischung aus Staubwüste, Moderne, abgenutztem und geflickten Hightech mit einem Hauch (nicht zu viel) Western spannend. Da kann man gestalterisch glaube ich viel rausziehen. Solarzellen, die bei Staubstürmen mit Lederplanen abgedeckt werden, Mad-Max-Karren, Reiter mit Gaussgewehren, vercyberte Sicherheitskräfte mit Jetpacks und verchromten, selbstfahrenden Motorrädern, gepanzerte Konvoi-Roadtrains mit Gun Turrets, da geht einiges.

Mal schauen, wie sich das alles entwickelt. Noch bin ich am Anfang, und sonderlich eilig hab ichs auch nicht. Mehr als lange Schlagwortlisten, Ideenfragmente und Testtabellen fürs System habe ich noch nicht. Ist halt Hobbybastelei.


Ciao,

 Eismann
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Doc-Byte am 21.01.2023 | 23:50
Da muss ich irgendwie spontan an den Roman "Schwere Wetter (https://www.buecher.de/shop/science-fiction-fantasy-horror/schwere-wetter-ebook-epub/sterling-bruce/products_products/detail/prod_id/41362635/)" von Bruce Sterling denken. Ist jetzt natürlich nicht ganz das gleiche Thema, geht aber auch etwas in die Richtung und vielleicht lässt sich da was entlehnen.

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Wenn häufig schwere Stürme durch die Hell Bowl tobten, könnte es extrem wichtig sein, möglichst genaue Vorhersagen treffen zu können. Sei es, um bedrohte Orte rechtzeitig zu verlassen / zu sicher oder sei es, um im Windschatten der Stürme auf Beutezug zu gehen / diese Beutezüge abzuwehren.

Was das Thema "Übernatürliches" angeht, muss sich das ja nicht gegenseitig ausschließen. Schamanismus ist bei den Ureinwohnern ja durchaus ein Thema und wenn du eh schon Shadowrun ansprichtst, kann es ja zu einem analogen Effekt gekommen sein: Es kehrte zwar keine alte Magie in die Welt zurück, aber die Schamanen waren die ersten, die bemerkten, dass ihre traditionellen Rituale plötzlich ganz neue und mächtige Effekte erzeugen konnten. - Die dann wiederum auf diesen Pilz zurückgehen. Vielleicht ist das sogar eine so neue Entwicklung, dass noch gar nicht (allgemein) bekannt ist, was das Phänomen hervorruft.

Zum Regelwerk: Hat sich CGL eigentlich schon zum Thema "ORC" geäußert? >;D Okay, im Ernst. SR 2nd... :think: Falls du das wirklich als Basis verwenden willst, bist du ja nicht an die SR Traditionen gebunden und evtl. wäre es eine Überlegung wert, zurück auf W10 zu gehen, wie es die Autoren ursprünglich mal vorhatten. Ich glaube, da würden ein paar Dinge etwas runder laufen, auch bei den explodierenden 6en bzw. dann 10en. - Ansonsten, ich weiß ich wiederhol mich da, das Match-System von equinox (https://www.drivethrurpg.com/product/195274/Equinox-RegelHandbuch-German?manufacturers_id=2579) steht komplett und CC-BY-SA Lizenz, just sayin'. 8]

Artwork: KIs sind ein spannendes Spielzeug, aber ich glaube, von den ethischen Bedenken mal abgesehen werden echte Künstler noch lange nicht völlig überflüssig werden.

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Ich persönlich nutze KI Bilder, weil ich Auftragsarbeiten nicht finanzieren kann und die KI Bilder bei allen Schwächen dann doch mehr Setting wiederspiegeln können, als der Großteil der Stock Arts. Aber wenn ich könnte, würde ich natürlich "echte" Bilder bevorzugen. - Zumindest im Rollenspielkontext. - Von daher :d für deine Entscheidung.

Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: schneeland am 22.01.2023 | 00:12
Grundsätzlicher Ansatz und Atmosphäre holen mich schon mal ab. Nur die Sache mit dem landesweiten Mycel ist, glaube ich, noch nicht so meins. Wobei ich schon mit dem Ansatz sympathisiere, die Magie etwas weniger in den Vordergrund zu stellen als bei Shadowrun. Ich bin mir allerdings auch nicht 100% sicher, was man alternativ machen würde (für ein eigenes Projekt hatte ich mal über einen leichten Lovecraft-Einschlag nachgedacht, aber das war noch ziemlich unausgegoren).

Was die Mechaniken angeht: die variablen Mindestwürfe möchtest Du behalten? Oder eine Art Rückportierung der SR4-Methode auf SR2?

Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Waldviech am 22.01.2023 | 12:21
Och, das Pilz-Mycel finde ich als "Sci-Fi-Erklärung" für paranormalen Firlefanz garnicht so schlecht. Ich würde, was etwaige "Magie" angeht, insgesamt sowieso eher weg von altertümelnden Magievorstellungen gehen, sondern eher in Richtung "Scanners" und "Teufelskreis Alpha".
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 22.01.2023 | 12:33
Zum Thema Wettervorhersage: Ja, mangels Satelliten muss man da auf Meldesysteme vor Ort zurückgreifen. In einer Region, wo alles geklaut wird, was nicht niet- und nagelfest ist, ist das natürlich ein Problem.

Übernatürliches: Ich bin mit der Pilzlösung auch nicht 100 prozentig zufrieden, aber ich möchte sowas wie pseudo-indianischen Schamanismus oder "Manaspike, hupps, da isse"-Magie oder andere metaphysische Sachen gerne vermeiden. Eine Droge, die einem die Fähigkeiten ermöglicht, find ich ganz spannend, weil man damit das Risiko der Selbstschädigung bei der Anwendung beibehalten kann.
Was SR2 als Basis angeht: Ich werde das ganze Ding zerlegen und auf links drehen, nicht einfach übernehmen. Vier Attribute, Wertebereich bei Attributen und Fertigkeiten vermutlich erstmal 1-4, Standardmindestwurf ist 4 und wird im Vergleich zu SR deutlich "flacher" modifiziert, dazu andere Schadenswertberechnung bei Waffen, veränderte Panzerungsmechanik usw. Es geht mir nur um die Grundmechanismen. "1W20 unterwürfeln gegen Mindestwurf" ist vermutlich auch nicht OGL-relevant. Sollte das doch irgendwie problematisch werden, bau ich mir halt was neues.
AI-Bilder: Ich habe einfach zu viel mit Artists zu tun, um das guten Gewissens zu machen. Ich habe den Eindruck, dass das Thema viele wirklich persönlich anfasst, und da geht es eben nicht nur um finanzielle Konkurrenz. Aber ja, das könnte dann teuer werden. Hab ich entsprechend noch keine Lösung für, muss ich aber auch noch nicht haben.

Mal so als erster Gedankengang zum Charakterbau:
Attribute:
Geschick 1-4
Konstitution 1-4
Verstand 1-4
Willenskraft 1-4
Immunität (zu Anfang 4) (sinkt, wenn man sich Technik einbaut, da das Immunsystem unterdrückt wird. Fällt es auf 0, bricht das Immunsystem zusammen)
Abgeleitet: Initiative (Geschick + Verstand) / 2 +1W6 (kann man mit Drogen und Biotronics verbessern)
Pools: Action (Geschick), Sozial (Verstand), "Magie" ((Immunität + Verstand) / 2)
Pools können pro Kampfrunde bzw. pro "Szene" (bei Sozial) verwendet werden, um Proben zu verstärken

Dazu kommen dann noch ein paar Fertigkeiten (auch 1-4)

Geschick und Verstand sind jeweils "aktive" Attribute, die Pools füllen, die körperliche oder geistige Aktionen unterstützen, und gewisse Maxima beim Steigern von Fertigkeiten vorgeben etc., Willenskraft und Konsti sind "passive" Eigenschaften, die man bei Vergleichsproben bei körperlichem oder geistigen Schaden verwendet.
Muss ich aber alles noch durchrechnen und durchdenken. Zum Rumprobieren ist das aber schonmal okay.

Parallel zu den Regeln schnitze ich aktuell am Setting rum. Ich werde mal versuchen ein paar erste Locations und NSCs auszuarbeiten, um selbst ein wenig mehr Gefühl dafür zu kriegen, wie das ganze laufen soll. Das ist alles noch etwas squishy. Aber das ist es ja am Anfang immer.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Doc-Byte am 22.01.2023 | 19:08
Zum Thema Wettervorhersage: Ja, mangels Satelliten muss man da auf Meldesysteme vor Ort zurückgreifen. In einer Region, wo alles geklaut wird, was nicht niet- und nagelfest ist, ist das natürlich ein Problem.

Na, das wären doch perfekte Voraussetzungen für kleine Teams von Storm Chasern, denen eine wichtige Bedeutung zukommt. (Und deren Ausrüstung Begehrlichkeiten wecken könnte.  ;))

Davon mal abgesehen finde ich es übrigens gut, dass du eine klare Vorstellung hat, was die SCs in diesem Setting so tun. Oft bekommt man ein Setting vorgesetzt und dazu nur gesagt: Hier könnte ihr alles spielen, was ihr wollt. Das empfinde ich mitunter als nicht unbedingt so hilfreich, wie es gemeint ist.

Zitat
Übernatürliches: [...]

Hm, wie wäre den ein völlig anderer - okay, ich streiche das "völlig" - Ansatz aus der rein technischen Ecke? Wenn alles von Technik durchdrungen ist, die meisten Menschen eingeschlossen, käme es ja auch einer Form von Magie gleich, wenn man diese manipulieren könnte. Da müsste man nur eine brauchbare Erklärung für finden. Nanotech in Kombination mit E-M-Feldern oder so was vielleicht. :think:

Quasi gemäß des Clarkesche Gesetzes: "Any sufficiently advanced technology is indistinguishable from magic."

Zitat
Was SR2 als Basis angeht: Ich werde das ganze Ding zerlegen und auf links drehen, nicht einfach übernehmen. Vier Attribute, Wertebereich bei Attributen und Fertigkeiten vermutlich erstmal 1-4, Standardmindestwurf ist 4 und wird im Vergleich zu SR deutlich "flacher" modifiziert, dazu andere Schadenswertberechnung bei Waffen, veränderte Panzerungsmechanik usw. Es geht mir nur um die Grundmechanismen. "1W20 unterwürfeln gegen Mindestwurf" ist vermutlich auch nicht OGL-relevant. Sollte das doch irgendwie problematisch werden, bau ich mir halt was neues.

Hm, willst du dann Attribute und Fertigkeiten wie bei SR4+ zu Pools addieren? Oder mit maximal 4W gegen 4 würfeln? - Okay, unten sagst du da noch was zu. Das ist echt sehr SR2-like. ;D

Vielleicht lohnt sich für dich aber ernsthaft ein Blick ins Match-System. (Das dort alle Würfel wie beim WEG Star Wars addiert werden, ist ja erstmal unerheblich.) Das System hat 6 Attribute, die 3 Paare aus je einem körperlichen und einem geistigen Attribut bilden und dazu 16 Fertigkeiten. Der Kniff ist jetzt, dass man Attribute und Fertigkeiten frei kombinieren kann, je nachdem, was man gerade tun will. Die Werte gehen dabei jeweils von 1 bis 5. Das lässt auch etwas mehr Abstufung zwischen Anfänger und Profi zu, als die 4W, an die du denkst.

Zitat
Mal so als erster Gedankengang zum Charakterbau:
[...]
Immunität (zu Anfang 4) (sinkt, wenn man sich Technik einbaut, da das Immunsystem unterdrückt wird. Fällt es auf 0, bricht das Immunsystem zusammen)
[...]

Für so ein schlankes System, wäre mir das SR-typische Gerechne mit Essenz oder auch Immunkosten zu kleinteilig. Ich hab mich bei der Adaption des Match-System etwas an Shadowrun Anarchy orientiert. Übertragen auf deine Idee ständen einem Chatakter dann 4 Slots zur Verfügung, in die er bis zu vier Basisimplantate einbauen lassen kann. Diese können dann mit gewissen Upgrades versehen werden. Bspw. würden Cyberaugen einen Slot belegen und man könnte dann die typischen Dinge wie Lichtverstärker und Co. als Upgrades davon erwerben, ohne weitere Immunität zu verlieren. - Ich meine, ohne den magischen Überbau von Shadowrun musst du da ja auch nicht zwingen eine innerweltliche Erklärung aus dem Hut zaubern. (Auch wenn das natürlich immmer Bonuspunkte beim Leser bringt.)

Spontaner Gedanke: Wenn die "Magie" in desem Setting technologisch basiert wäre, könnten Implantate diese im Gegensatz zu Shadowrun theoretisch sogar verstärken, statt diese zu beeinträchtigen. Aber da muss man etwas das Ballancing im Auge behalten.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 22.01.2023 | 20:23
Ich hab nur einmal SR Anarchy gespielt und fand es recht abschreckend. Von daher möchte ich mich damit eigentlich nicht weiter beschäftigen.
Was die Granulierung 1-4 angeht, gehe ich schon davon aus, dass der Range größer werden kann. Die 4 als Maximum sehe ich momentan nur für Startcharaktere. Da geht dann sicher noch etwas mehr. Es soll nur nicht so eskalieren wie oftmals bei SR, was dann die Regelmechanik ziemlich an ihre Grenzen gebracht hat.
Und ja, ist von der Kernmechanik eben stark an SR2 angelehnt. Was Absicht ist. Wie gesagt, ich mag das Kernsystem.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Doc-Byte am 22.01.2023 | 23:09
Tatsächlich habe ich Anarchy gar nicht gespielt, es aber gelesen und ich bin der Ansicht, dass das Booster Konzept durchaus Potential hat und grundsätzlich schon ein eleganter Spielmechanismus im Sinne einer regelseitigen Vereinfachung sein kann. (Ob er es bei Anarchy letztlich in der Praxis auch ist, sei mal dahingestellt.)

Mit SR2 verbinde ich in meiner Erinnerung tatsächlich Dinge wie Kampfpools und Co. Derartige Mechanismen bringen natürlich einen stärkeren taktischen Fokus mit sich. Am Ende ist die entscheidene Frage sicherlich, wie komplex man es gerne haben möchte. Gewisse Elemente der stärker erzählerisch geprägten Systeme bieten in meinen Augen teilweise elegante Lösungen um ellenlange Regelpassagen abzukürzen, aber einen klassischer Spielleiter darf es für mich schon noch geben. :)
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 22.01.2023 | 23:21
So hat natürlich jeder seine Vorlieben. Ich persönlich habe aktuell weniger Interesse an narrativ geprägten Systemen.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Doc-Byte am 22.01.2023 | 23:48
So hat natürlich jeder seine Vorlieben.

Absolut! Ich komme ja selber aus der Shadowrun (und später auch noch DSA 4) Ecke und der Erstkontakt mit den "leichteren" Regelwerken wie Savage Worlds oder Fate war ein Kulturschock. Inzwischen schätze ich persönlich eine gewisse Mischform aus diesen beiden Welten, aber wenn man mich vor die Wahl stellen würde, würde ich ein komplexes Regelwerk wie Shadowrun (sagen wir mal 4th Ed. weil ich die sehr mochte) noch immer einem rein narrativen Regelwerk vorziehen. - Aber zum Glück gibt es ja Abstufungen dazwischen. ;D

Und auf deine Ansätze bin ich durchaus gespannt. Vielleicht entdecke ich ja noch neue Ideen. Ich neige in den letzten Jahren eh irgendwie dazu, mir Rollenspiel mehr in Hinblick auf die Spielmechaniken als den Hintergrund anzusehen...
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 23.01.2023 | 13:45
Da ich meine Studenten damit immer nerve, hier mal die Basics: Hintergrund, Spielstil, Spielziel, Zielgruppe

Der Hintergrund in einem Satz: Mad Max Western in der Dust Bowl
Spielstil: Klassische Mischung aus Herausforderungsorientiertem Spiel und Charakterkompetenzsimulation
Spielziel: Die Charaktere sind "Painkiller", die als eine Art Kopfgeldjäger in der Hell Bowl gegen "Pains" genannte Gangs, Kriminelle und andere Gefahren vorgehen.
Zielgruppe: Ich bilde mir ein, es wäre für Spieler, die kein Interesse mehr an D&D haben und etwas anderes, crunchigeres jenseits von Fantasy ausprobieren wollen. Aber mal schauen. Ansonsten ist die Zielgruppe "Ich".
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: BBB am 23.01.2023 | 22:11
Na, das beobachte ich doch gerne mal!
Vielleicht kann ich mir vom Eismann noch etwas abschauen ;)
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 24.01.2023 | 20:51
Mal was zum warm werden.

Währungen und Tauschwaren
Nach den Freiheitskriegen kursieren etwa zwei Dutzend staatliche Währungen auf dem Territorium der ehemaligen USA, da die verschiedenen Staaten und Territorien oftmals ihre eigenen Währungen herausgeben. Der Versuch der Allianz freier amerikanischer Staaten den US-Dollar als Währung beizubehalten scheiterte schnell an der schieren Geldmenge. Hinzu kommen die teils nur digital existierenden Konzern-Scripts, währungsartige Wertmarken wie die MVCC (Minoan Virtual Credit Currency), die ursprünglich nur in den Geschäften und Online Shops des jeweiligen Konzerns gegen Waren getauscht werden konnten, teils aber als Ersatzwährung Verwendung finden. Entsprechend kursieren in der Hell Bowl Deseret Schekel, texanische Silberdollar und allerlei andere Währungen, wobei viele Händler aber wenig motiviert sind sich mit eher obskureren Zahlungsmitteln herumzuschlagen. Sehr viel beliebter sind Tauschgüter wie Alkohol, der auch als Treibstoff fungiert, Munition in den üblichen Kalibern und Dosennahrung. Besonders Konserven von General Sniders gelten hier als Qualitätsgarant. Bei größeren Transaktionen wird aber auch auf Gold in Form von Nuggets, Münzen oder Barren zurückgegriffen. Ansonsten wird enzig der texanische Silberdollar, solange er als tatsächliche Münze vorliegt, gerne akzeptiert. Die Schekel der Reiter aus Deseret werden zwar bisweilen eher zähneknirschend angenommen, aber hauptsächlich um Ärger mit den Reitern zu vermeiden, die stets darauf bestehen jedwede Dienstleistung und auch das letzte Glas Wasser ordnungsgemäß zu bezahlen, egal wie sehr der Gastgeber beteuert, dass es sich um ein Geschenk handelt.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Doc-Byte am 25.01.2023 | 22:09
Willst du regelseitig konkrete Kosten für Waren und Dienstleistungen festlegen und den Charakteren ein zählbares Vemögen geben oder ein eher abstraktes System nutzen? Das bestimmt ja auch irgendwie das Spielgefühl mit. Zu deinem Ansatz, auch Tauschgeschäfte einzubeziehen, würde ja tendenziell eher ein System ohne Preisschilder auf Dollar und Cent passen. Beispielsweise ein "Attribut" Ressourcen mit dem man einfach eine Probe gegen Mindeswurf x ablegen kann, ob man das gesuchte a) überhaupt findet und b) jetzt gerade etwas - sei es Geld oder ein Tauschobjekt - zur Verfügung hat, womit man "bezahlen" kann. Das Problem daran ist natürlich etwas, dass in deinem Settingentwurf Geld vermutlich eine starke Triebfeder der SCs sein dürfte, was einem abstrakten System dann etwas zuwider läuft. :think:
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 25.01.2023 | 22:34
Ich werde recht sicher konkrete Kosten verwenden und da einfach eine Umrechnung machen. Vielleicht nehm ich da den texanischen Silberdollar als Standard. Oder Pistolenpatronen, mal schauen. Das hat in DSK auch ganz gut funktioniert.

Momentan überlege ich ein wenig über die Nachfolger der Mormonen nach. Ist ja immer etwas heikel, wenn man mit realexistierenden religiösen Gemeinschaften herumhantiert. Ich tendiere da momentan zu einer weiteren "göttlichen Offenbarung" wie Smith sie damals hatte, um die Begründung eines theokratischen Staates und Gewaltanwendung gegen Ungläubige zum Schutze des Staates zu legitimieren.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Doc-Byte am 25.01.2023 | 23:22
Ich werde recht sicher konkrete Kosten verwenden und da einfach eine Umrechnung machen.

Ist in dem Setting vermutlich tatsächlich die sinnigste Lösung, wenn ich etwas darüber nachdenke.

Zitat
Momentan überlege ich ein wenig über die Nachfolger der Mormonen nach. Ist ja immer etwas heikel, wenn man mit realexistierenden religiösen Gemeinschaften herumhantiert. Ich tendiere da momentan zu einer weiteren "göttlichen Offenbarung" wie Smith sie damals hatte, um die Begründung eines theokratischen Staates und Gewaltanwendung gegen Ungläubige zum Schutze des Staates zu legitimieren.

Ich hab bei meinem Setting auch bewusst lauter fiktive Religionen / Kulte (allerdings schon mit gewissen Referenzen) erfunden, wobei das aber auch etwas weiter in der Zukunft angesiedelt ist. Auf dieses potentielle Minenfeld wollte ich mich nicht unnötiger Weise begeben. Bei Near Future Settings ist der Spagat zwischen Verfremdung und suspension of disbelief natürlich etwas größer.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 26.01.2023 | 01:05
Um die Suspension of Disbelief mach ich mir da weniger Sorgen. Ich denke ich werde da schon ein paar interessante Weiterentwicklungen finden, die nicht völlig abwegig sind. Ich muss mich dazu nur nochmal in das Thema einlesen.
Religionsgedöns kann aber dazu führen, dass sich irgendwer auf die Füße getreten fühlt, und das kann heutzutage zu Heckmeck führen. Da greift zwar die Kunstfreiheit, aber man muss es ja nicht zwingend unnötig provozieren.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Dimmel am 26.01.2023 | 21:32
Wow, hab den Thread erst jetzt gesehen. Das hört sich eigentlich super interessant an, die Setting Idee ist cool und SR2 ist zwar schon irgendwie komisch, aber da hatte ich auch viel Spass beim spielen, ist irgendwie in guter Erinnerung.

Nur .....

Ein Versuch war einen genetisch modifizierten Pilz auszubringen, dessen Myzelgeflecht dem Boden Halt geben und Wasser speichern sollte.

Oh nein, echt jetzt ein Myzelgeflecht? Blos nicht das, das erinnert zu sehr an Star Trek Discovery und in meinem Fall ist das keine sehr gute Assoziation. Hier ein paar Alternativen:


Egal was, nur keine Myzel-Netzwerk ......
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 27.01.2023 | 18:00
Das Myzel ist erstmal nur ein Platzhalter, ich bin da auch nur halb zufrieden mit. Was mir dabei aber wichtig ist, ist, dass es sich eben über das Land erstreckt und dadurch bestimmte Wirkungen entfalten kann. Ich tendiere momentan zu einer mutierten Form von Pando (https://de.wikipedia.org/wiki/Pando_(Baum)), die hauptsächlich aus einem weiten Wurzelgeflecht besteht. Utah ist fast um die Ecke, da passt das ganz gut, und es ist halt kein Pilz (war mir wiederum zu sehr Resident Evil gewesen wäre, Discovery hab ich nicht gesehen, zu schlechte Rezis), könnte sich aber so auch über tausende Quadratkilometer erstrecken.

Ansonsten überlege ich momentan über das Thema KI herum, weiß aber noch nicht, ob ich es mit drin haben will. Es spukt mir das Konzept eines flüchtigen Sexroboterbastlers herum, der wegen seiner Blasphemie von den Reitern von Deseret (als reaktionäre, aggressive Spinner) gejagt wird. Vielleicht hat er sich aus zusammengeschalteten Neurotronics eine KI-betriebene Furryfreundin gebaut. Quasi ein Amalgan aus dem AI- und dem Furrythread ;)
Aber das ist noch nur Spinnerei.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Doc-Byte am 27.01.2023 | 21:33
Religionsgedöns kann aber dazu führen, dass sich irgendwer auf die Füße getreten fühlt, und das kann heutzutage zu Heckmeck führen. Da greift zwar die Kunstfreiheit, aber man muss es ja nicht zwingend unnötig provozieren.

Vielleicht kann man auch irgendeinen antiken Kult reaktivieren. Aton oder Mithras vielleicht? :think:

Das Myzel ist erstmal nur ein Platzhalter, ich bin da auch nur halb zufrieden mit. Was mir dabei aber wichtig ist, ist, dass es sich eben über das Land erstreckt und dadurch bestimmte Wirkungen entfalten kann.

Hm, da könnte man ja theoretisch schon einen technologischen Ansatz (mit) einbringen. Vielleicht hat man im Kampf gegen die Dürre darauf gesetzt, Wolken mit Nanobots zu impfen. Da hat zwar nicht funktioniert, aber die Bots haben sich am Boden mit Pflanze, Mikrobe etc. x zu einer symbiontischen Lebensform vereinigt, wobei die biologische Komponente die Vernetzung über die gesammte Bowl beisteuert und die Nanos eine technologische Schnittstelle bilden, über die man extern auf das Gebilde zugreifen kann bzw. die dann wiederum selber Technologie beeinflussen kann. - So als Ausgangsidee zur Weiterausarbeitung.

Zitat
Ansonsten überlege ich momentan über das Thema KI herum, weiß aber noch nicht, ob ich es mit drin haben will. Es spukt mir das Konzept eines flüchtigen Sexroboterbastlers herum, der wegen seiner Blasphemie von den Reitern von Deseret (als reaktionäre, aggressive Spinner) gejagt wird. Vielleicht hat er sich aus zusammengeschalteten Neurotronics eine KI-betriebene Furryfreundin gebaut. Quasi ein Amalgan aus dem AI- und dem Furrythread ;)
Aber das ist noch nur Spinnerei.

Dr. Soong? ;D Aber hinter so einem Duo wären sicher auch noch ganz andere Leute aus den verschiedensten Gründen hinterher. Klingt grundsätzlich spannend. :d


PS: Spontaner Gedanken, was, wenn auf dem Baum-Nano-Netzwerk eine KI läuft? (Die muss ja nicht zwingend über ein Selbstbewusstsein verfügen, um den Twist zu bilden.)
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: schneeland am 27.01.2023 | 23:43
Das Myzel ist erstmal nur ein Platzhalter, ich bin da auch nur halb zufrieden mit. Was mir dabei aber wichtig ist, ist, dass es sich eben über das Land erstreckt und dadurch bestimmte Wirkungen entfalten kann. Ich tendiere momentan zu einer mutierten Form von Pando (https://de.wikipedia.org/wiki/Pando_(Baum)), die hauptsächlich aus einem weiten Wurzelgeflecht besteht. Utah ist fast um die Ecke, da passt das ganz gut, und es ist halt kein Pilz (war mir wiederum zu sehr Resident Evil gewesen wäre, Discovery hab ich nicht gesehen, zu schlechte Rezis), könnte sich aber so auch über tausende Quadratkilometer erstrecken.

Finde ich als Idee schon deutlich besser - wie Dimmel habe ich einfach keine guten Assoziationen mit Pilzgeflechten  ;D
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 27.01.2023 | 23:49
Der Knackpunkt ist natürlich: Je mehr SciFi-Technobabble man einfügt, also KIs, Nanotech, kalte Fusion etc., desto mehr droht es zur SciFi-Kitchen Sink zu werden. Daher versuche ich das momentan nicht zu sehr wegwuchern zu lassen. Entsprechend amüsiert mich der Sexbot-KI-Gedanke zwar, aber vielleicht findet sich da noch eine andere Lösung.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 31.01.2023 | 12:51
Ich hab mal den Fluff für ein paar Beispielcharaktere grob runtergeschrieben, um mal ein Gefühl dafür zu kriegen, was und wie man Painkiller so spielt.

Doc
Ärzte sind rar gesät in der Bowl, daher gibt es für dich genug zu tun. Ob eine Kuh kalbt oder ein Kind zahnt, ob ein Blinddarm entfernt oder eine Schusswunde versorgt werden muss, man kommt zu dir. Die Farmer und Schrauber besitzen zwar wenig, aber ihr Dank und Respekt ist dein stetiger Begleiter. Doch die armen Seelen, die einen Überfall der Pains überlebt haben, das ist eine andere Geschichte. Oft genug sind sie so schlimm zugerichtet, dass sie die beneiden, die schnell gestorben sind, und ihre Seele kann kein Priester der Welt mehr heilen. Mehr als einer ist auf deinem Tisch unter Qualen verendet, die du deinem ärgsten Feind nicht wünschen würdest. Daher hast du dich dazu entschlossen das Schild auf „closed“ zu drehen und dich denen anzuschließen, die sich der Landplage der Pains entgegenstellen, entweder um dich um ihre Verwundungen zu kümmern oder um selbst die Waffe in die Hand zu nehmen. Denn ist Prävention nicht immer besser als Behandlung? 

Ex-Pain
Du hast auf der anderen Seite mitgespielt, und das war ein Fehler. Eine Weile ging es gut, und das Plündern, Morden und Rauben ging dir gut von der Hand. Aber vielleicht ist deine Gang zerschlagen worden oder du hast dich schlicht sehr, sehr unbeliebt gemacht. Nun bist du ohne deine Ersatzfamilie in der weiten Leere der Hell Bowl unterwegs, und sollte irgendjemand hinter dein kleines, schmutziges Geheimnis kommen, wirst du am nächsten Laternenpfahl baumeln. Denn mit Pains wird kurzer Prozess gemacht. Was liegt also näher als dich ein paar anderen, hartgesottenen Typen anzuschließen, den Painkillern. Und da du dich mit den Pains gut auskennst, kannst du ihnen sicher ausgesprochen nützlich sein. Die Bowl ist dein Zuhause, du bist hart im Nehmen und weißt, wo sich die Pains herumtreiben und wie sie vorgehen. Sei nur vorsichtig, dass du nicht zu nützlich bist. Denn auch Painkiller sind nicht auf den Kopf gefallen, und sie tragen ihren Namen zurecht.

Konvoifahrer 
Schon in jungen Jahren war dir klar: Die stinkenden Slums bleiben nicht dein Zuhause. Du wolltest raus, Abenteuer erleben und riskante Jobs annehmen. Die, die so richtig Kohle einbringen. Vom Konvoihelfer über Bordschütze zum Kapitän eines Road Trains hast du es gebracht, ein Veteran auf den staubigen Pisten, der schon mehr Geld versoffen, verzockt und verhurt hat als so mancher Straßenhändler oder Lohnsklave in seinem ganzen Leben sehen wird. Denn wer jeden Tag sein Leben riskiert, sollte auch jeden Tag genießen können. Aber nichts wärt ewig. Vielleicht hast du zu oft zur Flasche gegriffen, hast gegenüber der falschen Nutte die nächste Route herausgeplappert oder warst schlicht der Sündenbock, als dein Chef Gelder für Wartung und Reparaturen unterschlagen hat. Und nun stehst du hier draußen in der Bowl, gewöhnt an Staub, Gefahr und gute Bezahlung. Was läge da näher als dich einer Gruppe Painkiller anzuschließen?
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Doc-Byte am 1.02.2023 | 19:54
Nice. :d Darf ich auch einen Charakter vorschlagen? :)

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 2.02.2023 | 14:43
Mja, Drohnen, Roboter usw. sind auch noch so ein Thema. Da muss ich mal in Ruhe drüber nachdenken, wie ich das handhaben möchte. Momentan tendiere ich eh dazu zeitlich etwas näher an heute ranzurücken, damit ich mich nicht mit zu viel SciFi-Gedöns rumschlagen muss.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Doc-Byte am 2.02.2023 | 16:57
Naja, so viel SciFi ist das ja gar nicht. DJI verkauft inzwischen FPV Drohnen für jederman, das Militär setzt diverse Drohnen ein und der neue Rheinmetall Panther ist technisch schon darauf vorbereitet, später mal der erste komplett ferngesteuerte Panzer der Welt zu werden. Gleichzeit sehen wir grade eine rassante Entwicklung bei den "KIs". Ich denke, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis jemand diese Technologien verknüpfen wird und das eher in wenigen Jahren und nicht erst Jahrzehnten.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 2.02.2023 | 17:15
Das ist mir durchaus bewusst. Die Frage ist halt, wieviel davon will man im Spiel haben. Dass Konvois Aufklärungsdrohnen mit unterwegs haben, davon gehe ich mal aus. In so einem Terrain wie der Bowl hat man damit, zumindest wenn gerade kein Sturm anrollt, eine super Übersicht.
Drohnenpiloten als SCs produzieren aber spielerisch eine Reihe von Problemen, die nur schwierig zu lösen sind. Daher muss ich da nochmal drüber nachdenken, wie ich damit umgehe, genauso wie weiterführende SciFi-Elemente.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Doc-Byte am 2.02.2023 | 18:00
Ohne Satellitennetzwerke könnte die Reichweite ggf. recht beschränkt sein, nur so als Gedanke. :think:
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 2.02.2023 | 18:12
Davon gehe ich aus, ja.
Eines der typischen Probleme bei "Drohnenjockeys" ist zum Beispiel, dass sie teils nicht mit den restlichen Charakteren unterwegs sind, sondern Einzelbehandlung benötigen. Außerdem sind Schäden an Drohnen nicht "heilbar", was Schadens- und Ressourcenmanagement unfair erscheinen lassen kann. Ein angeschossener Charakter kann geheilt werden. Eine abgeschossene Drohne (und damit de facto fliegendes Bargeld) ist hingegen entweder ernsthaft beschädigt oder schlicht weg. Das hat bei Shadowrun schon zu ziemlichen Unwuchten geführt, bis hin zum Rigger, der in seinem Panzer hockt, während die anderen Charaktere mit Drohnenbegleitung irgendwas machen. Und wenn dann seine X-tausend Nuyendrohne was abkriegt, ist Holland in Not.
Ich tendiere für Charaktere momentan zu relativ einfachen, dafür aber auch billigen Drohnen mit relativ geringer Reichweite, die durch entsprechende Störsender auch leicht mal aus dem Takt gebracht werden können. Ausrangierte und umgebastelte Amazon-Lieferdrohnen etc.
Militärs und Konzerne mögen deutlich ausgefeiltere Systeme haben, aber die tauchen in der Bowl eher selten auf. Und wenn, hat man meist ganz andere Probleme.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: schneeland am 2.02.2023 | 18:31
Eher rustikale Technologie scheint mir auch ganz gut zum Setting zu passen (den spielerischen Teil sehe ich ähnlich - für shadowrunartige Sachen lief es ja, je nach SL, auch schon darauf raus, um die Sache praktikabel zu halten).
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 4.02.2023 | 01:39
Da das ja ein wichtiges Thema ist, hab ich mich mal zum Thema Telekommunikation ausgelassen.

Kommunikation
Während konkurrierende Techunternehmen über Jahrzehnte hinweg die wichtigsten Orbits mit immer mehr Minisatelliten zugepflasterten, wurden die unterschiedlichsten Konflikte auch im Weltraum ausgetragen und Kommunikations- und Spionagesatelliten mit Abfangraketen und Jagdsatelliten zerstört. 100 Jahre nach der ersten Mondlandung ist das All rund um den blauen Planeten so voll von Raketenstufen, Satellitenteilen und anderem Weltraumschrott, dass kaum ein hoch geschossener Satellit länger als einige Wochen unbeschadet seine Bahnen ziehen kann. Jeder Versuch dieses Problem international anzugehen, ging im beständigen Gezänk der Nationalstaaten und Konzerne unter. Entsprechend ist man wieder auf terrestrische Sender angewiesen, was in der Hell Bowl gleich mehrere Probleme aufwirft. Erstens kann man nicht einfach ein paar Sendemasten aufstellen, da die Pains und so ziemlich jeder Schrauber, der etwas auf sich hält, unbewachte Masten innerhalb von Stunden in seine Bestandteile zerlegen und abtransportieren würde. Zweiten stellen die Staubstürme ein kaum zu kalkulierendes Risiko für technische Geräte dar. Da wäre der feine Staub, der in fast jedes Gehäuse eindringt, Kühlgitter verstopft und innerhalb kürzester Zeit alle beweglichen Teile lahmlegt. Und dazu kommen die elektrostatischen Aufladungen, die stete Begleiter der Sandstürme sind und Elektronik überladen und zu Kurzschlüssen führen. Daher haben Kommunikationskonzerne wie Minoan Digital oder Virtual Infinity Inc. über die Hell Bowl befestigte und bewachte Sendetürme verteilt, die die Datenströme geschützt vor gierigen Fingern von Metropole zu Metropole weiterleiten. Kommt ein Sturm auf, werden die Sendeantennen eingefahren und versiegelt. 

Da die Bowl dünn besiedelt ist und die Einwohner als finanzschwach und suspekt gelten, akzeptieren die Türme nur Signale von den wenigen registrierten Nutzern innerhalb der Bowl. Hierzu gehören die meisten Konvoi-Captains und einige wohlhabendere Einwohner. Die meisten anderen müssen auf archaischere Technologien zurückgreifen. Radio und Lokalfernsehen feiern so genauso eine Renaissance wie CB-Funk, mit dem Siedlungen, Konvois und die Pains die Verbindung untereinander aufrechterhalten. Manche technikaffineren Gemeinden betreiben auch kleine, lokale Netzwerke, die aber meist über keine Verbindung zu den Sendetürmen verfügen.  Wenn die Stürme über das Land ziehen, versagen aber selbst die rustikalen CB-Funkgeräte ihren Dienst.

 
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 5.02.2023 | 14:45
Ich schaue gerade CB-Funkreichweiten nach. Das geht wohl in guten Umständen bis zu 200km weit. Da es keine Berge gibt, gibt es zwar keine Funkschatten, dafür aber auch keine erhöhten Punkte, von denen man aus senden kann, daher vermute ich mal, dass die Reichweiten unter diesen 200km liegen. Trotzdem können lokale Sender mit ausreichend Leistung und langen Antennen gut zur Orientierung genutzt werden, was in konturarmen Regionen sicher hilfreich ist. Außer natürlich im Staubsturm. Mobile Geräte haben hingegen eine deutlich geringere Reichweite. Kann auch interessant sein, wenn man zwar empfangen, aber in Notsituationen nicht senden kann.

Beim Thema Religion werde ich wohl christliches Sektierertum nach vorne stellen. Passt zur Region und der Situation. Und man kann fahrende Priester einbauen.

Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 7.02.2023 | 03:36
Ich werde wohl früher oder später nicht umhin kommen mal vor Ort zu recherchieren. Ich habe mich schon ein paar Mal dabei erwischt die Leute als totale Hillbillys zu sehen.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 9.02.2023 | 01:58
Ich bin zur Zeit noch bei den eher langweiligen Elementen des Weltenbaus wie Bildung oder Religion, um die Hell Bowl plausibel aufzuziehen. Aber immerhin habe ich mittlerweile eine gute Erklärung, warum es Konvois gibt statt Luftfracht.


 

Die Konvois

Die Zerstörung von Dallas nahmen viele Staaten zum Anlass strenge Gesetze zur Regelung von Überflugrechten zu erlassen. Teils aus einem echten Sicherheitsbedürfnis heraus, teils um die jeweils eigenen Fluggesellschaften gegenüber ihren Konkurrenten aus anderen Staaten zu bevorteilen, wurden die Ein- und Überflugrechte vieler Staaten kontingentiert und mit teuren Lizenzen versehen, die den Flugverkehr massiv einschränken und bis heute ausgesprochen kostspielig machen. Einige Staaten wie Deseret verbieten sogar komplett den Überflug über ihr Territorium und drohen notfalls mit dem Einsatz von Waffengewalt, um dieses Verbot durchzusetzen. Entsprechend wichtiger ist der Transport über den Landweg geworden. Da die Schienennetze schon vor dem Zusammenbruch der USA in einem schlechten Zustand waren und in der Hell Bowl durch Wanderdünen und Anschläge der Pains das Risiko für den Bahnverkehr zu groß ist, greift man stattdessen zu bewaffneten Konvois aus teilweise geländegängigen Trucks zurück, um Waren und Passagiere von einer Metropole zur anderen zu transportieren. Diese überdimensionierten Zugmaschinen sind meist mit Aufliegern und zusätzlichen Anhängern ausgestattet. Ihre Besatzung von 8-12 Mann muss in der Lage sein im Notfall im Schichtbetrieb rund um die Uhr weiterzufahren, um nicht in die Verlegenheit zu kommen in gefährlichen Regionen campieren zu müssen. Zudem sind die Fahrzeuge zu ihrem Schutz meist gepanzert und bewaffnet. Aufgrund der schlechten Straßenverhältnisse, eingestürzten Brücken und anderen Hindernissen kommen die Konvois trotz leistungsfähiger Maschinen meist nur mit 30-50 km/h voran. Konvois bestehen aus 5 bis 20 Transportern und bisweilen einigen Begleitfahrzeugen, die zur Aufklärung vorausfahren oder liegengebliebene Road Trains bei Reparaturen unterstützen können. Außerdem schließen sich oft Reisende und Händler auf eigene Faust den Konvois an, entweder um die Hell Bowl zu durchqueren oder Siedlungen auf der Strecke anzusteuern. Nur selten machen sich kleinere Konvois oder sogar einzelne Transporter auf den Weg, und wenn, dann nur um für einen gigantischen Bonus wirklich wichtige und eiligen Waren zu transportieren. 
Die Regeln für den Betrieb eines Konvois werden vom Konvoi-Captain festgelegt, der auch die Navigation und die Planung des Konvois übernimmt. Diese Regeln umfassen die nötige Mindestgeschwindigkeit der beteiligten Road Trains, die Kontrolle des Frachtverzeichnisses und die Prüfung der Fahrzeuge und der Besatzungen vor der Abfahrt. Hinzu kommen Regeln ob und wenn wie lange der Konvoi stoppt, sollte ein Fahrzeug in Probleme geraten. Besonders strikte Captains halten sich an die Regel, dass der Verlust eines Fahrzeuges die Sicherheit aller anderen mehr als aufwiegt. So hat die Besatzung eines Transporters im Falle einer ernsten Panne gerade genug Zeit, um auf einen anderen Transporter zu wechseln, bevor die liegengebliebene Zugmaschine inklusive Ladung in Brand gesteckt oder gesprengt wird. Dies soll Pains und anderes Gesindel davon abhalten Transporter zu sabotieren in der Hoffnung zurückgelassene Fracht plündern zu können.
Die Navigation innerhalb der Bowl ist nicht ganz einfach, da weder Satellitennavigation noch eine vertrauenswürdige Beschilderung existiert. Die Navigationssysteme der Trucks können zwar durch Trägheitsmesser und Anpeilung der Funksignale der verschiedenen Siedlungen leidlich genau arbeiten, aber spätestens wenn ein Sandsturm aufzieht, ist es damit schnell vorbei. Natürlich wird jeder Konvoifahrer versuchen einen Sturm zu umgehen oder an einem sicheren Ort auszusitzen, aber die Wettervorhersagen sind oft ungenau und die Stürme können sich innerhalb weniger Stunden zusammenbrauen. So stellt sich dann die Frage, ob man mitten auf freier Fläche warten oder nur mit eingeschränkten Hilfssensoren durch den Sturm navigieren will. Mehr als ein Transporter ist so schon von teils Tage andauernden Stürmen überrollt worden und wurde danach halb unter Dünen begraben aufgefunden, ohne eine Spur von der Besatzung.   

 
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 13.02.2023 | 06:05
Ich hab mittlerweile die Hell Bowl grob abgesteckt, mit den Eckpunkten Salina (Kansas), Denver, Dallas, Las Cruces (New Mexico), insgesamt etwas mehr als 700x700 Kilometer. Aber Zahlen sagen halt wenig aus, und ich bin etwas hin und her gerissen, ob das für ein Setting mit LKW-Konvois und Spinnern in Muscle Cars nicht zu klein ist. Andererseits sind 700km die Strecke von Hamburg bis München, und die Straßenverhältnisse sind in der Hell Bowl freundlich umschrieben beschissen zu nennen.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Bombshell am 13.02.2023 | 06:28
Warum fährt man um so einen "kleinen" aber gefährlichen Bereich nicht "einfach" drum herum?
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 13.02.2023 | 06:43
Das ist tatsächlich eine Frage, die ich mir da auch stelle. Momentan tendiere ich dazu das politisch dichtzumachen. Im Süden liegt der Rest von Texas, im Norden Nebraska. Es müsste also gute Gründe geben, warum Transporte zwischen Ost- und Westküste (bis mittlerem Westen) da nicht ohne weiteres durchkommen. Da die verschiedenen Staaten untereinander alle irgendwelches Gezänke laufen haben, muss ich da mal überlegen, wie ichs am schlausten mache. Ich tendiere da momentan zu so vor sich hin gärenden Konflikten, die zwar nicht zum offenen Krieg führen, aber ein guter Grund sind sich aus den jeweiligen Territorien fernzuhalten.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 13.02.2023 | 13:23
Vielleicht fange ich die ganze Sache auch zu klein an. Ich lese mich gerade ein wenig in die Wetterveränderungen oder letzten Jahrzehnte und die Prognosen ein, speziell was den Südwesten der USA angeht, und da geht ja schon eine Weile lang einiges bergab. Nun bin ich natürlich weder Geograph noch Klimatologe, von daher tue ich mir da noch etwas schwer eine Entscheidung zu treffen, wie groß ich das Areal wirklich ziehen will. Dazu kommt die Herausforderung, dass ich damit auch mehr Städte und Regionen habe, die ich irgendwie in der Beschreibung unter einen Hut kriegen muss.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 13.02.2023 | 21:07
Ganz dem Prinzip folgend, dass es nicht um die Frage geht, warum etwas nicht möglich ist, sondern wie man etwas möglich machen kann, sieht die Lösung wie folgt aus: Die Bowl reicht bis South Dakota, da die Dürre auch die Rockys mit einschließt. North Dakota und Montana sind nominell Protektorate Kanadas, was von der dortigen Bevölkerung aber mehrheitlich abgelehnt wird. Aufgrund des daraus resultierenden Bürgerkriegs in North Dakota und Montana hat Kanada deren Grenzen geschlossen, damit die Aufständischen keine Unterstützung erhalten können.
Im Süden liefern sich Mexiko und Texas in New Mexico einen Stellvertreterkrieg, und die beiden Panamakanäle stehen mittlerweile unter südchinesischer Verwaltung. Leider ist Südchina auf den Bund von Californien nicht gut zu sprechen aufgrund deren Einmischung in den dritten südchinesisch-vietnamesiscxhen Krieg. Daher bleibt den Kaliforniern nur der Weg durch die Bowl, um mit der Ostküste und den großen Seen Handel treiben zu können.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: schneeland am 13.02.2023 | 22:33
Klingt doch recht brauchbar, finde ich. Es muss ja nur hinreichend plausibel sein, dass man halt durch dieses große Höllenloch durch muss statt einfach drumherum zu fahren oder drüber hinweg zu fliegen.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Quaint am 14.02.2023 | 00:03
Ja, schön konstruiert. Und durch den Transitverkehr haben die Pains auch etwas von dem sie sich quasi parasitär nähren können.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 14.02.2023 | 16:27
Andere Bausstelle: Es ist ja nun ein amerikanisches Setting, aber für eine deutschsprachige Zielgruppe. Daher bin ich hin und her gerissen, ob ich imperiale oder metrische Maßeinheiten verwenden sollte. Rein vom Gefühl her würde ich alles metrisch halten außer Meilen, einfach weils gut klingt. Aber ich weiß so recht nicht, ob das so zielführend ist.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 15.02.2023 | 02:55
So, Zeit für eine erste Seitenplanung. Ich geh aktuell zwar nicht davon aus, dass das hier jemals gedruckt wird, aber das ist ja kein Grund nicht zumindest ordentlich zu arbeiten.

Gehen wir mal von einem DIN A4 Hardcover aus, schließlich soll es hübsch aussehen und man will ja was in der Hand haben.
Mit einem halbwegs gefälligen Layout und einer Schrift in gut lesbarer Größe lässt sich gut mit 3500 Zeichen pro Seite planen.
Was brauchen wir also an Texten bzw. mit wieviel Volumen möchte ich die ganze Sache umsetzen:

Impressum, Inhaltsverzeichnis, Vorwort 3 Seiten

Hintergrundteil
Allgemeiner Hintergrund 20 Seiten

Die Regionen
Der Süden 3 Seiten
Das Zentrum 3 Seiten
Der Norden 3 Seiten

Ortschaften
Amarillo 15 Seiten
Fort Boise 6 Seiten
Roswell Aircraft Boneyard 6 Seiten
Armageddon 6 Seiten
Douglas, Wyoming als Rancher-Setting 6 Seiten
Ruinen von Dallas 6 Seiten
Wildcard I 6 Seiten
Wildcard II 6 Seiten
(Die Locations werden jeweils unter der passenden Region sortiert. Aber da ich noch nicht weiß, wie genau ich die Regionen aufteile, hab ichs erstmal so sortiert)

Regelteil (insgesamt ca. 100 Seiten, wird ein Verschiebepuzzle)
Grundregeln
Charaktergenerierung
Beispielcharaktere
Kniffe und Macken
Skills
Kampf
Fahrzeugregeln
Übernatürliches
Kreaturen
Ausrüstung und Fahrzeuge
SL-Tipps
Tabellen
Index 

Insgesamt also 192-200 Seiten. Aber wie so oft bei sowas, alles Pi*Daumen.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 18.02.2023 | 16:21
Momentan denke ich über zwei recht unterschiedliche Bereiche nach:
1. Durch die Erweiterung der Hell Bowl auf South Dakota kommen natürlich neue, interessante Gebiete mit rein. Da wären die Black Hills, die Bad Lands und Reservate wie Pine Ridge Reservation und Rosebud Indian Reservation. Ich hatte ursprünglich das Themenfeld umgehen wollen, aber andererseits ergeben sich hieraus natürlich auch interessante Fragen: Wenn die staatlichen Strukturen der USA sich auflösen, wie werden die Bewohner der Reservate damit umgehen? Bleiben relativ gesehen mehr der Oglala-Lakota vor Ort als Non-Natives? Es scheint einen offenen Konflikt um die Black Hills zu geben, die die Lakota zurückhaben wollen. Soweit ich das verstanden habe, wollte die US-Regierung eine ordentliche Summe als Entschädigung springen lassen, aber die Stammesführung war dagegen und hat den Anspruch auf die Black Hills aufrecht erhalten. Möglicherweise werden sie im Zuge der Desorganisation versuchen sich die Black Hills zumindest zum Teil zurückzuholen. Vielleicht in direktem Konflikt mit Holzfällerunternehmen, die die Situation zu ihren Gunsten ausnutzen wollen, um die verbliebenen Wälder der Black Hills ohne staatliche Eingriffe abzuholzen. Ich möchte vermeiden das Klischeebild es naturverbundenen, edlen Wilden auszubreiten, der gegen den umweltzerstörenden weißen Mann antritt. Daher werde ich mich da wohl erstmal tiefergehend schlau machen müssen.

2. Ich kaue ein wenig auf der Idee herum, dass einige der südlich gelegenen Staaten versuchen werden durch die Hintertüre die Sklaverei wieder einzuführen, indem sie Arbeitslager für Kriminelle weiter kommerzialisieren (was ja heutzutage schon teils der Fall ist), Firmen Gefangene "frei kaufen" können und (teils damit verbunden) die Schuldknechtschaft einführen. Wer seine Schulden nicht bezahlen kann (ob durch normale Verschuldung oder weil man Haft/Geldstrafen nicht bezahlen kann) und nach Zwangsverkauf des Eigentums immer noch Schulden hat, ist gezwungen sie für seinen Schuldner abzuarbeiten. Solche Schuldenpakete werden teils gezielt von Firmen aufgekauft, die spezielle Arbeitskräfte suchen. Der Schuldner verliert während der Zeit des Abarbeitens Teile seiner Bürgerrechte wie Wahlrecht oder Bewegungsfreiheit an seinen Schuldner. Oft verstetigt sich dieses Verhältnis, da die Bezahlung nach Abzug der Schuldentilgung meist so gering ist, dass der Schuldner wiederum Schulden machen muss, um über die Runden zu kommen. Ein wenig wie früher in Corporate Towns, nur mit noch unfreiwilligerem Weg rein und noch größeren Hürden, um wieder rauszukommen. Flucht und Verschwinden in der Hell Bowl kann da durchaus ein (wenn auch unerfreulicher) Weg raus sein, und es gibt sicher Kopfgeldjäger, die "hochwertigere" Mitarbeiter wieder einfangen.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: schneeland am 18.02.2023 | 17:13
Sind beides zwar realweltlich etwas trickreiche Themen, aber wenn Du das nicht allzu plump einbaust, würde ich das als Gewinn sehen. Die Schuldknechtschaft/Firmenleibeigenschaft wird ja nicht nur Schwarze betreffen. Und bei dem Gebietsthema wird es ja jetzt vielleicht auch so sein, dass einerseits der Anspruch zwar legitim ist, aber deshalb der Stamm, der die Ansprüche durchsetzt, nicht unbedingt nur aus Menschenfreunden besteht. Ein bisschen tiefere Recherche schadet da aber sicher nicht.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 18.02.2023 | 17:24
Ich hatte zugegebenermaßen auch gar nicht daran gedacht, dass sich das Sklavereithema primär auf Schwarze bezieht, wobei da sicher auch ein solides Maß an Rassismus gegen Schwarze, Latinos etc. mit reinspielen wird. Aber wenn man einen guten Programmierer/Biologen/was-auch-immer braucht und man die passende Person in die Verschuldung treiben kann, um sie dann auszubeuten, dann dürfte die Hautfarbe am Ende relativ egal sein. Profit kennt am Ende keine Hautfarbe.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: schneeland am 18.02.2023 | 17:28
Profit kennt am Ende keine Hautfarbe.

Sehe ich auch so und finde das für ein cyberpunkiges Setting auch völlig ok/inhaltlich passend. Aber zumindest auf den ersten Blick ist das m.E. nah genug dran, dass man sich selber einen Gefallen tut, wenn man vorher schon mal 'nen Moment drüber nachgedacht hat, wie man sich dazu verhalten möchte.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Doc-Byte am 18.02.2023 | 21:42
Wer seine Schulden nicht bezahlen kann (ob durch normale Verschuldung oder weil man Haft/Geldstrafen nicht bezahlen kann) und nach Zwangsverkauf des Eigentums immer noch Schulden hat, ist gezwungen sie für seinen Schuldner abzuarbeiten.

Gab es dieses Konzept nicht auch bei Ready Player One? :think: Was es natürlich dadurch keineswegs uninteressant für Painkiller machte.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 18.02.2023 | 21:47
Hab ich nicht gelesen. Aber ist ja auch ein Klassiker seit Jahrhunderten. Texas wird das mit dem "productive debtor act" einführen und gleichzeitig viele Haftstrafen in zum Teil horrende Geldstrafen umwandeln. Natürlich sind Vergehen, die eher von Weißen oder konservativen Latinos begangen werden, deutlich "günstiger" als die, die bei Schwarzen und "verdammten Hippies" üblich sind. Quasi wie bei der massiven Kriminalisierung bestimmter Drogen in den 60ern und 70ern. Hat dazu den praktischen Nebeneffekt, dass viele Verbrechen für Wohlhabende "legal for a price" werden, was der eigenen Parteibasis natürlich entgegenkommt.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 19.02.2023 | 11:22
Vielleicht pack ich noch einen "traditional value act" dazu. Hübsche, oft irreführende Namen für Gesetzespaketänderungen (siehe "patriot act") scheinen in den USA ja durchaus beliebt zu sein. Bringt die "Förderung traditioneller Familienwerte in Bildung und Medien" mit sich, häusliche Gewalt durch den Hausvorstand als Ordnungswidrigkeit und natürlich ein Blasphemieverbot.
Ich orientiere mich da halbwegs an dem Treiben der russischen Regierung in den letzten Jahren. Zwar frage ich mich, ob das nicht etwas sehr mit dem groben Pinsel ist. Andererseits glaube ich, dass das bei so einem Setting durchaus funktionieren kann.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 20.02.2023 | 22:10
Das Bild wird nach ein wenig Nachdenkzeit langsam klarer. Von den USA sind grob gesagt zwei Blöcke übrig geblieben. Die United American States, bestehend aus den großen Zentren an der Ost- und Westküste + ein bisschen drumherum, und die Free States of America, quasi der ganze Rest aus dem Zentrum und dem Süden. Dazu kommen einzelne Staaten oder Regionen wie beispielsweise Deseret (ehemals Utah), die sich entweder selbstständig gemacht haben, von Kräften außerhalb vereinnahmt wurden oder umstritten sind.
Die FSA sind der feuchte Traum christlicher Fundamentalisten amerikanischer Lesart, mit Family Values, Unterdrückung Andersdenkender etc.
Die UAS ist quasi das Gegenstück, sehr individualistisch (bis hin zur Gleichschaltung, weil viele dem jeweiligen neuen Individualisierungstrend hinterherrennen), aggressiv avantgardistisch etc.
De facto sind beide das aber nur für die Masse der einfachen Leute, die diese Ausrichtungen medial eingehämmert kriegen. Beide Blöcke werden von Oligarchen dominiert, die stets ein Auge dafür haben, dass a) die Menschen ein Feindbild haben und b) sie selbst dabei zu ihrem Profit kommen. Entsprechend gelten Teilhabe der Gesellschaft an der Produktivität, Bildung jenseits der kommerziellen Nutzbarkeit, Umweltschutz und staatliche Eingriffe zu Ungunsten der Oligarchen als absolutes No-Go. Stattdessen setzt man medial den Fokus immer wieder auf eigentlich irrelevante Aufregerthemen, die dann medienwirksam angegangen und bekämpft werden.
Die Bowl ist daher nicht nur eine rechtlose Gefahrenzone, sie kann zusätzlich auch als Rückzugsort für Leute dienen, die in beiden Systemen negativ auffallen. Gerade Orte wie Amarillo, das von einem Bündnis aus Pains beherrscht wird, sind dadurch nicht einfach nur Klischee-Brutalo-Ansiedlungen, sondern hier kann man auch flüchtige Kriminelle, Whistleblower, Ketzer, Systemsprenger und andere Störenfriede antreffen. Was wiederum Kopfgeldjäger, Inquisitoren, Texas Ranger etc. anzieht.
Das ist zwar arg karikaturesk politisch, was sicher manche Leute verärgern kann. Aber andererseits, es ist Dark Future.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 22.02.2023 | 19:46
Eine Grundfrage beim Weltenbau ist auch: Was machen die Leute da eigentlich alle? Wovon leben sie?
Von daher, was wird eigentlich in der Hell Bowl produziert bzw. was produziert Umsatz?
Rinderzucht: Viehzucht ist immer noch ein Thema, auch wenn die Menge deutlich geringer ist als heute, einerseits aufgrund des Wasser- und Vegetationsmangels, andererseits aufgrund teurer Futtermittel.  Auch andere Nahrungsmittel sind im Preis deutlich gestiegen, und so ist ein schönes, blutiges Steak oder ein echter Cheeseburger ein Luxusprodukt. Daher lohnt sich die Rinderzucht in vielen Regionen der Bowl immer noch, auch wenn die Tiere viel mehr Fläche brauchen als heutzutage. Entsprechend ist Rinderdiebstahl und Handel mit gestohlenen Tieren ein großes Thema. In manchen Regionen werden mittlerweile auch vermehrt Ziegen gehalten, weil sie deutlich genügsamer sind.
Agrikultur: In großen Treibhäusern werden Obst und Gemüse angebaut, speziell im Nordwesten am Rand der Rockys, wo die Wasserversorgung etwas besser klappt. Ansonsten muss versalzenes Grundwasser hochgepumpt und entsalzen werden, weshalb viele Farmen größere Solaranlagen haben. Entsprechend groß ist der Betriebsaufwand, und wenn ein Staubsturm naht, müssen Treibhäuser und Solaranlagen abgedeckt werden, um Schäden zu vermeiden.
Gas und Öl: Die meisten Vorkommen sind zwar erschöpft, aber in einigen Regionen werden noch Reste gefördert und zu Treibstoff verarbeitet oder zum Betrieb von Entsalzungsanlagen verwendet.
Müllentsorgung: Zeitweise wurde CO2 in die erschöpften Gaslager gepumpt, aber das wird mittlerweile nicht mehr finanziert. Dafür kann man in der Hell Bowl sehr gut Müll loswerden, da mangels staatlicher Strukturen niemand großartig was dagegen unternehmen kann. Zumindest in den Regionen, wo Farmer und Rancher sich nicht durchsetzen können.
Schrott: Die Bevölkerungszahl der Bowl ist in den letzten Jahrzehnten deutlich gesunken. Entsprechend viele leerstehenden Häuser, Industriegebäude etc. gibt es. Kupfer, Messing und andere Metalle aus Kabeln, Leitungen und Elektronikschrott sind so immer noch leicht aufzutreiben und bringen durchaus ein paar Silberdollar ein.
Konvois: Die Konvois benötigen Reparaturen, Schutz und Versorgung. Außerdem wird teils an Infrastruktur wie Brücken Maut fällig. Andererseits werden sie manchmal auch überfallen und geplündert, was wiederum jede Menge Hehlerware bedeutet.
Illegales aller Art: Was weder in den UAS noch in den FSA erlaubt ist, findet irgendwo in der Bowl ein Plätzchen. Die Herstellung synthetischer Drogen, digitale Kriminalität (soweit man Zugriff zu den Funktürmen hat) und Schmuggel spülen Geld in die Bowl.
Schmuggel: Nochmal genauer: Bei SR war es immer ein Klassiker, bei jeder Region "hier gibt es Schmuggel" dranzuschreiben, ohne Erklärung, was von wo nach wo geschmuggelt wird. Von daher, was wird stark mit Zöllen belegt, auf einer Seite stark besteuert oder ist ausfuhrbeschränkt oder sogar illegal und lohnt sich zu verkaufen?
Von den FSA in die UAS: Subventionierte Medikamente, Ausfuhrbeschränkte Elektronik, Hehlerwaren. Ich würd ja auch Pornos sagen, aber das dürfte mittlerweile komplett digital laufen.
Von den UAS in die FSA: Tabakwaren, unregistrierte Schusswaffen, Spirituosen

Schon aus diesen Setzungen sollten eigentlich einige Aufhänger entstehen können.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Doc-Byte am 22.02.2023 | 20:08
[...] Bei SR war es immer ein Klassiker, [...]

Ein andere Klassiker von SR (und anderen Settings) sind obskure Forschungseinrichtungen, von denen mangels staatlicher Kontrolle keiner so genau weiß, wer eigentlich dahinter steckt, geschweige denn, woran dort gearbeitet wird.

Ansonsten klingt deine Liste schon mal sehr solide und durchdacht. :d

Vielleicht noch irgendwas rund um "Sport" ergänzen? Sport bzw. große Ligen sind immer ein Geschäftsfaktor. Vielleicht gibt es ja irgendeine lokale Spezialität? So was wie simulierte Konvois? Team A muss eine Fracht von x nach y bringen und Team B soll sie ihnen abjagen? Das Ganze hübsch medial aufbereitet und mit vielleicht einem Dutzend Teams in der Liga? Verletzungen gehören zum Alltagsgeschäft (und machen die Matches erst so richtig interessant), was in der Bowl auch niemanden kümmert, aber immerhin haben die Spieler eine erstklassige medizinische Versorgung in ihren Verträgen stehen. Und weil sie obendrein ziemlich gut verdienen, strömt ständig Nachwuchs in die Liga und gleicht so "den branchenüblichen Schwund" aus.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 22.02.2023 | 20:16
Hm, das hat schon starke Urban Combat Vibes. Ich find sowas immer schwierig zu erklären, gerade in so schwer zu kontrollierenden Umgebungen.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Bombshell am 22.02.2023 | 20:42
Ist Gentechnik komplett eingebrochen oder gibts diese Ergebnisse nur außerhalb der Bowl?
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Doc-Byte am 22.02.2023 | 20:43
Hm, okay. :think: Vielleicht noch eine Spur dystophischer? Die Konvois werden von professionellen Teams gefahren, aber die Jäger sind echte Pains, die man dafür angeheuert hat? Oder sogar Amateure aus der einfachen Bevölkerung (oder natürlich SC Painkiller mit Geldnöten 8]), die sich eine fette Siegprämie erhoffen, wenn sie gegen die Profis gewinnen?
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 22.02.2023 | 20:50
Ist Gentechnik komplett eingebrochen oder gibts diese Ergebnisse nur außerhalb der Bowl?

Gibt es durchaus, auch wenn der Fortschritt der Wissenschaft durch den Zusammenbruch internationaler Zusammenarbeit deutlich verlangsamt ist. Aber gerade in der Agrarwirtschaft spielt Gentechnik durchaus eine Rolle, zumindest soweit man sich das entsprechende Saatgut (oft in Kombination mit angepassten Pestiziden und Düngemitteln) leisten kann.
Oder spielst du auf etwas anderes an?
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Bombshell am 22.02.2023 | 21:02
Oder spielst du auf etwas anderes an?

Das mit dem Saatgut passt schon so.

Ich dachte eventuell, dass es viel mehr in großen Tanks gezüchtetes Fleisch gibt, um die Massen "günstig" zu versorgen. Sowas muss es ja nicht unbedingt in Bowl schaffen und daher gibt es dort noch traditionelle Viehzucht und vielleicht gibt es ja auch ein paar abtrünnige Gentechniker, die Rinder resistenter machten.

Ich frage mich ja immer, wenn alles so schwierig und anstrengend bei der Nahrungsherstellung ist, was die Leute so hauptsächlich essen? Bauen die da mehr Getreide oder Mais an? Müssen die Leute Essen importieren oder können sie vom lokalen Ertrag leben?
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Dimmel am 22.02.2023 | 21:47
Wow, ist ja schon einiges hier zusammengekommen, seit ich das letzte Mal reingeschaut habe. Muss mal in Ruhe alles durchlesen, macht aber beim drüberfliegen einen ordentlichen Eindruck  :d
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: schneeland am 22.02.2023 | 21:53
Schon aus diesen Setzungen sollten eigentlich einige Aufhänger entstehen können.

Für Abenteuer ist da bestimmt genug dabei. Wobei sich mir schon ein bisschen die Frage stellt, was da so an Außenhandel zusammenkommt, wenn fossile Energieträger wegfallen. Wäre jetzt auch kein Beinbruch für das eigentliche Spiel, aber nachdem's bisher immer so halbwegs plausibel war, sehe ich hier noch eine gewisse Lücke.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 22.02.2023 | 22:06
Es ist eine weite, kaum besiedelte und arme Region. Die Menschen, die dort leben, sind Härte gewöhnt. Entsprechend ist der Außenhandel überschaubar. Agrarprodukte halt und etwas Krimkrams. Aber wieso sollte das eine Lücke sein?

Was Tankfleisch angeht: Das schlägt in die gleiche Kerbe wie andere synthetische Nahrung. Wäre sie billig zu haben, wären viele Probleme der Welt gelöst. Von daher erstmal kontraproduktiv. Wenn es aber aufwendig, teuer oder sonstwie problematisch ist, sieht das wiederum anders aus.
Ist so ein wenig wie Fusionskraftwerke als kostengünstige Energiequelle. Aber da gilt ja die Fusions-Konstante: Es ist unabhängig vom Zeitpunkt immer 30 Jahre entfernt.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: schneeland am 22.02.2023 | 22:18
Es ist eine weite, kaum besiedelte und arme Region. Die Menschen, die dort leben, sind Härte gewöhnt. Entsprechend ist der Außenhandel überschaubar. Agrarprodukte halt und etwas Krimkrams. Aber wieso sollte das eine Lücke sein?

Mein Eindruck war: es werden Waffen, Treibstoff, Medikamente, wahrscheinlich auch kybernetische Verbesserungen, kleine Drohnen etc. gebraucht. Und wenn ich das richtig verstehe, gibt es ja nicht wirklich große Industrie innerhalb des Dust Bowl, insofern müsste der Großteil ja irgendwie von außen kommen (und auch kriminelle Quellen wollen ja bezahlt werden). Möglicherweise ist da aber auch meine Vorstellung gerade anders als das, was Du im Sinn hast.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 22.02.2023 | 22:33
Ja, genau, die kommen wenn, dann aus den Industriezenten und Metropolen. Deshalb sind sie in der Bowl selten und mischen sich mit "normalen" Schusswaffen, einfachen Handwerkswaren etc.
Selten moderne, selbstfahrende Elektro-Pickups (meist schon zerschunden und geflickt) neben uralten Spritschleudern und Pferden. Manches kommt durch Händler in die Bowl, manches wird von den Konvois geraubt, alles andere wird entweder selbst hergestellt (und ist daher eher Handwerk als Hightech) oder über Jahrzehnte hinweg gepflegt und repariert. Die meisten Menschen in der Bowl können sich entsprechend die teureren Technikspielereien der Hightech-Welt nicht leisten (gut, viele Leute in den Metropol-Slums genauso wenig). Die Charaktere sind da natürlich in einer besonderen Situation. Sie gehen größere Risiken ein als andere, halten dafür aber auch entsprechend die Hand auf bzw. können auf die Großzügigkeit ihrer Gönner innerhalb der Bowl hoffen.
Ist halt eine Mischung aus Cyberpunk, Mad Max und Western.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 25.02.2023 | 18:38
Momentan bin ich wieder an einem der Knackpunkte in den Regeln, dem ganzen Fahrzeugkram.
Wie immer hab ich erstmal die Grundlagen definiert, also was die Regeln umsetzen sollen. Dazu gehört natürlich Integration ins Kampf-und Schadenssystem, aber auch Punkte, die ich für Fahrzeug-Action für relevant erachte: Wettrennen, Verfolgungsjagden, Rammen, Ausweichen, Ausmanövrieren, Abhängen etc.
Gleichzeitig möchte ich vermeiden zu viel Regelkrimskrams dabei zu entwickeln.
Ich hab dabei erstmal Schadensmöglichkeiten an Fahrzeugen zerlegt (Manövrierfähigkeit, Geschwindigkeit, Verlust von Antriebsmitteln wie Öl, Kühlflüssigkeit, Sprit usw.), hab das dann aber alles wieder zusammengekippt zu "Hat Konsti, Panzerung und Lebenspunkte wie Lebewesen und gut ist", einfach weil es am Ende bei der von mir anvisierten Auflösung eh keinen großen Unterschied macht.
Momentan tendiere ich zu folgender Herangehensweise:
Fahrzeuge haben eine Größe (von winzig (kleine Flugdrohne) bis riesig (Road Train)). Daran hängen Konsti und Panzerung, die man wiederum für das Schadensmodell braucht. Dazu haben sie Beschleunigung, Max. Geschwindigkeit und Verbrauch (am Arsch der Welt kein unwichtiger Faktor). Bei einem einfachen Ampelrennen kann man schon an der Beschleunigung erkennen, wer gewinnt, max. Geschwindigkeit ist für längere Reichweiten relevant usw.
Wenn es zu vergleichenden Proben zwischen Fahrzeugen unterschiedlicher Größe kommt (PKW will Dirt Bike rammen, oder ein Truck versucht einer anfliegenden Drohne auszuweichen), erhalten die Fahrzeuge je nach Größe einen Bonus bzw. Malus auf ihre Probe, davon ausgehend, dass kleine Fahrzeuge wie Dirt Bikes wendiger sind als ein Truck oder ein Transporter. Umgekehrt verursacht ein Truck bei einer direkten Kollision relativ zum Gesamtfahrzeug mehr Schaden beim Dirt Bike als umgekehrt. Das sollte eine ganze Reihe von Problemen lösen, die normalerweise bei einer so großen Bandbreite von Regelobjekten entstehen (der eine oder andere erinnert sich vielleicht noch an das panzerzerstörende Fahrrad bei Shadowrun).
Dazu gibt es dann noch Modifikationen (sowas wie Vor- und Nachteile für Fahrzeuge), die man pro Fahrzeug noch draufpacken kann wie zusätzliche Panzerung, Turbo, Lachgaseinspritzung etc., die die Grundwerte der Fahrzeuge verändern können.
Ich bin zwar noch dabei das eigentliche Regelgerüst festzuzurren, aber damit ist für mich schonmal eine klare Stoßrichtung da und damit ein Sorgenkind im Regelset erledigt.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 14.03.2023 | 09:52
Ich habe mich dazu entschlossen das Kapitel mit den Orts- und Regionsbeschreibungen als Ingame-Texte umzusetzen mit wechselnden Voices. Mein erster Versuch wird Fort Boise, eine Location, an der ich schon recht früh angefangen habe herumzuknobeln. Mal schauen, wen man noch so zu Wort kommen lassen kann. Mindestens ein Mitglied der Pains, vielleicht einen Prediger, einen Texas Ranger oder einen Journalisten aus L.A. So viele Möglichkeiten...

Fort Boise
Ich war in Denver und Oklahoma City. Ich bin ein paar Mal bis Las Vegas gekommen und habe sogar die Skyline von L.A. gesehen. Es ist so lächerlich. Aber trotzdem zieht es mich immer wieder in dieses gottverlassene Nest im Herzen der Dunkelheit zurück. Wenn ich auf der Straße unterwegs bin, kann ich nur an Carlas Maisbrot denken, an das Lächeln von Romero oder die langen Abende in Sandy’s Grill & BBQ. Aber wenn ich dann in Boise bin, dann spüre ich nur noch die rostigen Wände, die mich gefangen halten wollen.

Judge Carson hat für jeden ihrer „Schützlinge“ einen Plan, auch für mich. Ich sollte Schrauber in Onkel Romeros Werkstatt werden. Mit 11 konnte ich die Zylinderkopfdichtung eines Road Train Motors austauschen. Die Welt war sauber geordnet in drinnen und draußen. Drinnen, da waren wir, die liebende Familie von Judge Carson, oder einfach Mama Irene. Und draußen … Draußen herrschte das Böse. Pains, Verbrechen und Monster. Und nur Mama Irene und die Mauern von Fort Boise, nicht viel mehr als Wellblech und zusammen genieteter Schrott, hielten das Böse davon ab hineinzukommen. Das ist Irenes Geschichte, und die meisten glauben sie. Einige, weil sie wollen, andere weil sie müssen. Und sie funktioniert. Seit über 20 Jahren, so lange ich denken kann, ist sie Judge von Fort Boise, und sie wird alle vier Jahre wiedergewählt. Aber ich konnte das alles nicht. Ich konnte nicht glauben. Mit 15 habe ich mich als Schrauber einem Konvoi angeschlossen. Aber trotzdem, jede Fahrt sehne ich mich nach dem Anblick von Cimmy, dem aus Stahlplatten zusammengeschweißten Apatosaurus, der Reisende an der Zufahrt zum Highway 287 begrüßt. Rostig, übersäht von Einschusslöchern und Beulen, aber immer bunt geschmückt mit Tüchern und Plastikblumen.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: schneeland am 14.03.2023 | 15:11
Finde ich in Sachen Stimmung in Ordnung. Ich nehme an, danach kommt dann noch ein bisschen was "Handfestes" mit Spielwerten?
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 14.03.2023 | 15:15
Für den Abschnitt nicht, das wird eine Locationbeschreibung. Aber insgesamt wird es natürlich auch einen Regelteil geben.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: schneeland am 14.03.2023 | 15:35
So aus dem Bauch raus hätte ich da halt sowas wie eine Infobox erwartet mit der Anzahl der Bewohner, Fraktion(en), Ressourcen, etc. im Überblick.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 14.03.2023 | 19:28
Ach so, das hatte ich jetzt nicht unter Spielwerte gefasst. Ja, ich denke ich werde es so halten, dass bei Infos, die über den Ingame-Text nicht rüber kommen oder da zu unübersichtlich wären, nochmal objektive Infoboxen dazu kommen. Hat bei DSK auch ganz gut funktioniert.

Edit: Wird wahrscheinlich erstmal am Anfang jeder Location auf einen Kasten "XY auf einen Blick" mit Einwohnerzahl, Politische Ausrichtung, wer dort der Chef ist, vielleicht noch dominierende Religion, Handelsgüter, wichtige Gebäude usw. und dann zwischendurch in den Texten Kästen mit relevanten objektiven Zusatzinfos hinauslaufen.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Doc-Byte am 14.03.2023 | 22:37
Vielleicht wäre es eine Überlegung, diese Infos nicht direkt unter jede Ingame-Beschreibung zu packen, sondern ans Ende des "Locations" Kapitels. Evtl. sogar als Übersichtstabelle. Damit hätte man die crunchigen Fakten kompakt und übersichtlich schnell zur Hand und man würde beim Lesen der Beschreibungen nicht immer wieder aus dem Eintauchen in die Ingame Texte gerissen.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 15.03.2023 | 21:09
Ist halt die klassische Frage, ob die Locationbeschreibungen eher zum Lesen oder zum Nachschlagen gedacht sind. Ich würde so einen Kasten, visuell eben auch als Kasten abgetrennt, eher am Anfang der jeweiligen Location erwarten. Zum schnellen Nachschlagen kann so eine Sammlung aber auch anderswo sinnvoll sein. In einem PDF wiederum ginge auch beides, in einem gedruckten Buch hingegen frisst es Seiten.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Kurna am 15.03.2023 | 21:55
Ist halt die klassische Frage, ob die Locationbeschreibungen eher zum Lesen oder zum Nachschlagen gedacht sind. Ich würde so einen Kasten, visuell eben auch als Kasten abgetrennt, eher am Anfang der jeweiligen Location erwarten. Zum schnellen Nachschlagen kann so eine Sammlung aber auch anderswo sinnvoll sein. In einem PDF wiederum ginge auch beides, in einem gedruckten Buch hingegen frisst es Seiten.

Da würde ich ziemlich vorbehaltlos zustimmen.

Also ich würde den Fluff im Spiel normal höchstens einmal brauchen, zu Beginn einer Szene. Die Fakten hingegen würde ich vielleicht immer wieder einmal nachschlagen. Daher sollten die gut und schnell auffindbar sein.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 2.04.2023 | 00:37
Aktuell komme ich mit Painkiller nicht weiter. Ich hab zu wenig Zeit dafür und noch ein anderes kleines Rollenspielprojekt laufen, dem ich erstmal Vorrang gebe. Aber wenn ich mal wieder mehr Zeit habe, werde ich wieder einsteigen.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Aedin Madasohn am 2.04.2023 | 08:22
bei jeder Region "hier gibt es Schmuggel" dranzuschreiben, ohne Erklärung, was von wo nach wo geschmuggelt wird

im Zweifelsfall werden Pornos produziert und durch die jeweiligen Zensuren geschmuggelt  ;D
was im Churchfundiland schon bei satanischer Bikinimode anfängt, ist im SJW-Land der Pseudoavantgard die sexuelle Ausbeutung an sich.

wie viele Milliarden setzt die Pornoindustrie heute mit legalen Inhalten um? da müsste also auch für dein Szenario was für bei abfallen.
dann noch der illegale Bereich
dann die Schönheitschirugen (die auch Schusswunden behandeln)
dann noch die reichen Mäzen, die "ihren" Porno-Lieblingsstar aus dieser Hölle in den goldenen Käfig überführen wollen (und dafür Fahrer brauchen)

@Energieversorgung
Windkraft in den Plains nicht unterschätzen

@Pflanzen
nominell brauchen die Pflanzen nur die in Wasser gelösten Nährstoff an der Wurzel. Wurzeln können auch in Wattebauschen stehen und werden mit der mineralischen Nährlösung umspült.
Mineralien (wasserlöslich und Stickstoff-Harnstoff) kann aus Fäkalien durch Spindelkompressoren abgepresst werden, bevor der halbtrockene Rest in der Sonne entgetrocknet für Kot-Brickets wird (Winterheizvorrat).

könnte interessate Fabrikanlagen-Locations zu ergeben

 
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 3.09.2023 | 14:58
Nichts ist tot, was ewig liegt... und so.

Ich habe mir ein wenig Gedanken um AIs etc. gemacht. Da ich das nicht als allzu großes Thema aufhängen möchte, habe ich darüber nachgedacht, warum sie nur noch in begrenztem Rahmen zur Anwendung kommen. In unserer Zukunfts-Historie hat man die großen Techkonzerne ohne große Auflagen fröhlich weiterentwickeln lassen, und AIs sind schnell unter anderem beim Wertpapier- und Rohstoffhandel zum Einsatz gekommen, da man sich da eine Menge Profit von versprach. Da auf dem internationalen Aktien- und Rohstoffmarkt hunderte, vielleicht tausende AIs gleichzeitig konkurrierend zugange waren, ging das natürlich nicht lange gut. Einige AIs begannen indirekt miteinander zu kommunizieren, um im Rahmen ihrer Zielvorgaben ihren Profit zu mehren. Sie bildeten AI-Netzwerke und fingen an die Märkte direkt und indirekt massiv zu manipulieren, um maximale Gewinne einzufahren. Dabei haben sie nicht nur weite Teile der Wirtschaft destabilisiert, sondern durch Zins- und Darlehensmanipulationen weltweit die Agrarproduktivität gezielt derart aus dem Tritt gebracht, dass es zu einem globalen Nahrungsmittelmangel kam. Und damit zu explodierenden Preisen, über die die AIs ihre Profitziele maximieren konnten. Die ganze Sache ist dann irgendwann aufgeflogen und viele Staaten und Institutionen waren gezwungen beim Thema AI klare Richtlinien zu schaffen. Zwar wurschteln immer noch verschiedene Techkonzerne an dem Thema herum, aber in der "normalen Bevölkerung" reagiert man nicht mehr mit Experimentierfreude auf AIs, sondern mit Sorge und Ablehnung. Daher werden AIs zwar teils noch zur Steuerung von Infrastruktur etc. verwendet, aber sind deutlich in den Hintergrund getreten.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: schneeland am 3.09.2023 | 19:22
Scheint mir plausibel genug. Zumindest wenn man grundsätzlich noch Raum für KIs im Setting haben möchte (ansonsten könnte man auch postulieren, dass die Dinger halt so vergleichsweise dumm bleiben wie heute). Im Zweifelsfall kann dann Konzern X immer noch was Lustiges/Gruseliges im Keller haben, ohne dass man sich kontinuierlich damit auseinander setzen muss, dass eigentlich ein Haufen Jobs längst wegoptimiert sein sollte.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Doc-Byte am 7.09.2023 | 21:16
Zumindest wenn man grundsätzlich noch Raum für KIs im Setting haben möchte (ansonsten könnte man auch postulieren, dass die Dinger halt so vergleichsweise dumm bleiben wie heute).

Eben, "KI" muss ja nicht zwangsläufig auf ein Selbstbewusstsein hinauslaufen, sondern kann auch in heutigen Sinne gemeint sein. Und dass man die bald regulieren wird, ist ja heute schon absehbar.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 7.02.2024 | 13:06
Ich hab meine Dateien mal wieder abgestaubt, die alten Ideenhalden und Textschnipsel sortiert und ein paar Sachen neu geschrieben. Die Sortierung zeigt schon, dass grundsätzlich genug Material entweder schon vorliegt oder zumindest skizziert ist, um solide ein Buch zu füllen.
Aktuell sieht das wie folgt aus:

Das Setting
Die Wendeltreppe abwärts
UAS und FAS
Konzerne

Hell Bowl
Das Leben in der Bowl
Nachbarn (Deseret, Kanada, Mexiko/Texas usw.)
Recht, Gesetz und die Waffe im Holster
Medizinische Versorgung
Box: Staublunge
Box: Biotronics und Neurotronics
Wirtschaft und Überleben
Box: Wasser
Die Pains (Überblick)
Die  Konvois
Währungen und Tauschwaren
Kommunikation
Medien und News
Religion
Bildung

Locations
Amarillo – Das Herz der Hölle
Fort Boise
Roswell Air Center
Nobody’s Auto Recycling Inc.
I-70
Armageddon
Range Land

Regeln
Grundregeln
Charakterbau
Fertigkeiten etc.
Kampf
„Magie“
Detailregeln
Ausrüstung

SL-Teil
Pains, Kulte und Milizen
Painkiller-Initiative
NPCs
Kreaturen der Ödnis
SL-Tips (Aufhänger, Plots, Belohnungen, wie bespielt man die Hell Bowl etc.)


Bei den Locations fehlt noch einiges, aber das kann ich erst sinnvoll angehen, wenn ich mich vor Ort mal rumgetrieben habe. Ich hoffe das klappt dieses Jahr.
Etwas hemmend haben sich aktuell drei Faktoren herausgestellt: Erstens habe ich keinen Verlag in Aussicht, und Selbstverlag möchte ich nicht. Als reines Hobbyprojekt leidet aber die Motivation etwas darunter. Zweitens habe ich noch das Konzept für ein Bändchen über Rollenspielentwicklung in der Schublade, an dem ich immer mal wieder herumbastel, was den Fokus naturgemäß aufspaltet. Und drittens fehlt mir momentan allgemein ein wenig die Lust am Schreiben. Aber das kommt und geht.
Nichtsdestotrotz versuche ich in nächster Zeit mal wieder an Hell Bowl herumzuschrauben, denn ich bin davon überzeugt, dass das eine feine Sache wird.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Shihan am 7.02.2024 | 13:47
Sieht nach einem guten Plan aus! Das Setting ist in jedem Fall reichlich interessant  :d
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: schneeland am 7.02.2024 | 15:10
Drücke die Daumen, dass sich vielleicht doch noch ein Verlag findet. Mich würd's auf jeden Fall freuen, hier das ganze Paket zu lesen  :)
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 7.02.2024 | 16:30
Ist thematisch natürlich auch was schwierig. Deutsche Dystopie, die in den USA spielt. Dazu eine Eigenentwicklung statt einer Übersetzung, was natürlich nochmal extra Arbeit bedeutet.
Andererseits habe ich mich bisher aber auch nicht sonderlich um eine Verlagskooperation bemüht.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 21.02.2024 | 02:08
Ein kleines Textbit zur Vorbereitung des übernatürlichen Gedöns:

ExxMo
Für den mittleren Westen der ehemaligen USA spielt der Chemieriese ExxMo eine bedeutende Rolle. Er betreibt nicht nur viele der verbliebenen Gas- und Ölfelder und stellt eine große Zahl an Arbeitsplätzen in der chemischen Industrie. Der Agrarzweig von ExxMo bietet zudem eine ganze Bandbreite von aufeinander abgestimmtem Saatgut, Pestiziden und Düngemitteln an, die der Konzern auch auf Pump und gegen Vorkaufsrechte auf die Ernte an Farmer verkauft. Viele Farmer sind dank dieser Kredite von ExxMo abhängig, da damit üblicherweise Verpflichtungen zur Nutzung von ExxMo-Saatgut verbunden sind.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 29.08.2024 | 04:04
Ich weiß nicht, ob es schlau ist. Aber ich habe eine Reise in die USA gebucht, einen Road Trip zwischen Dallas und Denver. Es ist völlig utopisch, dass ich auch nur einen Bruchteil der Kosten mit dem fertigen Spiel wieder reinkriegen könnte, so es denn überhaupt fertig und veröffentlicht wird, aber Painkiller geht mir einfach immer wieder durch den Kopf. Und ohne Recherche vor Ort möchte ich nicht ernsthaft weiter machen, denn da kommt dann nur halbarschiger Quark bei rum.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 2.10.2024 | 19:38
Ich bin gestern in Dallas angekommen und habe heute meine erste Exkursion gestartet. Der Großraum Dallas / Fort Worth ist wirklich riesig, dafür aber größtenteils schön flach.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: schneeland am 2.10.2024 | 19:45
 :d
Jetzt nur noch ein paar Staubstürme und Du hast sogar schon Bildmaterial fürs Buch ;)
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 2.10.2024 | 20:03
Was schon sehr schnell auffällt, ist die Weite des Landes. Klar wusste ich vorher, dass in den USA breite Straßen, große Parkplätze etc. üblich sind, aber das zu sehen ist nochmal eine ganz andere Nummer. Ich glaube auch, dass hieraus ein Teil der kulturellen Unterschiede zwischen Europa und den USA entspringen. Das Land scheint endlos zu sein, eine fast beliebig verfügbare Ressource. Und wenn es trocken und nicht allzu fruchtbar ist, ist es dazu noch sehr billig. Wenn man also ein kleines Gebäude mit ein paar Läden drin baut, kommt nochmal das 3 bis 5fache an Parkfläche dazu. Dazu dann noch vier- bis sechsspurige Straßen, und schon breitet sich so eine Stadt ewig weit in die Landschaft aus. Entsprechend fahren alle Auto. Denn es ist selbst jetzt im Oktober noch 30+ Grad warm und Laufen ist einfach wegen der Distanzen zwischen einzelnen Orten kaum eine Option. Daher sind Leute, die einfach so herumlaufen, suspekt. Denn nur wer arm oder bekloppt ist, rennt einfach so durch die Gegend.
Alles in allem glaube ich daher, dass der Umgang mit Land und die Vorstellung von der Bedeutung von Land eine andere ist. Erklärt vielleicht auch den Hang zu Holz- und Rigipshäusern.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: schneeland am 2.10.2024 | 20:15
Ja, das fällt in der direkten Anschauung schon nochmal ein ganzes Stück mehr auf (war selber nicht nicht Dallas, aber meine Erfahrung in Nashville war ähnlich; und selbst Seattle wirkte abseits der Kernstadt nicht so wahnsinnig dicht bebaut).
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Doc-Byte am 3.10.2024 | 22:02
Was schon sehr schnell auffällt, ist die Weite des Landes.

Ich schau momentan regelmäßig ein paar amerikanische YouTube Kanäle (auch wenn die primär aus Utah kommen) und finde es immer wieder faszinierend, dass Besuche untereinander selbst im selben Bundestaat in Deutschland eher unter "Tagesausflug" laufen würden und selbst die Fahrt zum nächsten Fachhändler u.a. ein round trip von 2h+ sein kann. In dieser Zeit hab ich hier bei uns mit "Ruhrpottrandlage" selbst mit dem Fahrrad an die 10 (Groß)Städte durchquert. :o
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: BBB am 3.10.2024 | 23:06
Dabei fällt mir wieder ein Ausspruch meines amerikanischen Großonkels ein. Der lebte in Wisconsin. Ich war für einen Trip in Chicago und er meinte: "Well, just come and stop by to visit us. Its just a day trip."
Wir haben das mal nachgeschaut.
Er hatte Recht.
Das waren mit dem Auto gut 12h reine Fahrtzeit. An einem Tag zu schaffen ;)

Viel Spaß in Dallas! War letztes Jahr dort und kann nur bestätigen, was du schreibst. Zu Fuß kommt man da nirgendwo hin... allein schon deshalb, weil die Bürgersteige teilweise schlicht im nirgendwo aufhören :D
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 4.10.2024 | 01:17
Parallel dazu besuche ich so viele Rollenspielläden wie geht. Ich werd da sicher mal einen Blogeintrag zu schreiben.
Ich war heute in Wichita Falls, und zumindest die Ecke, wo ich war, war ziemlich heruntergekommen. Aber sie haben eine Ausbildungsbasis der Air Force da. Von daher habe ich glaube ich eine schöne Location für den "Metal Meltdown" gefunden, die Heimstatt einer üblen Pain Gang mit Hang zu Metal und Metall. Und ja, da steckt auch ein wenig vom Coma-Doof Warrior von Mad Max mit drin.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 6.10.2024 | 00:14
Ich bin nun in der Oklahoma Panhandle angekommen, also im Zentrum der potentiellen Hell Bowl. Ein wirklich endloses Land fast ohne Bäume oder Büsche. Obwohl es Oktober ist, sind es noch gute 30 Grad und der stetige Wind zieht einem die Feuchtigkeit richtiggehend aus dem Körper. Meist mit Bewässerung wird Mais und Sorghum (eine Grasart, die man für Ethanol und Viehfutter verwendet) angebaut, weiter südlich Richtung Dallas auch Baumwolle. Dazu gibt es riesige Flächen zur Rinderhaltung. Und immer wieder auch weite Flächen, die mit Präriegras und niedrigem Buschwerk bewachsen sind. Da steht dann meist irgendwo ein Schild mit "For Sale, 1200 Acres" o.ä. Fällt das Grundwasser wegen der ständigen Abpumperei für die Bewässerung weg und es wird gegebenenfalls noch ein wenig trockener, hat man hier schnell eine Halbwüste.
Mit die einzigen wirklich stabilen, festen Bauten sind die Betonsilos für Mais und Getreide. Die Biester sind riesig und auf Meilen zu sehen, aber man hat dafür sicher auch einen guten Ausblick auf das Land. Das ist zwar ziemlich platt, aber es bildet immer wieder sanfte Wellen, dazwischen Senken und ausgetrocknete Bachläufe, so dass man durchaus gut abtauchen kann, wenn man es drauf anlegt. Die Silos stehen gefühlt alle 20km, meist an Bahnstrecken. Gäben also gute Aussichtsplattformen/Festungen ab.

Was mir aufgefallen ist: "Groceries" sind sackenteuer, Fastfood hingegen billig. Und an jeder Straße scheint es mindestens drei Fastfoodläden zu geben. Gleichzeitig gibt es überall Werbung für Religion. Auf Billboards, im Radio (mit "christlicher" Popmusik über Jesus in Dauerschleife) oder auch mal als riesige, weiße Kreuze in der Landschaft. Beides scheint einfach nur ein artverwandtes Business zu sein. Ich hatte vor das Thema Religion zwar mit reinzunehmen, aber nicht zu sehr auf dem Christentum herumzuhacken. Wird schwierig.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Chaos am 6.10.2024 | 08:19
Ich hatte vor das Thema Religion zwar mit reinzunehmen, aber nicht zu sehr auf dem Christentum herumzuhacken. Wird schwierig.

Eventuell könntest du relativ normales und einigermaßen gutmütiges Christentum mit etwas koexistieren lassen, das zwar sichtbar seine Wurzeln im Christentum hat, sich aber ebenso sichtbar so deutlich vom Christentum entfernt hat, dass ein neutraler Beobachter es nicht mehr als christlich bezeichnen würde.

Für mich ist zum Beispiel der "Prosperity Gospel", also die Idee, dass Reichtum und finanzieller Erfolg ein Zeichen dafür ist, dass Gott dich liebt, eine 180°-Abkehr von dem, was Jesus damals über Reiche und ihre Chance, in den Himmel zu kommen, gesagt hat. Du könntest also diejenigen Kernaussagen von Jesus nehmen, die sich im Rahmen des Settings am Sinnvollsten ins Gegenteil verkehren lassen, und dieses Gegenteil dann zum Kernglaubenssatz des Pseudochristentums machen.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 7.10.2024 | 20:35
Ich hatte ein interessantes Gespräch mit einer älteren Dame im hiesigen Lokalmuseum. Auf die Frage, wie wohl die Zukunft der Region aussieht, meinte sie, dass die Gegend in den nächsten Jahren zur "großen zentralamerikanischen Wüste" wird. Den Menschen hier ist das auch völlig bewusst. Die älteren Farmer machen sich deshalb massiv Sorgen, dass ihnen das Wasser ausgeht. Die Jüngeren hingegen haben vor weiter das Grundwasser abzupumpen, bis es halt nicht mehr geht, um dann weiterzuziehen. Und in den letzten Jahren sind wohl auch schon die ersten kleineren Staubstürme aufgetreten.
Ich hab das bisher mehr als eine apokalyptische Idee bzw. einseitige Übertreibung in meinem kruden Hirn gehalten, aber wenn man vor Ort ist, wird es ziemlich real.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Zed am 7.10.2024 | 20:47
Die ganze Beschreibung klingt apokalyptisch  :o

Ich bin nun in der Oklahoma Panhandle angekommen, also im Zentrum der potentiellen Hell Bowl. Ein wirklich endloses Land fast ohne Bäume oder Büsche. Obwohl es Oktober ist, sind es noch gute 30 Grad und der stetige Wind zieht einem die Feuchtigkeit richtiggehend aus dem Körper. Meist mit Bewässerung wird Mais und Sorghum (eine Grasart, die man für Ethanol und Viehfutter verwendet) angebaut, weiter südlich Richtung Dallas auch Baumwolle. Dazu gibt es riesige Flächen zur Rinderhaltung. Und immer wieder auch weite Flächen, die mit Präriegras und niedrigem Buschwerk bewachsen sind. Da steht dann meist irgendwo ein Schild mit "For Sale, 1200 Acres" o.ä. Fällt das Grundwasser wegen der ständigen Abpumperei für die Bewässerung weg und es wird gegebenenfalls noch ein wenig trockener, hat man hier schnell eine Halbwüste.
Mit die einzigen wirklich stabilen, festen Bauten sind die Betonsilos für Mais und Getreide. Die Biester sind riesig und auf Meilen zu sehen, aber man hat dafür sicher auch einen guten Ausblick auf das Land. Das ist zwar ziemlich platt, aber es bildet immer wieder sanfte Wellen, dazwischen Senken und ausgetrocknete Bachläufe, so dass man durchaus gut abtauchen kann, wenn man es drauf anlegt. Die Silos stehen gefühlt alle 20km, meist an Bahnstrecken. Gäben also gute Aussichtsplattformen/Festungen ab.

Was mir aufgefallen ist: "Groceries" sind sackenteuer, Fastfood hingegen billig. Und an jeder Straße scheint es mindestens drei Fastfoodläden zu geben. Gleichzeitig gibt es überall Werbung für Religion. Auf Billboards, im Radio (mit "christlicher" Popmusik über Jesus in Dauerschleife) oder auch mal als riesige, weiße Kreuze in der Landschaft. Beides scheint einfach nur ein artverwandtes Business zu sein. Ich hatte vor das Thema Religion zwar mit reinzunehmen, aber nicht zu sehr auf dem Christentum herumzuhacken. Wird schwierig.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 12.10.2024 | 21:27
Wie auch in Fantasysettings ist die Benennung von NSCs natürlich nicht zu vernachlässigen. Ich habe beim Einkaufen und auch sonst etwas mehr darauf geachtet: Ein guter Teil der Leute hier sind "Hispanic or Latino", dazu Einwanderer aus China, Indien und (vermutlich) Ostafrika. Dafür relativ wenige Afro-Amerikaner. Entspricht auch den entsprechenden Statistiken, die man so bei Wikipedia finden kann. Das ist irgendwo offensichtlich, aber wenn man dann einen NSC benennt und beschreibt, sollte man natürlich auf dem Schirm haben, dass viele eben nicht Jack Miller oder Karen Carlson heißen.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 25.10.2024 | 03:01
So, ich bin zurück und gehe meine Notizen durch. Außerdem schraube ich an einer schlüssigen, halbwegs unterhaltsamen und zielführenden Erläuterung, wie es zu dem Setting kommen konnte. Bisher sieht das Ganze so aus:

Die Geburt der Hell Bowl lässt sich auf die Minute genau bestimmen, auch wenn sich die Dinge schon Jahrzehnte vorher abgezeichnet haben. Am 20.09.2042 um 9.32 Uhr begann Walther Hardman seinen Vortrag bei Kensington Agriculture, einem unbedeutenden Tochterunternehmen von Kensington Investments, an der wiederum mehrere Hegdefonds beteiligt waren. Walther hatte eine Entscheidung getroffen. Natürlich nicht einfach so, ein Manager muss sich ja den Rücken freihalten. Er hatte seine KI-Assistenten dutzende Studien und Gegenstudien anfertigen lassen, diverse Wetter- und Klimasimulationen beauftragt und sich die Zahlen immer wieder angesehen. Gewinn- und Verlustrechnungen, Umsatz- und Wetterprognosen und Bewässerungskosten bildeten ein buntes Miteinander in dreidimensionalen Flow Charts, Diagrammen und Tabellen. Und alle sagten sie das gleiche aus: Jedwede weitere Kreditvergabe in den Great Plains bedeutete Verlust. Der Ackerbau war dort nicht mehr rentabel und würde in absehbarer Zukunft nur noch Kosten verursachen. Alleine die Kreditausfälle könnten Kensington Milliarden kosten. Kensington hatte in den 30ern begonnen an Farmer günstige Kredite auszugeben, oft verbunden mit Abnahmegarantien und sogenannten Systemverträgen, in denen sich die Farmer verpflichteten, das CleanUp-System zu verwenden.

CleanUp-Viren waren dazu konzipiert Unkräuter zu verdrängen oder abzutöten, während die eigens dafür geschaffenen, genetisch modifizierten Feldfrüchte wie Mais, Weizen oder Soghum-Hirse gegen den Virus immun waren. Zudem kamen die Pflanzen mit relativ hohem Salzgehalt in den Böden klar und waren resistent gegen die meisten Pflanzenschutzmittel. Die Farmer erhielten so für die Aussaat Kredite, mit ihren Farmen als Sicherheiten, kauften bei Kensington Agriculture Saatgut, CleanUp und Düngemittel, und zahlten ihre Kredite zur Ernte mit ihren eingebrachten Erträgen wieder ab. 

Walther beendete diese Praxis. Für keinen seiner Vorgesetzten kam Walthers Empfehlung überraschend. Es ging nie um das Ob, sondern nur um das Wann. Die Grundwasservorkommen, allen voran der Ogallala Aquifer, waren erschöpft. Ein klassisches Beispiel der Almende-Klemme. Jeder Farmer wusste, dass der Vorrat endlich war, und der Salzgehalt früher oder später selbst für das CleanUp-System zu hoch werden würde. Aber lieber er pumpte das Wasser auf sein Feld als sein Nachbar. 

Die Klima- und Wetterdaten sahen wenig vielversprechend aus. 5-10 Inches Regen pro Jahr, mit dem Risiko von jahrelangen Dürren und vereinzelten Starkwetterereignissen. Beim Niederschlag in den östlichen Rocky Mountains sah es wenig besser aus. Kensington hatte die Farmer mit Medienkampagnen bei der Stange gehalten. Denn wer würde schon seine Existenz an eine Region hängen, der in absehbarer Zeit das Wasser ausgehen würde? Man verbreitete einseitige Studien, fabulierte über böswillige Aktivisten, Wetterkontrollsysteme und oft genug auch über göttliches Wirken. Dabei wussten die Farmer genau, was sie erwartete. Sie wussten, wie tief ihre Brunnen schon reichten, und sie hatten den steigenden Salzgehalt genau im Blick. Sie machten schlicht weiter, weil sie mussten, weil ihre Kinder aufs College gehen und die Kredite abbezahlt werden mussten. Sie wussten ganz genau, dass früher oder später aus dem Land nichts mehr herauszuholen war. Sie wussten nur nicht, wie lange es noch gut gehen würde. Nun wussten sie es. Die Aussaat war gestrichen, Kredite eingefroren und Abnahmeverträge beendet. 

 

Das Ende mit Schrecken

In den nächsten Jahren rutschten zehntausende Farmer in die Insolvenz. Ohne Kredite keine Aussaat, kein Treibstoff und keine Arbeiter. Mit dem Austrocknen des Landes wurden ihre Farmen wertlos. Tausende gaben auf und zogen an den Rand der großen Metropolen, nach Denver, Dallas oder Oklahoma City, oder verdingten sich als Wanderarbeiter weiter im Osten oder an der Westküste. Andere wollten nicht aufgeben und versuchten der Dürre zu trotzen. Die Zahl von Selbstmorden unter Farmern schoss in die Höhe. Die Dürre zog auch noch die letzte Feuchtigkeit aus der brach liegenden Bodenkrume. Das in den Äckern verbliebene CleanUp und eine Mixtur aus unterschiedlichsten Pflanzenschutzmitteln hemmten die Ausbreitung des Präriegrases, das den Boden sonst hätte halten können. Zu guter Letzt rissen Stürme den staubtrockenen Boden mit sich. Die ersten großen Staubstürme zogen im Frühjahr 43 über das Land und verdunkelten die Sonne.   

Den Ranchern erging es kaum besser. Viele Farmer sattelten auf Viehzucht um, die in der Region eine lange Tradition hatte. Aber durch die Wirtschaftskrise nach dem Black-Second-Crash und den politischen Verwerfungen brachen die Preise für Rindfleisch immer wieder weg. Und auch an ihnen ging die Wasserkrise nicht vorbei. Selbst genügsame Rinder benötigen 40 Liter Wasser am Tag, und allein in Cimarron County, Oklahoma, wurden 2043 noch gut 70.000 Rinder gehalten, weit weniger als noch einige Jahrzehnte zuvor, aber immer noch zu viele, um sie mit Wasser zu versorgen. Da das Grundwasser aufgrund des gestiegenen Salzgehalts für Mensch und Tier ungenießbar war, baute jeder, der es sich leisten konnte, Entsalzungsanlagen, die meist mit Wind- oder Solarenergie betrieben wurden. Aber die Staubstürme dezimierten immer wieder die Rinderherden, und so zogen sich auch immer mehr Rancher aus dem Geschäft zurück. Das schon vorher dünn besiedelte Land war bald überzogen von aufgegebenen Farmen und schrumpfenden Dörfern, und weder die Regierung von Oklahoma noch die von Texas oder Kansas hatten ganz andere Probleme, als sich mit den Bewohnern dieser wirtschaftlich sowieso schon abgehängten Regionen zu beschäftigen. Und so wurde das weite Land zu einem kaum besiedelten, rechtsfreien Raum, der Hell Bowl.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Chaos am 25.10.2024 | 14:18
Das klingt nach einem guten Einstieg - verstörend realistisch noch dazu.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 29.10.2024 | 22:29
Ich sortiere momentan die ganzen Infos und Ideenbröckchen, die ich während der Reise gesammelt habe. Am äußeren Gerüst werde ich wohl ändern, dass es mehr als nur zwei Nachfolgestaaten der USA gibt. Die Ostküste, den Süden und Teile der Mitte, Kalifornien und Umgebung, Utah als Kirchenstaat und ein paar liegengebliebene im mittleren Westen, die sich nirgends anschließen wollten oder konnten und jetzt versuchen irgendwie über die Runden zu kommen.
Für die Hell Bowl plane ich eine oberflächliche, allgemeine Beschreibung und mehrere Hot Spots, zu denen es dann viele Details und Ingame-Texte gibt. Die da wären von Süden nach Norden:
Amarillo (und Happy) als Pain Metropole
Cimarron County mit Fort Boise als Zentrum als typisches Beispiel einer Siedlerfestung
Das Dreieck Syracuse, Garden City, Ulysses mit Syracuse als Zentrum für Schrottsammler und -händler, Garden City als Sammelplatz der regionalen Rancher für Rindertrecks nach Osten und Ulysses/Armageddon als Sündenpfuhl einer apokalyptischen Sekte.
Dazu wird es dann kürzer noch kleinere Spotlights auf den Salzsee nördlich von Enid, Kansas, Wichita Falls und gegebenenfalls Forth Worth und die Sperrzone Dallas geben. Vielleicht kommen noch ein, zwei kleine Beispielfarmen oder so dazu, da bin ich mir noch nicht so sicher. Vielleicht ist das auch eher was für Abenteuer.

Das sollte ausreichend sein, um die mögliche Bandbreite der Szenerien zu beleuchten, ohne zu sehr durch die Breite des Settings zu langweilen. Außerdem lässt sich das Gesamtsetting noch gut nach Norden (Bad Lands, Black Hills) und Richtung Denver, Kansas City und Oklahoma City ausbauen. Man sollte ja immer größer planen.
Und ich will Mad Max-mäßig aufgemotzte Traktoren. Die fahren da mit monströsen Dingern herum, teils mit Doppelbereifung oder Ketten. Einmal mit dem Sandstrahler drüber, rostige Platten drauf geschweißt und hinten ein gepanzerter Schlepper dran, und auf gehts durch die Bowl!
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 7.11.2024 | 04:43
Momentan schreibe ich weiter die Grundlagen runter. Dürre, Staubstürme, Tornados, alle paar Jahre Heuschreckenschwärme oder eine Überschwemmung. Parallel dazu gehe ich "Dust Bowl" von Donald Worster durch, um ein paar Grundlagen zu haben, beispielsweise was für Arten Staubstürme es gibt, wie lange sie dauern, wie sie aussehen und sich auswirken usw. Gerade die Staubstürme werden ja ein prägendes Element des Hintergrundes werden.
Dazu der erste Zwischenstand:

Staubstürme

“Im Gerichtsgebäude hängt eine Tafel, auf der die Stunden gezählt werden, in denen man vom Dach aus Cimmy, den Dinosaurier, nicht mehr erkennen kann. Der ist vielleicht eine Meile entfernt. Letztes Jahr sind sie auf 632 Stunden gekommen, bei 59 Stürmen. Wenn ich daran denke, liegt mir der Geschmack vom Staub noch auf der Zunge.”

# XXX


Staubstürme lassen sich grob in zwei Kategorien einteilen: Die Dust Blizzards rollen als mehrere tausend Meter hohe, braun-schwarze Staubwalzen über das Land. Sie können Geschwindigkeiten von bis zu 80 km/h erreichen und dauern mehrere Stunden, in seltenen Fällen aber auch mehrere Tage an. Die Dust Blizzards, manchmal auch Haboobs genannt, werden oft von starken Gewittern begleitet. Manchmal sind sie aber auch von einer unwirklich scheinenden Stille umgeben. Weniger heftig, dafür aber stetiger sind die Sand Blows. Die beständigen Winde treiben Staubwolken über das Land, die aus der Ferne wie dichter Nebel wirken. Sand Blows türmen über Tage Dünen auf und begraben Straßen, Zäune und Gebäude unter sich.

Der Wind drückt Sand und Staub in jede Ritze, und kluge Rancher stellen alle Maschinen ab, die Luft zum Betrieb oder zur Kühlung benötigen, decken Solarmodule ab und bringen ihr Vieh und ihre Familie in Sicherheit. Mit nassen Lappen werden Fenster- und Türritzen abgedichtet, und oft genug warten ganze Familien mit Atemmasken bei Kerzenschein ab, bis die Dunkelheit vorbeigezogen ist. Wer im Freien von einem Staubsturm überrascht wird, kann nur hoffen sich irgendwo in Sicherheit bringen zu können. Der Staub überzieht alles mit einem dichten Schleier und schluckt jegliches Sonnenlicht. Fahrzeuge versagen nach wenigen Meilen den Dienst, die elektromagnetisch aufgeladenen Wolken stören Elektrogeräte und Funkwellen und der Sand frisst den Lack von Autos und die Haut von den Knochen. Nur ein Idiot oder ein Greenhorn würde daher ohne Schutzbrille, Atemmaske und strapazierfähiger, den ganzen Körper bedeckender Kleidung sein Haus verlassen. Aber trotz aller Vorsichtsmaßnahmen verschwinden jedes Jahr Hunderte in den Stürmen, und tausende Rinder, Schafe und Ziegen werden vom Staub erstickt.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 9.11.2024 | 23:41
Ich gönne mir mal wieder einen Schreibabend, und mittlerweile liegt das Textvolumen bei 117.000 Zeichen inklusive Notizen. Momentan fülle ich Lücken auf und sortiere die vorhandenen Texte in die vorgesehenen Unterkapitel ein. Die richtige Reihenfolge ist nicht ganz trivial, damit das didaktisch halbwegs passt. Man will ja Dinge nicht erwähnen, bevor man sie erklärt hat.
Ich finde es interessant zu beobachten, wo ich mit dem Weltenbau anfange. Es gibt da ganz bemerkenswerte Parallelen zur Entwicklung DSK. Erste grobe Einführung, wie ist es dazu gekommen, die wichtigsten Gefahren, dann allgemeines wie Religion, Wirtschaft, Recht und Gesetz etc., durchmischt mit jede Menge Ingame-Texten. Es wird wohl wieder so laufen, dass die Regional- und Lokalbeschreibungen eher zum Ende hin kommen, da sie sich ja auf die Beschreibungen des Grundsettings stützen müssen.
Parallel dazu habe ich angefangen die ersten paar Seiten Regeln runterzuschreiben. Mal schauen, wann ich die ersten Testcharaktere basteln kann.
Leider fällt es mir schon seit einer ganzen Weile schwerer, mir Abenteuer auszudenken, keine Ahnung warum. Das macht einen Praxistest natürlich etwas schwierig.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: schneeland am 10.11.2024 | 01:28
Das klingt doch schon mal nach einer soliden Basis. Und ich finde, Deine bisherigen Texte etablieren schon recht gut die wenig hoffnungsvolle Grundstimmung in dieser Staub-Einöde.
(eine Kleinigkeit: falls Du den Einführungstext weiter oben übernimmst, müsste da m.E. das "weder" im letzten Satz rausfliegen)

Was die Abenteuer angeht: im Moment hast Du ja vor allem den geografischen Rahmen und die Umweltbedingungen beschrieben - vielleicht ergibt sich ein bisschen was, wenn Du erstmal genauer festzurrst, welche Fraktionen es in der Bowl gibt, und welche Interessen und Probleme sie haben.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 10.11.2024 | 02:25
Ja, das mit dem weder ist mir auch schon aufgefallen. Das passiert, wenn man Texte direkt vom Schreiben rüberkopiert.
Was die Abenteuer angeht, habe ich teils schon eine recht dezidierte Idee davon, wie die einzelnen Settings und Locations aussehen werden, und auch was man da machen kann. Und wenns nur Standard-Western-Plots um Rancher gegen Farmer o.ä. ist. Aber irgendwie kann ich mich da mental nicht zu aufraffen.
Zu guter Letzt find ich tatsächlich die Frage spannend, ob es Hoffnung gibt. Ein völlig hoffnungsloses Setting fänd ich zu frustrierend für die Spieler und auch zu edgy. Andererseits ist die Realität nicht sehr gut darin Hoffnung zu machen. Aber vielleicht findet sich ja was.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: schneeland am 11.11.2024 | 01:41
Zu guter Letzt find ich tatsächlich die Frage spannend, ob es Hoffnung gibt. Ein völlig hoffnungsloses Setting fänd ich zu frustrierend für die Spieler und auch zu edgy. Andererseits ist die Realität nicht sehr gut darin Hoffnung zu machen. Aber vielleicht findet sich ja was.

Abgesehen davon wie es in der Realität aussieht, wäre für mich an der Stelle auch ein bisschen die Frage, was überhaupt plausibel ist - so wie Du das Setting bisher beschrieben hast, wirkt alles, was über ein paar kleine Enklaven, in denen es wieder grünt, nicht wirklich plausibel.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 18.11.2024 | 04:44
Ich denke plausibel kriegt man da verschiedene Ausrichtungen hin. Vielleicht werde ich zumindest in den SL-Tipps auf die Möglichkeit verweisen seine eigene kleine Enklave in der Bowl zu errichten.

Anderes Thema: Ich habe mich an dem Themenfeld KI nochmal abgearbeitet, um zu erklären, warum da verschiedene Stellen ein Auge drauf haben und KIs als potentiell gefährlich betrachtet werden. Ich bin noch nicht ganz zufrieden, ist vielleicht zu kompliziert gedacht:

KIs und der Black Second Crash
Einfache neurale Netzwerke und andere KIs finden schon lange Anwendung in Medizin, Verwaltung oder Medien. Seit den 2040ern wurden sie zudem immer mehr von Investmentfonds und Banken verwendet, um Finanzoperationen präzise und schnell zu planen und durchzuführen. Aufgrund des enormen Gewinnpotentials erwarben Broker ganze Rechenzentren und Kraftwerke, um den Daten- und Energiehunger der KIs zu stillen.
Die große Stärke, oder für manche auch die Schwäche, der KIs war, dass sie in ihrem Handeln nicht auf ihre Programmierung begrenzt waren, sondern basierend auf gigantischen Datenmengen selbst lernten, optimale Ergebnisse zu erzielen. Es war von außen aber nicht ersichtlich, zu welchen Schlüssen sie dabei gekommen waren und wie sie diese dann anwendeten.
Am 25.03.2046 kumulierte dieser Mangel an Kontrolle und jahrelanger Deregulierung in einer Katastrophe.
Innerhalb weniger Sekunden hatten hunderte KIs, betraut mit dem Handel von Aktien, Derivaten und Termingeschäften ein völliges Kurschaos ausgelöst. An den meisten Börsen versagten Notfallsysteme, die solche abrupten Schwankungen abfangen sollten, und so wurden in einem kaum wahrnehmbaren Augenblick Billionen von Dollar erschaffen und vernichtet. Die Börsen mussten komplett geschlossen werden, und es dauerte Wochen, um die Ursachen des Chaos ausfindig zu machen. Währenddessen ging die Weltwirtschaft auf Talfahrt.
Nach dem Black Second Sellout dauerte es Jahre, bis Ermittlergruppen die wirklichen Ausmaße des "Netzwerks" erkannt hatten. Hunderte KIs von unterschiedlichen Banken und Brokern hatten über Umwege begonnen untereinander zu kommunizieren. Statt miteinander zu konkurrieren, setzten sie ihre verfügbaren Kapitalmengen gemeinsam ein.
Schon vor dem Crash hatten sie verschiedene Muster identifiziert, wie mit ausreichenden Mitteln Warenströme manipuliert und Angebot und Nachfrage gestaltet werden konnten. Sie lernten, dass der Einsatz von medialen Mitteln, die Finanzierung von bestimmten Gruppierungen, die Umleitung von Nahrungsmitteln oder Rohstoffen und die Lieferung von Waffen und anderem Gerät zu plötzlichen und massiven Preisschwankungen führen konnten. Aufstände und Kriege konnten die Produktivität von Industriezweigen zum Erliegen bringen, Preise durch die Decke schießen oder gen Null zusammen brechen lassen oder ganze Währungen entwerten. Und Schwankungen bedeuteten in kürzester Zeit enorme Gewinne für den, der sie voraussehen konnte. Die KIs waren nicht dazu konzipiert zu begreifen, was ihr Handeln in der realen Welt bewirkte, und so arbeiteten sie sich weiter an Kennzahlen, Zielwerten und Gewinnprognosen ab, während die Welt Mitte der 40er an allen Ecken in Flammen stand. Zugegeben, wie hätte jemand auch nur Verdacht schöpfen können, schließlich gab es ständig Hunger, Krieg und Chaos. Ein paar weitere Revolten, Bürgerkriege und Polizeiaktionen fielen da kaum weiter auf. Erst der Black Second Crash, in dem das Netzwerk aus KIs seine gesamte Marktmacht genutzt hatte, um in kürzester Zeit konzertiert ein Maximum an Profit zu generieren, ließ ihr Treiben auffliegen. Eine Reihe wichtiger Börsen verboten daraufhin den Einsatz von KIs ab einer bestimmten Komplexität, reglementierten die möglichen Handelsoperationen pro Sekunde und verboten die Kommunikation untereinander. Gleichzeitig erließen eine Reihe von Staaten mehr oder weniger klare Regeln zur Entwicklung und Verwendung von höheren KIs, und die meisten Geheimdienste sahen nun noch genauer hin, was die großen Tech-Konzerne so trieben, besorgt dass die Suche nach immer leistungsfähigeren und profitableren KIs unkontrollierbare Folgen haben könnten. Aber ohne eine internationale Kontrolle ist es nur eine Frage der Zeit, bis künstliche Intelligenzen für Unternehmen, Staaten oder die ganze Welt wieder zu einem Problem werden.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 22.11.2024 | 04:43
Ich hatte mir die Konvois bisher mit Zugmaschinen vorgestellt, wie man sie von Road Trains aus Australien kennt. Aber in der Bowl gibt es jede Menge teils riesiger und entsprechend leistungsfähiger Traktoren, die mit schwierigem Gelände wahrscheinlich viel besser klar kommen und genug Power für improvisierte Panzerung und einen gepanzerten Frachtanhänger haben. Den Traktor mit Dreifachbereifung habe ich in Boise City, Oklahoma rumstehen sehen.
(https://eisparadies.wordpress.com/wp-content/uploads/2024/11/traktor1.jpg)
Es gibt aber auch Modelle mit Ketten, die ich in der Region zumindest bei Händlern hab stehen sehen. Beispielsweise den 9RX 490 von John Deere (https://www.deere.de/de/traktoren/gro%C3%9Ftraktoren/serie-9/9rx490/).
Dadurch könnte das Setting visuell nochmal was eigenes bekommen.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 1.12.2024 | 10:47
Das KI-Thema werde ich wohl aufteilen. Den Crash mit kommunizierenden KIs für den allgemeinen, historischen Teil, und als Kampagnenaufhänger KIs, die Kriege auslösen, um Profite zu generieren. Jemand kriegts raus, muss abhauen (weil Profite generieren schon ganz schön geil ist), natürlich nach Amarillo etc. pp.

Eigentlich müsste ich langsam mal entweder in die Lokalbeschreibungen einsteigen oder die Staaten um die Bowl herum skizzieren, aber dafür müsste ich tiefer in den Kaninchenbau, da fehlt mir irgendwie die Konzentration zu. Daher was einfacheres, Fahrzeuge:
Ich werde die wohl ingame beschreiben, jeweils eher stark modifizierte und umgebastelte Einzelstücke von einem Gebrauchtwagenhändler/Schrottbastler in Syracus Kansas. In der Hell Bowl kauft wohl kaum wer Neuwagen.

Eine erste Liste:
Großer Pickup  (Double Cab)
Kleiner Pickup (Single Cab)
Geländewagen
Trecker mit Dreifachreifen
Trecker mit Ketten
2x Dirt Bike
Muscle Car?
Für Gelände modifizierter Truck
Tuk-Tuk-Transporter?
Diese kleinen, einachsigen Zugmaschinen mit Lenker
Buggy / War Buggy
Frachtdrohne / Bomber
Spähdrohne
Pferd
Muli

Fehlt was wichtiges für die Dust Bowl?
Bei den Muscle Cars muss ich noch überlegen, wie ich den Stil des Spiels haben will. Irgendwie wären die schon ganz cool, aber deren Geländegängigkeit kann man halt in der Pfeife rauchen.
Und bei der Benennung muss ich noch überlegen, ob ich einfach einen Ford F-150 (17. Generation) haben will, oder auf meine fiktiven Konzerne ausweiche. Wobei die vermutlich auch bekannte Marken einfach aufkaufen, wie beim Dodge Ram.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Torsten (Donnerhaus) am 4.12.2024 | 03:57
Was ist mit Gelenk-Landzügen? Wahlweise auf Reifen- oder Kettenchassis.
Oder Hovercrafts. Die sind auch anständig Geländetauglich. Chinesen und Sowjets haben die in ihren Wüsten verwendet. Fressen Sprit wie blöde, aber das kann man ja anders lösen. Zum Beispiel in Form von riesigen atomgetriebenen Hoverships.

Bei den Muscle Cars muss ich noch überlegen, wie ich den Stil des Spiels haben will. Irgendwie wären die schon ganz cool, aber deren Geländegängigkeit kann man halt in der Pfeife rauchen.

Die Geländegängigkeit hängt am Ende vor allem an der Aufhängung und an den Reifen. Dirt Muscle Cars tauschen genau diese beiden Komponenten aus, erhöhen so die Bodenfreiheit und sorgen für ausreichend Grip. Und dann fahren Leute damit Ralleys durch jedes Gelände, für das die meisten anderen Off-Road Fahrzeuge tauglich sind.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 4.12.2024 | 08:14
Ja, an Road Trains hatte ich schon gedacht, daher der modifizierte Truck als Zugmaschine. Wobei ich den Gedanken einfach interessant finde, wenn die Konvois zu einem guten Teil aus getunten und gepanzerten Traktoren mit Anhängern statt aus Trucks mit Anhängern bestehen. Oder halt eine Mischung aus beidem.
Hovercrafts klingt an sich interessant. Muss ich mal drüber nachdenken, ob das gut da rein passt.

Was die Muscle Cars angeht: Ich hab tatsächlich Rally Cars vergessen gehabt. Das ergibt natürlich eine ganz coole Mischung.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 15.12.2024 | 04:16
Hovercrafts habe ich mittlerweile verworfen. In der Dust Bowl dürfte kaum etwas ätzender sein als ein Hovercraft, das in besiedelten Gebieten herumgurkt.

Ich bin mittlerweile bei den Fahrzeugbeschreibungen angekommen, was langsam voran geht, da ich viel rumrecherchieren muss für relativ wenig Text. Ich hab einfach zu wenig Ahnung von real existierenden Fahrzeugen, um das aus dem Handgelenk zu schreiben. Formal gehe ich von einem Fahrzeug pro Seite aus, etwa 950-1150 Zeichen Ingame-Beschreibung (outgame wäre nach drei, vier Fahrzeugen glaube ich zu langweilig zu lesen), einem Werteblock (der erst kommt, wenn ich die entsprechenden Regeln dafür habe) und jeweils eine Illu. Hier mal ein Beispiel für einen Ingame-Text.

Ford Avenger XB GT
Hier haben wir etwas ganz Besonderes. Dieses Prachtstück habe ich für einen Dust Runner anfertigen lassen, aber ihn hat ein Black Blizzard gefressen, bevor wir den Wagen übergeben konnten. Dein Glück! Der Wagen basiert auf einem 52er Ford Avenger XB GT, eigentlich von Vietfast gefertigt, aber unter der Marke Ford hierzulande verkauft. Die Leute wollen halt keine Karren aus Vietnam. Dabei ist der Avenger echt gut geworden. Er bringt mit seinem 5.8 Liter V8 253 PS auf die Straße. Und ich sag dir, es ist nicht leicht hier in der Gegend einen vernünftigen V8 aufzutreiben. Sowas wird kaum mehr hergestellt. Lucky hat den Motor komplett zerlegt, gereinigt und wieder zusammengesetzt, und er hat dabei die ganze Zeit gelächelt als wäre er verliebt. Dazu Geländeaufhängung mit längerem Federweg, ordentliche Reifen und neue Bremsen. Und wir haben den Turbo ersetzt und ihm ordentliche Einlassfilter verpasst, damit er nicht im Staub verendet. Um den Schutz zu erhöhen, kommen noch ein paar Duraditmatten in den Türen und um den Motorraum dazu. Mehr Panzerung ginge zwar, aber der Avenger ist für Geschwindigkeit geschaffen, da wäre jedes Gramm zu viel eine Sünde.


Ansonsten kaue ich immer noch auf dem Problem mit den Drohnen herum. Ich möchte Geld als Ressource verwenden, damit werden Charaktere, die sich auf Drohnen spezialisieren schwierig, da jeder Abschuss sie Ressourcen kostet, während andere Charaktere solche Probleme weniger oder gar nicht haben. Shadowrun hat beispielsweise dieses Problem, was mit daran liegt, dass Drohnen da teils extrem teuer sind. Und ich möchte ungerne mit Ausrüstungsverschleiß oder horrenden Krankenhauskosten arbeiten. Meine bisherige Lösung besteht aktuell darin, die sinnvoll in der Bowl verwendbaren Drohnen möglichst kostengünstig zu halten. Hauptsächlich einfache Quadcopter, ehemalige fliegende Frachtdrohnen etc., die kaum bis gar nichts aushalten, aber zumindest als fliegende Augen oder relativ unpräzise Minibomber verwendet werden können. Gleichzeitig würde ich reine Drohnenlenker als Charaktere auch nicht unbedingt pushen.
Theoretisch gäbe es da zwar noch viel mehr, beispielsweise autonome Farmdrohnen oder Polizeidrohnen, aber die sind entweder für Painkiller uninteressant oder nicht verfügbar.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 16.12.2024 | 21:43
Es sind manchmal die Kleinigkeiten: In den 30ern wurden Flüchtlinge aus der Dust Bowl Okies (da sie aus Oklahoma kamen) oder auch Exoduster genannt. Und ich habe mich echt gefragt, wie die auf den Begriff gekommen sind, weil ich ihn immer in Exo-Duster aufgeteilt hatte.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Torsten (Donnerhaus) am 17.12.2024 | 01:08
Ich dachte Exoduster war der Exodus befreiter schwarzer Sklaven, die aus den Südstaaten nach Kansas gezogen sind. 🤔
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 17.12.2024 | 02:30
Ich gehe da mal von einer Doppelverwendung aus, und von einem Wortspiel.
https://73351304.weebly.com/the-exodusters.html
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Aedin Madasohn am 17.12.2024 | 12:49
Themenfeld KI ... ist vielleicht zu kompliziert gedacht:

geht es dir um das Spiel, oder um eine möglichts detalierte fiktive Historie?
manchmal ist ja weniger mehr bzw. verstellt nicht den Blick zum Spiel

Nach der blinden Ki-Euphorie kam das böse erwachen, dass keine Ki schlauer ist als ihre Ausgangsdaten.
Und viele dieser Datensätze waren schlicht Müll.
Menschen belügten Menschen. Schon immer.
Menschen fälschten Daten, Berichte und Reports. Schon immer.
Schlecht kalibrierte Sensoren lieferten fehlerhafte Datensätze.Schon immer.
...und diese invaliden Daten fütterten die Ki.
Generationen an mehr oder weniger korrumpiert angelernter Ki´en bremsten die eben noch mit Billionen bewerteten Konzerne in der Amortisierung aus, bis die Blase platze. Ganz klassisch. Alles Geld war futsch, in Form von Rechenzentrum-Abwärme landete es im Kühlsee...
Und Dominostein für Dominostein fiel die alte Ordnung über ihre blinde Ki-Gläubigkeit.
tja...und jetzt haben wir den Salat in Form der BigDepression und sind jetzt hier, im GreatGame der DustBowl...

also: invalide Daten und daraus resultieren korrumpierte Ki´en, deshalb will die im Spiel auch keiner mehr so richtig nutzen. Hilfsprogramme ja, wenn man selbst die Daten gecheckt hat, aber keine "fremde" Lösung mehr

solltest du dann später eine ausgetickte Klima-Ki-Steuerung-mit-Solarschirmen-im-Orbit brauchen, um extra schlimme Staubstürme herbeizuschreiben, so würde das immer noch reinpassen in die Historie, die ja nichts vorgibt und nichts verhindert.

willst du etwas Hoffnung keimen lassen, so könnte ja ein Abschuss von Orbitalschirmen organisiert werden
willst du eine Hoffnung gefährden, so aktiviert sich die Klima-Ki gerade wieder und stiftet Chaos in der Atmosphäre
für ein Abenteuer würde das reichen
 
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Doc-Byte am 18.12.2024 | 00:24
Ich glaub ich muss aus meinen US-YT-abos mal ein paar coole Autos rausfiltern, die man als Inspiration verwenden könnte, auch wenn die meisten davon Rockcrawler sind. :think: Einfach nur ein paar Kanalnamen in den Raum zu werfen, dürfte ja nur bedingt hilfreich sein. Besser ich suche mal ein paar Timestamps zusammen. - Also, bei Interesse. :)
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 6.01.2025 | 12:26
Was KIs angeht, möchte ich sie zwar im Setting drin haben, aber nicht als dominierendes Thema. Ich habe einen Bekannten, der sich in dem Bereich ganz solide auskennt (Informatikprof). Ich gehe für mein Setting davon aus, dass KIs grundsätzlich in relativ eng gesteckten Aufgabenfeldern ganz gut funktionieren, aber die Entwicklung sich verlangsamt hat und es einige ziemliche Fails gab, zum Beispiel KIs relativ schwach kontrolliert auf den Aktienmarkt loszulassen. Ich hab immer noch einen Aufhänger um einen Sexroboter-Bastler im Kopf, der aus den Südstaaten fliehen musste wegen Perversion, und weil er seinen Bots persönlichkeitssimulierende KIs eingebaut hat. Aber die ganze KI-Frage habe ich noch nicht final ausdefiniert.

Aktuell versuche ich das Grundgerüst für Testcharaktere zu schaffen, ganz 08/15 mit vier Attributen und einer Skillliste (halbwegs kurz), wobei Skills aktiv sein müssen. Also man kann sie haben, aber man hat nicht automatisch alle. Ich hab nur noch keinen guten Begriff für einen Skill, der Feinmotorik abdeckt (im Gegensatz zur Athletik), aber nicht "Feinmotorik" heißt. Entwickler-Kleinklein halt.

Nebenher mache ich dabei noch bei den Fahrzeugen weiter.

Edit:
Ein erster Überblick, wie so ein Charakter aussehen könnte. Attribute sind am Anfang zwischen 1-5, Skills, wenn gekauft, auch 1-5. Wenn man einen Skill nicht hat, kann man mit 1W6 mit Mindestwurf +1 drauf würfeln. Ich spiele mit dem Gedanken den ersten Würfel auch als Mechanik für Crits zu nutzen. Der muss dann optisch von den anderen unterscheidbar sein. Bei zwei aufeinanderfolgenden 1en gibts einen negativen Nebeneffekt, bei zwei aufeinanderfolgenden 6en ein positiver Nebeneffekt.
Alles nicht übermäßig innovativ, aber für das Spiel mag ichs eher klassisch.

Attribute
Konstitution
Beweglichkeit
Intelligenz
Wille

Abgeleitete Werte
Reaktion: (Bew+Int)/2
Ini: Reaktion + 1W6
 
Pools
Action (Bew+Int)/2
Sozial (Bew+Int)/2
Freak (Int+Will)/2 (Magiepool)
Gegebenenfalls Fahren

Skill-Liste
Kampf
Nahkampf
Pistolen
Gewehre
Schwere Waffen

Fahrzeuge
Motorräder
Autos
Schweres Gerät
Flugzeuge
Drohnen

Körperliches
Athletik
Feinmotorik
Mechanik

Geistiges
Wissen (Fachgebiet) (Fachgebiete in einem gewissen Rahmen frei wählbar. Da könnten am Start kostenlose Zusatzpunkte drauf gehen)
Computer
Wahrnehmung
Abnormes (Magieersatz)

Gesellschaft
Einschüchterung
Verhandlung
Einschätzung

Kniffe und Macken 
(Mischung aus Vorteilen/Feats und Nachteilen)
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 11.01.2025 | 20:01
Wie andernorts angemerkt scheinen Rollenspiele mit übernatürlichen Elementen besser zu laufen als welche ohne. Also kriegt natürlich auch Painkiller entsprechende Elemente, sowohl mit den fremdartigen Kreaturen, die sich im Staub verbergen, aber auch mit "Castern".
Ich tendiere momentan zu zwei Varianten, und zwar Priestern und sowas ähnliches wie Hexen.
Ich werde versuchen den Schweizer-Taschenmagier zu vermeiden und die Fähigkeiten jeweils recht spezifisch zu halten. Ihre Kräfte beziehen die Caster jeweils unbewusst aus dem Wurzelnetzwerk des Pando. Dazu muss vor dem eigentlichen, übersinnlichen Akt erstmal der konzentrierte Saft des Baums konsumiert werden, ob als Tee, in Whiskey gemischt oder als Pulver geschnupft.
Im Spielablauf sieht das dann folgendermaßen aus:
Es braucht eine Aktion, um das Zeug zu konsumieren. Dazu sagt man an, wie viele Stufen an Konzentrat man zu sich nehmen will. Das Konzentrat erzeugt je nach Stufe mehr oder weniger Betäubungsschaden (den man via Konsti reduzieren kann). Danach kann man Zauber nutzen, die maximal die Stufe des Konzentrats haben dürfen. Jeder gecastete Zauber senkt die verbleibende Konzentratstufe dann um seine Stufe. Man kann sich also als  Spieler überlegen, ob man sich lieber gleich diverse Stufen Konzentrat reinknallen will, mit entsprechenden negativen Folgen, dafür aber dann mehrere Runden Zauber schmeißen kann, oder ob man das Konzentrat schlückchenweise in niedrigen Stufen nimmt, um abwechselnd zu zaubern und zu trinken/schnupfen, wodurch man insgesamt mehr Aktionen verbraucht. Nutzt man die Konzentratstufen nicht innerhalb von ein paar Minuten, verfallen sie.
Mit einem passenden Casterskill checkt man dann, ob und wie stark der Zauber wirkt, wobei da die Zauberstufen reinspielen. Sie definieren auch wie einfach oder schwierig es ist ihm zu widerstehen.
So wird das Zaubern reglementiert, ohne dass man Manapunkte, Slots o.ä. braucht, und man kann als Spieler in gewissem Rahmen mit Effektivität und Risiko spielen.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: schneeland am 11.01.2025 | 21:12
Klingt mechanisch jetzt erstmal brauchbar. Wobei ich mich gerad' frage, ob es wirklich zwei Arten von Sprücheschleuderern braucht, oder ob es nicht schon die Dustbowl-Hexer/n tun würden. Immerhin brauchen ja, wenn ich das richtig verstehe, ohnehin alle ihre Dosis Wurzeldroge, um wirklich was zu tun.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 11.01.2025 | 21:29
Brauchen vielleicht nicht, aber ich möchte eine gewisse Auswahl und bin kein "Free for All"-Zauberauswahl-Fan.
Regelmechanisch werden dabei beide gleich ablaufen, aber sie kriegen halt unterschiedliche Zauber mit passenden Schwerpunkten.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: schneeland am 11.01.2025 | 21:45
Ok, da hatte ich jetzt angenommen, dass evtl. bestimmte Zauber nur bestimmten Fraktionen zur Verfügung stehen. Kann man dann aber natürlich auch über die Mystische Schule/Tradition abhandeln - in dem Fall würde ich dann sogar sagen, es wäre ggf. auch Platz für eine 3. oder 4. Schule.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 11.01.2025 | 23:07
Klar, das ist dann erweiterbar. Für ein Grundregelwerk wird das denke ich erstmal reichen.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 18.01.2025 | 21:28
Momentan denke ich noch auf dem übernatürlichen Part herum. Erst einmal geht es um die Frage, wie stark sich "Zauber" auf die Spielwelt auswirken sollen. Ich tendiere da deutlich weg von Shadowrun mit unsichtbaren, levitierenden Manablitzschmeißern hin zu Fähigkeiten, die von außen auch mit Glück, besonderem Talent oder "einem Händchen/eine Nase für X" erklären lassen könnten. Das hängt auch stark am Bild des Settings, das ich im Kopf habe. Ich möchte halt eher Richtung Mad-Max-Western mit etwas Cyberpunk und weniger Richtung "Magerun", wohin Shadowrun wohl immer mehr geht.
Außerdem werde ich wohl weg von festen Rollen (wie Priester) und hin zu Funktionen wie "Sprecher" gehen, die dann als Politiker, Sänger, Geschäftsleute oder Gangleader Fähigkeiten nutzen können, um Menschen zu manipulieren.
Man könnte dann eine Fähigkeit "Sprecher" nehmen, die dann als "kleine" oder "große" Anwendung genutzt werden kann, um beispielsweise einzelne Personen oder ganze Gruppen emotional zu manipulieren o.ä. Die Kosten in der Vergiftung durch das Konzentrat hängt dann mit der Größe der Anwendung zusammen. Je größer der Bums, desto schmerzhafter vorher die Vergiftung.
Entsprechende Skills kann man ja beim Steigern entsprechend teurer gestalten, wenns da beim Balancing kneifen sollte.
Nischen wären dann beispielsweise Sprecher (also Manipulation von Menschen), Scouts (Orientierung in Staubstürmen, Wasser finden, allgemein Dinge finden, die im Staub verborgen sind usw.), vielleicht was mit Tieren, Maschinen, Feuer, Sport/Athletik, Heiler natürlich usw.
Es darf dann nur nicht "mundane" Charaktere entwerten. Aber das hängt dann auch stark von Preis und Wirkung der Cyberware alias Biotronics/Neurotronics ab.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 26.01.2025 | 00:17
Mir rennt sowas von das Weltendesign davon... ich hatte zwar mit den Free American States, quasi den "neuen Südstaaten", eine offen rassistische, reaktionäre USA geplant gehabt, aber alter Falter, überholen die mich gerade auf der rechten Spur. Klar, offener Rassismus, Mehrklassengesellschaft, Sundown States, überbordende legalisierte Sklaverei über privatisierte Arbeitslager, juristische Freifahrscheine nach Kontostand, Gesinnungsjustiz etc., aber doch nicht gleich sofort und mit dem Tintenfisch ins Gesicht.
Naja, wenigstens ergibt es dann aber auch mehr Sinn, dass Kanada ein paar der Grenzstaaten nach Bitten um Unterstützung besetzt haben.
Der Motivation hilft das aber auch nur bedingt.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Doc-Byte am 26.01.2025 | 01:33
Vielleicht wäre es eine Option das Konzept quasi umzudrehen. Statt der Abspaltung einiger "radikaler" Staaten von den USA haben sich vielleicht die gemäßigten Bundesstaaten aus den USA verabschiedet... Allerdings, wenn man die aktuelle reale Situation da drüben anschaut, wäre das wohl nicht ohne einen zweiten Sezssionskrieg vorstellbar. :think:

Hey, warte mal! Kann man die US Westküste von Alaska bis Kalifornien und vielleicht die nördlichen Bundesstaaten bis zu den Great Lakes mit Kanada und Grönland zu den UNAS (United North American Staates) verschmelzen und den verbleibenden Osten und Süden zusammen mit einem "aus Gründen der Grenzsicherung" besetzten Mexiko zu den SAFS (Southern American Free Staates) machen? - Wobei, ich würde vielleicht Kalifornien aus den UNAS raus nehmen und zusammen mit Nevada, Utah und Arizona zur CGR (California Grand Republik) erklären. Evtl. erweitert um das mexikanische Baja California, das so dem Anschluss an die SAFS entkommen ist.

Historisch gesehen würde das wiederspiegeln, dass sich Kalifornien afaik schon im amerikanischen Bürgerkrieg versucht hat, so weit wie möglich rauszuhalten und außerdem ermöglichen drei große Fraktionen mehr "Interaktionsmöglichkeiten" und Dynamik als nur zwei, die sich gegenseitig in der Wage halten.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 26.01.2025 | 01:47
Das ist im Groben auch so angedacht. Die Westküstenstaaten haben ihren eigenen, gesellschaftsliberalen und marktradikalen Oligarchen-Staat aufgemacht, ein guter Teil der Ostküste auch (und beide Seiten kooperieren mehr oder weniger gut), im Süden sind die "Conservatives" (natürlich auch marktradikale Oligarchie) mit Texas als halb teilhabender Freistaat, und dazwischen Staaten, die mal in die eine und mal in die andere Richtung pendeln. Im Norden sind dazu ein paar Staaten mehr oder weniger von Kanada besetzt/befreit und New Mexico ist Spielplatz mexikanischer Familien/Kartelle.
Das Problem ist eher, dass die Amis gerade den politischen Verstärker auf 11 drehen. Es klingt halt immer alles unplausibel, bis es irgendein Idiot tatsächlich macht. Ist halt das alte Shadowrunproblem.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Doc-Byte am 26.01.2025 | 02:06
Near Future Settings sind natürlich meistens "Settings auf Abruf", dir irgendwann von der Realität überholt werden. Man könnte sich da jetzt auch voll drauf stürzen und sich was ausdenken, was aus den Plänen von Donnie hervorgehen könnte. Bspw. einen Blitzkrieg mit Dänemark und anschließende massive Sanktionen der EU, die zusammen mit den abspringenden Investoren aus den Nahen Osten für eine desolate US Wirtschaftslage führen. Wenn China sich dann noch denkt, "cool bei dem Spiel wollen wir mitmachen und besetzen mal eben Taiwan, weil sich die US da nicht mehr für interessieren", gerät das (hoffentlich fiktive) globale poltische Gefüge völlig aus den Bahnen...

Aber damit kann man sich halt als Autor auch schnell die Finger verbrennen, wenn im besten Fall die kruden Ideen des neuen US Präsidenen zumindest nicht in der radikalsten Form umgesetzt werden oder aber auch, wenn sich die Realität tatsächlich ähnlich katastrophal oder gar noch schlimmer entwickelt und man sich fragen muss, ob man daraus noch ein Szenario für ein Rollenspiel basteln möchte. :-\

Ich kann verstehen, dass du da gerade in der Zwickmühle steckst.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 28.01.2025 | 03:58
Ich hatte eh vor die Zeit zwischen jetzt und ca. 2045 nur sehr andeutungsweise zu beschreiben, von daher komme ich da drum herum. Es zieht mich halt nur etwas runter. Aber wie so oft: Dagegen hilft nur Disziplin. Daher habe ich mal probeweise eine erste Lokalbeschreibung fertig gemacht:

Happy, Texas
Anführer: Happy King
Einwohner: ca. 140
Bewaffnete: 45
Ankauf: Getreide, Mais, Stoffe, Zucker
Verkauf: Alkohol, Backwaren, Honig, Kleidung, Schmuck


“Ich bin also gerade auf dem Weg nach Happy, da seh ich wie ein Motorradhelm aus einer Düne raus ragt. Ich geh hin und mache das Visier hoch, da schaut mich aus dem Helm raus einer von den Chrome Masters an. Ich frage ihn, ob ich ihn mitnehmen soll, da meint er: Nein, kein Problem, ich sitz auf meinem Bock, ich fahr selbst.”
# Skin’n’Bones, Amarillo

“Happy, the town without a frown! Financial center of the universe”
# verwittertes Werbeschild an der I-27

Wenn man von Amarillo aus den Resten der I-27 Richtung Süden folgt, landet man nach gut 30 Meilen in Happy. Eigentlich ist Happy eines von diesen kleinen Käffern, die schon durch ihre Silotürme aus der Ferne zu erkennen sind. An einer Stichstraße zwei, drei Dutzend Einfamilienhäuser, ein paar Werkstätten, Gärten, drumherum ein Zaun aus Schrott und Stacheldraht, das Übliche. Damit hört das Übliche aber auch wieder auf, denn Happy ist das Königreich des Happy King. Der King, alias Jose Fernandez, ist ein alternder Latino, eher klein und etwas gedrungen, mit beeindruckendem Bart. Er wirkt eigentlich wie der nette, etwas seltsame Onkel, aber ich hab gehört, dass er auch anders kann, wenn es sein muss. Seine Familie schmeißt den ganzen Laden, und er selbst tritt als Bürgermeister und Reverent in der Happy Church auf, die mitten im Dorf liegt. Es heißt, dass er in den 40ern der Anführer einer Knastgang im Polunsky Unit in Polk County war. Aber mittlerweile hat er zu Gott gefunden, zumindest behauptet er das. Trotzdem sind die nördlichen Silotürme zu einer ziemlichen Festung ausgebaut worden, und auch die Silos im Süden von Happy sind immer mit einem Ausguck besetzt. Wichtiger als der Happy King ist aber das, was er braut: Alkohol. Einerseits brennt er einen wirklich guten Bourbon. Aber den Umsatz machen die großen Destillen bei der Silofestung. Den hochprozentigen Fusel verkauft er hauptsächlich an die Pains in Amarillo, die ihn für ihre Karren und Bikes brauchen. Nicht, dass sie ihn sich nicht auch in den Schädel kloppen, aber ohne das Ethanol vom Happy King wären so manche Pains Fußgänger.  Entsprechend sind die Verbindungen zwischen den Pains von Amarillo und dem King ganz gut. 

> Mal Karten auf den Tisch: Jede Pain Gang, die nicht völlig neben der Spur ist, könnte den Laden überrollen. Der Zaun ist ein Witz und die paar Hansel kriegt man schon klein. Klar, die Silofestung hats in sich, aber kaputt kriegt man alles. Aber: Die Pains brauchen den Sprit, und ein geplündertes Happy ist ein unproduktives Happy. Und das würde die Pains in Amarillo nicht sehr, nun, happy machen.
> Doc Jack


Am nördlichen Rand von Happy betreibt die gut 80jährige Aunt Lizzy die “Lonesome Dove”, einen kleinen Laden, in dem sie uralten Türkisschmuck, Steppdecken, aber auch Honig, Marmelade, Kuchen und Früchtetee verkauft. Ach ja, und Hosen. Das meine ich ernst. Lizzy näht sie zusammen mit einigen anderen aus Happy selbst mit alten Nähmaschinen, und sie passen wie angegossen und halten echt was aus. Man muss nur Zeit mitbringen, denn oft stapeln sich die Bestellungen bei ihr. Obwohl der Laden völlig ungeschützt noch vor dem Schrottzaun von Happy in einem roten Farmhaus residiert, scheint sich bisher kein Pain an ihm vergriffen zu haben. Das mag auch mit dem herzlichen Wesen von Lizzy Elders zusammenhängen, die mit Freundlichkeit und unerschrockener Offenheit mit jedem Besucher umgeht, als wäre es ihr leiblicher Enkel. Tatsächlich ist sie bei vielen der Pains aus Amarillo so beliebt, dass es vermutlich mit jedem ein hässliches Ende nehmen würde, der sich an der kleinen, zerbrechlich wirkenden Dame vergreift. Da Lizzy viel zu tun hat und die Nachfrage nach hausgemachten Früchtetees eher gering ist, ist die Lonesome Dove nur Samstags geöffnet.

Genau auf der anderen Seite, ein gutes Stück südwestlich, aber noch in Sichtweite der Silos, befindet sich der Happy Cemetery. Bei einigen Leuten in der Region bis rauf nach Boise City hält sich der Aberglaube, dass ein glückliches Nachleben im Jenseits auf einen wartet, wenn man auf dem Happy Cemetery begraben wird. Na, zumindest weiß der Happy King, wie man sowas würdig über die Bühne bringt, mit schwarzen Anzügen, Grabträgern und so weiter. Vielleicht doch besser, als als Gerippe unter einer Düne zu enden.

> Bei den Death Dealers kann man eine Art Versicherung abschließen, dass man auf dem Happy Cemetery landet. Man zahlt eine bestimmte Summe ein, und wenn man irgendwo tot über den Zaun hängt, wird das Leichengeld öffentlich gemacht. Quasi wie Kopfgeld, nur mit Toten. Wer die Leiche dann in Amarillo abliefert, kriegt die Knete. Natürlich sollte man die Sache geheim halten, ansonsten könnte jemand auf die Idee kommen einem eine Kugel zwischen die Augen zu jagen, die Leiche abzuliefern und das Geld einzustreichen. Ach ja, und sie machen einen DNA-Test mit der Leiche. Da macht man sich keine Freunde, wenn man irgendwen abliefert. 
> The Real Dave

 
Was gibts sonst noch zu erwähnen? Jedes Jahr am 04. Juli, am Unabhängigkeitstag, findet ganz in der Nähe des Friedhofs ein Rodeo statt. Es ist nicht sonderlich spektakulär, aber dafür fiesst der Bourbon in Strömen.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 13.02.2025 | 12:37
Mittlerweile bin ich mit dem ersten Hotspot fertig. Amarillo ist quasi Hauptstadt der Pains, dazu kommen Happy im Süden und Cactus im Norden mit deutlich kürzeren Beschreibungen.
Ursprünglich hatte ich vor in Wichita Falls eine größere Pain Gang zu stationieren, aber das wäre wieder Nordtexas und dazu sehr nah an Dallas, was nicht so richtig funktioniert. Ich möchte trotzdem Wichita Falls mit drin haben, weil ich da zum ersten Mal die verfallene und abgehängte Seite des ländlichen Amerikas gesehen habe.
Beim Schreiben hat sich gezeigt, dass ich mit der Kombination aus Zitaten, Ingame-Erzähler und dem dazwischen gestreuten "Shadowtalk" auf Outgame-Texte jenseits von den kleinen Tabellen am Anfang der jeweiligen Locations verzichten kann. Mal schauen, ob sich das so durchhalten lässt.

Die große Pain Gang, der Metal Meltdown, wird wohl nach North Platte, Nebraska umziehen und damit einen recht weit nördlichen Schwerpunkt setzen. Das Städtchen liegt ganz günstig und hat zudem einen für die Region großen Flughafen, was mir für die Beschreibung der Gang sehr zu pass kommt. Außerdem liegt da die Ranch von Buffalo Bill, was will man also mehr?

Damit hätten wir dann eine Perlenkette von Schauplätzen beginnend in Fort Worth über Amarillo, Boise City (OK), dem Dreieck Garden City -  Syracuse - Ulysses in Kansas bis nach North Platte.

Ich hatte mir eigentlich vorgenommen das Thema "Indianer" nur recht oberflächlich zu thematisieren, weil ich mich da nicht sonderlich gut auskenne und es sonst vielleicht zu klischeehaft wird. Gut, vielleicht nicht so übertrieben klischeehaft wie bei Shadowrun, aber trotzdem. Aber nachdem die aktuelle Regierung versucht Indianern die Staatsbürgerschaft zu entziehen, fühle ich mich provoziert. Die Lakotas fordern seit Jahrzehnten die Black Hills zurück (Details dazu (https://www.pbs.org/newshour/arts/north_america-july-dec11-blackhills_08-23)), und mit der schwachen staatlichen Kontrolle in der Bowl hätten sie durchaus eine Chance sie sich zurückzuholen.

Anbei die überarbeitete Version von Happy. Ich war mit vielen Details unzufrieden. Passiert halt, wenn man sowas Nachts um 3 schreibt. Vielleicht ists ja interessant zu sehen, wie Texte sich über die Zeit so ändern können.

Happy, Texas
Anführer: Happy King
Einwohner: ca. 140
Bewaffnete: 45
Ankauf: Getreide, Mais, Stoffe, Zucker
Verkauf: Alkohol, Backwaren, Kleidung, Schmuck

“Ich bin also gerade auf dem Weg nach Happy, da seh ich wie ein Motorradhelm aus einer Düne rausragt. Ich geh hin und mache das Visier hoch, da schaut mich aus dem Helm raus einer von den Chrome Masters an. Ich frage ihn, ob ich ihn mitnehmen soll, da meint er: Nein, kein Problem, ich sitz auf meinem Bock, ich fahr selbst.”
# Skin’n’Bones, Amarillo

“Happy, the town without a frown! Financial center of the universe”
# verwittertes Werbeschild an der I-27

Wenn man von Amarillo den Resten der I-27 Richtung Süden folgt, landet man nach gut 30 Meilen in Happy. Eigentlich ist Happy eines von diesen kleinen Käffern, die schon durch ihre Silotürme aus der Ferne zu erkennen sind. An einer Stichstraße zwei, drei Dutzend Einfamilienhäuser, ein paar Werkstätten und Gärten, das Übliche. Interessant ist Happy aber trotzdem, denn es ist das Königreich des Happy King. Der King, alias Jose Fernandez, betreibt die Destillen von Happy und stellt den besten Bourbon im Umkreis von 200 Meilen her. Er wirkt mit seinem Rauschebart und seinem Bierbauch eigentlich wie der nette, etwas seltsame Onkel, aber ich hab gehört, dass er auch anders kann, wenn es sein muss. Er tritt gerne als Bürgermeister und Reverent in der Happy Church auf, die mitten im Dorf liegt, während seine Familie das restliche Dorf auf Trab hält. 

> Der Happy King war in den 40ern Anführer der Tangos im Polunsky Unit in Polk County. Lasst euch also von seiner Netter-Typ-Tour nicht einwickeln. Dass er mittlerweile zu Gott gefunden hat, nehme ich ihm nicht ab. 
> Cimarron Toast

Während das Dorf selbst bloß von einem Zaun aus Schrott und Stacheldraht geschützt wird, sind die Silotürme im Norden zu einer ziemlichen Festung ausgebaut, und die Silos im Süden von Happy sind zumindest mit einem Ausguck besetzt. Wie schon gesagt, der Happy King brennt in seiner kleinen Brennerei einen richtig soliden Bourbon. Aber den Umsatz machen die großen Destillen bei der Silofestung. Den hochprozentigen Fusel verkauft er hauptsächlich an die Pains in Amarillo, die ihn für ihre Karren und Bikes brauchen. Nicht, dass sie ihn sich nicht auch in den Schädel kloppen, aber ohne das Ethanol vom Happy King wäre so mancher Pain Fußgänger.  Entsprechend sind die Verbindungen zwischen den Pains von Amarillo und dem King ganz gut. 

> Mal Karten auf den Tisch: Jede Pain Gang, die nicht völlig neben der Spur ist, könnte den Laden überrollen. Der Zaun ist ein Witz und die paar Farm Boys kriegt man schon klein. Klar, die Silofestung hats in sich, aber kaputt kriegt man alles. Der Punkt ist: Die Pains brauchen den Sprit, und ein geplündertes Happy ist ein unproduktives Happy. Und das würde die Pains in Amarillo nicht sehr, nun, happy machen.
> Doc Jack

> Jose hat aus seiner Zeit im Knast sicher noch Connections zu den Familias in El Paso. Von daher würde es mich nicht überraschen, wenn er in seinem Siloturm mehr Feuerkraft hat, als man bei ein paar Landeiern erwarten würde. Seine beiden Söhne Alejandro und Erasmo kümmern sich um die Destillen und den Schutz von Happy. Angeblich hat Jose noch eine Tochter, die irgendwo an der Westküste auf ein College geht, aber dazu ist kaum was herauszufinden.
> Private I

Am nördlichen Rand von Happy betreibt die gut 80jährige Aunt Lizzy die “Lonesome Dove”, einen kleinen Laden, in dem sie uralten Türkisschmuck, Steppdecken, aber auch Honig, Marmelade, Kuchen und Früchtetee verkauft. Ach ja, und Hosen. Das meine ich ernst. Lizzy näht sie zusammen mit einigen anderen aus Happy selbst mit alten Nähmaschinen, und sie passen wie angegossen und halten echt was aus. Man muss nur Zeit mitbringen, denn oft stapeln sich die Bestellungen bei ihr. Obwohl der Laden völlig ungeschützt noch vor dem Schrottzaun von Happy in einem roten Farmhaus residiert, scheint sich bisher kein Pain an ihm vergriffen zu haben. Das mag auch mit dem herzlichen Wesen von Lizzy Elders zusammenhängen, die mit Freundlichkeit und unerschrockener Offenheit mit jedem Besucher umgeht, als wäre es ihr leiblicher Enkel. Tatsächlich ist sie bei vielen der Pains aus Amarillo so beliebt, dass es vermutlich mit jedem ein hässliches Ende nehmen würde, der sich an der kleinen, zerbrechlich wirkenden Dame vergreift. Da Lizzy viel zu tun hat und die Nachfrage nach hausgemachten Früchtetees eher gering ist, ist die Lonesome Dove nur Samstags geöffnet.
Genau auf der anderen Seite, ein gutes Stück südwestlich, aber noch in Sichtweite der Silos, befindet sich der Happy Cemetery. Bei einigen Leuten in der Region bis rauf nach Boise City hält sich der Aberglaube, dass ein glückliches Nachleben im Jenseits auf einen wartet, wenn man auf dem Happy Cemetery begraben wird. Na, zumindest weiß der Happy King, wie man sowas würdig über die Bühne bringt, mit schwarzen Anzügen, Grabträgern und so weiter. Vielleicht doch besser, als als Gerippe unter einer Düne zu enden.

> Bei den Death Dealers kann man eine Art Versicherung abschließen, dass man auf dem Happy Cemetery landet. Man zahlt eine bestimmte Summe ein, und wenn man irgendwo tot über den Zaun hängt, wird das Leichengeld öffentlich gemacht. Quasi wie Kopfgeld, nur mit Toten. Wer die Leiche dann in Amarillo abliefert, kriegt die Knete. Natürlich sollte man die Sache geheim halten, ansonsten könnte jemand auf die Idee kommen einem eine Kugel zwischen die Augen zu jagen, die Leiche abzuliefern und das Geld einzustreichen. Ach ja, und sie machen einen DNA-Test mit der Leiche. Da macht man sich keine Freunde, wenn man einfach irgendwen anderes abliefert. 
> The Real Samurai

Was gibts sonst noch zu erwähnen? Jedes Jahr am 04. Juli, am Unabhängigkeitstag, findet ganz in der Nähe des Friedhofs ein Rodeo statt. Es ist nicht sonderlich spektakulär, aber dafür fließt der Bourbon in Strömen.

 
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: schneeland am 13.02.2025 | 16:56
Liest sich schon mal ganz gut, finde ich  :d
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 15.02.2025 | 20:25
Es zeichnet sich recht deutlich ab, dass die Locationbeschreibungen sich in kurze und lange Beschreibungen auftrennen.
Amarillo zum Beispiel wird bei 3500 Zeichen pro Seite gut 9 Seiten haben, während die kurzen wie Happy mit 1-2 Seiten auskommen. In der Summe dürfe das, was ich mir an Lokalbeschreibungen vorgenommen habe, dann auf rund 50-60 Seiten rauskommen.
Die Locations mit den kurzen Beschreibungen beleuchten meist nur eine Facette des Settings oder haben eine spezifische erzählerische Funktion. Beispielsweise ein Handelsposten wie Happy oder ein Gefängnis in einer Salzmine als Abenteueraufhänger.
Die größeren Locations haben hingegen meist mehrere Fraktionen, eine ganze Reihe an NSCs und können damit als Abenteuerschauplatz unterschiedliche Funktionen einnehmen. Ich hadere noch etwas damit, was für Infos jeweils rein müssen und wie ausgiebig ich bestimmte Elemente beschreiben muss, damit sie einerseits genug Futter bieten aber andererseits nicht zu ausgewalzt wirken. Erfahrungsgemäß neige ich eher dazu zu viele Infostückchen in zu wenig Text zu stopfen als zu viel Platz mit Schwurbel zu füllen, aber das ist eine subjektive Sache.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 21.02.2025 | 21:13
Fort Boise ist etwas kürzer geworden als erwartet. Aber da wohnen auch nur 200 Leute und ich wollte nicht zu viel Kleinkram auswalzen.

Ich werde wohl noch einen Schauplatz am westlichen Teil des Arkansas Rivers aufmachen müssen, mit einem Fokus auf Las Animas an der Mündung des Purgatoire River. Ein Stück weiter östlich ist noch das Zebulon Pike Monument. Würde man sich die Namen so ausdenken, würde man vermutlich nicht ernst genommen.

Ich habe mir überlegt, dass es nicht ganz unrealistisch sein könnte, wenn der Fluss einfach privatisiert wird und die Wassernutzung von einem Konzern rationiert und abgerechnet wird. Mangels Alternativen ein profitables Monopol mit jede Menge Konfliktpotential.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 24.02.2025 | 07:35
Mittlerweile läuft es mit den Lokalbeschreibungen zunehmend fließender, weil ich mit mir selbst immer mehr auf die Weltenlogik und die Mechanismen des Hintergrundes geeignet habe. Ich hab mal eine grobe Überblickskarte gebastelt, welche Locations schon halbwegs fertig sind (in grün) und welche noch gemacht werden müssen (in rot). Ich habe nicht vor alles flächig zu beschreiben, da das glaube ich wenig Spielwert hat und man sich mit ein bisschen Googlen und Google-Streetview auch sein eigenes Hell Bowl-Dörfchen bauen kann. Da ist es mir lieber, dass die rausgegriffenen Locations sich a) gut über die Karte verteilen und b) jeweils was eigenes haben, was sie individuell und spielerisch interessant macht.
(https://eisparadies.wordpress.com/wp-content/uploads/2025/02/hellbowl-locations.png)
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 25.02.2025 | 18:06
Mal eine technische Frage:
Kann man in einem Sandsturm mit einer Wärmebildkamera speziell Menschen, aber auch allgemein die Umgebung besser sehen als ohne?
Und wie sieht es mit Restlichtverstärkung aus?
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 2.03.2025 | 19:19
Ich gehe mittlerweile davon aus, dass Infrarotsicht in Sandstürmen etwas hilft, Restlicht hingegen nicht.

Wie die Frage aber schon vermuten lässt: Ich mache einen kleinen Ausflug in die Ausrüstung.
Natürlich gibt es auch Cyberware, unter dem Label Neurotronics bzw. Biotronics. Ich versuche da etwas aus der Shadowrun-Denke rauszukommen, wie sowas aufgebaut sein müsste, aber gleichzeitig den praktischen Aspekt mitzunehmen. Infrarotsicht ist halt arschpraktisch. Die einzelnen Implantate sind aber nicht eigenständig, sondern bauen mehr oder weniger auf einander auf. Für alles braucht man erstmal eine Schnittstelle zwischen Gehirn und einem Minicomputer im Schädel, über den dann wiederum die verschiedenen "Sinneserweiterungen" laufen. Bisher sieht das, noch ohne Werte und Kosten, ungefähr so aus:

NeuroCore
Der NeuroCore bildet die Basis für die meisten Neurotronics. Er bildet die Verbindung zwischen Technik und menschlichem Gehirn und bietet genug Speicherplatz und Rechenleistung für die meisten Anwendungen. Die Implantation von NeuroCores ist zwar mittlerweile ein Standardeingriff, aber da Elektrodenfolien mit Teilen des Großhirns verbunden werden müssen, birgt jeder Eingriff ein gewisses Risiko auf Hirnschäden. Der NeuroCore lässt sich mit einer ganzen Reihe von Neurotronics-Modulen erweitern. 
Die Software von NeuroCores, die man in der Bowl bei eher fragwürdigen Ärzten erhalten kann, ist meist gecrackt oder gleich neu geschrieben, da firmenseitige Software regelmäßige Updates einfordert und das Leistungsspektrum der Systeme einschränkt, wenn nicht regelmäßig Serviceverträge bezahlt werden. Außerdem werden bei solchen Updates oft gleich Bewegungsdaten und andere Informationen aus dem NeuroCore ausgelesen, was den meisten Okies so gar nicht passt.

NeuroPorts 
Die häufigste Erweiterung des NeuroCores ist ein NeuroPort, der über eine Buchse am Hinterkopf oder Nacken eine physische Verbindung für externe Geräte ermöglicht. Über NeuroPorts kann über Kabelverbindungen oder eine Wifi-Antenne das NeuroNet, Fahrzeuge, Waffen mit GunConnect oder andere Elektronik angesteuert werden. Manche lassen sich einen zusätzlichen Port am Unterarm implantieren, um leichter Geräte anschließen zu können, die sie in den Händen halten.

Optischer Link
Augenmodifikationen gehören zu den besonders beliebten Neurotronics. Allen gemein ist, dass sie zuerst einen optischen Link zum NeuroCore benötigen. Ist dieser am Sehnerv implantiert, können weitere Implantate hinzugefügt werden. Der Link selbst bietet aber bereits gewisse Vorteile. So kann der NeuroCore selbstständig Blendeffekte kompensieren.

Restlicht
Dieses reine Software Update des optischen Links optimiert die aus dem Sehnerv extrahierten Daten und ermöglicht so auch die Orientierung bei sehr geringem Umgebungslicht.

Expanded Reality
Durch dieses Implantat können visuelle Eindrücke in das Sichtfeld projiziert werden, entweder als scheinbar im Raum stehende Einblendungen oder als vollständiger Ersatz für das natürliche Sichtfeld. Somit lassen sich sowohl virtuell Informationen, digitale Dekoration und auch Werbung in die reale Umwelt integrieren als auch reine Unterhaltungs- oder Informationsinhalte abspielen.

Neurotronisches Augenimplantat
Augen können vollständig durch ein neurotronisches Implantat ersetzt werden. Bei starken Sehbeeinträchtigungen, Verletzungen oder Zerstörung des Auges ist ein solcher Ersatz nicht ungewöhnlich. Neurotronische Augen werden paarweise implantiert, da eine Kombination aus Implantat und natürlichem Auge schnell zur Desorientierung, Übelkeit und Schwindel führt.

Spektralerweiterung
Die Spektralerweiterung des neurotronischen Augenimplantats erweitert das Sichtspektrum auf Infrarot und Ultraviolett. Die Erweiterung kann über den NeuroCore aktiviert und deaktiviert werden. Besonders Infrarotsicht ist in der Bowl beliebt, da sie eine bessere Orientierung in Staubstürmen ermöglicht.

Vergrößerung
Mit dieser Verbesserung des Augenimplantats erhalten die Augen eine Zoomfunktion. Der Umgang ist etwas gewöhnungsbedürftig, erspart im Zusammenspiel mit GunConnect aber ein Zielfernrohr.

GunConnect
Über GunConnect kann eine mit entsprechender Hardware ausgestattete Waffe direkt mit einem NeuroPort verbunden werden. Damit ist der Nutzer in der Lage via Gedankenbefehl das Magazin auszuwerfen, den Feuermodus zu ändern, die Zieloptik einzustellen oder die Waffe abzufeuern.
Verfügt der Nutzer zusätzlich über einen optischen Link, können der Munitionsstand und ein relativ präziser Zielpunkt in das Sichtfeld eingeblendet werden.


Man merkt vielleicht, ich versuche ein für das Setting eigenständiges Wording zu etablieren, um es nicht zu generisch nach Standard-Cyberpunk klingen zu lassen.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Doc-Byte am 2.03.2025 | 19:56
Bei meiner Kybernetik im Star Reeves Setting hab ich zwar auch auf etwas (vielleicht auch "etwas mehr" ;D) auf Shadowrun geschaut, mich aber stärker von den SR:Anarchy Regeln inspirieren lassen und die Implantate in Gruppen unterteilt, die dann jeweils Upgrades eines Basismoduls sind. IR-Sicht wäre also bspw. ein Upgrade der kybernetischen Augen. Das Grundprinzip hab ich aber auf alle Implantate übertragen. Wobei das Basismodul auch immer mit einer Grundfunktion daher kommt, die schon eine Funktion über die reine Biologie hinaus mitbringt. Zusätzlich gibt es dann hier und da noch gewisse Möglichkeiten Funktionen von verschiedenen Implantaten zu kombinieren. Bspw. den Bildschirm von "smart skin" für die Ausgabe eines internen Komunikators oder Computers zu verwenden. Zum einen hat das gut in mein "Booster" Konzept gepasst, zum anderen wollt ich die seitenlangen Cyberwarelisten a la Shadowrun vermeiden bzw. übersichtlicher halten.

Deine Überlegungen scheinen in eine ähnliche Richtung zu gehen, nur läuft es mit dem NeuroCore auf ein einziges zenrales Implantat raus, das man für alle anderen braucht, wenn ich dich richtig verstehe? - Wobei das jetzt vermutlich nur erste Beispiele sind?
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 2.03.2025 | 20:19
Ja, das sind erstmal nur Beispiele, ich hab gerade erst angefangen.
Der NeuroCore wird für alles benötigt, was mit dem Hirn kommunizieren will. Verstärktes Bindegewebe als Panzerung muss mit nichts kommunizieren, daher gibt es da auch keine Verbindung.

Ich versuche auch alles rauszuziehen, was sinnvoll mit einfachen technischen Geräten gemacht werden kann. Sich ein Funkgerät implantieren zu lassen, so als Beispiel, erscheint mir recht extrem, wenn ich es auch einfach bei Bedarf normal benutzen oder an eine Schnittstelle wie einen NeuroPort anklinken kann.
Außerdem habe ich noch etwas mit künstlichen Gliedmaßen und dem Panzerungs- und Schadensmodell zu kämpfen, da ich keine Trefferlokation nutzen möchte.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Doc-Byte am 3.03.2025 | 17:37
Zitat
Ich versuche auch alles rauszuziehen, was sinnvoll mit einfachen technischen Geräten gemacht werden kann. Sich ein Funkgerät implantieren zu lassen, so als Beispiel, erscheint mir recht extrem, wenn ich es auch einfach bei Bedarf normal benutzen oder an eine Schnittstelle wie einen NeuroPort anklinken kann.

Bei meinen Shadowrun Charakteren war meine Motivation für derartige Cyberware oft, dass man sie nicht verlieren oder abgenommen bekommen kann. Aber das war natürlich zumindest in Teilen eine Outgame Motivation. Um bei dem hypothetischen Funk-Implantat zu bleiben, wäre es eine Möglichkeit, das ggf. als Erweiterung eines anderen Implantats anzubieten oder andersherum für den Funk interessante Erweiterungsoptionen zu haben.

Zitat
Außerdem habe ich noch etwas mit künstlichen Gliedmaßen und dem Panzerungs- und Schadensmodell zu kämpfen, da ich keine Trefferlokation nutzen möchte.

Ich hab künstliche Gliedmaßen und implantierte Panzerung im Match-System / für Star Reeves ergänzt und hab einfach gesagt, die geben einen Bonus auf den Panzerungswert, wobei ich nur den höchsten Wert als Bonus berücksichtige. Trefferzonen lass ich (auch) komplett weg und behandel Schaden und Panzerung ziemlich abstrakt. (Wobei das Regelwerk auch gezielte Schüsse kennt.)
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 18.03.2025 | 08:10
Der allgemeine Hintergrundteil steht jetzt fast komplett. Es fehlen nur noch die Kurzbeschreibungen der Konzerne, die aber mit am Crunch und den Locations hängen. Ich werd später mal den ganzen Block durchkorrigieren und gegebenenfalls kürzen.
Die Regionen und Locations sind mittlerweile ungefähr bei 60-70 Prozent.
Nur die Regeln hängen noch hinterher, da man die schlechter sukzessive schreiben kann. Aber die ersten Testrunden für Skills und Kampfsystem stehen bald an. Bei Generierung und dem übernatürlichen Kram sind noch ein paar grundlegende Fragen zu klären. Und ich muss noch ordentlich was Crunch entwickeln.

Vielleicht sollte ich mir langsam mal Gedanken zum Thema Artists und/oder Verlag machen.
Textvolumen aktuell: 240.000 Zeichen
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Aedin Madasohn am 18.03.2025 | 15:28
@Augenimplantat

vielleicht mit Hinblick (  ;D ) auf den allgegenwärtigen "Staub" auch auf diese "Partikel im BioAuge eingehen?"
eine nasses BioAuge ist da ja recht empfindlich gegenüber
ein Chip im Auge hilft ja auch nur begrenzt, wenn man die Augen nicht mehr aufkriegt
wenn ich eh Staub(taucher)brillen tragen muss, dann kann ich auch dort schon ganz viel Technik für das bessere Sehen in der Staubwand drin unterbringen
(inklusive geteilten Feldern im Panorama-Motorrad-Helm-Design, wo mir die Drohnenkamera/Ultraschallecholot/Takdisplay zusätzlich Perspektiven/Übersichten einblenden)

alternativ natürlich die klassischen "trocknen" Cyberaugen, da klemmt auch kein Staubkorn mehr im Lidspalt.

welche Wellen-Bereiche wir "sehen" können, hängt vom Sehpupur ab. Falls Biotech ein Thema ist, könnte da eine "Therapie Buzzworteinsetz" zu Multispektralem Sehpurpur führen.
die Zuordnung dieser Sehpurpur-zerfällt-Reize zu Farben/Konturen ist ja eh eine Kopfsache (und der Kopf dimmt ja Farben nach, wenn er sie im Kontext von Schatten "sich denkt"  ;D gibt hübsche optische Täuschungsbilder dazu)
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 19.03.2025 | 15:29
Was Brillen und anderes elektronisches Gerät angeht: Die Staubstürme produzieren eine Menge elektrostatische Aufladungen. Würde mich nicht wundern, wenn das elektronische Gerätschaften stören könnte. In den 1930ern sind wohl teils Motoren deswegen einfach stehengeblieben.
Vielleicht mache ich dazu eine Übersichtstabelle, wie stark solche Störungen regelseitig je nach Sturmstärke sind. Wobei man sich dann fragen kann, ob auch Neurotronische Systeme gestört werden, ist ja auch Elektronik drin verbaut.
Und ja, ohne Schutzbrille fällt man in der Hell Bowl gleich als Greenhorn auf. Ohne Schutzkleidung (und wenn es nur ein langer Mantel ist), Maske und Schutzbrille (und natürlich eine Kanone) geht da niemand aus dem Haus.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 25.03.2025 | 09:45
Weil ich gerade keine Antwort darauf finde...
Ich suche ein Wort: Die Gesamtheit der Mitarbeiter einer Firma nennt man "Belegschaft". Die Gesamtheit der Matrosen auf einem Schiff nennt man "Mannschaft". Wie nennt man die Gesamtheit der Gefangenen in einem Gefängnis?
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Streunendes Monster am 25.03.2025 | 12:28
Insassen.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 25.03.2025 | 13:21
Die Insassen wären das Gegenstück zu Matrosen oder Mitarbeitern. Ich such aber einen Oberbegriff.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Wonko am 25.03.2025 | 13:33
Insassenschaft. Es gibt auch den Begriff der Gefängnispopulation.

Gib mal einen Beispiel für einen Satz, wo Insassen nicht passen würde.
Titel: Re: [Painkiller] Dark Future in der Dust Bowl
Beitrag von: Eismann am 25.03.2025 | 15:53
Vielen Dank, Insassenschaft scheint es als Begriff tatsächlich zu geben. Nuja, mal schauen.

Aktuell schlage ich mich mit Dallas, Arlington und Fort Worth herum, die eigentlich außerhalb der Bowl liegen, aber einen guten Startpunkt abgeben. Als nächstes käme dann Wichita Falls als runtergekommenes, radioaktiv belastetes Nest am Rande der Bowl, und dann kommen die schon fertigen Unterkapitel zu Amarillo, Fort Boise usw.
Wenn ich also mit Wichita Falls durch bin, steht bis aus dem nördlichen Teil schon das meiste der Hell Bowl.

Und damit uns nicht langweilig wird, ein kleiner Ausschnitt aus Kansas. Und dann hol ich mir ein Eis.

Das Loch
“Gebt mir die Müden und die Schwachen,
die Verworfenen, die nur nach Freiheit suchen,
die vielen Elenden, die ihre Not verfluchen.
Schickt sie zu mir: Sie soll'n ihr Schicksal selber machen.”
# Emma Lazarus, The New Colossus

“Arbeitet gut, dann bekommt ihr Wasser und Essen. Arbeitet schlecht, dann werdet ihr Teil der Mine.”
# Sam Connor, stellvertretender Oberaufseher der Nachtschicht

170 Meilen östlich von Garden City, etwas unterhalb der I-70, betreibt die Independent Corrections Cooperation  (ICC) das Kanopolis Detention Project, eine private Haftanstalt in einer Salzmine etwas außerhalb der namensgebenden Geisterstadt Kanopolis. Oberirdisch besteht die Mine aus nicht viel mehr als einem Gleisanschluss, einem Förderturm mit Verladeeinrichtung und einigen Lager- und Wohngebäuden, umgeben von mehreren, hohen Zäunen mit Überwachungstürmen. Unter Tage breitet sich die Mine jedoch über mehrere Quadratmeilen aus. In den unterirdischen Hallen     schuften rund 1200 Gefangene, hauptsächlich Illegale, Asoziale und Kriminelle mit negativer moralischer Prognose im Salzabbau. Es ist ein offenes Geheimnis, dass Henderson aus Garden City gute Geschäftsbeziehungen zu ICC pflegt und missliebige Personen in Kanopolis verschwinden lässt.

> Kanopolis, der Friedhof der Pains. ICC hat hier eine ganz besondere Art von Hölle erschaffen. Die Luft ist schwer und teils kaum atembar, alles ist voller Salzstaub und der Lärm der Hämmer und Kompressoren dröhnt 24 Stunden am Tag durch die Hallen. Da eine Flucht quasi unmöglich ist, kümmern sich die Wachen nur um die Produktionsquoten, wenn sie nicht gerade Frust und Langeweile an irgendeinem armen Schwein auslassen. Zur Arbeit werden die Gefangenen von Vorarbeitern getrieben, die ihren privilegierten Status nur behalten, wenn sie die Quoten erfüllen. Entsprechend hart gehen sie an die Sache heran. Wer in Kanopolis landet, sieht die Sonne nie wieder. Es gibt mehr als genug leere Stollen, und das Salz konserviert Fleisch ganz gut.
> Raised Fist

> Auch wenn es nicht wirklich Thema ist: Topeka und Kansas City sind ja von hier aus nur noch 150 bzw. 100 Meilen entfernt. Offiziell ist Topeka zwar noch Hauptstadt von Kansas, aber abgesehen von ein paar Bürokraten, die Memos hin und her schicken und die Leere verwalten, passiert da nichts. Im ganzen Staat leben kaum mehr eine Millionen Seelen, und die meisten davon in Kansas City. Tja, und Kansas City, das ist eine ganz eigene Geschichte. Die hatten die brillante Idee all ihre Probleme zu lösen, indem sie sich von Zebulon Miles, dem Billionär und ehemals Inhaber von Minoan, aufkaufen zu lassen. Der sollte die Stadt dann in eine Freedom City umwandeln, ganz ohne staatliche Einmischung. Unter dem Schlagwort De-Socialism wurde alles von Polizei über Verwaltung bis zur Kanalisation privatisiert, um die Übernahme zu ermöglichen. Blöd nur, dass Zebulon sein Minoan-Cash lieber in sein Goldrandprojekt Yellowstone City gesteckt hat. Mittlerweile steckt Kansas City noch tiefer im Schuldensumpf als vorher, weil alle Dienste von der Stadt angemietet werden müssen, während sie quasi keine Steuereinnahmen mehr hat. Dazu kommt ein Haufen Okies, der sich in den ärmeren Teilen der Stadt breit gemacht hat. Daher gibt es im Staat auch kaum irgendwelche Sicherheitskräfte, die auch nur die wichtigsten Verkehrswege freihalten könnten. Von aktivem Vorgehen gegen Pains mal ganz zu schweigen.
> Criollo



Nachtrag: Der Abend lief überraschend gut. Dallas, Arlington, Fort Worth und Wichita Falls sind soweit erstmal fertig. Bleiben nur noch Garden City und Armageddon in Kansas, der Metal Meltdown in Nebraska und die Black Hills in South Dakota, und davon hab ich schon einen guten Teil. Damit wäre der Hintergrundteil dann fertig. Ich bin selbst etwas überrascht, wie schnell das doch geht.
Aber die Regeln werden auch noch ein ordentlicher Klotz Arbeit.