Tanelorn.net
Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Thema gestartet von: Jed Clayton am 17.02.2008 | 23:29
-
Hallo.
Mal eine völlig offene Frage, die mir heute Abend so nebenbei in den Sinn gekommen ist:
Wenn doch seit Jahren Manga und Anime so prägende Kräfte in der "Jugendkultur" sind, und zahlreiche Rollenspieler auch den einen oder anderen Anime und/oder Manga kennen, weshalb gibt es dann nicht wesentlich mehr Spieler von Anime-Rollenspielsystemen?
Zu den eindeutigen Anime-Systemen würde ich jetzt mal zählen:
Open Versatile Anime (OVA)
Zen and the Art of Mayhem
Open Anime (d20)
Big Eyes Small Mouth
Skyrealms of Jorune Jovian Chronicles RPG
Dominion Tank Police RPG
Sailor Moon RPG
Demon City Shinjuku RPG
El-Hazard RPG
Tenchi Muyo RPG
Bubblegum Crisis RPG
Armored Trooper VOTOMS RPG (ist auch out of print, aber trotzdem ...)
Project A-KO RPG
Dragonball-Z RPG
GURPS Mecha
Teenagers from Outer Space
evtl. auch das Usagi Yojimbo RPG, Mekton-Z (war das erste Mecha-Rollenspiel 1979!)
Es sind also eine ganze Reihe Anime-bezogener und anime-ähnlicher Sachen erschienen (18 Stück in der oben genannten Liste), und das schon in den vergangenen zehn bis zwölf Jahren. Dennoch sehe ich diese Spiele kaum bei Conventions, meine langjährigen Rollenspieler-Kumpels kennen sie nicht oder sie sind ihnen egal, und auch in der Anime-Szene, wenn man so will, sind die Pen & Paper-Systeme so gut wie unbekannt. Fragt man auf Foren im Web, erntet man allenfalls ein Achselzucken.
Ich habe eher beobachtet, wobei ich jetzt auf ein paar wenige Beispiele angewiesen bin, dass Leute, die ich ausgewiesene Anime-Fachleute nennen würde, einfach "ganz normale" Rollenspiele gut finden, Systeme wie Vampire und DSA, aber nicht die eigenen "Anime-Rollenspiele".
Wenn doch Anime so der große Bringer sein soll, warum gibt es dann bei Anime-Manga-Cons nicht allein zehn Tische, an denen "Big Eyes Small Mouth" gezockt wird, oder mal eine Runde "Teenagers from Outer Space" (m.E. immer noch eine der hervorragendsten Anime-Parodien schlechthin, und super für alle, die auch Ben Dunns Serie "Ninja Highschool" toll finden)?
Stattdessen bestehen die Anime-Cons in Deutschland aus den Verkaufsständen, aus Fan-Fiction- und Fan-Comic-Ecken, und natürlich aus dem Cosplay.
Irgendetwas läuft da doch marketing-mäßig total krumm. Stichwort "Cosplay": Man kann jede Menge (Entschuldigung!) "hysterische" 16-jährige Mädchen dazu kriegen, sich als Dämonenprinzessin oder als Catgirl zu verkleiden, die Titelsongs von obskuren Japan-Serien auswendig zu lernen und ständig über ihre Lieblingscharaktere zu labern, aber man es nicht schaffen, diese oder eine ähnliche Zielgruppe dazu zu bekommen, Pen & Paper auszuprobieren. Wie jetzt ...?
Ich kenne selbst jemanden, der ein eigenes Anime-Pen&Paper-System geschrieben hat, und derjenige hat mir selbst erzählt, die einzigen Leute, die es bisher gespielt hätten, seien in der Regel ältere Rollenspieler gewesen, die mit D&D und anderen Spielen groß geworden sind. Das heißt also: Rollenspieler, die sich nebenher für Anime interessieren.
Was ist aber mit den Anime-Fans, die sich nebenher für RPG interessieren?
Auch die mittlerweile nicht mehr existierende Firma Guardians of Order hat früher mal auf ihrer Homepage behauptet, dass sie diese Zielgruppe knacken wollen würden: Die Anime-Otaku, die mit diesem Medium groß geworden sind, und eher Gelegenheits-Rollenspieler sind.
Sind denn die Anime RPGs letzten Endes zu speziell, zu teuer, oder zu regelaufwendig, zu sehr auf den typischen männlichen "Gamer" über 25 zugeschnitten, und erreichen deshalb die Otaku-Zielgruppe nicht? Was meint ihr?
-
Zunächst einmal eine klare Antwort von mir: ich weiß es nicht.
Aber ich habe Vermutungen, woran es liegen könnte:
- Pen-and-Paper-Rollenspiele sind in Japan kein Renner. Es gibt sie, aber sie sind wohl nicht so erfolgreich, dass die japanophilen X-chans das nachmachen müssten
- Kaum zu glauben, aber kommerzielle Manga-Rollenspiele gibt es kaum. Und mir fällt kein einziges deutschsprachiges ein. Das sind schlechte Voraussetzungen für eine Vermarktung.
- Tatsächlich ist Manga kein rollenspielgeeignetes Genre. Es ist überhaupt kein Genre. Manga ist ein Sammelbegriff für eine Pop-Kultur, die so breit gefächert ist, dass man darunter alles und nichts verstehen kann. De facto könnten Warhammer, D&D, etc. auch als Manga-Rollenspiele gelten. Man muss sich die Charaktere nur als Kartoffelköpfe mit riesigen Augen vorstellen und es passt. Das sieht man an BESM sehr gut: es wird ohne Hintergrund geliefert, dafür wird so ziemlich alles unterstützt, was man sich nur denken kann. Pen-and-Paper-Rollenspiele lassen sich also nur schwer mit der Manga-Kultur verbinden. Serien-spezifische Systeme sind ebenfalls schwierig, weil ein Manga-Fan heute eben Macross liebt, morgen aber auf dem Blame! und übermorgen auf dem Dragonball-Trip ist.
- Mangas sind eine Pop-Kultur, in der die Fans 99 Prozent ihrer Zeit damit aufwenden, Bilder zu zeichnen, pseudojapanisch zu lernen und sich Kostüme zu nähen. Da bleibt keine Zeit mehr für ein weiteres Hobby.
- Rollenspieler wollen neben den Goths (Wod), den LARPern usw. keine weitere freakige Nerd-Randgruppe haben , mit denen sie in einen Topf geworfen werden und wehren sich nach Kräften, um anschließend heimlich auf der Toilette versaute Manga-Comics zu lesen.
- Manga ist vielleicht gar nicht so der große Bringer sondern nach wie vor ein Nischenprodukt. Der Hype könnte ein künstlicher sein, der den Verkauf ankurbeln soll. Zwar verkaufen sich Animes und Mangas inzwischen recht ordentlich, aber wir haben mit den Franzosen, Spaniern und Italienern starke Konkurrenz in Sachen Comic-Kultur direkt vor der Haustür. Moebius und Segrelle machen anspruchsvolle Comic-Kunst ganz ohne Glubschaugen.
So, das sind ein paar Ideen, woran es liegen KÖNNTE. Wissen tu ich es nicht.
-
Vermutlich weil die Dinge, die Anime & Manga Fans an ihrem Hobby reizen sich kaum mit den Dingen überschneiden, die die gängigen bzw. verbreiteten Rollenspiele ausmachen.
-
In der Aufzählung fehlt noch (wenn es um als Printprodukte erschiene Titel geht) "Random Anime". Ansonsten gibts im Bereich der Kauf-PDFs noch den einen oder anderen Titel.
Manga ist ein Sammelbegriff für eine Pop-Kultur, die so breit gefächert ist, dass man darunter alles und nichts verstehen kann.
Und selbst das stimmt so nicht. "Manga" ist lediglich der japanische Ersatzbegriff des westlichen Comic. Die Umstellung zur Popkultur ist nur hierzulande mit den unglaublich Unreflektierten Manga-Kiddies und ihrem "Maga ist aber kein Comci" herumgequäke zustande gekommen. Die Tatsache, dass in Japan der Umgang mit dem Medium Comic/Manga ein anderer als in unseren Hemisphären ist, bildet zwar ein soziokulturelles Phänomen für sich, hat aber mit dem Begriff an sich erstmal nichts zu tun.
Und zum eigentlichen Thema: Das Problem bei der Sache ist, dass das was wir als Manga warnehmen wollen sich aus einem speziellen, optischen Darstellungsstil zurückführen lässt. Das ganze macht aber für sich genommen noch keinen Grund von einer besonderen "Aussonderthematik" zu sprechen, die ein Genre für sich ausmachen und damit festmachen kann. Comcis in Japan sind letzten Endes genau das Gleiche wie Comics hier: Sie haben Geschichten, die austauschbar so auch in der jeweils anderen Kultur hätten entstehen können und sich den jeweils existieren Genres zuordnen lassen. Das Hervorheben der Anime-Thematik ist von vornherein zum scheitern verurteilt, weil diese keine besonderen Konventionen für sich beanspruchen kann, die die anderen (hiesigen) Produkte nicht auch erfüllen. Von daher kann man allerhöchstens Klaukästen mit dem Siegel "Anime" versehen und nur hoffen, dass keiner den Braten riecht und einfach "Ghost in the Shell" mit TristatdX nachspielt.
-
Hallo! Danke für die bisherigen Antworten.
Ich fühle mich schon wesentlich weiser und informierter, ... ehrlich.
Zunächst einmal eine klare Antwort von mir: ich weiß es nicht.
Aber ich habe Vermutungen, woran es liegen könnte:
- Pen-and-Paper-Rollenspiele sind in Japan kein Renner. Es gibt sie, aber sie sind wohl nicht so erfolgreich, dass die japanophilen X-chans das nachmachen müssten
Das habe ich auch schon mal gehört.
Es ist wahrscheinlicher, dass sie Modepüppchen Kleider schneidern oder mit Hello-Kitty-Täschchen herumlaufen oder J-Pop-Gruppen gut finden ...
Ja, ja, ich weiß schon, Klischee auf Klischee, aber irgendwo muss es ja herkommen.
- Kaum zu glauben, aber kommerzielle Manga-Rollenspiele gibt es kaum. Und mir fällt kein einziges deutschsprachiges ein. Das sind schlechte Voraussetzungen für eine Vermarktung.
Sailor Moon gab es mal kurzfristig auf Deutsch, aber unter der irreführenden Betitelung,
"Das Sailor Moon Kompendium", da es an eine Klientel gerichtet war, die das Wort "Rollenspiel" mit großer Wahrscheinlichkeit noch gar nicht kannte. Dieses Buch verstaubte in den Comicläden, soweit ich weiß.
Die meisten anderen Spiele, die ich oben aufgezählt habe, sind ja auch "olle Kamelle" und werden nicht mehr nachgedruckt, siehe alle die R. Talsorian- und GoO-Bücher.
Die serienspezifischen Bücher wie El-Hazard, Tenchi Muyo und Project A-Ko habe ich auch im Prinzip für Verirrungen der Verlage gehalten, da sie von vornherein schon mal nicht zum Publizieren von Abenteuern und Kampagnenbänden geeignet waren (im Vergleich mit den ganzen DSA-Produkten), sondern im Prinzip Merchandising-Produkte speziell für die Fans der einen bestimmten Serie.
Ich habe mehrere dieser Bücher, mehr oder weniger als Liebhaberprodukte gekauft damals, aber ich habe nie ein Abenteuer damit gespielt. Ich schätze sie eher als eine Form von "Artbooks".
El Hazard war mein erstes RPG-Buch, das komplett in Farbe erschien.
- Tatsächlich ist Manga kein rollenspielgeeignetes Genre. Es ist überhaupt kein Genre. Manga ist ein Sammelbegriff für eine Pop-Kultur, die so breit gefächert ist, dass man darunter alles und nichts verstehen kann. De facto könnten Warhammer, D&D, etc. auch als Manga-Rollenspiele gelten
Hmm, ja, irgendwie schon.
Ich hatte auch nicht gesagt, dass ich Manga als Genre sehe. Interessanterweise sagen die oben genannten RPGs immer über sich selbst, sie seien Rollenspiele zum Anime, also zum Zeichentrickfilm, behaupten also, ihre Regeln seien auf die Action, die Klischees u.a. aus Zeichentrickserien zugeschnitten. Das stimmt in manchen Fällen, in anderen auch wieder nicht.
Armored Trooper Votoms und Bubblegum Crisis verwendeten die ganz normalen damiligen Fuzion-Regeln (eher ein Universal-Regelwerk wie GURPS).
Bei einer Con im letzten September, bei der auch sehr viele Anime-Kiddies anwesend waren, fragte mich ein erwachsener Rollenspieler, warum ich ein Anime RPG anbieten wolle. Was sei denn der Grund, ein Anime RPG spielen zu wollen?
Wenn man z.B. einen Cyberpunk-Anime mag und als Kampagneninspiration nehmen möchte, reichte denn dafür nicht ein bereits existierendes Cyberpunk-Rollenspiel?
Wenn man einen Science-Fiction-Anime mag, gibt es doch schließlich auch schon SciFi-Rollenspiele, für Fantasy-Anime gibt es Fantasy-Rollenspiele, usw.
Konkret war seine Frage, soweit ich mich erinnern kann, was praktisch das Besondere an einem Anime RPG sei.
In diesem Fall konnte ich noch recht gut darauf antworten, denn das Spiel, das ich dabei hatte, enthält eben Regeln, die auf den Humor, die Rollenklischees und die typischen Fähigkeiten von Anime-Charakteren eingehen. Auch bevorzuge ich ja sowieso "cinematic" Regeln ... jemand kann von einem Hochhausdach auf einen fahrenden LKW springen oder allein gegen zwanzig bewaffnete Gangster kämpfen und überlebt das in der Regel auch. Aber ich gestehe jederzeit ein, dass auch das keine Sache ist, die Anime RPGs allein für sich gepachtet haben.
- Mangas sind eine Pop-Kultur, in der die Fans 99 Prozent ihrer Zeit damit aufwenden, Bilder zu zeichnen, pseudojapanisch zu lernen und sich Kostüme zu nähen. Da bleibt keine Zeit mehr für ein weiteres Hobby.
Sehr gut beobachtet. Das mag stimmen.
- Rollenspieler wollen neben den Goths (Wod), den LARPern usw. keine weitere freakige Nerd-Randgruppe haben , mit denen sie in einen Topf geworfen werden und wehren sich nach Kräften, um anschließend heimlich auf der Toilette versaute Manga-Comics zu lesen.
Das habe ich konkret in dieser Form noch gar nicht so wahrgenommen.
In meiner jetzigen 5-köpfigen Spielgruppe gibt es zwei Mädels, die zumindest Gothic-mäßig angehaucht sind, einen intellektuellen Fantasy-Leser, der aber lange Romanzyklen hasst und mit Manga gar nichts zu tun hat, dafür "Lanfeust von Troy" super findet; dann gibt es da noch eine Doktorandin in Nordistik, die auch nicht gerade in die Comic-Nerd-Ecke passt und sich viel mehr für Skandinavien interessiert als für Japan, und einen weiteren Spieler, den ich überhaupt nicht subkulturmäßig einordnen kann. Ich bin der einzige Comic-Nerd in meiner Gruppe, dazu bin ich aber außerdem noch der Spielleiter. :)
Auf der Toilette lese ich übrigens sowieso nix... Aber es mag solche Fälle geben.
- Manga ist vielleicht gar nicht so der große Bringer sondern nach wie vor ein Nischenprodukt. Der Hype könnte ein künstlicher sein, der den Verkauf ankurbeln soll. Zwar verkaufen sich Animes und Mangas inzwischen recht ordentlich, aber wir haben mit den Franzosen, Spaniern und Italienern starke Konkurrenz in Sachen Comic-Kultur direkt vor der Haustür. Moebius und Segrelle machen anspruchsvolle Comic-Kunst ganz ohne Glubschaugen.
Das ist auch ein durchaus interessanter Punkt.
Manche Manga-Medien wurden in jüngster Zeit eingestellt, z.B. die schöne Zeitschrift "MangasZene", und andere Illustrierte wie seinerzeit "AniCrush" kamen über 2 Ausgaben erst gar nicht hinaus. Und ein Manga-Fachgeschäft, dass 2000 oder 2001 in meiner Stadt eröffnet wurde, ist letztes Jahr vom Boden verschwunden (pleite gegangen).
Tokyopop, Carlsen und Konsorten werfen zwar weiterhin massenweise Serien auf den Markt, aber irgendwann wird der ausgereizt sein. Man kann den Pegel vielleicht gerade beim Mädchen-Manga/Romantik/Shonen Ai-Zeug weiterhin weit oben halten, aber man wird wohl nicht immer weiter expandieren können, sondern nur das jetzige Niveau halten. Es kommen im Moment zweistellige Zahlen von neuen Romantik-Schulmädchen-Serien heraus, aber die Zahl der Fantasy-, SciFi-, und Superagenten-Serien bleibt recht überschaubar. Ab und an gibt es dann noch eine gehypte Serie auf RTL II, wie im Moment Naruto, und die Kartensammler-Serien wie Pokemon (die ich jetzt aber fast als eigenes Popkultur-Phänomen werten würde).
Manche Manga-Serien, die ich vor 6, 7 Jahren noch als heiße Neuheiten präsentiert bekam, liegen heute quasi auf dem Rammschtisch oder keiner kennt sie mehr.
Ähnliches gilt neben den Comic-Taschenbüchern auch für die Anime, würde ich jetzt mal ganz subjektiv sagen.
-
Ich leite gerade eine an "Darker than Black" angelehnte Runde mit dem "paws" UniSys. Was braucht man mehr als eine Idee und ein System, das dieser Idee nicht im Weg steht?
-
Skyrealms of Jorune würde ich absolut nicht als Anime Rollenspiel bezeichnen.
Woran macht man das eigentlich fest? Das Artwork von SoJ ist jedenfalls weder Anime noch Manga.
Danke für den Hinweis, Turning Wheel.
Du hast wahrscheinlich völlig Recht, da ich in der Eile "Jorune" mit "Jovian Chronicles" verwechselt hatte. Jovian Chronicles ist ja locker an Serien wie Macross und Gundam angelehnt. Das meinte ich. Sorry.
-
Hallo,
als Ergänzung zur Liste:
- Pokemon Rpg
- PokeCthulhu (als Parodie auf Pokemon)
- Intergalactic Cooking Challenge
MfG
Stefan
-
- Pen-and-Paper-Rollenspiele sind in Japan kein Renner. Es gibt sie, aber sie sind wohl nicht so erfolgreich, dass die japanophilen X-chans das nachmachen müssten
Nur weil sie nicht ins Englische übersetzt werden, heißt es nicht, dass es sie nicht gibt:
Ok, dass ist eine Liste japanischer Pen-and-Paper-RPGs und nicht explizit von Anime-RPGs, aber die Überschneidungen sind wohl deutlich...
Japanische RPGs in Wikipedia (http://en.wikipedia.org/wiki/Japanese_role-playing_games)
Liste (http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_Japanese_role-playing_games_by_genre)
-
Disclaimer: Ich kenne mich in der Anime-Welt nur eingeschränkt aus.
Mangaserien / Animes eignen sich eigentlich wenig für RPGs. Meinem Eindruck nach gibt es z.B. eine klare Hierarchie: Da ist der coole Held inklusive diverser ziemlich trotteliger Sidekicks. Aber homogene Gruppen mit unterschiedlichen, sich ergänzenden Fähigkeiten scheinen mir selten zu sein.
Auf der anderen Seite steht der Stil der Mangas: Der ist extrem visuell und vor allem emotional. Die Action ist zwar wichtig, aber noch wichtiger sind die Gefühle der Protagonisten. Wenn ich ein pubertierender Teenager bin, dann schaue ich mir gerne emotionale Charaktere an - aber das selbst zu spielen ist doch eine ganz andere Dimension.
-
Ich denke, der Denkfehler ist, dass Manga/Anime ein eigenes Genre ist, in der wasserköpfige Gestalten rumwitzeln oder halbschwule Jungs miteinander rumliebeln (wie konnte ich das vergessen). Gott sei Dank hat das nichts mit der Wirklichkeit zu tun. Anime und Manga sind nur das Medium, so wie Comic, Roman, Fernseh oder DVD. Was man damit anstellt ist eine ganz andere Frage.
Wenn man einmal ansieht, was die Japaner so an Rollenspielen produzieren wird das mehr als deutlich. Hier einfach mal exemplarisch vier bekannte Beispiele:
Record of Lodoss Wars - D&D (war sogar anfangs eine D&D-Kampagne)
Sword World RPG - das japanische DSA (wenn man nach den Replays geht)
Tokyo NOVA - Dark Future im Stil der WoD
Alshard - Mecha-Spiel irgendwo zwischen Final Fantasy und Star Wars
Alle haben natürlich den japanischen Comicstil, aber keines ist "Anime", wie man sich das hier so denkt. Von daher haben westliche Anime-Rollenspiele mit japanischen Rollenspielen, genauso wenig zu tun, wie westliche Manga-Kopien (mögen die Autoren dafür in die Hölle wandern) mit echten Manga.
Leider sind aber japanische Rollenspiele, von denen es mehr als deutsche gibt, im Westen vollkommen unbekannt, da sie kaum übersetzt werden. Und da der normale Gamer schon mit Englisch ein Problem hat...
-
Mir stellt sich hier allerdings eine Frage: Was macht aus einem Rollenspiel ein Anime-Rollenspiel?
Angesichts des Umstandes, daß es DEN Manga (wie bereits erwähnt) nicht gibt, sondern nur etliche Gemeinsamkeiten im Zeichenstil, würde ich sagen: Dafür braucht es vor allem Manga/Animeähnliche Illustrationen. Und darüber ließen sich dann selbst DSA oder Midgard zu "Animerollenspielen" machen.
Auf der anderen Seite steht der Stil der Mangas: Der ist extrem visuell und vor allem emotional.
Dem würde ich ansich nur halb zustimmen - das der Stil visuell ist, ist klar. Es ist ja auch ein visuelles Medium ! Aber die Emotionalität dann wieder vom entsprechenden Genre und der Zielgruppe des jeweiligen Mangas abhängig. "Manga" ist ein reichlich weites Feld. Da Mangas hierzulande vor allem von (oftmals weiblichen) Teenagern konsumiert werden, werden auch verstärkt Manga für genau diese Zielgruppe hier veröffentlicht.
-
Naja, wenn wir uns das hübsche Cover von DSA4 ansehen - das ist ziemlich Manga. ;)
-
Und psychotische Teenager würde DSA auch grad noch unterstützen (ich weiß net wie es in der derzeitigen Edition ist, aber zu alten DSA-2-Zeiten fingen Stufe-1-Helden idr mit 17 an....).
Mit etwas Geduld und Spucke wäre in Myranor sogar das Mecha-Subgenre möglich (Die Helden reaktivieren einige der mechanischen Titanen der Alten und hauen damit Draydal und Chattrak auf die Ömmel)
~;D ~;D ~;D ~;D ~;D :d
-
Hier gibt's noch zwei Indie-Manga-Rpgs: Atarashi Games (http://atarashigames.wordpress.com/)
Panty Explosion (http://atarashigames.wordpress.com/about-panty-explosion/):
In Panty Explosion you and your friends take the role of Japanese High School girls. At least one of you will have Psychic powers. As a group you will create a story about how your Students survived and triumphed against the adversity of otherworldly demons, shadowy agents and the Japanese educational system.
Classroom Deathmatch (http://atarashigames.wordpress.com/about-classroom-deathmatch/):
In Classroom Deathmatch you and your friends take the roles of Japanese high school students. Your entire class of 50 Students has been kidnapped by the Japanese government and will be forced to participate in the televised contest called Classroom Deathmatch. The contest will be brutal and unforgiving, and unless you can figure out how to outsmart the government you will be forced to do battle against your friends until only one of you is left alive. As a group you’ll tell the story of your Student’s five-day ordeal in the Classroom
Deathmatch. Most of you will die horrible and gruesome deaths at the hands of your closest friends, but if you are smart and lucky you may just find a way to outwit your captors and
survive. Read the rules on the following pages to discover how to select Students and play the game.
Die gibt's sogar beim Sphärenmeister.
-
Ich denke, der Denkfehler ist, dass Manga/Anime ein eigenes Genre ist, in der wasserköpfige Gestalten rumwitzeln oder halbschwule Jungs miteinander rumliebeln (wie konnte ich das vergessen). Gott sei Dank hat das nichts mit der Wirklichkeit zu tun.
Exakt. Das wäre so wie wenn man sagen würde das wichtige Elemente des Genres "Kinofilm" "CGI-Action" und "flache Plots in denen der Gute am Ende gewinnt" seien.
Bluerps
-
@Alrik
Ich habe mir jetzt mal exemplarisch Panty Explosion angesehen und muss einfach den Kopf schütteln. Zwar ist das Spiel voller Japanismen (Panties, Schoolgirls, Blood Type, Godai) und Asianismen (chinese zodiac), aber abseits davon sehe ich nicht, was daran "anime" sein soll.
Ja, natürlich, es gibt in Japan eine Menge Schulmädchen-Horror-Stories, doch schon auf den ersten Seiten fühlt sich das ganze nicht japanisch an. Mal ganz abgesehen vom reisserischen (oder sollte ich dämlich sagen?) Titel.
Vielmehr zeigt das Spiel was das Problem ist. Japaner würden ein Horrorrollenspiel schreiben und mit Grafiken im japanischen Stil designen. (Dumme) Westler nehmen Japanismen verpacken sie mehr schlecht als recht in ein Thema (im Tryout beschränkt sich der Horror hauptsächlich auf den Klappentexte in der Einleitung), packen schlechte Zeichnungen dazu (bezeichnenderweise keines mit Horrorthema, sieht eher wie Werbung für ein AV aus) und nennen es Anime.
-
Vielmehr zeigt das Spiel was das Problem ist.
Man sollte hier aber fairerweise dazu bemerken, daß sowas kein Privilieg westlicher "Mangaka" ist, sondern immer dann passiert wenn man ohne allzu viel Ahnung versucht, Stilelemente einer anderen Kultur zu verbraten. Man denke z.b. nur mal an amerikanische Filmklischees über Deutsche, oder um beim Thema Manga/Anime zu bleiben:
Helden wie "Sieg Wahrheit", Nationen mit dem Namen "Kuchen" oder Titel wie "Herdensagen vom Kosmosinsel" und "Sternenmusketier Bismark". ;)
edit: Ich hab´ bei Ersterem mal den vollständigen Titel rausgesucht ;D
-
Es geht ja jetzt hier nicht darum, warum Japaner kein Deutsch können, sondern um Animerollenspiele. ;)
-
Ich wollte damit nur der Fairness halber anführen, daß "Pseudolerietis" kein animespezifisches Phänomen ist.
-
Das Problem ist wirklich, dass man bestenfalls häufig vorkommende typisch japanische Stilelemente/Klischees enbauen kann(Mecha, Schoolgirlsuperhero, Slapstickverwandlungshumor, Aussenseiter ohne Chance gewinnt durch hartnäckigkeit und entdecken der geheimen superduperüberpowerkraft, PowerRangers, Biorüstungen) und das dann Anime/Manga-RPG nennt.
Eine andere Möglichkeit wäre es direkt Spiele zu bekannten Manga/Anime-Settings rauszubringen mit austauschbarem System(Berserk, Ranma1/2, DragonBall, Slayers/Bastard! eignen sich da gut).
Ansonsten ist der Begriff Manga/Anime zu weit gesteckt. Es direkt mit dem Begriff Comic gleichzusetzen führt zu Missverständnissen(da viele "Comic" auch nur eng gesteckt sehen), verständlicher ist es zu sagen Anime=Film.
Kann man Filme(alle Themen/Richtungen die es gibt) auf einen eng gesteckten Nenner bringen?
Ich denke nicht, genauso verhält es sich mit Anime/Manga im weitesten Sinne, man kann einfach jedes Rollenspiel als Anime/Mangarollenspiel spielen, es hängt nur von der Einstellung der Teilnehmer ab. Wahrscheinlich gibt es deswegen so wenig Leute, die gezielt die genannten Systeme spielen.
BTW auf den ersten Animagics in Koblenz wurde immer BESM angeboten und gespielt.
-
Aber wenn wir über Animerollenspiele in Deutschland reden wollen, müssen wir dann nicht von dem ausgehen, was das Anime in Deutschland ist? Mir ist klar, dass es in Japan ganz andere Mangas gibt, aber spielen die für den Deutschen Manga-Massenmarkt eine Rolle?
-
Aber wenn wir über Animerollenspiele in Deutschland reden wollen, müssen wir dann nicht von dem ausgehen, was das Anime in Deutschland ist?
Hmm...die (idR englischsprachigen) Animerollenspiele die es gibt gehen ja auch nicht von den in Deutschland am meisten gelesenen Manga aus.
(Heavy-Gear z.b. ist eine sehr adäquate Umsetzung des japanischen Mecha-Subgenres. In Deutschland spielt dieses Subgenre allerdings keine große Rolle, da hier eher Highschool-Romanzen u.ä. gelesen werden....)
-
Mangarichtungen die in Deutschland erschienen sind:
Horror
SciFi: Raumschiffe, Cyberpunk, Endzeit, Welteroberung durch Aliens, eigentlich alles querbeet
Romantik: Beziehungen, Drama, Slapstick, Homo-(erotisch/slapstick, etc.pp.), Teenager
Schule:Sport, Kampf, Drama, Mobbing, Erotik, Freundschaft,
Fighting: auch alles abgedeckt
Fantasy: japp so ziemlich alles
Vampire: yoa
Steampunk: dito
Western, Samurai...
Erotik: sowohl Soft, als auch Hardcore und in (fast) allen Vorlieben
es gibt dt. Manga über Tennis, Go, Backen, Mafia...
Anime:
eigentlich auch alles was es als Manga gibt.
Themen die noch fehlen:
Lehrbücher, so a la wie kocht man(wobei es ein Sushimangakochbuch gab in dt.), wie repariert man Autos, etc.
Piraten(wenn man jetzt OnePiece nicht mitzählt)
ansonsten fällt mir nichts grossartig fehlendes ein.
@Waldviech
es wird alles gelesen in D.
Highschool-Romanzen werden halt am liebsten von "Mädchen" gelesen, Actionzeugs eher von "Jungs"
-
Naja, ich ging jetzt eher nach der Menge und dem Verhältnis. Mit romantischen Manga für Teenager scheint man in Deutschland schlicht mehr Geld verdienen zu können ;)
-
Ich geh auch nach Menge und Verhältnis, Romance ist nur zur Zeit penetranter was die Wahrnehmung betrifft, von den Verkaufszahlen her, tun sich Romance und Action nix (ca. gleich viel Anteil vom Gesamtkuchen, man darf halt nicht: OnePiece, Naruto, HunterXHunter, Vagabond, BattleAngelAlita, Hellsing vergessen)
-
Juhuu... Hier tut sich ja auf einmal richtig viel seit letzter Nacht. ;D
Ich geh auch nach Menge und Verhältnis, Romance ist nur zur Zeit penetranter was die Wahrnehmung betrifft, von den Verkaufszahlen her, tun sich Romance und Action nix (ca. gleich viel Anteil vom Gesamtkuchen, man darf halt nicht: OnePiece, Naruto, HunterXHunter, Vagabond, BattleAngelAlita, Hellsing vergessen)
Das ist gut. Genaue Verkaufzahlen sind mir nämlich sowieso nicht bekannt.
Ich sehe halt, was beim Comichändler meines Vertrauens groß und breit im Laden herumsteht, und dann eben noch die Serien, die in den Newslettern der Verlage (Panini, Tokyopop u.a.) angekündigt werden. Ich habe damals im Sommer 2000 angefangen, die Bände von Bastard und Slayers zu lesen, und seit dieser Zeit (8 Jahre) hat der Anteil der Romantik- und Shonen-Ai-Geschichten erheblich zugenommen, auch wenn es sie natürlich in Japan schon viele, viele Jahre gab.
Meine Lieblings-Manga (nur Taschenbücher, nicht die Anime!) sind zurzeit übrigens, neben alten Klassikern, die ich mir aus Japan schicken lasse, z.B. "Berserk" und "Tenjo Tenge" ... Ab und zu lese ich zum Spaß noch Sachen wie "Slayers Special" (austauschbare Slapstick-Kurzabenteuer).
Und "Blue Dragon RalGrad" ist dafür, das es die Umsetzung eines Computerspiels ist, ein echt toller Comic. ;)
-
Ich lese eigentlich nur noch Eden(dt.) und Guyver(jap.) in anderen Krams blätter ich mal rein, aber das sind die Dinger die noch laufen und die ich mir noch kaufe.
-
Gibt’s nicht auch ein Vampire Hunter D d20-Rollenspiel?
Generell kommt immer mal wieder in schöner Regelmäßigkeit die Frage auf: Warum kann man eigentlich die Fans von Genre XYZ, die keine Rollenspieler sind, nicht mit einem XYZ-Rollenspiel zu Rollenspielern machen?
Die Antwort lautet: Weil nicht jeder, der eine bestimmte Sache gut findet, die auch gleich als Rollenspiel machen will. Rollenspiel ist ein spezielles Hobby, das Leuten mit speziellen Interessen gefällt. Man wird Rollenspieler, weil man sich für Rollenspiel interessiert, und nicht weil man sich für Sailor Moon (oder Herr der Ringe oder Star Wars) interessiert und es ein Rollenspiel mit einem bunten Cover dazu gibt.
Es heißt ja immer, Vampire hätte eine völlig neue Zielgruppe für das Rollenspiel begeistert, nämlich die Goths. Nun kannte ich 1992, als ich mein erstes Vampire-Regelwerk gekauft habe, keine Goths. Aber alle Leute, mit denen ich je Vampire gespielt habe, waren schon vorher Rollenspieler, nur halt mit anderen Systemen. Und die meisten Goths, die ich heute kenne, die Rollenspieler sind, spielen DSA oder Shadowrun. Bei den Vampire-LARPs mag das ein bisschen anders sein (was dann eine Parallele zum Cosplay wäre), aber was P&P angeht, würde ich dieses Klischee von wegen Vampire hat die Goths zu Rollenspielern gemacht doch eher hinterfragen wollen.
Umgekehrt haben wir früher, wenn wir irgend nen Film oder ne Serie gut fanden, die halt einfach als Setting genommen mit dem System, das wir eh gerade benutzt haben (Eigenbau oder das d6-System von West End Games), und losgespielt. Wenn es dazu jeweils ein Rollenspiel gegeben hätte, hätte ich es vielleicht gekauft, habe ich ja beim Buffy RPG z.B. auch getan, was allerdings viele viele Jahre später war. :korvin: Aber der Punkt ist eben: Ich war vorher schon Rollenspieler.
-
Die Antwort lautet: Weil nicht jeder, der eine bestimmte Sache gut findet, die auch gleich als Rollenspiel machen will. Rollenspiel ist ein spezielles Hobby, das Leuten mit speziellen Interessen gefällt. Man wird Rollenspieler, weil man sich für Rollenspiel interessiert, und nicht weil man sich für Sailor Moon (oder Herr der Ringe oder Star Wars) interessiert und es ein Rollenspiel mit einem bunten Cover dazu gibt.
Danke. :pray:
Es heißt nicht umsonst Cos(tume)play und nicht Rol(e)play. :)
-
Es direkt mit dem Begriff Comic gleichzusetzen führt zu Missverständnissen(da viele "Comic" auch nur eng gesteckt sehen)
Eng gesteckt? Nur dann wenn man an der Idee festhalten will, das Comics nur was für Kleinkinder sind. (Oder welche Klischees in dem Bereich sonst einem immer um die Ohren gehauen werden, wenn man wieder mal die entsprechenden Diskussionen führt.)
Comic ist in erster Linie nichts weiter als die sequentielle Erzählung einer Geschichte unter Zuhilfenahme aufeinanderfolgender Bilder (Bei dehnen zusätzlich text mit einfließen kann.) Punkt! Alles andere sind Genre-Fragen.
Und genau diese Definition erfüllt ebenfalls 100% die Frage aus, was ein "Manga" sei. Nur das man dort irgendwo noch die Wörtchen "japanisch" oder "Japan" oder "aus Japan" oder etc. in die Erklärung mit einfließen lassen muss. Von daher führt es in keinster Weise zu Missverständnissen.
-
das kannst du hier vlt. ohne Probleme sagen, aber ich arbeite in einem Comicgeschäft, das praktisch alles hat und da gibts so ca. 3 Gruppen:
-Comics sind nur frankobelgisches Zeug, der Rest ist Bla
-Comics sind nur Heftchenreihen(Spiderman, Superman, Spawn, Preacher, etc.)
-Comics sind nur Disney, Tim&Struppi, Spirou&Fanatasio, Prinz Eisenherz
andere Sachen werden ignoriert, wenn man sagt eigentlich ist ja alles was unter Zuhilfname von aufeinanderfolgenden Bildern gemacht wird, rollen Köpfe ::)
Immerhin kann ich auf Scott McCloud verweisen, aber was erstmal fest im Kopf verankert ist...
-
das kannst du hier vlt. ohne Probleme sagen, aber ich arbeite in einem Comicgeschäft, das praktisch alles hat und da gibts so ca. 3 Gruppen:
Wie ich bereits in meinem ersten Post sagte: Unreflektiert. Spielt also in keinster Weise auch nur die geringste Rolle.
-
Ich glaub wir reden aneinander vorbei ;D
Klar kann man es sagen und erklären und vermitteln, das geht nur in ein Ohr rein und zum anderen wieder raus. Es ist einfacher es mit Filmen zu erklären, glaub mir.
-
Ich lese eigentlich nur noch Eden(dt.) und Guyver(jap.) in anderen Krams blätter ich mal rein, aber das sind die Dinger die noch laufen und die ich mir noch kaufe.
Guyver? -- Du meinst doch sicherlich Bio-Booster Armor Guyver. Das kenne ich auch noch gut. Läuft die Serie noch irgendwo? Oder gibt es das gesammelt als Taschenbücher?
Guyver war doch der Kerl in seiner lebendigen Rüstung. Viel Fight, wenig Text. Das gab es auch mal als Live-Film u.a. mit Mark Hamill. Ist aber lange her, das ich das gesehen habe.
-
Ja, BioboosterArmorGuyver / Kyōshoku Sōkō Gaibā
2 miese Livefilme, 1 OVA, 1 TV-Serie, eine neue TV-Serie von 2005(die es sogar zur Zeit nach D geschafft hat), viele Actionfiguren, 1 Manga(Bd. 26 oder 27 müsste der aktuelle sein, erscheint ca. 1x im Jahr ein neuer in Japan, läuft zZ im ShonenJumpMagazin) in Amerika sind bei Viz 6 Bd. erschienen und seitdem sitzen die Schweine auf den Rechten, in China/Thailand erscheint eine englischsprachige Ausgabe, die sind bei Bd. 9 oder so).
Hach bin ich Fanboy, oder was?(schiel zum Nick) ;D
achja ganz neutral betrachtet ist der Manga voll scheisse, naja vermutlich eher unteres Mittelmaß.
Oh Mist, ich hab den Animefilm vergessen :-[
Schande über mich :,,(
-
Um mal die Titelfrage, aus meiner Sicht, zu beantworten:
Weil nicht alle Rollenspieler in einer Gruppe Anime mögen.
Falls das doch der Fall sein sollte, mögen sie wahrscheinlich nicht alle die selben Animes.
Also: Keine Einigung auf System/Setting -> spielen wir halt D&D, S-Run, whatever...
Meine Lieblingsserie z.B. ist seit ewigen Zeiten "Gunsmith Cats", wobei "Black Lagoon" fast so gut ist(die Schiessereien sind besser, aber mir fehlen die Autos^^).
Wenn ich was in der Art spielen will, brauch ich kein Anime-RPG.
Ich greife auf S-Run(ohne Magie, aber inkl. Ki-Adept für Typen wie Bean Bandit) zurück, oder nehm eine der oben genannten Serien als Setting für FATE oder Savage Worlds.
Zu Heavy Gear:
Optisch mag es ja nach Manga aussehen, aber das Silhouette-System ist kanllhart, realistisch und tödlich.
Ich hab es mehrmals gespielt und bin heilfroh, das mein Charakter die Ausbildung und seine ersten 2 Einsätze an einem Stück überlebt hat.
-
@Alrik
Ich habe mir jetzt mal exemplarisch Panty Explosion angesehen und muss einfach den Kopf schütteln. Zwar ist das Spiel voller Japanismen (Panties, Schoolgirls, Blood Type, Godai) und Asianismen (chinese zodiac), aber abseits davon sehe ich nicht, was daran "anime" sein soll.
Weder Panty Explosion noch Classroom Deathmatch sollen Anime sein, auch wenn mach einer viellecht den Titel sieht und sich in die Irre führen läßt.
PE ist ein Spiel das halt den Japano-Horror darstellen will und das (IMO) eigentlich auch sehr gut macht. (Mit extra Fokus auf das zwischenmenschliche.) Classroom Deathmatch nimmt dann die Regeln des ersten und macht daraus dann ein inoffizielles "Battle Royal: The RPG" daraus. (Und auch das macht es, was man so hört, ganz gut. Kanns nicht sagen, hab selber nur PE.)
Aber Anime ist keines davon. (Naja, es gibt einen BR-Manga, aber auch einen Film und ein Buch, also so gesehen...)
M
-
@Monkey
Naja, zumindest im Tryout stellt PE nichtmals den Japano-Horror gut dar. Horror kommt wie ich jetzt nach gründlichen Lesen feststellen musste, noch weniger eine Rolle, als es mir auf den ersten Blick schien. Hauptsächlich geht es um Konfliktresolution von Konflikten an der Kôkô. Was daran jetzt so besonders horrormäßig oder japanmäßig sein soll, entzieht sich mir gänzlich. Erscheint für mich schlicht als Fanservice, wozu auch der Titel passt.
Aber ich habe die Vollversion nicht gesehen, vielleicht ist die ja viel besser. (Auch wenn ich das arg bezweifle.)
Aber wie gesagt, Manga/Anime ist kein Genre, sondern ein Medium. Es gibt auch Manga-Umsetzungen von jp. Horrorfilmen wie zB Jisatsu Circle, genauso wie es Film-Umsetzung von Horrormangas gibt (zB Tomie). Das J-Horror-Genre nicht erst mit Ring erfunden und ist kein Kind des Films, vielmehr liegen seine Wurzeln schon in der Edozeit (und sicherlich schon davor).
-
Jetzt auch mal meine Meinung zum Titelthema:
Anime/Manga ist ein Medium und kein Genre.
Die Inhalte und Genre dieses Mediums sind extrem weit gestreut (es gibt wohl kaum was das es nicht auch als Manga oder Anime gibt), allerdings im Rollenspiel faellt eben dieses Medium weg und das relevante ist der Inhalt.
Und den gibt es in verschiedensten anderen Medien auch.
Die visuellen Besonderheiten dieses Mediums lassen sich halt nicht unbedingt in eine Rollenspielrunde uebertragen.
-
Hmmm... ich habe meine Probleme damit, Anime / Manga als Medium zu sehen. Nüchtern betrachtet stimmt das natürlich und wie bereits gesagt wurde ist Anime eigentlich nichts anderes als Zeichentrick und Manga kann man trocken mit Comic übersetzen.
So einfach ist das hierzulande aber nicht. Manga / Anime ist eine Pop-Kultur geworden, die sich stark von der uns gewohnten Comicwelt unterscheidet. Mit diesen Begriffen wird mehr verbunden, als nur das Medium, z.B. Klischees, Japan, Zeichenstile, ... unzählige Dinge, die einfach typisch für diese japanischen Dinge sind oder für typisch gehalten werden. Man nehme nur Begriffe wie Otaku oder den Titel "Big Eyes Small Mouth" um diesen Umstand zu umreißen. Mit Manga / Anime gehen viele weitere Phänomene der Popkultur einher, wie z.B. aoi, cosplay, starke Überzeichnungen, japanische Sprache, etc., die zwar typisch für Manga / Anime, nicht aber für die sonstige Zeichen (-trick)-Welt sind. Wenn ich "Manga" sage, dann meine ich nicht Donald Duck. Und jeder weiß das.
Jep: Manga ist kein Genre, aber auch nicht nur ein Medium. Es ist ein modernes Kulturphänomen, das vielleicht überschätzt wird (90 Prozent der Comics sind wirklich Käse), dessen Liebhaber aber eine ähnliche Hingabe haben wie Trekkies und die ein ähnlich spezielles Nerd-Wissen aufweisen. (Wenn ich jetzt so darüber nachdenke sehe ich überhaupt viele Ähnlichkeiten zwischen den Trekkies und den Otakus, aber das ist jetzt etwas Offtopic).
Es wäre nicht allzu schwer, den Markt zu Bedienen, indem einfach Rollenspiele zu den bekanntesten / beliebtesten Japano-Comicserien aufgelegt würden oder indem die Klischees entsprechend bedient würden. Exalted ist z.B. ein recht erfolgreicher Vertreter dieser Art. Auch wenn das Spiel mit seinem Dragonball-Hintergrund nicht gerade hausieren geht, weist es doch genug Elemente der Manga-Kultur auf, um als Vertreter dieser Sparte erkannt zu werden. Einschließlich eines Pantyshots auf einem Ergänzungsbuch.
-
Einschließlich eines Pantyshots auf einem Ergänzungsbuch.
Klar, das dient eindeutig der Bedienung eines Anime-Klischees und ist nicht etwa ein verunglückter Einzelfall. ::)
Ich frag mich in welcher Edition Exalted erscheinen muss, bis dieses Cover vergessen ist. :P
Bluerps
-
OT
(Wenn ich jetzt so darüber nachdenke sehe ich überhaupt viele Ähnlichkeiten zwischen den Trekkies und den Otakus, aber das ist jetzt etwas Offtopic).
was daran liegt das Otaku übersetzt eigentlich nichts anderes heist als "besessener fan"
-
"Manga"-Kultur oder "japanische" Kultur?
Um genau zu sein enthält Exalted ein paar typische Elemente aus Fantasy-Action/Shonen Animes. Im Wesentlichen riesengroße Waffen und Kämpfer die bei längeren Kämpfen anfangen zu leuchten. Das Artwork erinnert zudem stellenweise an Mangas, mit dem entsprechenden "große Augen, lange Beine" Stil.
Was bei Exalted sonst noch asiatisch inspiriert ist stammt eher aus chinesischer Mythologie und Kung-Fu Filmen, als aus Animes irgendeines Genres.
Bluerps
-
Was bei Exalted sonst noch asiatisch inspiriert ist stammt eher aus chinesischer Mythologie und Kung-Fu Filmen, als aus Animes irgendeines Genres.
Echt? Was ist mit den Mechas? Mit Powers, bei denen Energieblitze geschleudert werden? Mit den Nahkampf-Kombosystemen? Mit Waffen, die mit mystischen Steinen aufgerüstet werden (wie z.B. in Final Fantasy 7)? Findest du das echt chinesisch?
Also nochmal: ein Spiel, das hauptsächlich Manga-Artwork hat, riesengroße Waffen, Kämpfer mit Energie-Auren, Mechas, Energieblitzeschleudern, Kampf-Kombosysteme und mit Juwelen aufrüstbare Waffen und Rüstungen soll nicht der Anime-Kultur zugehörig sein? *Schulterzuck* Kann ich nicht nachvollziehen.
[edit: ein "nicht" zuviel gehabt]
-
Meine volle Zustimmung ! Über weite Strecken spielt sich Exalted wirklich wie "Final Fantasy - das P&P-RPG". Gerade auch das fröhliche Mischen von Technologie und Zauberei geht wirklich sehr stark in Richtung FF.
-
Aber ich habe die Vollversion nicht gesehen, vielleicht ist die ja viel besser. (Auch wenn ich das arg bezweifle.)
*shrug*
Wennst meinst. ;D
-
Was ist mit den Mechas?
Stimmt die hatte ich vergessen, weil die recht optional sind. Die sind sehr japanisch, da hast du schon Recht.
Mit Powers, bei denen Energieblitze geschleudert werden?
Das ist asiatisch? Amerikanische Comics enthalten keine Energieblitze? Wobei solche Powers auch eher Randerscheinungen sind. Das sind ein oder zwei Charms pro Exalted, von jeweils ein paar hundert.
Mit den Nahkampf-Kombosystemen?
Was hat das bitte mit Anime/Manga zu tun? Wenn jemand seinen "Schlangen-Stil" gegen die gegnerische "Schwanen-Verteidigung" einsetzt ist, dann seh ich da nur Kung-Fu Filme. Spielmechanisch steckt natürlich noch eine Portion Magic the Gathering drin, was aber noch weiter von Japan weg ist.
Mit Waffen, die mit mystischen Steinen aufgerüstet werden (wie z.B. in Final Fantasy 7)?
Diablo2? Schonmal gehört?
Über weite Strecken spielt sich Exalted wirklich wie "Final Fantasy - das P&P-RPG". Gerade auch das fröhliche Mischen von Technologie und Zauberei geht wirklich sehr stark in Richtung FF.
Kann man auf jeden Fall so spielen, ja. Ist aber bei weitem nicht die einzige Möglichkeit, nichtmal wenn man sich nur an den Standard Kampagnenvorschlägen im Grundbuch orientiert. Meine bisherigen Exalted Kampagnen enthielten auch eher wenig Magitech. Das ist ein Aspekt des Settings der ziemlich leicht reguliert werden kann.
Bluerps
-
Das ist asiatisch? Amerikanische Comics enthalten keine Energieblitze? Wobei solche Powers auch eher Randerscheinungen sind. Das sind ein oder zwei Charms pro Exalted, von jeweils ein paar hundert.
Naja, die over-the-top-Blitzdichfindaktionen erinnern mich sehr an Dragonball. Die Energieblitze sind für mich stellvertretend für die ganzen Over-the-top-powers. Vielleicht sehe das nur ich so.
Und ein paar hundert Charms je Exalted? Ui, so viele kenn ich nicht. Nicht einmal hundert je Exalted. Aber ich kenne auch nicht alle Erweiterungen.
Was hat das bitte mit Anime/Manga zu tun? Wenn jemand seinen "Schlangen-Stil" gegen die gegnerische "Schwanen-Verteidigung" einsetzt ist, dann seh ich da nur Kung-Fu Filme.
Ich sprach auch nicht von Kampfstilen. Ich sprach von Kombos. So wie sie in den Kombo-Systemen der typischen Japano-Prügler vorkommen, mitsamt Namensvergabe. So wie sie eben in Exalted sind ist das als würde ich Streetfighter spielen. Oder Soul Calibur. Oder Tekken. Oder DoA. Oder Bleach. Oder ...
Spielmechanisch steckt natürlich noch eine Portion Magic the Gathering drin, was aber noch weiter von Japan weg ist.
Ah ja. Wie gesagt sehe ich da eher die Prügler als Pate. Street-Fighter, Tekken, etc.
Diablo2? Schonmal gehört?
Jep. Und jetzt zählen wir mal die hunderte von Japano-Rollenspielen, die dieses Element früher hatten und für die Spielewelt prägten. Anderes Beispiel: große Augen und kleinen Mund hatte auch Betty Boop. Das ändert aber nichts daran, dass dieses Kindchenschema untrennbar mit den Mangas verbunden ist.
Ich will einmal anders herum fragen: wenn man ein Japano-Spiel machen möchte, was könnte man denn noch mehr machen als Exalted? Mehr Panties? Exalted hat alles: die Auren, die Mecha, die Overpower, die Manga-Bilder, die konsolentypischen Aufrüstbarkeiten, die Kombos, ... für mich (!!!) ist Exalted der Inbegriff eines Manga-Spiels. Ist ja nichts negatives. Im Gegenteil. Obwohl ich selbst keine Manga-Fan bin, mag ich die japanischen Konsolen-Rollenspiele - insbesondere Final Fantasy. Die Aussicht ein P&P in diesem Stil zu spielen hat mich ja erst zu Exalted gebracht. Hätte man es (deutlich) unkomplizierter gelöst wäre ich sogar dabei geblieben.
Du findest das nicht, ist auch okay. Für mich nicht nachvollziehbar, ich muss ja aber auch nicht alles verstehen, schließlich kannst du meine Position ja offensichtlich auch nicht nachvollziehen.
-
Ich will einmal anders herum fragen: wenn man ein Japano-Spiel machen möchte, was könnte man denn noch mehr machen als Exalted?
BESM :)
Exalted hat zwar viele typische Manga und Anime Elemente, ist aber eben doch auch sehr auf ein Genre fixiert.
-
BESM :)
Exalted hat zwar viele typische Manga und Anime Elemente, ist aber eben doch auch sehr auf ein Genre fixiert.
Wobei BESM für mich eigentlich sogar weniger ein Manga/Animespiel ist als Exalted, eben weil es so generisch ist. Es ist mehr ein einfaches GURPS mit einem Etikett darauf, das halt Manga heißt. An tatsächlichen Spielelementen sind nur die Mechas zu finden. Alles andere ist so generisch, dass, wenn man das Artwork wegließe, ein Universalsystem herauskäme, das mit Anime nichts zu tun haben muss. Spiele ich Exalted fällt es mir schwerer aus diesem Genre auszubrechen. Klingt irgendwie absurd, ich weiß, aber so sehe ich das.
Okay: BESM unterstützt Mangaspiele durch die Benennung diverser Genres und entsprechende Beispiele.
Meine Frage ging auch eher in die Richtung, was man in Exalted noch reinnehmen könnte, um es noch mehr "Anime" zu machen, wo doch eigentlich schon fast alles drin ist.
-
Und ein paar hundert Charms je Exalted? Ui, so viele kenn ich nicht. Nicht einmal hundert je Exalted. Aber ich kenne auch nicht alle Erweiterungen.
War über den Daumen gepeilt, aber bei 5-10 Charms pro Ability (im Grundbuch, wohlgemerkt) bei 25 Abilities kommt das hin, denke ich.
Ich sprach auch nicht von Kampfstilen. Ich sprach von Kombos. So wie sie in den Kombo-Systemen der typischen Japano-Prügler vorkommen, mitsamt Namensvergabe. So wie sie eben in Exalted sind ist das als würde ich Streetfighter spielen. Oder Soul Calibur. Oder Tekken. Oder DoA. Oder Bleach. Oder ...
Bei Exalted kombinierst du verschiedene Powers zu einer einzigen, beim durchschnittlichen Beat 'em up aktivierst du mit einer
Buttonkombination einen speziellen Angriff. Ich hab keine Ahnung wo du da die Parallele siehst.
Jep. Und jetzt zählen wir mal die hunderte von Japano-Rollenspielen, die dieses Element früher hatten und für die Spielewelt prägten.
Ja, zählen wir mal.
Mehr Panties?
Bisher ists eine. ::)
die Manga-Bilder
Ich hab grad mein Grundbuch durchgeblättert und soviel Artwork im "Manga-Klischee" Stil hab ich da gar nicht gefunden.
[...]für mich (!!!) ist Exalted der Inbegriff eines Manga-Spiels. Ist ja nichts negatives.
Nö, ganz bestimmt nicht, aber es beschränkt das Spiel auch unnötig, weil es halt mehr ist als ein "Manga-Spiel". Das wäre so als ob man sagen würde, das man D&D nur in den Forgotten Realms spielen könnte.
Ich fänds schade wenn sich jemand Exalted nicht kauft, weil er Japan-Kram nicht mag und denkt Exalted würde nur aus sowas bestehen. Das Spiel hat viel wichtigere Aspekte, wie das Powerniveau, die cinematischen Elemente oder das Setting.
Bluerps
-
Wobei BESM für mich eigentlich sogar weniger ein Manga/Animespiel ist als Exalted, eben weil es so generisch ist.
Das ist doch ein Punkt, der in dem Thread schon aufkam. Es ist schwer bis unmöglich ein allgemeines Manga/Anime Rollenspiel zu machen, weils halt ein Medium ist.
Deswegen ist es auch schwer zu beantworten wie man Exalted noch mehr wie Anime machen könnte. Klischees reichen nicht: Mechas machen noch keinen Anime - Battletech hat die auch. Genauso wie es over-the-top Superkräfte, große Schwerter oder leuchtende Leute auch außerhalb von Animes gibt.
Bluerps
-
Battletech hat die auch.
Wobei Battletech zuerst allerdings mehr als nur ein bisschen von Macross abgekupfert hat (sogar so sehr, daß Copyrightklagen drohten...)
Mechas würde ich doch schon als ziemlich "japanisch" ansehen, eben weil das Genre dort besonders prominent vertreten ist.
-
Mechas würde ich doch schon als ziemlich "japanisch" ansehen, eben weil das Genre dort besonders prominent vertreten ist.
Ja sicher, aber würdest du Battletech deswegen als "japano" oder "Anime" Spiel bezeichnen?
Bluerps
-
Jep: Manga ist kein Genre, aber auch nicht nur ein Medium. Es ist ein modernes Kulturphänomen, das vielleicht überschätzt wird (90 Prozent der Comics sind wirklich Käse), dessen Liebhaber aber eine ähnliche Hingabe haben wie Trekkies und die ein ähnlich spezielles Nerd-Wissen aufweisen. (Wenn ich jetzt so darüber nachdenke sehe ich überhaupt viele Ähnlichkeiten zwischen den Trekkies und den Otakus, aber das ist jetzt etwas Offtopic).
Nope! Manga selbst ist nur das Medium und wird auch als solches wahrgenommen. Die Tatsache das sich um den Mangamarkt drumherum noch andere, in der klassisch westlichen Comickultur hierzulande nicht ganz so auffällig vertretene Aspekte "mitimportiert" wurden, sind zwar ein kulturelles Phänomen, haben aber mit den "kleinen Taschenbüchern" an sich erst mal rein gar nichts zu tun. (Letzten Endes werden Cosplayer genau so schräg von der Seite angesehen wie jemand, der sich für teures Geld Spidermans Kostüm aus Latex aus den Staaten hat einfliegen lassen.) Die westlich angehauchte Comic-Szene ist nur aufgrund ihrer längeren Erfahrungen deutlich vorsichtiger mit dem "Nerdigen" ausleben. Und es kommt noch hinzu, dass man schon lange kein Englisch mehr lernen muss, nur weil man die Hefte aus den Staaten bezieht. Da gibt es doch scheinbar deutlich mehr Gründe mittlerweile für. :D
Einschließlich eines Pantyshots auf einem Ergänzungsbuch.
Echt? Welches war das denn?
-
Echt? Welches war das denn?
Savant and Sorcerer. Ist ein 1st Edition Buch von vor dreieinhalb Jahren. Hat für einen Haufen negativer Kommentare gesorgt und ist scheinbar bis heute nicht vergessen.
Bluerps
-
Nope! Manga selbst ist nur das Medium und wird auch als solches wahrgenommen.
Gegenbeweis: wir reden hier von Manga und keiner hat darunter Donald Duck oder Gaston verstanden. Das wäre nämlich das Medium: Comic. De facto heißt Manga übersetzt Comic. De facto verstehen wir unter Manga aber etwas anderes: japanische Comics. Zunächst einmal nur das. Unter den Mangaka, den Konsumenten dieser Comics, vermuten wir auch Cosplayer und Japanophile. Wieder etwas, das Manga in unseren Köpfen vom Medium Comics unterscheidet. So könnte ich nun fortfahren. Nein - unter Manga verstehen wir in Deutschland (!) etwas anderes als das Medium. Sonst müssten wir hier Comics aller Kulturkreise in einen Topf werfen. Und da wir das nicht getan haben ... ;)
Wir sehen an dieser Diskussion, die wie so viele im Grofafo Tanelorn wieder auf eine Definitionsfrage rausläuft, wie man sich an Begriffen aufhängen kann. Und das, obwohl wir doch eigentlich instinktiv alles richtig gemacht haben. Wir reden von Manga und haben westliche Comics ausgeschlossen. Wir reden von Manga und Cosplay ist im Spiel. Wir reden von Manga und Anime ist automatisch mit dabei. Komisch? Vielmehr zu erwarten. Weil sich das eben offensichtlich nicht ohne weiteres trennen lässt. Cosplay und Manga geht. Cosplay und westliche Comics geht nicht. Kaum, zumindest.
Wer hat Recht und wer nicht? Ich bin bestimmt nicht derjenige, der für andere definiert, was sie unter Manga zu verstehen haben. Daher ziehe ich mich jetzt aus der Diskussion zurück, die wieder auf eine Definitionsfrage rausläuft, und sich zu stark von der Ausgangsfrage entfernt hat. Vielleicht sollten wir mal einen Thread aufmachen "was versteht ihr unter Manga /Anime"? Wenn es wie hier um eine Diskussion über Anime-Rollenspiele geht, denke ich, dass es nicht um ein Medium gehen sollte.
-
Ich würde sogar sagen, dass die Altersgruppe der Rollenspieler sich zu einem Großteil sogar aus Leuten zusammen setzt, die eher konträr gegen Anime im allgemienen oder auch gegen Teilbereiche von Animes eingestellt sind.
Soweit würde ich vielleicht garnicht mal gehen. Es sind unterschiedliche Zielgruppen für völlig unterschiedliche Dinge - das reicht bereits. Im Prinzip könnte man auch fragen, warum so wenige Modelleisenbahnbauer Rollenspiele spielen, wo doch ihr Hobby schon so nah am Tabletop ist ;).
Dazu kommt noch, daß Manga als literarisches Medium anders mit den verschiedenen Genres umgehen kann als das Medium RPG. Im Manga funktioniert z.b. Shonen-Ai.....im RPG würde es das sehr wahrscheinlich nicht tun
-
Wobei BESM für mich eigentlich sogar weniger ein Manga/Animespiel ist als Exalted, eben weil es so generisch ist. Es ist mehr ein einfaches GURPS mit einem Etikett darauf, das halt Manga heißt. An tatsächlichen Spielelementen sind nur die Mechas zu finden. Alles andere ist so generisch, dass, wenn man das Artwork wegließe, ein Universalsystem herauskäme, das mit Anime nichts zu tun haben muss.
Aber genau das ist doch das, was oben festgestellt wurde - nämlich, dass Manga nur eine typische "Darstellungsform" unterschiedlicher Genres ist.
Dementsprechend ist BESM genau richtig. Insbesondere, weil BESM die Manga-tyischen Genres gut unterstützt.
Ich gebe Dir recht, für mich IST BESM sogar "nur" ein Universalsystem, aber eines mit Fokus auf bestimmte Genres, die im Manga oder Anime typisch vertreten sind.
Okay: BESM unterstützt Mangaspiele durch die Benennung diverser Genres und entsprechende Beispiele.
BESM unterstützt die unterschiedlichen Mangagenres auch durch die Regeln selbst, beispielsweise durch genreangepasste Kosten der Fertigkeiten, oder ähnliches. Und BESM geht zumindestens auf die typischen Manga-Genres ein.
Abgesehen davon gehen viele AddOn Produkte auf spezielle Manga-Genres gezielt ein!
Meine Frage ging auch eher in die Richtung, was man in Exalted noch reinnehmen könnte, um es noch mehr "Anime" zu machen, wo doch eigentlich schon fast alles drin ist.
Okay, da hatte ich Dich allerdings falsch verstanden. :)
Sorry!
-
Huch, da liest man mal ohne bösen hintergedanken hier im Forum rum, und bekommt zu hören,d ass es nicht viele Anime-Rollenspieler geben solle. Da bin ich doch glatt ein wenig erschrocken...
sehr viele Animefans, die ich kenne, sind auch Rollenspieler. Zumindest viele, von den älteren Animefans, die ich kenne, sind welche. Mit den jüngeren hab' ich nicht so viel zu tun... aber bei den "alten" - kein Thema.
Vielleicht liegt das auch daran, dass Serien wie Dominion Tank Police, Bubblegum Crisis, ElHazard und Tenchi Muyo für die meisten "jungen" zwar noch ein Begriff ist, sie aber die meisten davon nie wirklich gesehen haben.... und früher ist man ja um die Serien eigentlich kaum bis gar nicht drumrumgekommen (Sag ich jetzt mal so.) - vielleicht ist von da her die Verbindung von älteren Animefans zu (Anime-)rollenspielen auch noch größer, als wie bei den jüngeren.
Andererseits denk ich jetzt auch mal an die letzten Animecons, auf denen ich so war, wo - zumindest bei einer fällts mir SOFORT ein - auch Rollenspielrunden angeboten wurden... ich glaub, Vampire war das damals, genau leg ich meine Hand dafür aber nicht ins Feuer.
Dann denke ich weiter an die Animecommunity animexx - siehe da, die haben sogar eine eigene "Abteilung" für Rollenspiele, wo man - ähnlich wie die Chatrollenspiele (damals? - zumindest hab ich heute keine mehr gefunden) - "ohne großartige Regeln" rollenspielen kann. Klar, das trifft meistens nicht ganz die Definition von Rollenspiel, wie es gängig ist, aber... irgendwo ist es ja doch Rollenspiel.
Disclaimer: Ich kenne mich in der Anime-Welt nur eingeschränkt aus.
Mangaserien / Animes eignen sich eigentlich wenig für RPGs. Meinem Eindruck nach gibt es z.B. eine klare Hierarchie: Da ist der coole Held inklusive diverser ziemlich trotteliger Sidekicks. Aber homogene Gruppen mit unterschiedlichen, sich ergänzenden Fähigkeiten scheinen mir selten zu sein.
Alternativ würd ich einfach mal "Sailor Moon" nennen, wo du nicht nur einen coolen Helden hast, sondern gleich ne ganze coole Truppe, die immer neue Probleme zu lösen haben und pro Folge einen Gegner besiegen. Des weiteren hat jedes Teammitglied eigene Vorteile... so ist eine z.b. sehr intelligent aber schwach, eine kennt sich mit Magie aus usw... ;)
Gibt’s nicht auch ein Vampire Hunter D d20-Rollenspiel?
Generell kommt immer mal wieder in schöner Regelmäßigkeit die Frage auf: Warum kann man eigentlich die Fans von Genre XYZ, die keine Rollenspieler sind, nicht mit einem XYZ-Rollenspiel zu Rollenspielern machen?
Die Antwort lautet: Weil nicht jeder, der eine bestimmte Sache gut findet, die auch gleich als Rollenspiel machen will. Rollenspiel ist ein spezielles Hobby, das Leuten mit speziellen Interessen gefällt. Man wird Rollenspieler, weil man sich für Rollenspiel interessiert, und nicht weil man sich für Sailor Moon (oder Herr der Ringe oder Star Wars) interessiert und es ein Rollenspiel mit einem bunten Cover dazu gibt.
100% zustimmung ;) Ich spiel gerne Rollenspiele, ich les gern Manga, ich hab auch sonst noch andere Hobbys, die auch nicht wirklich miteinander verwandt sind. Aber ich hab die Hobbys "so" für mich entdeckt, und nicht, weil das eine etwas mit dem anderen zu tun hat. ;)
Die stetig älter werdende Zielgruppe der Rollenspieler (durch zu wenig Zulauf von jungen Spielern) deckt sich nur sehr spärlich mit der von der Altersschicht deutlich jüngeren Anime-Zielgruppe. Beide Zielgruppen haben ein Kernalter, das sich praktisch nicht deckt.
hmm... es gibt auch sehr viele alte Animefans... man hört nur auf, den Leuten unter die Nase zu reiben, dass man Anime mag - zumindest in dem ausmaß.... könnt ich mir vorstellen.
Cosplay und Manga geht. Cosplay und westliche Comics geht nicht. Kaum, zumindest.
Ich wollt grad schon schreien "wie, das geht nicht?", da ich doch einige Cosplayer kenn, die schon Disney-Sachen bzw. Realfilmsachen bzw. Computerspiele-Sachen gecosplayt haben. Gibts alles.
So... das musste ich gradmal loswerden ;)
*wieder zum leisen und heimlichen mitleser mutier* ;>
-
hmm... es gibt auch sehr viele alte Animefans... man hört nur auf, den Leuten unter die Nase zu reiben, dass man Anime mag - zumindest in dem ausmaß.... könnt ich mir vorstellen.
Ein weiterer Faktor ist vermutlich auch, ob ein Anime-Fan hierzulande nur den Kram kennt der im Fernsehen läuft, oder auch Zugang zu importierten DVDs und Fansubs hat. Jemand der nur Dragon Ball, Inuyasha oder Sailor Moon kennt, könnte irgendwann wieder aufhören Anime-Fan zu sein, während jemand der noch was vom großen Rest kennt vermutlich viel eher das Interesse behält.
Bluerps
-
Irgendetwas läuft da doch marketing-mäßig total krumm. Stichwort "Cosplay": Man kann jede Menge (Entschuldigung!) "hysterische" 16-jährige Mädchen dazu kriegen, sich als Dämonenprinzessin oder als Catgirl zu verkleiden, die Titelsongs von obskuren Japan-Serien auswendig zu lernen und ständig über ihre Lieblingscharaktere zu labern, aber man es nicht schaffen, diese oder eine ähnliche Zielgruppe dazu zu bekommen, Pen & Paper auszuprobieren. Wie jetzt ...?
Vielleicht liegt es genau an diesem Punkt, den du da aufzeigst. Es sind eben mehrheitlich Mädchen Anime-Fans und merheitlich Jungs, die Pen&Paper spielen...
Verifizieren kann ich meine Behauptung nicht, aber man kann sie ja mal so stehen lassen :P
-
Die stetig älter werdende Zielgruppe der Rollenspieler (durch zu wenig Zulauf von jungen Spielern) deckt sich nur sehr spärlich mit der von der Altersschicht deutlich jüngeren Anime-Zielgruppe. Beide Zielgruppen haben ein Kernalter, das sich praktisch nicht deckt.
Ich würde sogar sagen, dass die Altersgruppe der Rollenspieler sich zu einem Großteil sogar aus Leuten zusammen setzt, die eher konträr gegen Anime im allgemienen oder auch gegen Teilbereiche von Animes eingestellt sind.
Ich gehe davon aus, dass dies eher gefuehlt ist und nicht wirklich stattfindet.
Dass man mit zunehmenden Alter auch weiterhin vor allem mit Leuten seiner Altersklasse spielt, sehe ich vor allem darin begruendet, dass man weniger Kontakt zu unteren Altersgruppen hat.
Ich selber kenne ausserhalb meiner Verwandschaft niemanden so richtig, der unter 20 ist.
Ansonsten denke ich, dass Anime und Manga halt Medien sind.
"Wieso gibt es, trotz der grossen Verbreitung so wenig Comic-Rollenspieler?"
Das koennte man auch fragen, wobei hier der Anteil wohl eher hoeher als im Bereich Anime und Manga ist, weil westliche Comics hierzulande eher anerkannt werden... obwohl, wenn ich da an die Frankfurter Buchmesse von vor 2 Jahren denke. In der Comic-Ecke wurde ich von Mangas erschlagen und westliche Comics waren schwer zu finden.
Echt entaeuschend.
Jedenfalls nimmt nicht jeder ein Medium als Vorbild fuer Rollenspiele.
-
Wenn man sich an das Marvel-RPG erinnert, ist das vielleicht ganz gut so ::)
(Meine persönliche Meinung, Marvelfans dürfen die Ihre gern behalten >;D )
-
Das koennte man auch fragen, wobei hier der Anteil wohl eher hoeher als im Bereich Anime und Manga ist, weil westliche Comics hierzulande eher anerkannt werden... obwohl, wenn ich da an die Frankfurter Buchmesse von vor 2 Jahren denke. In der Comic-Ecke wurde ich von Mangas erschlagen und westliche Comics waren schwer zu finden.
Echt entaeuschend.
Naja, die japanischen Comics haben derzeit halt den größeren Abnehmermarkt. Die Hauptzielgruppe liegt im Bereich der 10-18 Jährigen und danach kommen noch einige "Nachzügler" in den Altersklassen darüber hinzu.
-
Ein weiterer Faktor ist vermutlich auch, ob ein Anime-Fan hierzulande nur den Kram kennt der im Fernsehen läuft, oder auch Zugang zu importierten DVDs und Fansubs hat. Jemand der nur Dragon Ball, Inuyasha oder Sailor Moon kennt, könnte irgendwann wieder aufhören Anime-Fan zu sein, während jemand der noch was vom großen Rest kennt vermutlich viel eher das Interesse behält.
Oder verliert. Nach Akira war ich begeistert. Daraufhin sah ich mir so die Empfehlungen an. Bubblegum Crisis, Appleseed, Dominion Tank Police, Ghost in the Shell, etc. Da flaute mein Interesse an Anime aber ganz schnell wieder ab. Nur einige wenige Animes gefallen mir, so wie Jin Ro. Insgesamt weiß ich inzwischen, dass Anime nicht automatisch Qualität bedeutet und es mindestens so viel Mist wie gute Filme gibt. So wie bei Allem eben. Ein Anime-Fan bin ich nicht geworden, eben weil ich inzwischen mehr Anime kenne, als mir lieb ist.