Ich glaube auch bestärkt durch dieses Erlebnis immer mehr, das mehr Wissen und mehr Beschäftigung mit dem Rollenspiel nicht unbedingt auch mehr Spaß bedeuten, wenn der Rest der Gruppe einfach nur spielen will. Für viele Leute die früher mit mir gespielt haben ist Rollenspiel einfach nur das Treffen mit Freunden um eine schöne Zeit zu verbringen und zu zocken. Die können genauso viel Spaß haben, wenn wir Brettspiele zocken oder einen Videoabend machen.
Für mich reift also zur Zeit die Erkenntnis, das ich vielleicht mit dem ganzen Scheiß aufhören und einfach nur noch spielen sollte.
So wie früher.
Viele Leute spielen nur noch auf den Treffen von diesem Laden oder jammern ständig, wie schlecht ihre Runden Zuhause sind. Ich habe mit meiner Stammrunde echt Glück, weil ich einen Spieler habe der mir wirklich regelmäßig Feedback gibt und an dem ich mich bei der Entwicklung reiben kann, aber ob ich noch spielen würde, wenn der nicht mit dabei wäre, weiß ich nicht.
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Das Problem hätte ich nicht, wenn ich nicht so viel von der großen weiten Welt wüsste.
Ich glaube schon, das eine Runde mit Leuten die Spaß am Spiel haben und Gas geben wollen besser ist als eine Runde die sich nur trifft um halt zu spielen.
@ Chiungalla: Wenn ich sehe was bei diversen Runden mit hochklassigen Spielern rumgekommen ist, wage ich es, Dir da zu wiedersprechen.
Die Aussage finde ich in so fern schwierig, dass man sich vorher klar machen müsste, was überhaupt "besser" oder "gut" ist. Und das ist glaube ich sehr schwierig.
Wenn man sich zu viel mit Systemen beschäftigt und über Mechaniken grübelt, dann kommt irgendwann der Punkt an dem man zu viele Sachen ablehnt, die man früher mit Freude gespielt hat. Unwissenheit kann den Spaß also nach meiner Meinung erheblich fördern.
Wie bei jedem Hobby geht es auf Dauer nicht gut, wenn Amateure auf echte Hobbisten treffen. Egal, ob Rollenspiel, Tanzen oder Fussball - unterschiedliche Erwartungen ans Spiel ruinieren langfristig immer irgendeiner Partei den Spaß.Das würde ich so bedenkenlos unterschreiben.
Wenn man sich zu viel mit Systemen beschäftigt und über Mechaniken grübelt, dann kommt irgendwann der Punkt an dem man zu viele Sachen ablehnt, die man früher mit Freude gespielt hat. Unwissenheit kann den Spaß also nach meiner Meinung erheblich fördern.
Dem kann ich so überhaupt nicht zustimmen. Genauso gut könnte man sagen, ob man nicht mehr Spaß am Musizieren hat, wenn man keine Ahnung von Harmonien und Tönen hat. Oder ob man mehr Spaß am Schreiben hat, wenn man kein Buch liest.
Vermi hat einen Weg gefunden.Der leider z.B. nicht meiner ist. Ich habe genau das über das letzte Jahr versucht und ich muss sagen, für mich ist es nichts. Selbst bei D&D4 kann ich nicht runterschalten, sondern will alles herausholen.
Faustregel: Mit Leuten die man kennt machts allgemein mehr Spaß.Nicht wenn man sich ganz unterschiedliches vom Spiel erwartet.
Ich denke, es verhält sich in diesem Fall anders herum...
Entmystifizierung ist natürlich ein Punkt, den ich in meinem Post nicht erwähnt habe. Etwas zu verstehen, heißt immer auch, ihm das Geheimnisvolle zu nehmen, das bleibt eben nicht aus. Da bin ich vielleicht auch anders als andere, weil mich Geheimnisvolles nicht besonders fasziniert, ich mich eher für andere Dinge begeistere, die auch ohne Mysterium funktionieren.
Heute denkt man allzu leicht schon beim Lesen: "Oh-oh, diese Regel könnte Probleme machen, das spiel ich erstmal nicht bzw. erst wenn ich eine Hausregel dazu geschrieben habe.", was etwas vom ungebremsten Enthusiasmus der Anfangszeit wegnimmt und letztlich das Spiel stark verkopft.
Nicht wenn man sich ganz unterschiedliches vom Spiel erwartet.
Wenn man sich zu viel mit Systemen beschäftigt und über Mechaniken grübelt, dann kommt irgendwann der Punkt an dem man zu viele Sachen ablehnt, die man früher mit Freude gespielt hat.
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Ich bemerke auch, dass ich immer mehr von meinen Mitspielern verlange, sich mit den Regeln aufeinander zu setzen und verstimmt reagiere, wenn sie es nicht machen.
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Ich lerne komplexe Welten schätzen und schüttele nur mit dem Kopf, wenn die Mitspieler sich nicht mit ihnen auseinandersetzen und falsche Entscheidungen treffen, weil sie etwas anders sehen, weil sie nur halb drüber gelesen haben.
Das Problem ist nicht, dass man mehr weiß; sondern dass man mit diesem Wissen nicht gut umgehen kann.
Inhalte: Wenn es beispielsweise das Staunen ist, welches zu der Ernüchterung führt, empfehle ich eine Rückbesinnung auf die Inhalte, die das Staunen ursprünglich hervorriefen.
Ich glaube schon, daß eine Runde immer mehr Spass hat wenn sie den entsprechenden Aufwand hinein steckt (viele Spieler, die "einfach spielen" behaupten ja einfach unbewiesen "brauchen wir nicht, wir haben schon Maximal viel Spass").Ich glaube eher, die Frage ist, wieviel Aufwand man braucht, um ein befriedigendes Ergebnis zu erreichen. Jemand, der Umgang mit dem Regelwerk, lesen, recherchieren, sich erinnern usw. für Mühe hält, wird diese Mühe nur auf sich nehmen, wenn es sich in seinen Augen lohnt. Jemand, der das als Teil des Vergnügens betreibt, wird keinen Kummer haben und an allem, was er daraus für das Spiel ziehen kann, eine zusätzliche (und desto vergnüglichere) Belohnung sehen. Wenn das nicht eintritt, hat er zumindest seinen Spaß gehabt und muß nicht der Runde zur Last damit fallen, daß er nach mehr verlangt.
Eine Runde, die auf Basis von "unzureichendem Wissen" mit einem ihr gemäßen Aufwand einigen Spaß hat, macht es richtig. Die Forderung danach, mehr zu lesen, mehr zu lernen, würde die Mühe in die Höhe treiben und den gefühlten Spaß verringern, wäre in meinen Augen also ganz klar der falsche Rat.Denn die Mühe ist es imho immer wert. Man kriegt so viel mehr Spass zurück wenn alle es richtig und motiviert machen. Das Problem liegt doch nicht an einem selbst, sondern wenn man keine Leute hat, die sich ebenso fordern.
Für mich hingegen wird Rollenspiel wohl immer mehr zum Leistungssport, mit dem ich mich und meine Mitspieler unter Druck setze, weil ich and er Spitze mitspielen will. Das kann unheimlich viel Spaß machen, wenn man gute Mitspieler hat, welche die selben Sachen schätzen wie man selber, aber auch für viel Frust sorgen, wenn die Spieler einfach nur ihren Spaß haben wollen.
Für mich reift also zur Zeit die Erkenntnis, das ich vielleicht mit dem ganzen Scheiß aufhören und einfach nur noch spielen sollte.
So wie früher.
Ich will spielen und deswegen widerspreche ich auch Merlin mit (...) Denn die Mühe ist es imho immer wert. Man kriegt so viel mehr Spass zurück wenn alle es richtig und motiviert machen. Das Problem liegt doch nicht an einem selbst, sondern wenn man keine Leute hat, die sich ebenso fordern.ich find merlins punkt richtig. beispiel wäre eine runde, die das regelsystem zwar vollkommen "falsch"(im sinne von nicht nach den eigentlichen regeln) spielt, aber dennoch viel spaß zusammen hat.
Das kommt mir vor die wie Leute die sagen: "ich lebe in der falschen Zeit, ich möchte lieber im Mittelalter leben, weil das ja soo toll war". Is' klar.
Es stellt sich hier natürlich die Frage, was man beim Rollenspiel als "erfolgreich" betrachtet. Beim Fussball ist das relativ einfach (man gewinnt), beim Salsa eigentlich auch (man meistert coole Figuren und macht keine Fehler), aber wo liegt der Erfolg beim Rollenspiel?Eindeutig misst man Erfolg nicht in Spaß. o.O
In einer dramatischen, packenden Geschichte?
In einem flüssigen Erzählbogen?
Oder in einem schönen Abend, der Spass gemacht hat?
Das ist auch nicht falsch so, sondern eine normale Entwicklung. Darüber muss man sich eben klar sein. ;)Oder zumindest eine für "normal" deklarierte - notwendig in einer auf Leistung und Meßbarkeit angelegten Gesellschaft, aber sonst nur für Menschen eines bestimmten "Schlags" tatsächlich der Normalfall.
Spaß ist kein meßbares Ziel.Nicht? Ich kann durchaus sagen, woran ich mehr, woran weniger Spaß habe. Kümmert es mich da, ob es eine SI-Einheit ist, in der ich das ausdrücken kann? Oder soll ich deswegen nicht danach urteilen, worum es letzten Endes doch geht?
Nicht? Ich kann durchaus sagen, woran ich mehr, woran weniger Spaß habe. Kümmert es mich da, ob es eine SI-Einheit ist, in der ich das ausdrücken kann? Oder soll ich deswegen nicht danach urteilen, worum es letzten Endes doch geht?
Ich glaube Ludovico meint in diesem Fall dass man nicht im voraus sagen kann wie viel Spaß man an einer Sache haben kann, bevor man es überhaupt probiert. Glaube ich zumindest und wenn nicht kann ich dir auch nur zustimmen :P
Im Verlauf dieser Diskussion und der daraus resultierenden Gedanken habe ich für mich festgestellt, das ich nicht in der kleinen Welt leben will, mit der sich viele Leute zufrieden geben. Ich will nich zum Rollenspiel gehen und mit Leuten zocken, die bei jeder Gelegenheit in den Regeln blättern oder die bei den Basics ihres Charakters versagen. Ich will Spieler die mich als SL herrausfordern, den ganzen Kram den ich kann, anwenden.
Spass schwebt nicht in luftleerem Raum, er ist immer mit irgendwelchen Inhalten verknüpft.Ja, aber die sind weder exklusiv noch von der Situation unabhängig - noch müssen sie wirklich bewußt sein.
Tja, so ist das nun mal. Einige Leute schaffen es sich die ganzen schönen Sachen anzueignen und den Horizont zu erweitern und trotzdem ihre Ansprüche nicht zu erhöhen. Andere Leute wollen den schönen Kram den sie kennen gelernt haben auch anwenden und geben sich mit ihrer kleinen Welt nicht zufrieden. Für mich drehte die Frage sich darum ob das Spiel besser wird, wenn man mehr weiß.
„Entschuldigung, können Sie mir sagen, wie ich zur Oper komme?“ – „Ganz einfach: Üben, Üben, Üben!“
Für manche Dinge ist die allererste Methode, sie auszuprobieren. Das ist natürlich auch gerne mal mit Mißerfolgen gekrönt, aber dann kann man das Ergebnis auf einen Sockel platzieren, mit einer Plakette dran, auf der „So Nicht!“ steht.
Einige Leute schaffen es sich die ganzen schönen Sachen anzueignen und den Horizont zu erweitern und trotzdem ihre Ansprüche nicht zu erhöhen. Andere Leute wollen den schönen Kram den sie kennen gelernt haben auch anwenden und geben sich mit ihrer kleinen Welt nicht zufrieden. Für mich drehte die Frage sich darum ob das Spiel besser wird, wenn man mehr weiß.
Tja Haukinn, bei Dir durfte ich ja schön des Öfteren aus meinen Fehlern lernen :-).