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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Spielleiterthemen => Thema gestartet von: D. M_Athair am 13.02.2008 | 00:05
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Vorweg: Wenn es schon einen Thread zu dem Thema gibt, dann bitte einfach den Link posten. Den Nerv hierfür die Suchfunktion zu bemühen habe ich gerade nicht.
Zum Thema: Wie integriert ihr Würfelergebnisse in euere Beschreibungen (als Spieler/SL)?
Lasst ihr würfeln und versucht dann das Ergebnis erzählerisch umzusetzen? Lasst ihr erzählen und senkt je nach Beschreibung evtl. den Mindestwurf? Lasst ihr würfeln und antwortet dann nur mit geschafft/nicht geschafft? usw.
Wie sieht das dann im Spiel aus?
Hintergrund ist, dass mein Earthdawn SL gerne den Schwerpunkt vom Würfeln auf die Erzählung verlagern möchte.
Die Gruppe möchte/soll dann als Ganzes klären, wie der weitere Weg aussehen soll. Je mehr Möglichkeiten den einzelnen Gruppenmitgliedern vorgestellt werden, desto besser kann sich die Gruppe dann auch für oder gegen etwas entscheiden.
Damit ist der Grund benannt, weshalb ich gerne euere Meinungen dazu lesen würde.
Segen&Gruß
DealgAthair
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Erst würfeln. Dann erzählen.
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Ich lass erst beschreiben, denn daraus ergibt sich wie schwer ein Wurf wird bzw. welche Modifikationen ich veranschlage.
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Ich lasse erst würfeln und dann erzählen. Warum? Damit das Kausalitätsprinzip gewahrt bleibt: Erst die Ursache (Probenergebnis), dann die Wirkung (Beschreibung, was passiert).
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Ich lasse zuerst die Intention erzählen, um ggfs. den Würfelwurf festzulegen. Dann wird gewürfelt, um festzustellen, ob und wie gut die Intention umgesetzt wird. Das Ergebnis wird dann wiederum in Erzählung gefasst.
Wichtig ist dabei, dass man den Würfelwurf wie eine Handbewegung mitten im Satz umsetzen kann, so dass der Erzählfluss nicht gestoppt wird. Sofern das System das leistet und die Spieler das kapieren, können sie häufig ohne Anleitung durch den SL selbstständig die zutreffende Probe würfeln und ihre Erzählung 'on the fly' anpassen.
Robin
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Ich mache es wie Robin: erst schildern lassen was der Spieler erreichen möchte, dann Boni bzw. Mali verteilen. Jetzt würfeln und danach schildern lassen oder als SL selber schildern was jetzt "wirklich" passiert.
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Ich bezuge auch die Reihenfolge "Erzählen - Würfeln - Erzählen".
Allerdings hat die Erzählung keinerlei Einfluss auf die anschließende Würfelei. Falls jemand nicht ganz zu recht damit kommt die Handlungen ihres Charakters zu beschreiben, helfe ich gerne nach - durch Fragen, Anregungen, etc. Daraus ergibt es sich oft, dass der entsprechende Spieler bei der nächsten ähnlichen Situation selbst Ideen hat.
Der Malus/Bonus für die folgende Probe hängt von den äußeren Umständen ab und wie gesagt nicht von der Beschreibung. Ich möchte da eloquente Spieler nicht bevorzugen. Auch halte ich es für falsch sogenanntes "gutes Rollenspiel" durch Regelerleichterungen fördern zu wollen, da jene, die Spaß am Beschreiben haben, es sowieso tun (egal ob es eine Belohnung gibt oder nicht) und jene, die wirklich nur auf die Belohnung aus sind, dann eben irgendwas erzählen nur damit es besser geht ohne wirklich Interesse daran zu haben.
Das Ergebnis der Probe teilt mir der Spieler mit und ich erzähle was sich daraus ergibt. Dazu versuche ich vor allem das zu interpretieren was mir die Würfel sagen - ganz ähnlich dem Karten/Runenlegen oder Kaffeesatzlesen.
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Stimmt, das ist bei mir wohl auch so, dass die Spieler erstmal beschreiben was sie vorhaben und wie sie das schaffen wollen. Dann kommt der Wurf und die Spannung, ob das auch so geklappt hat. Dann beschreibe meist ich als SL wie die Aktion ausgegangen ist.
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Erstmal beschreibt der Spieler, was er vorhat. Daran orientieren sich dann Schwierigkeit und evtl. Bonuswürfel (falls sowas vorgesehen ist, 7th Sea z.B.).
Hat der Spieler Erfolg, kann er gerne den Ausgang seiner Aktion selbst beschreiben. Zahlenwerte interessieren mich dann auch nicht. stat zu sagen "15, geschafft... also..." soll es lieber so laufen: "Ich springe aus dem Lauf ab *würfel* und schwinge mich am Kronleuchter durch das Fenster im ersten Stock.." Leider läuft das nur, wenn die Stimmung in der Gruppe richtig ist... ::)
Wenn das läuft, kann er auch gerne seinen Fehlschlag erzählen, die Auswirkungen bringe ich dann aber ein.
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Erzählen - Würfeln - Erzählen (Fortune in the Middle)
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Wichtig ist dabei, dass man den Würfelwurf wie eine Handbewegung mitten im Satz umsetzen kann, so dass der Erzählfluss nicht gestoppt wird. Sofern das System das leistet und die Spieler das kapieren, können sie häufig ohne Anleitung durch den SL selbstständig die zutreffende Probe würfeln und ihre Erzählung 'on the fly' anpassen.
Und das SIEHT dann konkret WIE aus? [Hier darst du jetzt so ein Beispieldings hinschreiben ;D .]
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Dazu ist ganz wichtig, dass die Zahl der Würfel sich nicht situationsabhängig (oder abhängig von der Beschreibung) ändert.
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Und das SIEHT dann konkret WIE aus? [Hier darst du jetzt so ein Beispieldings hinschreiben ;D .]
Naja, stell mir das so vor:
Spieler: "Ich renne auf meinen Gegner mit erhobenem Schwert zu und... *würfel Erfolg* ... mache einen wuchtigen Hieb in Richtung seiner Schulter.
SL: "Dein Gegner weicht ein paar Schritte vor deinem wuchtigen Angriff zurück und... *würfel Misserfolg* du bist dennoch an ihm dran und rammst ihm dein Schwert in die Schulter.
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ja, so kann das aussehen.
Was wichtig ist (und 1of3 auch schon angekratzt hat):
Der Würfelwurf darf dem Spielfluß nicht hemmend im Weg stehen.
Umständliche Tabellenkonsultationen, Rechnen, Nachschlagen, - all das bremst das Spiel aus, weil es zu Unterbrechungen führt.
Dazu kann auch zählen, erstmal die Würfel zu ermitteln, die geworfen werden müssen.
Je flüssiger das geht, desto unmittelbarer das Spielerlebnis. Ist aber wohl klar...
Ich mach es wie Robin! :)
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Da fällt mir grad ein, es liegt oft einfach auch an den Mitspielern und nicht so sehr an den Würfeln. Ich kenn einige, die einfach ewig brauchen, um zu würfeln. Ich weiß nicht, was die damit bezwecken wollen. Spannung aufbauen? Ich empfinde das nur als Ausbremsen der Szene und unnötige Show.
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Ich lasse i.d.R. auch erst würfeln und dann erzählen/schildern. Bei eher cinematischen Systemen wie 7thSea oder aber SW lass ich die Spieler dann relativ oft auch selbst schildern was passiert, wenn ich weiss, dass die Spieler in der Lage sind, einen Misserfolg genau so gut&passend schildern zu können wie einen Erfolg.
Manchmal kann es aber auch vorkommen-grade bei den sozialen Fertigkeiten- dass ein Spieler erst erzählt/schildert, und ich dann irgendwann würflen lasse, und dann wird weiter erzählt. Ist wie so oft mal wieder abhängig von der Runde und dem System, das grade gespielt wird. ;)
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Da die anderen schon In-Game Beispiele genannt haben, steht und fällt es mit dem System. Bei meinem System gibt es praktisch keine Modifikationen, damit ist ein SL-Eingriff nicht nötig. Das Fertigkeitssystem basiert auf Prozentwürfen. Nehmen wir an, die Fertigkeit ist 40%; würfelt der Spieler während seines Satzes unter 40, ist es ein Erfolg, von 41-80 ein Teilerfolg, darüber ein Misserfolg, bei 4 und drunter ein Voller Erfolg. Die Interpretation von Erfolg und Misserfolg ist offensichtlich. Was ein Teilerfolg ist, kann man nicht kategorisch definieren, das kommt auf die Situation an; vielleicht geht es langsamer, erreicht nicht das komplette Ziel usw. Ein Voller Erfolg ist besser als erwartet, vielleicht kann der SL noch was beisteuern oder nachreichen.
Manchmal ist eine größere Auflösung der Qualität als diese vier Kategorien notwendig, dann wird eben Fertigkeit minus Wurf gerechnet, das Ergebnis ist die Qualität. Das kann sicher nicht jeder mitten im Satz mal eben tun, aber es wird auch nicht oft gebraucht.
Robin
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Lasse mir beschreiben was der Spieler machen will und ihn dann würfeln, versuche aber nur modifikationen auf denn Wurf anzuwenden die auch von System so geplant sind.
Also keine extra Wurst für Leute die brilliant beschreiben - Wobei natürlich zu erwähnen ist das die Gruppe mehr XP von mir erhält wenn sie mich unterhalten staat mich zu langweilen (will ja als Spielleiter auch meinen Spaß, und dafür werden keine Spieler Schikaniert, sondern halt mein Vergnügen in XP ausgezahlt).
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Tja, kommt drauf an. Nicht zwangsweise auf das System sondern eher was man erreichen möchte.
Will jemand seine Aktion toll beschreiben, dann fängt er erstmal an zu erzählen, würfelt dann und anhand dessen wird der Ausgang von ihm oder notfalls auch von mir beschrieben.
Gilt es einzig um Ergebnisermittlung, wird nur das Vorhaben angekündigt, dann gewürfelt und die Beschreibung des Vorhabens aufgrund der Würfel ausgestaltet.
Und manchmal gibt es eben auch eben nur Coolness-Modifikationen, wo der Ausgang schon feststeht aber die genaue Art durch die Würfel bestimmt wird.
Viele Grüße,
Ingo