- Kapitel VII –
- Ein unmoralisches Angebot -
„Für einen kleinen Dienst“
Euer Weg führt euch über entlang einiger steiniger Hügel bei denen ihr aufpassen müsst wohin ihr tretet. Die Zwischenräume der Steine sind mit Moos überwuchert und nicht jede Stelle hält euer Gewicht, mehr als einmal klemmt ihr euch die Fußknöchel weil sie zwischen zwei Steine rutschen doch dann wird der Weg wieder leichter. Die Bäume stehen ein wenig weiter außeinander als ihr es gewohnt seid und ihr könnt auch ein paar der gelben Pilze sammeln die euch über die ersten Tage gerettet haben.
Es sind vielleicht ein paar Stunden vergangen als ihr den Rand einer Lichtung erreicht. Hoch über euch, am Rande der Wipfel könnt ihr den Abendhimmel sehen und es schien außerhalb des Waldes ein schöner Tag gewesen zu sein. Das Glutrot eines fernen Sonnenuntergangs färbt die vereinzelten Wolken dort oben rosafarben.
Eure Blicke jedoch werden von etwas anderem gefesselt.
Emangisura zieht scharf die Luft ein als hätte sie sich vor etwas erschrocken.
In der Mitte der Lichtung erhebt sich eine natürliche Steinsäule sie ist vielleicht 16 Schritt hoch doch vom Stein ist nicht viel zu sehen. Die Ausscheidungen vieler Jahre, ja vielleicht Jahrzehnte schmieren sich an die Flanken. Auf der Säule liegt ein schlangenartiger, schuppiger, weißer Körper. Der breite flache Kopf des Lindwurms ragt über den Rand der Säule hinaus während seine Augen euch über das zahnbewährte Maul hinweg ansehen.
Am Fuß der Säule türmen sich hüfthoch Skelette und Knochenreste auf, verteilt in dem Totenberg die Überreste von Waffen, Rüstungen und Kleidung.
„Ah…“ grollt es durch die Abendluft „…Besuch zu später Stunde, wen wir da wohl haben!“
Langsam richtet sich der Lindwurm auf, schabend und kratzend gleiten seine eisenharten Schuppen über den Stein.
Die Verabschiedung ist kurz, keiner will unnötige Worte verschwenden Ahnt doch jeder das es ein gewagtes Spiel ist. Der Tausch Tinktur gegen Geisel in einem Wald in dem man selten den Weg zurück findet, außer er gestattet es einem.
Nur noch zu dritt verlasst ihr die Säule des Lindwurms und Azlahn bleibt zurück, seine Gestalt wirkt winzig und über ihm, auf der Felsenspitze thront der Lindwurm welcher euch argwöhnisch beobachtet bis ihr außer Sicht seid.
Knackend und knisternd öffnet der Wald vor euch einen schmalen Pfad, mehr ein Hohlweg aus dem Farne und Wurzeln herausragen. Hinter euch jedoch verwischt er alle Spuren als wenn es die Lichtung und den Lindwurm nie gegeben hätte. Ihr habt noch keine dreißig Schritt gemacht und es ist so als wenn die Lichtung nie existiert hätte.
War es ein Fehler dem Drachen zu trauen?
Da die Nacht hereingebrochen ist und ihr jetzt erneut unter dem Kronendach des Waldes seit durch das kein Mond- und kein Sternenlicht fällt schlagt ihr ein Nachtlager auf und plant die Reise am nächsten Tag fortzusetzen.
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