Tanelorn.net

Pen & Paper - Spielsysteme => Shadowrun => Thema gestartet von: Slive am 8.04.2007 | 16:59

Titel: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: Slive am 8.04.2007 | 16:59
Hab dazu keinen aktuellen Thread gefunden, daher mache ich ma nen neuen auf:
Wie hoch ausgeprägt spielt ihr die überwachung bei SR4. Wenn man sich an das GRW hält, kann man sich doch faktisch nicht umbenennen und kommt nach Downtown oder Tacoma gar nicht rein. Welche Stadtviertel wären denn noch gesperrt?

oder schwächt ihr das ganze irgendwie ab
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: Medizinmann am 8.04.2007 | 17:06
Hab dazu keinen aktuellen Thread gefunden, daher mache ich ma nen neuen auf:
Wie hoch ausgeprägt spielt ihr die überwachung bei SR4. Wenn man sich an das GRW hält, kann man sich doch faktisch nicht umbenennen und kommt nach Downtown oder Tacoma gar nicht rein. Welche Stadtviertel wären denn noch gesperrt?

oder schwächt ihr das ganze irgendwie ab
Ähh, Wieso sollte man nicht nach Downtown reinkommen ?

mit leicht irritiertem Tanz
Medizinmann
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: Ludovico am 8.04.2007 | 17:30
Ich denke mal, dass es sogar ziemlich leicht ist, sich umzubenennen. Alle persoenlichen Daten sind doch auf dem Komlink gespeichert.

Und wieso man nicht in andere Viertel reinkommen koennen sollte, ist mir auch schleierhaft.

Also persoenlich hab ich gerade einen recht guten Einblick in die SR-Welt.
Saemtliche Haeuser sind mit einer Mauer oder einem Drahtzaun versehen. In den reicheren Gegenden ist die Mauer oftmals noch mit Elektrozaeunen oder Stahlspitzen versehen. Saemtliche Fenster sind vergittert und jedes Haus verfuegt ueber eine Alarmanlage.
An saemtlichen Hauseingaengen prangen Schilder, auf denen sowas steht wie "Protected by Knight Errant - Armed Response", die sofort eine 2-Mann-Streife vorbeischicken, wenn die Alarmanlage in einem Haus losgeht und auf den darauffolgenden Telefonanruf nicht das Passwort erhalten, das Entwarnung gibt.

In den aermeren Gegenden findet man dagegen viel mehr Stacheldraht. Wer es sich leisten kann, nimmt zumindest NATO-Draht.

Tja, so sieht zumindest die Realitaet in Kapstadt aus. Wenn man noch die Technologie des Jahres 2070 dazunimmt, dann kann das Passwort direkt per Komlink uebertragen werden, Ueberwachungsdrohnen schicken Bilder von dem Objekt, das einen Alarm ausgeloest hat, bevor entschieden wird, wieviel Mann losgeschickt werden...
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: Slive am 8.04.2007 | 17:40
Für mich liessst sich das GRW sehr "Euilibrium"-mässig (die szene, in der das Kind den Fühlenden "aussortiert"). Ich dachte, es gäbe an allen ecken und enden kameras und diese würden minutiös die personen filmen und danach auf SIN´s prüfen. wenn jemand keine hat, würde er also sofort ein "loch" darstellen, bzw einen schwarzen punkt. Und ich dachte, dass an bestimmten Stadtvierteleingängen der Star patroulliert und alles anhält, was keine SIN hat.
Aber wenn das nicht so ist, bin ich ja beruhigt.
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: Ludovico am 8.04.2007 | 17:46
Klar gibt es ueberall Kameras, aber es ist ja nicht unbedingt verboten, eine SIN zu verstecken. In manchen Gegenden ist es verboten. Dann ist man aber auch selten daemlich, wenn man das macht.
Du darfst nicht vergessen, dass die Datenflut gewaltig ist. Die Kameras koennen also kaum die SINs ueberpruefen.
Dass der Star die Leute ueberprueft, die keine sichtbare SIN haben, bevor er sie in ein bestimmtes Viertel laesst, ist fuer mich auch nur logisch.
Dann nimmt man halt eine falsche SIN. Die kann man bei der Datenflut kaum tiefergehend ueberpruefen.

Das Problem, das meiner Meinung nach einige Spieler von SR mit der 4. Edition haben, ist die Tatsache, dass man oftmals eine SIN zur Schau stellen muss, damit man nicht auffaellt.
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: Monkey McPants am 8.04.2007 | 20:01
Das Problem, das meiner Meinung nach einige Spieler von SR mit der 4. Edition haben, ist die Tatsache, dass man oftmals eine SIN zur Schau stellen muss, damit man nicht auffaellt.
Und selbst wenn man davon ausgeht, für sowas gibt es, vergleichsweise leistbar, ja die gefälschetn SINs.

Ich persönlich sehe das ganze so:

Wirkliche High Class Gebiete sind eingemauert und um die Checkpoint zu passieren muß man eine SIN vorweisen können. Innerhalb der Gebiete werden Drohnen Patrouille fliegen und stichprobenartig SINs checken. (In solchen Gebieten muß das Kommlink im Offenen Modus operieren.) Hin und wieder sieht man auch echte Streifen des jeweiligen Sicherheitsdienstes, also echte Angestellte, denn schließlich muß man den Kunden ja das Gefühl geben das sie auch was kriegen für ihr Geld. Die werden aber IMO eher wenig selber tun sondern hauptsächlich präsent und zusichernd in stilvollen Uniformen durch die Straßen spazieren und höchstens mal nach "verdächtigen Elementen" Ausschau halten. (Sich aber hauptsächlich auf die Checkpoints und die Luftpatrouillen verlassen.) Für tatsächliche Alarme, vor allem wenn durch Kameras oder Drohnen bestätigt, gibt es dann wahrscheinlich eigene Notfallteams die dann gut ausgerüstet zur Stelle sind.

In den wenigen Gebieten zwischen "High Class" und "Slum", also dort wo Lone Star tatsächlich nach dem Rechten sieht, werden wahrscheinlich auch Drohnen die Hauptarbeit machen. Für jedes Viertel gibts vermutlich eine Handvoll Drohnenrigger die abwechselnd Schicht schieben und jeweils ein halbes Dutzend bis ein Dutzend Drohnen kontrollieren, die in bestimmten Bahnen das Gebiet überfliegen und automatisch nach Unfällen, Schießereien, unlizensiertem Flugverkehr und ähnlichem Stress scannen. Nach Handbuch muß der diensthabende Rigger wahrscheinlich regelmäßig selbst einloggen und nach dem Rechten sehen (Würde mich nicht wundern wenn es bestimmte Regeln für die Abfolge und Intervall der Wechsel gibt.), aber wahrscheinlich werden die meisten Cops sich auf die automatischen Scans verlassen und sonst haptsächlich auf Panic Button-Alarme und ähnliches reagieren. Wenn es dann tatsächlich zu einem Alarm kommt werden wahrscheinlich eines oder mehrere der (IMO) wenigen und chronisch unterbezahlten Streifenwagenteams hinberufen und hauptsächlich durch ferngesteuerte Drohnen unterstützt. (Je nach Grad des Notfalls werden dann weitere Einheiten, vielleicht auch aus anliegenden Vierteln, hinzugerufen. Wenn man mal Glück hat.)

Und zu schlechter Letzt, in den dreckigen Slums-Gebieten werden sich die Lone-Star Leute vielleicht auf einen Drohnenüberflug alle paar Tage beschränken, um sicher zu stellen das eh noch niemand das Viertel abgebrannt hat. ("Schade...") Dafür wird es wahrscheinlich andere "Sicherheitsmaßnahmen" der lokalen Gangs und Bürgerwehren geben, die aber von Block zu Block und Gebiet zu Gebiet unterschiedlich sind. Eine Gang hat vielleicht mal einen Haufen Kameras erbeutet und als sie keine Abnehmer fanden haben sie ihr Gebiet damit gepflastert, während eien andere vielleicht eher auf Fleisch-und-Blut Patrouillen setzt. Manche haben vielleicht ihr eigenes Netz laufen und achten darauf wer sich einloggt, während in anderen Gebieten Tote Hose herscht was die Matrix angeht.

YMMV.

M
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: Slive am 9.04.2007 | 08:51
Im Schattenstädte-QB ist nirgendwo eine Liste mit "Sicherheitszonen" der Stadtteile (Also AAA bis B oder so). Habt ihr euch so ein "Ranking" aus den Fließtext-Erläuterunggen gebastelt, oder gibts da was von offizieller Seite? Ich meine, dass sowas im New-Seattle Sourcebook gestanden hat...
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: Monkey McPants am 9.04.2007 | 11:26
Im Schattenstädte-QB ist nirgendwo eine Liste mit "Sicherheitszonen" der Stadtteile (Also AAA bis B oder so). Habt ihr euch so ein "Ranking" aus den Fließtext-Erläuterunggen gebastelt, oder gibts da was von offizieller Seite? Ich meine, dass sowas im New-Seattle Sourcebook gestanden hat...
Also ich hab die Sicherheitszonen-Geschichte eh immer doof gefunden, darum fehlt es mir nicht wirklich. ;)

M
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: Spicy McHaggis am 9.04.2007 | 15:37
Ich hab es auch eh immer frei nach Schnautze und den Beschreibungen gehandhabt.
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: Timo am 9.04.2007 | 15:43
Frei nach SChnauze funktioniert hervorragend, ansonsten nochmal den zugegebenermassen trashigen Film "Freejack" anschauen, ich denke das spiegelt den Unterschied zwischen Reich und Arm in Shadowrun sehr gut wieder.(allerdings wenig Kameras)
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: faehrmann am 9.04.2007 | 15:49
Ich denke SR4 ist wesentlich schlimmer als SR3 wenn man irgendwo eindringen möchte. Mit den Comlinks die man mit sich rumträgt hat man die ganze Zeit einen Ausweis bei sich, der gute Chancen hat beim betreten eine "sicheren Zone"(= sicherheitsbewusste Firma, A+ Stadtviertel) gleich von einem Expertensystem durchgecheckt zu werden. Bei Stadtvierteln höherer Sicherheitsstufen leitet das Expertensystem das ganze wahrscheinlich schon bei kleinen Ungereimtheiten an einen Menschen weiter und dein Freund und Helfer fängt innerhalb von Minuten eine kleine Unterhaltung mit dir an(oder erledigt dich wenn du eh schon zum Abschuss freigegeben bist). Resultat: Entweder man hat die ganze Zeit einen Decker am Händchen, hat eine falsche Id/richtige Id dabei, oder kann sich den Weg dahin frei reden/schiessen wo man hin will.
Das wirklich schlimme ist, das man auf jeden Fall einen Decker mindestens als Connection braucht, der verhältnismässig billig falsche Ids bauen kann, da man die wohl eher am Fliessband "verbrennt".

In niedrigen Sicherheitszonen dürfte wohl die relativ hohe Anzahl von SINlosen dafür sorgen das man sich das einfach sparen kann, da der Einsatz einer Überprüfung idiotisch wäre(wer will schon die halbe Stadt einknasten). Ein SINloser der unbedingt in der Luxusgegend bummeln möchte, wird wahrscheinlich bestenfalls von ein paar Polizisten einfach davon überzeugt sich woanders aufzuhalten(bei Widerspruch Körperliche Gewalt/Verhaftung, je nach Laune/Ethos der örtlichen Sicherheitskräfte).

Ich würde das Thema totale Überwachung eher bei SR ausklammern, da man mit Kameras überall und Semiautonomen Knowbots(Waffenerkennung unter Kleidung, Stressprofile, Situationseinschätzung) allein die Existenz einer Runnergesellschaft ausklammern kann, wenn man nicht eine Parallelgeselschaft hat, die sich regelmäßig für Runs ihren Weg in die guten Stadtteile freikämpft.

Alternative wäre natürlich das sowas zu teuer ist(die Kosten im Moment scheinen in England ja tragbar, allerdings sind Shadowrun Sicherheitsunternehmen ja Privatfirmen und damit stark wirtschaftlich orientiert und es ist vertraglich nur zugesichert das die Mordrate 0.025% nicht übersteigt, alles was sie darunter senkt ist ja unwirtschaftlich) oder Runner es die ganze Zeit elektronisch bekämpfen müssen(White Noise Generatoren/elektronische Tarnung für Funknetzwerke)

Willkommen in der schönen neuen Shadowrun Welt. Sehen sie als nächtes nach der Werbung: 2 Minuten Hass gegen die Universal Brotherhood.
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: Medizinmann am 9.04.2007 | 19:26
Ganz so schlimm wie's hier dargestellt wird,kann Die SR-Welt nicht sein,denn sonst gäbe es seit 50 Jahren keine Runner mehr
Ein richtiger SIN Check wird (ImO) erst dann durchgeführt,wenn man irgendwie auffällt.Die Drohnen in den A+ Gegenden(oder Regierungsbezirken) fliegen fröhlich rum und fragen jedes Comnlink,ob es eine SIN hat. sagt das Comlink :"Ja,hab Ich" fliegen die Drohnen weiter, erst wenn ein Handy ausgeschaltet ist,oder keine SIN im Speicher hat wird a) Nachgehakt b) ein menschlicher Überwacher
(human Supervisor klingt irgendwie besser) informiert.
Jede SIN auf ihere Echtheit zu überprüfen dürfte zu aufwendig sein für einen Staat der vor den Konzernen in die Knie gegangen ist.
Bei Extraterritorialem Gebiet der AAA-Konzerne ist das natürlich etwas anderes.
Ja SR4 wird so schlimm dargestellt,wie Ich es  mir eigentlich schon
in SR3 vorgestellt habe.

Das wirklich schlimme ist, das man auf jeden Fall einen Decker mindestens als Connection braucht, der verhältnismässig billig falsche Ids bauen kann, da man die wohl eher am Fliessband "verbrennt".
Wieso das ? wirfst Du deine SIN weg,nachdem Sie einmal gecheckt wurde?

HockaHey
Medizinmann
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: Edorian am 14.04.2007 | 01:55
Ich denke auch, dass es soo schlimm nicht sein kann mit der generellen Überwachung, da sonst eine Schattenszene (auch wenn diese wahrscheinlich kleiner ist als meist angenommen) wie in den Regelwerken angedeutet, nicht möglich wäre. Klar gibt es mitunter extreme Möglichkeiten der Überwachung. Nur sind diese sehr resourcenintentsiv, d.h. es muss darum eine Menge Aufwand betrieben werden.
In den Oberschichtsgegenden (die ich als SL eingrenze, da ich in den Regelwerken irgendwie nicht genügend Hinweise finde) wird via Drohnen, Wachleuten und Wachcrittern sowie u.U. Magie gesichert. Da wird es dann zur (vorhersehbaren) Herausforderung für die Spieler/ Charaktere, hinein zu gelangen. Je weniger die Sicherheitsstufe angibt, desto schlechter ist die generelle Sicherheit. Diverse Faktoren wie Gangs, Konzerne oder organ. Verbrechen mal nicht reingerechnet. Da kommt es dann eher zu Fällen von (versuchter  >;D) Selbstjustiz.
Normalerweise wissen meine Spieler, dass die Chars durchaus öfter gefilzt werden können. Daher haben sie meist wenigstens eine falsche SIN in petto. Wenn dann noch Lizenzen für Waffen, Cyberware und/ oder Ausrüstung vorliegen um so besser. Ansonsten gebe ich gern die Möglichkeit der Bestechung, was dann auch wieder situationsflexibel ist  >;D Ein gut bezahlter Wachmann in einer Nobelgegend ist längst nicht so offen wie ein Straßencop in einer miesen Gegend.
Zitat
Das wirklich schlimme ist, das man auf jeden Fall einen Decker mindestens als Connection braucht, der verhältnismässig billig falsche Ids bauen kann, da man die wohl eher am Fliessband "verbrennt".
Teils teils. Ohne einen Decker kommt man generell nicht aus bei SR (egal welche Edition). Ob man nun massig SINs durchbrennt, das hängt recht stark vom Meister bzw. von der Spielweise der Gruppe ab. Ohne wenigstens eine Ersatz-SIN geht allerdings auch keiner meiner Chars vor die Tür -> Paranoia gibt's gratis. Diese werden aber, so halte ich es jedenfalls, recht günstig vom organisierten Verbechen angeboten. Und selbst wenn es nicht die sind, dann tun es genügend andere Organisationen. Solange sich der Spieler etwas Brauchbares ausdenkt, bin ich gern bereit, mitzuspielen (im wahrsten Sinne des Wortes).

Zitat
Wieso das ? wirfst Du deine SIN weg,nachdem Sie einmal gecheckt wurde?
Das mache ich als Spieler erst, wenn ich glaube/ weiß, dass mit der SIN zuviel Mist verbunden ist. Das sollte aber de jeweilige Spieler ruhig selbst entscheiden  >;D Wo bliebe denn sonst die Spannung, wie weit ich mein Blatt reizen kann?
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: faehrmann am 15.04.2007 | 12:29
Zitat
Zitat
Das wirklich schlimme ist, das man auf jeden Fall einen Decker mindestens als Connection braucht, der verhältnismässig billig falsche Ids bauen kann, da man die wohl eher am Fliessband "verbrennt".
Wieso das ? wirfst Du deine SIN weg,nachdem Sie einmal gecheckt wurde?

Meinte damit das Runner meistens irgendwo reingehen um da Verbrechen zu begehen und sobald es einmal kurz laut wird ist die SIN mindestens für die Nation/Kon nicht mehr zu gebrauchen...
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: YY am 7.08.2011 | 18:13
Ich weiss ja nicht, ich denke mir da immer so Sache naus, wie bsp. ein Sattelit, der gleichzeitig durch Wände und Woklen sehen kann und hochauflösende Bilder schickt, der gleichzetig einen Comp hat, der das alles ach noch auswertet, und dann noch ein Comp der alle möglichen Daten die man elektronisch hinterlässt aufzeichnet, und daraus dann Profile bildet, und dann stell ich mir immer vor, das man da nix machen kann.
:o

Bleib mal auf dem Teppich...bzw. lies dich mal ein, wer heutzutage wie viele Spionagesatelliten hat, was die so kosten und können.

Es ist absolut utopisch, dass so was von Privatunternehmen gegen Runner eingesetzt wird.


Dass man über einmal aufgefasste Zielpersonen sehr leicht Profile anlegen kann, ist richtig - aber deswegen wechselt man ja auch ab und zu seine SIN bzw. hat entsprechende Puffer-SINs.

Weil sagen wir mal, du kaufst mit nem unregistrierten Credstick. Wenn das viele Leute machen, ok. Aber wenn das nur wenige Leute machen (und warum sollten das so viele tun) dann kann man dich eventuell schon zurückverfolgen, wenn du quasi eine anonyme Credstickspur ziehst.

Der zertifizierte Credstick sollte mMn auch nicht das reguläre Zahlungsmittel sein.
Von dem werden, evtl. über Dritte, z.B. als Teil der "Alltagsidentität" (wenn man so was hat), unauffällige Beträge auf das regulär zu der entsprechenden SIN gehörende Konto verschoben und dann damit bezahlt.
Denn eine SIN ohne Bewegungen auf ihrem Konto sieht scheiße aus  ;)

Davon abgesehen halte ich das noch nicht mal für so abwegig, dass eine ganze Anzahl an Leuten zertifizierte Credsticks nutzt.
Die sind spottbillig und es kann eine ganze Menge Gründe geben, warum man auch als braver Bürger einen gewissen Vorrat an anonymem Geld haben will - und wenns nur ist, damit die Alte nicht merkt, dass man gar nicht auf der Tagung in Denver war...

Oder einfach eine Kontrolle, wo jeder durchmuss, z.B. Flughafen oder Bank oder Restaurant, wo gleich alle Daten dies es gibt gespeichert werden und man vielleicht gar nix merkt.
Definiere "alle Daten, die es gibt".
Solange da keine biometrischen Daten erhoben werden, ist alles in Butter und die falsche SIN macht ihre Arbeit.

Wenn sie erhoben werden, ist zunächst mal auch nur die Frage, ob der SIN falsche Daten zugeordnet sind und man entsprechende Kontaktlinsen, Fingerkappen etc. trägt oder die echten Daten an der SIN hängen.
Nur bei DNA-Proben wirds haarig - aber die dürften recht selten sein.
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: Ein am 7.08.2011 | 22:42
Man sollte dabei auch schlicht beachten, dass es sich bei Shadowrun um ein US-amerikanisches Produkt handelt und für die Amerikaner ist schon etwas wie eine Ausweispflicht nach deutschem Vorbild ziemlich nah am Überwachungsstaat dran ist.

Abgesehen werden bei Shadowrun zwar bei vielen Gelegenheiten Daten erhoben, aber nicht vom allmächtigen Government, sondern von dutzenden Privatunternehmen und Behörden, die sich alle nicht unbedingt untereinander grün sind. (Sind sich die US-Behörden heutzutage schon nicht, was teilweise auch von den Amerikanern gewollt ist.) Darum wird ein Datenabgleich wenn überhaupt nur auf Anfrage passieren, was wiederum voraussetzt, dass gegen die entsprechende Zielperson auch entsprechende Vorkommnisse vorliegen, deren Aufklärung im gemeinsamen Interesse aller beteiligten Institutionen ist.

Wenn jetzt die Runner in ein Gebäude von Aztech und von Mitsuhama einbrechen, dann heißt das noch lange nicht, dass die sich untereinander abgleichen. Hinzukommen dann noch die verschiedenen Sicherheitsfirmen, die untereinander in Konkurrenz stehen, und bestimmt keine Daten an die Konkurrenz weitergeben werden, wenn es nicht zu ihrem eigenen Nutzen ist.
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: Belan am 9.08.2011 | 09:55
Irgendwie ists nicht leicht hier zu folgen, wenn Beiträge nachträglich wieder gelöscht werden  wtf?
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: Blackice am 9.08.2011 | 10:06
ich kann da medizinmann nur voll anschliessen . Das drohnen über A Gebiete,fliegen ist klar . Aber nichts  schlimmes , da man mit sin oder gefälschter sin +aktiven comlink nichts passiert . Dann ist man 1/millionen metas im plex . Ersr sobald man auffällig wird kommt eine wirkliche überprüfung .  Und über konzern gebiet mus man ja nicht reden ... Das war 2064 schon gut gesichert und wird2070 sicher nicht leichter sein . Allerdings sicher auch nicht unmöglich sonst wären runner schon ausgestorben ;)


So far

Blackice
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: Belan am 9.08.2011 | 10:13
Ok, auch was zum Thema, ich meine mich erinnern zu können, daß per Stichprobe die SINs auch überprüfte werden. Rein technisch ist das kein Problem, der Datenaustausch zwischen Komlink und Drohe (oder was auch immer da lesen will) funktioniert schnell und unauffällig und ohne daß das den Nutzer beeinträchtigt.

Darum haben Runner ja auch meistens mehr als ein Komlink, und in Gegenden in denen kontrolliert wird wird eben die Tarnidentität aktiviert.

Und generell finde ich "Dann gäbs ja keine Runner mehr" kein Argument warum etwas in der Spielwelt plausibles nicht funktionieren sollte.
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: Blackice am 9.08.2011 | 12:20
nunja man ist halt ein moderner terrorist für die konzerne ... Wenn da wirklich alles so ausarten würde wie bei equilibrium dann würden die runner ausdünnen , und das nicht zu knapp . Aber wie man bei equilibrium gesehen hat gibt es auch bei der strengsten überwachung und kontrolle lücken im system .. Und als sl sollte man auch ein bissl auf sowas achten sonst ist das flair einfach flöten das man haben sollte wenn man als runner durch downtown geht /fährt .. Gute fake sin +2. Comlink sollte eigentlich standart sein .
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: Fat Duck am 9.08.2011 | 16:21
Und generell finde ich "Dann gäbs ja keine Runner mehr" kein Argument warum etwas in der Spielwelt plausibles nicht funktionieren sollte.

Also wirfst du bereitwillig das Grundkonzept des Spiels über Bord, wenn irgendeine dir gerade plausibel erscheinende Settinginterpretation dieses unmöglich machen würde?

Ich würde ja eher sagen "Dann gäbs ja keine Runner mehr" ist das wichtigste Argument.
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: Yehodan ben Dracon am 9.08.2011 | 16:28
Irgendwie ists nicht leicht hier zu folgen, wenn Beiträge nachträglich wieder gelöscht werden  wtf?

Wahrscheinlich schämt sich jemand, einen vier Jahre alten Faden wieder zu bemühen  ;)
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: YY am 9.08.2011 | 16:54
Kein bisschen  ;D

Zumal in der Zitatüberschrift der Herkunftsfaden verlinkt ist  ;)

Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: Belan am 9.08.2011 | 16:56
Zumal in der Zitatüberschrift der Herkunftsfaden verlinkt ist  ;)

Danke für die Erklärung... das hatte ich nicht gecheckt  :-[
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: Belan am 9.08.2011 | 17:00
Also wirfst du bereitwillig das Grundkonzept des Spiels über Bord, wenn irgendeine dir gerade plausibel erscheinende Settinginterpretation dieses unmöglich machen würde?

Welches Grundkonzept von Shadowrun werfe ich denn über Bord? Daß es Shadowrunner (nicht) gibt?
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: YY am 9.08.2011 | 17:01
Danke für die Erklärung... das hatte ich nicht gecheckt  :-[

Kein Thema...ich habe auch überlegt, ob ich einen neuen Faden aufmache.

Aber wenn mir die Suchfunktion schon so was schön Passendes ausspuckt...und schließlich war ich schon geboren, als der Faden einschlief... ~;D
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: Fat Duck am 10.08.2011 | 21:57
Welches Grundkonzept von Shadowrun werfe ich denn über Bord? Daß es Shadowrunner (nicht) gibt?
Nunja, so kommt die Aussage zumindest rüber.
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: Ein am 11.08.2011 | 07:08
Ich sehe hier ebenfalls eine abtruse Umkehr der Verhältnisse: Die Spieler sind nicht für das Setting da, nein, das Setting ist für die Spieler und daher hat das Setting (und seine Interpretation) bitte schön auch spielbar gehalten zu werden.
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: Blackice am 11.08.2011 | 08:48
Ich sehe hier ebenfalls eine abtruse Umkehr der Verhältnisse: Die Spieler sind nicht für das Setting da, nein, das Setting ist für die Spieler und daher hat das Setting (und seine Interpretation) bitte schön auch spielbar gehalten zu werden.

Spielbar  heisst aber nicht das man in einer shadowrun erdbeerwelt lebt in der der runner in einer co existenz mit den grossen drachen an der spitze der nahungskette leben ... Runner sind und bleiben ein akzeptierter dorn im auge der konzerne und der überwachung (staat) . Und nur weil mal einer oder 2 kontrolliert werden ist es nicht unspielbar . Liess dir mal das 1. Kapitel im almanach durch . Runner die sich nicht dumm anstellen überleben länger als nen jahr in den schatten . Sehr gute runner schaffen es auch 10+ jahre . Alles darüber sind die alten wölfe , jemand der länger als 10 jahre in den schatten überlebt ohne erwischt zu werden gehört zu den top leuten . Und jeder runner hat mit sicherheit ein gesundes maß an angst\verfolgungswahn .
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: Belan am 11.08.2011 | 09:45
Sehe ich auch so, ein Runner der bei der ersten oberflächlichen Kontrolle einkassiert wird hat mMn was falsch gemacht. Klar sollte das Setting spielbar sein, aber andererseits sollte es auch glaubwürdig sein. Und ein Oberklassewohnviertel, in dem jeder unkontrolliert rumspazieren kann ist bei der (in meiner Vorstellung!) zu erwartenden Kontrolle einfach nicht glaubwürdig. Wie Blackice schon geschrieben hat, wird das dadurch nicht unspielbar, da Runner die nicht vollends unfähig sind, einiges gegen die Kontrollen bzw die ungewünschte Aufdeckung der eigenen Indentität tun können.
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: Fat Duck am 11.08.2011 | 11:18
Spielbar  heisst aber nicht das man in einer shadowrun erdbeerwelt lebt in der der runner in einer co existenz mit den grossen drachen an der spitze der nahungskette leben ...
Das hat auch niemand behauptet. Aber zwischen "Erbeerwelt" und "Dass es Runner überhaupt noch geben kann, ist für mich kein Argument" gibts ja wohl Spielraum, oder? Mal abgesehen davon, dass ein Überwachungsstaat nicht die einzige mögliche Herausforderung ist. In Z-Zones gelten z.b. andere Regeln und die sind kaum weniger gefährlich.

Zitat
Sehe ich auch so, ein Runner der bei der ersten oberflächlichen Kontrolle einkassiert wird hat mMn was falsch gemacht.
Tja, laut Grundregeln passiert das allerdings ständig, wenn die SINs gecheckt werden, weil man eine vergleichende Probe, bei Gleichstand schon ein schlechtes Ergebnis für die Runner ist, ziemlich oft versaut. Aber gut, das kann man als Schwäche der Regeln, nicht des Fluffes, sehen.
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: YY am 11.08.2011 | 15:45
Zitat von: Fat Duck
Aber gut, das kann man als Schwäche der Regeln, nicht des Fluffes, sehen.

So ist es.

Meine Gruppe fand es meist passender, dass bestimmte Kontrollformen feste Werte haben - wenn der höher ist als die Stufe der falschen SIN, fliegt man auf (und bei Gleichstand kommen die im GRW angerissenen Kontrollfragen und andere, mehr oder weniger improvisierte Prüfmaßnahmen durch den Kontrolleur).

So ist eine gute falsche SIN für normale Kontrollen reproduzierbar "dicht" und man kann sich andersrum den Spaß und Aufwand machen, für einen Run z.B. in eine AA-Zone rauszufinden, mit welchen Geräten/Kontrollformen an welchen Knackpunkten kontrolliert wird und welche SIN-Qualität man dementsprechend braucht oder ob man sich was Anderes einfallen lassen muss, weil auf die Schnelle nichts auf diesem Level verfügbar ist.

Finde ich besser als die Variante, dass jeder seinen SIN-Wurf runterrasselt, während die ganze Truppe sich die Augen zuhält und zwischen den Fingern rausspitzt, ob man gleich auf Plan Z umschwenken muss...

EDIT Jens: Formatierungsfehler behoben
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: mattenwilly am 11.08.2011 | 16:17
Wenn man die SR Technik (bei 4 noch schlimmer als bei 3) nimmt und Konsequent Einsetzt dann hat man ein Problem. Die "Pseudo"KI sind gut genug um das Personalproblem zu lösen. Es überwacht nicht mehr "Lazie Louis" der 300Pfünder die Monitore sondern einer oder mehrere Knowbots. Die machen keine Flüchtigkeitsfehler, die sind nicht unaufmerksam.

+ Wenn du keine SIN sendest => Verfolgen sie dich

Einfach den nächsten KnowBot auf der Serverfarm starten. Nur für diesen einen SIN-Schweiger

+ Wenn du ungewöhnliches Verhalten zeigst => Bemerken sie es

Schon heute gibt es Systeme zur Musteranalyse für Bewegungsmuster. Ihr Einsatz scheitert typischerweise an den Datenschützern und am Preis. In SR sind viele Sachen sehr viel billiger

+ Wenn sie Bilder von dir haben => Kriegen sie dich

Schon heute gibt es Gesichtserkenner die auf die Knochenstruktur ansetzen statt auf die Haut darüber. Gewisse Sachen sind nur sehr, sehr schwer zu ändern. Auch hier ist SR durch weniger Schutz und mehr Konzernrechte im "Vorteil"

+ Wenn die SIN zu einer befreundeten/neutralen Organisation gehört => Können sie sie prüfen

Eben mal kurz. Sind nur Bytes und Bits. Und dann ist sie besser "da"

+ Wenn deine SIN eine Macke hat => Kriegen sie dich

Immense Datenmengen schnell zu durchsuchen ist was Computer gut können. Die Knowbots von SR liefern die "Intuition" dazu. Wenn es einen Fehler in der SIN gibt ist sie sehr schnell gefunden.

+ Wenn die SIN vom "Gegner" ist => Beobachten sie dich

Bestenfalls. Oder sie schmeissen dich gleich raus. Den "was willst du hier?"

+ Wenn sie eine Drohne für dich brauchen => Haben sie die

Drohnen in SR sind billig solange es keine Super-Stealth Dinger mit Tonnen an Gadgets sein sollen. Einfache Überwachungsblimbs oder Helis kosten weniger als ein guter Donutfresser-Träger<<<Streifenwagen

+ Wenn die Cops dich sehen => Sieht dich die Zentrale

Schon heute sind Cops in den USA z.T. massiv "verkabelt". In der Welt von SR ist das Zeug so billig das jeder bessere Cop es hat. Allein damit die Zentrale weiss wann er wo gestorben ist (Gehalt an die Witwe nur bis DZE wegen LZE) und ob "mehr Cops" oder "Mehr Mörsergranaten" die Problemlösung sind


Kurz: Runner kann man mit SR praktisch abschaffen. Allein indem man sich die Kulturellen Basiselemente und die Technik zu nutze macht. Sie sind dann auf Gebiete beschränkt die niemand überwachen will oder kann. "Lederborg und der letzte der Cyborgianer" ist dann ein nettes Szenario in den Nannielands. Oder "Worm Pilsken" in den Ruinen eines abgewrackten Industriegebietes. Kann nett sein, RIFTS hat ja einen ähnlichen Grundansatz.

Die Frage ist: Will man? Oder ignoriert man "möglich, bezahlbar und eigentlich sinnvoll" zugunsten von "spannendes Szenario"

Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: Boba Fett am 11.08.2011 | 16:42
Ich denke, die Problematik von Orwell in Shadowrun ist nicht die technische Umsetzbarkeit, sondern, dass Staaten einfach die "Machbarkeit" nicht hinbekommen, mangels Geldproblemen, politischen Interessen und schlicht Inkonsequenz.
Drohnen lassen sich sabotieren (schieß sie ab, notfalls mit einer anderen Drohne),
Kameras lassen sich austricksen, Vermummung und Tarnung verhindert Biometrie,
etc. etc. bla bla.
Vor allem aber: Die einflussreichen Lobbies (Konzerne) wollen ja gar keine totale Überwachung,
weil das ihren eigenen Interessen zuwider läuft.
Machbar ist ein Orwell System doch eigentlich schon heute.

Es scheitert am Umsetzen.
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: mattenwilly am 11.08.2011 | 16:52
Ich denke, die Problematik von Orwell in Shadowrun ist nicht die technische Umsetzbarkeit, sondern, dass Staaten einfach die "Machbarkeit" nicht hinbekommen, mangels Geldproblemen, politischen Interessen und schlicht Inkonsequenz.
Drohnen lassen sich sabotieren (schieß sie ab, notfalls mit einer anderen Drohne),
Kameras lassen sich austricksen, Vermummung und Tarnung verhindert Biometrie,
etc. etc. bla bla.
Vor allem aber: Die einflussreichen Lobbies (Konzerne) wollen ja gar keine totale Überwachung,
weil das ihren eigenen Interessen zuwider läuft.
Machbar ist ein Orwell System doch eigentlich schon heute.

Es scheitert am Umsetzen.

Die Lösungen aber noch mehr denn sie sind extrem auffällig (Warum will der nicht erkannt werden? Verfolg den mal!), extrem teuer (Kampfdrohnen) und ein Geldwettlauf (Zumindest in Zonen hoher Sicherheit - Da schickt der Konzern dann SEINE Kampfdrohne + ne neue Ü-Drohne) etc.

Und ob die Staaten das machen ist in SR ja nicht so kritisch. Die Frage ist mehr "was macht der Con". Ob dann "Mainstreet, Backwatertown, Nowherestate" nicht überwacht wird ist für das Konzept "Shadowrun" nur bedingt nützlich (Gangerkampagnen, Wir rauben Opa Hos Laden aus - Jup spielenswert  :Ironie: )
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: YY am 11.08.2011 | 17:31
Hier kommt ja wieder richtig Leben rein. Schön :)

Es überwacht nicht mehr "Lazie Louis" der 300Pfünder die Monitore sondern einer oder mehrere Knowbots. Die machen keine Flüchtigkeitsfehler, die sind nicht unaufmerksam.

+ Wenn du keine SIN sendest => Verfolgen sie dich
...
+ Wenn die SIN zu einer befreundeten/neutralen Organisation gehört => Können sie sie prüfen
...
+ Wenn deine SIN eine Macke hat => Kriegen sie dich
...
+ Wenn die SIN vom "Gegner" ist => Beobachten sie dich
Fällt alles zusammen unter:
Ohne gescheite falsche SIN läuft in Hochsicherheitszonen nichts.
Das muss man mMn so stehen lassen, aber das ist auch nicht DAS große Problem.

Denn falsche SINs sind ja durchaus herstell- und verfügbar.

+ Wenn du ungewöhnliches Verhalten zeigst => Bemerken sie es

Schon heute gibt es Systeme zur Musteranalyse für Bewegungsmuster. Ihr Einsatz scheitert typischerweise an den Datenschützern und am Preis. In SR sind viele Sachen sehr viel billiger

Einwurf dazu:
Ungewöhnliches Verhalten ist in der Tat ein Riesenfaktor, allerdings ist das nicht auf technische Lösungen beschränkt.

Die Israelis fahren z.B. auf Flughäfen einen sehr "persönlichen" Ansatz, mit fast small-talk-artigen, harmlos wirkenden Interviews und vielen "boots on the ground".

Gerade auf Flughäfen oder Bahnhöfen fällt man auf wie ein Trapper, wenn man kein Reisender ist - und das ist auch für "biologische Sensoren" ( ;)) sehr leicht erkennbar; habe ich schon oft aus beiden Perspektiven erlebt.

+ Wenn sie Bilder von dir haben => Kriegen sie dich

Schon heute gibt es Gesichtserkenner die auf die Knochenstruktur ansetzen statt auf die Haut darüber. Gewisse Sachen sind nur sehr, sehr schwer zu ändern. Auch hier ist SR durch weniger Schutz und mehr Konzernrechte im "Vorteil"

Dafür gibt es bei SR mehrere Lösungen.
Zum Einen gibt es abseits expliziter Kontrollen Vieles, was das Gesicht in relativ unverdächtiger Weise verdeckt, und für die richtigen Kontrollen gäbe es z.B. entsprechende Verkleidungen (die gem. RAW erschreckend gut funktionieren - mMn unplausibel gut, aber wenns der Spielbarkeit dient...) oder Maskenzauber.
Oder einen entsprechenden Hackerangriff.

+ Wenn sie eine Drohne für dich brauchen => Haben sie die

Drohnen in SR sind billig solange es keine Super-Stealth Dinger mit Tonnen an Gadgets sein sollen. Einfache Überwachungsblimbs oder Helis kosten weniger als ein guter Donutfresser-Träger<<<Streifenwagen

Joah, ob man fixe Kameras nutzt oder kleine Überwachungsdrohnen, bleibt sich letztendlich gleich.
Man kann wohl recht sicher davon ausgehen, dass es in (Hoch-)Sicherheitszonen sehr wenige bis keine unüberwachten Winkel gibt.
Passt aber auch noch (s.u.).

+ Wenn die Cops dich sehen => Sieht dich die Zentrale

Schon heute sind Cops in den USA z.T. massiv "verkabelt". In der Welt von SR ist das Zeug so billig das jeder bessere Cop es hat. Allein damit die Zentrale weiss wann er wo gestorben ist (Gehalt an die Witwe nur bis DZE wegen LZE) und ob "mehr Cops" oder "Mehr Mörsergranaten" die Problemlösung sind

Jetzt wirds interessant: Da kommen wir nämlich zum Thema Intervention.

Der ganze oben angerissene Überwachungskram wird wohl recht intensiv genutzt, weil er nicht nur einigermaßen gegen Terroristen und Runner, sondern vor allem gegen Alltagskriminalität gut funktioniert.

Interventionskräfte (IK) auf hohem Niveau wird aber außerhalb echter Sicherheitsbereiche niemand in großer räumlicher Nähe bereithalten können (vgl. z.B. Reaktionszeiten heutiger SEKs).
Und auch "normale" IK (Streifenpolizisten, kleinere Kampfdrohnen u.Ä.) werden am durchschnittlichen Aufkommen bemessen, nie am Extremfall - denn das kann und will keiner bezahlen.

Dass Konzerne, der Star oder sonstwelche Akteure einen da beliebig mit Personal und Material zuscheißen können, halte ich für ziemlich unplausibel. Dazu kenne ich zu viele zeitgenössische Gegenbeispiele, und die sind alle aus (bereits genannten) Gründen, die auch bei SR noch gelten - oder da vielleicht noch mehr.
Die kochen auch alle nur mit Wasser.


Abschließend:
Für einen "typischen" Run gegen Hochwertziele in Sicherheitsbereichen gilt mMn meistens der Verlauf:
"Unerkannt so weit wie möglich rein, unter großem Getöse wieder raus und ab in entsprechende Rückzugsgebiete".

Einen komplett verdeckten Run kann man IMO ab A-  oder AA-Bereich vergessen.
Spätestens, wenn man auf das Ziel einwirkt (was auch immer das jeweils genau ist), weiß die Gegenseite Bescheid, und dann sind die wichtigen Faktoren Informationsüberlastung/Ablenkung, lokale Übermacht, "violence of action" und dann Tempo, Tempo, Tempo ab über Zuständigkeitsgrenzen in schlecht überwachte Bereiche, Verfolger loswerden und abtauchen.


Und das ist ja eigentlich genau das, was man will:
- ein bisschen Planung und Getrickse, von dem man einen entsprechenden Vorteil ziehen kann (man kommt um so näher ans Ziel, je besser der Plan ist),
- an irgend einem Punkt gibts ordentlich aufs Fressbrett
- und dann muss man zusehen, dass man mit entsprechend vorbereiteten Fluchtrouten und -mitteln schnell genug weit genug weg kommt.

Passt doch  :)
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: mattenwilly am 11.08.2011 | 19:10
Die Frage ist "Wie viele SIN/Monat verbrät man" und "Was kostet es". Für einen "Einsatz" kann ich mir durchaus vorstellen eine ausreichend gute SIN zu verbrennen sofern der Preis stimmt (Wobei ich die Preise aus "Die Wildgänse kommen" inflationsbereinigt sinnvoller finde als vieles aus offiziellen Abenteuern) aber was macht man im alltäglichen Leben? Ist Rudi Renner dann auf die "Slums" beschränkt? Ich fände das durchaus passend zu Genrekonventionen. Der Mietkiller der nicht existiert weil er "neben" dem System lebt, der sich "im Slum" ein ggf. nettes Versteck schafft und hofft irgend wann "den goldenen Deal" zu landen um sich "ins Licht zu kaufen". Auch eine nette Charmotivation UND ein Ansatzpunkt für Gruppeninternen Stress (Wenn der Konzern ein "Angebot macht das man schwer ablehnen kann - aber nur einem/einigen Mitgliedern)

Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: YY am 11.08.2011 | 19:32
aber was macht man im alltäglichen Leben? Ist Rudi Renner dann auf die "Slums" beschränkt?

Es gab bei uns immer beides - einmal diejenigen, die sich in den Slums/Randzonen oder auch im Orkuntergrund ohne offizielle Identität häuslich eingerichtet haben, und dann jene, die in Mittel- oder gar Oberschichtgebieten unter falscher Identität lebten.

Letztere sollten davon ausgehen, dass sie in gewissen Zeitabständen eine neue Identität annehmen müssen - was das Ganze schon ziemlich undankbar und meistens komplett uninteressant macht.
Denn so ein Wechsel sollte natürlich möglichst unauffällig über die Bühne gehen und ist jedes Mal ein ziemlich großer Aufwand und ein Risikofaktor.


Dann doch lieber irgendwo im Abseits hocken, wo gegen ein paar Kröten keiner Fragen stellt, alles in die "Rentenkasse" einlagern und vom schönen Leben nach der Runnerzeit träumen...bis die Seifenblase von einer Kugel mit dem eigenen Namen drauf zum Platzen gebracht wird.
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: psycho-dad am 11.08.2011 | 21:11
Bei uns ist "überwachungsstaat" überhaupt kein Problem. Der Staat überwacht garnichts und ist nurnoch auf dem Papier überhaupt Existent. Die Konzerne, ja, die Kotrollieren. Aber die Arbeiten "Gewinoptimiert". Also wird man außerhalb der Konzernhochburgen höchstens mal eine "showdrohne" Treffen, die außer rumfahren/Fliegen und gut aussehen nicht viel kann. Sporadisch kommen unterbezahlte Wachleute vorbei, die für 100 Nuyen gerne vergessen, das man anwesend ist und weiterfahren, um einen Soykaf zu trinken, solange man "nur" ohne SIN unterwegs ist. Das sind die Wohngegenden der "Mitelschicht". Die Besservediener, die leben natürlich in einem Waschechtem überwachungsstaat. Überall Kameras, Kompetente Wachleute, Drohnen mit echter SIN-Prüfung. Fingerabdruckscanner an jeder Tür... Na und? Die haben nur die Daten, die sie selbst und Höchstpersönlich sammeln. Eine gefälschte SIN, die einen als Müllman vom Konkurenzkonzern ausgibt, und schon bekommt man eine Besucherlizens. Datenabgleiche mit anderen Konzernen finden nahezu nie statt, es sei denn, man hat 2 mal 2 verschiedenen Konzernen so auffällig ans Bein gepisst, das Beide von den vorfällen beim anderen wissen UND dabei noch soviel Schaden verursacht, das sich der Datenabgleich mehr lohnt als ein Anruf beim Versicherrungsagent. Obenauf muss man auch dafür gesorgt haben, das beide vorfälle miteinander in verbindung gebracht werden können. Oder, kurz: Bei uns fliegt man NUR auf, wenn man sich in der "Intime" ECHT blöd anstellt.

Zitat eines Mitspielers:
"Die Sicherheit in den Wohngegenden ist genau so echt und allgegenwärtig wie die Überwachung. Also, praktisch nie anwesend."

[Edit:]
Zur Erläuterrung: "Unser" Shadowrun ist ein von der Korruption und Vetternwirtschaft zerfressener Moloch. Das Einzige, was die Ruhe in höheren Wohngegenden aufrecht erhällt, ist die Illusion, das die Wachdienste ihre Arbeit wirklich so machen würden, wie sie es selbst über ihre PR-Abteilung behaupten. Aber da Geld überall knapp ist, wird das Effektiv nur da durchgezogen, wo es sich auch "lohnt", also genau da, wo auch viel Geld liegt. Und das ist nicht im Wohngebiet der Lohnsklaven, der Xten Datenbank mit Mitarbeiterdaten oder in der Einkaufsmeile, sondern in und um die Villen von Konzernbosse, in Hochsicherheitslaboren und Forschungseinrichtungen oder im "Vergnügungsviertel der Oberen 10.000"
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: apple am 12.08.2011 | 04:09
1) Theorie und Praxis nicht verwechseln. Ich nehme bei solchen Diskussionen gerne meinen Scotland Yard Vergleich.

Wenn man einen Scotland Yard Beamten aus dem Jahre 1930 in das Jahr 2011 tranpsortieren würde, würde er ob der technischen Möglichkeiten der Polizei wahrscheinlich sich genauso ratlos fragen, wie 2011 überhaupt Verbrechen geschehen können, genauso wie sich ein SR-Spielleiter fragt, wie noch verbrechen 2070  passieren können. Kriminallabore, blitzschnelle Datenbanken, Gesichtsbiometrie, Profiling - verglichen mit den Möglichkeiten 1930 und den Erfahrungen 2011 dürfte es doch eigentlich rein theoreitsch kein Verbrechen geben. Entweder klären wir es perfekt auf oder wir können es bereits durch soziales Früh-Profliing im Voraus verhindern.

Und dennoch gibt es mal mehr und mal weniger Verbrechen, auch in den sichersten Staaten der heutigen, realen Welt.

=> Nur weil etwas in der Theorie ganz toll funktioniert, heißt das nicht, daß es in der Praxis genauso funktioniert. Stichwort Inpol neu und Digitalfunk.

=> Menschen sind der entscheidende Faktor. Wir könnten heute den Welthunger besiegen, Wüsten begrünen und die Umweltverschmutzung auf 0 reduzieren. Die Menschheit hat hier in der Realität die technischen, organisatorischen und finanziellen Mittel im Überfluß. Warum tuen wir es nicht? Weil Menschen egoistisch, gierig, ängstlich und verbohrt sind. Und genau das verhindert, daß wir unsere *heutigen* technischen Möglichkeiten ausnützen - sondern sie nur auf Sparflamme benützen. Warum sollte es 2070 anders sein?

2) Deutschland 2011 ist eines der sichersten und stabilsten Länder. Wir blicken hier zum Glück aus dem Blickwinkel eines der sozial stabilsten Länder auf das Thema Kriminalität, Technik etc. Hier würde in der Tat eine technische Totalüberwachung sogar funktionieren und eventeuell etwas bringen (je nach politischer Ausrichtung Alpträume oder Freundentränen). Würde sie auch in Moskau funktionieren? In Bogota? In Johannisburg? In Rio? In LA während der 90er oder NY während der 70er? Ob ein System, welches in der Theorie ganz toll ist, funktioniert, hängst ganz massiv auch von der Umgebung ab - beides bedingt sich selber. SR ist kein Star Trek Utopia, wo die Menschheit sich sozial weiterentwickelt und alte Verhaltensmuster als nicht mehr sinnvoll ablegt. Ganz im Gegenteil: SR suhlt sich in Rassimus, Diskriminierung, Gewalt als Lösungsmittel. sozialen Unruhen, Unmenschlichkeiten und medialer Verrohung. Das ist kein guter Nährboden, daß eine totale Überwachung auch länger als einen Tag bestehen bleibt. In einem Demolition Man Staat, wo man sich mit "sanften Grüsssen" begrüßt, schon eher.

3) SR4 hat im Runnercompendiunm genau diese Probleme aufgegriffen und beschreibt dort "offiziell"., warum der theortisch perfekte Überwachungsstaat in SR4 ein löchriger Schweizer Käse ist. Das ist die offizielle Meinung dazu und sie funktioniert. Nicht vergessen: man kann jede Entwicklung im technischen oder sozialen Bereich in 2 Richtungen entwickeln - und logischerweise entspricht entspricht es dem Wesen von SR, daß sich das ganze so entwickelt hat, daß die totale Überwachung ein zahnloser Papiertiger ist, mit Ausnahme von ganz speziellen Hochsicherheitszonen.

SYL
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: Fat Duck am 12.08.2011 | 13:50
Wenn man die SR Technik (bei 4 noch schlimmer als bei 3) nimmt und Konsequent Einsetzt dann hat man ein Problem. Die "Pseudo"KI sind gut genug um das Personalproblem zu lösen. Es überwacht nicht mehr "Lazie Louis" der 300Pfünder die Monitore sondern einer oder mehrere Knowbots. Die machen keine Flüchtigkeitsfehler, die sind nicht unaufmerksam.
Drohnen und Agenten sind eigentlich ziemlich schlecht, wenn man nicht richtig viel Kohle in sie reinpumpt. Sie sehen praktisch nix (siehe Sensorratings und die Regeln dazu), sind ohne Upgrades (Fuzzy Logic) mehr semi als autonom und sind anfällig gegen Hacker. Das heißt, wenn eine Firma das ganze Zeug nicht gerade selbst herstellt und dort auf dem neuesten Stand ist, wird eine effektive Überwachung richtig teuer.

Ansonsten was apple sagt: Die Gesellschaften der 6. Welt sind nicht gerade Überwachungsstaat-kompatibel. Man denke nur an die Kriminalitätsrate (Gangs, die sich mit der Polizei und Konzernsicherheit anlegen und gewinnen,  z.B. die Ancients) und die allgemeine Korruption auch innerhalb der Konzerne (Kollegen werden für eine Gehaltserhöhung denunziert, entführt oder sogar getöt).
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: mattenwilly am 12.08.2011 | 14:06
Verbrechen ist nicht unbedingt gleich "Shadowrunner". Das es Verbrechen selbst in gut überwachten Systemen gibt (siehe gerade London) steht außer Frage.  Banden etc. auch. Rechtsfreie Räume eventuel (Sin Cities in Südafrika, Vegas/Reno/Atlantic City/Havanann prä Castro für die USA) auch.

Die Frage für SR ist IMHO mehr: "Ist es einer Gruppe von Profi-Einbrechern/Datendieben/Saboteueren/Killern möglich in gesicherten Gebieten zu operieren"

Klar, der Konzern ignorieret es wenn Gangsta Girrrrl ein paar Penner zusammentritt oder vom koreanischen Gemüsehändler Schutzgeld kassiert. Sind keine wirklichen Kunden/keine wichtigen Assets. Aber schon bei den Wohngebieten der Arbeiter wird es interessanter. Kranke Arbeiter kosten sobald es sich um mehr als "Tumby Troll, Lade-Exo Ersatz in Warehous 4711" handelt. Facharbeiter feuert man nicht mal "so eben". Also hat der Konzern ab einem mittleren Level Sicherheitsinteressen. Nicht für "die Welt" aber für "seine Arbeiter".

Und selbst dumme Sicherheit ("Nur aktive Komlinks hinter dieser Linie") ist zumindest lästig. 96 Wachmänner haben Nachnamen wie Greedy, aber die letzten vier heißen Sheridan, Romano, Corrigan und Hooker. Und wenn man einen von denen erwischt hat man ein Problem.

SIN der Konkurenz ist in der "pseudofeudalen" Welt der SR Konzerne eine "dumme Idee" und auch die SIN des "kleinen Konzerns an der Ecke" kann durch 10 Fassaden wieder einem deutschen Würmchen gehören gegegen dessen andere, vier-acht fach abgesetzte Tochter man gerade vorgeht. Das Risiko ist da und wird günstigstensfalls Aufwand und damit Kosten erhöhen.
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: thestor am 12.08.2011 | 14:20
Ich überlege gerade ob es Sinn macht dass der Johnson zumindest manchmal eine gefälschte SIN anbietet, die zumindest für den Run reicht. Konzerne sollten ja (wie alle großen/mächtigen Organisationen) massenhaft falsche SINs ehrstellen können (und ich meine ausdrücklich nicht eigene), und wenn diese SINs nur eine bestimmte Zeit halten müssen...
Letzteres wäre vielelicht generell eine Überlegung wert, billigere/bessere gefälschte SINs die aber nur eine begrenzte Zeit halten.
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: apple am 12.08.2011 | 14:21
Zwischen "Interesse haben" und "effektiver Sicherheit und permenanenter Überwachung" liegen aber noch Welten - und auch hier gelten die menschlichen Schwachstellen. Jeder, der schon mal in einem großen Betrieb oder internationalem Konzern gearbeitet hat, weiß, daß Effizienz und Logik dort nicht immer an erster Stelle stehen, auch nicht bei kranken Fachkräften. Hier darf man dann nämlich nicht vergessen, daß das Sicherheitsbudget nur ein kleiner Teil vom Gesamtbudget eines Konzerns oder einer Anlage ist, welche auch nicht immer SOTA ist. Und das ist auch eines der Hauptgründe, warum Runner durch diese Lücken schlüpfen können.

Klar, wer in einem Utopia mit perfekter Sicherheit und perfekten Sicherheitspersonal und perfekten Sicherheitsgesetzten spielt, wird damit Runner nicht begründen können. Sofern man aber gerade der Autorität entsprechende Fehler zugesteht (wie es gerade auch die Realität zeigt - perfekte Sicherheit wäre unrealistisch), so funktionieren Runner auch in einem theoretischen Überwachungsstaat ohne Probleme ... wenn sie clever vorgehen (gefälschte SINs, falsche Link-Spuren, Beinarbeit etc). Dumme Runner natürlich sterben am Elektrozaun. Aber wer spielt schon dumme Runner? ;-)

SYL
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: apple am 12.08.2011 | 14:24
Ich überlege gerade ob es Sinn macht dass der Johnson zumindest manchmal eine gefälschte SIN anbietet, die zumindest für den Run reicht.

Das macht nur in ganz exoktischen Fällen Sinn, wenn es ohne SIN nicht geht (Einbruch ins Weiße Haus). Das allerdings wäre eher in einer Gruppe, wo Johnson und Runner fest miteinander verdrahtet sind. Normale Runner dürfen kaum SINs von Konzernleuten annehmen - und umgekehrt wären damit die Runner nicht mehr komplett "Deniable Assets". Dann eher ein paar Tausend Nuyen mehr für eine zusätzliche gefälschte SIN.

SYL

Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: Boba Fett am 12.08.2011 | 14:39
Die Lösungen aber noch mehr denn sie sind extrem auffällig (Warum will der nicht erkannt werden? Verfolg den mal!), extrem teuer (Kampfdrohnen) und ein Geldwettlauf (Zumindest in Zonen hoher Sicherheit - Da schickt der Konzern dann SEINE Kampfdrohne + ne neue Ü-Drohne) etc.

Und ob die Staaten das machen ist in SR ja nicht so kritisch. Die Frage ist mehr "was macht der Con". Ob dann "Mainstreet, Backwatertown, Nowherestate" nicht überwacht wird ist für das Konzept "Shadowrun" nur bedingt nützlich (Gangerkampagnen, Wir rauben Opa Hos Laden aus - Jup spielenswert  :Ironie: )

Soweit ich weiss, sind Konzerne (insbesondere die großen) exterritorial.
"Verfolg den mal" endet mit einer Drohne, die sich verteidigen kann, meistens an der nächsten Grenze zu einer Nation. Eine Drohne, die sich nicht verteidigen kann...
Sobald sich Überwachungsmethoden exponieren, werden sie zur Zielscheibe für jeden, der Spaß daran hat, ... Genauso wie man heute Blitzer mit Farbbeuteln beworfen oder zugesprayt findet, dürfte man dann entsprechende Überwachungsgeräte sabotiert vorfinden.
Und ersetzen oder reparieren ist immer aufwendiger als zerstören bzw. sabotieren.

Die Überwachung abseits der Konzernbereiche (also auf der Straße) ist relevant, denn eine totale Überwachung, wie Du sie proklamierst, ist nur dann wirksam und erzeugt Ohnmachtsgefühle, wenn man sich dieser nicht entziehen kann.
Sobald man nur einen Straßenblock weiter sicher und unüberwacht ist, kann man sich doch entziehen. Dann wird eine Verfolgung oder Sicherstellung von Personen schwer, bzw. beschränkt sie sich wieder auf Stichproben oder eben systematische Überwachung bestimmter Bereich.

Ausserdem dürfte es dann auch zu einer "Landflucht" kommen. Wenn die städtische Downtown-Area nicht oder spärlich überwacht wird, wegen leerer Kassen der Stadtverwaltung, und die konzerneigene Shopping-Mall wird überwacht, wird es schnell "schick" in die verruchte Gegend zu gehen. Und wenn die Konsumenten die Location wechseln, dann wechseln die Shops auch den Standort.

Ich denke, genau das könnte ein Setting-Merkmal sein, eben die saubere, fast sterile und sichere Konzernumgebung, die aber eben auch strikt überwacht wird und die schmuddelige und nicht unperfekte Straßenwelt der kommunalen Umgebung, die dafür aber eben ganz andere Bedürfnisse erfüllt.
Und mal ganz nebenbei: Wenn Fuchi einen beim Einbruch gefilmt hat, geht man eben in die Saeder-Krupp Mall zum Shopping... 8)
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: mattenwilly am 12.08.2011 | 14:49
@apple

Du gehst davon aus das etwas "perfekt" sein muss um ein Problem zu sein. Das ist eine falsche Annahme.

Beispiel:

Auf der Autobahn über die ich pendele ist ein Autofahrer-Abzockkasten mit kurzzeitigem Tempo 80. Die AB ist dreispurig, frisch überholt und zu diversen Tageszeit relativ leer. Also kann man da auch 100+ fahren. Die Abzocker haben für 50 Kästen nur 5 Kameras also ist die Chance das es blitzt rechnerisch 1/10. Aber die Folgen sind heftig also macht es kaum einer

Mit den Runnern und Sicherheit ist es genau so. Es sind nicht die 96 korrupten/unfähigen Cops die das Problem sind. Sondern die 4 die ihren Job GUT machen. Es geht um Chancen und jedes Sicherheitselement hat eine Chance die Runner zu erwischen. Unabhängig von den anderen. Und selbst wenn die Folgen gering sind (Im Beispiel oben nur 19km/h zu schnell) so sind sie doch unangenehm.

Das ist wie bei den Allierten Bombern im WWII: Pro Mission war die Chance runtergeholt zu werden 1:20. Aber bei 25-30 Missionen die zu fliegen waren... Dito bei den Runnern. Und jedes bischen mehr Überwachung schraubt die Chancen der Gegenseite hoch den Treffer zu landen bzw. verkürzt die Anzahl von Runs "bis es knallt".

Klar, die Gruppe kann das Gegenstück zur "Memphis Belle" sein. Aber kann sie das realistisch riskieren?
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: Fat Duck am 12.08.2011 | 14:52
Verbrechen ist nicht unbedingt gleich "Shadowrunner". Das es Verbrechen selbst in gut überwachten Systemen gibt (siehe gerade London) steht außer Frage.  Banden etc. auch. Rechtsfreie Räume eventuel (Sin Cities in Südafrika, Vegas/Reno/Atlantic City/Havanann prä Castro für die USA) auch.
Nein, aber es ist der Grund, warum Verfolgung für Runner eines der weniger wichtigen Themen darstellt (und einer der Gründe, warum z.B. Aztechnology so verhasst ist, die können Runner tatsächlich effektiv verfolgen). Im Gegensatz zu:

Zitat
Die Frage für SR ist IMHO mehr: "Ist es einer Gruppe von Profi-Einbrechern/Datendieben/Saboteueren/Killern möglich in gesicherten Gebieten zu operieren"
Und diese Frage wird durch die vielen Optionen für Runner mit "Ja" beantwortet. Ja, sie sind in der Lage, in diese Konzernfestungen einzubrechen. Ist das leicht? Nein, aber genau deswegen brauchen Runnerteams Weltklasse-Hacker, Magier (siehe die Diskussion im Nachbarthread) und Conartists. Und genau deswegen pumpen sich auch Streetsams mit Cyberware (in der 4. Edition eher Bioware) voll. Genau damit beschäftigen sich ja die Regeln.

Zitat
Klar, der Konzern ignorieret es wenn Gangsta Girrrrl ein paar Penner zusammentritt oder vom koreanischen Gemüsehändler Schutzgeld kassiert. Sind keine wirklichen Kunden/keine wichtigen Assets. Aber schon bei den Wohngebieten der Arbeiter wird es interessanter. Kranke Arbeiter kosten sobald es sich um mehr als "Tumby Troll, Lade-Exo Ersatz in Warehous 4711" handelt. Facharbeiter feuert man nicht mal "so eben". Also hat der Konzern ab einem mittleren Level Sicherheitsinteressen. Nicht für "die Welt" aber für "seine Arbeiter".
Wenns nur Schutzgelderpressung wäre, klar. Sieh dir mal die Settingbeschreibungen der diversen Sprawls an. Neo-Tokyo z.b. gilt als einer der sichersten und runnerunfreundlichsten Sprawls der 6. Welt. Rotlichtviertel liegen direkt neben den HQs vieler japanischer AA Konzerne (Shinjuku). Regierungsangehörige und CEOs gehen ins Watada House, um Deals mit den Yakuza abzuschließen und das direkt neben dem weltweiten HQ von Renraku (Chiba).
Der Fluff skizziert eher eine Welt, in der nur ein sehr kleiner Teil der Arbeitskraft von Konzernen als schützenswert angesehen wird. Die Kriminalität ist aber natürlich auch der Grund, warum AA+ Konzerne ihre wichtigen Leute überhaupt abschotten und Festungen (Arkologien, Zero-Zones) aufziehen. Aber das sind extreme Ausnahmen und selbst die sind nicht gegen Korruption immun. Auch die haben ihre Lücken, wie einige Kampagnenbücher beweisen.

Zitat
Und selbst dumme Sicherheit ("Nur aktive Komlinks hinter dieser Linie") ist zumindest lästig. 96 Wachmänner haben Nachnamen wie Greedy, aber die letzten vier heißen Sheridan, Romano, Corrigan und Hooker. Und wenn man einen von denen erwischt hat man ein Problem.
Ja, klar, das sind eben die Herausforderungen des Runnerlebens. Aber das ist weit entfernt von einem allmächtigen Überwachungsstaat.

Zitat
SIN der Konkurenz ist in der "pseudofeudalen" Welt der SR Konzerne eine "dumme Idee" und auch die SIN des "kleinen Konzerns an der Ecke" kann durch 10 Fassaden wieder einem deutschen Würmchen gehören gegegen dessen andere, vier-acht fach abgesetzte Tochter man gerade vorgeht. Das Risiko ist da und wird günstigstensfalls Aufwand und damit Kosten erhöhen.
Und das ist eben auch wieder ein Grund, warum sich Leute herausgebildet haben, die sich genau darauf spezialisieren: Shadowrunner.
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: apple am 12.08.2011 | 14:53
Soweit ich weiss, sind Konzerne (insbesondere die großen) exterritorial.

Nicht ganz. Nur die AAA-Konzerne (und die Megas sowie ihre Tocherfirmen) sind von Haus aus Exterritorial. Normale Konzerne nicht, außer wenn sie entprechende Sondervereinbarungen haben.

-----------------------

Zitat
Du gehst davon aus das etwas "perfekt" sein muss um ein Problem zu sein. Das ist eine falsche Annahme.

Ich gehe in keinster Weise davon aus. Die grundsätzliche Frage war doch "wie kann ein Runner in SR bestehen aufgrund der Überwachungsmöglichkeiten". Und genau den Fehler in "Die technischen Möglichkeiten sind so brutal, da hat ein Runner keine Chance" möchte ich aufzeigen. Daß 2070 ein Runner intelligent und überlegt vorgehen muß, um zu überleben und arbeiten zu können, daß er falsche (Daten)Spuren legen muß, falsche SINs im Dutzend verbraucht und sich mit Technik generell gut auskennen muß, daß er Beinarbeit machen muß und seine Connections pflegen sollte, um als Verbrecher zu überleben, das steht außer Frage. Probleme bereitet auch die einfachste Sicherheit, keine Frage. Nur macht sie das noch lange nicht unüberwindbar, auch für normale Runner.

SYL
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: Boba Fett am 12.08.2011 | 14:59
Klar, die Gruppe kann das Gegenstück zur "Memphis Belle" sein. Aber kann sie das realistisch riskieren?

Ja, ich denke, das kann sie nicht nur, sondern, das wird sie sogar.
Denn die Denkweise ist nicht, ob man irgendwan erwischt wird, sondern bei dem aktuellen Run.
Und da stehen die Chancen bei 95%, dass man damit durchkommt.

Ein Verbrecher kann heutzutage auch die Kriminalitätstatistiken ansehen und schauen, wie groß statistisch gesehen die Chance auf einen erfolgreichen Überfall sind.
Es werden trotzdem ständig Verbrechen begangen, denn die Denkweise ist nicht "10%, dass es nicht klappt" sondern "ach, das wird schon klappen".

Leute, die sowas angehen denken nicht so pessimistisch.
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: Boba Fett am 12.08.2011 | 15:04
Nicht ganz. Nur die AAA-Konzerne (und die Megas sowie ihre Tocherfirmen) sind von Haus aus Exterritorial. Normale Konzerne nicht, außer wenn sie entprechende Sondervereinbarungen haben.
Je kleiner der Konzern, desto geringer die Möglichkeiten einer Einflussnahme.
Und desto geringer die Sicherheitszone, die er überwacht.

Je mehr Konzerne, insbesondere Konkurrierende, desto größer die Menge an konkurrierender überwachter Zonen.
Desto größer die Möglichkeiten.

Und mal nebenbei bemerkt: Wenn die Konzerne ständig im Clinch miteinander liegen,
dürfte es auch riskant sein, sich zu weit zu exponieren, um Leute nachträglich "zu bestrafen".
Zum einen ist es eine Investition mit begrenzter Wirkung - es wird immer einen Kriminellen geben, der sich für Drecksarbeit bezahlen lässt - und vielleicht muss man selbst mal auf solche Subjekte zurückgreifen...
Zum anderen ist es schlecht für Public Relation, denn wenn man zu repressiv vorgeht, schlachtet der Konkurrent es in den Medien aus.
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: mattenwilly am 12.08.2011 | 15:10
Ja, ich denke, das kann sie nicht nur, sondern, das wird sie sogar.
Denn die Denkweise ist nicht, ob man irgendwan erwischt wird, sondern bei dem aktuellen Run.
Und da stehen die Chancen bei 95%, dass man damit durchkommt.

Ein Verbrecher kann heutzutage auch die Kriminalitätstatistiken ansehen und schauen, wie groß statistisch gesehen die Chance auf einen erfolgreichen Überfall sind.
Es werden trotzdem ständig Verbrechen begangen, denn die Denkweise ist nicht "10%, dass es nicht klappt" sondern "ach, das wird schon klappen".

Leute, die sowas angehen denken nicht so pessimistisch.

Runner != Dumboy Joe der Hauseinbrecher. Der typische Kriminelle kann die Statistik nicht mal lesen, der braucht schon 3h für die Bildzeitung und muss die Schuhe ausziehen wenn er bis 13 zählen soll. Klar, man kann SR mit Strassenbanden spielen aber das sind dann Banden. Runner sind mehr "Mission Impossible" (Serie, nicht das komische Ding mit Scientology-Boy)
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: Boba Fett am 12.08.2011 | 15:19
Runner != Dumboy Joe der Hauseinbrecher. Der typische Kriminelle kann die Statistik nicht mal lesen, der braucht schon 3h für die Bildzeitung und muss die Schuhe ausziehen wenn er bis 13 zählen soll. Klar, man kann SR mit Strassenbanden spielen aber das sind dann Banden. Runner sind mehr "Mission Impossible" (Serie, nicht das komische Ding mit Scientology-Boy)

Ich glaube, das ist zu sehr schwarz weiss denken.
Jeder Runner wäre gern Ethan Hunt aus MI (egal ob Serie oder Kinofilm).
Es gibt bei solchen Karrieren auch unterschiedliche Qualitätsstufen, Gehaltsstufen, Entwicklungen und so weiter.
Es gibt auch da Idioten, es gibt auch da Begabungen, es gibt Noobs, Veteranen, und das in allen Durchmischungen.

Und ganz nebenbei: Das gibt es bei den heutigen Kriminellen auch.
Und ebenso bei Konzernangestellten. Oder entsprechender Exekutive, die vielleicht mal eine Runnergruppe kaltstellen kann.
Ich würde vermeiden wollen, hier nur stereotype Bilder aufstellen zu wollen...
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: apple am 12.08.2011 | 15:25
Runner != Dumboy Joe der Hauseinbrecher. Der typische Kriminelle kann die Statistik nicht mal lesen, der braucht schon 3h für die Bildzeitung und

Und? Auch Verbrecher werden nicht denken "Ich kann zu 4% erwischt werden". Sie gehen davon aus, daß ihre Planung und Durchführung sie zu den 96% gehören läßt. Oder glaubst Du, daß ein Auftragsmörder in Deutschland ersthaft nur 2 Morde begeht, weil es dann eine Aufklärungsquote von 98% für Mordfälle in Deutschland gibt? ;-)

SYL
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: Fat Duck am 12.08.2011 | 18:14
Nicht ganz. Nur die AAA-Konzerne (und die Megas sowie ihre Tocherfirmen) sind von Haus aus Exterritorial. Normale Konzerne nicht, außer wenn sie entprechende Sondervereinbarungen haben.

Kleiner Zwischeneinwand: Extraterritorialität gibts ab AA Rating. Allerdings ist nicht jedes Konzerngelände eines AA+ Konzerns extraterritorial. Dafür muss dem Konzern das Grundstück gehören und es deutlich von der Umgebung abgrenzen. (siehe Corporate Guide)
Ein Hinweis darauf, wie mächtig schon AAs sind, ist die NEEC (der Nachfolger der EG bzw EU), deren Mitglieder nicht nur Nationen, sondern auch SK und eingige AAs (wie zum Beispiel Zeta-ImpChem) sind.
Das Recht, sich mit eigenen Streitkräften zu verteidigen, hat man aber schon mit einem A-Rating und ist damit unabhängig von Extraterritorialität.
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: mattenwilly am 12.08.2011 | 19:20
Ich glaube, das ist zu sehr schwarz weiss denken.
Jeder Runner wäre gern Ethan Hunt aus MI (egal ob Serie oder Kinofilm).
Es gibt bei solchen Karrieren auch unterschiedliche Qualitätsstufen, Gehaltsstufen, Entwicklungen und so weiter.
Es gibt auch da Idioten, es gibt auch da Begabungen, es gibt Noobs, Veteranen, und das in allen Durchmischungen.

Und ganz nebenbei: Das gibt es bei den heutigen Kriminellen auch.
Und ebenso bei Konzernangestellten. Oder entsprechender Exekutive, die vielleicht mal eine Runnergruppe kaltstellen kann.
Ich würde vermeiden wollen, hier nur stereotype Bilder aufstellen zu wollen...

Wenn "Runner" als bessere Kleinkriminelle gespielt werden gibt es IMHO zwei Optionen:

a) Sie operieren in Zonen an denen die Cons kein Interesse haben. Da ist Sicherheit dann "Onkel Hos Schrotflinte unter der Wäschereitheke". Kann man im SR Universum spielen. Würd ich in keinem Cyberpunk/SciFi Universum spielen da MIR zu langweilig

b) Man hat eine automatische Chargen. Dann können die Ganger auch Runs in Zonen versuchen an denen die Cons interessiert sind. Vorteil für den SL: Er braucht nur einen Teil des Runs zu planen

===============

Organisiert heißt nicht gut. Die Gruppe die hier vor ein paar Jahren serienweise Häuser ausgeräumt hat war organisiert aber technisch primitivst. Sobald sie eine relativ "unsichtbare" Linie zwischen "Hier wohnen die niederen Arbeiter" und "hier ist das Viertel schon luxussaniert" überschritten haben wurde die Polizei sehr schnell aktiv und die Bande inaktiv. Gute Einbrecher hätten (da leise) ggf. die Polizeifalle entdeckt. Aber wer mit dem Motteck die Tür aufmacht...

Andere Sachen funktionieren IRL auch nur weil Sicherheit in D und der EU lausig ist. Offene Grenzen machen es noch einfacher den "Mann mit der Lupara" reinzukriegen und wieder nach Sizilien zu schicken ohne das die Polizei was merkt. Sch... Schengen
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: psycho-dad am 12.08.2011 | 19:36
Wenn "Runner" als bessere Kleinkriminelle gespielt werden...

Und DA ist der Denkfehler.

Ein großteil der Runner wird kleinkriminel sein, ja. Die schlagen sich erstmal da rum, wos keine Sau juckt. Mit der Zeit trauen sie sich an größere Jobs ran, und viele gehen dabei Hops oder werden geschnapt. Die Runner, die längere Zeit überleben, bleiben nicht kleinkriminell, sondern entwickeln sich weiter, verbessern ihre Kenntnisse und ihre ausrüßtung und sind irgendwann erfahrene, Professionelle Berufskriminelle. Diese Leute machen sich, wenn sie einen Auftrag haben, den ganzen Tag um nichts anderes gedanken als darum, wie man um die Sicherheit drum rum kommt. Sie sammeln Informationen, sie sondieren das Zielgebiet, sie loten jede schwachstelle aus und ziehen dann den eigentlichen Run durch, bevor auch nur irgendwer mekrt, das da grade was passiert ist.

und zwischen diesen beiden Extremen (Penner mit Messer <-> Professioneller Söldner und Meister seines Faches) gibt es so viele nuanchen der Professionalität, wie es Menschen gibt.
und ein Runnerteam setzt sich nicht nur aus einem Spezialisten für irgendwas und 3 Laufburschen mit Kabelbinder und Baseballschläger zusammen, sondern aus genau DEN Experten, die für den Auftrag gebraucht werden, die genau DAS Equickment haben, das notwendig ist. Das hebt die Erfolgschance von solchen unternehmungen schon um einiges.

(Und wenn der Troll mit dem Baseballschläger oder das Rudel Verhungernder Teenager mit kleinkaliberwaffen "der experte" ist, den man braucht, dann ist das halt so. Ein Johnsonn wird sich da schon bestimmte gedanken machen, bevor er Jobs an die Potentiellen Runner ausgibt.)
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: Fat Duck am 12.08.2011 | 20:27
Und DA ist der Denkfehler.
Das würd ich jetzt nicht als Denkfehler ansehen. Mattenwilly verbindet mit Shadowrunnern einen gewissen Professionalitätsgrad, du nicht. Ich lege das bei mir so aus wie er, aber da gibt es mMn kein richtig oder falsch. Es ist reine Definitionssache und der Begriff "Shadowrunner" ist wahrscheinlich der am schlechtesten definierte Begriff in Shadowrun.
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: ErikErikson am 12.08.2011 | 20:33
Ein SR kann halt ein Punkt von der Straße sein, der zufällig an Cyberware rankam und jetzt auf dicke Hose gegenüber Konzern X macht, oder er ist ein Lakai des organisierten Verbrechens, oder er ist ein Bruce Wayne.

Je nachdem kommt was anderes raus,was die Überwachungsgeschichte angeht.

Meiner Meinung nach ist das Cyberpunk Modell der 80er einfach schwer mit unserem allgemeinen Verständnis von schon jetzt vorhandener Sicherheitstechnologie in Deutschland vereinbar.

Über Vorratsdatenspeicherung macht man sich immer lustig, aber nehmt mal nen Rechner, der 1000mal schneller rechnet, und nen halbwegs durchdachtes Programm inklusive einer Umwelt, wo man viele Dienstleistungen nur noch mit ID bekommt, und du hast schon ne schön schwer zu überwindende Hürde für Shadowrunner.

Allein dieses Gewäschel mit der gefälschten ID. Wenn ich mir überlege, wie schwer es sein müsste, eine ID zu fälschen, die auf mehreren gut gesicherten und voneinander unabhängigen Servern drauf ist, und dan neventuell auch noch auf Papier vorhanden, wie soll das werden? Ich meine, unser Personalausweis/Führerschein ist schon schlimm genug.
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: mattenwilly am 12.08.2011 | 20:47
Ein SR kann halt ein Punkt von der Straße sein, der zufällig an Cyberware rankam und jetzt auf dicke Hose gegenüber Konzern X macht, oder er ist ein Lakai des organisierten Verbrechens, oder er ist ein Bruce Wayne.

Je nachdem kommt was anderes raus,was die Überwachungsgeschichte angeht.

Meiner Meinung nach ist das Cyberpunk Modell der 80er einfach schwer mit unserem allgemeinen Verständnis von schon jetzt vorhandener Sicherheitstechnologie in Deutschland vereinbar.

Über Vorratsdatenspeicherung macht man sich immer lustig, aber nehmt mal nen Rechner, der 1000mal schneller rechnet, und nen halbwegs durchdachtes Programm inklusive einer Umwelt, wo man viele Dienstleistungen nur noch mit ID bekommt, und du hast schon ne schön schwer zu überwindende Hürde für Shadowrunner.

Allein dieses Gewäschel mit der gefälschten ID. Wenn ich mir überlege, wie schwer es sein müsste, eine ID zu fälschen, die auf mehreren gut gesicherten und voneinander unabhängigen Servern drauf ist, und dan neventuell auch noch auf Papier vorhanden, wie soll das werden? Ich meine, unser Personalausweis/Führerschein ist schon schlimm genug.

Sobald man die offiziellen Regeln hinter sich lässt wird es übel. Und wenn man das SR Universum verlässt und sich CP 2020 anschaut dann wird es GANZ übel. Wobei das Universum an vielen Stellen durchdachter ist und z.B. klar definiert was in den USA und der EU wo geht, bewußt "rechtsfreie Räume" (Teile der UK, USA) schafft und die Euros und Orbitals ganz davon absetzt.

Aber das ist ein anderer Thread...
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: thestor am 12.08.2011 | 22:10
Das macht nur in ganz exoktischen Fällen Sinn, wenn es ohne SIN nicht geht (Einbruch ins Weiße Haus). Das allerdings wäre eher in einer Gruppe, wo Johnson und Runner fest miteinander verdrahtet sind. Normale Runner dürfen kaum SINs von Konzernleuten annehmen - und umgekehrt wären damit die Runner nicht mehr komplett "Deniable Assets". Dann eher ein paar Tausend Nuyen mehr für eine zusätzliche gefälschte SIN.

SYL
Ich dahcte eher dass der Konzern seine Ressourcen (und seine Kontakte zur Unterwelt) nutzt um massenhaft SINs zu fälschne und nochmal, NICHt (nur) SINs von sich selbst sondern SINs anderer Konzerne und Nationen. Durch "Massenherstellung" und besserer Ausstattung sollte ein Kon diese SINs zu billigen Stückpreisen kriegen, SINs die die Runner immer noch zu absolut "Deniable Assets" machen.
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: psycho-dad am 13.08.2011 | 00:11
Über Vorratsdatenspeicherung macht man sich immer lustig, aber nehmt mal nen Rechner, der 1000mal schneller rechnet, und nen halbwegs durchdachtes Programm inklusive einer Umwelt, wo man viele Dienstleistungen nur noch mit ID bekommt, und du hast schon ne schön schwer zu überwindende Hürde für Shadowrunner.

Allein dieses Gewäschel mit der gefälschten ID. Wenn ich mir überlege, wie schwer es sein müsste, eine ID zu fälschen, die auf mehreren gut gesicherten und voneinander unabhängigen Servern drauf ist, und dan neventuell auch noch auf Papier vorhanden, wie soll das werden? Ich meine, unser Personalausweis/Führerschein ist schon schlimm genug.

Da ist wieder so ein Punkt. In D-Land liegen daten auf verschiedenen Servern, die aber alle der gleichen Regierung gehören (Zentralisierte Daten) und deshalb einfach und schnell abgeglichen werden können. In Schadowrun ist das aber nicht (immer) der Fall. Ein Konzernmitarbeiter, der ausschließlich auf dem Konzerngelände von Saeder-Krup lebt, seit seiner Geburt, wird wohl kaum eine Akte/Datei im "Deutschen Staat" haben. Ebenso wird seine reine Existenz in einer Renraku-Enklave vollkommen egal und in keinster weise Dokumentiert sein. Die Konzerne gehe mit ihren Daten Geizig um, und wenn keind ringender grund dahinter steckt, dann rücken die auch so schnell nicht damit raus. Genug zeit, um mit einem Tallentiertem Hacker über einen Proxy in [Konkurenzfirma] eine falsche ID aufzusetzen. Bis die ID auffliegt, weil Konzern A bei Konzern B nachfragt, wer denn da im eigenen Gelände Rumtrampelt, ist der Run im besten fall schon gelaufen... im schlechtesten fall muss man sich halt bis zum nächsten Staat/Konzern durchschiessen, auf dem die Haftbefehle von Konzern A nichts wert sind.  :) (und ja, letzteres ist die Regel, aber mal ehrlich: was wäre Shadowrun ohne "Plan T" ? T wie: "Troll mit Sturmkanone"  ;D)
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: apple am 13.08.2011 | 02:40
und du hast schon ne schön schwer zu überwindende Hürde für Shadowrunner.

Nicht ganz. Diese "Hürde" muß nämlich mit dem 10 000fachen Datenvolumen zurecht kommen. Du kannst dies übrigens auch im Runner Compendium nachlesen, wie es offiziell gehandhabt wird. Auch hier gilt: in der Theorie ganz hui und in der Realität ist das eine Menge heißer Luft, was Vorratsdatenspeicherung angeht.

Zitat
Allein dieses Gewäschel mit der gefälschten ID. Wenn ich mir überlege, wie schwer es sein müsste, eine ID zu fälschen, die auf mehreren gut

Deswegen gibt es dafür auch entsprechend organisierte und vernetzte Teams. Zumal die globale SIN-Datenbank sowieso nur ein verschimmelter Schweizer Käse ist.

---------------

Was den Professionalitätsgrad angeht: Spielercharaktere allgemein sollten eher in den "Profi" oder zumindest "kompetent" Bereich kommen - das impliziert die Beschreibung von dem, was Runner so machen in allen GRW: für Konzerne dei Kohle aus dem Feuer holen, was nicht gerade nach "Hol mal die Rockerbande, die soll da mit der Gang drüberrollen" klingt. NSCs sind natürich noch weiter gefasst - ähnlich wie "was ist ein Dieb" oder "was ist ein Mitglied der OK" gibt es eine große Grauzone, wo man zwischen Kleinkriminellen und "echtem" Bereufskriminellen unterscheidet. Ich persönlich möchte den Begriff nicht allzuumfassend machen, ansonsten ist jeder Verbrecher ein Runner ohne Unterschied - das ist nicht Sinn der Sache.

SYL
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: Elwin am 13.08.2011 | 09:12
Ein kurzer Gedanke zum Thema "Professionalisierung", der mir gerade morgens durch den Kopf schießt:

Ist diese "Professionalität", d.h. Johnson stellt ein Team für einen Auftrag X zusammen, nicht in gewisser Weise ein Hindernis für das Bespielen der persönlichen Motive der Charaktere? Oder anders gesprochen: kommt es mit abnehmender "Professionalität" vielleicht zu einem Zuwachs der charakterzentrierten, "persönlichen" Plots?

Sorry, wenn es dadurch zu off-topic gerät
Chris
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: mattenwilly am 13.08.2011 | 11:15
Ein kurzer Gedanke zum Thema "Professionalisierung", der mir gerade morgens durch den Kopf schießt:

Ist diese "Professionalität", d.h. Johnson stellt ein Team für einen Auftrag X zusammen, nicht in gewisser Weise ein Hindernis für das Bespielen der persönlichen Motive der Charaktere? Oder anders gesprochen: kommt es mit abnehmender "Professionalität" vielleicht zu einem Zuwachs der charakterzentrierten, "persönlichen" Plots?

Sorry, wenn es dadurch zu off-topic gerät
Chris

Kommt auf die Art an wie gespielt wird. Wenn es `run des abends` ist, dann ja. Wenn auch anderes passiert, dann sehe ich da kein Problem. Profi ist die Berufssache, privat kann der SC jede Macke haben. Selbst im Einsatz kann Persoehnlichkeit und Konflikt da sein. Siehe Die Wildgaense kommen wo die Persoehnlichkeiten durchaus Plotelemente sind und die Handlung lenken, etwa wenn die Soeldner argumentieren ob sie einen Buergerkrieg starten sollen
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: Blackice am 13.08.2011 | 12:13
Ein kurzer Gedanke zum Thema "Professionalisierung", der mir gerade morgens durch den Kopf schießt:

Ist diese "Professionalität", d.h. Johnson stellt ein Team für einen Auftrag X zusammen, nicht in gewisser Weise ein Hindernis für das Bespielen der persönlichen Motive der Charaktere? Oder anders gesprochen: kommt es mit abnehmender "Professionalität" vielleicht zu einem Zuwachs der charakterzentrierten, "persönlichen" Plots?

Sorry, wenn es dadurch zu off-topic gerät
Chris

Grundsätzlich hat Professionalität ja nichts mit dem wegschmeissen von Charaktereigenschaften zu tun . Schau dir als dummes Beispiel das A-Team an , die ham auch nen total durchgeknallten im Team . (Murdog) Der hat auch seinen eigenen Charakter , ist aber dennoch sehr sehr Professionell . Natürlich mus man sich immer überlegen inwiefern sein Charakterkonzept noch Teamtauglich ist . Einen Psychisch durchgeknallten Mörder der alles umnietet und am besten noch sein Zeichen hinterlässt würde ich a nie spielen wollen und b würde so einer als Runner sicher niemals weit kommen :)
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: apple am 13.08.2011 | 12:41
Grundsätzlich hat Professionalität ja nichts mit dem wegschmeissen von Charaktereigenschaften zu tun .

Richtig. Natürlich bedingt "Profi"-Verhalten in einigen Situationen eine gewises Verhaltensweise - die nach außen eben "glatt" wirken kann. Dennoch kann und sollen Charaktere durchaus Charaktere sein - und mit einem guten Spielleiter gibt es auch genügend "Aufhänger" um genau das auszuspielen. In SR3 hatten wir zb die "14 Tage im Herbst" als ein Auftrag schief ging und wir wochenlang von der Yakuza gejagt wurden. Abgeschnitten von allen Ressourcen und Connections mußte das Team zusammen überleben, was gelinde gesagt ungemein stressig war (für die Charaktere, für die Spieler war es eine Gaudi) weil in der enge eines Motels sehr unterschiedliche Charaktere zusammengepresst wurden.

SYL
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: Elwin am 14.08.2011 | 12:31
Mh, mir ging es weniger um die persönlichen Eigenheiten der Charaktere, sondern um die personenzentrierte Spielweise, d.h. um Plots, die sich aus den Motiven und Zielen der Charaktere selbst entwickeln. Das gilt ja gewissermaßen als die hohe Schule des Rollenspiels, dass die Initiative zum Spiel nicht von außen an die Gruppe herangetragen (Mr. Johnson) wird, sondern sich die Initiative aus der Gruppe heraus entwickelt.

Das A-Team hätte ich jetzt nicht unbedingt als Beispiel für Professionalität genannt, die Typen haben einerseits ziemliche Macken (nicht nur Murdoch, sondern auch B.A., der regelmäßig mit K.O.-Tropfen betäubt werden muss - die Serie nimmt das natürlich als humoristische Running Gags, die auch letztendlich nie echte Probleme darstellen), andererseits ist ihr Einsatzbereich eher im halbprofessionellen Sektor zu suchen. Sie legen sich mit Mithaien, skrupellosen Bauunternehmern, lokalen Gangstern und Kartellen an, insgesamt also eher kleinere Fische mit mittlerer Verbrechens-Professionalität (so ist halt "Schläger schicken zum Einschüchtern und demolieren" eine beliebte Maßnahme).
Titel: Re: SR - Überwachungsstaat?!?
Beitrag von: apple am 15.08.2011 | 01:04
Auch das ist ohne Probleme möglich. Es kommt nur darauf an, ob sich die Spieler auch ingame als Team ansehen oder als "temporäre Mitarbeiter, weil Johnson es so will). Im ersteren Falle können auch Ultra-Hardcore-1000 Karma-Ex-Special-Something ohne Probleme persönliche Kampagnen und Aufhänger haben. Die Spieler und der Spielleiter müssen es nur wollen.

Man sollte natürlich damit rechnen, daß dann solche Kampagnen nicht gerade die klassische "Ich will dem die Fresse polieren" Aufhänger sind, wie es eventuell eher eine Gangkampange wäre, sondern daß deren Ziele etwas höher gesetzt sein können.

SYL