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Pen & Paper - Spielsysteme => Shadowrun => Thema gestartet von: Cycronos am 30.05.2007 | 12:46

Titel: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Cycronos am 30.05.2007 | 12:46
Hoi Chummers,

nach langer Abstinenz hab ich wieder angefangen mich in SR zu knien und werde es wohl auch, sobald sich eine Gelegenheit ergibt mal wieder leiten.

Dabei stiess ich auf ein mir altbekanntes Problem:
Cred.

Wieviel gibbet wofür?
Ich hab in vielen Regelwerken, Romanen und auch Abenteuern gesucht, um irgendwie heurauszufinden, ob man da eine Art "guidelinie" zur Bestimmung der Belohnung herausfiltern kann, aber leider schwanken die Zahlen immens. Teilweise sind da Unterschiede im Faktor 10 zu beobachten, und dass für relativ Identische Aufträge mit relaitv identischem "Gefahren-Niveau" und gleichen Rahmenbedingungen.

Ein simples Wetwork an einer simplen Person bringt dem einen Runner 5k und dem anderen 100k, obwohl beide Ziele relativ gleich und auch beide Runner relativ gleich sind......

Daher mal so in de Raum gefragt:
Woran bemesst ihr als SLs den Cred, den eure Runner bekommen?
Die guten Nuyen sind bei SR ja ein durchaus recht zentrales Element der Spiel-Balance....

Gibts mitlerweilen vieleicht irgendein Regelwerk, dass sich mit der Bezahlung für Runs beschäftigt?
Zu meinen Zeiten (2.01), war das noch nicht der Fall.
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Samael am 30.05.2007 | 12:50
Diese Frage liest man immer wieder. Es ist einfach unglaublich, dass ein so zentrales Spielelement wie "Auftragsbezahung" bei SR nicht im Grundregelwerk ausführlich diskutiert wird.


Verdammte Amateure.
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Ein am 30.05.2007 | 13:55
Ja, das ist ein gewaltiges Problem und ich verstehe nicht, warum das immer noch nicht besprochen wurde. Ich nehme aber an, dass die Autoren so den SLs die Freiheit lassen wollen ihren persönlichen Spielstil in Creds auszudrücken.

Ich selbst gebe irgendwas zwischen 10k bis 100k, wobei ich mich immer an die Bezahlung in den frühen Abenteuern (Dreamchipper zB) angelehnt habe. Allerdings sehe ich Shadowrunner auch als Profis und nicht als Schattentrottel, wie das ja hier in de in guter DSA-Manier oft zu sein scheint.
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Samael am 30.05.2007 | 14:02
Ja, das ist ein gewaltiges Problem und ich verstehe nicht, warum das immer noch nicht besprochen wurde. Ich nehme aber an, dass die Autoren so den SLs die Freiheit lassen wollen ihren persönlichen Spielstil in Creds auszudrücken.

Das kann ja jeder SL machen (und wird er machen), sobald er eine gewisse Erfahrung mit dem System hat. Neulinge werden aber einfach nur im Regen stehen gelassen.
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Cycronos am 30.05.2007 | 14:07
Ja, das ist ein gewaltiges Problem und ich verstehe nicht, warum das immer noch nicht besprochen wurde. Ich nehme aber an, dass die Autoren so den SLs die Freiheit lassen wollen ihren persönlichen Spielstil in Creds auszudrücken.

Mag sein, aber zumindest eine kleine Richtlinie hätte es doch sein dürfen.
Gibts für Karma ja auch....

Ich hab, nachdem das Kompendium mal draussen war versucht mich am SOTA zu orientieren und den Cred danach zu bemessen, wieviel für den SOTA draufgeht.
Soviel musste es natürlich minimum sein.

Das half aber leider nicht dabei festzusetzen, wieviel es darüber hinaus sein sollte.

Ich sehe schon ein, dass das prinzipiell ein schweres Thema ist, umso mehr, da auch die "Nachfrage" nach gewissen Runnertypen ziemlich unterschiedlich ist, (verstärkte Messerklauen gibts wie Sand am Meer, aber Mageboys oder Ki-Ads sind schon wieder was ganz Anderes...) aber zumindest eine kleine Richtlinie hätte es schon sein dürfen.....

Zitat
Ich selbst gebe irgendwas zwischen 10k bis 100k, wobei ich mich immer an die Bezahlung in den frühen Abenteuern (Dreamchipper zB) angelehnt habe.

ok, das ist schonmal was.
Welche runs würden denn bei dir das Obere und Untere Ende dieser 10-100k-Skala bilden?

Zitat
Allerdings sehe ich Shadowrunner auch als Profis und nicht als Schattentrottel, wie das ja hier in de in guter DSA-Manier oft zu sein scheint.

hm? wie meinen?
Schattentrottel? Also das wäre mir noch nicht aufgefallen....
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Chiungalla am 30.05.2007 | 14:12
Das eigentliche Problem ist, dass Geld bei Shadowrun, fast noch mehr als bei anderen Systemen, eine entscheidende Frage der Spielbalance ist.

Kriegen Samurai, Rigger und Decker zu schnell zuviel Geld in die Hände, werden sie sehr schnell sehr sehr gut, und hängen die Magier und Adepten weit ab.

Kriegen Samurais, Rigger und Decker zu wenig Geld, werden sie von den Magiern abgehängt.

Gerade mit der billigeren Cyberware und der wichtigkeit der Attribute in der 4. Edition gehen Samurais ab wie Schmitz Katze, wenn sie zuviel Geld in die Pfoten bekommen.

Nach einem 100.000 Nuyen Job schraubt sich der durchschnittliche Samurai doch gleich 1-3 neue Implantate rein, die ihn erheblich besser machen. Da kommt der Magier mit seinen ~6 Karmapunkten für den Run nicht annähernd nach.

Ich persönlich mache meine Entscheidung wie viel Geld es gibt, aber auch ein bisschen von den Charakteren abhängig.
Durchschnittliche 4. Edition Charaktere auf dem Niveau eines Archetypen beziehen 10.000 bis 20.000 Nuyen pro Run. Bei, je nach Erfolgsquote, 1-2 Runs pro Monat.

Sehr stark optimierte 4. Edition Charaktere, oder erfahrene Charaktere, kriegen schwierigere Aufträge, und auch eine entsprechend höhere Bezahlung, von 20.000 bis 50.000 Nuyen.

Das reicht in beiden Fällen um sich einen angemessenen Lebensstil leisten zu können, gelegentliche Ausrüstungsverluste zu ersetzen und sich alle paar Runs was neues reinschrauben zu lassen.

Ich finde auch immer irgendwie komisch, wenn die Profis sich nach 3-4 Jobs zur Ruhe setzen könnten, aber sich statt dessen lieber Cyberware im Gegenwert eines "finanziell sorglosen Restlebens" einbauen lassen.
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Cycronos am 30.05.2007 | 14:21
Das eigentliche Problem ist, dass Geld bei Shadowrun, fast noch mehr als bei anderen Systemen, eine entscheidende Frage der Spielbalance ist.

Kriegen Samurai, Rigger und Decker zu schnell zuviel Geld in die Hände, werden sie sehr schnell sehr sehr gut, und hängen die Magier und Adepten weit ab.

Kriegen Samurais, Rigger und Decker zu wenig Geld, werden sie von den Magiern abgehängt.

Auf genau das Problem bin ich auch ständig gestoßen.....

Zitat
Gerade mit der billigeren Cyberware und der wichtigkeit der Attribute in der 4. Edition gehen Samurais ab wie Schmitz Katze, wenn sie zuviel Geld in die Pfoten bekommen.

Nach einem 100.000 Nuyen Job schraubt sich der durchschnittliche Samurai doch gleich 1-3 neue Implantate rein, die ihn erheblich besser machen. Da kommt der Magier mit seinen ~6 Karmapunkten für den Run nicht annähernd nach.

Ich persönlich mache meine Entscheidung wie viel Geld es gibt, aber auch ein bisschen von den Charakteren abhängig.
Durchschnittliche 4. Edition Charaktere auf dem Niveau eines Archetypen beziehen 10.000 bis 20.000 Nuyen pro Run. Bei, je nach Erfolgsquote, 1-2 Runs pro Monat.

Sehr stark optimierte 4. Edition Charaktere, oder erfahrene Charaktere, kriegen schwierigere Aufträge, und auch eine entsprechend höhere Bezahlung, von 20.000 bis 50.000 Nuyen.

definiere mal "schwierigere Aufträge".
Wenn mir ein Johnson erzählen will, ich solle für 50k in nen Azzie-Castillo einbrechen, dann zeig ich ihm nen Vogel....

Zitat
Das reicht in beiden Fällen um sich einen angemessenen Lebensstil leisten zu können, gelegentliche Ausrüstungsverluste zu ersetzen und sich alle paar Runs was neues reinschrauben zu lassen.

ok, also den Cred primär wie eine Art XP behandeln.
Dann wäre meine Frage: passt das hin, oder gibts da Spannungen zwischen dem, was man bekommt, und dem, was man eigentlich bekommen "sollte" wenn Cred nicht so ein starkes Balancing-Element wäre?

Zitat
Ich finde auch immer irgendwie komisch, wenn die Profis sich nach 3-4 Jobs zur Ruhe setzen könnten, aber sich statt dessen lieber Cyberware im Gegenwert eines "finanziell sorglosen Restlebens" einbauen lassen.

Naja, bei 20 k pro Run geht das wohl kaum so schnell mit dem zur Ruhe setzen.
Wenn man sich mal die reale Welt vornimmt, so brauch man eigentlich 1 bis 1.5 Millionen, um sorglos leben zu können.
Dafür muss man als Runner bei 20k pro Run ziemlich lange ackern.
Dass man sich da des Öfteren lieber mal was einbaut um die eigene Überlebenschance zu erhöhen, kann ich irgendwo nachvollziehen.
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Ein am 30.05.2007 | 14:25
10k die üblichen Dödeljobs, Kurier spielen zB, 100k für Runs die gegen hohe Sicherheit gehen, Attentate gg. VIPs u.ä. Alles was noch darüber liegt, da spricht man bei mir nicht mehr in Creds, sondern im Niveau des Ruhestands. ::)

Das Geld-Balancingproblem sehe ich selber eigentlich nicht, denn in der Regel schiebt die Verfügbarkeit da sehr bald einen Riegel vor. So dass das ganze liebe Geld nur aufs Konto wandert oder als Kapital investiert wird.
Wobei in der Regel nach Abzug aller kosten meist eh nur so 15-20K von einen normal-harten Job übrig bleiben, bis man da seinen permanenten Oberschichtlebensstil hat, dauert das schon eine ganze Weile.
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Cycronos am 30.05.2007 | 14:40
10k die üblichen Dödeljobs, Kurier spielen zB,

10k?
Hui, das finde ich schon reichlich viel...
Oder was verstehst du genau unter "Kurier"?

Ich mein, ein Päckchen von A nach B zu schleppen kann an sich ja keine 10k wert sein.
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Chiungalla am 30.05.2007 | 14:42
Zitat
definiere mal "schwierigere Aufträge".
Wenn mir ein Johnson erzählen will, ich solle für 50k in nen Azzie-Castillo einbrechen, dann zeig ich ihm nen Vogel....

Ich würde jedem SL einen Vogel zeigen, der meint man müsste in ein Azzie-Castillo einbrechen, egal wie groß die Summe ist die er dem Charakter bietet.
Es sei denn die Runner sind Legenden die sich den 1000 Karmapunkten nähern, und die reichlich an Ausrüstung zur Verfügung haben. Und selbst dann...

Und über solche Charaktere habe ich bisher noch gar nicht gesprochen.
Die können ruhig mehr bekommen, da macht man mit den Summen auch nicht mehr viel kaputt, weil die Sams eh schon bis oben voll sind, und keine Essenz mehr haben.

Zitat
Dann wäre meine Frage: passt das hin, oder gibts da Spannungen zwischen dem, was man bekommt, und dem, was man eigentlich bekommen "sollte" wenn Cred nicht so ein starkes Balancing-Element wäre?

Klar passt das.
Shadowrun ist eine dreckige Cyberpunk-Welt.
Macht der Runner das nicht für das Geld, sucht sich der Konzern nen anderen.
Den Leuten selber mag ihr Leben viel wert sein, was aber nicht bedeutet, dass die Konzern das ähnlich sehen, oder auf diese Argumentation bei den Gehaltsvorstellungen positiv reagieren.

Es wird auch immer wieder in den Romanen darauf eingegangen, dass viele der kleineren Runner durchaus auf finanzieller Not fast jeden Run annehmen müssen, weil es viel mehr Angebot an Runnern gibt, als Nachfrage.

In höchsten Ligen der Shadowrunner mag das Geschäft ganz anders laufen.
Weil da Fehlschläge keine Option sind, und Geld kaum eine Rolle spielt.
Aber das sind ja auch nicht unbedingt die Runner die man spielt.
Oder zu mindestens ich spiele Shadowrun selten auf dem Niveau.

Zitat
Naja, bei 20 k pro Run geht das wohl kaum so schnell mit dem zur Ruhe setzen.
Wenn man sich mal die reale Welt vornimmt, so brauch man eigentlich 1 bis 1.5 Millionen, um sorglos leben zu können.
Dafür muss man als Runner bei 20k pro Run ziemlich lange ackern.
Dass man sich da des Öfteren lieber mal was einbaut um die eigene Überlebenschance zu erhöhen, kann ich irgendwo nachvollziehen.

Hat ja niemand gesagt, dass ich mich dabei auf 20k pro Run bezogen habe.
Bei 100k pro Run geht das verdammt fix, dass man in Bereiche kommt, wo es komisch anmutet, dass die Runner sich nicht zur Ruhe setzen. So rein aus Charaktersicht, vom Spieler her will man sie natürlich weiterspielen.

@ Ein:
Zitat
Wobei in der Regel nach Abzug aller kosten meist eh nur so 15-20K von einen normal-harten Job übrig bleiben, bis man da seinen permanenten Oberschichtlebensstil hat, dauert das schon eine ganze Weile.

Da ich die immer in Netto mit Spesen rechne, weil meine Spieler das gerne wollten, liegen wir da ja ziemlich genau auf dem gleichen Niveau.  :d
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Chiungalla am 30.05.2007 | 14:52
Kommt auf das Päckchen, dessen Inhalt und die Opposition an.
Aber wenn es wert ist, dass als Run auszuspielen (und nicht nur im Nebensatz als Job zu erwähnen), dann ist es auch meist 10k wert.
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Cycronos am 30.05.2007 | 14:54
Kommt auf das Päckchen, dessen Inhalt und die Opposition an.
Aber wenn es wert ist, dass als Run auszuspielen (und nicht nur im Nebensatz als Job zu erwähnen), dann ist es auch meist 10k wert.

Genau dieses Finetuning des Preises ist mein größtes Problem......
Da komme ich immer ziemlich ins schleudern.

Und ich möchte meinen Spielern nunmal eine möglichst konsistente Spielwelt präsentieren.
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Chiungalla am 30.05.2007 | 15:09
Der Zeitaufwand ist halt auch noch ein Faktor.

Die Frage ist halt auch, in wie weit die Runner wissen, um was es geht.
Wenn Mr. Johnson sie überzeugen kann, dass es eigentlich ungefährlich ist, er aber doch Profis haben möchte, und das es auch höchstens zwei Tage dauert, dann reichen vielleicht auch 2.000 Nuyen.

Würde ich aber keinem Mr. J. glauben, daher...
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Cycronos am 30.05.2007 | 15:18
2 Tage und 2k?
das ist ein Monatsgehalt für nahezu jeden Anderen Con-Sklaven...
Von daher finde ich das schon eine recht fürstliche Bezahlung für 2 Tage Arbeit.
Selbst für 4.
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Chiungalla am 30.05.2007 | 15:19
Es ist ja nicht so, als wäre das legale und ungefährliche Arbeit.
Selbst wenn Mr. Johnson es glaubhaft versichert, wird es auf jeden Fall seinen Grund haben, dass das Paket nicht von UPS transportiert wird.
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Cycronos am 30.05.2007 | 15:23
Es ist ja nicht so, als wäre das legale und ungefährliche Arbeit.

richtig. Und genau deswegen kriegt ein Runner auch ein Monatsgehalt für einen einfachen Job von 2 Tagen.
Aber mehr finde ich dann schon etwas seltsam.....
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Chiungalla am 30.05.2007 | 15:26
Monatsgehalt in der Mittelschicht liegt allerdings schätzungsweise bei 5.500 Nuyen.
Kommt halt drauf an, was man als Monatsgehalt annimmt.

Und die Frage ist halt auch wie illegal und wie gefährlich das ganze ist.
Wenn sich das ganze als Run lohnt ist es fast immer gefährlicher, schwieriger oder illegaler als das was ein Runner für 2.000 Nuyen machen würde.

Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Nelly am 30.05.2007 | 15:38
Allerdings sehe ich Shadowrunner auch als Profis und nicht als Schattentrottel, wie das ja hier in de in guter DSA-Manier oft zu sein scheint.

Naja! Manche Runner wollen Profi sein, stellen sich aber wie die letzten Trottel an.  ;D

Was die Bezahlung betrifft... so mach ich das immer an der Qualität der Spieler abhängig. Sind sie gut vorbereitet und machen gute Arbeit bekommen sie schon mal mehr.

Stellen sie sich wie die letzten Trottel und Volldeppen an dann könnte der Deal auch mal platzen.


2 Tage und 2k?
das ist ein Monatsgehalt für nahezu jeden Anderen Con-Sklaven...
Von daher finde ich das schon eine recht fürstliche Bezahlung für 2 Tage Arbeit.
Selbst für 4.

Und? Je nachdem was für ein Job das ist, könnte der Preis sogar noch darüber liegen. Ist ja nicht so als ob die Runner keine Auslagen hätten (Spesen etc)
Waffen, Munition, Fahrzeuge, Sarghotels, Anfahrt etc...
Und dann spielt die Reputation eine Rolle. Ein Charakter mit einer Rep von über 100 wird sich mit einem 500NY Job (selbst wenn er simpel ist) garantiert nicht mehr zufrieden geben (was vollkommen gerechtfertigt ist), gute Runner kosten eben ihren Preis.

10k?
Hui, das finde ich schon reichlich viel...
Oder was verstehst du genau unter "Kurier"?

Ich mein, ein Päckchen von A nach B zu schleppen kann an sich ja keine 10k wert sein.


Je nachdem was im Päckchen drinn ist und wer dahinter her ist kann sich der Preis ganz schnell in die Höhe schrauben.
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Cycronos am 30.05.2007 | 16:14
Und? Je nachdem was für ein Job das ist, könnte der Preis sogar noch darüber liegen. Ist ja nicht so als ob die Runner keine Auslagen hätten (Spesen etc)
Waffen, Munition, Fahrzeuge, Sarghotels, Anfahrt etc...
Und dann spielt die Reputation eine Rolle. Ein Charakter mit einer Rep von über 100 wird sich mit einem 500NY Job (selbst wenn er simpel ist) garantiert nicht mehr zufrieden geben (was vollkommen gerechtfertigt ist), gute Runner kosten eben ihren Preis.

Da sind wir schon genau beim Thema:
Was ist ein guter Runner?
Wieviele Nuyen ist ein Name wert?
Ab welcher Rep kann ich es mir leisten soundsoviel mehr zu fordern?

Das sind alles Fragen, die nie wirklich geklärt werden.

Zitat
Je nachdem was im Päckchen drinn ist und wer dahinter her ist kann sich der Preis ganz schnell in die Höhe schrauben.

Da stimme ich wohl zu.
Aber was schraubt den Preis um wieviel in die Höhe?

Da stehe ich jedesmal völlig im Regen.
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Cycronos am 30.05.2007 | 16:36
Da könnte man versuchen, das Rank System von Corporation zu adaptieren. Bei Corporation hat Charakter eine bestimmte Anzahl Rank Points, die in Abhängigkeit seiner Handlungen steigen oder sinken. Je nach Zahl von Rank Points steigt er dann eine Stufe im Rang auf oder ab. Die Bezahlung orientiert sich dann am Rang.

An sowas dachte ich auch schon, wenn auch nicht in genau dieser Ausprägung, aber mir fehlt halt das Gefühl für die harten Zahlen.
Der Rank ist ja erstmal nur Maßstab. Ihn mit möglichst passenden Zahlenwerten zu füllen ist viel eher mein Problem.
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Nelly am 30.05.2007 | 16:38
Da sind wir schon genau beim Thema:
Was ist ein guter Runner?
Wieviele Nuyen ist ein Name wert?
Ab welcher Rep kann ich es mir leisten soundsoviel mehr zu fordern?

Das sind alles Fragen, die nie wirklich geklärt werden.

Da stimme ich wohl zu.
Aber was schraubt den Preis um wieviel in die Höhe?

Da stehe ich jedesmal völlig im Regen.

Ich orientiere mich immer an der Reputation und das was sie in den Ranks haben und versuche ein wenig meinen GMV miteinzuschalten.

Was zahlt man für ne Nute am Straßenrand und was zahlst du für ne Edelhure oder wiederum für einen professionellen "Begleitservice"?
Die Nute am Straßenrand verlangt garantiert nicht soviel wie eine Edelhure oder gar der prof. Begleitservice.

Welches Risiko haben die Jungs, wieviel Auslagen, brauchen sie Waffen, was für Waffen, was für Panzerung, ist es auf einem abgelegenen Gelände, oder mitten inner Großstadt, was wird verlangt, ist es am hellichsten Tag, wie ist die Überwachung, all das spielt mit in den Preis hinein...

Nach drei Runs sind das noch keine Veterane es sei denn du wirfst mit Reputation so um dich und drückst niemals negative Reputation, für einen misslungenen Run oder aber für übermäßige Aggresivität, bescheißen etc, rein.

Das kann man alles gar nicht in einer Tabelle festhalten, ein wenig mitdenken sollte man auch noch :)   
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Cycronos am 30.05.2007 | 16:42
Das kann man alles gar nicht in einer Tabelle festhalten


Sicher nicht auf Heller und Pfennig, nein.

Aber ich wage einfach zu bezweifeln, dass es in der Welt von SR, in der das running zum Tagesgeschäft der Cons gehört, nicht zumindest ein par grobe Richtlinien gibt, die von jedem Con herangezogen werden.

Ich meine, sowas gibts für Privat-Detektive in der realen Welt ja auch....
Hm, vielleicht sollte ich die mal fragen und die Zahlen dann auf SR umschreiben.^^

Kennt hier jemand nen Privatdetektiv?
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Nelly am 30.05.2007 | 16:45
Guck doch einfach mal in die gelben Seiten.

Aber vielleicht überlegst du dir einfach mal wie viel dir dein eigenes Leben lieb ist und für wieviel du deine Dienste verkaufst, was du für dich selbst überhaupt verantworten kannst, ob und wie du käuflich bist, du einen Menschen erschießen würdest und guckst einfach mal nach, wieviel Geld du im Monat brauchst um zu überleben, was die Ausrüstung kostet und was du unternehmen musst um das ganze zu vertuschen.

Unter 50k würde mein Runner sowas nicht machen und nicht jeder Runner von mir würde losziehen um wetwork zu betreiben, das macht nur einer und das auch nur für einen verdammt hohen Preis.


Ein Drogenabhängiger der nur auf den nächsten Schuß aus ist, gerade voll auf nem Trip, der würde einen anderen vielleicht schon für lausige 50 Piepen ein Messer in den Bauch rammen....
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Chiungalla am 30.05.2007 | 16:47
Zitat
Aber ich wage einfach zu bezweifeln, dass es in der Welt von SR, in der das running zum Tagesgeschäft der Cons gehört, nicht zumindest ein par grobe Richtlinien gibt, die von jedem Con herangezogen werden.

Nur gibt es die eine SR-Welt gar nicht.

Jeder Romanautor, jeder Abenteuerautor, jeder Spielleiter und jeder Spieler bei Shadowrun hat andere Vorstellungen von der Welt.

Leg Dir am besten die zurecht die für Dich und Deine Gruppe am besten passt, und nach dem meisten Spass klingt.

Es kommt nicht die Rollenspielpolizei vorbei, und verhaftet Dich, weil Du zu viel oder zu wenig Nuyen an die Charaktere Deiner Spieler vergeben hast.

Im Idealfall würde ich einfach mal nach den Runs die Spieler fragen, wie viel Geld sie dafür vergeben hätten, wenn sie SL wären. Oder wie viel Geld sie dafür als Spieler gerne gehabt hätten.
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Nelly am 30.05.2007 | 16:50
Und bei uns kommt es auch schon mal vor das die Chars sagen "Was? Für den Preis? Vergiss es, ich bin raus!"
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Cycronos am 30.05.2007 | 16:52
Guck doch einfach mal in die gelben Seiten.

Aber vielleicht überlegst du dir einfach mal wie viel dir dein eigenes Leben lieb ist und für wieviel du einen Menschen erschießen würdest und guckst einfach mal nach, wieviel Geld du im Monat brauchst um zu überleben, was die Ausrüstung kostet und was du unternehmen musst um das ganze zu vertuschen.

Die alte Kosten/Nutzen Rechnung, wie?

Klappt bestimmt ganz gut, und ist für Runner-Newbies sicher auch das Mittel der Wahl.
Blieben noch die richtig guten Profis.

Woran orientieren die sich?


Nur gibt es die eine SR-Welt gar nicht.

Jeder Romanautor, jeder Abenteuerautor, jeder Spielleiter und jeder Spieler bei Shadowrun hat andere Vorstellungen von der Welt.

Leg Dir am besten die zurecht die für Dich und Deine Gruppe am besten passt, und nach dem meisten Spass klingt.

Es kommt nicht die Rollenspielpolizei vorbei, und verhaftet Dich, weil Du zu viel oder zu wenig Nuyen an die Charaktere Deiner Spieler vergeben hast.

Im Idealfall würde ich einfach mal nach den Runs die Spieler fragen, wie viel Geld sie dafür vergeben hätten, wenn sie SL wären. Oder wie viel Geld sie dafür als Spieler gerne gehabt hätten.

Ok, SO gehts natürlich immer.
Aber ich denke oft, dass diese Art von Meta-Talk die Immersion doch irgendwie ankratzt.
Und das möchte ich nach Möglichkeit vermeiden.

Deswegen halt der Thread.
Ich mein, ich hab oft genug SR gespielt und geleitet um die Cred-Frage irgendwie zu lösen, aber ich war halt nie so wirklich glücklich mit dieser intuitiven Abwägerei, und wollte jetzt halt mal schauen, ob man aus der ganzen Masse der Infos zu SR nicht irgendwas "Hartes" herausdestillieren kann.
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Dorwagor am 30.05.2007 | 16:53
Schau dir doch das Heft im Spielleiterschirm an, unter "Was Shadowrunner so machen". Da sind einige unterschiedliche Runs inkl. Bezahlung vorgeschlagen. Ein einfacher Kurierjob wird da mit ca. 2k notiert, Nachforschungen z.B. 5k und ein einfacher, aber hochillegaler Einschleusungsjob wird mit 20k angegeben.
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Feuersänger am 30.05.2007 | 17:07
Kommt halt auch auf den Auftraggeber an. Wenn es kein Con, sondern nur ein Clubbesitzer ist, der Ärger mit ein paar Elementen hat, sind halt nur ein paar Kilo Aufwandsentschädigung drin.

"Normale" Runs habe ich meistens so mit 7-14K pro Nase angesetzt, im Schnitt 10.

Wenn abzusehen war, dass es richtig heftig wird, haben die Johnsons schonmal von sich aus 20K geboten. Das ist schon ein hübscher Haufen Holz. Dann je nach Schwierigkeitsgrad und Auftraggeber bis zu 40K so in etwa.

Total Meschugge finde ich hingegen paychecks von 100K pro Kopf, womöglich für einen Baby-einfachen Run. Genau das war damals bei Silver Angel der Fall. Das war halt blöderweise das allererste Einstiegsabenteuer bei SR2 (beim SL-Schirm dabei), also konnte man als SL kaum wissen, dass das viel zu viel war. Die Folge: die Spieler waren natürlich sofort verwöhnt und haben sich eingebildet, sie müssten für jeden Run mindestens 100K bekommen. Ganz großer Fehler.

Dann gibts halt noch Sonderabreden. Bei Queen Euphoria z.B. haben wir nicht den vorbereiteten Vertrag unterschrieben, sondern erstens die Klausel mit der Asrüstungshaftung streichen lassen, zweitens für jeden 1% vom Gewinn für den SimSinn-Film ausgehandelt. Den Verkaufserfolg des Streifens hat der SL ausgewürfelt, und wir haben nen Haufen Kohle extra daraus bekommen.

Die letzte Kampagne, die ich geleitet habe, war ein Sonderfall: da waren fast alle Runner Adepten, und da gab es einen Auftraggeber, der immer wieder gern auf sie zurückgriff. Im Lauf der Zeit haben sie fast nur noch für diesen Typen gearbeitet, seines Zeichens Magier und stinkreich. (Wie hieß der nochmal?) -- War aber nicht Harlekin, falls ihr das denkt, sondern was selbstgebasteltes. ^^
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Nelly am 30.05.2007 | 17:23
Zitat
Dann gibts halt noch Sonderabreden. Bei Queen Euphoria z.B. haben wir nicht den vorbereiteten Vertrag unterschrieben, sondern erstens die Klausel mit der Asrüstungshaftung streichen lassen, zweitens für jeden 1% vom Gewinn für den SimSinn-Film ausgehandelt. Den Verkaufserfolg des Streifens hat der SL ausgewürfelt, und wir haben nen Haufen Kohle extra daraus bekommen.


Ihr habt nicht wirklich nen Vertrag unterschrieben, oder?  :o

Um was ging es da? Ich kenne das Abenteuer nicht, aber als Runner würd ich niemals einen Vertrag unterschreiben wenn es auch nur im geringsten Maße mit einem Run zu tun hat.
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Quaint am 30.05.2007 | 17:43
Ich hab mal was lustiges gemacht, allerdings nur so halb Shadowrun (ich hatte mal wieder gebastelt). Jedenfalls haben wir uns eine Gruppe richtig übler Berufverbrecher gemacht und überdies richtig üble Experten. Wir hatten die Fähigkeiten, wir hatten die Beziehungen und wir hatten die Jobs. Es lief auch einiges etwas anders, etwa war der Johnson nur so halb Johnson und halb halt Teammitglied. Der Konzern hatte quasi einen halben Nachrichtendienst hat dann auch ein richtiges Dossier für den Job zusammenstelen lassen. Wir hatten auch Charaktere die mal bei einem alten Clou erwischt und/oder verraten wurden (ich erinnere mich spontan an eine Dame die ein paar Jahre im Knast war die vom Konzern rausgeholt wurde weil wir ihre Fähigkeiten brauchen konnten sowie an den Johnson, dem mal "ein guter Freund" mit ner Schrotflinte ins Gesicht geschossen hat, nichts persönliches natürlich, und der trotzdem irgendwie überlebt hat, aber mit einem kleinen Knacks halt und einem Gesicht was zur Hälfte aus Metall bestand), hartgesottene Veteranen des Geschäfts. Und wir haben so auf die Scheiße gehauen - zusätzliche Nachforschungen, mehrere Sachen die durchaus als einzelne Runs laufen könnten etc pp
Ich glaube der erste Job war einen Sicherheitskonvoy auszunehmen, so mit allem drum und dran: Panzerwagen, Polizeieskorte, Hubschrauber-Luftsicherung. Wir haben dann den Chef der ausführenden Sicherheitsfirma ausfindig gemacht, seine Wohnung verwanzt (geile Laberaktion - haben ihm einen Staubsaugerbot angedreht), von seiner Lebensgefährtin erfahren die in einer "sicheren" Konzernsiedlung lebt; haben sie daraus entführt und haben beim Hauptquartier der Sicherheitsfirma noch einen Bruch gemacht um quasi als Redundanz die Panzerwagen zu sabotieren. Achja, und wir haben natürlich noch so Antifahrzeug-Schockstreifen auf der Route ausgelegt. Und wir hatten einen Rigger mit eigenem Panzerfahrzeug der in der Nähe des fraglichen Orts versteckt war und der die Panzerwagen auch hätte bewegungsunfähig machen können (so lief es auf Sperrfeuer mit dem MG hinaus um die Cops zu beschäftigen und aus dem Konzept zu bringen sowie eine Rakete für dem Hubschrauber IIRC)
Was das alles mit Tarifen zu tun hat? Nun, dafür haben wir natürlich ein Heidengeld bekommen. Ich glaube wir hatten allein so 100k Spesen pro Kopf und mindestens 300k pro Kopf nach erfolgreichem Abschluss der Sache. Einige Preise waren natürlich anders, vor allem anders als die der vierten Edition, aber es war immernoch ein Haufen Geld. Ich glaube nach dem zweiten Run wurden die ersten Laserwaffen in der Gruppe angeschafft.
Naja, so kanns jedenfalls auch gehen mit der Bezahlung und das kann auch toll und "richtig" sein.
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Cycronos am 30.05.2007 | 17:56
Ach gibs doch zu, du wolltest nur mal wieder von alten Runs schwärmen!  ~;D

Ja, sicher, zuweilen kann da auch mal ne gehörige Menge Cred fliessen.
Wir hatten mal was Ähnliches, als es darum ging ein uraltes Gemälde von einer Ausstellung zu klauen.

Aber solche Runs oder Angriffe auf wirklich schwergepanzerte Transporter sind ja eigentlich die Ausnahme. Das sind eigentlich eher Himmelfahrtskommandos, wenn man nicht gerade DIE Runner der jeweiligen Gegend spielt. Das sind dann ja meist schon lebende Legenden vom Kaliber eines Argent oder Striper.

Darum gings mir hier ja nicht. Bis man da mal hinkommt geht doch ne gewaltige Zeit ins Land, und wenn man da mal ist, ist Cred eigentlich kein Maßstab mehr. Dann gehts doch eher darum einfach nur möglichst kräftig auf die Kacke zu hauen und irgendwas zu machen weil mans halt kann.
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Nelly am 30.05.2007 | 17:58
Und genau das sind DIE Profis von denen ich etwas weiter oben gesprochen hab.

@Quaint: geiler Run  :d
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Feuersänger am 30.05.2007 | 18:01

Ihr habt nicht wirklich nen Vertrag unterschrieben, oder?  :o

Um was ging es da? Ich kenne das Abenteuer nicht, aber als Runner würd ich niemals einen Vertrag unterschreiben wenn es auch nur im geringsten Maße mit einem Run zu tun hat.

War in dem Falle so vorgesehen. Es war auch kein Run sondern eine völlig legale Aktion. Unterschrieben haben wir aber nur mit unseren Schattennamen, die Bezahlung gab es in certified checksticks, wie sich das gehört -- man hat ja einen Ruf zu wahren.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Ein am 30.05.2007 | 19:30
Ohne jetzt alles gelesen zu haben.

@Chiungalla
Jupp, Netto gerechnet liegen wir ziemlich beim Gleichen. Ich hab das mal über Jahre hinweg analysiert, so dass man feststellen kann, dass vom Umsatz rund 50% in die operative Kosten wandern, und der Rest meist zur Hälfte als Rücklage angelegt wird. Also effektiv nur 25% des Umsatzes für direkte Investition zur Verfügung steht, damit kann man zwar was schaffen, aber sicherlich schwimmt man damit nicht im Geld.

@Phoenix
Ich richte mich bei der Bezahlung von Runnern an der Bezahlung von Profis im echten Leben. Ein professioneller Netzwerktechniker zB kostet nach meinem Stand von 2004 pro Stunde rund 100€. Ein Runner, der also für 48 Stunden angeworben wird, kostet rund 5000€ und steht dann auch nur dumm rum, denn da fehlt noch der Gefahrenzuschlag.

Was Erfahrung angeht, ich denke man kann 1/4 des öffentlichen Karmas als Prozente auf die Bezahlung anrechnen. Ein Runner, der also 5 Runs absolviert hat und dafür 20 Karmapunkte bekommen hat, kann sicherlich 5% mehr verlangen.
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Chiungalla am 30.05.2007 | 20:19
Vielleicht bringen sie die Regeln für die Bezahlung von Runnern demnächst als Sourcebook heraus... Blutgeld - Creds in den Schatten oder so ähnlich....
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Der Nârr am 30.05.2007 | 20:54
Shadowrun-Kompendium 3.01D Seite 100, Tabelle "Vorschläge für Shadowrun-Mindestvergütungen" ist sehr hilfreich bei der Frage nach einer angemessenen Bezahlung. So ist z.B. für das Überbringen einer "deutlichen Botschaft" eine Mindestbezahlung von 1000 Nuyen vorgesehen, für eine Extraktion 20.000 Nuyen und für einen Datenklau 20% des Datenwertes.
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Chiungalla am 30.05.2007 | 20:56
Wobei sich die Ausrüstungskosten, Lebensstile u.s.w. seid der 3. Edition massiv verändert haben.
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Der Nârr am 31.05.2007 | 06:14
Mag sein, ich bin SR4-Verweigerer. Aus dem Eingangspost konnte ich auch nicht erkennen, um welche Edition es geht. Allerdings klangen viele Beiträge so, als habe FASA niemals etwas zur Bezahlung für Shadowruns veröffentlicht. Und das stimmt halt einfach nicht, mit der Fehlinformation wollte ich aufräumen ;). Die vierte Edition ist ja noch relativ neu. Es irritiert mich zwar auch, dass sie es nicht ins Grundregelwerk übernommen haben, aber sehr sicher wird es dann wohl entweder in einer Art Kompendium oder in irgend einem Sprawl Überlebenshandbuch oder so thematisiert werden. Dass es eigentlich ins Grundregelwerk gehört hätte, möchte ich aber auch garnicht anzweifeln.
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Ein am 31.05.2007 | 10:15
Also als ich mit SR angefangen habe, gabs das mal gar keine Infos zu. :korvin:
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Edorian am 1.06.2007 | 14:46
Ja, damals als die Sammies noch ungestraft mit dicker Artillerie durch die Barrens spazieren gehen konnten  :D  ~;D

Ich kenne zwar die Vorschläge für Bezahlungen bei SR3, aber die sind nicht gerade brauchbar. Leben in SR kostet und die Kosten sollten zumindest teilweise wieder reinkommen. Also werd ich als SL einfach einen Betrag annehmen (meist so um 10K herum) und dann überlegen, wie groß die Risiken/ der Arbeitsaufwand ist. Wenn die Charaktere dann noch verhandeln, gut! Wenn nicht, gibt Mr. J. einen Preis vor und fertig.
Dazu kommt evtl. noch die Reputation, allerdings ist das mitunter eine ziemlich nebulöse Sache (wie Charisma).
Was bleibt? Keine Ahnung, was angemessene Bezahlung ist. Das kann man eigentlich nur durch die Spielweise abschätzen. Eine High-End-Runde braucht mehr Geld (weil man auch mehr ausgibt) als eine Low-Budget-Runde.

Abgesehen davon, würden sich viele, die schon länger spielen, kaum an das halten, was von den Autoren vorgeschlagen wird  ~;D
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Monkey McPants am 1.06.2007 | 17:28
Was ich vorhab seit ich SR4 hab ist gar kein Geld/Karma zu verteilen sondern einfach Aufbaupunkte als Geld/Karma-Kombo zu verteilen. Die Sams können sich ja davon mehr Geld kaufen während die Magier sich die Dinge halt direkt in Fertigkeiten/Zauber/Attribute pumpen können.

Bis jetzt nur eine Idee und man müsste sich immer noch überlegen wieviel man denn letztlich verteilen möchte und kann durchaus sein das es auch nicht funzt, aber wenn ich mal wieder SR leite probier ich's aus.

M
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Feuersänger am 2.06.2007 | 01:54
Wir haben das immer umgekehrt gemacht: grundsätzlich für jeden Run Karma entsprechend der Gefährlichkeit und Geld entsprechend der ausgehandelten Bezahlung. So weit, so klar.

Dann konnten die Spieler - zwischen den Runs - Geld gegen Karma eintauschen. Erstens ist das absolut notwendig für Adepten, und für magiebegabte Charaktere überhaupt. Sie brauchen einfach viel mehr Karma als eine Messerklaue, und können dafür mit der Kohle herzlich wenig anfangen (abgesehen von neuen Bibs für den Hermetiker). Das Thema, daß Adepten im Vergleich zu Sams abstinken, hatten wir ja neulich in nem anderen Thread.
Kurz, das ist quasi so vorstellbar: spendest du 10.000 Nuyen ans Sonnenschein-Heim für Kranke Drachen (Tierschutzbund, Kinderhilfswerk, Frauenhaus...), oder verteilst nen Haufen Bares in den Slums, gibt das eben Gutes Karma. ;)

Da wir mit wechselnden SLs gespielt haben, galt dabei folgende Regel:
Der SL hat immer direkt bei der Verteilung der Belohnungen bekannt gegeben, zu welchem "Kurs" Karma gekauft werden durfte. Dieser schwankte stark je nach erledigtem Auftrag und Bezahlung. Aus diesem Grund konnte Karma auch nur unmittelbar nach einem Run getauscht werden. Sprich, aufsparen und auf nen besseren Kurs hoffen gilt nicht. ;)
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Rabenmund am 11.11.2008 | 05:41
Was sich bei uns sehr bewährt hat, war die Runner nach ihren Fähigkeiten zu bezahlen.
Oder anders ausgedrückt:
Ein erfahrener Magier bekam deutlich mehr bezahlt als die frischgebackene Messerklaue.
Der Rigger, der Run für Run intelligent und beinahe fehlerlos agiert um einiges mehr als der Schamane, der für mehr Probleme sorgt als er löst.

Wobei wir lange Zeit eine "grosse" Gruppe hatten. Das waren so um die 15 Leute, es wurde abwechselnd geleitet und der SL hat sich die
passenden Charas für den Run aus dem "Spieler- und Charakterpool" ausgesucht. Durch die beinahe ständig wechselnden Konstellationen
kam dabei ein ziemlich cooles Runnerfeeling auf *nostalgisch lächel*

In meiner jetzigen Gruppe (die ich leite) mache ich das vom Run abhängig, das geht von 2k bis maximal 15k...die Gruppe hat allerdings auch erst
ihren dritten Run hinter sich.

Die letzte Runde, die ich noch erwähnen will:
Strassenkinder in der 6.Welt. Keiner von uns ist über 10 Jahre alt, die Attribute sind sehr niedrig, keine Fertigkeit über 3.
Da sind wir froh, wenn wir als Bezahlung mal ne warme Mahlzeit oder ein paar Creds bekommen - statt einer Knarre am Schädel und einen
unfreundlichen "Verpiss dich". Die Aufträge sind kleine Spionage- und Kurierjobs...ein Abenteuer kann sich aber auch einfach mal um nen
Schlafplatz im Winter oder die Krankheit eines der Kids drehen. Macht sehr viel Spass, und wer weiss...vielleicht werden wir ja auch mal Runner.
Falls wir solange am Leben bleiben. :)
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Feuersänger am 11.11.2008 | 11:41
Nja, also wenn man nach den ganz normalen Standard-Erschaffungsregeln geht, ist auch ein frisch erschaffener Char ein Vollprofi, der womöglich schon seit Jahren im Geschäft ist, und (rein von den Werten her) kompetenter als ca. 99,5% der Bevölkerung.
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Stahlfaust am 11.11.2008 | 11:51
Bei Standart-Chars in SR4 gehe ich von etwa 5-30k pro Person aus, wobei 5k für scheinbar sehr leichte Aufträge und 20k für schon sehr harte Aufträge veranschlagt werden. Im Durchschnitt also etwa 10-15k pro Person. Kosten die während des Runs anfallen, müssen die Runner allerdings selbst tragen.
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Fat Duck am 11.11.2008 | 13:44
Ich habe bisher recht großzügig Geld und Karma ausgegeben und es dann unter den Spielern gegen Karma tauschen lassen.
Mein nächster Ansatz wird so aussehen, dass jeder Spieler pro für das Abenteuer festgelegtem Karmapunkte (ich fange überlicherweise mit 4-6 an und steigere pro Abenteuer um 1-2) 2.500,- Netto vergebe (abzüglich den Lebensstilkosten für 1-2 Monate des niedrigsten Spielers und speziell für das Abenteuer verbrauchter Ausrüstung, wie SINs, Lizenzen, Fahrzeuge usw.).
Dazu kommen die Einnahmen, die sich die Spieler verdienen, also Loot, Verhandlung, Glücksspiele, Streetfights, Hundekämpfe, Autorennen usw. und der (für mich mittlerweile) obligatorische Karmapunkt, den jeder Spieler am Ende des Abends an einen anderen verteilen kann.
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: apple am 11.11.2008 | 14:34
Im Endeffekt ist es recht einfach: Bezahlungen orientieren sich am Angebot und an den Kosten.

Ein einfacher Sportwagen, der in Massen produziert und weltweit verkauft wird, kostet neu 80k Nuyen, auf dem Schwarzmarkt wird man ihn für 15-20k wieder los. Ich behaupte mal, daß selbst in der düsteren Welt des Jahres 2070 der Diebstahl eines einfachen Sportwagen (so gute Audi/Mercedes/BMW-Klasse) immer noch deutlich einfacher ist als zb der Mord an einem Exec, die Sabotage einer wichtigen Konzernfabrik, die Entführung eines Top-Wissenschaflters oder Liquidierung von unliebsamen Mitwissern im Bundeszeugenschutzprogramm, und zwar sowohl was die reine Schwierigkeit angeht als auch, was benötigte Kompetenzen, Ausrüstung, Gefährlichkeiten, Rechtsfolgen, Polizeiaufwand, Sicherheitsmaßnahmen etc angeht. Oder anderrum: für ein normales Runnerteam, welches in Hochsicherheitsanlagen einbrechen kann, ist der Diebstahl eines Sportwagen Kinderkram.

Ergo: je aufwendiger die Runs sind, desto mehr sollten sie einbringen als das Verhökern von Oberklasseautos im Schwarzmarkt. Denn sonst sollten sich die Runner als unabhängige, nicht geschütze, ohne mächtige Organisation in der Hinterhand agierende Freelancer fragen, warum sie eigentlich für 5k einen Menschen töten, und dabei für 20k ein Auto stehlen könnten, ohne auf dem elektrischen Stuhl zu landen.

Dann die Ausrüstung. Heute mag ein Blackwatersöldner aus einer Kampfmittelweste, einem Funkgerät,  seinem Sturmgewehr und ein bißchen zu viel Sprengstoff bestehen, 2070 kommen notgedrungen Bio/Cyberware (Egal ob Kampfware, Matrixware, Sensorware) dazu, denn Spezialcyberware abseits von Fun- und Sexware ist ziemlich krass in der Weltwirkung.

Und abseits der niedrigen Cyberwarepreise im GRW sind bereits die GRW-Biowarepreise recht hoch und spätestens mit dem Augmentation sind sechs- bis siebestellige Summen ohne Probleme, ohne extreme Modifikationen erreicht.

Wer also halbwegs gut ausgerüstete Runner haben will, für etwas anspruchsvollere Runs oberhalb Tankstellen und Schnapsläden, muß damit rechnen, daß diese Leute zum einen halbwegs kompetent udn trainiert sind (egal ob sie das blutige Handwerk auf der Straße gelernt udn überlebt haben oder ob sie ein Ex-Special-Something aus Konzernschmieden waren) UND das sie über teure Ausrüstung jenseits eines Sturmgewehres, einer Schutzweste und einen Handys verfügen (müssen), mit der sie die Gefahren der sechsten Welt überwinden können.

Denn natürlich: Straßenkiller vom Mörderstrich, Labertaschen aus der Zuhälterszene und Scriptkiddies, die den Schulcomputer gehackt haben, kriege ich wie Sand am Meer: billig und austauschbare Massenware. Aber als Johnson trotz allem seine 20k auf so ein Team zu setzen, ist nicht besonders erfolgsversprechend, wenn es um wichtige Runs geht, die ihrerseits den Auftraggebern hundertausende von Nuyen bringen können. Und oberhalt von Fertigkeit/Attribut wird die Luft deutlich dünner, und der Käufermarkt wandelt sich zu einem Verkäufermarkt. Jeder will exzellente Runner haben, aber nicht jeder kann das Geld für das knappe Angebot von (rein als Beispiel) Runnerteams locker machen, die über einen eigenen Magier verfügen (denn die meisten Runnerteams haben keine eigenen magischen Ressourcen (irgendwer muß ja die Astrale Sicherheit bei den Konzernen bilden)).

Dazu noch die Offgameüberlegungen: wie oft spielt man, wie sehr möchte man ein Gleichgewicht zwischen Erwachten und Mundanen erreichen, wie schnell sollen sich die Charaktere entwickeln?

Stellt Euch eine Gruppe vor, wo es pro Run 5-7 Karma gib, aber nur 1-2k Nuyen und die nur einmal im Monat spielen kann. Der Magier wird sich freuen,weil er jedesmal einen neuen, noch krasseren Zauberspruch lernen kann, der ihm so viele neue tolle Möglichkeiten eröffnet, der Samurai dagegen steigert Pistole von 5 auf 6 und fragt sich, wann der die benötigten 240k für seinen Synapsenbeschleunier zusammenhat, wenn sein Kontostand von 2k auf 3k steigt, nur um dann wegen Arztkosten wieder auf 2k zu sinken. Das macht vielen Spielern einfach keinen Spaß, sie freuen sich, wenn sie sehen, wenn ein Charakter sich weiterentwickelt, auch regeltechnisch. Gadgets eben, und die sind sehr wichtig in vielen Rollenspielen, darunter auch SR.

Andersrum einen Studentengruppe, die viermal pro Woche spielt ... hier kann man das ganze etwas ruhiger angehen lassen, denn subjektiv sind die Zeitunterschiede deutlich geringer spürbar für den Spieler hinter dem Charakter.

Aus dem Grund kann und sollte man ausgehen, daß "normale Runs" schnell ein einem fünfstelligen Bereich pro Person sind, deren erste Zahl bei anspruchsvolleren Runs nicht unbedingt eine 1 oder 2 sein muß. Top-Runs (nehmen wir den beliebten Film "Ronin" als Beispiel) können auch schnell man einen höheren fünf- oder niedrigen sechstelligen Betrag pro Person einbringen.

SYL
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: apple am 11.11.2008 | 14:43
Vielleicht bringen sie die Regeln für die Bezahlung von Runnern demnächst als Sourcebook heraus... Blutgeld - Creds in den Schatten oder so ähnlich....

Da MJLBB einen Nachfolger irgendwann 2009/2010 erhählt, ist das anzunehmen. Mehr als viel zu niedrige Zahlen, die bestenfalls für Anfänger passen, würde ich aber nicht erwarten. Irgendwie scheinen sich (auch zu Zeiten von SR2/3) die Kompendiumautoren nur auf 0-Karma-Charaktere zu konzentrieren.

Als Quickshot (Grundlage ist eine Gruppe, die regeltechnisch kompetente Charaktere mit Sozialleben und eigenen Interessen/Träumen spielen will, sich einmal pro Woche trifft und circa 1-2 Abende für einen einzelnen Run braucht) pro Person. Die Welt dabei ist düster, also ist (nicht zwingend letale) Gewalt gegen Mensch und Material im Preis miteinbegriffen. Es sind Bruttozahlungen, eventuelle Spesen und eigene Kosten davon nicht gedeckt.

Stufe 1
Run ist sehr einfach, sowohl ingame in ein paar Stunden als auch offgame in 1-2h schnell abgewickelt: ein paar Hundert Nuyen.
"Hey Chummer, ich muß zu einer Übergabe, kannst Du mal mitkommen?"

Stufe 2
Ein Run, der über ein paar Tage / 1 Woche geht, aber nur schwache Opposition oder geringe Schwierigkeiten mit sich bringt, wenn alles halbwegs normal läuft: ein paar Tausend Nyuen.
"Hey Chummer, da ist ein Juwelierladen, keien großer Name, aber wenn wir mit ein wenig Hirn rangehen, sind ein paar schöne Klunker für uns drin"

Stufe 3
Ein kurzer, anspruchsvoller Run oder ein leichter, langandauernder Run (2-3 Wochen), wo entweder durch die zeitlichen Strapazen oder durch die kurzfristige Gefahr der Erfolg Fleiß und Blut erfordert: sehr niedrige fünfstellige Bezahlungen
"Ich würde ich freuen, wenn Sie in weniger als einer Woche die Produktionsanlage der Nikkon-Turnschuhe verlangsamen könnten, bis mein Auftraggeber seine Pump-It-Linie auf den Markt gebracht hat."

Stufe 4
Ein längerer anspruchsvoller Run (2-3 Wochen), ein sehr gefährlicher kurzer Run (ein paar Tage), ein Run, der viele Ressourcen verbraucht, wo die Charaktere am Ende arg strapaziert und fertig sind: eine mittlere fünfstellige Summe.
"Da ist ein Sicherheitslabor, Standardeinstufung, aber wir glauben, daß Professor Konzales eine gute Erweiterung unseres Teams wäre ... leider hat er einige Leibwächter dabei und die Sache drängt wirklich."

Stufe 5
Ein sehr gefährlicher Run, der länger geht, der vorgeplant werden muß, wo möglicherweise mehrere Unterruns gemacht werden müssen, Auswirkungen, die über das Regionale weit hinausgehen, viele Reisen, nationale und internationale Verflechtungen: höhere fünfstellige Summen.
"Ich möchte Sie beauftragen, über einige Wochen hinweg den Auslangsaktivitäten unserer Tocherfirma, die sich in einem fremden Land etablieren möchte, als Aktivposten zur Seite zu stehen. Es müssen Konkurrenten "überzeugt werden, eventuelle Gefährdungen neutralisiert werden und im Notfall müssen gegnerische Aktionen gestoppt werden".

Stufe 6
High End Runs, internationale Auswirkungen und Aufgaben, extreme Detailarbeit, mehrere Fronten, Abdeckung des gesamten Runnerspektrums: sechstellige Summen für einzelne Abschnitte.
"In ein paar Wochen müssen Sie diesen Hacker hier in das Zentrum des Rynaki-Syndikats gebracht haben, damit er meinem Auftraggeber einige Hintertüren öffnen kann. Achtung: dies könnte zu einem Bandenkrieg an der gesamten Ostküste führen und das Syndikat wird viel Geld fliesen lassen, um seine Strukturen zu schützen. Und natürlich werden sich auch gegnerische Syndikate und deren Hintermänner in Staaten und Konzernen diese Situation ausnützen wollen"

Stufe 7
legendäre, once in a lifetime runs, die nationale und internationale Schlagzeilen machen können: sieben- bis zehnstellig.
"Hallo, ich bin Lofyr, und ich schulde Dir was. Möchtest Du der neue UCAS-Präsident werden? Ich finanziere Dir auch Deine Kampagne." (Survival of the Fittest)

Dazu kommt noch:
Wie hartnäckig ist die Opposition?
Was für Ausrüstung brauche ich?
Wie letal ist die ganze Sache?
Was für Gesetze werden gebrochen (es ist ein großer Unterschied, ob ich Kolleteralschaden als Johnson akzeptiere, oder aber ob ich direkt ein Massaker verlange), wie könnten die Runner bestraft werden und wie stark wird sich die Polizei dafür interessieren?
Wie dringend ist der Job?
Was für eine Reputation haben Runner und Johnson: Vertrauenswürdigkeit, Kompetenz, Glück

Diese Faktoren können die Spannweiten nach oben oder unten bringen, und im Extremfall den Run in die nächste Kategorie schieben.

SYL
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Scorpio am 11.11.2008 | 15:02
Jaja, das lustige Problem der Bezahlung bei Shadowrun. Die Preise für Ausrüstung sind fix (und nicht gebalanced), die Belohnung für die Runs ist es nicht. Das führt zu gaaaaanz seltsamen Ergebnissen.

Und über SR sollte man eh nicht nachdenken. Wir sind nämlich schon über den von apple angesprochenen Punkt des "Autoklauen ist sinnvoller als Arsch riskieren" hinaus und spielen einfach nicht mehr. Die im GRW angegebenen Preise sind nämlich lächerlich, da hilft auch das Table Rating der Shadowrun Missions nicht.
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: 8t88 am 11.11.2008 | 15:08
In SR3 haben wir andere Runner auffliegen lassen, durch diesen Werbespot:

"Das "Rundumsorglospaket": Söldner von Aztec!
Für besseres Wetwork, Einbrüche und Diebstahl nehmen wir lediglich 10.000 Nuyen!
Wenn Sie einen Personentransportauftrag im Wert von mindestens 15.000 Nuyen bei uns Abschliessen bekommen Sie ein Klasse 3 Attentat GRATIS DAZU!
Und das BESTE:Ab einem Kolleteralschaden von 20 Zivilisten hatten wir unseren Spaß und sie Zahlen nur den Waffenverschleis, keine Munitionskosten mehr!"

Aber sonst hab ich gehört dass in SR4 die Tarife grob festgelegt sind. ABer es kommt irgendwie auch immer auf Ziel und Auftraggeber an.
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: apple am 11.11.2008 | 15:17
Aber sonst hab ich gehört dass in SR4 die Tarife grob festgelegt sind.

Nein. Aber veschiedene Shadowtalkommentare und Beispielbeschreibungen gerade im Runners Compendium legen ein recht hohes Bezahlniveau an den Tag.

SYL
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Edorian am 11.11.2008 | 15:22
Zitat
Allerdings sehe ich Shadowrunner auch als Profis und nicht als Schattentrottel, wie das ja hier in de in guter DSA-Manier oft zu sein scheint.
Wie auch immer wir diese Aussage verstehen sollen... Hauptsache, die DSA Keule kann mal wieder entstaubt werden  ::)

Selbst wenn die Autoren Vorgaben machen würden, wie diverse Aufträge zu entlohnen sein sollten, käme folgendes dabei herum:
- einige werden Zeter und Mordio brüllen, weil es ihrer Meinung nach vollkommen unangemessen ist
- einige werden sich beschweren, dass das System zu kompliziert ist
- andere (der Abwechselung halber) beklagen das gestiegene Aufkommen von Regeln generell und das Mikromanagement im Speziellen.

Warum also mehr als Vorschläge machen, die dann eh jeder ignoriert? Im Kompendium 3te Edition gab es Vorschläge, aber seien wir ehrlich: es regelt sowieso jeder nach seinem Geschmack.

Die Bezahlung baut bei mir auf diese Grundlagen:
- wie bin ich gerade gelaunt  >;D
- wie schwer wird der Auftrag wohl werden (hier kommen oft genug die Profitrottel...)
- wie gut sind die Charaktere (zumindest theoretisch), sprich Skills, Ausrüstung, Connections usw. usf.
- was muss alles nachgeliefert werden, damit die Runner wenigstens eine kleine Erfolgschance haben?

Um mal die "Problematik" zu behandeln, dass ein Runner in zwei Stunden soviel verdient wie mancher Arbeiter in einem Monat:
- Der Runner hat praktisch ein Dauerabo auf Ärger mit dem Gesetz, den Konzernen, der Konkurrenz und all den anderen Wölfen dort draußen (stark abhängig von der Spielweise, ich weiß).
- Der Runner kann kaum auf ein festes Gehalt zählen und seine Fixkosten dürften mitunter auch ein Albtraum sein.
- Der Arbeiter wird für Fehler wohl nur selten direkt zum Reinkarnationsglücksrad geschickt. Der Runner schon.

Insgesamt bleibt die Regel: Wenn die Chars viel kriegen, wollen sie nur noch mehr. Und es ist am SL, Geld nicht zu entwerten, indem er es mit dem Bagger aus dem Fenster wirft.
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: apple am 11.11.2008 | 15:29
Selbst wenn die Autoren Vorgaben machen würden, wie diverse Aufträge zu entlohnen sein sollten, käme folgendes dabei herum:
- einige werden Zeter und Mordio brüllen, weil es ihrer Meinung nach vollkommen unangemessen ist

Das kann IMHO in keinem System, welches über ein festes Regelsystem UND über eine feste Welt verfügt, ein Grund sein. Denn andererseits geben die Autoren recht detaillierte Charaktererschaffungsregeln, Tödlichkeitsniveau, Stuntmöglichkeiten, Karmazahlungen (und wenn ich Karma regele, warum dann nicht auch Geld?) etc vor.

Zitat
- einige werden sich beschweren, dass das System zu kompliziert ist
- andere (der Abwechselung halber) beklagen das gestiegene Aufkommen von Regeln generell und das Mikromanagement im Speziellen.

An ein paar Sätzen und Richtlinien ist weder Mikromanagement noch eine Schwierigkeit dran.

SYL
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Hawk Inc. am 12.11.2008 | 12:45
Also meine Runnerrunde ist gerade dabei gestohlene Ausstellungsstücke widerzubeschaffen, die der FBV für 120 Millionene versichert hat - und da ist für die Gruppe der "übliche" Tarif von 5% drin - also 6 Millionen.

Ich ahbe mich dabei als SL an den heutzutage üblichen Tarifen orientiert, die von den großen Gesellschaften z.B. für die Wiederbeschaffung eines van Gogh gezahlt wurden. Habe mir diesen Prozentsatz von jemandem betätigen lassen, der mit so etwas zu tun hat.

Ähnliche und höhere Sätze gelten übrigens auch für die "Freilassung" von Entführungsopfern.

Oder für die Beschaffung wichtiger Daten - immerhin hat das BKA auch Millionen für die Lichtensteindaten gezahlt, um Steuersünder zu erwischen.

Wenn Runner ein Niveau erreicht haben, auf dieser Ebene mitzuspielen, dann fließen schon einmal "silberne" Bäche. Natürlich achen sie sich dadurch nicht nur Freunde - viel Geld, viel Feind (um das Sprichwort mal abzuwandeln). Und da gibt es immer auch spannende Folgeabenteuer.


Mit dem Zaster manchmal werfend

Hawk
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Fat Duck am 12.11.2008 | 14:29
Ich hab eher schlechte Erfahrungen damit gemacht, den Spielern Millionenbeträge in die Hand zu geben. Einerseits verliere ich als SL dabei den Überblick, was sie haben und sich leisten können und kann die Abenteuer nicht mehr wirklich an die Spieler anpassen. Andererseits tendieren die meisten meiner Spieler dazu, ihr Mirkomanagement weiterzuführen, wollen dann Wirtschaftssim spielen und drehen weiter jeden Nuyen zweimal um, was das erste Problem steigert und ziemlich nervig werden kann.
Mir ist es relativ egal, wie realistisch der Beträge sind, die die Spieler erhalten. Viel wichtiger ist es, dass die Fähigkeiten der SCs mit der Erfahrung der Spieler (bei neuen SCs muss man ja auch erstmal reinkommen) und dem Anspruch der Abenteuer steigt.
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Ein am 12.11.2008 | 14:37
Naja, solange die Bindung zwischen Belohnung und Härte noch irgendwie gegeben ist, ist die Welt ja noch in Ordnung. Ob der vollautomatische Granatenwerfer nun gekauft wird oder er abholbereit im Zielobjekt steht -- das juckt sicherlich keinen Spieler.

Doof wird es nur, wenn man fast stirbt, von seinem Johnson reingelegt wird, untertauchen muss und nicht weiß wie man die Hotelrechnungen zahlen, geschweige denn sich SOTA halten soll, während der Schamane sich ins Fäustchen lacht, in die Kanalisation zieht und gemeinsam mit seinem Totem lebt (und nebenbei noch upgradet).
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Hawk Inc. am 12.11.2008 | 18:54
@ Fat Duck: Habe noch keine schlechten Erfahrungen mit hohen Entlohnungen gemacht. Meine Spieler neigen allerdings eher dazu, ihr Geld auch in "unnötigen" Luxus zu investieren. Die Optimierung der Ausrüstung halte ich auch nicht für so ein großes Problem und ein wenig Wirtschaftsimulation mit eigenen Kneipen, Fitnessstudios oder Kampfsportschulen eröffnet unendliche Weiten des Abenteuers.

@ Ein: Die Härte und Komplexität der Abenteuer muß allerdings passen. Bei oben erwähnter Belohnung durch FBV geraten die Runner gerade so richtig in den Schockwellenhintergrund und hatten schon erntshafte Probleme mit Proteus und seinen Freunden - das wird sich noch verstärken.


...sich auf das Finale freuend

Hawk
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Würfelheld am 13.11.2008 | 14:32
HIER (http://rabenwelten.wordpress.com/2008/11/13/shadowrun-der-lohn-der-angst/) was zum lesen zu diesem Thema. Evt hilft es dem ein oder anderen, oder wirft weitere Fragen auf. Von daher *ohne Gewähr*


Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Medizinmann am 16.11.2008 | 10:01
Diese Frage liest man immer wieder. Es ist einfach unglaublich, dass ein so zentrales Spielelement wie "Auftragsbezahung" bei SR nicht im Grundregelwerk ausführlich diskutiert wird.


Verdammte Amateure.


Ähemmm
zum einen gibt es eine ganz grobe Richtlinie im GRW das man sich an den Lebensstil der Runner halten soll (keine Gute Idee,aber wennigstens ein grober Ansatz ) zum anderen gibts noch Bezahlbeispiele im Mr Johnsons Little Black Book.
Es ist also nicht so,das das Thema überhaupt nicht berührt wird,OK ?
Aber es ist auch so,das die Bezahlung nunmal Gruppen & auch Spielstil abhängig ist und wenn  zu rigide Bezahlungen vorgeschrieben wird,dann ist das etwas kontraproduktiv.
Mit dem Bezahlthema sitzen die Developer echt zwischen 2 Stühlen Damned if they do,damned if they don't
 
HokaHey
Medizinmann
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: apple am 16.11.2008 | 10:04
und wenn  zu rigide Bezahlungen vorgeschrieben wird,dann ist das etwas kontraproduktiv.

Es gibt einen Unterschied zwischen rigidem Vorschreiben und sinnvollen Spannweiten. Denn komischerweise ist sich SR nicht zu schade, ziemlich explizite und genaue Karmavorgaben zu machen.

SYL
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Ein am 16.11.2008 | 10:39
Wie ich heute in der Zeit gelesen habe, kostet der Auftragsmord an einem normalen Bürger im Inland von Florida (vgl. mit dem Hochsauerland) bei rund $3000.
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Samael am 16.11.2008 | 10:59
zum einen gibt es eine ganz grobe Richtlinie im GRW das man sich an den Lebensstil der Runner halten soll (keine Gute Idee,aber wennigstens ein grober Ansatz ) zum anderen gibts noch Bezahlbeispiele im Mr Johnsons Little Black Book.

Kenne ich nicht das Buch. An die, die es kennen: Sind da brauchbare Richtlinien drin? Falls ja (was ich grad mal bezweifle, weil die Diskussion an zig Stellen schon geführt wurde und ich das Buch zum ersten Mal angeführt höre), ändert das nichts an der Tatsache, dass so etwas ins GRW bei einem Spiel wie Shadowrun gehört.

Zitat
Aber es ist auch so,das die Bezahlung nunmal Gruppen & auch Spielstil abhängig ist und wenn  zu rigide Bezahlungen vorgeschrieben wird,dann ist das etwas kontraproduktiv.
Mit dem Bezahlthema sitzen die Developer echt zwischen 2 Stühlen Damned if they do,damned if they don't

Dieses Argument wurde hier im Thread doch schon mehrfach entkräftet, oder? Alles Andere ist doch auch rigide geregelt. Preise von Ausrüstung & Steigerung, Karmavergabe etc.
Titel: Re: Runner-"Tarife"?
Beitrag von: Ein am 16.11.2008 | 11:55
Im Mr. Johnson's steht soweit ich mich erinnere auch nur ein Verweis auf das Kompendium.