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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Rollenspiel- & Weltenbau => Thema gestartet von: carthoz am 8.02.2005 | 13:15

Titel: braucht ein freies rollenspiel einen metaplot?
Beitrag von: carthoz am 8.02.2005 | 13:15
die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn.
der metaplot ist wohl mit eines der bemitleidenswertesten wesen im rollenspiel. schließlich kann er ja gar nichts dafür, daß er so ist, wie er ist. er wird ja auch nur erschaffen von autoren. aber nicht die bekommen die schuld, sondern er. wer sagt schon "da haben die autoren sich ja mal wieder einen mist ausgedacht!", nein, immer haut man auf den armen metplot: "das settings ist toll, aber dieser metaplot ist der größte sch..., den ich je gelesen habe!"

jetzt die frage:
soll man dem armen metaplot auch ein zuhause in seiner hintergrundwelt geben? oder sollte man das lieber lassen?
Titel: Re: braucht ein freies rollenspiel einen metaplot?
Beitrag von: Pumpelche am 8.02.2005 | 13:21
Ich sage: Ja. Ein Metaplot kann - muss aber nicht ausgespielt werden - einen tieferen Sinn in jedes einzelne Abenteuer bringen.

Aber: Der Metaplot darf meines Erachtens nach NICHT schon im Grundregelwerk zu erkennen sein - wohl angemerkt, aber das reicht dann auch schon aus.
Titel: Re: braucht ein freies rollenspiel einen metaplot?
Beitrag von: Thalamus Grondak am 8.02.2005 | 13:22
Ich bin ein Befürworter des Metaplots, da er eine konsistenz für die Spieler schafft, auf die sie sich mehr oder weniger verlassen können, auch wenn sie mal "auswärts" spielen.                   
Wenn man allerdings nihct die Zeit hat, diesen Plot auch beständig, und vernünftig auf Dauer weiterzuführen, dann sollte man es lieber lassen.
Titel: Re: braucht ein freies rollenspiel einen metaplot?
Beitrag von: Lord Verminaard am 8.02.2005 | 13:25
Kommt natürlich ganz drauf an, an was für eine Zielgruppe du dich richtest. Leute, die auf ein ausführlich ausgearbeitetes Setting mit vielen "offiziellen" NSCs, Grundrissen von Städten, detaillierten Regionalbeschreibungen usw. stehen, mögen meistens auch Metaplot. Leute, die auf "no myth" oder ein relativ offenes, ausfüllungsfähiges und -bedürftiges Setting stehen, können Metaplot logischerweise nicht gebrauchen.
Titel: Re: braucht ein freies rollenspiel einen metaplot?
Beitrag von: Haukrinn am 8.02.2005 | 13:35
Ich sehe jetzt nicht so ganz, was die Metaplot-Problematik mit freien Rollenspielen zu tun hat. Wenn man Befürworter des Metaplots ist, dann wird man eben diesen auch in freien Settings sehen wollen. Ist man dagegen (so wie ich), dann will man sowas auch in seinen eigenen Kreationen nicht sehen.
Titel: Re: braucht ein freies rollenspiel einen metaplot?
Beitrag von: Roland am 8.02.2005 | 13:45
Die letzte Umfrage (http://tanelorn.net/index.php?topic=10770.50) zum Thema ging für den Metaplot aus.

Titel: Re: braucht ein freies rollenspiel einen metaplot?
Beitrag von: carthoz am 8.02.2005 | 13:46
Ich sehe jetzt nicht so ganz, was die Metaplot-Problematik mit freien Rollenspielen zu tun hat.

der gedanke dahinter war, ob man in seine planungen nun einen metaplot miteinbauen soll oder ob man sich die mühe spart und stattdessen nur einen status quo entwickelt.

@roland:

danke, die umfrage führ ich mir gleich mal zu gemüte!

EDIT: stelle grad fest, daß ich sie schon kenne, aber seit geraumer zeit nicht mehr verfolgt habe....
Titel: Re: braucht ein freies rollenspiel einen metaplot?
Beitrag von: Pumpelche am 8.02.2005 | 13:52
Als Anhaltspunkt: Ich habe einen Metaplot. Dieser Metaplot ist aber vollkommen 'weglassbar' (was für ein Unwort). Aber mein Metaplot zieht sich durch mehrere Publikationen immer näher auf einen klaren Punkt zusammen. Somit kann man viel vorsichtiger und auch viel flexibler den Plot vorantreiben und muss sich nicht schon von Beginn weg auf etwas fixieren.
Titel: Re: braucht ein freies rollenspiel einen metaplot?
Beitrag von: Bitpicker am 8.02.2005 | 14:02
Ich wäre dafür, auf Metaplot zu verzichten, ich kann ihn nämlich nicht leiden.

Das Argument, man könne dann leichter in andere Gruppen einsteigen, kann ich nicht nachvollziehen. Wenn die neue Gruppe nicht durch Zufall exakt genau so weit im Metaplot vorangeschritten ist wie die vorige, hat man entweder einen Überschuss an Wissen oder hinkt hinterher. Und das auch nur, wenn sich beide Gruppen sklavisch an den Metaplot gehalten haben. Ich sehe nicht, dass das irgend einen Vorteil bedeutet.

Im günstigsten Fall ist ein Metaplot ein Korsett, das einen glücklicherweise nicht einengt - im ungünstigsten Fall steht er im absoluten Widerspruch zu allem, was man bis dahin gemacht hat und weiterhin machen will, und dann nutzt er überhaupt nichts. Metaplots nehmen dem Spielleiter das Heft aus der Hand.

Ich bin übrigens ein großer Freund sehr detailreicher Settings - aber eben als Ist-Zustand, von dem ich ausgehen kann. Die weitere Entwicklung will ich ausschließlich selbst in der Hand haben.

Der einzige echte Vorteil eines offiziellen Metaplots ist, dass der Verlag mit neuen Publikationen mehr Geld verdient. Bei einem freien Rollenspiel ist das eher unwichtig, weil man ja eh nichts verdient.

Robin
Titel: Re: braucht ein freies rollenspiel einen metaplot?
Beitrag von: Dash Bannon am 8.02.2005 | 17:04
ein Metaplot? nö den braucht es definitiv nicht, zumindest nicht für jeden oder nicht für jede Runde.
es muss kein Metaplot mitgeliefert werden, wenn es ein System zu einer bestehenden Geschichte (Star Wars, HdR-RPG, etc..) ist gibts den Metaplot ja vor dem System, aber ein 'neues' System braucht den Metaplot nicht, nein.
Titel: Re: braucht ein freies rollenspiel einen metaplot?
Beitrag von: Monkey McPants am 9.02.2005 | 13:16
Ich bin gegen Metaplot und schließe mich da im allgemeinen Dorin und Bitpicker.

Wenn man eine fortschreitende Geschichte haben muss dann sollte sie in optionalen Kampagnenbänden eingebracht werden. Diese sollten in einem Band den gesamten "Metaplot-Strang" enthalten, nicht aufeinander aufbauen und vor allem deutlich als optional gekennzeichnet sein.

Metaplot in "normalen" Supplements ist im besten Falle eine Krücke für unkreative SLs und im schlimmsten Fall eine Zwangsjacke. (Und die meiste Zeit überflüssig.)

M

Titel: Re: braucht ein freies rollenspiel einen metaplot?
Beitrag von: Thalamus Grondak am 9.02.2005 | 14:36
Als Krücke für unkreative SL würde ich den MP nicht bezeichnen, dann könnte man gleich sagen, jedes Setting ist nur eine Krücke für unkreative SL. Genau wie Orts,- Landes und Völkerbeschreibungen in Weltenbeschreibungen kann der Metaplot eine gute Inspirationsquelle sein. Die Vergessenen Reiche z.B. haben einen lockeren Metaplot, man kann ihn nutzen, man kann ihn aber acuh weglassen.
Spätestens bei Veröffentlichung eines aktuellen Settingbandes, passen sich die meisten Gruppen aber sowieso den aktuellen gegebenheiten, und damit dem Metaplot an.