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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Thema gestartet von: Ludovico am 13.02.2025 | 13:10

Titel: Passive Spieler - Fluch oder Segen?
Beitrag von: Ludovico am 13.02.2025 | 13:10
Inwiefern sind passive Spieler in einer Runde positiv oder sinnvoll oder im Gegenteil eher sogar ein Fluch?

Was meine ich mit Passiv:
Hier möchte ich unterscheiden zwischen unsicheren Spielern, die noch nicht wissen, wie der Hase läuft und sich zurücknehmen. Bei denen nehme ich an, dass man diese aktivieren kann.
Dann gibt es noch Spieler, die zwar eher still sind, aber immer noch aktiv an der Runde teilnehmen, auch mit den Regeln helfen,... Aber sie sind halt weit weniger aktiv als andere extrovertierte Spieler.
Über diese beiden Typen spreche ich hier nicht.

Mir geht es um die Spieler, die in der Ecke sitzen, Chips mampfen und nach Aufforderung zu den Würfeln greifen und ansonsten nichts sagen.

Welche Vor- und Nachteile hat es, solch einen oder mehrere Spieler in einer Runde zu haben?
Unter welchen Umständen sind sie eine Bereicherung und unter welchen Umständen sind sie eine Belastung?
Titel: Re: Passive Spieler - Fluch oder Segen?
Beitrag von: aikar am 13.02.2025 | 13:23
Bereicherung für die Runde sehe ich da eher nicht, aber wenn es ein/e Freund:in ist, die Spaß daran hat und der Rest der Gruppe kein Problem damit hat, warum nicht?
Titel: Re: Passive Spieler - Fluch oder Segen?
Beitrag von: JollyOrc am 13.02.2025 | 13:25
Das kommt drauf an, warum man als Gruppe zusammen spielt. Ich war lange Zeit in einer Runde, wo es neben dem Spiel auch ganz deutlich darum ging, einfach als Freunde zusammenzusitzen. Da nimmt man dann eben in Kauf, dass manche passiver sind als andere, weil das Spiel ja eh nur Mittel zum Zweck ist.

Wenn ich aber eine begehrte Intrigen- und Diplomatierunde habe, wo noch drei weitere Leute Schlange stehen, dann nehme ich die Chipsesser beiseite und biete denen eine andere Runde an :)
Titel: Re: Passive Spieler - Fluch oder Segen?
Beitrag von: Namo am 13.02.2025 | 13:30
Ein Vorteil fällt mir dazu nahezu überhaupt nicht ein.

Wir hatten in unseren Runden auch immer mal einen Freund dabei, weil er einfach ein Freund war und dazu gehörte. Er wollte auch beim Spiel dabei sein. Weiß noch gut wie ein SL damals (wir waren halt noch viel jünger) irgendwann ausgeflippt ist und meine: "Mein Gott Werner, dann sagt doch halt auch endlich mal was!"

Ansonsten würde mir wirklich nur die Platzhalterfunktion als positiver Effekt einfallen. Inklusive SL sind es vielleicht nur 3 Spieler und es wäre schon aus kampftaktischer Sicht gut wenn ein zwei Spieler mehr dabei wären. Dann okay, füllt ein passiver Spieler die sehr kleine Runde eben etwas auf.
Titel: Re: Passive Spieler - Fluch oder Segen?
Beitrag von: Kurna am 13.02.2025 | 13:35
Ich könnte mir vorstellen, dass es für einen unsicheren bzw. Anfänger-SL hilfreich sein kann, wenn auch ein paar passive(re) Spieler dabei sind. Wenn ich mir vorstelle, dass ich in meiner Anfangszeit als SL nur 5 Rampensäue gehabt hätte, die mich wie Dampfwalzen überfahren, wäre ich vielleicht schnell aus dem Hobby wieder rausgewesen. Ein paar Leute, die warten bis sie dran sind, sind da schon ganz angenehm.
Titel: Re: Passive Spieler - Fluch oder Segen?
Beitrag von: Katakombenkriecher am 13.02.2025 | 13:39
Fluch und Segen.

Fluch: bringt keine Interaktion in die Spielwelt und auch nicht an den Tisch.

Segen: ablative Lebenspunkte,  können gut als Panzerung verwendet werden. Oder als Henchmen.
Titel: Re: Passive Spieler - Fluch oder Segen?
Beitrag von: KhornedBeef am 13.02.2025 | 13:40
- SpielerIn kann eine taktische Rolle ausfüllen. Es kann dann ja reichen, wenn man vorher kurz bespricht "Ok, wenn ich den Orklord direkt angreife, musst du dicke Heilzauber bereithalten, alles klar?"
- ist frei für andere Aufgaben (Notizen?)
- hat vielleicht andere Gründe für Passivität, aus denen sie rauswachsen könnte
Titel: Re: Passive Spieler - Fluch oder Segen?
Beitrag von: Smoothie am 13.02.2025 | 13:46
ist mir ehrlich gesagt noch nie untergekommen so jemand.
Titel: Re: Passive Spieler - Fluch oder Segen?
Beitrag von: Hotzenplot am 13.02.2025 | 13:47
Unter welchen Umständen sind sie eine Bereicherung und unter welchen Umständen sind sie eine Belastung?

Achtung, könnte böse Satire enthalten:
Ich habe damals in meinem Umfeld den Begriff "Fülltypen" geprägt. Ging aber eher um Events, Gastro und so einen Kram. Kann man aber auch auf eine Rollenspielgruppe anwenden. Fülltypen brauchst du, damit es nicht zu wenige Leute sind oder nach zu wenigen Leuten aussieht. Fülltypen werden dir nicht den Laden schmeißen, keine coolen anderen Gäste anlocken oder irgendetwas dafür tun, dass es ´ne richtig klasse Runde wird. Aber sie sind da. Sie sind angenehm, tun keinem weh und können die Rampensäue dabei unterstützen, bei irgendwas zu glänzen. Wenn auf dem Abenteuer steht "4-6 Charaktere" und du hast nur 3 Spieler? Hol dir einen Fülltypen!

Ich sag jetzt aber nicht, wer von euch in einer meiner Runden schon mal Fülltyp war.  :ctlu:
Titel: Re: Passive Spieler - Fluch oder Segen?
Beitrag von: Edgar Allan Poe am 13.02.2025 | 14:05
Ich sehe solche Spieler fast ausschließlich als Fluch an. Diese Art Spieler - zumindest die, die ich kennenlernte - haben weder die Regeln jemals gelernt, noch sich wirklich zurückgehalten, wenn es um "Laberei am Spieltisch" ging.

Sprich: Sie haben das Spiel ausgebremst, weil sie für jeden Pups nachfragen mussten, was sie jetzt wie und warum würfeln mussten. Gerne auch in jeder Kampfrunde erneut. Und sie haben die anderen Spieler in Outtime-Gelaber verwickelt oder sie damit abgelenkt.

Den geringen Vorteil, dass sie eventuell in Kämpfen Rollen ausfüllen können, die sonst fehlen, zähle ich nicht wirklich. Da gebe ich den Spielern lieber einen NSC mit, den sie steuern können.
Titel: Re: Passive Spieler - Fluch oder Segen?
Beitrag von: Ludovico am 13.02.2025 | 14:05
ist mir ehrlich gesagt noch nie untergekommen so jemand.

Mir schon einige.
Titel: Re: Passive Spieler - Fluch oder Segen?
Beitrag von: Ma tetz am 13.02.2025 | 14:42
Solange sie den Ablauf nicht stören und Einzelfälle sind, habe ich damit kein Problem. Ich habe schon Spielende gehabt, die einen ganzen Abend intime nur stumm daneben standen und mir hinterher trotzdem gesagt haben sie hatten viel Spaß.

Eine rein passive Gruppe mag ich nicht leiten. Das wird arg zäh.
Titel: Re: Passive Spieler - Fluch oder Segen?
Beitrag von: Eismann am 13.02.2025 | 14:58
Wirklich völlig passive Spieler habe ich bisher nur selten erlebt. In einer funktionierenden Gruppe macht der eine oder andere passive Spieler keine Probleme. Und solange er selbst daraus seine Freude zieht und nicht stört, warum nicht?
Wenn in der Runde aber nicht mindestens 1-2 halbwegs aktive Spieler drin sind, wird es für mich als SL sehr zäh. Ist mir einmal auf einer Con passiert, und die Runde ist echt in Arbeit ausgeartet.
Titel: Re: Passive Spieler - Fluch oder Segen?
Beitrag von: Streunendes Monster am 13.02.2025 | 15:02
Achtung, könnte böse Satire enthalten:
...snip...
Ich sag jetzt aber nicht, wer von euch in einer meiner Runden schon mal Fülltyp war.  :ctlu:

Im Unternehmenskontext spreche ich von Mitarbeitenden, Abarbeitenden und Unternehmensbewohnern. Und von Letzteren sollte man sich (in diesem Kontext!) trennen  >;D

Bei RSP-Gruppen sehe ich bei den Passiven zwar wenig direkten/unmittelbaren und teilweise mechanischen Mehrwert für die Gruppe, aber ich sehe RSP auch als soziales Hobby und der soziale Mehrwert eines Menschen ist erstmal hoch. Da kamen schon gute Meinungen zu weniger aktiven Rollen in Gruppen. Heiler zum Beispiel. Eigentlich ungeliebt, aber für einen passiven spieler stelle ich mir das ein tolles Konzept vor. Bei regelintensiven spielen (RoleMaster ick hör Dir trapsen ...) könnte ein passiver Mensch auch über entsprechende "Nachteile" erklären, warum sowohl Spielende als auch SC so passiv sind.

Mein Problem als SL bisher war eher dergestalt, dass eine ehemalige, sehr passive Spielerin sowohl Regeln, als auch Setting, geschweige denn die Handlung des Abenteuers auch nur zu ... puh ... 3% erfasst hatte. Da würde ich von Desinteresse sprechen. Wenn das dazukommt: trennen. Im Guten.
Titel: Re: Passive Spieler - Fluch oder Segen?
Beitrag von: schneeland am 13.02.2025 | 15:18
So komplett passive Spieler hatte ich bisher noch nicht - an der Stelle würde ich auch sagen: beim Rollenspiel finde ich das schwierig und es würde für mich wahrscheinlich den Spaß reduzieren. Wenn mir die Leute persönlich wichtig sind, dann würde ich da eher schauen, ob man vielleicht was Anderes zusammen machen kann (Kneipenbesuch, Videospiele, etc.).

Was ich aber schon hatte, v.a. zu Schul- und Studienzeiten, waren Spieler, die v.a. über die mechanische Seite des Rollenspiels aktiviert wurden. Auch da würde ich im Rückblick sagen, dass es mehr Spaß macht, wenn alle Spieler nicht nur situativ aktiv sind, aber je nachdem wie das Verhältnis von aktiveren zu passiveren Spielern aussieht, kann das schon gehen - zumindest bei D&D gibt's ja üblicherweise auch genug Gekloppe. Auch da würde ich aber wahrscheinlich mittlerweile zumindest mal ausprobieren, ob komplexe Brettspiele nicht die bessere Alternative sind.
Titel: Re: Passive Spieler - Fluch oder Segen?
Beitrag von: Issi am 13.02.2025 | 15:35
Eine Pro- aktive Spielleitung kann das idR. ab.
Eine Semi-aktive Spielleitung, die darauf wartet, dass ihre Gruppe das meiste selbst anleiert, eher nicht.

Was kann das bringen?
Kommt ganz auf die Person an.
Vielleicht kann man sich OT ganz toll unterhalten.
Vielleicht sorgt sie sich anderweitig um das Gruppenwohl.
Oder stört zumindest das Spiel nicht.

Wer nicht aktiv stört oder boykottiert, wäre für mich in Ordnung.(Solange es noch ein bis zwei aktivere Leute gibt)

Titel: Re: Passive Spieler - Fluch oder Segen?
Beitrag von: unicum am 13.02.2025 | 15:58
hauptsache bei passiven Spieler ist doch: Macht leckere Pizza!
Titel: Re: Passive Spieler - Fluch oder Segen?
Beitrag von: Maarzan am 13.02.2025 | 16:14
Kommt halt darauf an, wie der passive Spieler so im Detail ist:
Wenn er das Spiel sonst mit verfolgt und keinen weiteren Aufwand oder gar Ärger verursacht , ist es halt ein Henchman-Plus.
Verursacht er da unangemessenen Zusatzaufwand oder gar Ärger, dann wird es dünn.
Titel: Re: Passive Spieler - Fluch oder Segen?
Beitrag von: flaschengeist am 13.02.2025 | 16:49
Wirklich völlig passive Spieler habe ich bisher nur selten erlebt. In einer funktionierenden Gruppe macht der eine oder andere passive Spieler keine Probleme. Und solange er selbst daraus seine Freude zieht und nicht stört, warum nicht?

Geht mir genauso und sehe ich ebenso. Für mich ist eine gute Mischung aus (eher) passiven und (eher) aktiven Spielern zentral. Somit kann ich den Aktivitätsgrad des einzelnen Spielers nur im Kontext der jeweiligen Mitspieler als dem Spielspaß dieser Gruppe förderlich/abträglich bewerten.

Ein kontextunabhängiges Problem habe ich hingegen mit Spielern, denen man auch die einfachsten Regeln immer wieder aufs Neue erklären muss. Das unterbricht den Spielfluss und schadet so dem Spielerlebnis aller anderen. Da gibt es eine gewisse Schnittmenge, weil sehr passive Spieler häufiger mal in diese Kategorie fallen:

Wir hatten in unseren Runden auch immer mal einen Freund dabei, weil er einfach ein Freund war und dazu gehörte. Er wollte auch beim Spiel dabei sein. Weiß noch gut wie ein SL damals (wir waren halt noch viel jünger) irgendwann ausgeflippt ist und meine: "Mein Gott Werner, dann sagt doch halt auch endlich mal was!"

Im Grunde interessieren sich Menschen wie Werner halt gar nicht für das Spiel, was beim Regeln merken leider alles andere als hilfreich ist (Motivation ist nun einmal der beste Prädiktor für Lernerfolg).
Titel: Re: Passive Spieler - Fluch oder Segen?
Beitrag von: gilborn am 13.02.2025 | 22:05
Meine Erfahrung:
Sie bringen nicht recht viel, stören aber auch nicht.

Bei mir als Spielleiter mag ich x-4=y, wobei x die Spieleranzahl ist und y die Anzahl der passiven Spieler  ~;D
Titel: Re: Passive Spieler - Fluch oder Segen?
Beitrag von: Eismann am 15.02.2025 | 02:18
Ich hatte einmal auf einer Con eine Gruppe Spieler, die sich offenbar kannte und sich geschlossen in die Runde eingetragen hat. Das Problem war nicht, dass sie nicht die Regeln kannten. Es war eine Promorunde, und da erwarte ich nicht, dass die Regeln bekannt sind. Sie waren nur schlichtweg nicht willens oder in der Lage irgendwelche Entscheidungen oder proaktive Interaktionen durchzuführen. Ich habe mehr oder weniger mein ganzes SL-Werkzeug an ihnen ausprobiert, aber es kam einfach nichts. Irgendwann habe ich den Plot quasi durcherzählt und sie ab und an würfeln lassen, um die Nummer irgendwie durchzukriegen.
Ich kann nur vermuten, dass ihr SL es genauso macht, vermutlich nur ohne das so anstrengend und nervig zu finden wie ich.
Titel: Re: Passive Spieler - Fluch oder Segen?
Beitrag von: Blizzard am 15.02.2025 | 09:19
Einen Vorteil sehe ich höchstens darin, dass solche Spieler keine Spotlight-Diebe sind. Aber ansonsten ?

In meiner letzten Spielrunde (die inzwischen nicht mehr existiert) hatte ich auch eine solche Spielerin. Die war allerdings irgendwie eine Mischung aus all diesen Passivitäts-Typen. Die saß meistens nur stillschweigen da, und wenn man sie mal (aktiv) angespielt hat, reagierte sie oft so, als ob man ihr im Dunkeln aufgelauert und übelst erschreckt hätte. Bei (Würfel)Proben musste man ihr immer mehrfach erklären, was sie würfeln sollte und oftmals musste dann ihr Freund, der ebenfalls in der Runde mitgespielt hat, ihr das auch nochmal erklären und/oder dann für sie auch noch aus-bzw. zusammenrechnen. Und wenn sie es denn mal alleine gemacht/geschafft hat, musste sie ihr Freund oftmals korrigieren, weil sie die Sachen falsch zusammengerechnet hatte (und wir reden hier von Addition und Subtraktion in einem Zahlenraum von 1 bis 20).

Ich habe das dann mit den anderen Spielern aus der Runde mal besprochen, und die meinten nur, dass sie damit kein Problem hätten und sie nicht weiter stören würde. Daher habe ich sie und ihren Freund erstmal als "Fülltypen" weiter in der Runde drin gelassen, weil wir damals zumindest eine Zeit lang ohne die beiden leider nicht hätten spielen können. In den meisten Sizungen hätten wir aber auch getrost ohne sie spielen können - das wäre zumindest vom Rollenspielerischen her nicht weiter groß aufgefallen.
Gut, sie ist noch jung und hat(te) noch nicht viel RPG-Erfahrung. Dennoch hätte ich ihren Platz lieber mit einem zumindest halbwegs aktiverem Spieler besetzt, wenn ich gekonnt hätte.
Titel: Re: Passive Spieler - Fluch oder Segen?
Beitrag von: sindar am 15.02.2025 | 11:37
Ich sehe mich ja selber als einen eher passiven Spieler und bin damit in keiner Runde angeeckt, in der ich bisher mitgespielt habe. Wenn es für meinen Charakter meiner Ansicht nach etwas sinnvolles zu tun gab, hat er es getan (meistens: Leute zusammenflicken). Interaktion ist meine Sache so gar nicht, die der von mir gespielten Charaktere auch nicht. Hat bisher ganz gut gepaßt.
Titel: Re: Passive Spieler - Fluch oder Segen?
Beitrag von: Horsinand am 15.02.2025 | 11:44
Passive Spieler können perfekt in die Runde passen, solange sie eben noch mitspielen wollen. Passive Personen am Tisch, die für alle evident nicht mitspielen (und also noch nicht mal Spaß am Zuhören haben), sind für mich als Spielleiter zu anstrengend
(und verderben oft auch allen anderen den Spaß, gerade denjenigen, die sich um das Wohlergehen der anderen Sorgen machen).
Titel: Re: Passive Spieler - Fluch oder Segen?
Beitrag von: nobody@home am 15.02.2025 | 12:21
[...] und oftmals musste dann ihr Freund, der ebenfalls in der Runde mitgespielt hat, ihr das auch nochmal erklären und/oder dann für sie auch noch aus-bzw. zusammenrechnen.

Unqualifizierter Ferndiagnoseversuch (soll heißen, ich spekuliere unbekannterweise mal ins Blaue hinein): Vielleicht war's das gerade. Rollenspiel war einfach nicht ihr Hobby, sondern nur das ihres Freundes, dem zuliebe sie mitgegangen ist. Kommt dann noch das "Junge Frau (fast) allein unter Fremden"-Problem dazu, dann kann ich sogar ihre anscheinende Nervosität ein Stück weit nachvollziehen, denn in der Situation würde ich mich wohl auch nicht unbedingt automatisch wohlfühlen.
Titel: Re: Passive Spieler - Fluch oder Segen?
Beitrag von: Village Idiot am 15.02.2025 | 12:43
Also wenn eine ganze Gruppe aus solchen Spielern besteht findet kein Spiel statt. Also optimale Spieler scheinen sie mir schon mal  nicht zu sein.
Anderseits habe ich Jahre lang mit so einer Spielerin zusammen gespielt. Sie hat nur zugehört und gewürfelt, sich gefreut wie ein Honigkuchenpferd wenn sie angespielt wurde, aber dann nur das minimal nötigste gemacht. Trotzdem hab ich oft erlebt, wenn das Gespräch in anderen Situationen auf Rollenspiel kam, dass sie begeistert vom erlebten erzählt hat. Die Runde wäre auch definitiv nicht besser gewesen, wenn sie nicht dabei gewesen wäre. War halt irgendwie schon schön, dass sie dabei war.

Am Ende kommt es drauf an was man will. Ist es eher Abhängen mit Freunden und dabei Rollenspiel machen? Dann kann man doch ein, zwei passive Spieler verkraften.
Steht eher das Rollenspiel im Mittelpunkt, muss man vielleicht genauer abwägen.

 
Titel: Re: Passive Spieler - Fluch oder Segen?
Beitrag von: Issi am 15.02.2025 | 12:52
Bin ja fast geneigt einen "Passive Spielleiter- Fluch oder Segen?" Strang aufzumachen.

Die gibt es nämlich auch.
Und anders als vereinzelte, passive Spieler sind die mEn. noch wesentlich schwerer zu verkraften.

 ;D
 :btt:
Titel: Re: Passive Spieler - Fluch oder Segen?
Beitrag von: Boba Fett am 15.02.2025 | 13:45
Ich hatte noch nie einen superpassiven Mitspieler in der Runde, nur Mitspieler, die "signifikant passiver als andere" waren.
Und die sind mir 100x lieber als irgendwelche Rampensäue, die anderen nicht das Spotlight gönnen und sich immer "nach vorne" drängeln oder meinen, unbedingt noch einen draufsetzen müssen, wenn man ihnen klar gemacht hat, dass ihr Charakter gerade am anderen Ende der Stadt sitzt. Und die "passiveren" sind mir auch lieber als die Alphatier-Taktiker, denen man die Charakterdokumente aller Mitspielenden überreichen kann (im Ernst, einer hat sich die mal ungefragt alle genommen), um dann die Charaktere mit "Du machst dies und du jenes, du stehst da und du hier" fremdzusteuern.
Die Mitspieler waren da quasi nur Alibi-Besitzer der Charaktere (wenn sie sich nicht gewehrt hätten).
Oder die Ich-ziere-mich-dir-verbindlich-zu-sagen-ob-ich-Zeit-habe Spieler... oder oder

Ja, passivere Leute muss man anspielen, um was zu bekommen, aber immerhin spielen die nicht übergriffig. Und manchmal bringen sie leckere Sachen mit, etwas, an das viele selbstverliebte Rampensäue nicht denken würden... und vor allem sind sie eigentlich immer: zufrieden, dabei sein zu dürfen!
Titel: Re: Passive Spieler - Fluch oder Segen?
Beitrag von: Yney am 15.02.2025 | 14:28
Wenn passiv bedeutet, dass jemand eher beobachtet als sich ständig aktiv einzubringen, dann sehe ich darin kein Problem. Problematisch wurde es bei mir einige wenige Male, weil die passivste Person am Spieltisch Informationen kannte, die an entsprechenden Stellen entscheidend gewesen wären. Aber das lag sicher auch an mir, denn nach dem ersten solchen Fehler wäre es wohl schlauer gewesen, so etwas anderen oder gleich mehreren Charakteren verfügbar zu machen.
Titel: Re: Passive Spieler - Fluch oder Segen?
Beitrag von: 6 am 15.02.2025 | 16:29
Kommt wie so häufig auf die Gruppe an. Wenn Du nur passive Spieler hast, dann musst Du echt ein kompletter Alleinunterhalter als SL sein oder die Runde zieht sich wie Kaugummi.
Wenn Du allerdings viele Rampensäue hast oder auch Spotlightsauger, dann spiele sogar ich selber dann lieber den passiven Spieler, der sich zurück nimmt. Nichts ist doofer als das Rumgeprügel um das Spotlight.
Titel: Re: Passive Spieler - Fluch oder Segen?
Beitrag von: flaschengeist am 15.02.2025 | 17:11
Ja, passivere Leute muss man anspielen, um was zu bekommen, aber immerhin spielen die nicht übergriffig. Und manchmal bringen sie leckere Sachen mit, etwas, an das viele selbstverliebte Rampensäue nicht denken würden... und vor allem sind sie eigentlich immer: zufrieden, dabei sein zu dürfen!

Kommt wie so häufig auf die Gruppe an. Wenn Du nur passive Spieler hast, dann musst Du echt ein kompletter Alleinunterhalter als SL sein oder die Runde zieht sich wie Kaugummi.
Wenn Du allerdings viele Rampensäue hast oder auch Spotlightsauger, dann spiele sogar ich selber dann lieber den passiven Spieler, der sich zurück nimmt. Nichts ist doofer als das Rumgeprügel um das Spotlight.

Das buchstabiert schön aus, was ich hiermit sagen wollte:

Für mich ist eine gute Mischung aus (eher) passiven und (eher) aktiven Spielern zentral. Somit kann ich den Aktivitätsgrad des einzelnen Spielers nur im Kontext der jeweiligen Mitspieler als dem Spielspaß dieser Gruppe förderlich/abträglich bewerten.

Meine Antwort ist also ein "sowohl als auch". Passive Spieler können ebenso wie Rampensäue Fluch oder Segen sein, je nach Gruppenzusammensetzung.

Ich persönlich bin in der "Baseline" ein leicht überdurchschnittlich aktiver Spieler. Noch oben und unten bin ich zwar flexibel, allerdings nur begrenzt. Wenn der faire Anteil am Spotlight 25% wäre, kann ich mich zwischen 15%-35% wohl fühlen. Wird die "geforderte" Abweichung jedoch noch stärker, beeinträchtigt das meinen Spielspaß.
Titel: Re: Passive Spieler - Fluch oder Segen?
Beitrag von: Der Nârr am 16.02.2025 | 10:13
Mir geht es um die Spieler, die in der Ecke sitzen, Chips mampfen und nach Aufforderung zu den Würfeln greifen und ansonsten nichts sagen.

Welche Vor- und Nachteile hat es, solch einen oder mehrere Spieler in einer Runde zu haben?
Unter welchen Umständen sind sie eine Bereicherung und unter welchen Umständen sind sie eine Belastung?
Um das für mich beantworten zu können müsste ich eine wichtige, zentrale Rückfrage stellen:

Bringt der Spieler mehr Chips mit, als er selber isst?
Titel: Re: Passive Spieler - Fluch oder Segen?
Beitrag von: flaschengeist am 16.02.2025 | 10:28
Um das für mich beantworten zu können müsste ich eine wichtige, zentrale Rückfrage stellen:

Bringt der Spieler mehr Chips mit, als er selber isst?

Sehr gute Frage ~;D.
Titel: Re: Passive Spieler - Fluch oder Segen?
Beitrag von: Hotzenplot am 16.02.2025 | 10:38
Um das für mich beantworten zu können müsste ich eine wichtige, zentrale Rückfrage stellen:

Bringt der Spieler mehr Chips mit, als er selber isst?

Wenn er beim Chipsessen so passiv ist wie beim Rollenspiel, wird er nicht viele abbekommen.  8]