Regeln sind kein ins Stein gemeißeltes Gesetz. Man kann sie interpretieren, ignorieren oder einsetzen - was immer ambesten passt und für Spannung sorgt. Solange das Spiel bereichert wird und dabei nicht an Tempo und Dramatik verliert, ist IMO alles erlaubt.
Ich kann auch nichts Kreatives darin sehen. Die Ebene der kreativen Umgehungsversuche, wobei man versucht, aus den Einschränkungen das Beste zu machen, ist eine Ebene, auf der ich mich gar nicht aufhalten will, die in meinen Spielen gar keinen Platz hat, denn es ist eine Meta-Ebene, die der Setting-Realität übergeordnet ist (irgendwo zwischen dieser und der Frage, wer die Pizza bestellt). Wann immer eine Aktion im Spiel stattfindet, die nicht der Frage folgt 'was ist plausibel' sondern 'was ermöglichen die Regeln', ist die Simulation unterbrochen. [...]
Für mich erfüllen die mechanischen Regeln eines Rollenspiels nur folgenden Zweck: sie quantifizieren die Charakterbeschreibung in Zahlenwerten und bieten Mechanismen an, diese statistisch analysierbar zu testen - Task Resolution eben. Nicht-mechanische Regeln definieren darüber hinaus die Spielrealität und damit, was plausibel geschehen kann.
selbst "handle möglichst realistisch, der rolle gemäß" ist eine regel...Genau das!
@Bitpicker :
Da bin ich anderer Meinung:
Die Regeln "umschreiben" ja gerade, was in System-xy plausibel machbar ist.
Natürlich will ich jetzt auch keine Regel für "Bewegungsrate in mittelteuren Turnschuhen bei 37% Sicht,halbschwerer Last, und bei drei leichten Wunden"
Was ich meine ist, dass die Regeln gerade plausibel machen, warum man sich in dem Spiel grade so verhält.
Fredi:
Wenn ich alle meine Hit Points verloren habe, sind bestimmt Aussagen des Spielers ("Ich laufe unbeeindruckt weiter") nicht mehr sinnvoll und somit ist die Interaktion eingeschränkt (um mal ein ganz blödes Beispiel zu wählen).
(aber heißt das jetzt, du spielst nur Spiele im "Setting" Realität, oder legst du in jedem Setting den Maßstab der Realität an?)Ähm, Diskussionen über Bitpickers Spielstil doch bitte in einem anderen Thread. Echt, darüber unterhalten wir uns in jedem Thread, den ich im Theorie-Channel anfange und es hat hier echt nichts zu suchen. Ein wenig Off-Topic ist ja in Ordnung, aber wenn ihr eine richtige Spielstidiskussion führen wollt (und sich der Spielstil nicht nur direkt auf die Diskussion im Thread bezieht), macht doch bitte einen eigenen Thread auf. Danke! :)
Vorausgesetzt, dass Regeln (d.h. allgemein Systeme) Grenzen bieten und Interaktionen in Bahnen lenken, wirkt sich das positiv auf die Kreativität und die "Gesamtleistung" der Gruppe aus?
Dieser Spieler interagiert zwar nicht, aber was du anscheinend meinst, ist, dass eine Regel, sofern sie nicht gebrochen wird, irgendetwas erlaubt und etwas anderes verbietet. Das ist ein Allgemeinplatz, der m.E. für jede Regel in jedem Zusammenhang gilt. Wenn du das so allgemein definieren willst, sehe ich irgendwie nichts Diskutierbares darin. Es gilt nicht nur, wie du sagst, für 'jede Regel im Rollenspiel', sondern für alle Regeln, wo immer es Regeln gibt.Völlig richtig! Ich hatte eigentlich auch vor Allem solche Antworten im Sinn von "Ach nee" erwartet. Denn das machen Regeln eben. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass auch Regeln im Rollenspiel das machen. Und auch Regeln, die sich mit der Spielrealität und der Physik der Spielwelt befassen, steuern die Interaktion der völlig realen Spieler. Das und nur das. Regeln können gar nichts anderes als das Verhalten (und die Gedankengänge) der real existenten Spieler beeinflussen. Hey, und wenn das allgemein akzeptiert und mit einem "what else is new" bedacht wird, bin ich vollkommen zufrieden. Ist wie mit dem LP: vielleicht banal, aber ich wollte es mal gesagt haben.
Ähm, mal prinzipiell habe ich den Eindruck, dass wir hier tlw. ein paar Arten von Regeln durcheinander werfen. Ich denke, es macht schon einen Unterschied, ob wir konkret von Spielsystemregeln (Würfel, Attribut vs. Fertigkeiteneinsatz usw.) unterhalten, oder ob wir „Überregeln“ meinen, die eher ein allgemeines Miteinander charakterisieren sollen – ohne dies in Mechanismen festsetzen zu wollen.Inwiefern macht das einen Unterschied? Jeder Regel kann nur das reelle Verhalten der reellen Spieler beeinflussen – Spielsystemregel genauso wie "Überregel". Wo genau ist also der Unterschied?
Das kann kreative Prozesse beeinflussen, schränkt aber die Kreativität als solches nicht zwangsweise ein (diese Behauptung wäre mir auch viel zu "wertend"!). Ich bin eher der Meinung, dass die Perspektive, aus der Kreativität entsteht, eine andere ist; ggf. Kreativität erst ermöglicht.Ähm, ich kann dir nicht ganz folgen… Ich meine ja gerade, dass Regeln (also gewisse Grenzen) die Kreativität steigern können! Reden wir aneinander vorbei? Was genau meinst du?
Ich bin der Meinung, dass es hin und wieder Sinn macht, eine Optionalregel zumindest "anzubieten".Ok, da sind wir eben einfach anderer Meinung. Aber das können wir vielleicht in einem anderen Thread diskutieren. Würde mich interessieren! Mach doch einen Thread auf, wenn du magst. :)
Sie muss ja nicht genommen werden.
Ich finde diese Einstellung "alles ist optional, man kann alles ignorieren, und wir machen ganz viele optionale Regeln, um es möglichst allen Recht zu machen" ganz furchtbar.Alles was jetzt kommt ist Meinung und erhebt daher keinen Anspruch auf Objektivität!
...
Ich würde gerne mal wissen, was ihr von der Ansicht haltet, dass Kreativität von Grenzen profitiert und ob ihr Beispiele dafür (oder dagegen) habt.
Hm, noch mal zur Klärung des Themas: Ich wollte mich eigentlich nicht darüber unterhalten ob oder ob nicht man Regeln ändern sollte.
Regeln (so man sich dran hält und dass sollte erst einmal der Sinn von Regeln sein, sonst bräuchte man sie ja nicht) schränken also die Interaktion zwischen den Spielern ein – und zwar von unendlich vielen Interaktionen auf einen sinnvollen Ausschnitt.
Jedes Spiel sollte zumindest eine gewisses Spielgefühl vermitteln wollen und die Regeln wiederum sollten dieses so gut wie möglich unterstützen, daher ist es eben unter anderem Aufgabe guter Regeln die Kreativität und die Kommunikation derart einzuschränken (fokusieren finde ich wirklich das bessere Wort...), dass diese sich eben nur (gut, sagen wir hauptsächlich...) innerhalb des vom Spiel geförderten Spielgefühls/ Genres/ whatever aufhalten, dort allerdings sogar positiv stimmuliert werden.Hm, fokussieren... ja, das hört sich tatsächlich besser an. Finde ich gut, denn das meinte ich eigentlich mit den Grenzen: sie richten die Interaktion auf ein bestimmtes Ziel. Cool!
Ich hoffe, das ist soweit on topic, jetzt würde ich gerne etwas über das ändern von Regeln anschließen, aber das wäre dann ja wieder off topic und dann muss der Fredi wieder weinen ;-)Ja, Fredi ist wieder zickig heute! ;) Mach doch einen Thread zu Regeln usw. auf (hab ich 8t88 auch schon empfohlen)! Das ist ein cooles Thema, hat blos mit Grenzen und Kreativität nicht viel zu tun.
Inwiefern macht das einen Unterschied? Jeder Regel kann nur das reelle Verhalten der reellen Spieler beeinflussen – Spielsystemregel genauso wie "Überregel". Wo genau ist also der Unterschied?
Ähm, ich kann dir nicht ganz folgen… Ich meine ja gerade, dass Regeln (also gewisse Grenzen) die Kreativität steigern können! Reden wir aneinander vorbei? Was genau meinst du
Andererseits gibt es Regeln (i.e.S.), die ganz klar diese Freiheit einschränken – Regeln, die Dir vorschreiben, wie Du Dich in diesem Raum zu bewegen hast. Und letzteres ist nicht unbedingt förderlich für Kreativität.Aber gerade diese Regeln, die dich einschränken, können die Kreativität beflügeln.
Insofern sage ich: Ja, Regeln können Kreativität fördern, sie können diese aber auch extrem behindern. Es kommt ganz darauf an, auf welcher Ebene wir welche Regeln betrachten.
Ich meine, dass ohne Regeln ganz allgemein kaum Kreativität möglich ist. Insofern hat Du Recht. Nur habe ich etwas gegen den Begriff „Grenzen“ oder „Beschränkung“, eben weil ich damit eher verbinde, dass mir Möglichkeiten genommen werden. Regeln (i.w.S.) schaffen damit aber erstmal einen Raum von Möglichkeiten – einen Raum, in dem ich mich bewegen kann.… Ja! Das ist doch mal sehr weise. Das trifft den Punkt, den ich machen wollte, sehr viel besser als meine eigene Formulierung. Cool!
Andererseits gibt es Regeln (i.e.S.), die ganz klar diese Freiheit einschränken – Regeln, die Dir vorschreiben, wie Du Dich in diesem Raum zu bewegen hast. Und letzteres ist nicht unbedingt förderlich für Kreativität.Hie sehe ich es wie Eulenspiegel: gerade solche Einschränkungen können die Kreativität fördern! Natürlich müssen sie es nicht, aber sie können es sehr wohl. Nicht jede Einschränkung muss schlecht für die Kreativität sein. Manche Einschränkungen (und damit meine ich wirklich Einschränkungen!) können auch gut für die Kreativität sein. Müssen nicht, können aber.
Ansonsten sehe ich den Unterschied zwischen Social Contract und System-Regeln auch. Allerdings sehe ich nicht, dass Social Contract Regeln die Kreativität grundsätzlich fördern und System Regeln sie grundsätzlich einschränken. Ich glaube eher, dass beide Ebenen sowohl förderlich als auch hinderlich sein können.
Ich will mich hier nicht (!!!) darüber unterhalten, ob man Regeln ändern sollte oder nicht.
2. Lest verständig und vollständig
(...)Und bitte, lest auch den ganzen Thread, ehe ihr postet! Immer wieder sehe ich Posts, die eigentlich nur damit zu erklären sind, dass der Poster genau das nicht getan hat. Das kann man im Umfrage-Channel machen, aber hier im Theorie-Bereich sollte man sich schon die Zeit nehmen, alle Posts zu einem Thema zu lesen.
7. Bleibt On Topic!!
Keiner auf diesem Board hat mehr Lust, die ewig gleichen Leute in jedem Thread die ewig gleichen Diskussionen in neuem Gewand führen zu sehen. Deswegen Regel Nummer 6: Damit das Thema eines Threads klar festgelegt wird. Packt nicht alles, was euch entfernt zu einem Thema einfällt, in einen Thread. Bleibt bei dem, was der Threadstarter wissen wollte, oder eröffnet einen neuen Thread. Ich will hier nicht so pingelig sein wie auf the Forge, aber wir sollten doch wesentlich mehr als bisher darauf achten, uns auch wirklich zum Thema eines Threads und nicht zu irgendwas anderem zu äußern. Im Zweifel entscheidet der Threadstarter, ob etwas noch On Topic ist. Also, hört auf ihn!
Bevor ihr in einem Thread postet, seid sicher, dass ihr wisst, was Diskussionsgrundlage ist! Und haltet euch auch daran.