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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Spielleiterthemen => Thema gestartet von: Crimson King am 14.01.2008 | 22:16
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Da ich gerade zum ersten Mal explizit eine Relationship Map entwerfe (implizit steht sie im Grunde immer) und persönlich zu recht komplexen Plots neige, stehe ich persönlich jetzt vor der Situation, dass die R-Map schon zu Anfang der Kampagne recht umfangreich ist, obwohl ich noch genügend Ideen im Hinterkopf habe.
Das muss nicht schlecht sein. Im Grunde hat ja auch jeder NSC, der entweder eine Erwartungshaltung einem anderen Charakter der Map gegenüber hat, das Anrecht darauf, in die R-Map aufgenommen zu werden.
Z.B. ist da der Fischer, der einen schiffbrüchigen SC im Sturm mit seinem Boot gerettet hat. Im Grunde hat er keinen weiteren Bezug zur Story, aber er kann durchaus einmal vom SC etwas einfordern. Rein in die R-Map oder nicht?
Aktuell habe ich eine Unterteilung der NSC in 3 Bedeutungskategorien vorgenommen. Das Fischer-Beispiel ist dann in der bedeutungslosesten Kategorie gelandet.
Mein Eindruck ist allerdings, dass man, wenn man wirklich jeden NSC, der auf diese Weise mit einem SC in Kontakt kam, aufnehmen will, wird die R-Map recht schnell unübersichtlich.
Gibt es da Tipps, Faustregeln oder Ähnliches?
Stormbringer
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Wenn wir beim Elch ne R-Map erstellen, dann ist die in der Regel nicht sonderlich Komplex. Ungefähr ne Handvoll an Personen die sich darauf tummeln und Beziehungspfeile (Blut und Sex) dazwischen. Ich glaub das größte was wir so jemals fabriziert haben war mit 7 oder 8 Personen, wobei sich immer drei bis vier herauskristallisieren auf denen der Fokus liegt. Mehr würde ich nicht aufnehmen, weil das in der Regel ausreicht ienen Plot zu entwickeln. Den Fischer aus deinem Beispiel würde ich gar nicht erst in die R-Map reinnehmen, da Color. Und nur weil er irgendwann mal vielleicht, womöglich, eventuell was von einem NSC einfordern könnte muss er da nicht auftauchen. Das sähe anders aus, wenn er eine zentrale Figur wäre, aber so...
Vielleicht kannst du deine Rohfassung einfach mal mit Hilfe eines tollen Paint Bildchens hier veröffentlichen und gibst es frei für Verbesserungen ;)
Toast
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Also wenn ich nur die Beziehungen von 5 bis 10 Leuten abbilden will, brauche ich keine R-Map. Dafür reicht Gehirn 1.0.
Stormbringer
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Gibt es da Tipps, Faustregeln oder Ähnliches?
Klar.
Zunächst, nicht jeder NSC, der mit den SC zu tun hat, muss in die R-Map. Eigentlich ist der Ansatz so sogar ziemlich verkehrt: Die Beziehung zu den SC hat mit der R-Map erst einmal gar nichts zu tun. Es geht viel mehr um die Beziehung der NSC untereinander, welche Spannungen dadurch entstehen und was passiert, wenn sich die SC in diese Beziehungen einmischen.
Versuch's doch mal folgendermassen. Denk Dir drei bis vier NSC aus und verknüpfe diese mit interessanten Beziehungen und Konflikten. Im Laufe dieses Prozesses wirst Du dann vielleicht noch ein bis drei weitere NSC zur R-Map hinzu fügen, um das ganze etwas tiefschürfender zu machen. Wenn das alles gegessen, dann kommen die SC dazu, machen etwas und Du überlegst Dir, welche Auswirkungen das auf das Beziehungsgeflecht hat. Fertig.
Edit: Und der Vorschlag von Toastbrot, dass Du hier einfach mal eine Rohfassung postest und alle daran herum mäkeln (;D), möchte ich auch noch mal unterstützen...
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Ein R-Map ist ein SL-Hilfsmittel und damit darf/soll/muss sie immer so detailliert sein, wie sie von Nutzen ist.
Wenn man sie als Sprungbrett beim Spielleiten nutzen will, ohne sich sklavisch daran halten zu müssen, dann reicht vielleicht eine sehr grobe und einfache mit vielen Lücken.
Wenn man sie eher als unerschütterliche Grundlage für eine ganze Kampagne benutzen will, die allein durch die Handlungen der Charaktere verändert werden kann; dann bietet sich womöglich eine sehr komplexe und vielschichtige an.
Die Frage ist: was willst du damit erreichen bzw. wie möchtest du sie einsetzen?
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Also wenn ich nur die Beziehungen von 5 bis 10 Leuten abbilden will, brauche ich keine R-Map. Dafür reicht Gehirn 1.0.
Ah, Mist. Beim Elch arbeiten wir noch mit 0.5. Ansonsten handhaben wir das in etwa so wie Georgios es beschrieben hat.
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Ok, hier gab es von meiner Seite aus wohl ein Misverständnis.
Im Allgemeinen wird eine RMap also verwendet, um Metaplotinformationen zu strukturieren. Dies ist im Setting ja oft schon vorgegeben, mit Ausnahme der vom SL generierten NSCs. Ich wollte die RMap für die Plotinformationen verwenden. Dadurch wird sie natürlich zwangsläufig viel umfangreicher. Der Vorteil: man hat alle Plothooks auf einer Seite zusammengefasst, mit allen Zusammenhängen. Der Nachteil: die RMap wird auf Dauer reichlich voll.
Die Information aus meinem Beispiel mit dem rettenden Fischer soll ja generell nicht verloren gehen. Ich kann die Infos natürlich pro Charakter aufbewahren. Dabei gehen aber Zusammenhänge verloren, und Information wird ggf. mehrfach abgelegt.
Ich kümmere mich später mal um eine Zusammenfassung, heute abend kann ich mal einen Entwurf einer RMap für den Metaplot basteln.
Stormbringer
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Eine R-Map sollte nur so komplex sein, dass man sie nach wenigen Augenblicken Draufsicht durchschauen kann.
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Wie wär’s mit verschiedenen Farben, um die Übersichtlichkeit zu erhöhen?
R-Map ist ja so ein Buzzword. Die R-Map aus Sorcerer z.B. enthält nur Verwandte und Liebhaber. Grundsätzlich kann man aber „Mindmapping“ als Technik auch verwenden, um viel mehr Informationen schematisch und übersichtlich in ihrer Wechselbezüglichkeit darzustellen.
Um die chronologische Entwicklung zu dokumentieren, empfiehlt es sich ggf., nicht in der existierenden Mindmap rumzukritzeln, sondern, wenn sich neue Entwicklungen ergeben, diese in einer neuen Map aufzuzeichnen. Ganz fleißige SLs numerieren die dann auch noch nach Sitzungen durch. ;)
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Ich habe immer drei R-Maps. Eine für die Direkte Umgebung der Spieler, eine für den erweiterten Kreis und die NSCs, und die Dritte die schon eher den Meta Plott berührt.
Wie Roland schon sagte eine R-Map sollte immer auf einen Blick zu erfassen sein.
Also lieber splitten, als zu viele Infos auf ein Blatt.
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Jörg, kannst du mal ein Beispiel-Triple einstellen oder mailen?
Ansonsten trifft Vermi meine Idee der Verwendung von Mindmaps eigentlich ziemlich genau: möglichst viel plotrelevsante Information in strukturierter Form darstellen. Das Zerlegen halte ich dabei garnicht mal für wichtig, weil diese RMap während der Sitzungen nicht verwendet wird. Durch ein Zerlegen gehen Zusammenhänge verloren. Die Sichtweise hier hängt aber vermutlich auch von den eignen Präferenzen ab. Ich bin Global Learner, ich hab' lieber alles auf einmal.
Unterschiedliche Farben für die Bedeutung der Charaktere habe ich sowieso. Und tatsächlich sind bei einer automatisierten Anordnung die von mir als wichtig markierten Charaktere in der Mitte der RMap gelandet.
Die chronologische Reihenfolge durch mehrere Maps anzuzeigen, ist auch fein. Ideal wäre dabei ein Tool, mit dem man diese Änderungen innerhalb einer Map nachverfolgen kann, z.B. Powerpoint. Das habe ich dummerweise nicht auf meinem Heim-PC.
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Wie detailliert darf/soll/muss eine R-Map sein?
so viel wie nötig und so wenig wie möglich...
aber um solche Binsenweisheiten noch mit einem guten Tip zu kreuzen:
Ich würde eine R-Map von den Spielern parallel zu Deinen eigenen machen und aktuell halten lassen.
Das zeigt Dir, inwiefern sich Unterschiede in den Vorstellungen der Einzelnen existieren.
Eine Skizze sollte da ja reichen...
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Ich Schau mal, ob ich so etwas für dich aufbereiten kann. Ich mach das ja immer auf Papier :-).
Bei meiner Freeport Runde habe ich inzwischen für jeden Spieler eine eigene R-Map, da die Spieler sehr unterschiedliche Verhälnisse haben.
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Vor Donnerstag abend werde ich wohl nicht dazu kommen, die Metaplot-RMap aufzuzeichnen. Die normale steht für den Moment.
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Ich hab mal meine Mindmap für meine neue Sorcerer-Kampagne eingescannt (ich mache sowas noch mit Papier und Bleistift, wie ein Neanderthaler). Leider ist es etwas unleserlich geworden, aber hinsichtlich der Komplexität sollte es aufschlussreich genug sein.
Und wehe jemand lacht über die geklauten Namen, dann rede ich nie wieder mit euch! ;)
[gelöscht durch Administrator]
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In die Richtung geht meine R-Map auch, sowohl was die Anzahl der Knoten als auch was die Beschriftungen angeht. Mit letzterem richtig viel Information transportieren zu können, wäre ein Traum.
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Was man auf dem PDF schlecht sieht ist, dass ich jeweils Charaktere, die zu einer bestimmten Fraktion gehören, zusammen gruppiert und eingerahmt habe, und dass es auch zwischen den "Fraktionskästchen" teilweise Beziehungspfeile gibt. Wirklich alle Infos passen aber dann doch nicht auf ein Blatt Papier, ich habe schon noch zusätzliche Notizen zu den einzelnen NSCs. Von Spielwerten mal ganz abgesehen. ;)
Ich hatte mal überlegt, NSCs auf Karteikarten zu schreiben. Bin dann aber doch wieder bei DIN A4-Zetteln gelandet, auf denen meistens so 3-5 NSCs Platz finden.
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Das ist keine Mindmap. das ist Gekritzel auf einem Zettel.
Namen sind nicht das Problem, fehlende Übersichtlichkeit und schlechte graphische Aufbereitung eine andere.
Eine R-Map oder Mindmap muss auf einen Blick gut zu lesen und sich ein zu prägen sein. sie ausf einen Din A4 Zettel zu machen ist daher Schwachsinn.
Farben für verschiedene Beziehungsarten machen das Finden der jeweiligen Verbindungen leichter, sie machen die Karte emotional leichter zu erfassen.
Schreiben nur in GROßSCHRIFT, das prägt sich leichter ein.
Ein zentrales Thema, von dem sich die anderen Themen abspalten und Untergruppen bilden.
Viel Platz (notfalls einen neuen Zettel daneben, dadrüber und dadrunter).
Wenn die MAP bei mir einmal erstellt ist, nimmt sie gerne ganze Wände ein.
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Eine R-Map oder Mindmap muss auf einen Blick gut zu lesen und sich ein zu prägen sein.
Warum? Es stellt sich doch die Frage, welchen Zweck sie hat. RMaps können erstmal beliebig komplex sein. Sie werden die gleiche Information trotzdem übersichtlicher darstellen als eine Sammlung von Karteikarten.
Stormbringer
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Ich male solche Karten immer nur kurz bevor mir der Kopf platzt. Das heißt, wenn die Verstrickung und die gegenseitige Beeinflussung immer komplexer werden, sann setzte ich mich hin und mal mir das in ähnlicher Form auf. Das Blatt, welches ich dann erhalte, ergibt kaum mehr einen Sinn, aber meine Gedanken wurden, während des Zeichnes genug geordnet, so dass ich wieder Bescheid weiß. Danach muss ich die Karte vernichten bevor mein Mann nach Hause kommt... (JA, ich habe Geheimnisse vor ihm).
Beim Zeichnen solcher Pläne hilft einem vielleicht die UML (http://www.oose.de/downloads/uml-2-Notationsuebersicht-oose.de.pdf) weiter.
(Wenn ein NPC bei mir Werte erhält, dann ist dieser so gut wie tot.)
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Warum?
Weil der Begriff Mindmap rechtlich geschützt ist und die Anwendung der Methode nach diesen Mustern verlangt um eine optimale Einprägung zu erreichen.
Der Mensch merkt sich leichter Zeichen, Farben und Graphiken, als simplen Text. Das hängt damit zusammen das ein Urmensch sicherer überlebt hat, wenn er sich an die essbaren Früchte und Geländeformationen erinnerte, wo es etwas zu essen gab. Desshalb benutzen Gedächniskünstler auch Symbole als Erstatz für Zahlen um sich diese zu merken.
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Jörg, wenn ich eine Mindmap machen würde, die du verstehen musst, dann würde ich auch GAAANZ GROSS schreiben und viele bunte Farben benutzen. Da die hier aber nur reichen muss, um meine eigenen Gedanken zu ordnen, reicht das gekritzel. :-*
Edit: P.S.:
Weil der Begriff Mindmap rechtlich geschützt ist und die Anwendung der Methode nach diesen Mustern verlangt um eine optimale Einprägung zu erreichen.
Wo steht das?
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Eine Mindmap ist allerdings etwas anderes als eine R-Map. Mindmaps sind dazu gedacht, lose Informationsschnipsel in verwandtschaftliche Beziehungen zu setzen. R-Maps sollen Beziehungen zwischen Objekten darstellen. UML ist in der Hinsicht ein wunderbares Beispiel, aber auch R-Maps von Datenbanken, und die können durchaus mal ein paar hundert Knoten enthalten. Man kann dann durchaus Teilbereiche in eigene R-Maps auslagern, allerdings geht bei jedem Schnitt, der Verbindungen kappt, auch Information verloren. Dessen sollte man sich bewusst sein.
Ob ein Begriff nun rechtlich geschützt ist oder nicht, halte ich in dem Zusammenhang im Übrigen für bedeutungslos.
Mit den Farben und prägnanten Texten gebe ich dir Recht, verwende ich auch so.
Stormbringer
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Kann gut angehen, das es für dich in SW reicht. Deine Kampangen gehen ja für gewöhnlich nicht so lange, wie meine. Und wenn ich bei meinem begrenzten Möglichkeiten Herr der Lage bleiben will, muss ich mit dem arbeiten, was Efolg verspricht.
Ganz im Ernst wenn es nich so gemacht wird wie ich es geschrieben habe ist es keine Brainmap, sondern höchstens Gekitzel nach deren Vorbild.
Der Begriff ist rechtlich und von der Ausübung/dem Training her geschützt, es bleibt also nicht der übliche ich sehe es aber anders Schwachsinn der Rollenspieler, wenn es um Begrifflichkeiten geht. Das ist wie eine DIN Norm, da steht auch fest, was es ist.
R-Maps funktionieren ähnlich, werden aber für gewöhnlich in einzelne Beziehungsbäume zerlegt (eine Technik des KGB) um schnell relevante Zusammenhänge zwischen Personen zu erfassen. Dabei orientiert sich eine R-Map aber an Begebenheiten und neigt daher zur Asyncronität.
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Und ich habe extra nicht R-Map geschrieben, weil R-Map in Sorcerer & Sword eben anders definiert wird… ich nenne es in Zukunft „Diagramm“, ist das okay? ;)
Edit: Nein warte, Onkel Wiki weiß Rat, ich nenne es ab jetzt „Mindmap-Skizze“. :D
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... eine Technik des KGB ...
Wenn die ihre Finger mit im Spiel haben, dann wittere ich eine :verschwoer: