Tanelorn.net

Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Thema gestartet von: Joerg.D am 31.12.2008 | 08:57

Titel: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Joerg.D am 31.12.2008 | 08:57
Ich nehme mal eine Äußerung von einem oft guten Ratgeber in Bezug auf Rollenspiel um mich ein wenig mit ihr aufeinander zu setzen.

Es geht um Entwicklung und darum ob sie wirklich alles besser macht. Darum, ob die Weiterentwicklung wirklich immer zu mehr Spaß führt oder ob es auch negative Entwicklungen gibt.

Ich habe in den letzten Jahren vielleicht eine weite Reise gemacht und als Spieler auf jeden Fall mehr Spaß als früher, weil die Systeme einfach besser sind und ich auf der Reise gelernt habe, wie ich meinen SL so triggern kann, das ich mehr Spaß habe. Angefangen hat es mit 7te See, das mit vielen Änderungen, die ich vorher nie kannte zu einer Art Sucht geworden ist und welches inzwischen aufgrund seiner Inkonsequenzen wieder von meiner Bildfläche verschwunden ist.

Und das ist das Problem!

Wenn man sich zu viel mit Systemen beschäftigt und über Mechaniken grübelt, dann kommt irgendwann der Punkt an dem man zu viele Sachen ablehnt, die man früher mit Freude gespielt hat. Unwissenheit kann den Spaß also nach meiner Meinung erheblich fördern. Man stellt nicht so viele Anforderungen an Systeme und hat einfach mit dem was man bekommt seinen Spaß. Vielleicht werden ein paar Bugs mit Hausregeln gepimt, aber im wesentlichen spielt man by the Book.

Ich bemerke auch, dass ich immer mehr von meinen Mitspielern verlange, sich mit den Regeln aufeinander zu setzen und verstimmt reagiere, wenn sie es nicht machen. In meinen alten Runden war mir das eigentlich immer egal, hauptsche der SL kannte sich aus und ich wusste wie man sich einen krassen Mosher baut.

Ich lerne komplexe Welten schätzen und schüttele nur mit dem Kopf, wenn die Mitspieler sich nicht mit ihnen auseinandersetzen und falsche Entscheidungen treffen, weil sie etwas anders sehen, weil sie nur halb drüber gelesen haben. Diverse Streits mit Leuten hier im Forum sind ein klassisches Beispiel dafür, wie man seine Zeit mit so etwas herrlich vergeuden kann. Das hat in meinen Augen wenig mit Fanboy-Tum zu tun, sondern mehr damit, das ich einen gut synchronisierten gemeinsamen Vorstellungsraum schätzen gelernt habe, der allen Mitspielern durch starke Regeln und einen festen Hintergrund Sicherheit gibt. Wenn die Vorlage gut ist, dann muss man sich nicht ständig über Auslegungen streiten.

Zu Weihnachten kam es dann am 25ten zum traditionellen Spiel und ich traf auf meine Kumpels von früher. Die wollen immer noch einfach spielen. Viele von ihnen zocken immer noch AD&D2, weil sie keinen Bock haben sich in ein neues System einzuarbeiten und wollen einfach Spaß haben. Die spielen durchaus ihren Charakter, aber im Zweifelsfall ist ihnen das gemeinsame Chips Essen und Unfug labern viel wichtiger als die Regeln oder die Welt auf der wir spielen. Ihre Sicht auf das Spiel beschränkt sich auf das reine Spaß haben und das geht auch ganz hervorragend mit einem schlechten System, einer rudimentären Story und ständigen Raucher oder OT Pausen.

Ich glaube auch bestärkt durch dieses Erlebnis immer mehr, das mehr Wissen und mehr Beschäftigung mit dem Rollenspiel nicht unbedingt auch mehr Spaß bedeuten, wenn der Rest der Gruppe einfach nur spielen will. Für viele Leute die früher mit mir gespielt haben ist Rollenspiel einfach nur das Treffen mit Freunden um eine schöne Zeit zu verbringen und zu zocken. Die können genauso viel Spaß haben, wenn wir Brettspiele zocken oder einen Videoabend machen.

Für mich hingegen wird Rollenspiel wohl immer mehr zum Leistungssport, mit dem ich mich und meine Mitspieler unter Druck setze, weil ich and er Spitze mitspielen will. Das kann unheimlich viel Spaß machen, wenn man gute Mitspieler hat, welche die selben Sachen schätzen wie man selber, aber auch für viel Frust sorgen, wenn die Spieler einfach nur ihren Spaß haben wollen.

Für mich reift also zur Zeit die Erkenntnis, das ich vielleicht mit dem ganzen Scheiß aufhören und einfach nur noch spielen sollte.

So wie früher.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: sunmaster am 31.12.2008 | 09:14

Schönes Thema :-)

Ich habe, als die oWod aktuell war, lange Kampagnen in fast allen Systemen mit meiner Gruppe gezockt.
Aber wir haben alles - die Städte, die NPCs und die Thematiken - selbst gemacht. Kaum sind wir auf das
originale oWoD eingegangen. Heute weiss ich aber, dass das original oWoD so seine eigene Komplexität und
Herausforderungen mit sich gebracht hätte. Ich würde mir wünschen, dass wir uns "sportlicher" Art den Herausforderungen
des Metaplots angenommen hätten.

Ich habe früher auch AD&D2 gezockt. Auch hier war es eine eigene Kampagne - zwar auf einer offiziellen Welt DL - , aber alles
andere "locker und lässig" - auch im Umgang mit den Regeln -. Damals fand ich das lockere cool, aber heute würde ich mir mal
eine Runde H4rDC0r3-Munchk!nis!m-Kill-and-Destroy wünschen, wo der GM gegen die Spieler spielt - natürlich fair auf den gleichen Regeln - und man wirklich alles memorisiert haben muss, damit man das nächste mal auch mitspielen darf. Sowas in der Art.

Ich glaube man sollte nur mit Leuten, die wirklich Regelreiterei wünschen, diesen Spielstil pflegen, mit allen anderen aber locker und lässig spielen. So wird man wohl einen Mittelmass und Mittelweg finden, und weder das eine noch das andere überstrapazieren.

Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: ChaosAmSpieltisch am 31.12.2008 | 09:17
Da man beides miteinander verbinden kann, sehe ich so ganz nicht das Problem. Wo ich in DSA die halbe Welt auswendig kann, und mit passenden Leuten spiele, so wenig weiß ich von D&D und seinen Mechanismen.

So komplex meine Szenarien auch mal werden, und ich sie auch gerne spiele, ein einfaches Hack 'n Slay (ohne tiefen komplexen Plot) kann mich sehr erfreuen.

Wichtig ist nur, dass die Gruppe an einem Strang zieht, und alle das selbe Ziel haben.

Klar kann man nicht mit jedem jedes Rollenspielthema diskutieren, aber das muss man ja auch nicht.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Joerg.D am 31.12.2008 | 09:27
@Sunmaster

Meine Erfahrung ist halt, das viele Leute die sich intensiv mit dem Thema Rollenspiel befassen irgendwann frustriert sind, weil der Rest ihrer Gruppe es nicht so haben möchte wie sie. Das führt zu Streiterein in der Gruppe, weil einer einfach Leistungsrollenspiel betreiben will und der Rest auf Freizeitzocken steht. Da gibt es eigentlich auch wenig Mittelwege, wenn ich mir die Forenlandschaft so angucke.

Viele Leute spielen nur noch auf den Treffen von diesem Laden oder jammern ständig, wie schlecht ihre Runden Zuhause sind. Ich habe mit meiner Stammrunde echt Glück, weil ich einen Spieler habe der mir wirklich regelmäßig Feedback gibt und an dem ich mich bei der Entwicklung reiben kann, aber ob ich noch spielen würde, wenn der nicht mit dabei wäre, weiß ich nicht.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Chiungalla am 31.12.2008 | 09:38
Eine uralte Rollenspielerfahrene Gruppe, am besten aus guten Freunden bestehend, braucht eben keine "guten Regeln" und keinen "tollen Hintergrund" um einen gemeinsamen Erlebnisraum zu schaffen.
Den haben sie in Jahren oder Jahrzehnten schon ausreichend definiert.
Oft spielen sie auch mit Tonnen von Hausregeln, ohne sich dessen überhaupt bewusst zu sein.

Eine Gruppe die sich aus flüchtigen Bekannten frisch zusammen gewürfelt hat, braucht in der Regel hingegen schon ein festes Gerüst an dem sie sich festhalten kann, bis man sich gegenseitig im Rollenspiel gut genug kennt.

Gute Regeln, mit denen sich alle Spieler anfreunden können, helfen beiden Gruppen.
Aber bei der frischen Gruppe sind sie sicher wichtiger als bei der alten.

Ich finde nicht das D&D 1 ein gutes System ist, und AD&D finde ich persönlich noch erheblich schlechter. Trotzdem würde ich mich ohne eine Millisekunde zu zögern jederzeit wieder in meine alten Runden mit den Systemen setzen.

Ich würde aber keine neue Runde mit einem der Systeme starten.

Und ja, Du siehst Rollenspiel meiner Meinung nach viel zu sehr als Leistungssport.
Man kann sich bei Dir halt nicht einfach nur an den Tisch setzen, und Spaß haben.
Da wird Leistung verlangt und eingefordert. Vor, während und nach dem Spiel.
Im Gegenzug bist Du dann aber auch selbst sehr engagiert bei der Sache.  :d

Muss man wohl mögen, diese Art zu spielen, oder eben nicht.

Ist vielleicht wie mit dem Sport.
Da gibt es ja auch Leistungssportler und Freizeitsportler.
Spaß an ihrem Hobby haben wohl beide, aber auf wahrscheinlich sehr andere Art und Weise.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: 4-Port USB Hub am 31.12.2008 | 10:01
Ich kann Jörg.Ds Erfahrungen nur bestätigen. Unterschiedliche Ansprüche ans Rollenspiel sorgen für Frust am Spieltisch. Nicht dass das eine besonders revolutionäre Erkenntnis wäre, aber manchmal ist weniger eben mehr. Da muss man seine eigenen Ansprüche etwas runterschrauben und versuchen "einfach nur Spaß zu haben" und hin und wieder mal über Regeln sowie Hintergrund hinweggehen.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: oliof am 31.12.2008 | 10:04
Zitat von: Jörg.D
Ich glaube auch bestärkt durch dieses Erlebnis immer mehr, das mehr Wissen und mehr Beschäftigung mit dem Rollenspiel nicht unbedingt auch mehr Spaß bedeuten, wenn der Rest der Gruppe einfach nur spielen will. Für viele Leute die früher mit mir gespielt haben ist Rollenspiel einfach nur das Treffen mit Freunden um eine schöne Zeit zu verbringen und zu zocken. Die können genauso viel Spaß haben, wenn wir Brettspiele zocken oder einen Videoabend machen.

(Hervorhebung von mir)

Das stimmt. Ich will auch kein Rollenspiel als Leistungssport betreiben. Was mich davon abgehalten hat, zu einem Clemens-Meierschen NSC (Besucher der hspielt und Leser der Abenteuer. wissen, wovon ich rede: Leute, die eigentlich viel für das Rollenspiel tun oder getan haben, aber darüber das Spielen vergessen/verlernen) zu verkommen, weiß ich nicht; vielleicht eine rechtzeitige Rückbesinnung darauf, warum ich mal angefangen habe, mich mit den ganzen Fragen auch mit einem etwas analytischeren Blick zu beschäftigen.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Intensive (analytische) Auseinandersetzung mit einem Hobby, dass Dich begeistert, muß nicht falsch sein. Aber wenn Du das Hobby betreibst, solltest Du vornehmlich das tun.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Lord Verminaard am 31.12.2008 | 10:20
Zitat
Für mich reift also zur Zeit die Erkenntnis, das ich vielleicht mit dem ganzen Scheiß aufhören und einfach nur noch spielen sollte.

So wie früher.

Soweit das noch möglich ist! Der Fluch der Erkenntnis: Ist die Büchse der Pandora einmal geöffnet...

Na ja, ganz so theatralisch muss man es vielleicht nicht sehen. Und man sollte auch die Macht der Autosuggestion nicht unterschätzen. ;) Ich habe seit einer Weile eine Runde mit Leuten aus dem Freundeskreis meiner Freundin, zwei sind totale Anfänger und trauen sich z.B. nicht, in direkter Rede zu sprechen. Die anderen beschäftigen sich außerhalb der Spielsitzung auch nicht mit Hintergrund und System. Keiner kennt wirklich die Regeln. Das wusste ich von Anfang an und habe mich entsprechend darauf eingestellt. Dann spielen wir halt lockerer, es muss alles nicht so hundertprozentig sein.

Im Moment spielen wir Vampire: the Masquerade, 2nd Edition, und haben neulich für einen Kampf vier gegen vier drei Stunden gebraucht. Initiative, Angriff, ggf. Dodge, Schaden, Soak, Repeat. Gegen welche Schwierigkeit war der Angriff noch mal? Auf was würfel ich noch mal, wenn ich Dominate 2 benutzen will? *blätter, blätter* Stört mich alles nicht! Ich wusste ja, worauf ich mich einlasse, und bin ganz entspannt. Spaß macht es trotzdem, weil ich die Leute mag, und bei mir auch ein gehöriges Bisschen Nostalgie mitschwingt. Nun ja, jedenfalls genug Spaß, um die dafür aufgewendete Freizeit (ein Sonntag im Monat) zu rechtfertigen.

Auf der anderen Seite weiß ich aber auch, was mein Vergleichsmaßstab ist. Ich habe ja, insbesondere mit Leuten aus diesem Forum, schon großartige, intensive Runden gespielt, die eine ganz andere Dimension des Rollenspiels darstellten und die ganz sicher auch von dem ganzen Wissen, den Erfahrungen und insbesondere der Tatsache, sich einfach sehr bewusst mit dem Hobby auseinandergesetzt zu haben, überhaupt erst ermöglicht wurden.

Es fällt mir schwer, diese Runden mit den Runden früherer Tage, als meine Unschuld noch unbefleckt war und ich noch inzestuös mit immer denselben Leuten spielte, zu vergleichen. Erstens sind diese Runden einfach schon verdammt lange her und meine Erinnerung ist trügerisch. Und zweitens ist die rosarote Brille der Nostalgie nicht zu unterschätzen.

Ich glaube, ein Vorteil, den diese alten Runden bei mir persönlich hatten, war Zeit. Man nahm sich einfach mehr Zeit für ein System und ein Setting. Und das zahlt sich eben auch aus. Meines Erachtens wird jedes gute System und jedes gute Setting mit der Zeit besser. Man weiß mehr darüber, entdeckt neue Möglichkeiten, spielt gekonnter und selbstverständlicher auf einer breiter werdenden Klaviatur. Das gilt sowohl taktisch/strategisch wie auch thematisch.

Trotzdem, wenn ich für eine regelmäßige Rollenspielrunde die Leute meiner Wahl in mein Wohnzimmer beamen könnte, würde ich auf jeden Fall das von all den neuen Erkenntnissen beeinflusste, sagen wir mal „anspruchsvolle“ Spiel betreiben wollen. Vielleicht mit dem zusätzlichen Bonus, sich die Zeit zu nehmen, System und Setting richtig gut kennenzulernen und Charaktere langsam und differenziert zu entwickeln.

Jedenfalls aber bestätigt meine persönliche Erfahrung, dass es möglich ist, „einfach nur so zu spielen, wie früher“ – auch ohne „mit dem ganzen Scheiß aufzuhören“. Man sollte es aber tunlichst unterlassen, den ganzen Scheiß einer Gruppe aufzunötigen, die keinen Bock drauf hat. ;)
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Kelzas am 31.12.2008 | 10:40
Jörg
Viele Leute spielen nur noch auf den Treffen von diesem Laden oder jammern ständig, wie schlecht ihre Runden Zuhause sind. Ich habe mit meiner Stammrunde echt Glück, weil ich einen Spieler habe der mir wirklich regelmäßig Feedback gibt und an dem ich mich bei der Entwicklung reiben kann, aber ob ich noch spielen würde, wenn der nicht mit dabei wäre, weiß ich nicht.

Nun mit ein paar Stammi's ist es ja immer noch am besten. Mich stört es auch wenn die Player in ein Game kommen und dann immer erwarten, dass der SL so reagiert wie sie es sich vorgestellt haben. Ich finde das nervt -.-

In letzter Zeit spiele ich mit einigen Kumpels auch oft RP's in dem die Spielregeln für SL und Player variieren können. So kann man viel ausprobieren und man kann nichts im Voraus erwarten, da man so nicht weiß wie man agieren muss bzw. sollte.

Im allgemeinen sage ich einfach mal: Unwissenheit ist in solchem Falle geil  :d
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Joerg.D am 31.12.2008 | 10:55
Ich glaube schon, das eine Runde mit Leuten die Spaß am Spiel haben und Gas geben wollen besser ist als eine Runde die sich nur trifft um halt zu spielen. Aber in der Realität sieht es halt so aus, das ich nur mit einem Freund in der Runde Spiele und der Rest nette Bekannte sind (wobei ich mit dem Wort Freund auch sehr vorsichtig umgehe).

Ich stelle regelmäig gute Gruppen aus tollen Spielern zusammen, die sich einfach mal so treffen und das sind meist Fanale des guten Rollenspiels, aber Rollenspiel ist halt was man regelmäßig macht und da merke ich halt ganz deutlich, das meine Ansprüche erheblich höher sind als das was mir hier oben geboten werden kann.

Das Problem hätte ich nicht, wenn ich nicht so viel von der großen weiten Welt wüsste.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Vash the stampede am 31.12.2008 | 11:00
...
Das Problem hätte ich nicht, wenn ich nicht so viel von der großen weiten Welt wüsste.

Dann hättest du nur andere Sorgen, die jetzt vielleicht kleiner erscheinen, aber mit deinem dortigen Wissenstand ebenso groß wären.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Chiungalla am 31.12.2008 | 11:07
Zitat
Ich glaube schon, das eine Runde mit Leuten die Spaß am Spiel haben und Gas geben wollen besser ist als eine Runde die sich nur trifft um halt zu spielen.

Die Aussage finde ich in so fern schwierig, dass man sich vorher klar machen müsste, was überhaupt "besser" oder "gut" ist. Und das ist glaube ich sehr schwierig.

Für mich persönlich würde ich das über den Spaß an der Runde definieren, was natürlich in höchstem Maße subjektiv ist, und wo jeder andere Kriterien hat.

Meinem Spielspaß tut aber z.B. ein gerütteltes Maß an OT-Konversation und schleifen lassen des Plots nicht unbedingt schlecht. Ist ja auch gerade wichtig, dass man sich menschlich ganz gut versteht in einer Gruppe.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Joerg.D am 31.12.2008 | 11:19
@ Chiungalla: Wenn ich sehe was bei diversen Runden mit hochklassigen Spielern rumgekommen ist, wage ich es, Dir da zu wiedersprechen.

@ Vash: Nein, ich sehe die Runden mit denen ich früher gespielt habe und in denen ich hochzufrieden war. Die selben Runden haben Heute immer noch Spaß, aber ich könnte bei ihnen nicht mehr dauerhaft spielen. Ganz im Ernst ich bekomme Kopfschmerzen, wenn ich System wie AD&D2 oder DSA in Kampagnen spielen soll.

Und wenn ich einen Plott vorbereitet habe der von den Spielern ignoriert wird, oder sie fragen wann sie wieder moshen können, dann weiß ich, das ich Heute halt anders bin.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Chiungalla am 31.12.2008 | 11:28
Zitat
@ Chiungalla: Wenn ich sehe was bei diversen Runden mit hochklassigen Spielern rumgekommen ist, wage ich es, Dir da zu wiedersprechen.

Welcher Aussage von mir genau willst Du auf Basis dessen widersprechen?
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Joerg.D am 31.12.2008 | 11:42
Zitat
Die Aussage finde ich in so fern schwierig, dass man sich vorher klar machen müsste, was überhaupt "besser" oder "gut" ist. Und das ist glaube ich sehr schwierig.

Dieser Aussage

Ich weiß das Leute die sich intensiv mit dem Thema beschäftigen eher besser als schlechter werden (Ausnahmen bestätigen die Regel). Es ist für mich nicht schwierig einen guten oder besseren über seine Fertigkeiten zu definieren.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: 1of3 am 31.12.2008 | 11:45
Das verhält sich so ähnlich wie bei der Notengebung. Wer gut ist, da scheiden sich die Geister, aber wir alle werden uns vermutlich sehr einig sein, wie das Ranking der Fähigkeit in einer gegebenen Gruppe aussieht.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Chiungalla am 31.12.2008 | 11:57
Es ging ja im ursprünglichen Post, auf den sich meine Aussage bezieht, nicht um Einzelpersonen, sondern um Gruppen.

Was ich in diesem Zusammenhang auch für eine wichtige Unterscheidung halte.

Rollenspieler kann man wohl sehr leicht als gut, weniger gut oder schlecht bewerten.
Natürlich spielen da natürliche Präferenzen immer eine Rolle.

Aber bei einer Gruppe ist es meiner Meinung nach anders.
Eine gute Gruppe macht sehr viel mehr aus, als eine Ansammlung von besseren Einzelspielern.
Daher finde ich es schwierig hier ein Schild "besser" dran zu hängen.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Ein am 31.12.2008 | 12:05
Wie bei jedem Hobby geht es auf Dauer nicht gut, wenn Amateure auf echte Hobbisten treffen. Egal, ob Rollenspiel, Tanzen oder Fussball - unterschiedliche Erwartungen ans Spiel ruinieren langfristig immer irgendeiner Partei den Spaß.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Kinshasa Beatboy am 31.12.2008 | 12:18
Das ist doch mal wieder ein extrem interessantes Thema. Vielen Dank, lieber Jörg. Finde es klasse, dass Du so aktiv und regelmäßig spannende Diskussionen anstößt.

Ich kann mich mit einer Kombination der Aussagen von Oliof und Vermi anfreunden, würde aber noch etwas ergänzen wollen. Oliof und Vermi gehen beide darauf ein, dass sich mit zunehmender Intensität der analytischen/theoretischen Auseinandersetzung mit einem Thema der Blickwinkel verändert. Das glaube ich auch.

Vorteilhaft ist, dass man gezielter seine Interessen verstehen und erkunden sowie "passendere" Spiele und Mitspieler finden kann. Es besteht jedoch zugleich die Gefahr, dass erstens bei dieser Auseinandersetzung die ursprüngliche, naive Begeisterung durch eine nüchternere Perspektive ersetzt wird. Man verliert so ein bisschen die Unschuld. In der Wissenschaft nennt sich sowas am ehesten "Hawthorne Effekt (http://de.wikipedia.org/wiki/Hawthorne-Effekt)" und bezeichnet vereinfacht den Umstand, dass Personen unter Beobachtung ihr Verhalten ändern. Beim Rollenspiel oder meinetwegen auch Salsa ist man da dummerweise zugleich Versuchsleiter und Teilnehmer.

Zweitens erzeugt die Auseinandersetzung ganz analog zu Jörgs Post ein erhöhtes Anspruchsdenken, welches sich schwieriger befriedigen lässt. Es droht ein schaler Nachgeschmack, welcher ohne vorherige Beschäftigung mit dem Thema nicht entstanden wäre.

Die positiven Aspekte sind natürlich wunderbar. Wichtig zur Vermeidung von Frust erscheint mir aber die Entwicklung einer Strategie für den Umgang mit den negativen Aspekten zu sein. Nach meiner Erfahrung lassen sich diese negativen Aspekte im Wesentlichen durch zwei Dinge kontrollieren.

Einerseits funktioniert eine Rückbesinnung auf die ursprünglich die Faszination auslösenden Komponenten des Hobbies sehr gut. Oliof deutet das beim Salsa an und beim Rollenspiel scheint mir der Old-School-Hype generell und bei mir speziell das frisch entfachte Feuer für D&D4 damit sehr eng zusammenzuhängen.

Und andererseits hilft auch ein Überdenken der Ziele ganz gut. Vermi beschreibt das über seine Einsteigerrunde, in der er über den sozialen Kontakt viel Spaß hat. Eine tolle Runde ist da zwar schön, steht aber nicht im Vordergrund. Jörg fährt mit seinen "Starspielerrunden" eine ähnliche, wenngleich in der Zielformulierung natürlich unterschiedliche Strategie.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

EDIT: Bisschen Rechtschreibung.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Joe Dizzy am 31.12.2008 | 12:36
Wenn man sich zu viel mit Systemen beschäftigt und über Mechaniken grübelt, dann kommt irgendwann der Punkt an dem man zu viele Sachen ablehnt, die man früher mit Freude gespielt hat. Unwissenheit kann den Spaß also nach meiner Meinung erheblich fördern.

Dem kann ich so überhaupt nicht zustimmen. Genauso gut könnte man sagen, ob man nicht mehr Spaß am Musizieren hat, wenn man keine Ahnung von Harmonien und Tönen hat. Oder ob man mehr Spaß am Schreiben hat, wenn man kein Buch liest. (Wer das glaubt, dem empfehle ich mal Garth Merenghi's Darkplace zu schauen.)

Das Problem ist nicht, dass man mehr weiß; sondern dass man mit diesem Wissen nicht gut umgehen kann. Jeder Idiot kann sich zu railroading, GNS, ARS, Immersion und sonst was etwas anlesen und dann wie bekloppt Internetforen oder andere Rollenspieler damit zumüllen was denn daran alles gut/schlecht/genial/bescheuert/etc. ist. Es passiert ja auch alle Monate wieder, dass jemand ins Rollenspieltheorie-unterforum kommt und dann ganz groß ein Faß aufmachen will. Aber sich die Sachen anzulesen und dann Stück für Stück zu lernen, wie und wo es Sinn macht diese einzubringen um das Spiel zu verbessern... das ist für viele mehr Arbeit als sie sich halt machen wollen.

Warum (s)eine Theorie an die Praxis anpassen, wenn man einfach die ganze Praxis als "niederes Spaß-Rollenspiel" oder "entartete Nabelschau für das Kleinbürgertum" abtun kann?

Dieses Leistungssport-Rollenspiel ist für mich genau das. Der Versuch das eigene Spiel an eine Theorie anzupassen, statt die Theorie an das eigene Spiel. Natürlich geht sowas in die Hose. Natürlich macht das keinen Spaß. Aber das liegt nicht daran, dass Theorie als solches ein Hindernis für Spielspaß ist. Sondern dass die Theorie durch das Spiel verändert werden muss, nicht umgekehrt.

Da hab ich mir eine Zwiebel an den Gürtel gehängt, das war damals übrigens üblich und die Überfahrt hat 5 Cent gekostet und auf dem 5 Cent Stück war damals noch ein wunderschöner Hummelschwarm abgebildet.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Dominik Schwager am 31.12.2008 | 12:45
Wie bei jedem Hobby geht es auf Dauer nicht gut, wenn Amateure auf echte Hobbisten treffen. Egal, ob Rollenspiel, Tanzen oder Fussball - unterschiedliche Erwartungen ans Spiel ruinieren langfristig immer irgendeiner Partei den Spaß.
Das würde ich so bedenkenlos unterschreiben.
Ich persönlich folgere daraus, dass man immer mit Leuten spielen sollten, die das gleiche aus dem Spiel rausziehen wollen. Weder die eine noch die andere Art zu spielen sind "schlechter" oder "besser", lediglich "anders". Leider gibt es bei Diskussionen über dieses Thema immer irgendwelche Leute, die behaupten, dass ihre Spielart die beste wäre, weil sie so erfahren sind und deswegen keine Regeln mehr brauchen, die besten Regeln haben oder irgendwelchen ähnlichen Unsinn. Deswegen bringt die Diskussion zumeist nichts.

Ein weiteres Problem, dass ich öfters mal sehe, ist dass Leute theoretisieren und theoretisieren, aber nie was umsetzen. Wenn man viel theoretisiert, muss man regelmäßig neue Techniken anwenden, sonst wird es natürlich frustrierend.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: sunmaster am 31.12.2008 | 13:57
Ich finde das lustig, wie in den letzten zwei Antworten immer mehr die Theorien in das Thema reingebracht werden, obwohl
Jörd nichts, aber auch gar nichts darüber geschrieben hat.

(Meine Theorie passend zum Sylvester total abgedreht und besoffen: Die Theorien werden ins Spiel gebracht, weil Verminaard sich hier zu Wort meldete.)

@Dominik und Georgios: Was Jörg wohl machte - und gezwungen war zu machen, auf Grund seiner RPG Bekanntschaften - mit Leuten, die Linux nur auf der Arbeit verwenden und sonst nix damit zu tun haben, sich über die Feinheiten von Linux-Systemen zu unterhalten. Oder sowas in der Art.
Mit Super-L33ts an einem Tisch gemeinsam mit DAUs zu sitzen, wird nerven. Aber das wurde nun einige Male nun schon zum Ausdruck gebracht.

Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Boba Fett am 31.12.2008 | 14:02
Wenn man sich zu viel mit Systemen beschäftigt und über Mechaniken grübelt, dann kommt irgendwann der Punkt an dem man zu viele Sachen ablehnt, die man früher mit Freude gespielt hat. Unwissenheit kann den Spaß also nach meiner Meinung erheblich fördern.

Dem kann ich so überhaupt nicht zustimmen. Genauso gut könnte man sagen, ob man nicht mehr Spaß am Musizieren hat, wenn man keine Ahnung von Harmonien und Tönen hat. Oder ob man mehr Spaß am Schreiben hat, wenn man kein Buch liest.

Ich denke, es verhält sich in diesem Fall anders herum...
Man hat keinen Spaß mehr am Hören bestimmter Musikstücke, weil man mehr auf die (plötzlich erkennbaren) Fehler achtet, als dass man den tollen Rythmus oder inspirierenden Text genießt.
Oder man hat als Autor keinen Spaß mehr am Lesen bestimmter Bücher, weil man auf die Fehler stößt, die man vorher einfach überlesen hätte.

Eine Bekannte arbeitet freiberuflich als Kamerafrau für die privaten TV Sender - Mit der kann man nicht mehr ins Kino gehen. Sie kann einen Film nicht mehr geniessen und der Story folgen, weil sie nur noch auf Kameraführung, Schnittechniken oder dergleichen achtet. Sobald es ihr mißfällt, fängt sie (während des Filmes) an, den Film zu zerreden - nicht weil sie die Story, die Schauspielerei nicht mag, sondern weil die Kameraführung (in ihren Augen) schlecht ist. Wenn es ihr gefällt, kann sie sich stundenlang über die tolle Kameraführung auslassen, weiß über die Details der Handlung aber kaum etwas zu berichten.
Dabei hat sie mal ihren Beruf angefangen, weil sie leidenschaftliche Kinogängerin war.
Ein anderer guter Freund ist absoluter Film-Musik-Fan - auch mit dem kann man nicht ins Kino gehen. Er kann Dir hinterher den gesamten Soundtrack vorpfeifen, aber weiss nicht, was im Film ablief...

Ich denke, das ist näher an Jörgs Problem - Änderung der Perspektive von naiv begeistert in sachlich erfahren.
(Wie Kinshasa Beatboy das sehr gut ausgeführt hat)

Lösung? Ich denke, es gibt keine Patentlösung...
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Ein am 31.12.2008 | 14:14
Ja, Boba, trifft das sehr genau.

Zitat
Vermi hat einen Weg gefunden.
Der leider z.B. nicht meiner ist. Ich habe genau das über das letzte Jahr versucht und ich muss sagen, für mich ist es nichts. Selbst bei D&D4 kann ich nicht runterschalten, sondern will alles herausholen.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Joerg.D am 31.12.2008 | 14:24
Georgios, ich habe mich nirgendwo in meinen Posts auch nur im geringsten auf Theorie bezogen, sondern auf die Entwicklung als Spieler und SL. Ich habe von Spielen geschrieben die ich gespielt und von Mechaniken mit denen ich mich beschäftigt habe. Das hat NULL mit Theorie zu tun, weil ich die Sachen gespielt und bearbeitet habe. Das hat alles mit der Praxis zu tun.

Es hat sich bis auf dich auch keiner der Poster auf die Theorie bezogen, was mir eigentlich zeigt, das der Rest es auch so verstanden hat wie es gemeint war. Folglich hast Du mit deinem Post schlicht und einfach das Thema verfehlt.

Setzen 6

@ Beatboy

Wenn du schreibst, das Du es für Unsinn hältst, das das Leute die sich intensiv mit dem Thema beschäftigen eher besser als schlechter werden, dann ist deine Argumentation leider recht löchrig. In meinen Augen sogar fast nicht nachvollziehbar. Meine Argumentation lautet, das bei gleicher Begabung der Spieler der sich intensiver mit der Materie befasst besser ist.

Ich will dieses Argument auch gerne mal in einem Praxisbeispiel aus meiner Vergangenheit begründen.

Ich habe eine Artesia Runde mit Lord Verminard, Oliof und dem MSch gehabt. Da wurde zum Anfang viel in den Regelwerk geblättert und aus diesem Argumentiert. Es gab leckeres Essen und die Mitspieler war und sind menschlich und von der Kompetenz her mit das Beste was ich auf dem Rollenspielsektor kenne. Es hat also viel Spaß gemacht, auch wenn mich die wenigen IC Gespräche und das ewige Blättern gestört haben. Oliof hat dann irgendwann angemerkt, das dieser Umstand mit der wachsenden Erfahrung sicher besser werden wird. Trotzdem haben wir in Situationen wo wir nicht sicher waren Entscheidungen aus dem Bauch getroffen, die aus unseren Erfahrungen mit anderen Rollenspielen begründet worden sind. (tatsächlich ist das Regelwerk so gut, das diese Sache recht selten vorgekommen ist)

Es wurde wirklich mit wachsender Regel und Weltkenntnis noch viel besser. Wir haben immer noch nett geplaudert, es gab immer noch tolles Essen und die Leute waren immer noch genau so toll wie vorher. Wir haben aber erheblich mehr gespielt und dadurch mehr Zeit für die von mir geliebten IC Dialoge und das Vorantreiben des Plots gehabt.

Mit Leuten die nicht so erfahren gewesen wären, hätte das Spielen eines solch komplexen Systemes nur halb so viel Spaß gemacht, weil da halt alles aus dem Buch nachgelesen hätte werden müssen. Leute die mit vielen Rollenspielen Kontakt hatten und sich dementsprechend meist intensiv mit verschiedenen Sichtweisen auseinander gesetzt haben, sind für mich also tatsächlich potentiell bessere Rollenspieler. Wenn der Mensch hinter der Erfahrung nichts taucht, nutzt einem die Erfahrung natürlich auch nichts, aber deshalb heißt es ja so schön, spiele nicht mit Arschlöchern.

@ Boba

Vermi spielt mit Leuten die er mag, aber er schreibt auch, das seine Traumrunde anders aussieht. Das ist also in meinen Augen keine Lösung, sondern nur ein Akzeptieren der Umstände. Vielleicht bin ich da zu Amerikanisch, versuche deinen Traum zu leben und gebe Dich nicht mit dem ab, was du bequem bekommen kannst.

@ Ein

Ja, unterschiedliche Erwartungen können leicht zu Problemen führen. Boba hat da mal was gutes zum Baseball und seiner Mannschaft zu geschrieben.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Kelzas am 31.12.2008 | 14:29
Faustregel: Mit Leuten die man kennt machts allgemein mehr Spaß. Da find ich es egal aus welchem Blickwinkel man sowas sieht.^^
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Ein am 31.12.2008 | 14:34
Zitat
Faustregel: Mit Leuten die man kennt machts allgemein mehr Spaß.
Nicht wenn man sich ganz unterschiedliches vom Spiel erwartet.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Falcon am 31.12.2008 | 14:43
he, da hat man ja gleich ein Deja vu. Das gleiche Thema hatte ich vor ein paar Jahren schonmal angesprochen, unter anderem hier
http://tanelorn.net/index.php/topic,35514.0.html
den eigentlichen Thread finde ich nicht mehr.

Es hatten wohl einige Leute Probleme, sich da hinein zu versetzen, die noch nicht das Stadium der Resignation erreicht haben. Jetzt ists wohl einer mehr ;)

Vielleicht habt ihr auch die Retro-Oldschool RPG Welle im Internet mitbekommen. Die gibts imho auch aus dem gleichen Grund: Resignation. "Früher war ja doch nicht alles so schlecht".

Ich glaube schon, daß eine Runde immer mehr Spass hat wenn sie den entsprechenden Aufwand hinein steckt (viele Spieler, die "einfach spielen" behaupten ja einfach unbewiesen "brauchen wir nicht, wir haben schon Maximal viel Spass"). Diese ganzen RPG Methoden sind ja unglaublich mächtig, wenn alle virtuos damit umgehen können.
Aber das tut ja kaum eine Runde.

Und wenn man dann auch noch der Einzige ist, der sich Wissen aneignet, man es aber nicht einsetzen kann, denn das meiste davon geht nunmal nur zusammen, macht sich Frust breit. Denn schliesslich will man all die tollen Möglichkeiten von denen man in Foren liest, natürlich auch selbst von anderen Leuten im Einsatz sehen.
Das ist ja später wohl überhaupt nur der Grund warum man sich in den Foren noch herumtreibt. Mit Spielern, die "einfach spielen" wollen bekommt man seine Ansprüche nicht erfüllt. Und im Netz wird dan fleissig das RPG erschlossen, das niemals gespielt wird.

Mir hats gut getan vor ein paar Jahren die alte Runde gekippt zu haben und eine neue aufgezogen zu haben. Die machen einigermaßen mit bei der Outtime Ausgestaltung der Runde (Flags, Agendaabende (http://tanelorn.net/index.php/topic,45073.0.html)).
Allerdings bin ich in der Hinsicht auch wie ein Ackergaul und da kann kaum jemand mithalten. Und selbst bei so viel Glück mit Spielern macht sich langfrisit gein Vorpsrung breit, der wieder neuen Frust aufbaut. So verlange ich von den Mitspielern immer mehr.

Deswegen habe ich mir vor kurzem vorgenommen auch die Handbremse zu ziehen und die Erwartungen massiv zurückzuschruaben und sozusagen auf der OldSchool Welle einzusteigen.
Ich plane aus diesem Grund sogar eine Zweitrunde mit hartwurstigem Spiel.

Jetzt kann man meinen, wenn man einmlal aus dem Jammertal der Unwissenheit getreten ist kann man nie mehr zurück. Aber das stimmt ihmo nur fast.
Denn das Tolle daran: Das Wissen, daß man sich angeeignet hat kann man ja auch für einfache Runden benutzen. Denn schliesslich weiss ich ja jetzt wie ich eine klassische Runde aufziehen muss, daß sie auch Spass macht. Sogar mehr Spass als früher, und Leute, die "wie früher" spielen wollen, sind auch eher bereit sich dann da rein zu hängen, des es ist ja nichts Neues (und so zufrieden, wie alle Bier&Brezel Spieler behaupten, also völlig planlos spielen, sind die mit ihrem RPG imho auch nicht) Selbst eine Hartwurstrunde muss gut vorbereitet und durchdacht sein. Man kann das Wissen also immer positiv nutzen.
und wie früher spielen.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Joe Dizzy am 31.12.2008 | 14:47
Ich denke, es verhält sich in diesem Fall anders herum...

Es ist genau das selbe. Wer die Theorie über die Praxis stellt, macht sich den Spaß kaputt. (Und für die Leute, denen bei Worten wie Theorie und Praxis gleich die Hosen flattern, ersetzen sie bitte Theorie mit Ansprüche und Praxis mit tatsächlichem Spiel.)

Das liegt an dieser naiv-arroganten Ansicht, dass einem nur Dinge gefallen, die qualitativ gut sind. Wenn man also das Rollenspiel so biegt, dass es nach irgendwelchen willkürlich gesetzten Maßstäben "gut" ist... dann muss es einem danach mehr Spaß machen. Genau so macht man sich seinen Spielspaß kaputt. Genau das meine ich, wenn ich vom falschen Umgang mit Wissen fasele.

Die Gefahr, der deine Bekannten anscheinend zum Opfer gefallen sind, ist dass man mit all diesem neuen tollen Fachwissen das aus den Augen verliert, weshalb man anfänglich überhaupt Begeisterung für den ganzen Kokolores empfunden hat. In manchen Fällen wird das anfängliche Interesse sogar völlig von einem solchen Reinheitstrieb ersetzt. Zum Beispiel in dem man versucht unverfälschtes, konzentrietes, perfektes Rollenspiel der eigenen Ansprüche umzusetzen. Wenn das nicht oder so gut wie nie klappt, setzt dann die große Frustration ein.

Und dann werden solche Threads gestartet.
Oder gleich ein neues Rollenspiel.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Skyrock am 31.12.2008 | 14:51
Mir ist durch mein gewachsenes Wissen sicher einiges verleidet worden, womit ich früher leben konnte, wie etwa die umständlichen SR-Kampfregeln.
Andererseits habe ich auch den Spaß an vielen alten Sachen zurückgewonnen, die ich früher als "altmodisch" verschmäht habe, wie zufällige Charaktererschaffung, Lifepaths oder Zufallsbegegnungen.

Mit Hobbyspielern habe ich kein Problem, habe ich doch außer auf Cons und Treffern eh effektiv nur Hobbyspieler um mich rum. Man zieht mit denen eben ein etwas anderes Spiel auf und fordert sie etwas weniger, das Problem sehe ich dabei nicht,
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Kinshasa Beatboy am 31.12.2008 | 15:16
@ Jörg: Begrifflichkeiten wie "besser" oder "schlechter" hatte ich sehr bewusst vermieden. Das ist beim Rollenspielen in höchstem Maße subjektiv, weil das Zielkriterium nicht nur interindividuell, sondern sogar individuell so wahnsinnig unscharf und unterschiedlich ist. Ich habe in ganz verschiedenen Konstellationen schon in extrem tollen Runden gespielt. Bestimmt würden einige dieser Runden Deinen Anspruch an super Rollenspiel in ausgezeichnter Form erfüllen, andere jedoch ganz bestimmt nicht. Die Kriterien, mit denen ich diese verschiedenen Runden bewerte, sind dabei erstens keineswegs konstant und weichen zweitens bisweilen sehr von Deinen Kriterien ab.

Wenn Boba den umständlichen Sermon meines ersten Beitrags elegant zusammenfasst zu: "Änderung der Perspektive von naiv begeistert in sachlich erfahren." dann bedeutet das, dass mit der Erfahrung schnell etwas verloren geht. Das ist beispielsweise das Naive, das Staunen.

Konkreter: Ohne Dich, Lord Verminard, Oliof oder MSch persönlich näher zu kennen, kann ich mir durchaus vorstellen, dass Ihr regelmäßig ganz tolle Rollenspielrunden erlebt. Aber das Naive, das Staunen, das ungläubige Wundern ist mutmaßlich einer der Teile, die in Eurer Runde beispielsweise verglichen mit der Faszination eines 14-jährigen Einsteigers eher weniger ausgeprägt sind. Und abhängig vom Gewicht, welches dieses Kriterium für die Bewertung eines Spieleabends beim Spieler bewusst oder unbewusst einnimmt, kann sich das Gesamturteil dann extrem verschieben.

Deshalb die beiden Tips. Einer richtet sich auf die Ziele, der andere auf die Inhalte.

Inhalte: Wenn es beispielsweise das Staunen ist, welches zu der Ernüchterung führt, empfehle ich eine Rückbesinnung auf die Inhalte, die das Staunen ursprünglich hervorriefen. Das ist nach meiner Ansicht, ich wiederhole mich da, der ganz entscheidende Grund, aus dem ich momentan von D&D4 so angefixt bin.

Ziele: Um die Ziele kümmerst Du Dich ja ausdrücklich, wenn Du Deine "Traumrunden" zusammenstellst. Du gehst das sehr personal an und holst Dir bestimmte Leute (die "Topspieler") zusammen. Vermi und bisweilen auch ich gehen das etwas anders an: nämlich über eine Zurückstellung der direkt Rollenspiel-bezogenen Elemente und eine Betonung des Geselligen. Vielleicht ist da auch ein bisschen was Voyeuristisches (oder gar Vampirisches?) dabei, wenn wir uns am oben zur Genüge erwähnten Naiven, Staunen und Begeistern ergötzen wie die Statler & Waldorf des Rollenspiels  ;)

@ Georgios: siehe PM.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: sindar am 31.12.2008 | 15:26
*g* Ich kann nur für mich selber sprechen: Ich habe die Erfahrung gemacht, daß die Gruppe wichtiger ist als alles andere. Wenn man mit der Gruppe harmoniert (gleichgültig ob als SL oder Spieler), ist der Rest wurrscht (mir jedenfalls). Ich habe schon Systeme gespielt, die ich gar nicht mag (DSA, D&D), und fand es klasse, weil die Gruppe paßt(e). Und ein System gespielt, daß ich mag (Earthdawn, Version unbekannt), aber die Gruppe paßte nicht --> Käse. Theorie- und Hintergrundwissen? Hat mich immer mehr gestört als sonstwas - wenn ich den Hintergrund besser kenne als die anderen (und das ist wegen meinem photographischen Gedächtnis leider recht häufig der Fall), muß ich immer wieder den ewigen Besserwisser in mir zum Schweigen bringen. Ein Plot, der dem "offiziellen" Hintergrund (oder den "offiziellen" Regeln) widerspricht, kann genauso viel Spaß machen wie einer, der zu den "offiziellen" Angaben paßt. Mußte ich auch erst lernen. Jetzt weiß ich es und pflege die Klappe zu halten. Ist wirklich besser (für mich)!
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Lord Verminaard am 31.12.2008 | 16:58
Entmystifizierung ist natürlich ein Punkt, den ich in meinem Post nicht erwähnt habe. Etwas zu verstehen, heißt immer auch, ihm das Geheimnisvolle zu nehmen, das bleibt eben nicht aus. Da bin ich vielleicht auch anders als andere, weil mich Geheimnisvolles nicht besonders fasziniert, ich mich eher für andere Dinge begeistere, die auch ohne Mysterium funktionieren.

Edit: Und auch die Gefahr des Über-Analysierens besteht, da kann man leicht in die Falle laufen, das ist so ähnlich wie mit Beziehungsratgebern oder Paartherapien... Dieses Problem kann man aber überwinden.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: alexandro am 31.12.2008 | 17:28
Ich denke die große Gefahr der "Entmystifizierung" besteht auch darin, dass man einen Grad an Perfektion ohne Eigeninvestition erwartet.

Früher habe ich neue RPG-Bücher (relativ) unkritisch rezipiert und einfach drauf los gespielt, auch wenn die Regeln einige Kinken hatten. In der Regel sah es dann so aus, dass diese "Kinken" im Spiel überhaupt nicht zum Tragen gekommen sind, bzw. schnell in zufriedenstellender Weise abgewickelt wurden (z.B. die scheinbare Abwesenheit von "harten" Subbsystemen in der oWoD).

Heute denkt man allzu leicht schon beim Lesen: "Oh-oh, diese Regel könnte Probleme machen, das spiel ich erstmal nicht bzw. erst wenn ich eine Hausregel dazu geschrieben habe.", was etwas vom ungebremsten Enthusiasmus der Anfangszeit wegnimmt und letztlich das Spiel stark verkopft.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Kinshasa Beatboy am 31.12.2008 | 18:01
Entmystifizierung ist natürlich ein Punkt, den ich in meinem Post nicht erwähnt habe. Etwas zu verstehen, heißt immer auch, ihm das Geheimnisvolle zu nehmen, das bleibt eben nicht aus. Da bin ich vielleicht auch anders als andere, weil mich Geheimnisvolles nicht besonders fasziniert, ich mich eher für andere Dinge begeistere, die auch ohne Mysterium funktionieren.

Ja genau. Im Gegensatz zu Vermi mag ich das Geheimnisvolle sehr und habe großen Spaß an der möglichst schrittweisen Enthüllung. Manchmal führt das zu Enttäuschungen, oft aber auch zu tollen Erinnerungen. Gerade die Selbstkasteiung, sich die entsprechenden Quellen eben nicht reinzuziehen, macht mir Freude. In diesem Zusammenhang erinnere ich mich an einen Beitrag ausgerechnet von Settembrini, den ich sehr nachvollziehbar fand. Es ging da um Cthulhu und er berichtete, dass er immer einen großen Bogen um alles Lovecraft´sche gemacht habe, um sich die große Überraschung nicht zu verderben. Als er dann irgendwann begriff, dass die große Überraschung in diesem Zusammenhang gar nicht existiere, war die Wut groß und die Reaktion entsprechend.


Heute denkt man allzu leicht schon beim Lesen: "Oh-oh, diese Regel könnte Probleme machen, das spiel ich erstmal nicht bzw. erst wenn ich eine Hausregel dazu geschrieben habe.", was etwas vom ungebremsten Enthusiasmus der Anfangszeit wegnimmt und letztlich das Spiel stark verkopft.

Irgendjemand hatte hier vor kurzem mal einen Leitfaden zum Rollenspieldesign zum Besten gegeben und dabei ausgiebig vom Zen-Buddhismus geklaut. Das fand ich damals einleuchtend, lässt sich jedoch auch in diesem Zusammenhang anwenden. Vorsicht: so ein Zeug entzieht sich den strikten Regeln der Logik weitgehend, wie Marzaan (glaube ich) schmerzhaft feststellen musste (grob aus dem Kopf zitiert):

Lerne alles über Rollenspiele. Vergiss alles Gelernte. [...]
Schreib es auf. Schmeiss es weg. [...]
Frag den Rest nach der Meinung und ignorier die Antworten.

So ähnlich würde wohl der Zen-Ratschlag an Alexandro lauten, um die ganzen störenden Gedanken zu vertreiben  ;)
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Kelzas am 31.12.2008 | 18:23
Nicht wenn man sich ganz unterschiedliches vom Spiel erwartet.

Selbst wenn, mit Leuten die man kennt hat sich sowas schnell ergeben. Man weiß wie der andere tickt und kann gegebenfalls darauf eingehen, wegen sowas muss ja nicht das soziale Klima belastet werden. Schließlich kann es ja nicht nur "Dumme" an solchen Runden geben (Ich beziehe mich dabei auf das Sprichwort "Der Klügere gibt nach!", allerdings weiß ich auch dass man das mit "Der Klügere ist dann aber immer der Verlierer!" kontern könnte, aber das ist was anderes!!!)
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Arbo am 31.12.2008 | 18:25
Also, wenn Folgendes auftritt …

Zitat
Wenn man sich zu viel mit Systemen beschäftigt und über Mechaniken grübelt, dann kommt irgendwann der Punkt an dem man zu viele Sachen ablehnt, die man früher mit Freude gespielt hat.

[…]


Ich bemerke auch, dass ich immer mehr von meinen Mitspielern verlange, sich mit den Regeln aufeinander zu setzen und verstimmt reagiere, wenn sie es nicht machen.

[...]

Ich lerne komplexe Welten schätzen und schüttele nur mit dem Kopf, wenn die Mitspieler sich nicht mit ihnen auseinandersetzen und falsche Entscheidungen treffen, weil sie etwas anders sehen, weil sie nur halb drüber gelesen haben.

dann tendiere ich eher dazu, die Schuld nicht an „der Beschäftigung“ mit Rollenspiel usw. zu sehen, sondern eher in der Persönlichkeit der entsprechenden Person. Ich will niemandem zu nahe treten, aber das sind zunächst erst einmal ganz persönliche Eindrücke, die wiederum mit ganz persönlichen Einstellungen und subjektiven Charakteristika zu tun haben. Daraus eine allgemeingültige Aussage zu konstruieren, halte ich – ob der Subjektivität – für ziemlich gewagt!

Georgios hat m.E. am ehesten des Pudels Kern entdeckt, als er – oben – schrieb:

Zitat
Das Problem ist nicht, dass man mehr weiß; sondern dass man mit diesem Wissen nicht gut umgehen kann.

Herrlich und wunderbar auf den Punkt gebracht! Freilich bleibt die Frage, was denn ein „guter Umgang“ sein soll. Aber davon abgesehen: Mehr Wissen muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass das Spiel an Spaß verliert. Eher umgekehrt: Wenn mensch mehr weiß, dann besteht doch die Möglichkeit, mehr auszutesten, sich aus einer Vielzahl an „Instrumenten“ und „Ideen“ das Passende herauszusuchen, andere Perspektiven einzunehmen usw. usf.

Kurz: Es drängt sich hier der durchaus plausible Verdacht auf, dass dies nur im Charakter der entsprechenden Person liegt!

Wie also mit dem eingangs geschilderten Phänomen umgehen? Keine Ahnung, es gibt zig verschiedene Wege, die allesamt von den Persönlichkeiten am Spieltisch und ihrer jeweiligen Verfassung abhängig sind! Jörg's Weg kann EINER sein, auch wenn er für meinen Geschmack etwas zu kurz greift. Patentrezepte – wie allgemeingültige „Gesetzmäßigkeiten“ – gibt’s nicht.


@ Beatboy:

Zitat
Inhalte: Wenn es beispielsweise das Staunen ist, welches zu der Ernüchterung führt, empfehle ich eine Rückbesinnung auf die Inhalte, die das Staunen ursprünglich hervorriefen.

Naja, aber irgendwie ist da schon im Grundlegenden ein Widerspruch enthalten. „Staunen“ hat doch irgendwie mit etwas Unerwartetem oder Unbekanntem zu tun. Du staunst über etwas, was Du – so – noch nicht kennst. Da eine „Rückbesinnung“ fordern, führt m.E. (!) in die Irre. Insbesondere, weil DIESES Staunen so nie wieder hervorgerufen werden kann.

Sein Augenmerk ganz allgemein auf bestimmte (ursprüngliche) Elemente zu lenken, die den phantastischen Charakter hervor riefen, halte ich aber trotzdem für eine gute Idee. Ich (!) zum Beispiel habe oft bemerkt, dass Beschreibungen mit der Zeit etwas abnehmen, sprich: Im fortgeschrittenen Stadium wird womöglich weniger stark beschrieben. In dem Falle kann (!) es dann sehr hilfreich sein, mal wieder etwas stärker zu beschreiben – sich dabei mehr Zeit zu lassen usw. usf.

Arbo
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Kinshasa Beatboy am 31.12.2008 | 18:43
Zen, lieber Arbo, Zen.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Merlin Emrys am 31.12.2008 | 18:53
Ich glaube schon, daß eine Runde immer mehr Spass hat wenn sie den entsprechenden Aufwand hinein steckt (viele Spieler, die "einfach spielen" behaupten ja einfach unbewiesen "brauchen wir nicht, wir haben schon Maximal viel Spass").
Ich glaube eher, die Frage ist, wieviel Aufwand man braucht, um ein befriedigendes Ergebnis zu erreichen. Jemand, der Umgang mit dem Regelwerk, lesen, recherchieren, sich erinnern usw. für Mühe hält, wird diese Mühe nur auf sich nehmen, wenn es sich in seinen Augen lohnt. Jemand, der das als Teil des Vergnügens betreibt, wird keinen Kummer haben und an allem, was er daraus für das Spiel ziehen kann, eine zusätzliche (und desto vergnüglichere) Belohnung sehen. Wenn das nicht eintritt, hat er zumindest seinen Spaß gehabt und muß nicht der Runde zur Last damit fallen, daß er nach mehr verlangt.

Eine Runde, die auf Basis von "unzureichendem Wissen" mit einem ihr gemäßen Aufwand einigen Spaß hat, macht es richtig. Die Forderung danach, mehr zu lesen, mehr zu lernen, würde die Mühe in die Höhe treiben und den gefühlten Spaß verringern, wäre in meinen Augen also ganz klar der falsche Rat. Wer dagegen Spaß am Theoretisieren hat und das um seiner selbst willen vergnügt tun kann, mag zusätzlichen Gewinn am Spieltisch daraus ziehen (sofern es es schafft, die Gruppe nicht zu nerven). Ein wandelndes Regelwerk ist für die anderen keine Last, wenn es an ihnen bleibt, zu entscheiden, wann es Zeit ist, darauf zuzugreifen, und wann man es auch wieder zuklappt und getrost ignoriert, was es sagt; es darf nur eben kein vorlautes wandelndes Regelwerk sein.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Joerg.D am 31.12.2008 | 18:56
Hm, wenn ich die Kommentare hier so lese und mit ihnen einen Bezug zu meinen persönlichen Erfahrungen herstelle, dann fallen mir drei gefühlte Tendenzen auf:

Leute, welche Systeme mögen und aus der Mechanik ihren Spaß ziehen. Hier sehe ich oft die Herausforderung als einen Hauptbestandteil des Spieles. Viele dieser Spieler die ich kenne spielen auch gerne Table Top und Brettspiele.

Leute die sich überraschen lassen wollen und die den Fluff lieben. Ihnen kommt es auf die Erkundung der Welt an und auf die Überraschung, wenn man auf etwas neues trifft. Das sind oft die Bücherfans, die gerne lesen und in die Spielwelt eintauchen wollen. Sie bevorzugen oft Spiele mit wenig Würfen und sind eher an der Atmosphäre als an der Mechanik interessiert.

Zu guter letzt die Leute die das Rollenspiel als soziales Ereignis sehen und denen das System und der Fluff zwar nicht unwichtig sind, die Beides aber nicht in den Vordergrund stellen. Das tun sie mit dem Ereignis an sich und den verbundenen Ritualen. (z.B Pizza bestellen, Bier Trinken, OT Talk, Regeldiskussionen oder die neuesten Kinofilme) Den Leuten ist es egal was sie machen, solange es nur mit netten Leuten ist.

Diese drei gefühlten Tendenzen sind natürlich nicht absolut und viele Spieler werden eine persönliche Anspruchshaltung haben die mit verschiedenen Ausprägungen der Präferenzen einher geht. Trotzdem ist es für mich ein guter Ansatz um mich zum Nachdenken zu bringen und meine Sicht des Rollenspiels im letzten Jahr mit etwas anderen Augen zu sehen um für das Neue Ideen zu schöpfen.

Dabei werde ich auch auf absehbare Zeit weiter so sein wie ich bin. (Eigenarten lassen sich schwer ändern)

Vielleicht muss ich wirklich lernen mit dem erweiterten Wissen zu arbeiten, oder mich neu orientieren. Aber ich sehe ganz deutlich, dass das Wissen um die Subjektivität von Aussagen und die Bereitschaft auch seine Schwächen zu nennen um nach dem Feedback an ihnen zu arbeiten immer wieder von Spacken genutzt wird um sich und ihre unterbelichteten Egos zu polieren. Nun sei es so wie es ist, ich habe was ich wollte und weiß für mich nach dem Überdenken dieser Antworten hoffentlich wo ich lang will.

Ich möchte mich also hiermit bei den Leuten die zum Thema gepostet haben bedanken und ihnen auch im neuen Jahr viel Freude am Hobby wünschen, egal welchen Stil sie nun bevorzugen oder was sie nun für eine Meinung zum Thema haben.

Guten Rutsch und viel Spaß

Jörg
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Ein am 31.12.2008 | 19:31
@Zen
Bäh, wenn ich diesen Schrott lese, klappt mir das Messer auf.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Kinshasa Beatboy am 31.12.2008 | 19:35
Lustig Jörg,

das ist eine sehr scharfsinnige Beobachtung, die ich selbst noch gar nicht so wahrgenommen hatte. Ein gewisser Herr McClelland kommt in seinen Gedanken über Motivation (= Summe aus Richtung, Hartnäckigkeit und Intensität eingesetzter Anstrengungen) zu einer sehr ähnlichen Einschätzung. Er sagt, dass Motivation sich bei Individuen vor allem aufgrund von drei Bedürfnissen erklären lässt:

- dem Bedürfnis nach Erfolg und Anerkennung (bei Dir Herausforderung)

- dem Bedürfnis nach Macht (bei Dir nicht ganz analog, aber vielleicht doch zumindest grundsätzlich ähnlich durch den Willen, die Welt zu erleben und im Sinne des Formens nach den eigenen Wünschen zu beeinflussen)

- und dem Bedürfnis nach Zugehörigkeit und sozialer Nähe.

Gemäß dieser drei Bedürfnisse lassen sich Menschen nach McClelland (und in obigem Sinne auch nach Jörg D.) unterscheiden. Das Modell passt gemeinhin recht gut und es können eine Menge Schlußfolgerungen daraus gezogen werden. Im deutschsprachigen Raum arbeitet sich beispielsweise Herr Kuhl aus Osnabrück ziemlich intensiv im Rahmen einer Weiterentwicklung u.a. dieser Gedanken im Zuge seiner PSI-Theorie daran ab. Also: Chapeau!

Guten Rutsch und besten Gruß vom Beatboy

@ Ein: Kannst die Unwissen ja eines Tages mit Deinem Wissen erleuchten statt etwas orientierungslos zu mosern  ;)
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Falcon am 1.01.2009 | 11:41
und welche Kategorie sind Menschen, die einfach nur ihre Ruhe haben wollen?

die "scharfsinnige" Beobachtung ist doch beim RPG gang und gäbe (GNS usw.), oder war das eh ironisch gemeint?

@Topic: je länger ich darüber nachdenke, muss ich sagen, daß bei mir zu Anfang der fehlende Spielspass war, ohne RPG-Wissen. Klar, am Anfang war die Euphorie (Wow, RPG, spielen spielen spielen) aber von alleine hing mir das SR Matrixsystem zum Hals raus, DSA (Welt und Regeln und Fanboys) hat sich von ganz alleine meine Verachtung verdient und die Earthdawnregeln habe ich nach 3 Sitzungen nicht mehr ernst genommen.
Ich habe mich DANN auf die Suche nach Lösungen gemacht. Hatte also schon keinen Spass mehr an dem Zeug bevor ich mir irgendwas angelesen habe, deswegen lässt sich im Nachhinein jetzt schlecht sagen mir macht vieles nicht Spass weil ich weiss, wie ich es lösen kann.

Dabei mag ich nicht rumtheoretisieren. Ich will spielen und deswegen widerspreche ich auch Merlin mit
Zitat
Eine Runde, die auf Basis von "unzureichendem Wissen" mit einem ihr gemäßen Aufwand einigen Spaß hat, macht es richtig. Die Forderung danach, mehr zu lesen, mehr zu lernen, würde die Mühe in die Höhe treiben und den gefühlten Spaß verringern, wäre in meinen Augen also ganz klar der falsche Rat.
Denn die Mühe ist es imho immer wert. Man kriegt so viel mehr Spass zurück wenn alle es richtig und motiviert machen. Das Problem liegt doch nicht an einem selbst, sondern wenn man keine Leute hat, die sich ebenso fordern.

Das kommt mir vor die wie Leute die sagen: "ich lebe in der falschen Zeit, ich möchte lieber im Mittelalter leben, weil das ja soo toll war". Is' klar.

und wer ist Zen?

Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Ein am 1.01.2009 | 12:22
@Kinshasa
Der Witz beim Zen ist, dass Erleuchtung nicht von außen kommt, sondern durch Selbsterkenntnis (Kensho). Wort, Schrift, Lehre, Wissen, Gedanken spielen keine Rolle. Darum gibt es ja gerade im Zen Sitzmeditation, Schweigegelübde, perfektionistische, körperliche Arbeit und paradoxes "Brechen" des Denkens, welches die Illusion des Ichs bildet.

Dieses "alles lernen und wieder vergessen" ist als Essenz für den Zen genau so falsch, wie "sündigen und büßen" für das Christentum.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Joerg.D am 1.01.2009 | 12:59
@ Beatboy

Das Bedürfnis nach Macht ist in meinen Augen bei den meisten Leuten auch nur eine Art Streben nach Sicherheit und Anerkennung. Man versucht die Sicherheit zu erlangen, indem man die Situation kontrolliert oder kontrollieren kann. Ähnlich sieht es aus wenn man gerne auf Welten oder in Systemen spielt, die man kennt. Es gibt keine unliebsamen Überraschungen, weil ja alles bekannt ist. Dabei geht es in meinen Augen zu einem bestimmten Teil um Kontrolle oder das Gefühl der Kontrolle. Zu einem anderen Teil geht es auch um ein flüssiges Spiel, weil man nicht ständig nachfragen muss, was man wie macht, aber auch das dient der Sicherheit. Man will die Chancen des Scheitern abschätzen und sie so minimieren, womit wir aber wieder bei der Kontrolle wären.

Wenn ich das so mit dem von mir beschriebenen Tendenzen vergleiche, dann kann ich diese Ausrichtung nicht finden und würde sie eher mit in die erste Kategorie packen, zur Herausforderung. Es ist die Herausforderung, die Welt kennen zu lernen und sie nach den eigenen Wünschen zu beeinflussen. Es gibt da also wieder diese Mischform, die ich schon angesprochen habe. Das leitet sich in meinen Augen zum Teil aus einer anderen Form der sozialen Struktur von Arbeit und Freizeitvergnügen ab. Das Heranziehen von Vergleichen aus der Arbeitswelt ist in meinen Augen für eine Freizeitbeschäftigung deshalb nur teilweise sinnvoll. Sie können IMHO als Ideengeber genutzt werden, sollten aber nicht als Pauschallösung angesehen werden.

Ich würde bei meiner Sicht der Dinge sogar so weit gehen, das ich die These von Herrn McClelland, in Frage stelle. Ich sehe die Anerkennung die laut seiner These gewünscht wird definitiv mit bei der Macht, da Anerkennung für geleistete Taten auf der Arbeit oft mit erweiterten Kompetenzen und damit auch mit mehr Macht einhergeht. Wenn man es so aufstellt und dann noch die Lust an der Abwechslung mit einbezieht, die für viele Leute ein wesentlicher Faktor der Motivation ist dann wird für mich eher ein Schuh draus. (in der Personalführung werden vom normalen Muster abweichende Jobs oft als Motivationstrigger genutzt)

Fürs Rollenspiel bedeutet das für mich, dass es für Spieler mehrere Arten der Herausforderung gibt:

Die Herausforderung im mechanischen Sinne, was sich auf taktische und würfelmechanische Aspekte bezieht. Hier kann man schön vom Challenge Level sprechen.

Die Herausforderung im darstellerischen Sinne, was sich auf die Darstellung der Charaktere und ihre logische Entwicklung bezieht. Hier würde ich vom Theater Level sprechen. (bessere Vorschläge für den Namen sind willkommen)

Für den SL gibt es dann noch die Herausforderung den Plot abwechslungsreich und konsistent zu gestalten. Ich würde hier vom Drama Level sprechen.

Das ist aber trotzdem ein guter Ansatz von Herrn McClelland, über dessen Betrachtung ich viel Spaß gehabt habe, auch wenn ein Forenbeitrag wohl zu kurz ist um sich da wirklich eloquent drüber zu äußern.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Don Juan am 1.01.2009 | 13:28
Für mich hingegen wird Rollenspiel wohl immer mehr zum Leistungssport, mit dem ich mich und meine Mitspieler unter Druck setze, weil ich and er Spitze mitspielen will. Das kann unheimlich viel Spaß machen, wenn man gute Mitspieler hat, welche die selben Sachen schätzen wie man selber, aber auch für viel Frust sorgen, wenn die Spieler einfach nur ihren Spaß haben wollen.

Für mich reift also zur Zeit die Erkenntnis, das ich vielleicht mit dem ganzen Scheiß aufhören und einfach nur noch spielen sollte.

So wie früher.

Bruder, du sprichst mir aus der Seele.  +O)

Ich will spielen und deswegen widerspreche ich auch Merlin mit (...) Denn die Mühe ist es imho immer wert. Man kriegt so viel mehr Spass zurück wenn alle es richtig und motiviert machen. Das Problem liegt doch nicht an einem selbst, sondern wenn man keine Leute hat, die sich ebenso fordern.

Das kommt mir vor die wie Leute die sagen: "ich lebe in der falschen Zeit, ich möchte lieber im Mittelalter leben, weil das ja soo toll war". Is' klar.
ich find merlins punkt richtig. beispiel wäre eine runde, die das regelsystem zwar vollkommen "falsch"(im sinne von nicht nach den eigentlichen regeln) spielt, aber dennoch viel spaß zusammen hat.

sicherlich besteht die möglichkeit, dass man mit mehr aufwand mehr spaß erzielen KANN.
allerdings muss das nicht der fall sein, jemand der es als qual erfindet sich in einen hintergrund einzuarbeiten wird wahrscheinlich anderer meinung sein.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Falcon am 1.01.2009 | 14:12
@Teppich: ich meine aber nicht "nach den Regeln spielen" sondern "wissen was man will und wissen, wie man es bekommt". Ich denke, gerade in der Anfangszeit spielt man häufig ins Blaue hinein und es gibt Runden die ziehen das dann 20 Jahre durch. Und setzen ihre Ansprüche entsprechend tief.

Wenn es der Aufwand gegenüber dem Spielspass nicht grundsätzlich wert wäre, gäbe es all dieses Rollenspielwissen nicht, das man sich zunutze machen kann. Wenn man die Möglichkeiten umsetzen kann, hat man auch mehr Spass.

deswegen sage ich ja, daß Problem liegt nicht daran, daß es in Unkenntnis mehr Spass macht, sondern daß man seine höheren Ansprüche nicht erfüllen kann. Erfüllt man sie hat man imho auf jeden Fall mehr Spass. Denn dazu sind diese Dinge da.

Das andere wäre eher so als würde man sagen:
"Ich strebe nicht nach dem Paradies, ich finds hier auf der Welt ganz in Ordnung so. Das heisst, das Paradies muss schlecht sein."
Das Problem ist aber nicht, daß es im Paradies nicht schöner zu leben wäre, sondern, daß man den Anspruch schwer erfüllen kann.

Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Ludovico am 1.01.2009 | 14:54
Wahrscheinlich kennen das auch viele hier, daß man sich früher mal aus Spaß an der Freud zum Fußballspielen getroffen hat. Da hat schon die alte Safttüte auf dem Schulhof dafür gesorgt, daß man stundenlang spielt und man hatte Spaß. Einen richtigen Leistungsgedanken gab es nicht, sondern man wollte einfach nur "bolzen".

Später dann fingen sicher einige hier in Sportvereinen an und trainierten dort mehr oder weniger regelmäßig und spielten in der Kreisliga. Plötzlich ging es um das Gewinnen, das Weiterkommen - also Leistung.

Wenn man dann besser wurde, konnte man in höhere Ligen kommen und schließlich sogar in der 1. Liga landen... und wie schaut es dort so aus? Es geht nicht mehr um die Leistung. Professioneller Fußball hat nichts mehr gemein mit dem "Rumbolzen" von früher, wo man mit Freunden ein paar Stunden Kurzweil suchte.

Ähnlich ist es meiner Meinung nach mit vielen spielerischen Hobbies, egal ob Poker, Gesellschaftsspiele oder RPG (ok, bei RPG geht es meist weniger um Geld). Je ernsthafter eine Gruppe - oder auch je professioneller - Rollenspiel betreibt, desto mehr wird auf das Ausspielen, das Einhalten der Regeln,... insgesamt gesehen auf Leistung geachtet.

Möglichst effizient zu arbei... ähem zu spielen wird wichtiger und das nette Beisammensein wird unwichtiger. Es ist wie bei der Arbeit, wo man seine Befriedigung auch aus der Leistung zieht. Das hat durchaus seinen Reiz, denn nicht umsonst gibt es Workaholics.

Als problematisch betrachte ich hierbei vor allem die steigende Komplexität, mit der Rollenspiel betrieben wird. Während man in der Anfangsphase einfach drauflos spielte, wird später dank des gestiegenen Wissens und der Professionalität mehr berücksichtigt. Das ist imho unabhängig vom verwendeten Regelsystem. Man denkt mehr nach, analysiert Sachverhalte, die einem früher wurscht waren.

Desweiteren war es in der Anfangszeit wichtiger, daß man mit Freunden spielte. Je ernsthafter man RPG betreibt, desto mehr spielt auch der Leistungsgedanke bei der Spielerwahl eine Rolle.

Ich fände es persönlich sehr schön, wenn ich wie früher locker flockig 7te See spielen könnte, aber leider läßt sich mein Hirn nicht so ohne weiteres abstellen.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Bad Horse am 1.01.2009 | 17:29
Ich stelle gerade fest, was für ein Glück ich habe, dass ich damals, in den 80ern (oder wann das war), mit einer so gruslig schlechten Gruppe angefangen habe. Das erspart mir dieses "mäh-früher-hat´s-mehr-spass-gemacht".  ;)

Durch die Horizontalerweiterung habe ich einfach nur Methoden gefunden, um Sachen abzustellen, die ich früher nicht so lustig fand. Ja, ich hatte eine kurze "ui, so bunte Sachen, die muss man alle, alle einbauen"-Phase, aber die ging relativ schnell vorbei. Schließlich ist Rollenspiel für mich da, um mich zu entspannen, und nicht, um Leistung zu bringen.

Wenn man natürlich solche Leistungsmaßstäbe anlegt wie du, Jörg, dann bleibt der Entspannungsfaktor natürlich auf der Strecke.

Es stellt sich hier natürlich die Frage, was man beim Rollenspiel als "erfolgreich" betrachtet. Beim Fussball ist das relativ einfach (man gewinnt), beim Salsa eigentlich auch (man meistert coole Figuren und macht keine Fehler), aber wo liegt der Erfolg beim Rollenspiel?
In einer dramatischen, packenden Geschichte?
In einem flüssigen Erzählbogen?
Oder in einem schönen Abend, der Spass gemacht hat?

Hier liegt vielleicht der Hase im Pfeffer - bei den ersten beiden Punkten kann man die Leistung bewerten und verbessern, aber sie sind keine Bedingung für den dritten.  ;)
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: reinecke am 1.01.2009 | 17:33
Es stellt sich hier natürlich die Frage, was man beim Rollenspiel als "erfolgreich" betrachtet. Beim Fussball ist das relativ einfach (man gewinnt), beim Salsa eigentlich auch (man meistert coole Figuren und macht keine Fehler), aber wo liegt der Erfolg beim Rollenspiel?
In einer dramatischen, packenden Geschichte?
In einem flüssigen Erzählbogen?
Oder in einem schönen Abend, der Spass gemacht hat?
Eindeutig misst man Erfolg nicht in Spaß. o.O

Sonst könnte man dieses Kriterium genauso gut beim Fussball oder bei Salsa anwenden. Auch hier kann man das nur machen, um Spaß zu haben und den hat man vermutlich auch ohne viele Tore und mit Fehlern bei den Figuren. So what?

Rollenspieler, die das "ernsthaft und ehrgeizig" betreiben, wollen natürlich "gute, flüssige und packende Geschichten" erspielen. Oder einfach bessere Kombos haben. Hängt dann vom Spielstil ab.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Bad Horse am 1.01.2009 | 17:38
Das ist aber genau der Punkt.

Die Komponente "Spass", die beim Rumkickern oder zwanglos Zombies bashen im Vordergrund steht, tritt eben mehr und mehr hinter dem Leistungsdenken zurück.
Das ist auch nicht falsch so, sondern eine normale Entwicklung. Darüber muss man sich eben klar sein.  ;)
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Merlin Emrys am 1.01.2009 | 17:44
Das ist auch nicht falsch so, sondern eine normale Entwicklung. Darüber muss man sich eben klar sein.  ;)
Oder zumindest eine für "normal" deklarierte - notwendig in einer auf Leistung und Meßbarkeit angelegten Gesellschaft, aber sonst nur für Menschen eines bestimmten "Schlags" tatsächlich der Normalfall.

Warum sollte man bei Fußball und Salsa nicht Spaß als Kriterium nehmen - wenn einem Schaukämpfe, Turniere und Pokale eh "sowas von am Allerwertesten vorbeigehen"? Daß man bei denen dann sinnvollerweise nicht mitmacht, machts ja nun nichts.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Ludovico am 1.01.2009 | 19:36
Spaß ist kein meßbares Ziel.

Na ja, ich versuche auch gerade wieder etwas mehr zu den Wurzeln zurückzukommen. Wenn ich daran denke, daß ich ernsthaft überlegte, Kennzahlen im RPG zu ermitteln... Es ist ein Hobby und irgendwie schon lange keins mehr, in daß ich extrem viel Zeit reinstecke, daß ein derart ernsthafter professioneller Umgang gerechtfertigt wäre.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Merlin Emrys am 1.01.2009 | 20:52
Spaß ist kein meßbares Ziel.
Nicht? Ich kann durchaus sagen, woran ich mehr, woran weniger Spaß habe. Kümmert es mich da, ob es eine SI-Einheit ist, in der ich das ausdrücken kann? Oder soll ich deswegen nicht danach urteilen, worum es letzten Endes doch geht?
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Kelzas am 1.01.2009 | 20:57
Nicht? Ich kann durchaus sagen, woran ich mehr, woran weniger Spaß habe. Kümmert es mich da, ob es eine SI-Einheit ist, in der ich das ausdrücken kann? Oder soll ich deswegen nicht danach urteilen, worum es letzten Endes doch geht?

Ich glaube Ludovico meint in diesem Fall dass man nicht im voraus sagen kann wie viel Spaß man an einer Sache haben kann, bevor man es überhaupt probiert. Glaube ich zumindest und wenn nicht kann ich dir auch nur zustimmen :P
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Joerg.D am 1.01.2009 | 21:44
Nun, ich habe schon immer und in allen Sachen dazu geneigt in die Vollen zu gehen.

Nur Bashen, wie zum Anfang ist mir aber als SL und als Spieler nicht mehr genug. Ich will eine gute Geschichte und eine Entwicklung der Charaktere sehen. Da verwende ich als SL viel Mühe drauf, um es meinen Spielern zu bieten. Wenn ich früher nur in der Dimension bis zum nächsten oder übernächsten Abenteuer gedacht habe, dann denke ich heute in Timelines die dreigeteilt sind und den Verlauf der Geschichte einerseits komplex gestalten und andererseits den Spielern einen nachhaltigen Einfluss darauf geben. Ich plane mit C-Webs und R-Maps um die Geschichte so konsistent wie möglich zu halten und trotzdem überlebt der Plan zu oft die Begegnung mit den Spielern nicht.

Vielleicht muss ich einfach lernen damit umzugehen, das die Spieler auch mit einfachen Hack&Slay Abenteuern zufrieden sind.

Neee, ganz im Ernst, bevor ich das mache, spiele ich lieber nur Table Top oder höre ganz auf. Denn sich damit zufrieden zu geben, das die Leute es einfach wollen ist nicht mein Ding. Ich trigger sie lieber um sie zu fordern und zu sehen, wie sie an ihren Aufgaben wachsen. Dabei muss ich wohl lernen noch besser mit den Rückschlägen umzugehen, die mich so erwarten, aber aufhören werde ich nicht.

Wenn ich Kampagnen wie die Sex Drugs and Cannibalisim Runde oder meine Ritter von Warwark leite und sehe, was da grandioses bei rauskommt, dann ist das die Mühe echt wert. Es ist besser als früher, weil ich viel bessere Geschichten und Spieler habe. Ich will mich nicht wie so viele damit abgeben 3 bis 4 gute Runden im Jahr auf Hessenstein zu spielen, ich will das in Serie und Zuhause. Klar geht dabei mal etwas daneben, aber im großen und Ganzen denke ich, das es für mich keinen anderen Weg mehr gibt.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Ludovico am 2.01.2009 | 00:39
Ich glaube Ludovico meint in diesem Fall dass man nicht im voraus sagen kann wie viel Spaß man an einer Sache haben kann, bevor man es überhaupt probiert. Glaube ich zumindest und wenn nicht kann ich dir auch nur zustimmen :P

Ne, wollte ich nicht. Aber ich hab auch gerade keinen Bock auf eine Diskussion in diese Richtung.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Chiungalla am 2.01.2009 | 07:59
Ich glaube ja, dass eigentliche Problem ist der Leistungsgedanke.
Nicht das Wissen und die Erfahrung.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass man sich mit dem System und der Welt auskennen kann, in der Theorie umgucken und auch vieles daraus übernehmen kann, ohne den ursprünglichen Spaß am Rollenspiel zu verlieren und durch was neues ersetzen zu müssen.

Nur darf man das ganze eben nicht zu verbissen sehen und mit der Erwartung an den Tisch gehen das jetzt alle in Top-Form sein sollen, und möglichst gute Leistung bringen mögen.

Das ist halt wieder äquivalent wie im Sport.
Man kann alle möglichen Tricks und Techniken im Fussball lernen, die Regeln im Schlaf auswendig kennen und die Mitspieler und Gegner auch, und das ganze 20+ Jahre betreiben, ohne das es langweilig wird.
Aber sobald einer im Team mit einer gesteigerten Erwartung und zu viel Ehrgeiz an die Sache ran geht, ist es eben für viele vorbei mit dem Spaß. Und diejenigen welche noch Spaß haben, haben höchst wahrscheinlich eine andere Art von Spaß.

Äquivalent dazu kann man vieles aus der Rollenspieltheorie, vieles an gesammelten Erfahrungen u.s.w. auch ins Rollenspiel einfließen lassen, ohne Leistungsdruck oder Erwartungshaltung, und dann bewahrt man sich meiner Erfahrung nach auch den ursprünglichen Spaß.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Joerg.D am 2.01.2009 | 09:57
Tja, so ist das nun mal. Einige Leute schaffen es sich die ganzen schönen Sachen anzueignen und den Horizont zu erweitern und trotzdem ihre Ansprüche nicht zu erhöhen. Andere Leute wollen den schönen Kram den sie kennen gelernt haben auch anwenden und geben sich mit ihrer kleinen Welt nicht zufrieden. Für mich drehte die Frage sich darum ob das Spiel besser wird, wenn man mehr weiß.

Im Verlauf dieser Diskussion und der daraus resultierenden Gedanken habe ich für mich festgestellt, das ich nicht in der kleinen Welt leben will, mit der sich viele Leute zufrieden geben. Ich will nich zum Rollenspiel gehen und mit Leuten zocken, die bei jeder Gelegenheit in den Regeln blättern oder die bei den Basics ihres Charakters versagen. Ich will Spieler die mich als SL herrausfordern, den ganzen Kram den ich kann, anwenden. Es ist schön, wenn sich andere Leute damit zufrieden geben, weiter mit Ihrer Gruppe auf niedrigen Niveau weiter zu spielen, weil das Freunde sind mit denen sie gerne zusammen sein möchten. Ich Habe allerdings nur einen Freund der Rollenspieler ist und verbringe meine Zeit mit meinen Freunden lieber anders. Ich bin zu Ludovicos 7te See Runde alle 2 Wochen von Erfurt nach Flenburg gefahren um mit der Runde zu zocken, weil das System so neu und toll war. Weil Ludovico Fortschritte als SL gemacht hat, die mich fazinierten. Wenn ich an diese Fazination und an verzücken zurückdenke, die ich beim Spielen von WuShu oder PTA gespührt habe, dann weiß ich warum ich lieber die größere Welt will.

Wenn ich denn regelmäßig 50-100 KM pendeln muss um eine gute Runde zu bekommen oder mich mit meinen Mitspielern ob meiner Leistungsansprüche zoffe, dann mache ich das lieber als die Bagage alle 2 Wochen bei mir Zuhause zu haben und mich dann zu ärgern, wie langeweilig es wieder war.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Boba Fett am 2.01.2009 | 10:40
Im Verlauf dieser Diskussion und der daraus resultierenden Gedanken habe ich für mich festgestellt, das ich nicht in der kleinen Welt leben will, mit der sich viele Leute zufrieden geben. Ich will nich zum Rollenspiel gehen und mit Leuten zocken, die bei jeder Gelegenheit in den Regeln blättern oder die bei den Basics ihres Charakters versagen. Ich will Spieler die mich als SL herrausfordern, den ganzen Kram den ich kann, anwenden.

Weiter oben wurde ja schon mal mein Baseball Beispiel erwähnt, das ich irgendwann mal (Link?) angebracht hatte.
Jens, der Catcher unseres Teams, hatte da auch so ein Problem...
Wenn wir uns mal zum "just for fun" Fangen und Werfen trafen, warf er immer so, wie er es als Catcher gewohnt war.
Und das bedeutet, dass er, um einen Ball quer zur zweiten Base möglichst präzise und schnell zu bekommen, bildlich gesprochen, seinen rechten Arm in ein Geschützlauf verwandelte und dann *BUMM* den Ball mit dreifacher Schallgeschwindigkeit ans Ziel warf. Unmöglich für einen Just-for-fun Player zu fangen. Es sei denn, man stand weit genug weg, dann war es für den "jff"-Spieler unmöglich die Distanz zurückzuwerfen. In jedem Fall war es frustrierend für den einen und unbefriedigend für den anderen.

Es führte dazu, dass wir uns irgendwann nicht mehr trafen. Leider, denn ab und zu ein paar Bälle zu werfen (und anschliessend ein paar Bierchen zu leeren) war schon echt schön.
Inzwischen weiss ich, was ich ihn hätte fragen sollen, um vielleicht mal einen Gedanken anzustossen...
Da das leider inzwischen irrelevant geworden ist, stell ich sie hier mal rein, denn vielleicht hilft der Gedanke Dir weiter:

"Jens, stell Dir vor, Du hättest einen Sohn. Und stell Dir vor, der hätte Interesse daran mit Dir Baseball zu spielen.
 Was würdest Du machen? Nein sagen, weil Du die Ansprüche hast, so zu werfen, wie Du es aus der Liga gewohnt bist,
 oder würdest Du ihm den Arm wegballern?
 Ich vermute, Du würdest Dich freuen, wenn Dein Sohn, den Du sehr schätzt, sich für das gleiche interessiert wie Du.
 Und Du würdest Deine Ansprüche herunterfahren, um mit ihm spielen zu können.
 Du würdest mit ihm "herumdaddeln".
 Vielleicht würdest Du ihn langsam verbessern. Techniken beibringen, Dinge zeigen, wie man es richtig oder besser macht.
 Aber vielleicht verliert er auch nach 2 Wochen das Interesse.
 Oder er wird nie so gut, dass Du auf den Level kommst, dass Du wieder wie üblich werfen kannst.
 Aber ist das wichtig? Reicht es nicht, mit ihm einfach die wenige Freizeit zu verbringen, die wir noch haben?
 Weil Du ihn sehr schätzt...?"

Ich vermute, dass man für Leute, die man sehr schätzt, und das müssen nicht mal die eigenen Kinder sein,
plötzlich gar kein Problem hat, die eigenen Ansprüche herabzusetzen und Spaß daran zu haben, auch auf einen
anderem Level zu zocken, als man eigentlich könnte oder möchte.

Mein Rat daher: Such Dir entweder Leute, die Du sehr magst und spiel mit ihnen, um mit ihnen zu spielen,
oder such Dir Leute, die das von Dir erwartete Niveau bringen können.

Ganz ehrlich: Ich prognostiziere, dass Du im zweiten Fall trotzdem regelmäßig enttäuscht sein wirst.
Denn die Leute, die dauerhaft Spitzenleistungen bringen können sind extrem selten.
Und die Leute, die das in ihrem Hobby auch noch wollen - sich also ständig selbst antreiben, sind noch viel seltener.
Ich vermute daher, mit der Erwartung, dass man beim Rollenspiel ständig Bestleistung erwarten können muss, wird man immer wieder enttäuscht. Vor allem, wenn das Rollenspiel in regelmäßigen Turnus stattfindet.
Da verhält es sich, wie bei TV Serien - entweder beschränkt man sich auf wenige Sendungen, die dann aber hochqualitativ sind, oder man lebt damit, dass das meiste einer Serie eben durchschnittliche Qualität besitzt und freut sich über weniger Highlights, die überraschend auftauchen. Denn auf Dauer kann kaum eine Serie Spitzenqualität liefern.

Genau das war ein Faktor, der mich im Sommer dazu gebracht hat, mit meiner alten Runde zu brechen.
Die Ansprüche, die Walter (Opthalamia) und zum Teil auch ich ans Spiel hatten, waren nicht erfüllbar und der Grund, dass man zusammenspielt, weil man den anderen sehr schätzt, war durch das ewige Krisenmanagement und durch stet Kritik auch abgenutzt. Es machte keinen Spaß mehr. So oder so.
Ich spiele jetzt in einer Runde, deren Spieler mir sehr sympatisch sind, wo es echt lustig ist. Und wir spielen seltener (1 x im Monat). Allein dadurch wird es qualitativ besser. Trotzdem ist es von den Spitzensitzungen, die ich beispielsweise auf den Treffen kennengelernt habe noch weit entfernt. Macht aber nichts, allein das Spielen mit diesem Leuten macht mir Spaß.

Mein Rat daher:
Schaff Dir (gedanklich) zwei unterschieldiche Arten von Rollenspiel:
Einmal das Hochleistungs-Spiel, die selten spielen und dann echt was bringen
und einmal das Standard-Spiel, mit Leuten, mit denen Du Spaß hast und die Du schätzt.
Und sei es dass das Ausnahmeteam nur auf den Treffen stattfinden (dazu nutze ich die Treffen - zum Beispiel um mit Dir zu spielen). Und spiel in beiden Runden mit unterschiedlichen Erwartungen.
Ich denke, aber, du wirst in der just-for-fun Runde trotzdem immer wieder mal Highlights erleben, die überraschen.
Alles andere wird Dich nur enttäuschen.
Denn Hochleistungsrollenspiel in Regelmäßigkeit wirst Du nicht finden.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Joerg.D am 2.01.2009 | 11:35
Frank, meine Erfahrungen sind umgekehrt zu deinen. Gerade wenn wir uns in unserer Runde in kürzeren Abständen getroffen haben, waren die Runden meistens sehr gut. Ich habe regelmäßig sehr gute Runden und weiß durchaus, das die Normalen oder auch mal schlechten Runden dazu gehören.

Ich sehe in meiner Gruppe außerdem die von mir gewünschte Entwicklung und habe ein Spieler-Niveau, von dem viele andere SLs nur träumen können (bitte nicht von der Internet Kommunikation auf die Qualität des Spieles oder der Spieler ansich schließen). Trotzdem bin ich halt oft zu ungeduldig und muss mich zügeln. Das ist einer der Punkte die für mich aus der größeren Welt erwachsen.

Ich will keine Tips, ich bin mit meiner Runde zufrieden und fahre gerne regelmäßig nach Kiel um dort ein besseres Spiel zu haben als in Rendsburg. Wenn ihr der Meinung seid, ihr müsst Euch zügeln um mit Freunden lieber schlechtes Rollenspiel zu haben als gar keins, dann macht dass doch. Ich würde dann aber eher auf Videoabende und Brettspiele umsteigen, die für soziale Kontakte genau so geeignet sind und eheblich weniger Vorbereitung erfordern.

Edit:
Oft muss man mal in einer anderen Gruppe mitspielen um die Qualität der Eigenen neu einschätzen zu können, denn bei mir ist es oft Jammern auf hohem Niveau.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Beral am 2.01.2009 | 11:57
Ich möchte Ludovicos Ansatz aufgreifen. Aber statt zu klären, ob Spass messbar ist oder nicht, mache ich folgenden Vorschlag: Wir füllen die Kategorie "Spielziel" nicht mit "Spass", sondern mit den Inhalten, die uns Spass bereiten. Warum sollte das sinnvoll sein?

Es ist schon nicht verkehrt zu sagen, dass wir im Hobby Spass haben wollen. Aber Jörg hat Spass im Rollenspiel, wenn er Leistung bringt; ein Mitspieler von ihm hat Spass im Rollenspiel, wenn er mit den Mitspielern einen säuft und das Spiel durch witzige Offline-Kommentare bereichert; ein anderer Mitspieler hat Spass im Rollenspiel, wenn er fernab von Leistungsgedanken in einer Fatasiewelt herumdaddelt.

Alle drei wollen Spass, aber alle drei wollen etwas anderes! Spass schwebt nicht in luftleerem Raum, er ist immer mit irgendwelchen Inhalten verknüpft. Auf diese Inhalte müssen wir das Augenmerk richten, um die Reibungsquellen zu verstehen und besser mit ihnen umgehen zu können. Das ist übrigens auch schon sehr schön geschehen in diesem Thread.

Leider wird trotzdem immer wieder der "Spass" als Zielkategorie in die Diskussion gebracht und dann versinken die schon greifbaren Lösungsansätze wieder in einem diffusen Nebel. Lasst uns die Zielkategorie "Spass" erweitern in "Spass durch ..." Dann wird es uns möglich, wichtige Differenzierungen zu erkennen, und gleichzeitig bleibt der Spass in der Zielsetzung (sinnvollerweise!) enthalten.

- Spass durch Geselligkeit
- Spass durch Monsterbashen
- Spass durch Eintauchen in die Spielwelt
- Spass durch die eigene Weiterentwicklung als Rollenspieler/SL
- Spass durch Bewältigen von anspruchsvollen schauspielerischen/organisatorischen Zielsetzungen

Die Liste lässt sich beliebig erweitern und jeder Rollenspieler hat seine ganz individuelle Zusammensetzung. Und es ist wichtig, dass die Mitspieler einer Runde einen ausreichend großen gemeinsamen Pool aus dieser Liste bilden. (Wir kennen einen analogen Zusammenhang sehr gut: Die individuellen Vorstellungsräume müssen in einem ausreichend großen gemeinsamen Vorstellungsraum gebündelt werden.) Wenn es in der "Spass durch ..."-Liste der Mitspieler keine oder nicht genug Schnittpunkte gibt, dann stellen sich logischerweise Unzufriedenheit und Frust ein.

Jörg, du hast dich als Spieler weiterentwickelt, deine Präferenzen haben sich verlagert, die deiner Mitspieler nicht unbedingt (oder noch nicht). Die Inhalte im "Spass durch ..."-Pool, über die du mit deinen Mitspielern verbunden warst, stehen heute nicht mehr auf deiner Spass-Liste. Spass beziehst du nicht mehr aus Monsterbashen, sondern aus etwas, das du "Leistungsrollenspiel" nennst.

Die Gefahr, sich hinsichtlich der Spass-Ziele von seiner Gruppe zu entfremden, steigt überdies an, wenn man sich auf ganz wenige oder nur einen Zielaspekt konzentriert. Je breiter die Zielpalette aufgestellt wird, desto größer sind die Chancen, Übereinstimmungen zu finden. Je mehr man sich auf ein Ziel "spezialisiert" (oder andere Ziele aus der Liste streicht), desto schwieriger wird es auch, Mitspieler zu finden, die ebenfalls genau diese Spezialisierung bevorzugen.

Wir müssen uns einfach dieser Sache bewusst werden. Dann eröffnen sich auch sofort Lösungswege. Wir können unsere Ziele flexibler gestalten, wenn wir sie bewusst reflektieren, statt sie aus dem Unbewussten wirken zu lassen. Wir können zielgerichtet mit den Mitspielern kommunizieren, um die Zielsetzungen zu vergleichen und gegebenenfalls anzupassen. Wir müssen uns nicht mehr mit dem "Es stimmt nicht mehr" Gefühl herumplagen, sondern können womöglich die Quelle lokalisieren und konstruktiv an eine Lösung heranehen.

Die "große weite Welt", in die du hinaustrittst und die du nicht missen möchtest, Jörg, sind neue "Spass durch ..."-Inhalte. Von ihr solltest du dich auch nicht verabschieden. Aber sei dir klar darüber, dass diese neue Welt für andere eine fremde Welt ist, und dass nicht jeder fremden Welten von Anfang an aufgeschlossen ist. Ich meine, dass deine (schwierige) Aufgabe darin besteht, deine Mitspieler behutsam in diese Welt einzuführen. Du musst sie dort abholen, wo sie gerade sind - also in der alten Rollenspielerwelt - und musst ihnen die neuen Horizonte Stück für Stück (!) aufzeigen und sie mitnehmen, wenn sie bereit sind (!), mitzukommen.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Joerg.D am 2.01.2009 | 12:00
Extrem gutes Post Beral!

Edit: Zu dem Auffächern wollte ich schon länger mal etwas schreiben, weil ich mich da sehr intensiv mit befasse, das passt aber IMHO nicht ins Thema.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Merlin Emrys am 2.01.2009 | 13:21
Spass schwebt nicht in luftleerem Raum, er ist immer mit irgendwelchen Inhalten verknüpft.
Ja, aber die sind weder exklusiv noch von der Situation unabhängig - noch müssen sie wirklich bewußt sein. 
Ich kann in einem Moment Spaß daran haben, Spannung aufzubauen, und direkt danach zum Wiederentspannen Spaß an einer geselligen Unterhaltung am Lagerfeuer. Eintauchen in die Spielwelt wiederspricht der eigenen Entwickung nicht - und der Spaß kann daher rühren, daß das eine zum andern wird. Ich kann sogar mit dem einen Mitspieler Spaß daran haben, ihm zuzuhören, und mit dem anderen, ihn zu irgendwelchen Reaktionen zu provozieren.
Jeder Rollenspieler hat in jedem Moment seinen eigenen Spaß (mehr oder weniger) - Du ersetzt also eine Schwammigkeit durch eine unendliche Menge an (sich ergänzenden und überlappenden) Einzelmomenten, die Du grob kategorisieren kannst - aber was dann damit tun? Die Konkretion ist ja die Konkretion der Unendlichkeit... und die bewußte Reflexion erfordert, mit dem Spielern für die Zeit aufzuhören, sich jedenfalls nicht auf den Moment einzustellen, in dem hundert nur ungenau gegeneinander abgegrenzte Impulse auftreten, zwischen denen man wählen könnte. Es ist das leidige Orpheus-und-Euridyke-Problem: Sich Umdrehen ist schon Verlieren, was man gesucht hat.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: K!aus am 2.01.2009 | 14:52
Ich möchte nicht respektlos erscheinen, aber ich dachte diese Problematik sei schon länger bekannt.

Oder ich möchte es positiv formulieren: Dass jeder Spieler mit einer anderen Motivation an an den Spieltisch kommt.

Das ist doch in diesem Thread (http://tanelorn.net/index.php/topic,20552.0.html) bezüglich Rollenspieltheorie aus den eigenen Reihen schon sehr schön demonstriert worden.
Stichwort: Katzenmenschen.

Weiterhin ist dieses Thema zumindest in dem SL Handbuch von DnD4 aufbereitet und erklärt, dass der SL verschiedene Spieler mit verschiedenen Inhalten eines Abenteuers glücklich machen kann.

Ich persönlich teile dahingehend Jörgs Ansichten, allerdings tue ich mir etwas mit dem Wort des Wissens schwer.
Ich habe das ein wenig überheblich immer als nächsten Level des Rollenspiels angesehen oder das RPG langsam als Semi-Professionel zu bezeichnen.

So habe ich an der Stelle auch schon einmal überlegt einen Thread zu starten, um die verschiedenen Stufen eines Rollenspielers zu beschreiben.
Am Anfang ist das Spiel einfach nur toll und jeder hat Spaß.
Dann kommt irgendwann der Punkt, wo man mit den Regeln nicht einverstanden ist und alles selbst und besser machen will.
Dann kommt die Erkenntnis, dass es andere Systeme gibt und man nur über den Tellerrand hinaus schauen muss.
Schließlich merkt man, dass Regeln nicht alles sind und man sich dafür nach einer konsistenten Welt sehnt und eben solche Spieler.

Ich persönlich muss da als angehender Physiker ein wenig schmunzeln, weil es bei uns dieses mystische Trennung in theoretischer und experimenteller Phyiker gibt. Und mit einem Zwinkern übertrage ich diese Trennung auch auf das Rollenspiel.
Die experimentellen oder sagen wir angewandten Spieler sind die Pragmatiker. Da wird nicht viel hinterfragt, sondern die Regeln hingenommen, gelernt und verwendet. Die Welt so hingenommen und ausgespielt in all ihren Facetten.
Die Theoretiker hingegen schauen sich die Regeln zuerst einmal an und fragen sich ob das ganze Sinn macht. Leisten die Regeln das was sie von ihnen erwarten. Unterstützen sie die Aspekte des Rollenspiels, die ihnen lieb und teuer sind.

Und so komme ich nicht umhin, dass ich beide Parteien brauche. Wie in der Physik. Der angewandte Physiker im Labor macht irgend eine Entdeckung und gibt sie dem Theoretiker, der sie ihm erklären soll.
Dieser denkt darüber nach und findet schließlich eine Lösung. Doch siehe da, bei seinen Nachforschungen hat er entdeckt, dass sich neben dem Effekt in Frage etwas anderes messen lassen sollte. Also gibt er das zurück an den Experimentalphysiker, der das im Labor überprüft...
....und so sollte sich ein Kreislauf ergeben.

Ähnlich sehe ich das mit dem Rollenspiel.

Nur dass es da eben nicht diese binäre Trennung gibt wie bei den Physikern, sondern das ganze sehr vielfältiger.
Und genau aus dem Grund finde ich die Theorie auch so wichtig. Ich finde es wichtig sich wie z.B. Jörg jetzt sich darüber Gedanken zu machen. Denn dieser evtl. entstehende Frust sollte nicht einfach hingenommen werden, sondern analysiert werden. Ist man schließlich zu der Erkenntnis vorgestoßen, dass jeden verschiedene Aspekte des Rollenspiels an den Tisch treiben so lässt sich das ganze ja bewältigen.

Ich für meinen Teil habe es die letzten Tage einfach so in meiner Runde formuliert: Sind wir eine Rollenspielgruppe, oder Freunde, die zusammen Rollenspielen?

Sprich, treffen wir uns abends und sind von dem OT Gerede genervt, oder sind wir doch Freunde die auch interessiert wie es den anderen so geht, was sie machen, wie weit die Ausbildung ist. Oder können wir neben RPG auch einfach mal ins Kino gehen?

Cheers,
            Evil DM.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Chiungalla am 2.01.2009 | 15:15
Tja, so ist das nun mal. Einige Leute schaffen es sich die ganzen schönen Sachen anzueignen und den Horizont zu erweitern und trotzdem ihre Ansprüche nicht zu erhöhen. Andere Leute wollen den schönen Kram den sie kennen gelernt haben auch anwenden und geben sich mit ihrer kleinen Welt nicht zufrieden. Für mich drehte die Frage sich darum ob das Spiel besser wird, wenn man mehr weiß.

Du stellst es so da als wäre das eine Entweder-oder-Entscheidung.
Das ist sie nicht, oder zu mindestens nicht für alle.

Man kann sich all das Zeug aneignen und seinen Horizont erweitern.
Und man kann das ganze auch hinterher anwenden, ohne Leistungsdruck und gestiegene Ansprüche zu haben. So kann man aus der kleinen Welt eine große machen, ohne sie jemals verlassen zu müssen.

Und die Frage ist glaube ich nicht, wie viel man weiß, sondern wie man das Wissen in sein Spiel einbaut, wie man die Theorie in die Praxis überträgt, wie man die Erfahrungen nutzt und wie man das ganze der Gruppe kommuniziert.

Alleine das Wissen bringt rein gar nichts.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Joerg.D am 2.01.2009 | 15:43
Meine Gedanken drehen sich immer nur darum, wie ich etwas praktisch machen kann und mit der schrittweisen Einfügung der Inhalte habe ich schlechte Erfahrungen gemacht, weil es den meisten Spielern zu viel Veränderung im Spiel war.

Außerdem eigne ich mir das Zeug an, indem ich es verwende und expirimentiere. Ich will mich nicht irgendwo hinsetzen und langwierig über Konzepten grübeln, ich will sie anwenden und die Ergebnisse sehen. Anhand der Ergebnisse ziehe ich dann meine Rückschlüsse und ändere eventuell etwas.

Die Erfahrungen der alten Kampagene und des alten Kampagnenabschnittes werden für den nächsten Teil verwendet, um ihn besser zu machen.

Wenn ich mich mit den vorhandenen Leistungslevel meiner Spieler zufrieden geben würde, wäre ich nie auf Spieler wie Martin gestoßen, die mich in meiner Entwicklung vorran gebracht haben und die sich selber auch entwickeln. Ich hätte es auch nie mit Dir probiert, weil die alte Gruppe menschlich und von der Harmonie her fast perfekt war. Aber ich will keine menschlich perfekte Gruppe ich will gute Spieler, die mitziehen und sich einbringen.

Aber das geht am eigentlichen Thema vorbei.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: oliof am 2.01.2009 | 15:54
Um mal die Frage zu beantworten:

Ja, das Spiel wird besser, wenn man mehr weiß. Nicht unweigerlich, aber meistens dann, wenn man das Wissen reflektiert anwendet.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Joerg.D am 2.01.2009 | 16:00
Schöne und vor allem kurze Antwort.

Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Ludovico am 2.01.2009 | 16:19
@Thematik Spaß im RPG
Dazu gab es mal einen älteren Thread: http://tanelorn.net/index.php/topic,41558.0.html

@topic
Ich selber finde das reflektierte Behandeln von Wissen zum Hobby teilweise sehr schwierig. Welche Methoden können denn hierbei helfen.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: oliof am 2.01.2009 | 20:04
„Entschuldigung, können Sie mir sagen, wie ich zur Oper komme?“ – „Ganz einfach: Üben, Üben, Üben!“

Für manche Dinge ist die allererste Methode, sie auszuprobieren. Das ist natürlich auch gerne mal mit Mißerfolgen gekrönt, aber dann kann man das Ergebnis auf einen Sockel platzieren, mit einer Plakette dran, auf der „So Nicht!“ steht.
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Haukrinn am 2.01.2009 | 22:38
„Entschuldigung, können Sie mir sagen, wie ich zur Oper komme?“ – „Ganz einfach: Üben, Üben, Üben!“

Für manche Dinge ist die allererste Methode, sie auszuprobieren. Das ist natürlich auch gerne mal mit Mißerfolgen gekrönt, aber dann kann man das Ergebnis auf einen Sockel platzieren, mit einer Plakette dran, auf der „So Nicht!“ steht.

Sehr weise Worte. Jörg, wenn Du auf Deine Frage und Deine Zweifel wirklich eine gute Antwort brauchst, Harald liefert sie Dir genau hier.  :d
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Joerg.D am 2.01.2009 | 22:49
Tja Haukinn, bei Dir durfte ich ja schön des Öfteren aus meinen Fehlern lernen :-).
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Gaming Cat am 4.01.2009 | 21:39
Einige Leute schaffen es sich die ganzen schönen Sachen anzueignen und den Horizont zu erweitern und trotzdem ihre Ansprüche nicht zu erhöhen. Andere Leute wollen den schönen Kram den sie kennen gelernt haben auch anwenden und geben sich mit ihrer kleinen Welt nicht zufrieden. Für mich drehte die Frage sich darum ob das Spiel besser wird, wenn man mehr weiß.

"Wir lassen nie vom Suchen ab,
und doch, am Ende allen unseren Suchens,
sind wir am Ausgangspunkt zurück
und werden diesen Ort zum ersten Mal erfassen."
(T. S. Eliot)

Dem ist nichts hinzuzufügen...  ;)
Titel: Re: [Entwicklung als Spieler und SL] Wird das Spiel besser, wenn man mehr weiß?
Beitrag von: Haukrinn am 5.01.2009 | 19:01
Tja Haukinn, bei Dir durfte ich ja schön des Öfteren aus meinen Fehlern lernen :-).

Ja, stimmt. Zum Beispiel welches Volumen Bierflaschen zu haben haben...  >;D