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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Thema gestartet von: Michael am 18.07.2006 | 11:21

Titel: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Michael am 18.07.2006 | 11:21
So demnächst startet eine neue Runde von mir und diesmal bin ich selber Spieler. Soweit so gut, nun gestern abend besprach ich mich dann mit dem zukünftigen SL und kamen dann auf meinen Charakter zu sprechen.
Dieser wurde mit großem Ungehaltensein aufgenommen und man teilte mir durch die Blume mit, den will man so nicht sehen.
Bei Nachfrage, warum denn nicht, kam folgendes heraus:
- Zweihänder und Natur? Also kämpfen und durch den Wald pirschen? Passt nicht, in keinster Weise
- hat seine Möglichkeiten bei den Klassen ausgereizt, dass ist Powergaming
- wirkt zu künstlich
- deckt viel zu viele Themen mit seinen Talenten ab

Natürlich war ich da anderer Meinung und nach drei Stunden im Kreis diskutieren, sind wir immer noch keinen Schritt weiter als vorher.
Was mich interessiert, was darf man spielen, wenn es in dieser Hinsicht keine Festlegung gab, außer, dass alles im Rahmen der Regeln sein soll?
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Wawoozle am 18.07.2006 | 11:28
Entweder wär ich gegangen oder ich hätte den SL den Char bauen lassen...
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Faryol am 18.07.2006 | 11:32
Also was ich meistens mache, ist eine Hintergrundgeschichte zu einem Char zu basteln.
In dieser baue ich in stimmiger Weise Vor- und Nachteile, Fertigkeiten, exotische Waffen/Rüstungen, usw. ein.

Bei einer schönen Story wirkt der Charakter dann nicht steril konstruiert.

Was spricht dagegen die Möglichkeiten der Klasse auszureizen? Ist doch im Rahmen der Regeln.

Was ich halt gerne beachte ist die Kompatibilität mit der Gruppe allgemein.  
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Haukrinn am 18.07.2006 | 11:35
Was haben denn die anderen Spieler überhaupt dazu gesagt? Wenn die nichts dagegen hätten, würde ich dem SL einfach mal'n Vogel zeigen. Der kann sein Ding schlecht an den Spielern vorbei durchziehen, da könnten die ja auch gleich ganz zuhause bleiben...  ::)
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Teclador am 18.07.2006 | 11:35
@Thief:

Da es sich ja ofensichtlich um DSA4 handelt hätte ich gerne nen kurzen regeltechnischen Abriß was du dir da so zusammengebastelt hast. Danke :)
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: tyrarachsa am 18.07.2006 | 11:36
Ich denke, es kommt darauf an, was der SL mit euch machen möchte und was sonst noch für Charaktere mitspielen. Charaktere die zu viel zu gut können, stellen den Spielleiter vor Probleme. Er will euch ja Abenteuer geben, an denen ihr zu knabbern habt und sie am Ende dann doch noch lösen könnt. Wenn alle Spieler hochgepowerte Charaktere spielen ist das kein Problem. Es sei denn, der SL will eher kleine Geschichten erzählen und hat die Sorge, dass Superhelden da einfach problemlos durchmaschieren. Ist das Gefälle zwischen den einzelnen Charakteren riesig kommen noch andere Probleme hinzu. Der SL soll ja allen gerecht werden. Aber setzt er die schwierigkeit so hoch an, wie es die stärksten Charaktere erfordern, kommen die schwächeren leicht unter die Räder. Setzt er aber das Niveau bei den schwächeren Charakteren an, ist der mächtige Charakter unterfordert. nebenbei ist auch das ein Problem für die schächeren Charaktere, weil die weniger zum zuge kommen und ihnen der starke Charakter einfach die Show stielt. Nicht besonders gut für die Gruppenhygiene.

Das soll jetzt nicht heißen, dass man keine mächgtigen Charaktere spielen darf. Aber ihr solltet euch absprechen, was die Gruppe will. Ich persönlich finde es immer ganz gut, wenn hjeder ein Gebiet hat, in dem er die anderen überragt, aber in anderen Bereichen auf die Gruppe angewiesen ist. Aber das ist eine persönliche Vorliebe.

EDIT: Und auch wenn ich in diesem Punkt altmodisch wirke: Im zweifelsfall hat der SL recht ;)
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Don Kamillo am 18.07.2006 | 11:37
Hey, so einen Charakter spiele ich auch ( EDScout mit Zweihänder ) Mir wurden noch nie Vorwürfe gemacht und wenn ich mal gefragt wurde, habe ich die Geschichte dazu erzählt und gut war... Das der Zweihänder vielleicht nicht in den Wald passt, na und, ist das ein Problem des Meisters? Des Spoilens wegen hast Du Dir den nicht genommen, oder?

Welches System spielst Du denn?

Wahrscheinlich ist es mit Deinem Char schwer, nicht viele Gebiete abzudecken, schaut mir nach Waldläufer aus, das ganze...
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: 1of3 am 18.07.2006 | 11:46
Grundsätzlich: Nein. (http://tanelorn.net/index.php/topic,20634.0.html)

Aber wie Haukrinn richtig bemerkt: Der SL ist da nicht übermäßig relevant.
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Nelly am 18.07.2006 | 11:47
Genau das ist es was ich nicht verstehe, die Leute hängen sich an den Regeln auf. So ein Charakter ist ja nicht erst seit gestern auf der Welt. Nicht jeder Thorwaler liebt die See und es mag sogar Menschen in einem Reitersvolk geben die Angst vor Pferden haben weil sie mal übelst gebissen oder getreten wurden.

Also, was spricht dagegen einen Waldläufer zum Beispiel mit Zweihänder zu spielen? Der Charakter hat Vorlieben und Neigungen, wenn er diese Waffe nun mal cool findet oder damit aufgewachsen ist weil sein Meister ein in Rente gegangener Krieger ist der sich als Eremit zurückgezogen hat um plötzlich Waldläufer zu werden.. ja mein Gott, dann ist das halt nun mal so, man kann in einen Charakter oder Menschen doch net reingucken.

Wenn die Leute endlich mal aufhören würden auf die verdammten Werte zu gucken und Punkte zu schinden. Wenn sie endlich mal aufhören würden nach der verdammten Effektivität zu gehen dann gäbe es bestimmt weniger Stress am Spieltisch.

Frag mal den zukünftigen SL was er davon gehalten hätte wenn du so auf seinen Charakter reagiert hättest. Ich hab meine Chars auch immer viel lieber Individuel und unabhängig von jeglicher Klasse gefertigt, da man in der Klasse quasi immer nur einen Stereotypen gespielt hat, gerade solche Kleinigkeiten wie zum Beispiel ein Zweihänder, anstatt Bogen, machen doch den Charakter erst interessant und liebenswert. Solange es im Rahmen der Regeln ist und auch noch spielbar ist, warum nicht?

Frag ihn nach der Stelle im Buch wo expliziet steht dass du das so nicht haben kannst. Wenn er so ein Regelschinder ist dann schlag ihn mit seinen eigenen Waffen, oh ja und dann weise am besten noch auf die Stelle hin dass das Spiel Spaß machen soll und die Regeln nur optional sind und da du nun seit langem mal wieder spielst auch gerne was spielen möchtest das dir Spaß macht!
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Michael am 18.07.2006 | 11:57
Tecci hats erraten es ist DSA4, und ich sage kurz was dazu: Da ich gepennt habe mit meiner Charaktererschaffung hatten alle ihre Charaktere fertig nur ich und meine Teampartnerin nicht (wir haben die Gruppe in kleine Untergrüppchen aufgeteilt, damit man schon kleinere Konstellationen hat), und man teilte dann auch prompt mit, dass es toll wäre noch einen Naturcharakter zu haben.
Ich hatte mir aber schon vorher vorgenommen, einen Klopper mit richtig langer Waffe zu spielen (in diesem Fall Andergaster, ein 2m-Schwert) und das wollte ich auch behalten.
Ich meine ich hätte es verstanden hätte der SL gesagt, der ist zu mächtig der Charakter, aber ich habe noch nichtmal mein Kampftalent gesteigert, ich habe es auf dem Startwert belassen.
Deswegen ist der Charakter vom kämpferischen her auf jeden Fall nicht über dem Durchschnitt, unter Umständen sogar ein wenig darunter.

Zum Hintergrund mache ich mir immer erst nach der Charaktererstellung Gedanken, ich will erst sehen, was ich spielen kann, bevor ich festlege, was ich denn spielen möchte, was dann nachher unter Umständen doch nicht klappt (vorallendingen bei DSA4).

@Tecci: Obskure Mischung von Prospektor:Kräutersammler/Bergmann/Söldner: Schweres Fußvolk, brauchst du noch weitere Angaben?

@Haukrinn: der eine Spieler der mit anwesend war, war mein Bruder, der nur aus Jux mit draufgebasht hat, ob er das jetzt ernst meinte weiß ich nicht, aber das kann EdlerBaldur selber sagen

@Tyrarachsa: Wir werden im Dschungel spielen und außer mir hat bislang noch keiner Natur genommen, deswegen fand ich das ganzen dann auf einmal ein wenig ungerechtfertigt.

@Don Kamillo: Jepp ist auch schwer, mit der Kombination bin ich in den Bereichen Kampf, Körper, Natur und Handwerk rudimentär gut ausgebildet
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Boba Fett am 18.07.2006 | 11:58
Bei Nachfrage, warum denn nicht, kam folgendes heraus:
- Zweihänder und Natur? Also kämpfen und durch den Wald pirschen? Passt nicht, in keinster Weise
Deine Sache, aber ich glaube, das war auch nicht der Kernpunkt des Anstosses!
Zitat
- hat seine Möglichkeiten bei den Klassen ausgereizt, dass ist Powergaming
Das war bestimmt der Kernpunkt! :8)
Zitat
- wirkt zu künstlich
Ansichtssache, auch da würde ich sagen: Deine Angelegenheit.
Abgesehen davon sollte man darüber erst urteilen, wenn der Charakter gespielt wurde.
Zitat
- deckt viel zu viele Themen mit seinen Talenten ab
Das ist allerdings etwas, das wirklich problematisch ist. Zusammen mit Powergaming ist das warscheinlich das Kernthema.
Jeder sollte im Rollenspiel etwa den gleichen Spielanteil haben. Eine "eierlegende Wollmilchsau" stört diese Verteilung der Spielanteile.
Wenn jeder seinen Aufgabenbereich hat, in dem er gut ist, hat jeder was zu tun, und zwar abwechselnd.
Wenn einer alles kann (oder mehrere Bereiche), dann kann er sich mehr Anteile am Spielgeschehen nehmen.
Die anderen Spieler fühlen sich dann (zu Recht) vernachlässigt.

Das gleiche gilt für den Kampf -> Kampf ist ein Gebiet, wo fast alle einen gewissen Anteil haben (wollen).
Wenn da sich einer von den anderen maßgeblich absetzt, führt das auch zu einer ungleichen Verteilung der Anteile.
Natürlich ist im Kampf immer eine gewichtung gegeben, dass Kämpfercharaktere besser kämpfen (und damit dort mehr Spielanteile haben) als Nichtkämpfer. Dennoch sollte der Abstand nicht so groß sein, dass die "Nichtkämpfer" im Kampf gar nichts mehr zu tun haben, weil sie entweder mit Sicherheit sterben (wenn der Gegner in der Schwierigkeit dem Kämpfer angepasst sind) oder der Kämpfer alles in kürze ohne Probleme umhaut (weil die Gegner dem durchschnitt angepasst wurden).
Die Kombination der beiden Kritikpunkte zeigt doch eigentlich eines:

Deine Mitspieler (und auch der Spielleiter) befürchten, dass durch diesen Charakter die Verteilung der Spielanteile im Kampf und im allgemeinen Bereich unausgewogen wird. Die Befürchtung ist möglicherweise sogar gerechtfertigt.
Aber egal ob das so ist, oder nur eine Befürchtung bleibt, solange Du den Charakter so spielen möchtest, wird den anderen ein ungutes Gefühl bleiben. Schlimmstenfalls wird der Spielleiter Deinen Charakter sogar benachteiligen (weil er das Gefühl hat, einen Ausgleich schaffen zu müssen / also nicht aus Boswilligkeit).
Am Besten wäre es, wenn Ihr Euch mal zusammensetzt, und analysiert, welcher Charakter welche Nischen im Spiel (Kampf, Zwischenmenschliches, Heimlichkeit, Magie, Wildnis, etc.) mit welchem Anteil belegt. Das zeigt, welche Nischen vielleicht vernachlässigt sind (wo also Platz ist, um Aufgaben zu übernehmen), welche Charaktere welchen Spielanteil haben und wer vielleicht vernachlässigt wird, weil er zu wenig Anteil hat. Und es wird zeigen, wo Dein Charakter da steht.
Wichtig ist in dieser Analyse natürlich auch, wie oft bestimmte Nischen gefragt sind. Ein Seefahrer hat natürlich ein spezielles Gebiet, aber wenn es nie zur Seefahrt kommt, hat er wenig zu tun (höchstens in sekundären bereichen). Wenn die Kampagne aber nur um Seefahrt dreht, wird der Waldläufer sich langweilen... ;)

Kurz gesagt: Redet drüber, einigt Euch... ;)
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Dash Bannon am 18.07.2006 | 11:58
darf man
aber der eigene Spielspaß/die eigenen Wünsche sollten nicht den Spaß der anderen beeinträchtigen

sprich:wenn dein Charaktere alles abdeckt, bleiben keine Nischen für die anderen
wenn du überall glänzt, nimmst du den anderen ihre 5 Minuten Ruhm im Abenteuer...
das sollte man vermeiden

deshalb sollte man die Charaktere ja auch gemeinsam machen
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: 1of3 am 18.07.2006 | 12:01
Zusammen mit Powergaming ist das warscheinlich das Kernthema.

Powergaming ist toll. Powergamer sind flexibel. Powergaming führt zu interessantem Rollenspiel. Wenn das anders erscheint, liegt das ausschließlich daran, dass die Regeln Kacke sind.
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Munchkin am 18.07.2006 | 12:03
Wie ich ja das eine und auch andere mal gesagt habe geht es ja um den Spaß.

Zitat
Dieser wurde mit großem Ungehaltensein aufgenommen und man teilte mir durch die Blume mit [...]
Verstehe nicht warum man das durch die Blume sagen muß, gerade bei Heuschnupfen kann sowas ins Auge gehn ;D

Mal im Ernst. Es scheint als das der Spielleiter eine gewisse Vorstellung davon hat, wie die Charaktäre - bezogen auf ihre Klasse - geartet sein sollen.

Ich denke die beste Lösung ist das klärende Gespräch. Aus eigener Erfahrung, weiß ich das die Vorstellungen eines Spieles voneinander abweichen können. Bei guten Gruppen sollte das aber durch einen Kompromis gelöst werden.

Um zu Deiner Eingangsfrage zurück zu kommen: Ja. Ich möchte den Charakter spielen (den die Regeln zulassen) der zu meiner Stimmung bzw. Vorstellung passt. Alles andere ist Mumpitz.
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Teclador am 18.07.2006 | 12:04
@Tecci: Obskure Mischung von Prospektor:Kräutersammler/Bergmann/Söldner: Schweres Fußvolk, brauchst du noch weitere Angaben?

Nene passt schon, hat mich nur interessiert wie du das unter einen Hut gebracht hast.


Und zum Thema:

Ich finde du hast ein Anrecht, darauf deinen Charakter so zu spielen wie er dir gefällt.
Zumindest solange deine Mitspieler auch Spass haben deinen Charakter im Spiel zu haben.
Wenn das nicht der Fall ist muss man einen Kompromis finden.

Der SL spielt sich IMHO da etwas zu sehr als "Chef" der Rollenspielrunde auf.
Ihm sollte klar sein, dass er auch nur ein Mitspieler ist, nur eben mit besonderer Aufgabe im Spiel.


Das klare "Nein", dass von Stefan angeführt wird kann ich so allerdings nicht unterstützen.
Dir als Spieler sollte die Hauptentscheidungsgewalt über deinen Charakter bleiben, du musst ihn schließlich auch mit Leben erfüllen, die Mitspieler schauen sich das nur an. Das gibt ihnen Mitspracherecht, nicht mehr.
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Boba Fett am 18.07.2006 | 12:09
Powergaming ist toll. Powergamer sind flexibel. Powergaming führt zu interessantem Rollenspiel. Wenn das anders erscheint, liegt das ausschließlich daran, dass die Regeln Kacke sind.
Lies den Beitrag ganz, dann siehst Du, dass ich Powergaming gar nicht als Problem angeführt habe, sondern nur aus Argument, dass thematisiert wurde, weil die Mitspieler (andersartge) Befürchtungen haben.
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Don Kamillo am 18.07.2006 | 12:12
Die Frage, die ich hätte, wäre: Warum noch der Naturbursche? Wenn den keiner spielen wil, dann halt nicht, ist die Gruppe draußen halt aufgeschmissen und muß sich was anderes einfallen lassen... ich würde den Kräuterfredelaspekt da evtl. rausnehmen... Ich finde, in Gruppen muß nicht immer alles abgedeckt sein, zur Not lernt man sowas während man spielt und motzt einen Char dann irgendwann mal auf... Der Krieger wird schon irgendwann lernen, welche Wurzeln essbar sind und welche nicht  >;D
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Michael am 18.07.2006 | 12:12
Nun ich geben 1of3 Recht in diesem Falle (meistens finde ich seine Ideen nicht prickelnd), aber ich achte darauf, was die anderen Spieler sagen, so ist es nicht, nur von denen hat noch keiner was gesagt, hoffe aber im laufe des Tages Rückmeldung zu kriegen.

Der Charakter deckt die Nischen Kampf/Natur/Handwerk ab, wir haben ansonsten in der Gruppe:
echsischen Magier (Kristallomant, Achaz für Tecci), Magie
Entdecker, Wissen
blinden Gesellschafter, Gesellschaft
Gladiator, nur Kampf
Fächerkämpferin, Kampf/Gesellschaft

Da ich selber drei Gebiete habe, leidet momentan mein Kampftalent darunter, dass im Moment sehr unterdurchschnittlich ist, für das was man erreichen kann. Ich würde es ja einsehen, wenn ich jemandem seinen Charakter abgrabe, aber das tue ich ja nicht, das regt mich auf.

@Reden: Dies haben wir gestern getan, ich habe mehrfach gesagt, dass die meisten der Dinge meine Entscheidung sind, die auch keinen anderen was angehen, solange ich die anderen Charaktere nicht beschneide und dies tue ich in keiner Weise. Ich habe auch gesagt, dass wir da unterschiedliche Sichtweisen haben, aber dies wurde entweder nicht gehört oder nicht verstanden.
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Lord Verminaard am 18.07.2006 | 12:13
Doofe (aber richtige) Antwort: Du kannst den Charakter nur spielen, wenn alle Mitspieler in der Gruppe ihn, zumindest zähneknirschend, abnicken. Wenn sie nicht einverstanden sind und du sie auch nicht überzeugen kannst, solltest du den Andergaster wegwerfen.

(Nimm statt dessen einen Speer und Sonderfertigkeiten Ausfall und Gezielter Stich, dazu einen Bogen und SF Schnellladen, das haut eh mehr rein. Und: Warum willst du eine so fette Waffe haben, wenn du den TaW nicht steigerst?)

Nicht doofe Antwort: Ich persönlich sehe das so:


(Aside: Drei Professionen? Ich dachte, zwei wären das Maximum?)
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Michael am 18.07.2006 | 12:14
@Kamillo: Ich habe den Kräutersammler reingenommen, weil wir zum einen brauchen werden (es geht in den Dschungel und ohne ist Käse) und zum anderen hatte ich mich mit der Idee schon gut angefreundet.

@Nelly: Zur Klarstellung ich bin der Powergamer und Punkte optimierer, unser SL ist purer Storyteller
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Ludovico am 18.07.2006 | 12:14
@Tecci: Obskure Mischung von Prospektor:Kräutersammler/Bergmann/Söldner: Schweres Fußvolk, brauchst du noch weitere Angaben?

Unter diesen Umständen wäre ich als SL auch "unglücklich" gewesen. Es klingt echt künstlich und im Nachhinein dann mit einem Hintergrund zu kommen, um das zu erklären, macht die Geschichte nicht besser.
Grundsätzlich hat beim klassischen Rollenspiel der SL ein großes Mitspracherecht bei der Charaktererschaffung ganz einfach deshalb, weil er mit den Charakteren arbeiten muß.
Er könnte natürlich alle Eigenheiten der Charaktere ignorieren, sich nicht um die Gruppe scheren und dann 08/15-Abenteuer bringen, die für alle sind.
Ob es das ist, was Du willst... Mir macht es zumindest keinen Spaß weder als Spieler noch als SL und wenn mir das als SL keinen Spaß macht, dann ist der Charakter halt raus, wenn sich kein Kompromiß finden läßt.

Ich verstehe den Mann.
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Pyromancer am 18.07.2006 | 12:17
Zur Klarstellung ich bin der Powergamer und Punkte optimierer, unser SL ist purer Storyteller

Warum spielt ihr zusammen? DSA ist meiner (spärlichen) Erfahrung nach ein System, bei dem Storyteller und Powergamer nicht zusammenpassen.
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Teclador am 18.07.2006 | 12:17
Unter diesen Umständen wäre ich als SL auch "unglücklich" gewesen. Es klingt echt künstlich und im Nachhinein dann mit einem Hintergrund zu kommen, um das zu erklären, macht die Geschichte nicht besser.

Wieso nicht?

Wenn er sich solch einen Exoten zusammenschraubt und sich dann ne passende Lebensgeschichte asudenkt ist doch alles in Butter, oder?

Er verlässt mit seinem Charakter nur die klassische eingefahrene Schienedes "Ich bin der Krieger, du der Magier".


Warum genau wärst du denn unglücklich?
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Michael am 18.07.2006 | 12:18
@Vermi: Drei nach Errata SH.
Den Andergaster nehme ich, weil ich die Idee eines Zweihänders schon immer toll fand, vorallendingen diesen. Der Andergaster ist auch ein Hauptpunkt des Charakters und deswegen wollte ich diesen dann auch behalten, auch wenn ich erst später dazu kommen werde, diesen zu steigern.
Achja ich komme aus Andergast, fand es deswegen auch in Ordnung diesen zu nehmen und vorallendingen Bidenhandsöldner sind an sich ja legitim.

@Pyromancer: weil wir eigentlich immer gut ausgekommen sind, nur weil ich Powergamer bin, heißt das nicht, dass ich keine gute Story auf die Beine kriege, aber mein SL vertraut mir da nicht.
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Lord Verminaard am 18.07.2006 | 12:22
Zur Klarstellung ich bin der Powergamer und Punkte optimierer, unser SL ist purer Storyteller

"Powerteller" sind die schlimmsten... ;)

@ Ludo: Ob der Charakter künstlich wirkt oder nicht, weiß ich erst, wenn ich den Hintergrund sehe. Mir viele da durchaus was ein, z.B.: Stammt aus Andergast, Sohn einer Kräutersammlerin (Halbwaise), bei seiner Mutter gelernt, mit 16 von Orks verschleppt, mehrere Jahre in den Minen gearbeitet, von einem Krieger befreit worden, mit dem er dann eine Weile umherzog und ein paar Kniffe lernte, ehe der Krieger bei einem Hinterhalt starb. Nahm dann die Waffe des Kriegers (Andergaster) an sich und verdingte sich seither als Söldner.
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Ludovico am 18.07.2006 | 12:25
Wieso nicht?

Wenn er sich solch einen Exoten zusammenschraubt und sich dann ne passende Lebensgeschichte asudenkt ist doch alles in Butter, oder?

Weil meiner Erfahrung nach keine glaubwürdige Geschichte, sondern in 99 von 100 Fällen ein "Insert missing detail here"-Geschreibsel rauskommt.

Zitat
Warum genau wärst du denn unglücklich?

Wenn ich einen Charakter als unglaubwürdig betrachte, mag ich nicht mit ihm zusammenarbeiten und wenn ich nicht mit ihm zusammenarbeiten mag, dann wird das Rollenspiel weder für den Spieler noch für mich als SL ein angenehmes Erlebnis.

Außerdem ist das Durchbrechen der klassischen Aufteilung echt nichts Besonderes mehr. DnD macht das mit Multiclassing und bei vielen Kaufsystemen kann man Magier und Kämpfer, Dieb oder sonstwas spielen.
Nichtsdestotrotz sollte das Ergebnis glaubwürdig sein.
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Michael am 18.07.2006 | 12:27
@Ludovico: Ich wäre an seiner Stelle auch unglücklich, wenn ich von dem Spieler wüsste, dass er das nur wegen des Powergamens macht. Aber ich kenne meine Spieler und weiß, dass keiner nur wegen des Powergamens das machen würde.
Ich baue den Hintergrund immer erst später, weil mir beim bauen der Charaktere immer gute Ideen einfallen, warum, wieso, weswegen.
Ich habe ja auch ein paar gute Ideen zusammengetragen:
- war erst Kräutersammler, hatte eine Frau und eine Tochter, Familie und er wurden von Orks angegriffen und verschleppt, er kam in die Minen, was mit seiner Familie geschah, weiß er nicht, nachdem er aus den Minen entkam. Kam bei einer Söldnereinheit unter, brach mit diesen aber dann aufgrund von Verschiedenen Auffassungen von Prinzipien und weil er nach seiner Tochter und Frau suchen will.
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Teclador am 18.07.2006 | 12:28
@Ludo: Hm gut wenn du das so siehst.

Ich kann halt nur für meinen Teil sagen, dass ich da nicht so hohe Ansprüche zu haben scheine wie du. Ich bin mit einer halbwegs stimmigen Geschichte sofort zufrieden solange ich von dieser auch was im actual play mitbekomme und sie nicht nur als nettes Schriftstück im Besitz des Spielers existiert.
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: tyrarachsa am 18.07.2006 | 12:43
Wenn er sich solch einen Exoten zusammenschraubt und sich dann ne passende Lebensgeschichte asudenkt ist doch alles in Butter, oder?

Hintegrundgeschichten sind doch nicht dazu da um die Skills zu rechtfertigen. *verwundert am Kopf kratz*
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Cycronos am 18.07.2006 | 12:57
Was mich interessiert, was darf man spielen, wenn es in dieser Hinsicht keine Festlegung gab, außer, dass alles im Rahmen der Regeln sein soll?

Alles, was innerhalb der Regeln ist.
Vorrausgesetzt, die tatsache, dass keine Festlegung ausgesprochen wurde entspricht auch der Wahrheit. (i.e.: Es gibt keine Festlegungen)
Genau das scheint hier nicht der Fall zu sein. Dein SL scheint ein par Festlegungen in Kopf und Gefühl zu haben, von denen du vorher nichts wusstest, sodass ihr letztlich in Konflikt geraten seid.
Er scheint eine etwas "realistischere" Herangehensweise bei der Char-Generierung zu bevorzugen, während du eher auf pure Phantastik setzt.
Ein Zweihänder ist zum Schleichen im Wald nunmal wirklich nicht sonderlich geeignet, und es ist auch unwahrscheinlich, dass ein Charakter im Zuge seines Lebens seine fähigkeiten voll optimiert, oder viele Sachen aus teilweise diametral gegenüberliegenden Bereichen lernt.
Sicher kann man beide Ansichten (also realistisch vs phantastisch) auf viele Weisen legitimieren, aber darum gehts nicht wirklich.

Worum es geht, ist, das jeder Spaß am spiel hat. Und eben jener Spaß ist meist an gewisse vorstellungen geknüpft, wie Charaktere und Welt auszusehen haben. Wenn sich diese Vorstellungen von Spieler und SL beissen gibts halt Knies, und es geht wieder zur berühmten Kompromissfindung. Zum "mitteln" der Summe der spielerwünsche (alle Spieler in der Runde) und der SL Wünsche.
So etwas ist nahezu immer der fall, und sei es nur in einem ganz kleinen Rahmen.

Ergo: Nein, du wirst niemals 100%ig den Charakter spielen "dürfen" den du willst. Denn du bist im shared imagination space eben nicht alleine.
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Teclador am 18.07.2006 | 13:00
Hintegrundgeschichten sind doch nicht dazu da um die Skills zu rechtfertigen. *verwundert am Kopf kratz*

Jo die können noch viel mehr, aber Ludo ging es ja darum, dass die Wertekombinationen erklärt werden müssen.

Für mich persönlich ist das auch nicht so wichtig, sollen die Leute ihre Werte nur nehmen wie sie wollen, das passt in den meisten Fällen schon.
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Skele-Surtur am 18.07.2006 | 14:40
@ Topic: Ja.

Powergaming ist nicht verdammenswert. Wenn man sich damit erstmal abgefunden hat ist es IMHO viel einfacher und unbeschwerter zu spielen.

1) Wenn die Regeln es hergeben ist es auch möglich
2) Wenn die Hintergrundgeschichte es hergibt ist es diskussionswürdig
3) Wenn die anderen Spielercharaktere nicht überflüssig werden ist es in Ordnung

Warum sollte ein Kräutersammler nicht im Verlauf seines Lebens in eine Söldnerkariere schlittern? Also ich seh das Problem nicht.
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Wolf Sturmklinge am 18.07.2006 | 14:44
@Pyromancer: weil wir eigentlich immer gut ausgekommen sind, nur weil ich Powergamer bin, heißt das nicht, dass ich keine gute Story auf die Beine kriege, aber mein SL vertraut mir da nicht.
Könnte das, daß Problem sein? Wenn ich jemanden nicht vertraue, spiele ich nicht mit ihm/ihr.
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Lord Verminaard am 18.07.2006 | 14:58
Ich vermute eher einen klassischen Fall des SL-Patriarchen:

„Ich bin verantwortlich für den Plot. Ein guter Spieler soll sich dem Plot fügen. Böse Powergamer versuchen immer nur zu gewinnen und machen mir den Plot kaputt. Ich darf den bösen Powergamern keine zu krassen Charaktere gestatten, weil das ist schlecht für den Plot und die Atmosphäre, weil, weil... ist eben so.“ ;)
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Chiungalla am 18.07.2006 | 15:00
Ich teile mal Vermis Vermutung, das war auch mein erster Gedanke, auch wenn ich in nicht so hübsch auszu drücken wusste.  :d

Ansonsten ist Powergaming natürlich nichts böses, es sollte halt nur im Konsens der Gruppe geschehen. Also keine hochgezüchteten Erzeugnisse 15jähriger PGing-Erfahrung in einer Gruppe aus Rollenspielanfängern mit blümchenpflücker Storytellercharakteren. Es muss schon grob passen.

Weshalb ich mich mittlerweile eigentlich immer vorher über das gewünschte Powerniveau der Runde informiere, bzw. dazu eine Diskussion anstoße, wo das fraglich ist.
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Skele-Surtur am 18.07.2006 | 15:12
Warum Diskussion? As powerful as possible!  ~;D
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Michael am 18.07.2006 | 15:17
*g* jaja hoch hinaus und noch weiter

Ich weiß es ehrlich nicht was der SL hat, vielleicht weil er zum ersten Mal SL ist und meinen Posten nach 8 Jahren übernommen hat, keine Ahnung.
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Skele-Surtur am 18.07.2006 | 15:20
Aaaa-HA! Cotcha!

Dann schätze ich hat er Angst als SL die Kontrolle über aus seiner Sicht, zu mächtige SCs zu verlieren. Tu ihm halt den Gefallen und tritt kürzer, wenn das machbar ist oder frag ob jemand anderes den Baumkuschler spielen will damit du den Langwaffenklopper machen kannst, den du willst.
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Ein am 18.07.2006 | 15:29
Naja, Pech für ihn. Jeder muss mal ins kalte Wasser springen.
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Skele-Surtur am 18.07.2006 | 16:30
Naja, Pech für ihn. Jeder muss mal ins kalte Wasser springen.
Zumindest wenn man den Fehler macht zu sagen: "Ok, dann leite ich halt". ~;D
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Chiungalla am 18.07.2006 | 16:31
Naja, Spielleiter am Anfang halten Plot, SCs u.s.w. oft sehr gerne an der kurzen Leine.
Die Einsicht das das nicht der Weisheit letzter Schluss ist kommt oft früher oder später von alleine, und kann selten erzwungen werden, meiner Erfahrung nach.
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: tyrarachsa am 18.07.2006 | 16:42
Also keine hochgezüchteten Erzeugnisse 15jähriger PGing-Erfahrung in einer Gruppe aus Rollenspielanfängern mit blümchenpflücker Storytellercharakteren. Es muss schon grob passen.

Meiner Erfahrung ist es aber meistens eher andersrum. Zumindest in meinen Runden war es meistens (natürlich nicht immer) so, dass die Neulinge versuchten ihre Charaktere hochzupowern und mit der Zeit auch schwächen an ihren Charakteren zuließen, während die alten Hasen diese absichtlich mit ins Charakterkonzept einbauten.
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Merlin Emrys am 18.07.2006 | 16:43
Naja, Pech für ihn. Jeder muss mal ins kalte Wasser springen.
Nö. Man kann auch langsam ins kalte Wasser gehen - ist medizinisch sogar deutlich empfehlenswerter. Man muss sich ja nicht jedesmal den Ärger einhandeln, dass wieder ausdiskutiert werden muss, wer seinen Führerschein zuletzt gemacht hat (und damit den Erste-Hilfe-Kurs noch am besten in Erinnerung haben sollte) und die Zeit überbrücken kann, bis die Damen und Herren mit dem Tatütata-Auto angerückt sind...

Durchaus auf's Rollenspiel übertragbar, nur daß da meist das Tatütata nicht so dringend wird, aber man halt einen Rollenspieler und potentiellen Spielleiter weniger in der Runde hat.
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Skele-Surtur am 18.07.2006 | 16:43
Naja, Spielleiter am Anfang halten Plot, SCs u.s.w. oft sehr gerne an der kurzen Leine.
Die Einsicht das das nicht der Weisheit letzter Schluss ist kommt oft früher oder später von alleine, und kann selten erzwungen werden, meiner Erfahrung nach.
I second this.
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Shao-Mo am 18.07.2006 | 16:46
Also es ist sein erstes SL Amt ...

Oft versucht man sich an dem Durchschnitt zu orientieren, solange man sich beim Leiten nicht sicher ist, was in dem Fall zutrifft. Euer SL versucht halt einen Turm zu errichten, von dem er gefahrlos SL sein kann und das du ihm da einen Baum vor den Turm stellst stört ihn etwas... (auch wenn hinter dem Baum nur Felsen sind).

Aber das mit den einzelnen Bereichen, in denen die Spieler glänzen können, ... darüber habe ich noch nie nachgedacht. Ich hab immer als SL zu den Spielern gesagt, wenn sie sich überlegt haben, welche Art von Charakter sie spielen "Spielt was euch Spass macht, egal ob sowas schon in der Gruppe existiert oder nicht.".

Aber in wirklichkeit ist das ein ernstzunehmendes Problem.

Hey aber bleib doch einfach bei deiner Idee und schau nach, was sich mit den "Bitten" (ich nenne es einfach mal so) vom Meister umsetzen lässt.
Söldner mit 2Händer ist kein Problem.
Ihr braucht jemanden der sich in der Wildnis auskennt?
Hey es gibt auch anderes als Stadt-Söldner. Also schaust du, das du etwas in Wildnisleben steckst.

Der Rest würde ich einfach im Spiel kommen lassen. Außerdem brauchst du keinen Kräuterkundigen um Wildnistalente zu steigern.
Klar sind das günstige Punkte, aber hey, ... brauch man nicht.

== anekdote zu mir: ==
Mein erster DSA4 Char war ein Ferkina Trollzacker Stammeskrieger Besessener. Ich hab ihn gleich ultimativ gemacht (so wie du das machst), aber im Endeffekt hat mir einfach das Konzept gefallen und nicht die Werte. ich würde ihn sollte ich das nochmal machen, schwächer erstellen, einfach um meinen Spass zu haben ohne meine Mitspieler in ihren Bereichen zu "stören".
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Edler Baldur am 18.07.2006 | 16:49
Man sollte dazu sagen, dass als neuer SL in eine Gruppe zu kommen wo ToS Spieler ist, man nicht nur ins kalte Wasser springt, nein im kalten Wasser ist ein großer Hai der einen fressen will.
Zumindestens bei DSA 4. ToS hat 8 Jahre lang gemeistert, in den letzten 4-5 Jahren durchaus 2-3mal die Woche.
Nicht nur DSA aber min. 1-2 DSA in der Woche.

Daher kann ich unseren SL da verstehen, zumal der Charakter von ToS nun doch zumindestens einige Regeln stark ausreizt, was ansonsten kein anderer in der Runde wirklich macht.

Das nur mal als Einwurf.

Zum anderen störte es unseren SL das ToS gar nicht mit sich reden lies über den Charakter. Wir spielen in einer wirklich gemütlichen Runde, wo wir auch stark aufeinander achten. Nur ToS mit seinem "Ich gehe meinen Weg!" stößt da an Ecken und Kanten.
Oder um einen anderen Spieler zu zitieren:
"Als Meister bist du super, als Spieler schwer zu ertragen".

Das liegt auch mit in den Befürchtungen.

MfG Edler Baldur
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Skele-Surtur am 18.07.2006 | 16:56
Immer gut mehr als eine Meinung gehört zu haben.
@ ToS: Ich würde einfach sagen (ich weiß ich wiederhole mcih: Kürzer treten, dem SL Zeit geben sich mit seiner neuen Rolle vertraut zu machen und dann schauen wie es sich ergibt.
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Pyromancer am 18.07.2006 | 17:04
Ich weiß es ehrlich nicht was der SL hat, vielleicht weil er zum ersten Mal SL ist und meinen Posten nach 8 Jahren übernommen hat, keine Ahnung.

Ein gutgemeinter Rat: Halt dich zurück. Mach was der neue SL will. Du gehst aus einer Position der Stärke in diese Situation, die du nicht ausnutzen musst. Lass den Neuen machen.

Gerade ein Alt-SL, der bei einem ehemaligen Spieler, der zum ersten Mal leitet, mitspielt, sollte eines tun: Klappe halten! Den Neuling machen lassen! Auch wenn er es schlecht macht. Auch wenn man es selbst 1000x besser könnte. Auch wenn der Spielspaß um den Faktor 20 steigen würde, wenn der neue SL nur diesen einzigen, winzigen Rat von dir befolgen würde.
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Michael am 18.07.2006 | 17:08
Es hat sich auch erledigt, der SL hatte wirklich Angst, dass ich ihn beißen werde und hat dann aber probiert dies über den Charakter zu regeln. Das kann ich ja verstehn und ich habe ihm versprochen ihn nicht zu fressen (zumindestens nicht sofort  >;D)
Aber die Ansätzen hier waren alle gut und haben auf jeden Fall weitergeholfen danke.

@EdlerBaldur: Natürlich wollte ich mit mir nicht reden lassen nachdem der SL meinen Charakter auf den Namen PresswurstPeter taufen wollte
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Sir Mythos am 18.07.2006 | 17:10
[quote author=ThiefofSouls link=topic=27971.msg548490#msg548490 date=1153235302
@EdlerBaldur: Natürlich wollte ich mit mir nicht reden lassen nachdem der SL meinen Charakter auf den Namen PresswurstPeter taufen wollte
[/quote]

Ich finde, der Name ist toll.... vielleicht sollte ich einen gewissen Nekromanten demnächst so nennen lassen...  >;D
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Michael am 18.07.2006 | 17:10
@Mythos: Du lässt auch die Finger von meinen Charakteren  ~;D
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Skele-Surtur am 18.07.2006 | 17:11
Was hast du denn gegen Presswurstpeter?  ~;D
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Michael am 18.07.2006 | 17:11
Nun ich fand den Namen nicht berauschend und als dann der SL den Heldenzettel mit seiner Arschbacke durchs Zimmer trug war mir klar, was er mir damit sagen wollte ;D
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Skele-Surtur am 18.07.2006 | 17:15
Wie wärst mit Mettwurstmaxe?
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Michael am 18.07.2006 | 17:17
Neee, lass mal, ein guter Name fällt mir noch ein. Unseren Blinden wollte er Hals Maulwurf nennen, soviel dazu.
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Selganor [n/a] am 18.07.2006 | 17:20
Bei euch bennenen die Spielleiter die Charaktere?  :o
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Edler Baldur am 18.07.2006 | 17:22
Nein sie versuchens nur :D

MfG Edler Baldur
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Teclador am 18.07.2006 | 17:22
Noch besser: "Hartwurst Harry!" ;D
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Michael am 18.07.2006 | 17:23
Du hast das jetzt nicht für voll genommen oder? ;)
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Selganor [n/a] am 18.07.2006 | 17:26
Es soll so Spielleiter geben...

Nicht dass ich bei denen (freiwillig) spielen wuerde ohne mindestens einen Nervenzusammenbruch (bei SL oder mir) zu hinterlassen ;D
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Lord Verminaard am 18.07.2006 | 17:31
Um noch mal etwas ernsthafter zu werden: Ich sehe es genau wie Pyro. Ich war auch mal in der Situation, dass ein Mitspieler meiner Star Wars Runde die Spielleitung übernommen hat, nachdem ich es zuvor jahrelang gemacht hatte. Das ist ein schwerer Gang, du solltest versuchen, ihm freie Hand zu lassen und ihm nicht reinzureden. Wie wäre es denn, wenn du deinen Charakter, quasi als Vertrauensbeweis, mit einer Schwäche ausstattest, die dich dem SL in die Hände liefert?
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Richtenstahl am 18.07.2006 | 17:34
Also ich sehe echt das PRoblem nicht.
Gerade ein Chara der sich auf viele Gebiete aufsplittet, ist meißt in keinem davon richtig gut, weil meißt einfach die Punkte nicht reichen. Und die Geschichte ist ja OK.
Vor allem, wenn ihr einen Naturburschen noch braucht und KEINER der anderen SPieler hat es für nötig befunden, ieinen zu basteln, auch wenn sie alle wussten, dass es ein Abenteuer im Urwald werden würde.
Hallo? Geht´s noch?

Andererseits, wenn mir ein Chara mit zwei Erstprofessionen unterkommt, von denen mindestens eine "Bergmann" oder "Tagelöhner" ist, dann habe ich das Gefühl, dass die nur wegen dem billigen KK-Bonus reingenommen wurde und würde tatsächlich den Spieler fragen, ob der Chara nicht einfach auch ohne diese Profession geht. In diesem Fall könnte man vielleicht sagen, dass der Chara zwar von den Orken in die Mine gezwungen wurde, da aber nicht wirklich was gelernt hat, weil er den ganzen Tag eben nur angekettet Steine gekloppt hat.
Sprich: wenn ich das System kenne, und der Spielr hat einen Chara gebaut, in dem ich viele meiner Ideen zu "Hauptsache-mächtig,-das-kann-man-dann-alles-noch-mit-ner-netten-Geschichte-rechtfertigen" wiederfinde, dann würde ich mich auch mal mit dem SPieler unterhalten.
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Ludovico am 18.07.2006 | 17:40
Ich baue den Hintergrund immer erst später, weil mir beim bauen der Charaktere immer gute Ideen einfallen, warum, wieso, weswegen.
Ich habe ja auch ein paar gute Ideen zusammengetragen:
- war erst Kräutersammler, hatte eine Frau und eine Tochter, Familie und er wurden von Orks angegriffen und verschleppt, er kam in die Minen, was mit seiner Familie geschah, weiß er nicht, nachdem er aus den Minen entkam. Kam bei einer Söldnereinheit unter, brach mit diesen aber dann aufgrund von Verschiedenen Auffassungen von Prinzipien und weil er nach seiner Tochter und Frau suchen will.

Und hier tritt die Problematik auf.
Teclador hat mich leider nicht ganz richtig verstanden, aber mir zumindest den Denkanstoß gegeben, der notwendig war, meine Meinung in Worte zu kleiden:
Wenn man mir zum Beispiel den Hintergrund vor der Charaktererschaffung gibt, so ist der Hintergrund für mich eine Geschichte über den Charakter, was ihn bewegt, woher er kommt, etc.. Das merkt man auch oftmals am Stil der Story.
Wenn man nun den Hintergrund gerade bei extremeren Charakteren erst nach der Erschaffung bekommt, so erhält er die Qualität einer Rechtfertigung.
Statt primär darauf einzugehen, woher der SC kommt, wie er die Welt sieht, etc., wird vor allem darauf eingegangen, warum der SC diese Werte, Vorteile und Professionen hat.

Das sieht man auch an Vermis Hintergrundversuch auf Seite 1 und an dem, was Du als Beispiel gegeben hast.
 
 
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Teclador am 18.07.2006 | 17:43
@Ludo:

Was ich jetzt aber immernoch nicht ganz verstehe:

Du gehst also davon aus, dass eine vorher frei erfunde Geschichte über den Werdegang des Charakters automatisch besser/stimmiger ist als eine bei der von vorne herin darauf geachtet wird, dass einige feste Punkte eingebaut bzw. erklärt werden?

Meinst du das so?
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Selganor [n/a] am 18.07.2006 | 17:51
Bei der einen Version (erst Charakter dann Story) wird die Story wahrscheinlich alle "kritischen" Punkte enthalten und die Faehigkeiten wohl recht komplett erklaeren - evtl. zulasten der "unwichtigen" Dinge wie bisherige Erlebnisse o.ae.
Bei der anderen Version (erst Story dann Charakter) kann es hingegen passieren dass man zwar bestimmte Sachen beschreibt, diese aber dann nicht beim Charakter (in Werten) erkennbar sind (entweder weil man sie vergessen hat oder weil es bei der Erschaffung einfach "nicht gelangt" hat), dafuer duerfte mehr sonstiges Zeug (das sich nicht in Werte packen laesst) dabei sein.

Ist halt die Frage ob Crunch before Fluff (1. Version) oder umgekehrt (2. Version)
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Ludovico am 18.07.2006 | 17:53
@Ludo:

Was ich jetzt aber immernoch nicht ganz verstehe:

Du gehst also davon aus, dass eine vorher frei erfunde Geschichte über den Werdegang des Charakters automatisch besser/stimmiger ist als eine bei der von vorne herin darauf geachtet wird, dass einige feste Punkte eingebaut bzw. erklärt werden?

Meinst du das so?

Nein! Ich habe nichts von stimmiger oder besser geschrieben.
Ich meine, daß die Bedeutung der Geschichte sich ändern kann  (von Beweggründe und Ansichten des SC zu Rechtfertigung der Werte), aber nicht muß. Das hängt vor allem von zwei Faktoren ab:
1. wie gut der Spieler Geschichten zu Papier bringen kann.
2. ob es ein extremer Charakter ist.

Je extremer ein Charakter ist (also je mehr er vom Klischee abweicht), desto eher wird die Hintergrundgeschichte genutzt, um diese Abweichungen zu rechtfertigen (Warum trägt der Magier einen Zweihänder? Wieso bevorzugt der Elf Vollplatte?...).

Ein guter Autor kann einen Hintergrund zu einem extremen Charakter nachträglich einreichen ohne diese Rechtfertigungen einzubringen, bzw. sie so zu kaschieren, daß sie passen.
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Teclador am 18.07.2006 | 18:00
Ein guter Autor kann einen Hintergrund zu einem extremen Charakter nachträglich einreichen ohne diese Rechtfertigungen einzubringen, bzw. sie so zu kaschieren, daß sie passen.

Jo das hier würde ich so unterschreiben.


Ich denke man muss zudem schon einen Unterschied machen was den die Motivation des Spielers beim erstellen des Exoten ist:

Will er nur die maximierten Werte haben?
Geht es ihm nur darum einen Exoten ins Spielgeschehen einzubringen?

Ich denke in den meisten Fällen wird es irgendwo zwischen den beiden Extremen liegen.

Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Ludovico am 18.07.2006 | 18:04
Ich denke, die Zeichen erkennt man erst im Spiel. Nichtsdestotrotz macht die Rechtfertigung auf mich als SL einen negativen Eindruck, während eine richtige Erklärung für Beweggründe etc. auf mich einen positiven Eindruck macht, denn die Rechtfertigung wirkt, so wie ich sie kennengelernt habe, liebloser. Ich hab ja selber schon welche geschrieben.
Man kann fast das Charakterblatt danebenlegen und dann abstreichen, was Erwähnung gefunden hat.
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Lord Verminaard am 18.07.2006 | 18:08
Und was lernt uns das mal wieder? Wenn man in ein System „Powercombos“ einbaut, muss man sich nicht wundern, wenn Spieler diese auch nutzen. Dann weinend mit der Spielweltlogik zu kommen, hilft einem auch nicht weiter, als Designer hat man da einfach versagt.
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Teclador am 18.07.2006 | 18:14
Und was lernt uns das mal wieder? Wenn man in ein System „Powercombos“ einbaut, muss man sich nicht wundern, wenn Spieler diese auch nutzen. Dann weinend mit der Spielweltlogik zu kommen, hilft einem auch nicht weiter, als Designer hat man da einfach versagt.

Aber Vermi es geht doch nur um den REALISMUS!
So ein Bergmann hat nunmal nen KK Punkt mehr!
Der ist einfach stärker als so ein normaler Vinsalter Degenfechter!

Dass du das einfach nicht verstehen willst! Da bricht doch die ganze innere Logik der Spielwelt zusammen, wenn der KK Punkt wegfällt! ;)

Nene Quatsch bei Seite:

Du bringst die Sache auf den Punkt:

Beim Erstellen ihres Regelwerks hatte die Redax zu keinem Zeitpunkt eine Ahnung was sie da tut. Man ist einfach auf alten Pfaden gewandert und hat diese links und rechts durch komplexe Sonderregeln ausgeschmückt ohne deren Auswirkungen zu überdenken.


In dem Zusammenhang auch nochmal zu nennen: Der neue Ignifaxius, der durch die Sonderformen Mehrfacher Strahl und enger Strahl in einer Kampfrunde die Köpfe von mehreren  Gegnern zu Schlacke verwandelt, einfach über die fiesen Wundschwellen unabhängig von der LE.

Irgendwann hieß es bei uns nur noch: "Oh Feinde! Lasst Magister Todesstahl ran!" ;D
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Lord Verminaard am 18.07.2006 | 18:21
Das Geilste ist das inskonsequente Rumgeeiere zwischen Anforderungen an die Attribute und Boni auf die Attribute. Aber das nur am Rande. Die DSA-Regeln verdienen viele Attribute, aber „realistisch“ gehört gewiss nicht dazu.

Trotzdem kriege ich irgendwie gerade Lust, mir eine fiese DSA4-Kampfmaschine zusammenzubauen... ;D
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Michael am 19.07.2006 | 08:36
@Vermi: Nur noch zum Abschluß des ganzen, ich habe dem Charakter den Nachteil Pechmagnet gegeben, ich denke, damit spiele ich dem SL gut in die Hände.
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Kerberos am 21.07.2006 | 00:19
Wenn mir als Spielleiter etwas unklar an dem Charakter ist, frage ich nach. Meist bekomme ich dann auch eine einleuchtende Antwort. Der Spieler hat sich ja schon etwas dabei gedacht.
Pechmagnet als Nachteil zu nehmen halte ich für eine gute Lösung; der SL kann so selbst regulieren wie und wann der Charakter Probleme bekommt.
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Skele-Surtur am 21.07.2006 | 11:24
Also zum Thema Geschichte: Ich gehe in meinen Stories nur rudimentär auf Fähigkeiten ein. Erst kommt die Story, dann der Chara, dann wird die Story nochmal überarbeitet, um sie dem Chara anzupassen und dann ab dafür. Wie das Bei DSA4 funzt weiß ich nicht. In D&D 3.5 funktioniert es jedenfalls blendend.
Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Bad Horse am 24.07.2006 | 14:28
Früher habe ich auch immer erst die Hintergrundgeschichte geschrieben und dann versucht, den Char zu bauen. Das hat natürlich nicht immer geklappt, weil man durch die Regelsysteme häufig begrenzt ist und nicht alles 'haben' kann, was der Char mit seinem Hintergrund auch haben sollte.

Mittlerweile überleg ich mir ein grobes Konzept, bau dann den Char, und überleg mit die gesamte Hintergrundgeschichte zum Schluß. Funktioniert einfach besser.

Titel: Re: Darf man den Charakter spielen den man will?
Beitrag von: Cyberdance am 3.08.2006 | 20:51
Ich hab jetzt nicht alles gelesen aber ich kam auch oft in Situationen, wo mir Spieler Charaktere gegeben haben, die beim besten Willen nicht in die Gruppe oder das Abenteuer gepasst hätten. Umgekehrt bin ich mit solchen Charakterideen schon bei einigen Meistern abgeprallt.
Letztere haben den Char dann einfach abgelehnt und fertig (was ich im übrigen frustrierend und großen Mist finde).

Ich versuche in so einem Fall eine Alternative vorzuschlagen, die der Ursprungsidee nahe kommt aber besser ins Abenteuer passt. Am liebsten im Dialog mit dem Spieler. Letztendlich sollen die Spieler doch spielen, was ihnen Spaß macht - mir bringt es als SL gar nichts, wenn ich einen frustrierten Spieler in der Runde habe, der lieber was ganz anderes gespielt hätte, als das was er gekriegt hat.
Ich war nie glücklich mit den Charakteren, die ich statt den abgelehnten spielen musste und habe auch definitiv dadurch weniger Spaß am Abenteuer gehabt. Das tue ich meinen  Spielern also lieber nicht an.

Und über Powergamer rege ich mich nicht auf - wenn's den Spielern Spaß macht. ;) Dann gibt es halt auch ebenbürtige Gegner. Solange noch eine Geschichte hinter dem Char steht, die genauso toll ist, wie seine Werte, ist für mich alles in Butter.