Tanelorn.net

Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Thema gestartet von: Kinshasa Beatboy am 29.01.2009 | 13:56

Titel: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Kinshasa Beatboy am 29.01.2009 | 13:56
Ob es nun DSA, D&D, Shadowrun oder WoD ist: neue Editionen großer Rollenspielsysteme werden sehr ambivalent aufgenommen.

Auffällig ist dabei, dass viele SpielerInnen die neue Edition mit hohem Aufwand und starker emotionaler Beteiligung abgrundtief verdammen, von einem Umsteigen dringlichst abraten, von desaströsen Erfahrungen berichten, den Weltuntergang herbeizitieren, kurzum: vollkommen irrational austicken.

Meine Frage nun: warum ist das so? Weshalb meldet sich in jedem D&D4-Thread irgendeine Pappnase und weist darauf hin, dass das System vollkommen scheiße ist? Wieso ist das auch bei Vampire, Shadowrun und DSA so?

Bitte geht in etwaigen Antworten NICHT auf inhaltliche Argumente zu einem speziellen System ein.

Bisherige Erklärungsvorschläge:

- Weil man mit einer neuen Edition sein angestammtes, vielgespieltes und möglicherweise sogar gemochtes System in Gefahr sieht. Wer ne enge Bindung an ein System hat tut sich eben schwer sich zu trennen.

- Es gibt keine neuen Quellenbücher mehr und, schlimmer, der Verlag gesteht sich damit doch ein das die alte Edition verbesserungsbedürftig war.

- Mit jeder neuen Edition wird der Fokus eines Spiels neu gesetzt und "Heilige Kühe" von Spielgruppen geschlachtet.

- Die meisten regen sich einfach darüber auf, dass ihre ganzen angesammelten Quellen- und Abenterbände plötzlich völlig inkompatibel mit dem neuen System sind und man - wenn man auf den "neue Edition"-Zug aufspringen will - ALLES neu kaufen muss.

- Konservativismus Marke Adenauer: keine Experimente. Wenn alles einigermaßen gut läuft, warum sollte man dann etwas neues wollen?

- Davon abgesehen sind manche Änderungen auch sehr heftig. Je heftiger die Änderungen, desto mehr Geschrei.

- Veränderungen bedeuten Mühe. Die Ablehnung von Veränderung dürfte im Kern darauf zurückzuführen sein, dass man einfach keinen Bock darauf hat, sich diese Mühe zu machen. Die Argumente, die dann gegen die neuen Editionen vorgebracht werden, sind vermutlich größtenteils Rationalisierungen dieser emotionalen Abneigung.

- Alte Hasen, die Neuauflagen von Systemen spielen, versuchen (was eigentlich auch klar ist) das neue Spiel mit der alten Herangehensweise zu spielen, denn die liegt ihnen im Blut. Das funktioniert bei D&D4 nicht, das funktioniert bei nWoD nicht. Und das wiederum führt zur Frustration.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung von neuen Editionen
Beitrag von: Wawoozle am 29.01.2009 | 14:00
Weil man mit einer neuen Edition sein angestammtes, vielgespieltes und möglicherweise sogar gemochtes System in Gefahr sieht.
Es gibt keine neuen Quellenbücher mehr und, schlimmer, der Verlag gesteht sich damit doch ein das die alte Edition verbesserungsbedürftig war.

Allerdings wird dabei oft vergessen, dass Verlage eben Geld verdienen müssen und meistens verdienen sie mehr mit neuen Editionen als mit Sourcebooks und Abenteuern (zumindest wenn man in Zeiträumen denkt die für Shareholder relevant sind :D )

Aber das ist ja mit fast allem so...
"Der neue Ka/Golf/Astra/$AUTONAME ist viel hässlicher als der alte."
"Raider war viel besser als Twix."
"Früher hat $MUSIKGRUPPE aber bessere Musik gemacht."
Titel: Re: Irrationale Ablehnung von neuen Editionen
Beitrag von: D. M_Athair am 29.01.2009 | 14:06
Dazu kommt, dass mit jeder neuen Edition der Fokus eines Spiels neu gesetzt wird.
Der neue Fokus MUSS nicht gefallen!!!

Die nWoD hat beispielsweise den ganzen "schönen" Metaplot rausgeschmissen.
D&D4 setzt verstärkt auf Encounter.
In Shadowrun hat sich in der Spielwelt vieles verändert.

Mit jeder neuen Edition werden "Heilige Kühe" von Spielgruppen geschlachtet!
Titel: Re: Irrationale Ablehnung von neuen Editionen
Beitrag von: ComStar am 29.01.2009 | 14:08
Ich kann nur von mir sprechen:

D&D  hab ich nie gespielt, is mir also relativ egal, welche Edition ich nicht spiele.

Bei DSA bin ich nicht auf 4 umgestiegen, weil ich damals eh schon eher nurnoch sporadisch DSA gespielt habe und mir der Umstieg zuviel Aufwand (Geld & Energie) gewesen wäre, für ein Spiel das ich eh kaum noch spiele.
In etwa das selbe gilt für den Wechsel von SR3 auf SR4.
Vampire habe ich bewusst boykotiert, da es für mich einfach ein anderes Spiel war. Dinge hiessen gleich oder ähnlich, waren aber was anderes. Zudem hab ich erst 1-2 Jahre vor dem Wechsel mit der owod angefangen und viel Geld investiert. Da wollte ich nicht schon wieder wechseln. UND die Schweine haben MEINEN Clan gestrichen... :q

Allgemein würd ich vermuten es ist psychologisch begründet. Wer ne enge Bindung an ein System hat tut sich eben schwer sich zu trennen. Ökonomisch könnte man es auch erklären: "ich hunderte Euro in system X investiert und es ist toll. Wieso soll System X 2nd Ed. soviel besser (und vor allem das Geld wert) sein.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung von neuen Editionen
Beitrag von: Plansch-Ente am 29.01.2009 | 14:09
Die meisten regen sich einfach darüber auf, dass ihre ganzen angesammelten Quellen- und Abenterbände plötzlich völlig inkompatibel mit dem neuen System sind und man - wenn man auf den "neue Edition"-Zug aufspringen will - ALLES neu kaufen muss.
Dabei vergessen die Leute häufig, dass sie mit ihren Büchern ganz einfach weiterspielen können ;). Ärgerlich wirds dann eben nur beim Finden von neuen Gruppen. Da wird dann häufig die neue Edition gespielt und die Bücher die man für viele hundert Euro gekauft hat, werden "nutzlos" (den ein oder anderen Nutzen kann man ja immernoch rausziehen).
Titel: Re: Irrationale Ablehnung von neuen Editionen
Beitrag von: Bad Horse am 29.01.2009 | 14:17
Wenn alles einigermaßen gut läuft, warum sollte man dann etwas neues wollen? Veränderung wird häufig ambivalent wahrgenommen - die Angst, dass etwas schlechter wird, überwiegt die Hoffnung, dass etwas besser wird.

Ansonsten ist es einigermaßen blöd, wenn man nicht von einer Edition auf die nächste umsteigen kann (bei Ars Magica 3 auf Ars Magica 4 hat das noch halbwegs geklappt, aber nicht mehr auf Ars Magica 5).

Titel: Re: Irrationale Ablehnung von neuen Editionen
Beitrag von: Kardinal am 29.01.2009 | 14:20
kommt drauf an

GURPS4 kam nach gut 18 Jahren der vorhergehenden Edition und wurde allgemein hervorragend aufgenommen.

Die oWoD hatte ich seit dem Erscheinen des engl. Vampire2e über bald sieben Jahre geleitet bis ich es - und vor allem die Spieler/innen, die das Spiel inzwischen anzog - schlicht nicht mehr sehen konnte. Die nWoD hingegen ist IHMO in jeder Hinsicht eine Verbesserung, vor allem weil es sich wirklich um "personal horror" handelt und nicht um "Superhelden mit langen Zähnen/Pelz"

D&D1&2 hat mich nie gereizt, 3.x fand ich ganz spaßig, DD4 ist einfach ein schlechter Witz

DSA hat mich in keiner Edition je angezogen

Shadowrun hat mich als Setting ab der dritten Edition nicht mehr interessiert, die Regeln waren nie besonders

Warhammer FRP2e war eine gelungene und nötige Weiterentwicklung, die Welt rockt sowieso ;)
Titel: Re: Irrationale Ablehnung von neuen Editionen
Beitrag von: Blizzard am 29.01.2009 | 14:26

D&D1&2 hat mich nie gereizt, 3.x fand ich ganz spaßig, DD4 ist einfach ein schlechter Witz

DSA hat mich in keiner Edition je angezogen

Shadowrun hat mich als Setting ab der dritten Edition nicht mehr interessiert, die Regeln waren nie besonders

Warhammer FRP2e war eine gelungene und nötige Weiterentwicklung, die Welt rockt sowieso ;)
Das kann ich in etwa so unterschreiben.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung von neuen Editionen
Beitrag von: Crimson King am 29.01.2009 | 14:30
Veränderungen bedeuten Mühe. Die Ablehnung von Veränderung dürfte im Kern darauf zurückzuführen sein, dass man einfach keinen Bock darauf hat, sich diese Mühe zu machen. Die Argumente, die dann gegen die neuen Editionen vorgebracht werden, sind vermutlich größtenteils Rationalisierungen dieser emotionalen Abneigung. Das ist eigentlich Standardpsychologie.

Davon abgesehen sind manche Änderungen auch sehr heftig. Ohne DSA 4 direkt zu kennen, meine ich zu wissen, dass z.B. Klassen und Stufen abgeschafft wurden und dass das System tatsächlich bis ins Absurde unausgewogen ist (Bettler sind besser als Krieger wegen der vielen Bonuspunkte, sie sie verteilen können etc.). Bei Shadowrun, einem weiteren System, das ich nicht gut kenne, war meines Wissens ursprünglich mal eine nicht zu unterschätzende sozialkritische Komponente enthalten, die Konzerne waren irgendwo echte Antagonisten. Heute sind sie nur noch Auftraggeber. Dass man an solcher Stelle einfach die neuen Regeln - falls die besser sind, was bei SR 4.01 wohl der Fall ist - mit dem alten Setting kombinieren kann, auf die Idee scheinen die Leute wohl nicht zu kommen (selbiges gilt wohl für WoD).

Der Topictext enthält übrigens einen gängigen grammatikalischen Fehler. ;)
Titel: Re: Irrationale Ablehnung von neuen Editionen
Beitrag von: Kinshasa Beatboy am 29.01.2009 | 14:39
Veränderungen bedeuten Mühe. Die Ablehnung von Veränderung dürfte im Kern darauf zurückzuführen sein, dass man einfach keinen Bock darauf hat, sich diese Mühe zu machen. Die Argumente, die dann gegen die neuen Editionen vorgebracht werden, sind vermutlich größtenteils Rationalisierungen dieser emotionalen Abneigung. Das ist eigentlich Standardpsychologie.

Naja, meinst Du vielleicht Einstellungsänderung bei Voreingenommenheit mit den Stichworten Verteidigungsmotivation und Confirmation Bias? Das ist ein cleverer Punkt, aber nicht zwingend Allgemeinwissen, würde ich sagen.

Ansonsten freue ich mich immer über Rechtschreibkorrekturen, finde jedoch spezifischere Hinweise hilfreicher ;-)

Im Eingangsthread sammel ich ansonsten mal die Argumente.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung von neuen Editionen
Beitrag von: Crimson King am 29.01.2009 | 14:44
Naja, meinst Du vielleicht Einstellungsänderung bei Voreingenommenheit mit den Stichworten Verteidigungsmotivation und Confirmation Bias?

Vermutlich. ;) Als Nichtpsychologe kann ich das nicht genau beurteilen. Klingt aber plausibel.

Ansonsten freue ich mich immer über Rechtschreibkorrekturen, finde jedoch spezifischere Hinweise hilfreicher ;-)

Stichwort Genitiv. Damit soll sich's aber auch haben. Normalerweise sind mir Rechtschreib- und Grammatikfehler relativ wurschd, solange ich den Text verstehe. Aber jemandem mit hoher Bildung und Eloquenz kann man das spaßeshalber immer mal aufs Auge drücken. ;)
Titel: Re: Irrationale Ablehnung von neuen Editionen
Beitrag von: Stahlfaust am 29.01.2009 | 14:45
Vielleicht bin ich die Ausnahme, aber ich freue mich meistens auf eine neue Edition. Gut gibt Ausnahmen.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung von neuen Editionen
Beitrag von: Kinshasa Beatboy am 29.01.2009 | 14:52
Stichwort Genitiv. Damit soll sich's aber auch haben. Normalerweise sind mir Rechtschreib- und Grammatikfehler relativ wurschd, solange ich den Text verstehe. Aber jemandem mit hoher Bildung und Eloquenz kann man das spaßeshalber immer mal aufs Auge drücken. ;)
Hm, also ich hätte wirklich gedacht, dass durch das "von" ein Dativ folgen muss und ohne "von" ein Genitiv angebracht sei. Kann mich aber auch täuschen und lasse den vermeintlichen Fehler für findige Germanisten gern stehen. Jeder blamiert sich, so gut er kann ;-)

EDIT: Ansonsten finde ich eue Editionen auch meistens spannend. Insbesondere dann, wenn sich auch wirklich was verändert und es sich nicht einfach um eine neue Auflage handelt. Bei GURPS oder HERO tut sich ja seit Jahrzehnten bei neuen Editionen nicht viel. Da gibts dann eben auch entsprechend wenig Getöse  ;)
Titel: Re: Irrationale Ablehnung von neuen Editionen
Beitrag von: Bad Horse am 29.01.2009 | 14:54
Ablehnung steht mit dem Genitiv, nicht dem Ablativ. Also "Ablehnung neuer Editionen".  ;)

Man sollte auch die begründete Ablehnung neuer Editionen (ist nicht kompatibel, zu kompliziert, etc.) nicht mit dieser "Ih, neu"-Reaktion verwechseln.
Wobei sich eine neue Edition natürlich gefallen lassen muss, dass man sie kritisch mit den vorherigen Editionen vergleicht. Aber dieses "Nä, kennsch net, magsch net" hat nichts mit kritischer Auseinandersetzung zu tun, sondern ist eine instinktive Abwehrreaktion im Angesicht einer Veränderung. Und das nervt dann, weil ein aufgeschlossener Leser, der auf eine Diskussion von Vor- und Nachteilen einer neuen Edition hofft, sich eben auch durch solche "des heißt jetzt schleichen und nicht mehr heimlichkeit, wie doof, kann ja nur schlecht sein"-Posts wühlen muss.

Titel: Re: Irrationale Ablehnung von neuen Editionen
Beitrag von: Haukrinn am 29.01.2009 | 14:58
Ich kann da einfach mal mit zwei ganz pragmatischen Gründen aufwarten:

1. Neue Edition heißt neue Bücher heißt wieder viel Geld ausgeben. Und das, wo man doch gerade erst ein kleines Vermögen in die letzte Edition gesteckt hat.
2. Alte Hasen, die Neuauflagen von Systemen spielen, versuchen (was eigentlich auch klar ist) das neue Spiel mit der alten Herangehensweise zu spielen, denn die liegt ihnen im Blut. Das funktioniert bei D&D4 nicht, das funktioniert bei nWoD nicht. Und das wiederum führt zur Frustration.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung von neuen Editionen
Beitrag von: Kinshasa Beatboy am 29.01.2009 | 15:00
Ablehnung steht mit dem Genitiv, nicht dem Ablativ. Also "Ablehnung neuer Editionen".  ;)

Man sollte auch die begründete Ablehnung neuer Editionen (ist nicht kompatibel, zu kompliziert, etc.) nicht mit dieser "Ih, neu"-Reaktion verwechseln.
Wobei sich eine neue Edition natürlich gefallen lassen muss, dass man sie kritisch mit den vorherigen Editionen vergleicht. Aber dieses "Nä, kennsch net, magsch net" hat nichts mit kritischer Auseinandersetzung zu tun, sondern ist eine instinktive Abwehrreaktion im Angesicht einer Veränderung. Und das nervt dann, weil ein aufgeschlossener Leser, der auf eine Diskussion von Vor- und Nachteilen einer neuen Edition hofft, sich eben auch durch solche "des heißt jetzt schleichen und nicht mehr heimlichkeit, wie doof, kann ja nur schlecht sein"-Posts wühlen muss.

GENAU! Und um diese systematische "Ih, neu"-Reaktion geht es mir. So eine Art Beißreflex bei neuen Editionen. Ich finde das beispielsweise aktuell bei D&D wirklich grauenhaft, weil es dermaßen viele Pappnasen gibt, die einen solchen Reflex offenkundig nur unzureichend kontrollieren können und dies der Umwelt wirklich bei jeder Gelegenheit mitteilen müssen. Aber: WARUM ist das so? Wie erklärt sich das? Woher kommt erstens der Reflex und weshalb ist zweitens die Mitteilungsbedürftigkeit derart groß?

EDIT: Oder noch mal anders: die bislang genannten und mittlerweile im Ausgangspost gesammelten Gründe finde ich allesamt nachvollziehbar. Dennoch erschließt sich mir alleinig daraus noch nicht die Aggressivität und Penetranz, mit der die Kritik vorgetragen wird. Mir bleibt das schleierhaft. Wie sieht es mit Euch aus?

EDIT2: Dass "Ablehnung" nicht mit "von" kombinierbar ist und daher zwingend mit Dativ daherkommt, war mir neu. Ist korrigiert. Danke für die beiden Hinweise!
Titel: Re: Irrationale Ablehnung von neuen Editionen
Beitrag von: Suro am 29.01.2009 | 15:16
Oder noch mal anders: die bislang genannten und mittlerweile im Ausgangspost gesammelten Gründe finde ich allesamt nachvollziehbar. Dennoch erschließt sich mir alleinig daraus noch nicht die Aggressivität und Penetranz, mit der die Kritik vorgetragen wird. Mir bleibt das schleierhaft. Wie sieht es mit Euch aus?
Ich würde ja behauptet, dass die Agressivität und Penetranz nicht tatsächlich durch die neue Edition ursächlich bedingt ist, sondern nur eine Gelegenheit für diverse Personen ist, die diese Eigenschaften eh aufweisen, sie mal wieder an den Tag zu legen.
Kurz gesagt: Viele der Leute, die in "righteous Fury" mit Ärger um sich werfen, sind imho einfach Idioten.

Dann wiederum könnte man behaupten, ich hätte ja ohenhin kein positives Menschenbild und meine Einstellung hierzu wäre zu erwarten gewesen, aber tja - so ist das Leben.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: oliof am 29.01.2009 | 15:17
Die Agressivität des Vortrags liegt hauptsächlich in der klassischen Problematik von Internet-Diskussionen begründet: Weils kein Remote Strangulation Protocol (http://c2.com/cgi-bin/wiki?RemoteStrangulationProtocol) gibt, hast Du nicht soviel Anlaß nett zu sein. (Das ist nicht von mir, aber ich finde die Herleitung sehr passend). Ist übrigens ganz und gar nicht auf Rollenspieldiskussionen beschränkt.

Außerdem noch drei Gedanken:

Einige alteingesessene Rollenspieler neigen dazu, viel Energie in ihr Spiel investiert zu haben. Das wollen sie nicht alles aufgeben. Also investieren sie viel Energie in Rumjammern. Ist doch ganz klar.

Ich glaube auch, dass dieses Verhalten irgendwie mit den Geek Fallacies korreliert; die Fraggles[1] einer bestehenden Edition fühlen ihre eigene (kreative/intellektuelle) Leistung in der "Arbeit" mit der alten Edition entwertet und sind dann enttäuscht.

Alle wollen bessere Regeln. Niemand will eine neue Edition. Paradox? Ganz bestimmt, aber das nimmt mich nicht weiter wunder.

[1] drsrm-vulgo für "willenlose Fans"
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Crimson King am 29.01.2009 | 15:22
Einige alteingesessene Rollenspieler neigen dazu, viel Energie in ihr Spiel investiert zu haben. Das wollen sie nicht alles aufgeben. Also investieren sie viel Energie in Rumjammern. Ist doch ganz klar.

Ersetze Energie durch Emotionen.

Ich vergleiche das z.B. mit Fußballfans, die einem altgedienten Publikumsliebling am liebsten einen lebenslangen Vertrag geben und ihn jedes Spiel aufstellen wollen, auch wenn er längst über den Zenit ist und es eigentlich nicht mehr so ganz bringt. Wenn man dann sagt "Der ist zu langsam geworden" kommt eine entsprecht emotionale Antwort "Was?! Weisst du nicht, mehr, damals gegen Bayern...?!".

Fazit: es existiert eine emotionale Bindung zur bekannten Edition, die erstmal überwunden werden will, bevor man die neue Edition neutral beurteilen kann. Wer diese Überwindung (noch) nicht hinbekommen hat, wird entsprechend emotional reagieren.

Dass die Anonymität des Internets einen zusätzlich dazu verleitet, den angebrachten Respekt vermissen zu lassen, ist ein weiterer Punkt.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung von neuen Editionen
Beitrag von: JS am 29.01.2009 | 15:27
Vielleicht bin ich die Ausnahme, aber ich freue mich meistens auf eine neue Edition. Gut gibt Ausnahmen.

eben. das geht mir, meinem bekanntenkreis und dem spielerkreis, den ich kenne, ebenso. ich frage mich, ob nicht die wenigen lauten brüller das bild verfälschen und suggerieren, es gäbe eine ablehnung neuer editionen. mir schwant sowas nämlich.
außerdem habe ich das gefühl, daß neue editionen nur von breiterer masse abgelehnt werden, wenn sie einen schärferen schnitt zum vorgänger machen und das neue eben nicht so geliebt wird. d&d 3e wurde in masse sehr gut aufgenommen (auch wenn es immer noch ad&d-unker gibt), 4e wird dagegen sehr durchwachsen beurteilt. und dsa 4 wird von vielen nicht mit haßliebe betrachtet, weil es eine neuauflage ist, sondern weil es... naja... das dsa 4 system ist.

seltsam finde ich es eher, daß nicht wenige spieler dann auf einen ungeliebten neuen zug aufspringen. mir ist z.b. seit langem kein dsa-ler mehr begegnet, der die 4. edition "richtig goil" findet; doch alle spielen sie mittlerweile. das ist mir schleierhaft.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: hexe am 29.01.2009 | 15:47
Manchmal mag man auch nicht umsteigen, weil der geliebte Charakter anderes wird. Ich habe zumindest zum Beispiel einen AD&D 2nd Charakter der in neueren Edition einfach nicht der Gleiche wäre (und auch nicht in 1st). Plötzlich kann der ganz andere Dinge oder irgendwas nicht mehr, etc. Deshalb hängt man auch am alten System und vielleicht angepisst, dass man jetzt ganz sicher keine Runde mehr dafür findet.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Heretic am 29.01.2009 | 15:48
Ob es nun DSA, D&D, Shadowrun oder WoD ist: neue Editionen großer Rollenspielsysteme werden sehr ambivalent aufgenommen.

Auffällig ist dabei, dass viele SpielerInnen die neue Edition mit hohem Aufwand und starker emotionaler Beteiligung abgrundtief verdammen, von einem Umsteigen dringlichst abraten, von desaströsen Erfahrungen berichten, den Weltuntergang herbeizitieren, kurzum: vollkommen irrational austicken.

Meine Frage nun: warum ist das so? Weshalb meldet sich in jedem D&D4-Thread irgendeine Pappnase und weist darauf hin, dass das System vollkommen scheiße ist? Wieso ist das auch bei Vampire, Shadowrun und DSA so?

Bitte geht in etwaigen Antworten NICHT auf inhaltliche Argumente zu einem speziellen System ein.

Bisherige Erklärungsvorschläge:

- Weil man mit einer neuen Edition sein angestammtes, vielgespieltes und möglicherweise sogar gemochtes System in Gefahr sieht. Wer ne enge Bindung an ein System hat tut sich eben schwer sich zu trennen.

- Es gibt keine neuen Quellenbücher mehr und, schlimmer, der Verlag gesteht sich damit doch ein das die alte Edition verbesserungsbedürftig war.

- Mit jeder neuen Edition wird der Fokus eines Spiels neu gesetzt und "Heilige Kühe" von Spielgruppen geschlachtet.

- Die meisten regen sich einfach darüber auf, dass ihre ganzen angesammelten Quellen- und Abenterbände plötzlich völlig inkompatibel mit dem neuen System sind und man - wenn man auf den "neue Edition"-Zug aufspringen will - ALLES neu kaufen muss.

- Konservativismus Marke Adenauer: keine Experimente. Wenn alles einigermaßen gut läuft, warum sollte man dann etwas neues wollen?

- Davon abgesehen sind manche Änderungen auch sehr heftig. Je heftiger die Änderungen, desto mehr Geschrei.

- Veränderungen bedeuten Mühe. Die Ablehnung von Veränderung dürfte im Kern darauf zurückzuführen sein, dass man einfach keinen Bock darauf hat, sich diese Mühe zu machen. Die Argumente, die dann gegen die neuen Editionen vorgebracht werden, sind vermutlich größtenteils Rationalisierungen dieser emotionalen Abneigung.

- Alte Hasen, die Neuauflagen von Systemen spielen, versuchen (was eigentlich auch klar ist) das neue Spiel mit der alten Herangehensweise zu spielen, denn die liegt ihnen im Blut. Das funktioniert bei D&D4 nicht, das funktioniert bei nWoD nicht. Und das wiederum führt zur Frustration.

1. Das ist kein gültiges Argument. Ich geh da an anderer Stelle mal drauf ein.
2. Und genau DAS ist nicht der Fall, aber Verlage zerstören sich gern mal die Möglichkeit, eine Kampagnenlinie aufzubauen, und zerhauen sich generell mit Retcons ALLES. Siehe D&D 4.0 und SR 4.0
3. Genau DAS ist das Problem der Verlage, sie legen sich NICHT fest und arbeiten darauf zu, NEIN, sie torkeln aufgrund der PR-Arbeit von irgendwelchen Marketingpfeifen umher.
4. Und auch das ist ein legitimes Argument. Ich sag nur "Forgotten Realms" und "Eladrin" und "Duergar", und alles ist gesagt.
5. Experimente gern, wenn sie gut gemacht sind. Ich will KEINE Betaphase kaufen, also auch KEIN SR 4.0 oder D&D 4.0.
6. EBEN. Ich hätte mir liebend gern sowohl D&D 4.0 als auch SR zugelegt, aber SO wie man mich da als Kunde verschreckt hat, wurde ich noch nie brüskiert...
7. Wenn ich ein gut spielbares System wie bei SR 3.0 habe, dann erwarte ich, dass dies weiter geführt wird, und man nicht aus heiterem Himmel einen neuen komplett neuen Regelmechanismus reinbringt, und das alte System komplett kippt. Das geht nicht, und der drastische Rückgang an SR 4.0 Runden auf Cons die ich besuche geben mir Recht. Und wenn ich dann noch von einem Bekannten mitbekomme, dass sich SR 4.0 nicht so wirklich verkauft, dann wundert mich das nicht.
8. Ich will D&D oder SR mit einem Flair spielen, das ICH festlege, ich will doch ein Spiel, das auf MICH, den Kunden zugeschnitten ist, und nicht anders herum. Ist das zuviel erwartet? Ich will kein Brettspiel-D&D, mit dem ich kein einziges meiner Charakterkonzepte verwirklichen kann, weil das System verkrüppelt wurde! Ich will kein **** SR 4.01, in dem Cyberware per W-LAN wegen irgendwelcher scheiss SOTA-Regeln, die schon bei 3.01 D jedem den ich kenne verhasst waren, gehackt werden kann! Das ist NICHT Cyberpunk, das ist kein Spiel im Stile von Bladerunner und Neuromancer, das ist DREK, den ich so nicht kaufen oder spielen will, Chummer! Und da ist es mir völlig egal, ob du das engstirnig nennst, oder nicht!
 
Ich will Neuauflagen sehen, die TAUGLICH und gern auch INNOVATIV sind, die aber nicht etwas als "Name von Spiel X einsetzen" anpreisen, was es weder
a) vom Flair
b) den Regeln
c) den Termini
her ist.
 
Wenn ich bei D&D von Strikern, Controllern und dergleichen lese kommt mir das kalte Kotzen, da ist der Ofen aus, MMORPG-Fachtermini haben NICHTS in einem Pen&Paper-RPG zu suchen. Und wenn sies doch tun, dann freu ich mich wie Schneekönig, wenn sie mit diesem Mindset gegen die Wand fahren, so wie sie es mit D&D 4.0 und SR 4.0 wohl tun werden.


AMEN
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Kinshasa Beatboy am 29.01.2009 | 15:59
Wie immer sehr charmant, Heretic. Nur ganz kurz: die von Dir auf- und angegriffenen Argumente stammen nicht von mir, sondern von den bisherigen Postern. Ich habe lediglich zusammengefasst. Ansonsten hatte ich die Diskussion anders führen wollen und das nach meinem Eindruck auch deutlich gemacht. Zumindest haben die meisten anderen Poster die Bitte verstanden und sind ihr nachgekommen. Vielleicht hat Suro einfach recht. Sniff...
Titel: Re: Irrationale Ablehnung von neuen Editionen
Beitrag von: WitzeClown am 29.01.2009 | 16:07
Aber: WARUM ist das so? Wie erklärt sich das? Woher kommt erstens der Reflex und weshalb ist zweitens die Mitteilungsbedürftigkeit derart groß?

[...]

Dennoch erschließt sich mir alleinig daraus noch nicht die Aggressivität und Penetranz, mit der die Kritik vorgetragen wird. Mir bleibt das schleierhaft. Wie sieht es mit Euch aus?

Ist das Phänomen tatsächlich so schleierhaft für dich, Beatboy?

Wenn man die folgenden Punkte (von denen die meisten schon genannt wurden) zusammen betrachtet, ist das Verhalten für mich jetzt nicht so merkwürdig wie du es darstellst:

1. Viele Rollenspieler haben eine sehr starke Bindung an "ihr System". Die vielen erbittert geführten "Systemkriege" sind ein guter Beleg dafür

2. Das Erscheinen einer neuen Edition ist auf verschiedene Weisen kritisch für die alte Edition:
    - Es kommt zu einem Spielerschwund für die alte Edition
    - Es bedeutet einen Verlust an Aufmerksamkeit für die alte Edition.
    - Die Qualität der alten Edition wird in Frage gestellt.
    - Das weitere Fortbestehen der alten Edition ist nicht mehr sicher (bleiben genug Spieler übrig?)

3. Wenn ich das jetzt mit meinem (lückenhaften) Wissen aus der Vorlesung zur allgemeinen Psychologie in Verbindung setze, sollte allein die Existenz einer neuen Edition von vielen Spielern der alten Edition als direkter Angriff auf ihren Selbstwert angesehen werden.
Und dementsprechend reagieren sie dann auch. Wenn ich mich hinstellen und jemandem sage: "Hey du bist nicht mehr interessant. Der Neue ist viel besser als du. Wir brauchen dich nicht mehr!" wundert sich doch auch niemand, dass derjenige angepisst reagiert.

Anmerkung: Die unter Punkt 2 aufgeführten Ereignisse müssen natürlich nicht zwangsläufig eintreten, wenn eine neue Edition erscheint. Aber sie sind zumindest sehr wahrscheinlich.

Anmerkung2: Und da was Suro sagt. So!  ;)
   
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Gasbow am 29.01.2009 | 16:17
Heretic hat doch diese sehr emotionale und fanatische Ablehnung neuer Versionen wunderpar präsentiert:

Die neuen Dinge stimmen nicht mit dem überein wie er sich das Spiel vorstellt.
Der Spieler glaubt halt fest sicher zu sein was er will und wenn die Macher im nicht mehr das liefern, fühlt er sich von ihnen veräppelt, abgezockt, betrogen oder halt bestenfalls missverstanden und missachtet.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Kinshasa Beatboy am 29.01.2009 | 16:21
Danke, Witzeclown, das fand ich hilfreich. Ansonsten habe ich natürlich durchaus eigene Hypothesen, warum sich die Situation so darstellt und nicht anders. Aber wenn ich erst einmal lang und breit meine Ideen ausgebreitet hätte, wären vielleicht ein paar interessante Gedanken untergegangen. Zum Beispiel Deiner. Oder der von Crimson King. Oder oder. Bei "Wer wird Millionär?" halten die meisten Leute schließlich auch erst einmal die Fresse, bevor sie den Publikumsjoker ziehen  ;D

Heretic hat doch diese sehr emotionale und fanatische Ablehnung neuer Versionen wunderpar präsentiert:

Die neuen Dinge stimmen nicht mit dem überein wie er sich das Spiel vorstellt.
Der Spieler glaubt halt fest sicher zu sein was er will und wenn die Macher im nicht mehr das liefern, fühlt er sich von ihnen veräppelt, abgezockt, betrogen oder halt bestenfalls missverstanden und missachtet.

Ja genau. Aber findest Du diese ganze Negativenergie dem Umstand angemessen? Ich nicht. Und weil Heretic sehr viele Kollegen (und übrigens keine mir bekannten Kolleginnen, das sind durch die Bank Jungs) hat, versuche ich die Systematik zu verstehen. Aber die gesammelten Antworten helfen dabei ja schon wunderbar weiter. Vielen Dank!
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: WitzeClown am 29.01.2009 | 16:28
Bei "Wer wird Millionär?" halten die meisten Leute schließlich auch erst einmal die Fresse, bevor sie den Publikumsjoker ziehen  ;D

Na dann erwarte ich jetzt aber nicht weniger als die allein seligmachende Wahrheit direkt von Beatboys Ganden! ;D

Zitat
(und übrigens keine mir bekannten Kolleginnen, das sind durch die Bank Jungs)

Ich würde ja darauf tippen, dass eine Kombination aus der geringen Frauendichte im Hobby und der tendenziell geringeren offenen Feindseligkeit bei Frauen hierfür verantwortlich ist.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Drudenfusz am 29.01.2009 | 16:31
Die modernen Systeme unterstützen häufig einen Spielstil, so das andere Spielstile sich nicht optimal machen lassen (was häufig bei der Realismusvernarrten Spielern zu Problemen führt).

Die neue WoD wollte Horror machen (und das macht sie besser als die Alte), dafür bracht mach keinen Metaplot (wo dann sowieso meist klar ist welche Fraktion gerade welchen Schrecken verbreitet).

Das neue D&D ist Cinematischer als das Alte (so kann man besser ein Mantel und Degen Feeling damit spielen).

DSA4 hatt verstärkt auf Realismus gesetzt (welcher aber nicht perfekt umgesetzt wird), so das Leute, welche vor 20 Jahren mit DSA angefangen haben, auch ihren Spielstil nicht mehr wiederfanden.

Glaube das liegt daran, das sich die entwickler heute wesentlich bewußter machen wenn sie als Zielgruppe haben wollen (alle anderen sind halt angeschmiert) und dies mit Rollenspieltheoretischen-Ansätzen umsetzen wollen (wo durch sie recht spiziel werden).
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Chiungalla am 29.01.2009 | 16:33
Ich glaube irrational ist in diesem Falle vielleicht nicht das richtige Wort, vielleicht wäre subjektiv da passender.

Unterm Strich ist ein Editionswechsel ja eine Veränderung.
Und nachdem viele Systeme über mehrere Editionen nicht wirklich viel verändert haben, gab es in den letzten Jahren dann durchaus radikale Editionsumbrüche:

Shadowrun hat ein komplett neues Würfelsystem und gewaltige Veränderungen in der Spielwelt und allen Mechaniken hinter sich.

D&D hat sich von AD&D über D&D 3 und jetzt D&D 4 bei ähnlich gebliebenen Spielwelten komplett erneuert, nicht nur was die Mechanik angeht, sondern auch was das Spielgefühl angeht.

DSA hat mit der Umstellung von der dritten auf die vierte Edition ebenfalls vieles massiv verändert.

Und es gilt halt das umso größer und massiver die Veränderungen sind, umso unwahrscheinlicher ist es, dass jemanden dem das Ausgangsprodukt gefallen hat, dass Endprodukt auch zusagt.
Umso mehr man ändern, umso wahrscheinlicher ist es den Geschmack alter Fans nicht zu treffen.

Andere Systeme haben eher kleine, kosmetische und dringend nötige Verbesserungen eingepflegt ohne das ganze einmal radikal neu zu erfinden, und wurden sehr viel positiver von ihren eingefleischten Fans aufgenommen.
Allerdings könnte ich mir vorstellen das diese dann auch nicht soviele neue Kunden gewonnen haben.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Kinshasa Beatboy am 29.01.2009 | 16:39
Na dann erwarte ich jetzt aber nicht weniger als die allein seligmachende Wahrheit direkt von Beatboys Lenden! ;D

Wer den Publikumsjoker zieht, obwohl er die alleinseigmachende Wahrheit kennt, ist ein Idiot. Oder nicht? Habe da noch nie mitgespielt  :gasmaskerly:

Aber den Geschlechtereffekt finde ich auch spannend. Vielleicht reichts ja für ein anderes Thema. Generell unterscheiden sich nämlich rollenspielende Männer und Frauen auch sonst nach meinem Eindruck ganz erheblich. Jedenfalls verliefen Runden, die ich geleitet habe, extrem unterschiedlich abhängig von der Geschlechterverteilung und auch die Präferenzen und Inhalte waren andere. Runden nur mit Spielerfrauen (hihi) unterschieden sich von gemischten Runden unterschieden sich von Männerrunden. Aber wie gesagt: anderes Thema. Dazu würde ich übrigens am liebsten einen einleitenden Text von Vermi lesen.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Thalamus Grondak am 29.01.2009 | 16:41
Ja genau. Aber findest Du diese ganze Negativenergie dem Umstand angemessen?
Das kommt halt drauf an, wie wichtig einem sein Hobby ist, und wie sehr man in der gewohnten Art Rollenspiele zu spielen festgefahren ist.
Prinzipiell gibt es die zwei grundsätzlichen, hier im Thread genannten, Möglichkeiten warum jemand gegen neue Editionen wütet:
1. Er ist ein Querulant bzw. jemand der schnell ausrastet
2. Er hängt stark an dem System und hat daher Grund zur Wut darüber, das er sich umstellen muss, weil andere entschieden haben "sein" System zu ändern.

Erstere sind halt so, da braucht man nix zu analysieren(zumidnest nicht aufs Rollenspiel bezogen)
Zweitere zeigen dadurch, wie wichtig ihnen das Spiel ist, und ich weiß nicht was daran auszusetzen wäre.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Schlangengott am 29.01.2009 | 16:42
Also, für mich sind hier die Gesetze des Marktes das entscheidende Argument: Der Verlag ist gezwungen eine neue Edition auf den Markt zu bringen.


Im Falle der Abspeckung der Regeln kann ich ja noch damit konform gehen - im Punkt der Regeln kann ich das bei Shadowrun und D&D wirklich eine Simplifizierung unterstützen - die Systeme waren zu überlastet - bei Shadowrun war die Matrix komplett ausgelagert, weil sie nicht im Spiel funktionierte und bei D&D gab es endlose Regelformen von denen nicht klar war, ob sie sich ausschließen oder ob sie miteinander kombinierbar sind...die neuen Editionen sind von den schlanken Regeln her ein guter Ansatz...allerdings auch nur ein Ansatz: Sie hinterlassen in dem ursprünglichen System einfach ein fettes Loch - weil es sich hier nicht um eine Aufstockung der Regeln wie bei Shadowrun 2.0 zu 3.0 und 3.5 handelt - sondern um eine Herunterbrechung. Und nach dieser Herunterbrechung scheint ja nichts mehr Neues zu kommen...da entsteht einfach eine verarmte Landschaft die nicht verarztet wird...jetzt müssten schnell neue Bücher auf den Markt kommen, die das System auffüllen...aber das DAUERT EINFACH ZU LANGE...und während dieser Dauer verliert das System seine alteingesessenen Spieler, weil die nun mit einem viel nackteren Gerüst dasitzen...das zwar von der Basis eine gute Idee ist, aber auch nur von der Basis und somit nicht allein taugt...

Mein Tipp: Altes System weiterspielen und dann schauen wohin sich das neue System mit neuen Regelbüchern entwickelt und dann noch einmal ein Urteil fällen...



 
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Schlangengott am 29.01.2009 | 16:45
Mein Problem ist eher, dass die Storyline nur ein ungeliebtes Stiefkind solcher Veränderungen zu sein scheint - und das dann plötzlich alle Sourcebooks vom Inhalt sinnlos werden - man sollte bei allen Rollenspielen Hintergrundmaterial herausbringen welche die alten Elemente in einem zusammenfassenden Buch zu neuen Ufern führt, ohne die alten Elemente einfach zu entwerten...und das fast unabhängig von den Regeländerungen bitte...zumal solche Storyumbrüche, wie sie im neuen Grundregelwerk beschrieben sind, dann nur Aufbrüche des Alten sind, ohne sie signifikant neu zu verankern...jetzt haben beide Systeme das Problem eine einzige Baustelle dort zu haben, wo es vorher noch eine Storyline gab...und die Macher von D&D 4.0 geben das zumindest auch noch offen zu...
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Funktionalist am 29.01.2009 | 16:47
...oder zu Fate wechseln. ;D

UNserer Truppe war oft der Umstand zu groß, ein neues Spiel zu lernen, um etwas ähnliches zu erfahren, wie man es bereits gehabt hat.
Da wir sehr unterschiedliche SPiele zocken haben wir dann gerne auch malw as neues, weshalb wir eher eine Ed da und eine andere dort spielen.

(Unser Heartbreaker ändert seine REgeln halbjährlich...und lief schon viermal sehr flüssig. Aber es gibt ja immer etwas.)
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Thalamus Grondak am 29.01.2009 | 16:59
damit nie wieder jemand die alte Edition spielen kann.
Das ist etwas kurz gefasst.
Eien neue Edition hat oft weitreichende Folgen, auch wenn an selbst garnicht umstellen will.
1. Viele andere Steigen um = Man verliert Potentielle Mitspieler
2. Es kommen keine neuen Erweiterungen/Quellenbücher... zum alten System raus.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: D. M_Athair am 29.01.2009 | 17:06
bei ihnen darüber hinaus noch ein Sturmkommando die Tür eintreten zu lassen, um alle alten Bücher einzusammeln und zu vernichten, damit nie wieder jemand die alte Edition spielen kann.
... du willst doch nicht etwa behaupten, es gäbe keine solche Kommandos!?  :o
Ich erinnere nur an die Ulisses Ultimatatum Warriors, die F&S-Inquisitoren, die Pegasus-Primal Force, die Sturmmannschaft 13, und all die anderen!
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Drudenfusz am 29.01.2009 | 17:23
... du willst doch nicht etwa behaupten, es gäbe keine solche Kommandos!  :o
Ich erinnere nur an die Ulisses Ultimatatum Warriors, die F&S-Inquisitoren, die Pegasus-Primal Force, die Sturmmannschaft 13, und all die anderen!
Gebe ja zu mich für solche Einsätze immer Freiwillig zu melden! Nicht umsonst kam es zu dieser Aussage:
Zitat von: Archoangel
Es gibt nur ein D&D! Und Drudenfusz ist sein Prophet!
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Schlangengott am 29.01.2009 | 17:26
Zitat
Beim ersten stimme ich Dir zu, da hast Du meiner Meinung nach Recht. Beim zweiten sieht es allerdings bei vielen Spielen so aus, dass ohnehin schon jeder Stein beschrieben wurde, so dass es kaum noch etwas gibt worüber man schreiben könnte. Wieso fällt es so schwer, mit den Tonnen an Material die für zwei Leben reichen glücklich zu sein?


Warum das so ist, weiß ich allerdings auch nicht...die Spieler haben irgendwie dann auch die Angst nicht mehr Teil einer Bewegung zu sein, sobald ein System "steht", und es keine Vorwärstentwicklung mehr gibt, können sie kein Teil einer Veränderung mehr sein, keiner aktualisierten Gemeinschaft die sich zur Zeit verhält...ganz merkwürdig...trifft hier der Begriff "Mode"?
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Ruinenbaumeister am 29.01.2009 | 17:48
Im Falle der Abspeckung der Regeln kann ich ja noch damit konform gehen - im Punkt der Regeln kann ich das bei Shadowrun und D&D wirklich eine Simplifizierung unterstützen - die Systeme waren zu überlastet - bei Shadowrun war die Matrix komplett ausgelagert, weil sie nicht im Spiel funktionierte und bei D&D gab es endlose Regelformen von denen nicht klar war, ob sie sich ausschließen oder ob sie miteinander kombinierbar sind...die neuen Editionen sind von den schlanken Regeln her ein guter Ansatz...

Ich habe auch einmal in einer Runde von Gelegenheitsspielern gespielt, bei denen gerade dieser Ansatz sauer aufgestoßen wäre. Dabei waren nämlich mindestens zwei Powergamer, aber solche ohne Sportsgeist, und diese beiden haben sich gefreut wie die Schneekönige, wenn sie im Alleingang alles weggemoscht haben. Der Rest der Gruppe war mit unerfahrenen Spielern besetzt, die zu vergleichsweise nutzlosem Beiwerk degradiert waren. Die beiden Möchtegern-Powergamer ihre Quellenbücher eifersüchtig und gaben den anderen Spielern eher kontraproduktive Ratschläge zur Charakterentwicklung, so daß ihr Vorsprung erhalten blieb.

Eine neue Edition, möglicherweise sogar eine vereinfachte, hätte den beiden den Wind aus den Segeln genommen. Allein schon deshalb mußten sie dagegen sein. Ich hoffe, daß die Denkweise der beiden nicht repräsentativ ist, aber Hoffnung kann enttäuscht werden.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Boba Fett am 29.01.2009 | 18:06
Aber: WARUM ist das so? Wie erklärt sich das? Woher kommt erstens der Reflex und weshalb ist zweitens die Mitteilungsbedürftigkeit derart groß?

Sowas stammt doch meistens aus einem Gefühl der Enttäuschung.

- Investitionen schreien nach Wiedergutmachung
Man hat viel Geld investiert und wenn man dem Verlag treu bleiben will (also mit der neuen Edition weitermacht) ist das alte (und damit die getätigten Investitionen) wertlos.

- Erwartungen wurden nicht erfüllt
Man hat sich Hoffnungen gemacht, dass alles "besser" wird, aber der Eindruck, den man bekommen hat, ist nicht "besser" sondern "anders". Vieles, was man selbst anders besser gemacht hätte, ist nicht besser geworden. Anderes, was man liebgewonnen hat, ist gestrichen worden.
Außerdem hat man vieles an Settingmaterial, was jetzt neu angeschafft werden muss, in anderer Form schon im Regal stehen (ich sage nur: Forgotten Realms Quellenbücher [AD&D, D&D3E, D&D4E]).

- Inkompatibiltäten frustrieren
Das Spiel fühlt sich anders an. Man kann altes, liebgewonnenes wegen Inkompatibilitäten nicht weiterführen.
Es ist nicht mehr das gleiche, fühlt sich aber gleich an.

- Man gewinnt den Eindruck, dem Verlag ginge es nur ums Geld. Witzigerweise ist das ja gar nicht so verkehrt. Aber da man selbst ja mit Herzblut an "der Sache" hing, fühlt man sich vom Verlag selbst enttäuscht, denn die wollen ja nur Geld machen - denen geht es gar nicht um "die Sache".

Tja und wenn man enttäuscht ist, dann klagt man.
Man hat das Bedürfnis nach Mitgefühl oder eben nach Leidensgenossen, denn geteiltes Leid ist halbes Leid.
Und da Deutschland ja das Tal des Jammerns ist ("Lerne jammern ohne zu leiden!") und wir eben in irgendwas Weltmeister sein müssen, schaukeln sich alle schön hoch und jammern stetig lauter.

Was mir aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass dieses Rumgeheule stets bei Systemen passiert, bei denen ein steter Nachschub an Material herrschte. DSA, Vampire, DnD - wieviel Kilo Papier hat dieses Zeug zusammenbekommen?
Bei anderen Systemen, deren Nachschub weit dünner ausfällt, entfällt dieses Phänomen.
Auf den ersten Blick würde ich sagen, dass es wohl an den getätigten Investitionen liegt.
Auf den zweiten Blick ergänze ich die Aussage, dass eben jene Systeme vor allem ein stetigen Nachschub an Settingmaterial hatten - und dieses Material wird jetzt neu aufgelegt - und fühlt sich anders an.
Außerdem wird das wohl auch daran liegen, dass die "Schreihälse" darauf gedrillt wurden, schön brav aufs nächste Quellenbuch zu warten, um es dann kaufen zu müssen (müssen!!!). Und jetzt plötzlich wird diese Sucht unterbrochen, einfach weil die Kette an Nachschub unterbrochen wird. Entzugserscheinungen... ("Tut mir leid, Magic-Karten gibts nicht mehr, aber Du kannst jetzt Magic2 Karten kaufen. Nein, die alten Karten kannst Du dabei nicht verwenden, die sind dafür wertlos.")


Ich selber kann das absolut nicht nachvollziehen, aber das liegt wohl einfach daran, dass ich mit Systemen aufgewachsen bin, die einfach schlechten Material-Nachschub hatten. Ich bin also aufs "selbermachen" gedrillt. IdR kaufe ich mir ohnehin nur das Grundregelwerk plus ggf. das CoreSetting-Buch.* Der Rest findet doch ohnehin im Kopf statt.

[*Ausnahme: Fading Suns und Earthdawn]
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Falcon am 29.01.2009 | 18:40
Ich denke schon, daß RPG Autoren und Verlage neben neuen Einnahmequellen auf jeden Fall auch den Anspruch an sich selbst haben ihr System zu verbessern. Und, im Großen und Ganzen überschlagen, gelingt ihnen das auch so gut wie immer! Mir fällt spontan kein RPG ein, daß in der Gesamtbilanz schlechter geworden wäre.
 
Leute, die z.b. die offensichtlichen Spielfluss beschleunigenden Verbesserungen von D&D4 nicht sehen wollen (wie die geniale Zeitmessung von Effekten) machen das schon ganz bewusst um ihren Status Quo zu erhalten. So blind kann ja niemand sein. Wobei es sicher genug Leute gibt, die sich auch selber betrügen können.

Am schlimmsten sind die Leute, die gegen neue Editionen wettern, dann doch spielen und bei der nächsten Edition wieder wettern und die momentan gespielte auf einmal für das beste von Welt erklären (z.b. von "Zauber memorieren ist scheisse" bis - "Nur zauber memorieren ist konsistent und geil"). Was für Sinneswandel. Wer soll das denn ernst nehmen?


Ich bin kein Systemsklave, ich habe schon so viele Systeme in die Wüste geschickt, nachdem ich etwas besseres gefunden habe und das kann jederzeit wieder passieren (wobei es natürlich bei jedem Wechsel unwahrscheinlicher wird). Ich freue mich bei jeder Edition auf die Verbesserungen.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Ruinenbaumeister am 29.01.2009 | 18:45
Mir fällt spontan kein RPG ein, daß in der Gesamtbilanz schlechter geworden wäre.

*Hust* DSA *Hust*
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Falcon am 29.01.2009 | 18:52
DSA ist doch schon ganz unten, tiefer gings nicht. ;)
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Thalamus Grondak am 29.01.2009 | 18:56
Leute, die z.b. die offensichtlichen Spielfluss beschleunigenden Verbesserungen von D&D4 nicht sehen wollen (wie die geniale Zeitmessung von Effekten) machen das schon ganz bewusst um ihren Status Quo zu erhalten. So blind kann ja niemand sein.
Da machst du es Dir etwas einfach und gehst davon aus, das deine Art ein Spiel zu sehen die einzige ist.
Ich kanns nur immer wieder wiederholen. Spiele kann man ändern aber nichtoptimieren, dann verkommen sie zum Leistungssport und den Unterschied zwischen Bundesliga Fußball und dem auf dem Bolzplatz wirst Du doch wohl nicht wegdiskutieren wollen, oder?

Wenn nun der neue Dude im Sandkasten mit den Abseitsregeln auf dem Bolzplatz ankommt, dann haben die anderen Kids meine volle Unterstützung wenn sie ihn mit Schimpf und Schande vom Platz jagen.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Drudenfusz am 29.01.2009 | 19:00
Was mir aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass dieses Rumgeheule stets bei Systemen passiert, bei denen ein steter Nachschub an Material herrschte. DSA, Vampire, DnD - wieviel Kilo Papier hat dieses Zeug zusammenbekommen?
Bei anderen Systemen, deren Nachschub weit dünner ausfällt, entfällt dieses Phänomen.
Auf den ersten Blick würde ich sagen, dass es wohl an den getätigten Investitionen liegt.
Auf den zweiten Blick ergänze ich die Aussage, dass eben jene Systeme vor allem ein stetigen Nachschub an Settingmaterial hatten - und dieses Material wird jetzt neu aufgelegt - und fühlt sich anders an.
Außerdem wird das wohl auch daran liegen, dass die "Schreihälse" darauf gedrillt wurden, schön brav aufs nächste Quellenbuch zu warten, um es dann kaufen zu müssen (müssen!!!). Und jetzt plötzlich wird diese Sucht unterbrochen, einfach weil die Kette an Nachschub unterbrochen wird. Entzugserscheinungen... ("Tut mir leid, Magic-Karten gibts nicht mehr, aber Du kannst jetzt Magic2 Karten kaufen. Nein, die alten Karten kannst Du dabei nicht verwenden, die sind dafür wertlos.")
Also ganz alleine auf die Menge des gekaufte Menge kann es nicht ankommen, meine Person hat ziemlich viel oWoD Kram und ist von der neuen begeistert, auch bie L5R fiel es mir nie schwerr in die neue Edition zu wechsel (trotzdem das in meinem Regal so ziemlich alles steht was es zu L5R gibt und die Regeln sich schon recht stark verändert haben). Liegt vielleicht aber auch daran das meine Wenigkeit es durchs L5R CCG (Collectable Card Game) gewöhnt ist alle paar Jahre mit veränderungen zu leben (wo die alten Editionen ungültig werden, damit die Balance des Spiels gewahrt bleibt).
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Merlin Emrys am 29.01.2009 | 19:17
Also ganz alleine auf die Menge des gekaufte Menge kann es nicht ankommen, meine Person hat ...
... jedenfalls noch nicht verstanden, daß man nicht beliebig von sich auf andere schließen sollte. Daß es nicht bei allen darauf ankommt, mag ja sein - aber gänzlich auszuschließen, daß es bei manchen Leuten nicht eben doch ganz wesentlich genau auf diesen einen Punkt ankommt, ist schon... gewagt, um es mal vorsichtig auszudrücken.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Falcon am 29.01.2009 | 19:39
Thalamus schrieb:
Zitat
Da machst du es Dir etwas einfach und gehst davon aus, das deine Art ein Spiel zu sehen die einzige ist.
Ich kanns nur immer wieder wiederholen. Spiele kann man ändern aber nichtoptimieren, dann verkommen sie zum Leistungssport und den Unterschied zwischen Bundesliga Fußball und dem auf dem Bolzplatz wirst Du doch wohl nicht wegdiskutieren wollen, oder?
Hinter deinem Argument steckt mehr der Versuch niemanden auf die Füße treten zu wollen
aber wenn man es schafft ein bisschen objektiver an Mechanismen heranzugehen, kann man schon sehen ob etwas schnell und einfach oder langsam und kompliziert (bzw. etwas dazwischen) geregelt ist. Denn ansonsten wäre es ja völlig egal was man in ein Buch schreibt. Warum gibts denn so wenig Wurzel- und Fakultätsrechnungen beim Spiel? Und das hat absolut nichts mit Leistungsport (bzw. Anspruch) zu tun, denn wie sehr sich jemand ins RPG hängt ist ja seine Sache, und eine völlige andere, als die Komplexität der Mechanismen an sich.

und du willst doch nicht wegdisktutieren, daß eine Regel wie "Würfele, dann warte drei Wochen OT und schaue auf den Würfel" einen langsameren Spielfluss nach sich zieht als "Würfele und guck auf das Ergebnis"? Wobei, in diesem Forum ist alles möglich.
Aber ich gehe erstmal davon aus, daß ich nur mißverstanden wurde.
Wenn jemand mit der 3Wochenregel glücklicher ist, bitte, so lange dieser jemand nicht behauptet sein Spiel liefe so flüssig wie mit der anderen Regel.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Heretic am 29.01.2009 | 19:40
Wie immer sehr charmant, Heretic. Nur ganz kurz: die von Dir auf- und angegriffenen Argumente stammen nicht von mir, sondern von den bisherigen Postern. Ich habe lediglich zusammengefasst. Ansonsten hatte ich die Diskussion anders führen wollen und das nach meinem Eindruck auch deutlich gemacht. Zumindest haben die meisten anderen Poster die Bitte verstanden und sind ihr nachgekommen. Vielleicht hat Suro einfach recht. Sniff...
Ja, die "righteous fury" kommt daher, dass die Macher das System für Leute wie dich schreiben, die in D&D eigentklich nichts verloren haben sollten. Geh zur Forge und lass mein Lieblingssystem in Ruhe!
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Preacher am 29.01.2009 | 19:45
Ja, die "righteous fury" kommt daher, dass die Macher das System für Leute wie dich schreiben, die in D&D eigentklich nichts verloren haben sollten. Geh zur Forge und lass mein Lieblingssystem in Ruhe!

Du bist echt ein ganz besonderer Mensch, Heretic :)
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Falcon am 29.01.2009 | 19:46
ich finde es gibt zu viele davon ;D
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: ChristophDolge am 29.01.2009 | 19:47
Bei vielen Diskussionen um neue Versionen habe ich eine emotionale Bindung der Jammerer an ihre alte Version erlebt: Sie haben mit der alten Version gute Erfahrungen gemacht und - holla - ihren eigenen Spielstil mit der Zeit dieser Version angenähert und auch mit Hausregeln soweit an der alten Version rumgebogen, bis sie wirklich gepasst hat.

Dann kommt eine neue Version und entwertet das alte, geschaffene - man soll plötzlich nicht mehr mit dem alten Spielzeug Spaß haben dürfen, obwohl es doch gerade so toll läuft! Das stellt nicht nur die eigenen Errungenschaften in Frage (in der Regel klappen Charakterkonvertierungen nicht sauber, der Lieblingscharakter fühlt sich plötzlich "anders an"), sondern verändert meist sogar die Perspektive, der Metaplot wird aufgefrischt (z.B. bei SR) und man wird aus gewohnten Bahnen geworfen.

Einen großen Teil der Argumente sehe ich daher auch ein wenig an den Haaren herbeigezogen, um sich dem Problem nicht auf emotionaler Ebene stellen zu müssen und sich seine Gewohnheiten und Liebeleien nicht eingestehen zu müssen.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Thalamus Grondak am 29.01.2009 | 19:55
Wenn jemand mit der 3Wochenregel glücklicher ist, bitte, so lange dieser jemand nicht behauptet sein Spiel liefe so flüssig wie mit der anderen Regel.
Ok, gewisse patzer im regeldesign kann man ausbessern, und jeder sollte es besser finden, aber sowas sind dann doch meist eher Upgrades als neue Versionen, so wie von D&D 3.0 auf D&D 3.5 da ging es eher um Feinschliff.
Wenn aber größere Teile des Systems verändert werden, dann gibt es dieses "Es ist doch klar das die neue Version besser ist" nicht mehr.
Warum z.B. hat sich 3D-Schach nie durchgesetzt? Obwohl es doch all das was Schach ausmacht intensiviert, Ergo "besser" sein müsste, und seinen Vorgänger in Rente schicken sollte?
Natürlich mag es auch da die geben, denen 3D Schach zu kompliziert ist, und die deshab lieber beim zweidimensionalen Schach bleiben, aber das das der einzige, oder auch nur der Hauptgrund dafür ist, das 3D Schach nur ein Geek-Spiel ist, wage ich zu bezweifeln.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Bad Horse am 29.01.2009 | 19:56
Ja, die "righteous fury" kommt daher, dass die Macher das System für Leute wie dich schreiben, die in D&D eigentklich nichts verloren haben sollten. Geh zur Forge und lass mein Lieblingssystem in Ruhe!

Und was genau hält dich davon ab, die neue Edition eben neue Edition sein zu lassen und mit deinem "Lieblingssystem" weiterzuspielen? Vor allem: Warum postest du so einen Kommentar, wenn Beatboy doch explizit darum gebeten hat, systemspezifische Diskussionen außen vor zu lassen?
Versteh das jetzt nicht als Angriff, aber du legst genau das Verhalten an den Tag, dem dieser Thread auf den Grund gehen will.

Also - warum? Wenn dir das neue System einfach nicht gefällt (ich mag´s auch nicht), warum ignorierst du es dann nicht einfach?
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Heretic am 29.01.2009 | 20:04
Und was genau hält dich davon ab, die neue Edition eben neue Edition sein zu lassen und mit deinem "Lieblingssystem" weiterzuspielen? Vor allem: Warum postest du so einen Kommentar, wenn Beatboy doch explizit darum gebeten hat, systemspezifische Diskussionen außen vor zu lassen?
Versteh das jetzt nicht als Angriff, aber du legst genau das Verhalten an den Tag, dem dieser Thread auf den Grund gehen will.

Also - warum? Wenn dir das neue System einfach nicht gefällt (ich mag´s auch nicht), warum ignorierst du es dann nicht einfach?

Weil ich es nicht zerstören kann, soll heissen:
Ich will das alte System zurück, was aber nicht geht.
(Leider!)

Also attackiere ich das schächste Glied in der Kette, das meinen Zorn auf sich zieht.

Und das ist Kinshasa Beatboy, der D&D 4.0 spielt.

Sonst noch Fragen?

@Preacher: Schick mir ne PM, ich hab keinen Bock, hier direkt im Thread zu flamen...
 :gasmaskerly:
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Crimson King am 29.01.2009 | 20:08
Weil ich es nicht zerstören kann, soll heissen:
Ich will das alte System zurück, was aber nicht geht.
(Leider!)

Also attackiere ich das schächste Glied in der Kette, das meinen Zorn auf sich zieht.

Und das ist Kinshasa Beatboy, der D&D 4.0 spielt.

Sonst noch Fragen?

Ja.

Wieso spielst du nicht einfach 3.x weiter? Es ist ja nicht unbedingt so, dass alle alten Regelwerke verbrannt wurden.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Heretic am 29.01.2009 | 20:12
Ja.

Wieso spielst du nicht einfach 3.x weiter? Es ist ja nicht unbedingt so, dass alle alten Regelwerke verbrannt wurden.

Klar spiel ich 3.5 weiter, aber ich will nix über 4.0 lesen in den Boards, die ich frequentiere, denn 4.0 ist die Antithesis zum RPG an sich.

Und NEIN, das ist nicht kompromissfähig, diese Linie muss genau HIER gezogen werden.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Crimson King am 29.01.2009 | 20:13
Wundere dich dann nur bitte nicht, wenn dich

a) keiner ernst nimmt
b) keiner leiden kann

Tust du aber wahrscheinlich auch nicht.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Falcon am 29.01.2009 | 20:20
ich spiele auch D&D4 und habe schon 4-5 andere Leute dazu gebracht, die meinten 3.5 würde ähnlich gut funktionieren. Ich will auch attackiert werden  :(

@topic: ich finds extrem schwer Systeminhalte aus der Diskussion herauszuhalten. Das rumstänkern an neuen Editionen ist subjektiv, bis irrational. Gut, mehr kann man darüber nicht sagen.

Thalamus schrieb:
Zitat
Ok, gewisse patzer im regeldesign kann man ausbessern, und jeder sollte es besser finden, aber sowas sind dann doch meist eher Upgrades als neue Versionen, so wie von D&D 3.0 auf D&D 3.5 da ging es eher um Feinschliff.
Naja, das kann doch auf jeder möglichen Ebene passieren. Wenn sie 3.5  4.0 genannt hätten (und es das echte 4.0 nicht gäbe) würden wir jetzt die gleiche Diskussion über die neue böse 4.0 Version führen. Namen sind doch nur Schall und Rauch. Ich finde D&D4 (das echte), oder wir können sie auch 3.6 nennen, dann würde es vermutlich bejubelt werden, ist immer noch D&D durch und durch. Wenn ich Wushu dagegen halte sehe ich wesentlch weniger D&D. Ist ja nicht so als wäre das ein komplett anderes System. Wir haben Attr., Skillprogression, Saves, AC, und sowas wie memorieren, Nur in effektiver. Objektiv effektiver. Mögen muss man es natürlich nicht. Man kann auch mit einem Trabbi auf die Rennbahn, es hängt eben immer nur davon ab, wie man damit argumentiert.

das Schachbeispiel bringst du öfters aber inwiefern läuft 3D Schach denn schneller und flüssiger als normales Schach? Man kann Schach auch nur mit 8 Figuren auf jeder Seite spielen, das läuft schneller. Ich würde trotzdem lieber normales Schach spielen aber ich würde dann nicht behaupten ich würde ein schnelleres Spiel spielen. Ich spiele in Battletech auch lieber 3025 als 3050 obwohl die Mechs später viel schneller zu Mus werden aber mir gefällt das alte eben besser. Aber ich wiederhole mich ja nur.

den meisten großen RPG Systeme würde imho so eine komplett neue Durchstrukturierung wie bei D&D gut tun.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Preacher am 29.01.2009 | 20:23
ich hab keinen Bock, hier direkt im Thread zu flamen...
 :gasmaskerly:
Mal ganz abgesehen davon, daß das angesichts deiner Aussage weiter oben im gleichen Post nur ein Witz sein kann (Du weiß schon - die, wo Du sagst, daß Du Beatboy anscheißt, weil die Macher von D&D Edition 3.5 nicht weiterführen), frag ich mich, wieso Du überhaupt flamen willst. Habe ich irgendetwas gesagt, um einen Flame zu verdienen? Ich wüßte nicht. Offensichtlich brauchst Du also keinen Grund.

Klar spiel ich 3.5 weiter, aber ich will nix über 4.0 lesen in den Boards, die ich frequentiere, denn 4.0 ist die Antithesis zum RPG an sich.

Und NEIN, das ist nicht kompromissfähig, diese Linie muss genau HIER gezogen werden.
Weißt Du, die beste Abhilfe dafür wäre, einfach keine Boards zu frequentieren, in denen über 4E gerdet wird. Und das schließt Tanelorn mit ein. Das wäre doch für alle Beteiligten die angenehmste Lösung.

Oder verlangst Du allen Ernstes, daß in einem Board mit über 1000 Mitgliedern plötzlich keiner mehr über eines der marktführenden Systeme redet, weil Du es nicht leiden kannst? Und wenn es so ist, kommt Dir das nicht selbst ein wenig bizarr vor?
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Drudenfusz am 29.01.2009 | 20:24
Klar spiel ich 3.5 weiter, aber ich will nix über 4.0 lesen in den Boards, die ich frequentiere, denn 4.0 ist die Antithesis zum RPG an sich.

Und NEIN, das ist nicht kompromissfähig, diese Linie muss genau HIER gezogen werden.
Dann geh doch einfach!
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Foul Ole Ron am 29.01.2009 | 20:24
Klar spiel ich 3.5 weiter, aber ich will nix über 4.0 lesen in den Boards, die ich frequentiere, denn 4.0 ist die Antithesis zum RPG an sich.

Und NEIN, das ist nicht kompromissfähig, diese Linie muss genau HIER gezogen werden.


Ich wüsste da ne Lösung für Dein Problem...

(*scnr* Beatboy)
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Selganor [n/a] am 29.01.2009 | 20:30
Oder verlangst Du allen Ernstes, daß in einem Board mit über 1000 Mitgliedern plötzlich keiner mehr über eines der marktführenden Systeme das marktfuehrende System redet, weil Du es nicht leiden kannst? Und wenn es so ist, kommt Dir das nicht selbst ein wenig bizarr vor?
Ich hab' das Statement mal korrigiert ;D
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Bad Horse am 29.01.2009 | 20:35
Jetzt aber mal bitte wieder back to topic: Ich finde, dass Beispiel oben zeigt sehr schön, wie emotional aufgeladen diese Ablehnung ist - zumal wenn sich legitime Beschwerden ("Mir gefällt das Spielgefühl von X&X 66 nicht") mit persönlicher Betroffenheit und einem starken Mitteilungsbedürfnis mixen.

Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Samael am 29.01.2009 | 20:35
Ich hab' das Statement mal korrigiert ;D

Ich würde einiges wetten, dass deine Korrektur nicht stimmt, wenn man die # der Spieler hernimmt. Da ist es immer noch 3.x.

EDIT: International. In D ist es eh DSA.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Heretic am 29.01.2009 | 20:41
Ich hab' das Statement mal korrigiert ;D
D&D 4.0 das marktführende System? Zeig mir mal bitte den Chart, der das bestätigt, dann glaub ich dir das.

Ich wüsste da ne Lösung für Dein Problem...

(*scnr* Beatboy)
Hey, keine Ursache, ich mag dich noch weniger...



Dann geh doch einfach!
Well, was die Anzahl an gesperrten Forenaccs angeht, bist du mir noch um einiges vorraus, keine Ursache.

Mal ganz abgesehen davon, daß das angesichts deiner Aussage weiter oben im gleichen Post nur ein Witz sein kann (Du weiß schon - die, wo Du sagst, daß Du Beatboy anscheißt, weil die Macher von D&D Edition 3.5 nicht weiterführen), frag ich mich, wieso Du überhaupt flamen willst. Habe ich irgendetwas gesagt, um einen Flame zu verdienen? Ich wüßte nicht so. Offensichtlich brauchst Du also keinen Grund.
Weißt Du, die beste Abhilfe dafür wäre, einfach keine Boards zu frequentieren, in denen über 4E gerdet wird. Und das schließt Tanelorn mit ein. Das wäre doch für alle Beteiligten die angenehmste Lösung.

Oder verlangst Du allen Ernstes, daß in einem Board mit über 1000 Mitgliedern plötzlich keiner mehr über eines der marktführenden Systeme redet, weil Du es nicht leiden kannst? Und wenn es so ist, kommt Dir das nicht selbst ein wenig bizarr vor?

Nö, du hast mich doch in einem vorigen Post angemacht.
Und ne, ich verlange nicht, dass keiner über D&D 4.0 redet, aber ich verlange dann wenigstens, dass ich das entsprechende Board nicht zu Gesicht bekommen muss, a.k.a. es ignorieren kann.
Wenigstens DAS.

Ausserdem hat Beatboy (nach EIGENER Aussage) von D&D an sich keine Ahnung und geht mit dieser Aussage noch hausieren, also äussere ich meine Meinung, was ich davon halte, dass er D&D 4.0 gut findet, und dass er keine Ahnung vom System hat.


@Crimson King:
Keine Sorge, wie ich bereits einmal sagte, ich bin der Anti, weil es heutzutage keine polarisierenden User mehr in RPG-Boards gibt, weil sie alle "Ja, und Amen!" sagen, und man sich dann nachher mit Chimären wie D&D 4.0 herumschlagen darf.
 
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Falcon am 29.01.2009 | 20:49
ich hab den Eindruck Beatboy versteht mehr von D&D4 als diverse 3.5 Spieler.

Die Motivation das verhasste System zu schädigen und zu zerstören wo es nur geht, denn schliesslich beeinflusst es ja das eigene Hobbyspiel negativ, löblich löblich, muss man ja auch mal sagen. Gerichteter Zorn, würde ich theoretisch unterstützen. Aber richte die Energie doch wenigstens gegen Systeme, die es verdienen (und schon gar nicht gegen einzelne User). Wie DSA. Ich mache das schon seit Jahren ;D
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Preacher am 29.01.2009 | 20:54
Nö, du hast mich doch in einem vorigen Post angemacht.
Die Worte "Du bist ein ganz besonderer Mensch" samt :)-Smiley sind für dich eine Anmache? :o

ich verlange dann wenigstens, dass ich das entsprechende Board nicht zu Gesicht bekommen muss, a.k.a. es ignorieren kann.
Nun ja - was soll ich sagen? Was Du ignorierst liegt einzig bei Dir.

Ausserdem hat Beatboy (nach EIGENER Aussage) von D&D an sich keine Ahnung und geht mit dieser Aussage noch hausieren, also äussere ich meine Meinung, was ich davon halte, dass er D&D 4.0 gut findet, und dass er keine Ahnung vom System hat.
Öhm - nein.
Du sagtest wörtlich:
Ich will das alte System zurück, was aber nicht geht.
(Leider!)

Also attackiere ich das schächste Glied in der Kette, das meinen Zorn auf sich zieht.

Und das ist Kinshasa Beatboy, der D&D 4.0 spielt.
Sprich: Du attackierst Beatboy, weil Du dein Lieblingssystem nicht zurückkriegst.

Davon ab: Auch wenn jemand keine Ahnung hat und das vor sich herträgt ist das auch kein Grund, jemanden zu attackieren. Zum Beispiel scheiße ich trotz meines überragenden Musikgeschmacks1 nicht Tokio-Hotel-Fans, die es nicht besser wissen vor den Koffer.

Wie auch immer - das Bild, das Du von Dir selbst entwirfst ist mehr als deutlich. Und auch wenn Du versuchst, dich als Nonkonformisten und Rebellen zu gerieren ist die Botschaft, die beim Empfänger ankommt eine andere. Das würde nun aber wirklich den Rahmen sprengen.

So. Und jetzt bitte ich in aller Form darum, zum vom Themenstarter gewünschten Topic zurückzukehren. Beleidigungen und Kritik an meiner Person bitte per PM an mich, sonstige OT-Diskussionen in einem eigenen Thread. Vielen Dank.



1Falls es einer nicht gemerkt hat: Selbstironie. Nur um sicherzugehen.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Drudenfusz am 29.01.2009 | 20:55
Jetzt aber mal bitte wieder back to topic: Ich finde, dass Beispiel oben zeigt sehr schön, wie emotional aufgeladen diese Ablehnung ist - zumal wenn sich legitime Beschwerden ("Mir gefällt das Spielgefühl von X&X 66 nicht") mit persönlicher Betroffenheit und einem starken Mitteilungsbedürfnis mixen.
Finde es schlimm wenn die Betroffenen dann irgendwann (dauert meist nicht lange) zum Kreuzzug aufrufen, und dem neuen Spiel absprechen überhaupt eine Rollenspiel zu sein (war bei D&D3 und jetzt wieder bei 4E so). Wenn dann behauptungen über das neue Spiel aufgestellt werden, obwohl man es nicht mal versucht hat (meine Freße was konnte man nicht alles dämliche über die neue WoD lesen). Glaube das Problem ist das einige Leute den Rollenspielen zu viel Sinn beimessen, es quasi als etwas Religöses betreiben und sich durch neue Editionen in ihrem glauben gefährdet sehen, weshalb sie sich dann als Fanatiker ereifern müssen.

Well, was die Anzahl an gesperrten Forenaccs angeht, bist du mir noch um einiges vorraus, keine Ursache.
Meine Person ist nur undiplomatisch - Du bist unhöflich, deshalb wirst du es sicherlich schafen mich eines Tages zu übertreffen, was die rauswürfe angeht.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Crimson King am 29.01.2009 | 21:02
@Crimson King:
Keine Sorge, wie ich bereits einmal sagte, ich bin der Anti, weil es heutzutage keine polarisierenden User mehr in RPG-Boards gibt, weil sie alle "Ja, und Amen!" sagen, und man sich dann nachher mit Chimären wie D&D 4.0 herumschlagen darf.

Darfst du gerne. Ich frage mich nur, was du damit erreichen willst, dass die Leute dich auslachen und ansonsten ignorieren.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Samael am 29.01.2009 | 21:04
Ich habe bisher nur das Eingangsposting gelesen, und muss diesem in Teilen widersprechen, denn ich sehe die Grundsätzlichkeit in keinster Weise. Klar gibt es immer einige Nörgler. Aber DSA4 z. B. ist überwiegend eher positiv aufgenommen worden. Ebenso SR 4 oder GURPS 4. Die nWoD und D&D4 sind zwei Beispiele wo es allerdings sehr extrem negativ war/ist. Aus unterschiedlichen Gründen allerdings.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Blizzard am 29.01.2009 | 21:08
Und ne, ich verlange nicht, dass keiner über D&D 4.0 redet, aber ich verlange dann wenigstens, dass ich das entsprechende Board nicht zu Gesicht bekommen muss, a.k.a. es ignorieren kann.
Wenigstens DAS.
Kannst du doch. Lässt sich alles einstellen. Zur Not: ignorier einfach das D&D-Board komplett. Aber wenn du in irgendwelche D&D-Threads schaust, wirst du damit leben müssen, dass da auch mal D&D 4 erwähnt wird-auch wenn der Thread D&D 3.5 heisst. Das liegt in der Natur der Sache.

 
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Crimson King am 29.01.2009 | 21:13
Kannst du doch. Lässt sich alles einstellen. Zur Not: ignorier einfach das D&D-Board komplett. Aber wenn du in irgendwelche D&D-Threads schaust, wirst du damit leben müssen, dass da auch mal D&D 4 erwähnt wird-auch wenn der Thread D&D 3.5 heisst. Das liegt in der Natur der Sache.

Das Schlimme ist ja, dass Leute sich erdreisten, außerhalb des D&D-Boards über D&D 4 zu diskutieren oder D&D 4 im Eingangspost eines eigenen Threads erwähnen. Obwohl das im D&D-Board, wo ja auch über Heretics Lieblingsrollenspiel 3.x geschrieben wird, ja noch viel schlimmer ist. Armer Heretic. Die Aufsplittung des D&D-Boards wird er wohl nicht durchsetzen können.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Heretic am 29.01.2009 | 21:23
Zugegeben, aber dann könnte man das Board splitten.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Preacher am 29.01.2009 | 21:25
Ahem:

So. Und jetzt bitte ich in aller Form darum, zum vom Themenstarter gewünschten Topic zurückzukehren.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Joerg.D am 29.01.2009 | 23:39
Ich denke das hier ein ganz wesentlicher Punkt vergessen wird:

Sicherheit

Das alte System ist bekannt, man kennt seine Schwächen und Stärken, man hat die Regelwerke und kann weiß oft automatisch, wie man Probleme angehen kann. Viele Spieler lieben das Bekannte, wo sie sich einfühlen können und den SL oder die Mitspieler nicht ständig nach irgend etwas fragen müssen. Sie sind mit den Begebenheiten vertraut und handeln bei vielen Sachen fast oder schon automatisch. Es gibt keine unangenehmen Überraschungen, sondern nur das Vertraute. Diese Sicherheit wird den Leuten genommen, wenn man in einer neuen Edition spielt. Sie fühlen sich unsicher, müssen sich oft komplett neu einarbeiten und der regelfickende SL dreht ihnen dann eventuell noch einen Strick aus einer Handlung die nicht in den neuen Kanon passt. Doch selbst wenn der SL das nicht macht, fehlt immer noch die Sicherheit und Geborgenheit eines alten Systemes.

Das ist in meinen Augen nicht unbedingt irrational, sondern eine bewusste und rationale Entscheidung. Der Sprung in die Ungewissheit oder das Bleiben beim Vertrauten.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Drudenfusz am 30.01.2009 | 00:44
Sicherheit

Das alte System ist bekannt, man kennt seine Schwächen und Stärken, man hat die Regelwerke und kann weiß oft automatisch, wie man Probleme angehen kann. Viele Spieler lieben das Bekannte, wo sie sich einfühlen können und den SL oder die Mitspieler nicht ständig nach irgend etwas fragen müssen. Sie sind mit den Begebenheiten vertraut und handeln bei vielen Sachen fast oder schon automatisch. Es gibt keine unangenehmen Überraschungen, sondern nur das Vertraute. Diese Sicherheit wird den Leuten genommen, wenn man in einer neuen Edition spielt. Sie fühlen sich unsicher, müssen sich oft komplett neu einarbeiten und der regelfickende SL dreht ihnen dann eventuell noch einen Strick aus einer Handlung die nicht in den neuen Kanon passt. Doch selbst wenn der SL das nicht macht, fehlt immer noch die Sicherheit und Geborgenheit eines alten Systemes.

Das ist in meinen Augen nicht unbedingt irrational, sondern eine bewusste und rationale Entscheidung. Der Sprung in die Ungewissheit oder das Bleiben beim Vertrauten.
Klingt als wären Rollenspieler Senioren...
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Arkam am 30.01.2009 | 00:52
Hallo zusammen,

ich finde es etwas unglücklich generell von Editionswechseln zu sprechen. Denn die Art wie es zu den Wechseln kam ist doch recht unterschiedlich.
Ich nehme Mal einzelne Beispiele heraus und versuche nur den Tatsachenkern zu betrachten.

Die zweite Edition von Cyberpunk 2020, also das aktuelle Regelwerk, brachte keine Regeländerungen und erweiterte die Grundregeln in einigen Punkten. Das komplette alte Material ist also noch nutzbar.

Bei DSA gab es drei große Brüche. Der erste war das alte Abenteuer Ausbauspiel. Hier kamen zum ersten Mal Fertigkeiten ins Spiel, es gab einige neue Charakterklassen, darunter auch Kleriker mit ihren Wundern und ein paar neue Sprüche. Der Verlag machte es sehr geschickt und verwies darauf das die Spieler eine Regelerweiterung für erfahrene Spieler gefordert hätten. Zudem waren die alten Helden schnell umzustellen und bekamen tatsächlich neue optionale Möglichkeiten. Außerdem wurden tatsächlich noch beide Linien mit Abenteuern versorgt.
Das sah beim Umstieg auf DSA 2, Fertigkeiten mit 3W20 gewürfelt, Fertigkeitssteigerungen Zufalls abhängig und Attribute konnten über negative Attribute erhöht werden schon anders aus. Auch ein vollständig übverarbeitetes Magiesystem machte einem das Umstellen nicht einfacher. Die Tips zum Umstellen waren eher lausig. Man sollte auch beachten das hier schon hochstufige Charaktere, Stufe 10-15 bei einem System mit 21 Stufen umgesetzt wurden. Die Charaktere veränderten sich also zum Teil schon recht drastisch.
In späteren Editionen wurden dann diese Konzepte noch ausgeweitet. In sich blieben die Regeln aber unverändert.
Die vierte Edition weckte dann hohe Erwartungen bei den Spielern die jetzt teilweise über 10 Jahre lang DSA gespielt hatten. Man erwartete eine fehlerkorrigierte, gestraffte und mit dem besten der alten Editionen erweiterte Fassung. Heraus kam ein ganz neues DSA. Dazu wurden die neuen Regeln dann noch unglücklich präsentiert. Nämlich in der Myanor Box die Teile aber eben nicht das vollständige Regelwerk enthielt. Da fühlte man sich dann schon vom Verlag veräppelt. Unsere Runde hat dann DSA aufgegeben. Ich denke andere Runden sind eben bei der dritten Edition geblieben. Das se keine größeren Konflikte gab liegt aus meiner Sicht daran das DSA stehts auch über den Hintergrund der auch über Abenteuer und den Aventurischen Boten bestimmt wurde lebte. Um das Potential voll nutzen zu können war die neue Edition notwendig.

Bei D&D bin ich nur Gelegenheitsspieler. Ich habe aber den Eindruck das bis zur 3.5 im System der gleiche Schwerpunkt gesetzt wurde. Über das Lösen von Konflikten konnte man seinen Charakter mächtiger werden lassen und bekam daran angepaßt zusätzliche Recourcen aber eben auch neue Herausforderungen. Alles zu diesen Themen war eng an die gegebenen Regeln gefaßt. Diese wurden dadurch schon komplex aber boten auch eine sichere Basis. Gemeckere kam schon Mal auf wenn der jeweilige Lieblingshintergrund nicht unterstützt wurde.
D&D galt als vielen als Referenz für ein vollständiges aber eben auch komplexes Kampfsystem aber bei genügend Nicht D&D Spielern auch als Kampfsystem mit dem man mehr schlecht als recht auch rollenspielen konnte.Kein wunder das die D&D Spieler sehr schnell dabei waren udn meiner Erfahrung nach auch noch sind ihr System und seinen Ansatz zu verteidigen.
Wenn dann die neue Editionbei einigen Spielern so aufgefaßt wird das das alte Konzept aufgegeben und damit Jahre der Diskussion und der Verteidigung, mir fällt wirklich kein anderer Begriff ein, des Systems für die Katz sind kommen antürlich heftige Emotionen auf. Abstufungen kommen vor allen durch Leute zustande die mit D20, merke D20 ist nicht D&D, schon bemerkt ahben das man auch anders spielen kann ohne gewohnte Regeln aufzugeben.
Vielleicht kommt auch ein bißchen das DSA 4 Phänomen auf. Man hätte sich zusammengefaßte, fehlerkorrigierte Regeln gewünscht und bekam ein neues System. Vielleicht kann ein D&D Spieler noch etwas dazu schreiben wie die Informationspolitik war wenn man sich auf deutsche Informationen beschränkt hat.

Das Entstehen der neuen World of Darkness habe ich nur als Beobachter mitgemacht. Mich hat einfach interessiert wie man sich den Untergang eines Hintergrundes und aus damaliger Sicht auch die Aufgabe eines erfolgreichen Systems vor zu stellen hatte.
Nun die Quellen- Abenteuerbände zu Gehenna fand ich wenig gelungen. Es wurde zwar viel erzählt und spekuliert aber aus meiner Sicht konnte man nicht von einem würdigen und dramatischen Abgang sprechen.
Ich denke gerade die Aufgabe eines Metaplots hat auch für viele Neuspieler gesorgt. Denn so konnte man in der World of Darkness spielen ohne sich eine Menge Quellenbände zu kaufen und ohne in diesen immer wieder als Spielleiter böse Überraschungen im Hintergrund und in den Regeln zu finden.
Auch hier gilt, mehr noch als beim Gesagten über D&D man korrigiere mich wenn ich falsch liege.

Ansonsten gab es ja auch eine Reihe von neuen Editionen die von den Fans des jeweiligen Systems durchaus begrüßt wurden. Das lag aber auch daran das diese Systeme ansonsten schon als tod und eingestellt galten. Für mich waren das vor allen Paranoia XP und natürlich Traveller.

Zum guten Schluß noch ein System das jetzt beim gleichen Verlag die dritte Fassung erlebt und bei dem bisher noch keine Grabenkämpfe aufgetaucht sind!?! - Genau ich spreche von Cthulhu. Denn hier hat man eben konsequent Regelunstimmigkeiten ausgemerzt ohne aber am grundlegenden Konzept etwas zu ändern.

Gruß Jochen
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Heretic am 30.01.2009 | 01:58
Jochen, dein Posting in allen Ehren, aber was soll die Ferndiagnose bei D&D? Wenn du Gelegenheitsspieler bist und ergo das System im Kern nicht kennst, warum lässt du dich dann drüber aus?
Was soll der Kommentar "D&D galt als vielen als Referenz für ein vollständiges aber eben auch komplexes Kampfsystem aber bei genügend Nicht D&D Spielern auch als Kampfsystem mit dem man mehr schlecht als recht auch rollenspielen konnte." Wo ist der Bezug zu der Frage des Editionenwechsels?

Und was DSA angeht... DSA 4 ist DSA 3 mit logischer Fortsetzung, bei DSA blieb der Kern des DSA 3 beibehalten, nur wurde es erweitert, gewisse unlogische Dinge gestrichen wie z.B. der zufällige Aufstieg.
(Ich hatte damals bei DSA 3 einen Stufe 8 Jäger, der effektiv NICHT jagen konnte, was ein Irrsinn... und das nur, weil ich immer beim Steigern schlecht gewürfelt hatte.)
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: 1of3 am 30.01.2009 | 02:06
Der zufällige Aufstieg war das einzig geniale an DSA3. Das hat mein Qualitätssiegel für Hervorragend Wirkende Mechanismen.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Heretic am 30.01.2009 | 02:26
Du nennst deinen DSA-SL tatsächlich MEISTER?

 :q
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: killedcat am 30.01.2009 | 07:09
Wann ist eine Ablehnung denn irrational? Letztendlich weiß jeder selbst am besten, was er mag und darf daher für sich ablehnen, was er will.

Der Grund für das Ablehnen neuer Editionen ist doch eigentlich ganz klar (und wurden in diesem Thread ja schon mehrfach erwähnt): Spiel X gefällt. Spiel X wird eingestellt und durch Spiel Y ersetzt und Spiel Y gefällt eben nicht mehr. Spiel Y nun abzulehnen scheint mir nicht irrational sondern höchst rational. Die Art, wie die Diskussion geführt wird, als ob Jeder Spiel Y von nun an ablehnen müsste, die ist oft irrational. Aber das ist nicht Thema dieser Diskussion, oder?
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Boba Fett am 30.01.2009 | 09:42
Ich möchte einmal darauf hinweisen, dass das hier KEIN (!!!) D&D Diskussionsthema ist.

Abgesehen davon:
...das ist Kinshasa Beatboy, der D&D 4.0 spielt.
Sonst noch Fragen?
Ja!
Wie kommst Du eigentlich darauf, dass KBb D&D 4 spielt?
Das steht in diesem Thema mit keiner einzigen Silbe. Außer im Eingangsthema hat KBb D&D noch nicht mal erwähnt,
und da nur als Aufzählung mit etlichen anderen Systemen.
Auch die D&D4 Smalltalk Themen oder andere (die ich grad mal überflogen habe), lassen da keinen Schluß zu.
Kann es sein, dass Du in Themen mehr hineininterpretierst, als sie beinhalten.
Nochmal für Neulinge: Dies ist kein D&D Thema!

Klar spiel ich 3.5 weiter, aber ich will nix über 4.0 lesen in den Boards, die ich frequentiere, denn 4.0 ist die Antithesis zum RPG an sich.

Und NEIN, das ist nicht kompromissfähig, diese Linie muss genau HIER gezogen werden.
Dann würde ich vorschlagen, suchst Du Dir ein Forum, in dem es einen reinen D&D4 Channel gibt.
In diesem Forum wird im D&D Channel über alle D&D Versionen diskutiert und das wird sich auch nicht ändern.
Das kann ich Dir als Admin und Boardbesitzer garantieren.

Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Trottelindikator am 30.01.2009 | 09:44
Klar spiel ich 3.5 weiter, aber ich will nix über 4.0 lesen in den Boards, die ich frequentiere, denn 4.0 ist die Antithesis zum RPG an sich.

Und NEIN, das ist nicht kompromissfähig, diese Linie muss genau HIER gezogen werden.

*ping*
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Crimson King am 30.01.2009 | 09:56
Kann mal jemand sagen, ob es beim Umstieg von AD&D 2nd zu D&D 3.0 auch derartige Aufstände gab? Die Argumente, dass massiv in die Mechanik eingegriffen wurde und das alte Material nicht mehr verwendbar ist, gelten da ja auch.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: jafrasch am 30.01.2009 | 09:56
*ping*
I love that sound... ~;D

mensch, hier gehts ums hobby und nicht um ölfelder oder sozialpolitik. leben und leben lassen...

Kann mal jemand sagen, ob es beim Umstieg von AD&D 2nd zu D&D 3.0 auch derartige Aufstände gab? Die Argumente, dass massiv in die Mechanik eingegriffen wurde und das alte Material nicht mehr verwendbar ist, gelten da ja auch.

vermutlich gab es damals (wann genau eigentlich) bei weiten keine so große kommunikationsbasis wie jetzt. (achtung: spekulation!)
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Roland am 30.01.2009 | 09:58
Kann mal jemand sagen, ob es beim Umstieg von AD&D 2nd zu D&D 3.0 auch derartige Aufstände gab? Die Argumente, dass massiv in die Mechanik eingegriffen wurde und das alte Material nicht mehr verwendbar ist, gelten da ja auch.

Manche Spieler haben gejammert, aber nach dem langsamen Niedergang von AD&D/TSR hat vielen gereicht, dass überhaupt weiterproduziert wurde.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Thalamus Grondak am 30.01.2009 | 10:06
Kann mal jemand sagen, ob es beim Umstieg von AD&D 2nd zu D&D 3.0 auch derartige Aufstände gab? Die Argumente, dass massiv in die Mechanik eingegriffen wurde und das alte Material nicht mehr verwendbar ist, gelten da ja auch.
Der Aufschrei war nicht so groß wie bei der jetzigen Umstellung. Die Kommunikationsbasis war durchaus schon da.
Aber die Umstellungen waren auch nicht sao Massiv. Was mich zum schluß kommen lässt, das das meiste gemecker eben wirklich nicht so irrational ist, sondern tatsächlich an die Tatsächlichen Änderungen gekoppelt ist.
Wenn man D&D 3.5 D&D 4 genannt hätte wäre, entgegen der Behauptung hier, der Aufschrei auch nicht viel größer gewesen.
Es hätte eher einen Aufschrei in anderer Richtung gegeben: Wollend ie uns verarschen? Die haben eigentlich ganrichts geändert und wollen uns jetzt das selbe Buch nochmal andrehen.

BTW: Beim Thema bleiben
Dieses Thema ohne System bezug zu Diskutieren ist Quark mit Soße, man braucht Beispiele um Vergleiche ziehen zu können. Man kann den Wechsel von AD&D auf D&D 3 eben nicht mit dem Wechsel von D&D 3 auf D&D 4 gelichsetzen.
Ohne Systembezug wurden in den ersten 4-5 Postings alles geschrieben, was es zum Thema zu sagen gibt.

Internetfeiglingindikator: *ping*
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Kinshasa Beatboy am 30.01.2009 | 10:45
Ach Thalamus, wie schön einfach die Welt sein muss, wenn man alles so klar zu sehen imstande ist. Eigentlich hatte ich durch die Systemunabhängigkeit neben irgendwelchen sozial verkrüppelten Fanboys (die ja Thema des Threads sind) auch grauenhafte Besserwisser elegant ausklammern wollen. Aber das ist mir leider nicht gelungen.

Das Phänomen irrationaler (im Sinne von unvernünftiger und unangemessener) Ablehnung lässt sich anhand des Threads aber wunderbar und nach meiner Ansicht erschöpfend nachvollziehen. Insofern hat der Thread sein Ziel erreicht und haucht hiermit sein Leben aus. Damit schließe ich also dieses kleine Biotop und wünsche Neueinsteigern viel Vergnügen bei der Lektüre  :D

EDIT: Es scheint noch Diskussionsbedarf zu geben. Danke für die 3 PMs. Möchte niemandem die Gelegenheit zu sinnvoller Meinungsäußerung nehmen. Tasten frei und viel Spaß beim Diskutieren! Ich werde mich aber zurückhalten.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 30.01.2009 | 12:41
Man kann das tatsächlich nur systemgebunden diskutieren.

Von den hier angesprochenen Systemen kann ich mich eigentlich nur auf (A)D&D beziehen, weil ich damit langjährige Erfahrungen habe. DSA kenn ich auch, aber bei DSA4 steig ich halt aus, das ist mir zuviel. Jedenfalls hat die teils aggressive Ablehnung dieser Umbrüche m.E. allein mit Spielgefühl zu tun. Im Grunde genommen ist es Etikettenschwindel was gerade stattfindet, und einige sehen das halt.

Der Wechsel von AD&D 1 auf AD&D 2 war einerseits gewaltig, so wurden etliche Darlings gekillt (Barbarian, Assassin), andererseits war V2 konsistent. Für mich (!), der schon früh ein eigenes Skill-System gebacken hatte und andere Änderungen vorgenommen hatte, war das AD&D2-Coresystem durchaus ein Fortschritt, bevor es zu sehr aufgeblasen wurde. UND es war immer noch eindeutig AD&D, wie auch ein Blick in die Module der Übergangszeit (City of Greyhawk Trilogy z.B.) zeigt, die vollkommen problemlos ohne große Stat-Block-Varianzen mit beiden System spielbar waren und mit einem kurzen Erklärungsabsatz an den DM auskamen.

AD&D1 und AD&D2 waren Steaks mit unterschiedlichen Beilagen. Ich mag Steak.

D&D 3.X hingegen war strukturell grundsätzlich verändert. Im Bemühen, einem "jugendlichen" Trend hinterher hecheln, hat man den Charakter des Spieles verbogen. Oh my God, it's magic! Diese ganze Feat etc. Änderungen waren prinzipiell aus Magic the Gathering geholt. Jetzt habe ich das Problem, daß ich ein Rollenspiel möchte, keinen TCG-Bastard, und das war 3.X stets. Das, was ursprünglich D&D war (Rulings, not rules), wurde zugunsten fundamental wesensfremder Elemente reduziert, die einengten. D&D 3 habe ich ein paar Mal bei einem guten SL gezockt, aber dieses Feat-Zeug ging mir entsetzlich auf die Nerven. "Improved Bull Rush gegen den Troll". Toll, und wo ist Dein Kärtchen und wann tappst Du es? Auf rein taktischer Ebene konnte ich mit dem Zeug umgehen, wie es meine Spielerpflicht ist, aber es war unglaublich schal, langweilig und im Endeffekt limitierend (http://www.shamusyoung.com/twentysidedtale/?p=1235). TCG halt, Riesenmehraufwand für weniger Effekt.

Hünchenbrust mag gut sein, aber wenn ich ein Steak will, will ich ein Steak. Befremdet reagiere ich, wenn mir jemand erzählt, Hühnchenbrust sei Steak. Sowas kann schon mal das Trinkgeld reduzieren.

D&D 4 nun antagonisiert erneut, weil der ganz ursprüngliche Kern von D&D geschändet, vergewaltigt und kastriert wurde. Kurz gesagt - Gygax et al. haben D&D entwickelt, um über das Tabletop hinauszukommen, und 4E ist wieder Tabletop. Hinweise wie "How to handle scenes between encounters" (Shadowfell Keep) geben hier eine eindeutige Marschrichtung vor. Das zusätzliche Anreichern - wieder infolge eines aktuellen Trends - mit WoW-Elementen (Enforcer, Healer, Tank, once-per-encounter-specials, Heilregeln etc.) beerdigt das ursprüngliche Konzept von D&D vollständig.

D&D 4 ist ein entgleistes Tabletop, dessen Rollenspielelemente aus dem MMORPG-Bereich kommen. Das kann ganz toll sein, denke ich, aber es ist kein D&D mehr, denn eines der Hauptmerkmale von D&D war eben kein Tabletop mehr zu sein. Selbstverständlich ist das Spielgefühl und vollständig subjektiv, aber was bitte soll denn sonst bewertet werden?

Wenn mir jemand erzählt, ein prachtvoller grüner Salat sei mein bestelltes Filet Parisienne, dann werde ich richtig pissig. Persönlich trage ich das zwar nicht in Foren umher (das hier ist eine Ausnahme), aber verstehen kann ich die Leute allemal, denn wer D&D kauft, will auch D&D drin haben. Auch bei Dingen, die ich mag, kann ich übrigens mit einem kernigen Flame allemal mehr anfangen als mit Fraggle-Kreischen.

Ja, ich bin auch gegen Remakes alter Filme. "Vom Winde verweht" - jetzt mit weniger traurigem Schluß. Danke schön. Macht was eigenes und laßt die guten Dinge im Leben gut sein.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Drudenfusz am 30.01.2009 | 12:49
Was diesen "D&D4 ist ein Tabletop" Schwachsinn angeht, es soll tatsächlich 4E-Runden geben, die auf Bodenpläne verzichten...
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Falcon am 30.01.2009 | 12:50
@Lorom: du hast was gegen Feats, ok, du willst jetzt aber bitte nicht sagen, daß AD&D große Freiheiten bei der Steigerung der Charaktere hatte oder? Das las sich nämlich so.

@D&D4: man kann damit echtes Rollenspiel (Tm) spielen, aber das kann halt nicht JEDER ;)
viele Erläuterungen im DMG werden von den Kritikern auch überinterpretiert (siehe Lorom): "wääh, ich darf nur noch Kampfencounter spielen", dabei werden all die Absätze im DMG gekonnt ignoriert, die freies Rollenspiel propagieren.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 30.01.2009 | 12:56
Was diesen "D&D4 ist ein Tabletop" Schwachsinn angeht, es soll tatsächlich 4E-Runden geben, die auf Bodenpläne verzichten...

Ist es vorgesehen, darauf zu verzichten? Nein. Ich kann auch Heroquest ohne Bodenpläne spielen, wenn ich mir Mühe gebe, ich kann wahrscheinlich sogar Risiko ohne Spielplan und Pöppel spielen. Trotzdem ist das eine Art Tabletop und das andere ein Brettspiel.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Greifenklaue am 30.01.2009 | 12:58
Um mal wieder vom Karussell abzusteigen und zum Ursprung zurückzukommen:

Ganz viel liegt glaub ich an der Erwartungshaltung, die sich entwickelt: aus Ankündigungen, Forendiskussionen etc.

Bei Filmen kann ein Film mit keiner Erwartungshaltung so gelungen empfunden werden, während der mit einer hohen, lang aufgebauten Erwartungshaltung die Erwartungen zu groß werden ließ und man sich über den Film ärgert.

Obwohl man im Nachhinein vielleicht sagt, Film 2 gefällt einem insgesamt besser als Film 1.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 30.01.2009 | 13:06
@Lorom: du hast was gegen Feats, ok, du willst jetzt aber bitte nicht sagen, daß AD&D große Freiheiten bei der Steigerung der Charaktere hatte oder? Das las sich nämlich so.

Oh nein, ich kann ganz viele tolle Feats nehmen, stimmt. Aber die definierten meine Grenzen, weil sie in sich eng definiert sind. Da hab ich lieber nicht mehr als einen STE-Wert (oder GES etc.) und guck mal, wie weit ich damit komme. Die Freiheit war nur scheinbar. (Soziologisch gesehen war es sehr amerikanisch - Du kannst Dir Dinge beschaffen und das nennt man dann Freiheit, ist aber Consumerism.)

@D&D4: man kann damit echtes Rollenspiel (Tm) spielen, aber das kann halt nicht JEDER ;)
viele Erläuterungen im DMG werden von den Kritikern auch überinterpretiert (siehe Lorom): "wääh, ich darf nur noch Kampfencounter spielen", dabei werden all die Absätze im DMG gekonnt ignoriert, die freies Rollenspiel propagieren.

Also im DMG gibt es S. 34-70 Kampfencounter und deren Bau, S. 70 - 93 Non-Combat Encounters, wobei es ab 84 um Fallen geht, und das Kapitel Adventures (94-117) und ist auch eindeutig vorbelastet. Freies Rollenspiel las ich da nirgends propagiert. Vor allem werden keine Instrumentarien (nicht Regelmechaniken, sondern Haltungen und Denkweisen) mitgegeben.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Thalamus Grondak am 30.01.2009 | 13:12
Geht es denn um diese Einzelheiten? Doch wohl nicht. Die Frage ist ja nicht warum die Leute D&D4 massiv ablehnen, sondern allgemein warum neue Editionen abgelehnt werden.
Ein legitimer Grund kann sein, das die neue Version sich massiv anders anfühlt. Das kann man bei dem Sprung von D&D3 auf D&D4 nicht verleugnen.
Die einzelheiten sind doch für diese Fragestellung völlig uninteressant.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Heretic am 30.01.2009 | 13:17
@Lorom: du hast was gegen Feats, ok, du willst jetzt aber bitte nicht sagen, daß AD&D große Freiheiten bei der Steigerung der Charaktere hatte oder? Das las sich nämlich so.

@D&D4: man kann damit echtes Rollenspiel (Tm) spielen, aber das kann halt nicht JEDER ;)
viele Erläuterungen im DMG werden von den Kritikern auch überinterpretiert (siehe Lorom): "wääh, ich darf nur noch Kampfencounter spielen", dabei werden all die Absätze im DMG gekonnt ignoriert, die freies Rollenspiel propagieren.
Ja, genau, darum gibts auch nur noch 1/3 XP für Nicht-Kampf-Encounter, alles klar!
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 30.01.2009 | 13:18
Thalamus Grondak, ist wahr, daher ums abzuschließen:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Erhebliche Mechanismusänderungen sind wohl ein Grund. Wer einen Ferrari kauft, will keine Familienkutsche, auch wenn beides Autos sind. D&D4 ist in dem Sinne Etikettenschwindel, weil es nur noch vorgibt D&D zu sein, meine Meinung. Bei DSA4 denke ich dasselbe - bei DSA3 konnte man immerhin noch erkennen, wie DSA1 mal ausgesehen haben mag.

Angesprochen wurden auch Settingänderungen bei SR und Vampire. Das liegt auf derselben Schiene. Vampire war wohl wegen seines Metaplots sehr populär, und Blutsauger werden halt furchtbar romantisiert (örch). Wenn dann alles gescraped wird (zusätzlich meine SCs erledigt, meine Kampagne ruiniert) und das Gewicht von diesem sacharinen Goth-Flair auf echten Horror umgestellt (wenn ichs richtig verstanden habe), dann ist das wieder das Ferrari-Problem. Es mag vielleicht das bessere Spiel sein, aber es ist nicht mehr das Spiel, das ich will. Als Zweitsystem okay, wenn ich Blut haben will, aber eigentlich will ich romantsiche, edel-blasse Vampire.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Falcon am 30.01.2009 | 13:20
@Thalamus: das Beispiel D&D4 ist doch sehr schön. Daran kann man doch sehen, daß es eine ehrliche Ablehnung selten gibt, die daher rührt, daß es sich anders anfühlt - mit "ehrlicher" Ablehnung meine ich eine Ablehnung unter der Anerkennung sämtlicher Vor- und Nachteile -  sondern eine falsche Ablehnung, da werden z.b. Dinge von den Spielen (wie eben bei D&D4) behauptet, die einfach nicht wahr sind. Entweder aus Unwissen (weil man noch nicht mal in die Bücher reingeguckt hat) oder aus Mutwilligkeit.

@Lorom: du kannst ja mal mit dem Absatz "Situations the rules don't cover" anfangen. Und dann die ganzen anderen totgeschwiegenen Absätze.

@Feats: das war nicht meine Frage. D&D3 Feats sind starr, öde, eingengend und langweilig wie sonst was, das muss mir niemand sagen. Allerdings tut AD&D nichts in die Richtung, was freieres Steigern erlauben würde.

das weglassen der Bodnepläne ist Blödsinn, da stimme ich zu, aber Bodenpläne verhindern auch kein Rollenspiel.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Skele-Surtur am 30.01.2009 | 13:22
In der Gebrauchsanweisung eines Nudelholzes steht auch nicht, wie man es anderen Leuten über die Rübe zieht. Trotzdem funktioniert es in den meisten Fällen recht gut. Hab ich gehört.
Der Grund dafür, dass viele Spieler bei fortschreitender Edition etwas "irrational" reagieren liegt, denke ich, an dem schlichten Faktum, dass bestimmte Dinge sich ändern, die sie gewohnt waren. Das muss auch so sein, denn wenn sich nichts ändert, dann braucht man auch keine neue Edition.
Nun ist die neue Mechanik oder die neue Zeitlinie oder WAS AUCH immer aber nunmal ungewohnt und wir alle kennen es: Eine grundsätzlich bekannte Handlung kann unangenehm sein, wenn sich plötzlich etwas ändert.

Beim Wechsel aufs Automatikgetriebe tritt man ständig ins Leere, weil man verzweifelt die Kuplung sucht;
Als Nintendo plötzlich Spielekonsolen mit Steuerknüpel statt mit Steuerkreutz herausbrachte fingerte man unbeholfen an dem blöden Controller rum, bis man sich endlich daran gewöhnt hatte und nicht mehr gegen die Wände rannte.
Als der Euro kam rechnete der Verbraucher immer noch verzweifelt in Mark um, um den Überblick nicht zu verlieren.

Das Neue fühlt sich am Anfang immer irgendwie "falsch" an, bis man sich daran gewöhnt hat. Und Gewohnheitstiere fühlten sich bei dieser Umgewöhnungsphase einfach extrem unwohl.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Tourist am 30.01.2009 | 13:27
Noch auf den Eingangspost bezogen:

(wobei sich das Argument wohl irgendwi in den Schwanz beist)

Neue Editionen werden abgelehnt weil die Leute sie nicht kennen.
Man hört etwas, ein Detail das einem gar nicht gefällt (ob dieses Detail nun wahr oder falsch ist sei dahingestellt) und schon ist die Edition schlecht "oh seht das haben sie mit der neuen Edition *Detail herbeizerr* "das kann ja nur Mist sein".

Das erzählen sie dann ihren Freunden worauf die nicken und sagen "joah hast recht, das Teil ist scheiße".

Damit ist so eine negative Grundstimmung entstanden dass niemand mehr bereit ist sich mit dem Teil zu beschäftigen.

Und aus die Maus

Markus
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: jafrasch am 30.01.2009 | 13:31
gründe der irrationalen ablehnung sind imo eine mischung aus:

- gefährlichen halbwissen
- geistiger trägheit
- festgefahrene gewohnheiten und ansichten
- grundsätzlicher argwohn gegenüber neuheiten

ging zumindest mir am anfang bei sr 3 und sr 4 so. in der zwischenzeit reifte dann in mir die erkenntnis: a) man kann es mit dem fanboyfanatismus echt übertreiben und b) zumindest bei den größeren systemen hat jede version etwas für sich.

wobei: kann mann irrationales verhalten begründen?
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Thalamus Grondak am 30.01.2009 | 13:33
...mit "ehrlicher" Ablehnung meine ich eine Ablehnung unter der Anerkennung sämtlicher Vor- und Nachteile -  sondern eine falsche Ablehnung, da werden z.b. Dinge von den Spielen (wie eben bei D&D4) behauptet, die einfach nicht wahr sind. ...
Das ist aber doch erst der zweite Schritt.
Was passiert bei einer neuen Edition?
-Ich muss gucken ob sie mir gefällt.
-Wenn nicht nenne ich die Gründe, die sich meist auf wenige Sätze beschränken
-Wenn es dann zu Diskussionen kommt, das das neue System aber doch besser ist, dann beginne ich die Einzelheiten rauszukramen.
Vom letzten Punkt bis zu irrationalen Verteufelungen neuer Mechanismen sind die Übergänge fließend und nicht klar auszumachen.

Es steht außer Frage das es genug Leute vom Schlag "never Shoot a running Horse" gibt, die einfach nur dagegen sind, weil es neu ist, und die evtl. auch Angst um ihre Stellung als D&D-Papst haben, weil sie jetzt alles neu lernen müssen.

Aber die begründeten Ablehnungen sind IMHO in der überzahl, auch wenn sie mangels Argumentativer Fähigkeiten des Ablehnenden nicht unbedingt als begründet erkennbar sind.
Die andere Seite darf man natürlich auch nicht ausser Acht lassen, die oft versucht mit Missionarischem Eifer zu vermitteln was für tolle neue Dinge sie in der neuen Edition entdeckt haben.
Wie immer wenn zwei Konträre Positionen aufeinanderstossen werden die Leute irgendwann irrational, weil die Argumente sich schneller aufgebraucht haben als das Verlangen den anderen zu überzeugen.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Heretic am 30.01.2009 | 13:38
In der Gebrauchsanweisung eines Nudelholzes steht auch nicht, wie man es anderen Leuten über die Rübe zieht. Trotzdem funktioniert es in den meisten Fällen recht gut. Hab ich gehört.
Der Grund dafür, dass viele Spieler bei fortschreitender Edition etwas "irrational" reagieren liegt, denke ich, an dem schlichten Faktum, dass bestimmte Dinge sich ändern, die sie gewohnt waren. Das muss auch so sein, denn wenn sich nichts ändert, dann braucht man auch keine neue Edition.
Nun ist die neue Mechanik oder die neue Zeitlinie oder WAS AUCH immer aber nunmal ungewohnt und wir alle kennen es: Eine grundsätzlich bekannte Handlung kann unangenehm sein, wenn sich plötzlich etwas ändert.

Beim Wechsel aufs Automatikgetriebe tritt man ständig ins Leere, weil man verzweifelt die Kuplung sucht;
Als Nintendo plötzlich Spielekonsolen mit Steuerknüpel statt mit Steuerkreutz herausbrachte fingerte man unbeholfen an dem blöden Controller rum, bis man sich endlich daran gewöhnt hatte und nicht mehr gegen die Wände rannte.
Als der Euro kam rechnete der Verbraucher immer noch verzweifelt in Mark um, um den Überblick nicht zu verlieren.

Das Neue fühlt sich am Anfang immer irgendwie "falsch" an, bis man sich daran gewöhnt hat. Und Gewohnheitstiere fühlten sich bei dieser Umgewöhnungsphase einfach extrem unwohl.

D&D 4.0 wird auch in 3 Jahren noch scheisse sein, da beisst die Maus keinen Faden ab.
Anstatt das Spiel weiterzuführen wurden Rückschritte noch und nöcher gemacht. Die Hälfte der Fans wurden blankweg ignoriert und es wurde mit Marketingfuzzilingo argumentiert, und das Blaue vom Himmel heruntergelogen, wie sehr D&D 4.0 eine Weiterentwicklung von D&D 3.5 sein würde. Und was war? Genau das von mir und so vielen anderen prohezeite Worst Case Szenario ist eingetreten!
Die Fahnenstange ist erreicht, ding dong, die Hexe ist tot, Ende Gelände, aus die Maus!

 
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 30.01.2009 | 13:45
Zitat
Das Neue fühlt sich am Anfang immer irgendwie "falsch" an, bis man sich daran gewöhnt hat. Und Gewohnheitstiere fühlten sich bei dieser Umgewöhnungsphase einfach extrem unwohl.

Sicher, Gewöhnung ist ein Faktor. Aber warum müssen Dinge überhaupt entkernt werden? Bei den meisten Neueditionen der letzten Jahre ging es ja nicht um (durchaus auch massives) Streamlining, das die Substanz erhält, sondern um grundlegendes Einreißen. Ich spielte AD&D, weil ich das System mochte, warum zerstört man es?

Sicher, die Kohle, der Markt.

Gut, seh ich ein. Muß ichs darum mögen, daß mein Ferrari neuerdings mit E-Motor kommt und spritzige 80 km/h in knapp zwei Epochen erreicht?

"Irrational" ist, ob nun mit Gänsefüßchen oder ohne, übrigens vollkommen fehl am Platze, ebenso wie "nicht fundiert". Meine Ablehnung ist vollkommen rational und sehr fundiert. Ich bewerte es nach seiner Gesamtheit und nicht nach einigen Randbemerkungen, die Rollenspiel propagieren mögen, und die der Lektor wohl nur übersehen hat. Es ist bestenfalls ein Hybrid und so überbalanciert, daß noch nicht einmal der Tabletop-Aspekt richtig funzt, und das sage ich, nachdem ich als Spieler Shadowfell und Thunderspire "spielen" durfte. Das bißchen Rollenspiel in dem Kaff-dessen-Name-mir-entfallen ist (Winterhaven?) war jetzt nicht so intellektuell fordernd, und das Hangeln von Encounter zu Encounter ist mir zu öde.

Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Falcon am 30.01.2009 | 13:50
@Thalamus: natürlich ist das der zweite Schritt. und?. Aber irgendwann entscheidet sich halt, ob man anfängt sich und anderen etwas vorzumachen oder ob man die Vor- und Nachteile genau kennt und nach Geschmack entscheidet. Wie du schon sagst, der Weg dahin ist fliessend und nicht erkennbar, also finde ich das Ergebnis (ehrliche oder falsche Ablehnung) halt interessanter zu begutachten.

also ich finde es völlig ok, wenn jemand sagt: "gut, D&D4 ist effektiver und einfacher zu managen (Fakten) aber 3.5 macht mir halt mehr Spass weil ich meine Saves lieber selber würfle, allerdings würfle ich meine AC lieber nicht selber, warum auch immer". Super! Dann sehe ich, er hat sich damit auseinander gesetzt und ist sich der Eigenschaften bewusst und weiss auf was er verzichtet. Vor allem macht er anderen nix vor. Aber so ists doch meistens nicht.

ich kann auch DSA Spieler respektieren, die sich eingestehen wie scheisse ihr Spielsystem ist.

die Leute, die grunsätzlich Ablehnen bevor sie überhaupt etwas über neue Editionen wissen, sind wohl wirklich zu vernachlässigen.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Drudenfusz am 30.01.2009 | 13:59
Sicher, Gewöhnung ist ein Faktor. Aber warum müssen Dinge überhaupt entkernt werden? Bei den meisten Neueditionen der letzten Jahre ging es ja nicht um (durchaus auch massives) Streamlining, das die Substanz erhält, sondern um grundlegendes Einreißen. Ich spielte AD&D, weil ich das System mochte, warum zerstört man es?

Sicher, die Kohle, der Markt.

Gut, seh ich ein. Muß ichs darum mögen, daß mein Ferrari neuerdings mit E-Motor kommt und spritzige 80 km/h in knapp zwei Epochen erreicht?
Die neuen Editionen der letzten Jahre haben alle (bis auf DSA4, wo man einfach nur Mist verzapft hat und Realismus versuchte, den Heutzutage keiner mehr will) gemeinsam das man Rollenspieltheoretische Ansätze einbrachte, damit kann nicht jeder umgehen. Und genau das ist das Problem.

"Irrational" ist, ob nun mit Gänsefüßchen oder ohne, übrigens vollkommen fehl am Platze, ebenso wie "nicht fundiert". Meine Ablehnung ist vollkommen rational und sehr fundiert. Ich bewerte es nach seiner Gesamtheit und nicht nach einigen Randbemerkungen, die Rollenspiel propagieren mögen, und die der Lektor wohl nur übersehen hat. Es ist bestenfalls ein Hybrid und so überbalanciert, daß noch nicht einmal der Tabletop-Aspekt richtig funzt, und das sage ich, nachdem ich als Spieler Shadowfell und Thunderspire "spielen" durfte. Das bißchen Rollenspiel in dem Kaff-dessen-Name-mir-entfallen ist (Winterhaven?) war jetzt nicht so intellektuell fordernd, und das Hangeln von Encounter zu Encounter ist mir zu öde.
Du willst mir sagen deine Meinung begründet sich auf schlechte Module? Die gibt es bei allen Spielen, auch bei den alten Editionen...
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Elwin am 30.01.2009 | 14:01
Die neuen Editionen der letzten Jahre haben alle (bis auf DSA4...]
Was ja nun schon auch acht Jahre alt ist!
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Thalamus Grondak am 30.01.2009 | 14:02
also finde ich das Ergebnis (ehrliche oder falsche Ablehnung) halt interessanter zu begutachten.
Aber das Ergebnis, zumindest das Sichtbare, ist doch nur ein Stellungskrieg.
Der der das neue System als Heilsbringer verkauft, ist meist nicht weniger Irrational und reduziert alle Gegenargumente auf "Man kann immer noch so wie vorher spielen, man muss nur wollen".

Letztendlich ist Rollenspiel aber ein Lebendiges Hobby, und die die sich viel damit beschäftigen steigen eher auf ein neuers System um, das ihnen nicht ganz so zusagt, als kein neues Material mehr zu bekommen, oder schlimmer noch: nicht mehr mitreden zu können.
Nach und nach dünnt sich die Kommunikationsbasis desjenigen aus, der bei der alten Edition bleiben wollte. Das das frustriert und dazu verleitet ab und zu mal rumzuflamen kann ich gut verstehen.

Ich habe diese Phase, wenn auch nur kurzzeitig beim Umstieg von AD&D auf D&D durchgemacht.
Ich war glücklich mit AD&D und D&D3 bot mir keine nennenswerten Vorteile.
Umgestiegen bin ich, weil alle anderen Umgestiegen sind, und ich die besagte Kommunkiations und auch Spielerbasis nicht verlieren wollte.
AD&D hat mir trotzdem immer mehr Spaß gemacht als D&D.

Bei D&D4 sind mir die Änderungen zu Krass, als das ich umsteigen werde.
Ich habs versucht und eine Kampagne gestartet, aber es fühlt sich alles völlig Falsch an. Die veränderungen sind um einige Potenzen höher als die beim Umstieg auf D&D3.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Drudenfusz am 30.01.2009 | 14:04
Was ja nun schon auch acht Jahre alt ist!
Fühlt sich vom Regeldisign aber gut ein Jahrzehnt älter an, was man leider bei DSA4.1 auch nicht besser machte...
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Falcon am 30.01.2009 | 14:10
Thalamus schrieb:
Zitat
Aber das Ergebnis, zumindest das Sichtbare, ist doch nur ein Stellungskrieg.
Der der das neue System als Heilsbringer verkauft, ist meist nicht weniger Irrational und reduziert alle Gegenargumente auf "Man kann immer noch so wie vorher spielen, man muss nur wollen".
natürlich, zweifellos. In dem Thread gehts aber um Ablehnung und nicht um Fanboys. Wobei das natürlich zusammenfällt (nur eben auf die alte Edition bezogen).

@"Man kann immer noch so wie vorher spielen, man muss nur wollen".
stimmt, ich sage ja auch "man muss nur können" ;D und können kann nicht jeder. Das ist ja genau das Problem was Drudenfusz bei den RPG theoretischen Ansätzen anspricht. Deswegen ist D&D4 für mich auch kein Anfängersystem.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 30.01.2009 | 14:27
Du willst mir sagen deine Meinung begründet sich auf schlechte Module? Die gibt es bei allen Spielen, auch bei den alten Editionen...

Nein, es beruht auf der Art und Weise wie die Regeln in diesen schlechten Modulen funktionieren, und daß ich keine Herausforderung erlebt habe. Es war einfach nur stumpf, die Kämpfe waren stumpf und mein Charakter (Zwergenkämpfer) war  limitiert durch seine Zahlen und seine engbegrenzten Feats-die-jetzt-Powers-heißen (und dir mir sogar schon meinen eigenen Text vorgeben wollen).

Aber falls Du ein gutes 4E-Modul kennst - ich bin da definitiv ohne Übersicht - bitte nenns mir, und ich sehs mir gerne mal an, ganz im Ernst. Ich laß mich ja gerne überzeugen, daß es was taugt. Neue Spieler sollen angelockt werden, nur ist m.E. D&D4 kein System, das diese neuen Spieler dann auch halten kann. Es ist zu monoton in der Ausführung, zu repetitiv in der Problemstellung, zu technisch im Gebrauch und für den SL gleichzeitig sehr aufwendig (wenn auch weniger als 3.X).

Was die Inkorporation von "Theorien" angeht: Gerade das sehr ich hier nicht, weil das System - meinethalben abgesehen von einigen "Absätzen", auf die Falcon besteht - mit Blick auf das RSP stark reduziert wurde.

DSA 4 möchte ich wie gesagt ungern beurteilen: Mein Eindruck war a) es hat regeltechnisch wenig mit seinen Vorgängern gemein, b) man hat es hemmungslos überfrachtet und c) es ist sehr beliebig und vermißt eine klare Linie. Gespielt habe ich es allerdings nicht. Da stellt sich dann auch wieder die Frage: DSA hatte Erfolg über Jahre, wie immer man sich dazu stellen mag, warum nimmt man es seinen Anhängern so vollständig weg? (Wann genau ist eigentlich der DSA-Absatz eingebrochen?)
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Greifenklaue am 30.01.2009 | 14:33
Zitat
also ich finde es völlig ok, wenn jemand sagt: "gut, D&D4 ist effektiver und einfacher zu managen (Fakten) aber 3.5 macht mir halt mehr Spass weil ich meine Saves lieber selber würfle, allerdings würfle ich meine AC lieber nicht selber, warum auch immer". Super! Dann sehe ich, er hat sich damit auseinander gesetzt und ist sich der Eigenschaften bewusst und weiss auf was er verzichtet. Vor allem macht er anderen nix vor. Aber so ists doch meistens nicht.

ich kann auch DSA Spieler respektieren, die sich eingestehen wie scheisse ihr Spielsystem ist.
*puhh* Du akzeptierst also nur Meinungen, die Deine Meinung bekräftigen, und aus offenbar irrationalen Gründen sagen, ich spiel das alte Spiel, obwohl es doof ist (und stinkt). Naja.

Was Du hier Fakten nennst, ist auch Ermessenssache.

Das einfachere Managen und die Effektivität sind jas nur eine Seite der Medaille, es gibt ja auch die andere (zu stark vereinfacht, Encounterization, Taktikentwertung). Und ja: man kann die eine wie auch die andere besser finden. Rational wie irrational.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Ludovico am 30.01.2009 | 14:46
Ich denke, daß gerade jene neue Editionen ablehnen, die neben viel Zeit und Geld auch viel Begeisterung investiert haben. Ich meine damit vor allem Fanboys.

Außerdem, wenn ich an meine Erfahrungen mit Rollenspielern außerhalb des Tanelorns sowohl im Internet als auch im realen Leben denke, so waren diese Leute überwiegend erzkonservativ in punkto RPG und standen Neuerungen sehr "skeptisch" gegenüber.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Feuersänger am 30.01.2009 | 14:48
Ich finde es vom Start weg zu einfach, jedem Wechselverweigerer "irrationale Ablehnung" zu unterstellen. Man muss nicht jeden Scheiss mitmachen, den ein anderer vorgibt. Normalerweise schaut man sich ein neues Angebot an, und wenn es einem gefällt, übernimmt man es, und wenn nicht, lässt man stecken.

Ich selber habe schon einige Wechsel willig mitgemacht und andere verweigert. Beispielsweise habe ich damals mit DSA2 angefangen und fand MSZ (also quasi DSA3) ganz famos [damals!], aber mit DSA4 kann ich bis heute nichts anfangen.
Auch habe ich früher AD&D 2nd gespielt, und als dann Anno 2000 D&D 3rd rauskam, war ich vom Start weg hellauf begeistert. Sofort gewechselt. D&D4 habe ich bisher nicht gespielt, aber alles, was ich darüber gelesen habe, gefällt mir nicht.
Shadowrun hab ich mit SR2 angefangen, und fand SR3 erstmal etwas überflüssig, habe mich aber dann doch überzeugen lassen, vor allem vom Magiesystem. SR4 fand ich dagegen vom Start weg völlig daneben, und das hat sich auch nicht geändert.
Conan war schon in der 1E gut, und die 2E ist auch nicht schlechter - die Änderungen sind aber eher gering, sodass es schlicht wurscht ist, was man spielt (die Quellenbücher sind auch alle 100% zueinander kompatibel).

Wie gesagt, nur so ein paar Beispiele.
Grundsätzlich sage ich "If it ain't broken, don't fix it".

Bei radikalen Editionswechseln gibt es für mich zwei Knackpunkte:
1.) Gefallen mir die neuen Regeln? Fühlen sie sich gut an? Entsprechen sie eher meinem persönlichen Stil als die alten?
2.) Was mache ich mit meinen ganzen vorhandenen Büchern? Kann ich sie wegschmeissen, wenn ich wechsle?

Dazu kommt dann auch noch das Problem, dass ein Editionsschisma den verfügbaren Spielerpool reduziert. Da hatte ich früher noch nicht so drüber nachgedacht, aber der Punkt ist auf jeden Fall valid.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 30.01.2009 | 14:52
"If it ain't broken, don't fix it".

Auf den Punkt. Auch marktwirtschaftlich ist das wahrscheinlich langfristig (oh ja, da ist das Problem) sinnvoller.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Falcon am 30.01.2009 | 15:06
@Greifenklaue: nein, daß habe ich eigentlich nicht geschrieben. Du wirst vermutlich nicht abstreiten, daß man in 3.5 seine Saves (bis auf AC) selber würfelt oder das D&D4 Kämpfe leichter zu managen sind (stichwort: Stufen- und Rundenabhängige Spelleffects von 3.5). Beides hat Vor- und Nachteile aber wenn ich mich für eines entscheide, bin ich mir der Vor- und Nachteile bewusst und sehe nicht nur die tollen Sachen (das gilt auch für die starke Vereinfachung usw.). Schlussendlich macht man das auch nicht für andere, sondern in erster Linie für sich selbst.
Was sind das für Menschen, die DSA hochloben, keine Nachteile sehen, auf anderen Systemen herumhacken und vermutlich nicht mal andere Herrangehensweisen kennen? Und warum sollte die jemand in Schutz nehmen?

bei D&D gehts schon bei ganz simplen Sachen los: Wer den Einsatz von Powers nicht versteht, dem ist Player Empowerment vermutlich ein Fremdwort. Auf der Grundlage kann man das Konzept natürlich nicht bewerten.

Encounterdization und Taktikentwertung sind schon wieder zwei unbegründete Annahmen und verdrehung von Tatsachen. Die Kämpfe sind allein durch die höhere Beweglichkeit der Figuren sehr Taktisch.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Ludovico am 30.01.2009 | 15:09
Auf den Punkt. Auch marktwirtschaftlich ist das wahrscheinlich langfristig (oh ja, da ist das Problem) sinnvoller.

Ich denke, daß sich mit diesem Spruch auch Leute gegen die Einführung der DVD gewährt haben. "Videokassetten funktionieren doch prima."  ;)
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Thalamus Grondak am 30.01.2009 | 15:14
Wer den Einsatz von Powers nicht versteht, dem ist Player Empowerment vermutlich ein Fremdwort. Auf der Grundlage kann man das Konzept natürlich nicht bewerten.
Was hat das denn mit verstehen zu tun? Wenn einem der Einsatz von Powers nicht gefällt, dann ist das so.
Zu sagen "Wer es nicht mag hats einfach nicht verstanden" ist schon sehr rational.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Heretic am 30.01.2009 | 15:16
Ich denke, daß gerade jene neue Editionen ablehnen, die neben viel Zeit und Geld auch viel Begeisterung investiert haben. Ich meine damit vor allem Fanboys.

Außerdem, wenn ich an meine Erfahrungen mit Rollenspielern außerhalb des Tanelorns sowohl im Internet als auch im realen Leben denke, so waren diese Leute überwiegend erzkonservativ in punkto RPG und standen Neuerungen sehr "skeptisch" gegenüber.

Den Schuh zieh ich mir nicht an. No way. Ich hätte D&D 4.0 gern gefeiert und alles. Dann erzählt mir Furlong ausm Gate, was sich alles ändert. Ich hab gelacht, und mir D&D 4.0 nicht mehr angeschaut. Dann bin ich über ein paar Rezensionen gestolpert... Und hatte dann kurzzeitig das Bedürfnis, wieder mit dem Rauchen anzufangen... Naja, die erste Reaktion war so heftig, dass ich ungefähr 10 min. lang schallend gelacht hab. Skill Challenges... Das KÖNNEN die nicht ernst meinen...
Ok, das Ganze dann vergessen... mehr und mehr gelesen...
Dann hab ich mir gedacht "Eyh, Heretic, du siehst das zu krass, so schlimm KANN es nicht sein!" und deshalb meldete ich mich beim DDI an... und holte den Character Builder Beta, man will ja mal einen Charakter generieren. Ok, machen wir uns doch mal einen Kleriker des Kelemvor... äh, wie, das Magiesystem komplett gekippt... Ok...
Wie, keine Fluff-Zauber? Wie, der Cleric ist nur ein Faktotum der Gruppe? Wie, TIEFLINGE sind jetzt base race? WIE, es gibt keine Gnome mehr? Wie, es gibt keine ELFEN mehr, die heissen jetzt Eladrin und bekommen Gimmicks en masse OHNE LA?
Ok, lassen wir mal ALLES unter den Tisch fallen, vergessen wir das mal, meinen Kelemvorkleriker nachzubauen, bauen wir einen Mönch des Alten Ordens. Äh, wie, kein Monk in den Core Rules? Ok, bau ich mir halt einen ganz gewöhnlichen Barbaren... Wenn er nur in den Core Rules wäre... Ok, vielleicht ein Magier... äh, WIE, für Magic Missile muss man jetzt einen TREFFERWURF würfeln? Wie, Wish und ähnlich gute Sprüche gibts nicht mehr?
Gehts noch, was ist da los?   
Und erst die Termini... Striker, Controller.... sind wir bei WoW oder was?
Und dann noch das Alphatest-Material, dass sie den Leuten per DDI und Dungeon aufs Auge drücken wollen, unglaublich.



Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Falcon am 30.01.2009 | 15:20
@Thalamus schrieb: ja, aber wenn man weiss: Powers sind oft nur ein abstraktes Mittel für den Spieler in den Ablauf der Geschichte einzugreifen und nicht ausschliesslich dazu da die Fähigkeiten Handlung für Handlung zu simulieren, der wundert sich nicht, warum man manche Attacken nur 1mal pro 10Min. machen kann und manche immer. Wer weiss, wie man mit Skill Challenges andere Charaktere als Kämpfer und damit deren Spieler mechanisch in das Spiel einbinden kann, daß sie an der Abenteuergestaltung Teil haben können, wer weiss, wie man HP (nicht nur seit D&D4) und die sehr schnelle Erholung in D&D4 interpetieren kann/muss, wer weiss, daß es schon in 3.5 Leader, Buffer,Tanks und Supporter gab, wer sieht, daß man mit +5Skillfeats in vielfältigeren Fertigkeiten kompetent sein kann als mit 1Skillpunkt 3.5 Fightern usw.usf. der hat einfach eine bessere Grundlage zu entscheiden ob es ihm gefällt.

"ja aber mag ich nicht, weil is halt so" ist Kindergarten. Solche Naivlinge, die sämtliche 3.5 Bücher mit den Grundbüchern von D&D4 vergleichen, die nicht wissen, daß es noch Fluffzauber in D&D4 gibt, daß man Gnome, Barbaren und Druiden spielen kann, das Elfen wieder ELFEN sind aber aus Unwissenheit an das Gegenteil glauben, finde ich bemitleidenswert. Und solche Leute verbreiten dann auch ein ungerechtfertigten Ruf für besagte Systeme. Wieso habe die deinen Schutz verdient?
Es gibt eben Leute, die gucken Schnecken an und sagen "bäh, ess ich nicht" oder probieren (die Viecher werden übrigens überbewertet ;D ).

wenn du dich für Aberglauben, Gutgläubigkeit und Willkür aussprichst, bitteschön. Man kanns mit der Toleranz auch übertreiben.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Thalamus Grondak am 30.01.2009 | 15:25
Ob man das weiß oder nicht. Am ende geht es hier um ein Spiel, oder da zählt nur ob man mit den gegebenen Mitteln Spaß hat.
Ich habe D&D4 das letzte Jahr oft genug gespielt, ich weiß um die Funktionalen Auswirkungen der Regeln. Trotzdem finde ich es schlecht.

BTW: trotzdem werde ich keine schnecken essen, es gibt auch Leute die Baden in ihren Exkrementen, nichts was ich nachmachen müsste aber tu Dir keinen Zwang an....
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Arkam am 30.01.2009 | 15:31
Hallo Lorom,

DSA 4 möchte ich wie gesagt ungern beurteilen: Mein Eindruck war a) es hat regeltechnisch wenig mit seinen Vorgängern gemein, b) man hat es hemmungslos überfrachtet und c) es ist sehr beliebig und vermißt eine klare Linie. Gespielt habe ich es allerdings nicht. Da stellt sich dann auch wieder die Frage: DSA hatte Erfolg über Jahre, wie immer man sich dazu stellen mag, warum nimmt man es seinen Anhängern so vollständig weg? (Wann genau ist eigentlich der DSA-Absatz
eingebrochen?)

ich habe bis zur 3. Edition DSA gespielt und habe vor einiger Zeit einen Widereinstieg mit der Hardcoveredition 4.1 in der mehrbändigen Fassung versucht.

a)
Ja die vierte Edition hat nichts mehr mit dem ursprünglichen DSA zu tun. War DSA vorher ein System mit einem starken Zufallsaspekt bei der Charaktererstellung und - aufstellung so ist es jetzt ein reines berechenbares Kaufsystem.
Alte Charaktere sind so auf der einen Seite leicht umzustellen. Einfach den Basischarakter aufstellen und mit den vorhandenen Erfahrungspunkten den alten Charakter möglichst gut nachbilden. Ich habe dabei bisher wenig Probleme gehabt.
Das Kampfsystem das vorher relativ optionslos war beitet jetzt eine Menge Optionen. Vom ersten Überfliegen her habe ich allerdings den Eindruck als wollte man die Optionen durch Abzüge direkt wieder weniger wichtig machen.

b)
Ich sehe es eher so das die einzelnen Regionen bei DSA fast schon einzelne Hintergründe bilden. Da sie sich aber alle auf einem Kontinent befinden finden sich im Regelwerk dann sehr verschiedene Aspekte wieder. Vielleicht hat man sich da auch die stetige Kritik an DSA etwas zu sehr zu Herzen genommen. Denn die mangelnde Trennung zwischen Volk und Klasse war ja lange Standard bei DSA.

c)
Nein DSA hatte und hat aus meiner Sicht eigentlich immer noch eine klare Linie. Man spielt einen in die jeweilige Gesellschaft eingebundenen Charakter der sich in den Abenteuern für seine Gesellschaft einsetzt.
War es früher aber das Mittelreich das die Rolle als "Leitkultur" spielte hat man jetzt eine reiche Auswahl.
Mit der Borbaradkampagne hat man sich dann einigen Strömungen angepaßt. Da ist ein Mal die Tendenz zu einem Spiel in den Grauzonen. Etwas was für DSA seid dem Abenteuer Ausbau Spiel eigentlich untypisch ist. Auf der anderen Seite gab es jetzt nicht nur Aventurien sondern mit Myanor und dem Riesland neben den verschiedenen Kulturen auf Aventurien jetzt auch noch verschiedene Kontinente, mit Myanor sogar einen bespielbaren.
Je differenzierter aber eine Rollenspielwelt dargestellt wird destso schwieriger wird es das einfache Heldenschema bei zu behalten.

Wie man auf die Idee kommt man hätte DSA den Spielern weg genommen und das System würde sich nicht mehr verkaufen weiss ich nicht.
Ich bin bei meinem Reinschnuppern auf jeden Fall sowohl von der Verlagsseite als auch von den Fans aus auf eine reiche Auswahl von recht aktiven Seiten und reichlich Material gestoßen.
Auch Überlegungen zu DSA 5 und das alte Hintergründe, etwa Tharun, auf 4.1 umgesetzt werden sollen läßt aus meiner Sicht keine Probleme erkennen.

Gruß Jochen
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Ludovico am 30.01.2009 | 15:33
@Heretic
Ich bezog mich auf den Eingangspost und war nicht direkt auf Dich bezogen.
D&D tangiert mich peripher.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 30.01.2009 | 15:33
Ich denke, daß sich mit diesem Spruch auch Leute gegen die Einführung der DVD gewährt haben. "Videokassetten funktionieren doch prima."  ;)

Eine DVD liefert immer noch genau dasselbe (Bild + Ton), mit zusätzlichen Funktionen und einfacher. D&D4 liefert nicht dasselbe. Um Deine Analogie zu wahren: Wir sollen alle Videokassetten aus dem Fenster schmeißen (hatte nie eine....), weil es 10er-Boxen Hanuta gibt, in denen Viewmaster-Streifen sind. Toll.

Powers, lieber Falcon, sind Geschmackssache. Wenn Du zur Charakter-Entwicklung viele kleine Dinge brauchst, die Du auf Deinem Bogen notierst, habe Vergnügen damit. Ich verstehe Powers, ich habe sie ausprobiert, und sie riechen wie etwas, was ein Hund auf dem Pflaster zurückläßt. Ganz einfach. Wenn Du damit spielen möchtest, ist das doch in Ordnung. Aber verstehe bitte, daß nicht alle, die Deine Begeisterung nicht teilen, Idioten sind, die diese wunderbaren "Neuerungen" nicht verstehen. Wir finden sie einfach nur nicht wunderbar.

Wenn man Dich erst regeltechnisch "empowern" muß, damit Du als "Spieler in den Ablauf der Geschichte eingreifen" kannst, dann hast Du entweder ein Problem mit Deinem SL oder mit Dir. Das ist doch allenfalls als Notwehrmittel für Spieler in der Borbarad-Dingens notwendig.

EDIT/ Jochen. Danke für die Erklärung. War wie gesagt mein Eindruck von dem was ich gesehen habe und von Reaktionen in einigen Foren. Meine Erfahrung beschränkt sich auf wenige Sessions DSA-1 und DSA-2. Ich bin damals beim Borbel-Express ausgestiegen (Mitten auf freier Strecke. MIT EINEM ZEICHEN).

EDIT2: Und ich würde wirklich gerne ein Modul sehen, das mir die Vorzüge von D&D4 illustriert und wie toll ich damit außer tapletoppen auch rollenspielen kann.





Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Ludovico am 30.01.2009 | 15:41
Eine DVD liefert immer noch genau dasselbe (Bild + Ton), mit zusätzlichen Funktionen und einfacher. D&D4 liefert nicht dasselbe. Um Deine Analogie zu wahren: Wir sollen alle Videokassetten aus dem Fenster schmeißen (hatte nie eine....), weil es 10er-Boxen Hanuta gibt, in denen Viewmaster-Streifen sind. Toll.

Man kann mit D&D 4 wohl genauso Rollenspiel spielen wie mit D&D 3.5 oder mit DSA 4 oder mit FATE. Aber zugegebenermaßen ändert sich das Spielgefühl und von daher hinkte der Vergleich schon.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Falcon am 30.01.2009 | 15:43
Thalamus schrieb:
Zitat
Ich habe D&D4 das letzte Jahr oft genug gespielt, ich weiß um die Funktionalen Auswirkungen der Regeln. Trotzdem finde ich es schlecht.
Ist doch ok. Dir nehme ich auch eher ab sämtliche Auswirkungen, Mechanismen und die Bedeutung zu verstehen. Und immerhin kenne ich nur deine Posts ;) Heretic dagegen hat sich z.b. schon selbst disqualifiziert.

Schnecken Essen mit Exkremente baden vergleichen, da haben wir es wieder ;)
hatte meinen letzten Post noch erheblich ergänzt, weiss nicht wieviel davon jetzt untergangen ist.

@Lorom: natürlich sind Powers Geschmackssache. Aber ich habe bislang wenig D&D Spieler gesehen oder in Foren von ihnen gelesen, die die Absicht der Autoren von Powers verstanden haben. Wem das gefällt oder nicht interessiert mich doch einen Dreck. Mir gefallen einige Powers auch nicht (Fireball ist zu schwach) aber wenn interessiert das? Mir liegt nur was daran, daß Leute keine Unwahrheiten erzählen oder die Regeln verstehen, bevor sie sich darüber auslassen, weil das weitreichendere Auswirkungen hat.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 30.01.2009 | 15:47
Mir liegt nur was daran, daß Leute keine Unwahrheiten erzählen oder die Regeln verstehen, bevor sie sich darüber auslassen, weil das weitreichendere Auswirkungen hat.
Darauf können wir uns jederzeit einigen. Ich halte das auch für großen Mist. Anekdote: Sternengarde wurde Mitte der 80er in Magazinen "totgeschrieben", weswegen es auf Deutsch mangels Absatz nur unvollständig erschien. Als System hat es aber durchaus seinen Reiz gehabt.

Unterstell aber nicht per se, daß jemand keine Ahnung hat, wenn er Deine Meinung nicht teilt.

EDIT/ Ich sagte "spielen", nicht "baden"... 8]
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Falcon am 30.01.2009 | 15:50
tue ich ja auch nicht, man muss sich nur manche Posts durchlesen. z.b. behauptet Heretic man könne keine Gnome oder Barbaren spielen und es gäbe keine Elfen mehr und das es erst mit D&D4 Rollen wie Tank und Supporter gibt, dafür aber keine Fluffzauber mehr. Bullshit. Und das wird er überall erzählen.

Lorom schrieb:
Zitat
Wenn man Dich erst regeltechnisch "empowern" muß, damit Du als "Spieler in den Ablauf der Geschichte eingreifen" kannst, dann hast Du entweder ein Problem mit Deinem SL oder mit Dir. Das ist doch allenfalls als Notwehrmittel für Spieler in der Borbarad-Dingens notwendig.
Mit dem Argument schiesst du dir doch selbst ins Knie, denn wie du dich zuvor dem Argument verweigert hast, daß man die Spielmatte bei Kämpfen auch weglassen kann, kann ich jetzt behaupten es gibt in 3.5 keine Regeln, mit denen Sozialcharaktere großen Einfluss auf die Abenteuer nehmen können. Du kannst dies natürlich per Willkür und Handwedeln einfach einbauen, trotzdem ist es nicht Teil des Regelwerks.

EDIT: Schlechtschreibung
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Thalamus Grondak am 30.01.2009 | 15:51
Thalamus schrieb: Ist doch ok. Dir nehme ich auch eher ab sämtliche Auswirkungen, Mechanismen und die Bedeutung zu verstehen. Und immerhin kenne ich nur deine Posts ;) Heretic dagegen hat sich z.b. schon selbst disqualifiziert.
Aber es geht doch, mir zumindest, um die Allgemeinheit, nciht um spezielle Personen.
Vielerorts wird der Eindruck erweckt, als wäre ein verdammen neuer Editionen ausschließlich auf Irrationale Gründe zurückzuführen. Und diese Process eq. Improvment Philosophie halte ich für Grundverkehrt.

Schnecken Essen mit Exkremente baden vergleichen, da haben wir es wieder ;)
Naja, es soll ja schon deutlich klar werden worum es mir geht. Hätte ich gesagt Chinesen essen Hunde hättest du möglicherweise gesagt "Hab gestern erst einen probiert"  ;)
Die Essenz der Aussage: Man muss nciht alles ausprobieren um zu beurteilen ob man es gut findet. Dann sollte man sich aber auch ersparen mehr als "Mag ich nicht, will ich nicht ausprobieren" dazu zu schreiben, das geb ich zu.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Falcon am 30.01.2009 | 15:54
ausschliesslich irrational? Das finde ich blödsinn. Ich meine aber, daß das auch noch niemand im Thread behauptet hat.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Preacher am 30.01.2009 | 15:59
Ich hätte D&D 4.0 gern gefeiert und alles. Dann erzählt mir Furlong ausm Gate, was sich alles ändert. Ich hab gelacht, und mir D&D 4.0 nicht mehr angeschaut. Dann bin ich über ein paar Rezensionen gestolpert
[...]
meldete ich mich beim DDI an... und holte den Character Builder Beta, man will ja mal einen Charakter generieren
[...]
Tatsächlich gespielt hast Du es also noch nicht? :o
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 30.01.2009 | 16:06
kann ich jetzt behaupten es gibt in 3.5 keine Regeln, mit denen Sozialcharaktere großen Einfluss auf die Abenteuer nehmen können.

Kannst Du, ist auch meine Meinung, ich hatte eingangs schon erwähnt, daß ich, so wie ich 4 für ein verkapptes Tabletop halte, 3.X für ein verkapptes TCG ohne Karten halte. Beide Editionen sind dem Grundkonzept von AD&D untreu geworden (4 deutlich mehr als 3.X). Das war auch mein Punkt. Und beide unterscheiden sich dann noch einmal massiv voneinander in der grundsätzlichen Anlage.

Darin sehe ich halt die Ursache der teils doch massiven Ablehnung. Viele haben mit 3.X/D20 angefangen und sollen jetzt was komplett anderes machen. Das ist für die kein D&D mehr, wies für mich schon mit 3.X keins mehr war. Das sagt über die Qualität des Spieles nichts aus, sondern darüber, wie sehr es sich unterscheidet von dem was war. D&D 4 könnte (find ich zwar nicht) auch ganz toll sein, aber es ist eben kein D&D.

Da liegt doch die eigentliche Ursache für diese Ablehnung. Ich spiel ein Spiel jahrelang, weils mir gefällt, und dann wirds "runderneuert" und die Philosophie zwar nicht komplett (einigermaßen encounterorientiert war es schon immer) aber doch schon sehr stark geändert.

Ich bin doch nicht gegen das Neue. Little Fears z.B. fand ich genial. Aber hätte "D&D" draufgestanden, naja, das hätte mich irritiert.

Aside: Prinzipiell habe ich einen Eindruck, und den bei beiden Editionen: Je mehr Gimmicks ich einem Charakter verpasse, nenn sie Feat, Powers oder sonstwie, je mehr ich auf meinen Bogen schreibe, desto mehr limitiere ich ihn, denn das beschreibt doch in erster Linie, was ein Charakter nicht kann.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Das Grauen am 30.01.2009 | 16:12
Man, das schlägt ja ordentlich Wellen hier! D&D polarisiert anscheinend 8]

Ich selber habe noch nicht soviele neue Editionen mitgemacht! Die einzigen Editionen die ich spürbar miterlebt habe, waren DSA3 auf DSA4, Shadowrun 3 auf Shadowrun 4 und Star Wars D6 auf Star Wars D20!

Ich habe damals alle neuen Editionen aus dem einen Grund nicht angefangen, weil ich mit den vorherigen zufrieden war und es als nicht nötig betrachtete, auf die neue Edition aufzuspringen. Mittlerweile hat sich meine Meinung diesbezüglich etwas geändert, wobei ich bei DSA immer noch mit der 3ten Edition spiele!

Ich denke, bei der Auswahl der Edition, ziehen meist Spieler, die das System schon länger kennen, die ältere oft der neueren vor, weil sie ja sonst alles konvertieren und ihre lieb gewonnenen Helden ummodeln müssten! Passt glaube ich ein bisschen zum Thema Angst vor neuem. Meistens muss man dann ja auch neue Bücher kaufen um wieder ordentlich spielen zu können und den Aufwand sehen viele eben nicht gegeben.

Das mal kurz dazu!

PS: Wollt ihr für die D&D Diskussion nicht nen separaten Thread aufmachen  ;) Das ufert hier meiner Meinung nach etwas aus!

Das Grauen

Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Feuersänger am 30.01.2009 | 16:17
Najo, D&D4 ist halt das momentan aktuellste Editionsschisma. Der direkte Stein des Anstoßes dieses Threads ist wohl die gestern von Neith eingeläutete Suche nach einem anfängertauglichen Level/Klassen/Fantasysystem, und dass sie darin gesagt hatte, dass sie nicht D&D4 spielen will.
Vor ein paar Jahren hätte sich der gleiche Thread halt primär auf Shadowrun oder DSA fokussiert. Ist doch ganz natürlich, dass der aktuelle Fall die höchsten Wellen schlägt.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 30.01.2009 | 16:18
Ja, es ufert, aber vor dem Hintergrund, warum es so massiv abgelehnt wird, also (gerade noch) in-topic finde ich.

Persönliches Interesse. Star Wars-Spielen mit D6 und D20, wie groß ist denn da Unterschied im Spielgefühl?
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Heretic am 30.01.2009 | 16:21
Tatsächlich gespielt hast Du es also noch nicht? :o

Ich muss keine Exkremente essen, um zu wissen, dass diese scheisse schmecken!!!

Und damit hab ich recht!
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Falcon am 30.01.2009 | 16:22
@Post über mir: Q.E.D. 
:3~

D&D eigent sich wunderbar für die Diskussion :)
Wir können das auch mit GURPS3 zu 4 machen.

Das Grauen schrieb:
Zitat
ziehen meist Spieler, die das System schon länger kennen, die ältere oft der neueren vor, weil sie ja sonst alles konvertieren und ihre lieb gewonnenen Helden ummodeln müssten!
Warum sagen sie das dann nicht einfach?
Das würden sie doch, wenn es der Grund wäre.

@Lorom: mir fällts im Moment aber auch schwer sowas wie Sozialregeln in AD&D abzurufen.

Ich finde die Konzeptänderung von AD&D2 zu 3.0 Minimal. Es gibt Feats, huii, das war es aber auch schon fast.
Die restlichen Änderungen sind vom Konzept her dasselbe. Es gibt sicher noch Leute, die -10AC ganz toll und einfach finden aber daran mache ich nicht fest ob etwas D&D ist.
@Was der Charakter nicht kann: da gibts auch nette D&D4 Anekdoten. Die einen regen sich z.b. auf, daß sie Knowledge(brot backen) nicht mehr haben können, weil es nur noch Abenteuerbezognee Skills gibt, dieselben Leute beschweren sich, daß es nur noch 3 Alignments anstatt Neun gibt und die D&D4 Spieler sagen: Leute, das ist Freeform RPG, wenn die Charaktere das können sollen oder nur Neutral good sein sollen, dann spielt das einfach so. D&D4 regelt nur die wichtigsten Dinge.
Und dann kommen Leute wie Lorom, die sagen D&D4 hat zu wenig Freiraum. So viel dazu.  ;)

und klar, die größte Freiheit hat man wenn man ohne Regeln spielt, verbrennen wir die Bücher doch alle. Aber die größte Verlässlichkeit hat man numal, wenn es mehr Regeln gibt. Das kann ein freires Spiel nicht bieten.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 30.01.2009 | 16:35
Ich finde die Konzeptänderung von AD&D2 zu 3.0 Minimal. Es gibt Feats, huii, das war es aber auch schon fast.
Die restlichen Änderungen sind vom Konzept her dasselbe. Es gibt sicher noch Leute, die -10AC ganz toll und einfach finden aber daran mache ich nicht fest ob etwas D&D ist.

Das ist OT und hat mit AD&D --> auf D&D3 zu tun:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Joe Dizzy am 30.01.2009 | 16:42
Ich möchte nur kurz einwerfen, dass rationalisierte Ablehnungen nicht dasselbe sind wie rationale Ablehnungen.

Allerdings stimme ich einem der Vorredner zu (ich glaub es war Suro), dass die Gründe für eine solche Ablehnung nur zu einem kleinen Teil mit dem Spiel selbst und zu einem weit größeren Teil mit der ablehnenden Person zu tun haben.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Falcon am 30.01.2009 | 16:43
@Lorom: das hat wohl was mit dem Topic zu tun. Zu behaupten D&D4 oder D&D3.5 wäre kein D&D (als Rechtfertigung für die Ablehnung) weil es nicht so ist wie AD&D ist kindisch. Deswegen wollte ich erwähnen wie minimal die Änderungen von AD&D zu 3.5 eigentlich sind. In D&D4 findet sich auch viel D&D.

OT:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 30.01.2009 | 16:44
Ich möchte nur kurz einwerfen, dass rationalisierte Ablehnungen nicht dasselbe sind wie rationale Ablehnungen.

Allerdings stimme ich einem der Vorredner zu (ich glaub es war Suro), dass die Gründe für eine solche Ablehnung nur zu einem kleinen Teil mit dem Spiel selbst und zu einem weit größeren Teil mit der ablehnenden Person zu tun haben.

Das sagt jetzt alles und nichts. Eine Ablehnung hat immer zu 100% mit der ablehnenden Person zu tun.

Ohje, OT :)

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Joe Dizzy am 30.01.2009 | 16:51
Das sagt jetzt alles und nichts. Eine Ablehnung hat immer zu 100% mit der ablehnenden Person zu tun.

Eine Ablehnung hat vor allem etwas mit den Gründen zu tun, weshalb man etwas ablehnt.

Es gibt Gründe, die sind legitim und solche die sind es nicht und die sich allein über "das ist halt meine Meinung und ich darf meinen was ich will" rechtfertigen. Und letzteres ist halt weniger ein Grund als Zeichen für einen sehr "speziellen" Charaktertyp.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Preacher am 30.01.2009 | 16:54
Ich muss keine Exkremente essen, um zu wissen, dass diese scheisse schmecken!!!

Und damit hab ich recht!
Mein Lieblingsvergleich. Und immer wieder so unglaublich genau treffend :)

Beweisführung abgeschlossen, Euer Ehren. Keine weiteren Fragen.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 30.01.2009 | 16:55
Es gibt Gründe, die sind legitim und solche die sind es nicht und die sich allein über "das ist halt meine Meinung und ich darf meinen was ich will" rechtfertigen.

Das machts klarer. Wer entscheidet über die Legitimität von Gründen? (ED) Ich finde zum Beispiel Falcons Ansichten vollkommen legitim und glaube ihm auch, daß 4E das ist, was er will. Ich finds auch toll, wenn jemand zufrieden ist, keine Frage. Ich bezweifle nur seine Autorität, über die Gründe anderer, ein neues System abzulehnen, zu entscheiden.

Allein deswegen finde ich den Topic-Titel schon  :puke:
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Crimson King am 30.01.2009 | 16:56
Ich finde die Konzeptänderung von AD&D2 zu 3.0 Minimal. Es gibt Feats, huii, das war es aber auch schon fast.

Also ich fand die Änderungen von AD&D 2nd zu D&D 3 sehr extrem. Neben Feats kommen da vor allem noch die Prestige-Klassen, aber die Feats selber hauen da schon voll rein. Bei AD&D 2nd gab es im GRW praktisch keinen Crunch auf Charakter-Ebene, nur bei magischen Gegenständen. Das Spiel war absolut oldschoolig im Sinne von "Man kann alles. Wenn es nicht geregelt ist, denken wir uns was aus.". D&D 3 verleitet viel mehr zum Powergaming, weil man sich vor allem Gedanken um den Build gemacht hat, was den Fokus vom Charakter weggenommen hat, und es schränkt über die Feats und Skills in der Handlungsfreiheit ein.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Stummkraehe am 30.01.2009 | 16:57
Mein Lieblingsvergleich. Und immer wieder so unglaublich genau treffend :)
Das ist halt das schwere Los von Schokoladeneis. Abgelehnt, weil mit Exkrementen verwechselt ;)
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Falcon am 30.01.2009 | 17:04
@Lorom: ich hab dich schon verstanden. Aber ich sage mal: Je weniger Regeln, desto schwieriger ist es mit ihnen umzugehen. Da genügt schon ein Blick in die Mailingliste von Risus RPG.
Ich gehöre sogar zu den Leuten, die den Weg nur einmal gegangen sind:
Erst so Komplex wie es geht -->. dann immer einfacher aber effektiv.
(viele, so scheint mir, fangen simpel an, steigern sich in die Komplexität, bis sie es nicht mehr aushalten (oder eben doch und da bleiben) und gehen dann womöglich wieder zu simpel zurück).
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Merlin Emrys am 30.01.2009 | 17:07
Es gibt Gründe, die sind legitim und solche die sind es nicht und die sich allein über "das ist halt meine Meinung und ich darf meinen was ich will" rechtfertigen.
Es gibt auch den Fall, daß man sich durchaus sicher ist und damit auch völlig richtig liegt, aber nicht in Worte fassen kann, warum. Als "irrational" kann durchaus auch eine richtige Entscheidung bezeichnet werden, wenn die für die Richtigkeit der Entscheidung ausschlaggebenden Gründe nicht verbalisierbar sind. Die Gleichsetzung von "irrational" mit "illegitim" ist im Grundsatz falsch und hat idR rein pejorativen Charakter.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: 1of3 am 30.01.2009 | 17:11
Die Frage ist nur, Merlin, ob, wer seine Eindrücke nicht verbalisieren kann, das Recht hat, sich an einem verbalen Austausch über das gegebene Thema zu beteiligen.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Thalamus Grondak am 30.01.2009 | 17:17
Die Frage ist nur, Thalamus, ob, wer seine Eindrücke nicht verbalisieren kann, das Recht hat, sich an einem verbalen Austausch über das gegebene Thema zu beteiligen.
Weiß nicht ob Dich da verschrieben hast, aber ich hab folgendes dazu geschrieben:
Die Essenz der Aussage: Man muss nicht alles ausprobieren um zu beurteilen ob man es gut findet. Dann sollte man sich aber auch ersparen mehr als "Mag ich nicht, will ich nicht ausprobieren" dazu zu schreiben, das geb ich zu.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Joe Dizzy am 30.01.2009 | 17:19
Das machts klarer. Wer entscheidet über die Legitimität von Gründen?

Wer entscheidet?

Kann es sein dass du überhaupt keinen Schimmer davon hast wie ein vernunftbasierter Diskurs abläuft? Geschweige denn Konsensfindung?
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: 1of3 am 30.01.2009 | 17:20
@Thalamus: Sorry, ich meinte Merlin.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Feuersänger am 30.01.2009 | 17:21
D&D3 hat gegenüber AD&D2 _so_ viele Verbesserungen gebracht, dass ich auf Anhieb gar nicht sagen könnte, welche davon die wichtigste und beste ist. Zum Beispiel, dass mit diesem völlig bescheuerten, unintuitiven und komplizierten THAC0 aufgeräumt wurde. Oder, dass nun bei allgemeinen Proben klar ist "+ ist gut, - ist schlecht". Oder, dass Attributsmodifikatoren nach Rasse nun auch tatsächlich, immer und zuverlässig einen spieltechnischen Effekt haben. Und überhaupt, dass Attributsboni linear ansteigen, und nicht erst lange lange nix und dann auf einmal steil in die Höhe. Oder, dass ein Rogue jetzt öfter als durchschnittlich zweimal pro Kampagne backstabben kann.
Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Mir fällt nichts, aber auch wirklich gar nichts ein, wo mir AD&D besser gefallen hätte als D&D 3rd. Und die Idee mit den Feats hat mir auf Anhieb gefallen.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Merlin Emrys am 30.01.2009 | 17:22
Die Frage ist nur, Merlin, ob, wer seine Eindrücke nicht verbalisieren kann, das Recht hat, sich an einem verbalen Austausch über das gegebene Thema zu beteiligen.
Das hängt von der Situation ab. Ein generelles Verbot ist jedenfalls ohne Rechtsbruch nicht möglich.
Wenn die Frage ist: "Finde ich die neue Edition spielenswert?" resp. "Lehne ich es ab, mit ihr zu spielen?", muß man nicht sagen können, warum, um eine korrekte Aussage tätigen zu können. Erst, wenn die Frage ist: "Warum...", dann kann man argumentieren, daß "Weiß ich auch nicht" keine weiterführende Aussage ist.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 30.01.2009 | 17:28
Wer entscheidet? Kann es sein dass du überhaupt keinen Schimmer davon hast wie ein vernunftbasierter Diskurs abläuft? Geschweige denn Konsensfindung?

Dein Leseverständnis ist nicht so ausgeprägt wie Dein Ego, kann das ein?
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Joe Dizzy am 30.01.2009 | 17:34
Dein Leseverständnis ist nicht so ausgeprägt wie Dein Ego, kann das ein?

Vermutlich, aber das beeinträchtigt die anderen, nicht mich.

Aber hilf mir doch auf die Sprünge. Was an deinen komplexen, wohlformulierten und treffend artikulierten zwei Sätzen ist denn meinem Leseverständnis entgangen?
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 30.01.2009 | 17:40
Zitat
Vermutlich, aber das beeinträchtigt die anderen, nicht mich. Aber hilf mir doch auf die Sprünge. Was an deinen komplexen, wohlformulierten und treffend artikulierten zwei Sätzen ist denn meinem Leseverständnis entgangen?

Gut, jetzt ham wer uns angeschnauzt und gut ist. Um auf meine Frage zurückzukommen (Wer entscheidet, was ein legitimes Argument ist?): Sie drückte lediglich mein Unbehagen darüber aus, irgendeine Form von Argument, solange es nicht ad hominem ist, als legitim oder illegitim zu bewerten. Ich kann allenfalls die Faktenbasis, die einem Argument zugrundeliegt anzweifeln. Da m.E. nach die Ablehnung einer neuen Edition sehr viel mit Gefühl zu tun hat, ist es extrem schwer, eine solche zu eruieren.

Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Joe Dizzy am 30.01.2009 | 17:46
Sie drückte lediglich mein Unbehagen darüber aus, irgendeine Form von Argument, solange es nicht ad hominem ist, als legitim oder illegitim zu bewerten. Ich kann allenfalls die Faktenbasis, die einem Argument zugrundeliegt anzweifeln. Da m.E. nach die Ablehnung einer neuen Edition sehr viel mit Gefühl zu tun hat, ist es extrem schwer, eine solche zu eruieren.

Das Unbehagen kann ich verstehen. Allerdings denke ich, dass das etwas ist über das man sich einfach hinwegsetzen muss um irgendetwas produktives aus einem Gedankenaustausch zu ziehen.

Wenn sich in einem Gespräch niemand daran beteiligt klare inhaltliche und/oder methodische Grenzen zu ziehen, dann wabert so ein Gespräch nur vor sich hin. Ohne nutzbaren Erkenntnisgewinn oder ähnliches. Wenn man alles zulässt - und "ist halt meine Meinung" zu akzeptieren wäre halt genau das - dann ist alles was man bespricht gleichgültig und austauschbar.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Bad Horse am 30.01.2009 | 17:48
@Lorom: Darum geht es nicht. Es geht darum, weshalb manche Menschen ihre negative Meinung zu (irgendwas) quer durchs ganze Internet tröten müssen, möglichst abfällig formuliert, und damit Diskussionen zuspammen und vielleicht sogar unmöglich machen. Meistens zeichnen sich diese Leute zusätzlich dadurch aus, dass sie sich nur vage mit dem Thema auseinandergesetzt haben (also das verachtete Spiel nicht gespielt, den verachteten Film nicht gesehen, etc.).

Mich macht D&D4 nun auch nicht an. Das ist mehr Bauchgefühl als alles andere, ich hab es nie gespielt. Trotzdem kann ich mich davon zurückhalten, das System in Foren zu bashen. Andere können das nicht. Warum?

Schau dir mal die Threads zu irgendwelchen Filmen an, da gibt es auch immer Leute, die "Der wird sicher Scheiße" meinen, ohne mehr als nur den Link zum Trailer gesehen zu haben.  ;)
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Ein am 30.01.2009 | 18:00
Zitat
Andere können das nicht. Warum?
Defizite.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Crimson King am 30.01.2009 | 18:04
@Lorom: Darum geht es nicht. Es geht darum, weshalb manche Menschen ihre negative Meinung zu (irgendwas) quer durchs ganze Internet tröten müssen, möglichst abfällig formuliert, und damit Diskussionen zuspammen und vielleicht sogar unmöglich machen. Meistens zeichnen sich diese Leute zusätzlich dadurch aus, dass sie sich nur vage mit dem Thema auseinandergesetzt haben (also das verachtete Spiel nicht gespielt, den verachteten Film nicht gesehen, etc.).

Es geht nicht nur darum, wieso manche Leute so aggressiv gegen Systemänderungen wettern, sondern, warum so viele die Systemänderungen auf einer irrationalen Ebene ablehnen.

Tiefe Eingriffe in die Spielmechanik, die das Spielgefühl stark verändern, gehören ja nun eher zu den rationalen Argumenten. Problemfälle sind eher die Spieler, deren Gründe auf emotionaler Ebene zu finden sind, die aber rationale - oft durch Fakten widerlegbare - Gründe vorschieben. Mit den Fakten konfrontiert, werden sollte Leute halt öfter mal aggressiv.

Am Ende kommt dann schnell mal raus, dass die Gruppen eine sehr große Schnittmenge haben.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Kinshasa Beatboy am 30.01.2009 | 18:05
Kurzer Versuch einer Moderation und Zusammenfassung.

Mich macht D&D4 nun auch nicht an. Das ist mehr Bauchgefühl als alles andere, ich hab es nie gespielt. Trotzdem kann ich mich davon zurückhalten, das System in Foren zu bashen. Andere können das nicht. Warum?

Genau. Und die Antwort aus den diversen Posts des Threads lautet: es gibt vier Faktoren, die ein solches Verhalten auslösen:

1. Eine charakterliche Disposition: Vermutlich niedrige emotionale Stabilität, hoher externaler Locus of Control, niedriger Selbstwert, niedrige emotionale Intelligenz (insbesondere Selbstmanagement und Empathie) sowie niedrige Frustrations- und Ambiguitätstoleranz. Oder eine Mischung davon. Irgendwie so. Exemplarisch hier (http://tanelorn.net/index.php/topic,45580.msg869710.html#msg869710).

2. Neue Editionen können als Angriff auf den Selbstwert des Spielers interpretiert und entsprechend feindselig aufgenommen werden. Das erklärt die Persistenz und Penetranz. Mehr hier (http://tanelorn.net/index.php/topic,45580.msg869739.html#msg869739).

3. Einstellungsänderungen benötigen neben einer kognitiven auch eine emotionale Komponente. Die zu ändern ist kompliziert und bei Voreingenommenheit umso schwieriger. Siehe hier (http://tanelorn.net/index.php/topic,45580.msg869715.html#msg869715) und hier (http://de.wikipedia.org/wiki/Einstellung_(Psychologie)#Einstellungs.C3.A4nderung_bei_voreingenommenen_Einstellungen).

4. Internetdiskussionen neigen aufgrund der weitgehenden Abwesenheit echter sozialer Kontrollmechanismen zu schärferen Diskussionstönen. Die Hemmschwelle insbesondere für asoziales Verhalten ist stark reduziert. Hier (http://tanelorn.net/index.php/topic,45580.msg869711.html#msg869711) zuerst.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Greifenklaue am 30.01.2009 | 18:32
@Greifenklaue: nein, daß habe ich eigentlich nicht geschrieben. Du wirst vermutlich nicht abstreiten, daß man in 3.5 seine Saves (bis auf AC) selber würfelt oder das D&D4 Kämpfe leichter zu managen sind (stichwort: Stufen- und Rundenabhängige Spelleffects von 3.5). Beides hat Vor- und Nachteile aber wenn ich mich für eines entscheide, bin ich mir der Vor- und Nachteile bewusst und sehe nicht nur die tollen Sachen (das gilt auch für die starke Vereinfachung usw.). Schlussendlich macht man das auch nicht für andere, sondern in erster Linie für sich selbst.
Was sind das für Menschen, die DSA hochloben, keine Nachteile sehen, auf anderen Systemen herumhacken und vermutlich nicht mal andere Herrangehensweisen kennen? Und warum sollte die jemand in Schutz nehmen?

bei D&D gehts schon bei ganz simplen Sachen los: Wer den Einsatz von Powers nicht versteht, dem ist Player Empowerment vermutlich ein Fremdwort. Auf der Grundlage kann man das Konzept natürlich nicht bewerten.

Encounterdization und Taktikentwertung sind schon wieder zwei unbegründete Annahmen und verdrehung von Tatsachen. Die Kämpfe sind allein durch die höhere Beweglichkeit der Figuren sehr Taktisch.
Wenn Du neben Vor- auch Nachteile siehst, bin ich ja schonmal beruhigt.

Mir geht es darum, dass unterschiedliche Gesichtspunkte von verschiedenen Leuten unterschiedlich bewertet werden.

Die Verwaltung bei DnD 4.0 ist einfacher / mag einfacher sein (ich habe in DnD 4.0 nur die niedrigen Stufen bespielt, also die wo es klassischerweise eine untergeordnete Rolle spielt) - das denke ich durchaus - nur war bei uns die Verwaltung nie ein Problem.

Encounterization bezeichnet das Auslegen auf mundgerechte Encounter, was zumindest in den offiziellen Abenteuern so propagiert wird. Früher bekam man noch seinen Zombieoger auf Stufe 1 und wußte, "Jetzt ist besser zu Laufen.". Und auch hier: Man darf beides gut finden  :D

Taktikentwertung: Entwertung ist übertrieben, zumindest hatte ich wie auch der Rest der Proberunde das Gefühl eingeschränkter taktischer Möglichkeiten - beschränkt auf den idealen Einsatz von Dailypowers und der sehr ähnliche at wills, bei denen für die Situationen der Proberunde keine  oder geringe taktische Unterschiede sich herausstellten, worüber sich alle einig waren, die langjährigen DnD 3.5'er, auch die DnD 4.0-Heißen. Insofern empfinde ich DnbD 3.5 taktischer als 4.0 auf den unteren Stufen. Viel Interaktion auf dem Spielbrett (ja, die gab es) heißt ja nicht unbedingt viel Taktik. Anderen gefällt ja auch das Buffing bei 3.5 nicht,kurzum, soll jeder selbst entscheiden. Nur dieses per se besser als Fakt stimmt nicht, es ist eben eine Meinung - die für Dich ja auch absolut gelten mag, aber eben aus Deinen Bedürfnissen entsteht!

Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Purzel am 30.01.2009 | 18:41
Kurzer Versuch einer Moderation und Zusammenfassung.

Ausgezeichnete Arbeit, vielen Dank.

Ich stellte mir gerade die Frage, ob und wie man die Ablehnung einer neuen Edition vermeiden, und den betroffenen Leuten oder der Diskussion darüber helfen kann.

2. Neue Editionen können als Angriff auf den Selbstwert des Spielers interpretiert und entsprechend feindselig aufgenommen werden. Das erklärt die Persistenz und Penetranz. [...]

3. Einstellungsänderungen benötigen neben einer kognitiven auch eine emotionale Komponente. Die zu ändern ist kompliziert und bei Voreingenommenheit umso schwieriger.

Vielleicht bekommt man sowas mit einem ordentlichen Coaching hin. Aber ich habe bisher noch nicht gesehen, daß ein Verlag sich grosse Mühe macht möglichst viele der alten Spieler ins neue Boot zu holen ...

Daher noch eine weitere These zum Topic: Ich denke eine fehlende oder unzureichende Betreuung durch den Verleger (oder durch die neuen Fans) der neuen Edition ist mit ein Grund für die starke Ablehnung. Statt nur eine reine PR-Aktion nach der anderen zu veranstalten, die toll aussehen (neue Homepages, Promo-Spiele, Interviews, ...), hätte man sich darauf besinnen sollen, die Spieler ordentlich aufzuklären, oder im gegenseitigen Dialog nach ihrer Meinung und ihren Wünschen zu befragen, um Reibepunkte frühzeitig zu erkennen.

Ich meine, Ärger bei grossen Editionssprüngen ist doch für den Herausgeber des Spiels zu 100% vorher absehbar. Es ist eine Erfahrung, die man im Rollenspielmarkt dauernd macht. Daher ist es fahrlässig, wenn man zu wenig oder das Falsche für die Fangemeinde tut.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Blizzard am 30.01.2009 | 19:00
PS: Wollt ihr für die D&D Diskussion nicht nen separaten Thread aufmachen  ;) Das ufert hier meiner Meinung nach etwas aus!
Ganz meine Meinung! Und die DSA-Diskussion bitte gleich mit in einem xtra Thread behandeln.

Ich finde es vom Start weg zu einfach, jedem Wechselverweigerer "irrationale Ablehnung" zu unterstellen. Man muss nicht jeden Scheiss mitmachen, den ein anderer vorgibt. Normalerweise schaut man sich ein neues Angebot an, und wenn es einem gefällt, übernimmt man es, und wenn nicht, lässt man stecken.
Ein wundervolles Schlusswort. :d
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Kinshasa Beatboy am 30.01.2009 | 19:08
Ich stellte mir gerade die Frage, ob und wie man die Ablehnung einer neuen Edition vermeiden, und den betroffenen Leuten oder der Diskussion darüber helfen kann.

Vielleicht bekommt man sowas mit einem ordentlichen Coaching hin. Aber ich habe bisher noch nicht gesehen, daß ein Verlag sich grosse Mühe macht möglichst viele der alten Spieler ins neue Boot zu holen ...

Daher noch eine weitere These zum Topic: Ich denke eine fehlende oder unzureichende Betreuung durch den Verleger (oder durch die neuen Fans) der neuen Edition ist mit ein Grund für die starke Ablehnung. Statt nur eine reine PR-Aktion nach der anderen zu veranstalten, die toll aussehen (neue Homepages, Promo-Spiele, Interviews, ...), hätte man sich darauf besinnen sollen, die Spieler ordentlich aufzuklären, oder im gegenseitigen Dialog nach ihrer Meinung und ihren Wünschen zu befragen, um Reibepunkte frühzeitig zu erkennen.

Ich meine, Ärger bei grossen Editionssprüngen ist doch für den Herausgeber des Spiels zu 100% vorher absehbar. Es ist eine Erfahrung, die man im Rollenspielmarkt dauernd macht. Daher ist es fahrlässig, wenn man zu wenig oder das Falsche für die Fangemeinde tut.

Gute Idee. Wäre tatsächlich mal spannend zu überlegen, wie man mit der Erwartungshaltung der Fans schlau umgeht. Als nächstes wird in ein paar Jahren vermutlich DSA mit der fünften Edition dran sein. Wenn die sich an ein paar der offenkundigen Unsinnigkeiten herantrauen würden und wollen (der Kontinent ist nun mal zu klein, 3W20 unsinnig etc.), wäre eine schlaue Kommunikationsstrategie ratsam.

Anderes Beispiel: Wenn mir damals beim Sprung von der oWoD zur nWoD klarer gewesen wäre, dass die quasi einen kompletten Reboot vornehmen, wäre ich mit Sicherheit weniger angepisst gewesen. So aber war für ein paar Jahre Hopfen und Malz verloren.

Durch die neuerdings leichter verfügbaren Kommunikationswege z.B. über Foren bahnen sich Negativmeinungen schneller Bahn. Prozesse wie Group Think und Konformitätsdruck tun dann ihr übriges. Ich bin absolut überzeugt, dass die nWoD in Deutschland auch deshalb ein Reinfall war, weil die Kommunikationspolitik von White Wolf und F&S so schwach war und sich zudem in den Foren ein wahnsinniger, selbstverstärkender Negativismus Bahn brach.

Das ist ein klasse Thema für einen neuen Thread. Machst Du auf?
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Purzel am 30.01.2009 | 19:24
Bitte: Coaching neuer RPG-Editionen (http://tanelorn.net/index.php/topic,45633.0.html)
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Heretic am 30.01.2009 | 20:22
Mein Lieblingsvergleich. Und immer wieder so unglaublich genau treffend :)

Beweisführung abgeschlossen, Euer Ehren. Keine weiteren Fragen.

Ja was denn?

Angenommen du isst gern Steaks.
Und du gehst eines Tages wieder ein Steak essen.
Und dann merkst du, dass dein Steak irgendwie... SELTSAM schmeckt.
Und dann merkst du, dass es ein Seitanlappen ist, und gehst dich beschweren. Und dann sagt man dir, dass es irrational ist, sich über das Seitan"steak" zu beschweren, weil das jetzt eben das neue "Steak" sei, und du das alte nicht mehr bekommst.

Und jetzt?
 
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Purzel am 30.01.2009 | 20:25
Und dann merkst du, dass es ein Seitanlappen ist, und gehst dich beschweren. Und dann sagt man dir, dass es irrational ist, sich über das Seitan"steak" zu beschweren, weil das jetzt eben das neue "Steak" sei, und du das alte nicht mehr bekommst.

Und jetzt?

Nicht meckern, anderes Steakhouse suchen oder selbst kochen. Ganz prakmatisch eigentlich.

EDIT: Irrational wäre es nun, das Steakhouse mit Farbbeuteln zu bewerfen, jedem Steak-Esser der Stadt zu erzählen, wie scheisse der Laden ist, Leserbriefe an die lokale Presse zu schreiben, Handzettel an Passanten in der Innenstadt zu verteilen ... you get the idea ...

Aufs Rollenspiel wieder zurückübertragen: darum kommen mir persönlich Editionshasser etwas verschroben vor.

Menno, jetzt habe ich Hunger und der Metzger hat zu! Sei verflucht!  :gasmaskerly:
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Heretic am 30.01.2009 | 20:28
Defizite.
Oder enttäuschte Erwartungshaltungen, die sich zu Verbitterung ob ignorant bornierter Spiele"designer" gegenüber auswächst.


@Purzel: Klar, trotzdem darf ich vor dem besagten Steakhaus stehen und dagegen demonstrieren. Das nennt man Meinungsfreiheit.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Thalamus Grondak am 30.01.2009 | 20:33
Nicht meckern, anderes Steakhouse suchen oder selbst kochen. Ganz prakmatisch eigentlich.
Das Problem ist, das das Steakhouse die rechte am Steak hat, und jedem anderen Steakhouse in der Stadt verbietet Steaks anzubieten.
Ab dann bekommst du dein Steak nur noch in stinkigen Kellern und unter zweifelhaften Hygenischen Bedingungen.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Purzel am 30.01.2009 | 20:35
Das Problem ist, das das Steakhouse die rechte am Steak hat, und jedem anderen Steakhouse in der Stadt verbietet Steaks anzubieten.
Ab dann bekommst du dein Steak nur noch in stinkigen Kellern und unter zweifelhaften Hygenischen Bedingungen.

Schlechter Vergleich. Dann esse ich eben Pizza. Oder Dönar. Booah, oder mal wieder Sushi!!! Immer nur Steak wird doch langweilig.

EDIT: Und kein Steakhouse oder noch so scharfkantig zugeschliffener Kochlöffel der Welt kann verhindern, daß ich mir zuhause immer noch selbst meine Steaks so mache, wie ich sie will.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Suro am 30.01.2009 | 20:39
Mal ganz abgesehen davon das die Metapher sowieso völlig Banane ist. Rollenspielregelwerke sind keine Vebrrauchsgüter, und explodieren nicht, wenn jemand neue anbietet.
Und es beschwert sich ja auch niemand über Leute, die mit Transparenten vor dem Wizards-Steakhouse stehen, sondern über die, die Leute die das neue Steak ganz gerne mögen dumm anmachen, als wäre die Welt untergegangen.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Purzel am 30.01.2009 | 20:40
@Purzel: Klar, trotzdem darf ich vor dem besagten Steakhaus stehen und dagegen demonstrieren. Das nennt man Meinungsfreiheit.

Das Recht hat man schon. Nur, ich denke, wenn man es übertreibt, dann verschwendet man eine Menge Energie und Zeit, die man in etwas Neues hätte stecken können.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Kinshasa Beatboy am 30.01.2009 | 20:41
@Purzel: Klar, trotzdem darf ich vor dem besagten Steakhaus stehen und dagegen demonstrieren. Das nennt man Meinungsfreiheit.

Dagegen sagt auch niemand was. Schau Dir Feuersänger an und lies Dir seine harte, begründete Kritik an 4E durch. Geht in Ordnung. Dahingegen weisen beispielsweise Deine Aussagen tonal aber einfach eine vollkommen andere Qualität auf und wirken insofern offenbar nicht nur auf mich in hohem Maße irrational. Und dieser Thread geht der Frage nach, weshalb es systemunabhängig bei Editionswechseln so viele Heretics gibt.

EDIT: Suro war schneller.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Preacher am 30.01.2009 | 20:58
Und jetzt?
Nichts. Du hast vollkommen recht.

Ich weiß auch gar nicht, warum Du ständig versuchst, Dich mir gegenüber zu rechtfertigen. Ich hab doch gesagt, daß dein Vergleich völlig treffend ist.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Heretic am 30.01.2009 | 21:06
Dagegen sagt auch niemand was. Schau Dir Feuersänger an und lies Dir seine harte, begründete Kritik an 4E durch. Geht in Ordnung. Dahingegen weisen beispielsweise Deine Aussagen tonal aber einfach eine vollkommen andere Qualität auf und wirken insofern offenbar nicht nur auf mich in hohem Maße irrational. Und dieser Thread geht der Frage nach, weshalb es systemunabhängig bei Editionswechseln so viele Heretics gibt.

EDIT: Suro war schneller.
Die "tonale Qualität" hat aber niemand zu interessieren, so einfach siehts aus.
Und ob das "irrational" WIRKT ist mir ehrlich gesagt auch völlig humpe, ganz ehrlich. Ich hab was dagegen, dass Leute diesen Dreck spielen, und mir damit auf Cons den "Turf" streitig machen.
Und darum wetter ich auch gegen D&D 4.0.

Für mich hat D&D 4.0 kein einziges gutes Element an sich, kein einziges. Ich hab 4(!)mal versucht, mich damit anzufreunden, aber es geht nicht, es ist die Antithesis zum Rollenspiel, es ist die Nemesis guten Geschmacks.
 
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Sarakin am 30.01.2009 | 21:14
Wenn dich gar nicht interessiert, was andere zu deiner Meinung sagen, warum dann äußern?
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Heretic am 30.01.2009 | 21:14
Die "tonale Qualität" hat aber niemand zu interessieren, so einfach siehts aus.
Und ob das "irrational" WIRKT ist mir ehrlich gesagt auch völlig humpe, ganz ehrlich. Ich hab was dagegen, dass Leute diesen Dreck spielen, und mir damit auf Cons den "Turf" streitig machen.
Und darum wetter ich auch gegen D&D 4.0.

Für mich hat D&D 4.0 kein einziges gutes Element an sich, kein einziges. Ich hab 4(!)mal versucht, mich damit anzufreunden, aber es geht nicht, es ist die Antithesis zum Rollenspiel, es ist die Nemesis guten Geschmacks.
 

@Minne: Wer bist du, dass du es wagst, mir den Mund verbieten zu wollen?

@Sarakin: Damit die Gruppe der D&D-4.0-Spieler  sich langsam durch Mobbing ausdünnt, und ich diese "Rollenspieler" nicht mehr auf Cons ertragen muss. Darum.

@Preacher: Ok, dann "Sorry!" an dich. Ich frag mich nur langsam, ob Settembrini nicht wirklich recht hat... in Bezug auf WotC und die D&D 4.0 Fanboys.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Sarakin am 30.01.2009 | 21:17
Und du meinst, wenn dich jeder ob deiner doch sehr, sagen wir mal eloquenten, Tonwahl ignoriert, erreichst du das Ziel? Ich wage das mal ganz frech zu bezweifeln.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Heretic am 30.01.2009 | 21:19
Oh well, nur hier im Forum vielleicht, und auch nur in Bezug auf D&D 4.0.
 
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Purzel am 30.01.2009 | 21:22
@Minne: Wer bist du, dass du es wagst, mir den Mund verbieten zu wollen?

Wer ist Minne und wo hat er/sie/es was geschrieben?
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Minne am 30.01.2009 | 21:24
Zitat
@Minne: Wer bist du, dass du es wagst, mir den Mund verbieten zu wollen?
Niemand, vergiss es einfach. Wo gab es hier nochmal das Ignore-Tool?
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Heretic am 30.01.2009 | 21:29
Oh, wow, Ninja-Edit. Großes Damentennis, Minne!
@Purzel: Ach, Minne hatte einen netten Kommentar hinterlassen, von wegen ich solle doch meine Klappe halten. Den hat er dann wohl gelöscht, bevor ich ihn gemeldet hätte...
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Gaukelmeister am 30.01.2009 | 21:30
Was ist ein Ninja-Edit?

EDIT: Ah, nachträglich ist die Erklärung noch hinzugekommen.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Purzel am 30.01.2009 | 21:31
*seufz* Heretic: es reicht jetzt.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Heretic am 30.01.2009 | 21:32
Ok, weil du mich drum bittest und NICHT ausfallend wurdest.

Was einigen Leuten, die nicht "Heretic" heissen, ja wohl leider schwerzufallen scheint.

Wie auch immer.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: D. M_Athair am 30.01.2009 | 21:56
... und was mache ich jetzt mit meinem Karussell-Ticket! (http://tavern.unblack.com/images/smiles/icon_evil.gif)
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Foul Ole Ron am 30.01.2009 | 22:04
... und was mache ich jetzt mit meinem Karussell-Ticket! (http://tavern.unblack.com/images/smiles/icon_evil.gif)

Die nächste Kirmes kommt bestimmt... ;D
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Funktionalist am 31.01.2009 | 01:31
...im nächsten Thread.

kann man bestimmte user abonnieren? das ist vie l unterhaltsamer, als die die Threads!

ich finde, das Thema ist tot... im Großen und Ganzen trifft Falcon hier so meinen Standpunkt (mit einigen Punkten, die an Thalamos (hoofe ich habs richtig geschrieben) gehen).

dann mal:
frühliches Köpfe dreschen!
Alex
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Falcon am 31.01.2009 | 02:08
ich wette Heretic traut sich das gar nicht auf Cons durchzuziehen.

DK schrieb:
Zitat
kann man bestimmte user abonnieren? das ist vie l unterhaltsamer, als die die Threads!
geile Idee! Dem schliesse ich mich an :)


naja, eines hänge ich noch dran, weil ich mich immer drüber wundere.
@Greifenklaue:
zur Taktik, was in 3.5 (oder 3.0 oder AD&D) oft als der große Taktikvorteil gegenübe 4.0 angepriesen wird erlebte ich häufig nur als standardisierte Rituale (selbst die Magier benutzen im Grunde auch immer nur dieselben guten Zauber) ohne Variation. Und ich kann nicht verstehen, wie jemand davon reden kann, daß es in 3.5 viele taktische Möglichkeiten gibt, wenn man mal einen SingleClass Fighter gespielt hat. Etwas öderes ist mir seit langem nicht untergekommen.
In 4.0 macht der Fighter mal richtig Spass (und hat viele Taktische Optionen).
Wenn es nicht um die Taktik auf dem Spielbrett geht: Dann gehts halt um die Inhalte oder die Spielweise, aber das kann ja sowohl in 3.5 als auch 4.0 untaktisch sein.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Heretic am 31.01.2009 | 02:34
ich wette Heretic traut sich das gar nicht auf Cons durchzuziehen.

"Ich wette Heretic traut sich nicht, 4,5 L Kaffee schwarz in einer Stunde zu trinken!"

...

 :gasmaskerly:

p.s.: Die Frage wäre dann, WAS traue ich mich nicht, auf einem Con durchzuziehen?
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Feuersänger am 31.01.2009 | 04:56
zur Taktik, was in 3.5 (oder 3.0 oder AD&D) oft als der große Taktikvorteil gegenübe 4.0 angepriesen wird erlebte ich häufig nur als standardisierte Rituale (selbst die Magier benutzen im Grunde auch immer nur dieselben guten Zauber) ohne Variation.

Das ist in der Tat einer der Vorwürfe, die sich 3.X gefallen lassen muss. Es geht da eigentlich weniger um Taktik, als um Strategie. Oder wie es hier am Board mal jemand ausdrückte: die taktischen Planungen finden zwischen den Sitzungen statt. Man bastelt sich halt einen Build, der eine bestimmte Kampfsequenz durchziehen kann, und dann macht man das.
Mal abgesehen von systemunabhängigen Taktiken, z.B. Aufstellung in Engstellen, wenn man in der Unterzahl ist, und Entfaltung im Raum, wenn man in der Überzahl ist, und solchen Sachen. Das kann jeder, hat nix mit dem Build zu tun, und kann einen höllischen Unterschied ausmachen.

Dass 4E es schafft, die Taktik direkt ins Spielgeschehen einzubringen, dann ist das löblich und begrüßenswert, aber müsste sich doch auch ohne all die anderen, radikalen Verschlimmbesserungen realisieren lassen. Das ist ja glaub ich auch etwas, was sich Pathfinder aufs Panier geschrieben hat (wenn auch vielleicht nicht so prioritär).

Und zum Thema Single-Class Fighter hatten wir letztes Jahr ma ne Umfrage, wird wirklich weithin als witzlos erachtet. ^^
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Preacher am 31.01.2009 | 08:26
Die "tonale Qualität" hat aber niemand zu interessieren, so einfach siehts aus.
Dafür, daß die tonale Qualität niemanden zu interessieren hast, bist Du aber auch ziemlich schnell auf 180, wenn Dir der Ton von jemand anderem nicht passt. Aber wahrscheinlich gilt das nur für deine tonale Qualität, was?

Ok, weil du mich drum bittest und NICHT ausfallend wurdest.

Was einigen Leuten, die nicht "Heretic" heissen, ja wohl leider schwerzufallen scheint.
...und einem, der Heretic heißt noch viel schwerer. ::)
Ich meine - kriegst Du alles mit, was Du anderen gegenüber so vom Stapel lässt, oder schaltest Du nur ab und an mal kurz zu? Findest Du allen Ernstes, daß Du nicht ausfallend wirst?
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: tartex am 31.01.2009 | 10:17
und du willst doch nicht wegdisktutieren, daß eine Regel wie "Würfele, dann warte drei Wochen OT und schaue auf den Würfel" einen langsameren Spielfluss nach sich zieht als "Würfele und guck auf das Ergebnis"? Wobei, in diesem Forum ist alles möglich.

Aber langsamer ist in diesem Fall eindeutig auch besser, denn wenn man 3 Wochen Zeit zum Nachdenken hat, wird das Spiel viel tiefsinniger, als in euren neumodischen, turbokapitalistischen Fast-Food-Spielen.
Und abgesehen davon, versuchen die Spieler dann die Probleme ihrer Charakter kreativer zu lösen als durch stumpfsinniges Würfeln. ;-)
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Thalamus Grondak am 31.01.2009 | 11:34
zur Taktik, was in 3.5 (oder 3.0 oder AD&D) oft als der große Taktikvorteil gegenübe 4.0 angepriesen wird erlebte ich häufig nur als standardisierte Rituale (selbst die Magier benutzen im Grunde auch immer nur dieselben guten Zauber) ohne Variation.
Das ist der Vorteil den ich bei 3.x sehe. Man kann Tabletopmäßig von Encounter zu Encounter springen, man kann aber auch Abwechslungsreich und Storyorientiert spielen. Wenn das Abenteuer entsprechend aufgebaut ist, wird der Magier eben nicht die immer gleichen Zauber benutzen.
Bei D&D 3.x gab es ein paar Nachteile wenn man Encounterorientiert spielen wollte, und es gab ein paar Nachteile wenn man Storyorientiert spielen wollte. D&D war immer Ideal um verschiedene Spielweisen unter einen Hut zu bekommen. Wir hatten immer Spieler in unseren Gruppen, die erst aufgewacht sind, wenns zum Kampf kam, und Spieler die beim Kampf immer nur "draufgehauen" haben. Im großen und ganzen hat es aber für beide Seiten Spaß geliefert. D&D4 setzt den Fokus viel deutlicher, und hat damit eben auch seine Stellung als das Rollenspiel eingebüsst, weil viele Rollenspieler, selbst mit Anstrengungen keinen Spaß mehr aus dem System ziehen können.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Falcon am 31.01.2009 | 11:43
@Thalamus: Der Magier hat ja schon gar nicht die Option großartig zu variieren, egal was das Abenteuer bietet, weil seine Auswahl ehr mickrig ausfällt (ist bei D&D4 natürlich noch krasse). Ich finde die Zauber SEHR überschaubar (aber ich bin auch DSA4 und GURPS4 gewöhnt)

ich kenne es, wenn die Hälfter der Runde pennt, weil sie nix machen kann, typisches DSA/3.5/GURPS Phänomen. Warten hat mir noch nie Spass gemacht.

@tartex: verdammt, das stimmt. So hab ich das noch nicht gesehen. Es hört sich alles so richtig an, was du sagst :D

wenn der 3.5SL von 25 Monstern seperat festhalten muss wieviele Runden welcher Zauber auf welchem Casterlevel auf ihnen gesprochen wurde, dann trainiert er nicht nur gleichzeitig sein Multitasking vermögen, die Spieler haben auch noch Zeit über ihre trostlose Existenz als RPG Nerds nachzudenken. Ich verstehe die Versäumnisse von D&D4 den Spielern einfach die Zeit wegzunehmen langsam

@Feuersänger:
verstehe, sowas änhliches habe ich mir ja schon gedacht. Wenn die 3.5er von Taktik reden meinen sie eigentlich Strategie.
Es ist in der Tat so, daß man bei D&D4 sehr kurzfristig plant aber das war von den Autoren ja auch beabsichtigt. Gleichzeitig sollte der Verwaltungsaufwand reduziert werden, was ihnen auch formidabel gelungen ist (allerdings löst SavageWorlds beide Aspekte nochmal wesentlich besser, aber das nur am Rande).
Meine D&D Chars im Vorfeld bis lvl20durchzuplanen (mit 3-4 Zusatzbüchern in der Hand) fand ich unglaublich lästig. Die Standardmanöver, die man durchgezogen hat, wirkten auf mich wesentlich stärker wie ein MMO Kampf als D&D4 in dem die Figuren SEHR beweglich sind, wodurch sich die Kampfsituationen ständig verändern, oder besser, es erinnert mich an die FinalFantasy Kämpfe, alle stehen still voreinander und hauen ihre immer gleichen Aktionen raus -> wie öde.
Und die Anzahl der Zauber eines AD&D,3.5 Zauberers finde ich bis heute vollkommen lächerlich (Feuerball raus - oh, können wir mal übernachten gehen). Ich finde es immer wieder putzig wie 3.5 Spieler (oder AD&D, ich mache da wenig Unterschiede) behaupten, diese Regeln würde eine nachvollziehbare Welt und kein Computerspiel nachbilden.

ich weiss jetzt nicht ob man das alles in diesen Thread posten soll
http://tanelorn.net/index.php/topic,45641.0.html
 
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Thalamus Grondak am 31.01.2009 | 13:16
Und die Anzahl der Zauber eines AD&D,3.5 Zauberers finde ich bis heute vollkommen lächerlich (Feuerball raus - oh, können wir mal übernachten gehen).
Ein Magier der nen Feuerball sprechen kann, hat noch einige 2., 1. und 0. Grad Zauber zur Verfügung.
In der Stufe sollte er auch einige Schriftrollen und vieleicht den ein oder anderen Stab zur Verfügung haben.
Dieses Argument/Vorurteil ist schlicht Falsch.
Der Magier hat nicht viele Zauber zur Memorierung zur Verfügung, das ist korrekt, aber die Anzahl an möglichen verschiedenen Zaubern ist durchaus gegeben.
Je nachdem wie man gerne spielt, kann man in D&D3 dem Magier entsprechende "Magierwaffen" wie Stecken, Stäbe und Schriftrollen zur Verfügung stellen um das Magielevel an seinen Spielstil anzupassen. Bei D&D4 ist das anders, da man da nach unten hin (Lower-Magic) stark begrenzt ist.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Falcon am 31.01.2009 | 13:23
huuh, noch "einige" (zu 60% wirkungslose) Grad 0-2 Zauber. Mir wird schwindelig.
Schriftrollen oder Stäbe verlängern meines Wissens nicht die Zauberliste. Ich hab jedenfalls noch nie einen Zauber auf einer Schriftrolle gesehen, der nicht im Buch stand.

man muss sich nur mal die Offensivzaube angucken, dann sieht man, daß man über 10 (grob geschätzt) regelmäßig genutzte kaum hinweg kommt. Was prinzipiell nicht wenig ist, wenn es nicht immer DIESELBEN 10 wären.

bei gegnerischen Magiern sind mir auch noch keine Überraschungen begegnet.

dazu kommt ja die enge Begrenzung der Zauber (was insgesamt wohl wesentlich schwerer wiegt). Ein einziger GURPSzauber (wie ShapeEarth z.b.) kann schon die Funktion von einem dutzend D&D Zaubern abdecken.

Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Greifenklaue am 31.01.2009 | 13:25
@Greifenklaue:
zur Taktik, was in 3.5 (oder 3.0 oder AD&D) oft als der große Taktikvorteil gegenübe 4.0 angepriesen wird erlebte ich häufig nur als standardisierte Rituale (selbst die Magier benutzen im Grunde auch immer nur dieselben guten Zauber) ohne Variation. Und ich kann nicht verstehen, wie jemand davon reden kann, daß es in 3.5 viele taktische Möglichkeiten gibt, wenn man mal einen SingleClass Fighter gespielt hat. Etwas öderes ist mir seit langem nicht untergekommen.
In 4.0 macht der Fighter mal richtig Spass (und hat viele Taktische Optionen).
Wenn es nicht um die Taktik auf dem Spielbrett geht: Dann gehts halt um die Inhalte oder die Spielweise, aber das kann ja sowohl in 3.5 als auch 4.0 untaktisch sein.
Ich spiele insgesamt in drei DnD 3.5 (bzw. Pathfinderrunden)-Runden (und einer DnD classic) und zwar mit Leuten, die jeweils einem anderen Personenkreis entspringen, und eigentlich muss ich sagen, dass sich genau dieses Problem nicht bei uns ein stellt. Klar gibt es Leute die stumpf Magisches Geschoß + Feuerball lernen (, wenn es ihnen Spaß macht), aber meist gibt es einige kreative Magieeinsätze am Abend. Ich selbst bin auch immer bestrebt, möglichst viele Zauber auszuspielen.

Durchplanen des Charakters bin in Stufe 20 gibt es hingegen nicht, sicherlich für die nächsten Stufen mal (, ich schreib mir sicher auch auf, wenn ich gerade ein Talent sehe, was mir gefällt).

Die Art der Taktik bei 4.0, wie sie der Warlord präsentiert, hat natürlich viel Meta-Gaming-Elemente. Das kann man mögen, muss man aber nicht. Um mehr geht es mir hier nicht.

Ansonsten könnte man auch einen Thread aufmachen "Irrationales Hochloben neuer Editionen" - naja, würde bestimmt auch ein tolles Karussell werden...

@Zauber: Das ist doczh eine DETAILDISKUSSION, klar DARF man sagen die 4.0-Lösung gefällt mir besser. Aber 4.0 IST NICHT BESSER, weil es da mehr Zauber, TP und dringellingdings gibt, sondern dies ist eine Meinung, die man teilen oder gegen die man eben sein kann.  ;)
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Falcon am 31.01.2009 | 13:32
oh es gibt genug Mist in D&D4. Aber der ist den Kritikern offensichtlich nicht wirksam genug:
Milestones sind fürs Abenteuer schwer verständlich zu machen.
Das SkillChallangesystem ist kaputt
Magic Items nach Spielerbestellung

Ich sehe da keine Wildbahn für Kreativität in der 3.5 Magie. Man muss sich memorieren, daß heisst man muss schon vorher wissen/ahnen was kommt (situationsbezogene Kreatitivät?), und die Zauber sind in der Anwendung so eng begrenzt, daß man kaum Kreativ damit umgehen kann:
"Da kommt ein Goblin um die Ecke"
"OH, moment, ich caste 'öffne Loch im Boden unter Goblin, der um die Ecke kommt', den ich extra memoriert habe, weil wir ins Grab der gammeligen, grießgrämigen Goblioniden eingedrungen sind".
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Greifenklaue am 31.01.2009 | 13:48
Ich sehe da keine Wildbahn für Kreativität in der 3.5 Magie. Man muss sich memorieren, daß heisst man muss schon vorher wissen/ahnen was kommt (situationsbezogene Kreatitivät?), und die Zauber sind in der Anwendung so eng begrenzt, daß man kaum Kreativ damit umgehen kann:
"Da kommt ein Goblin um die Ecke"
"OH, moment, ich caste 'öffne Loch im Boden unter Goblin, der um die Ecke kommt', den ich extra memoriert habe, weil wir ins Grab der gammeligen, grießgrämigen Goblioniden eingedrungen sind".
Magierhand ist ein großartiger Manipulationszauber, der Schiebezauber (war es Gleiten? Bin zu faul auf meinen Bogen zu Schauen) sorgt auch für Ungeahntes. Eben Zauber die die Umwelt manipulieren und nicht xW6 Schaden + Rappeldipuhh machen. Hab ich beim 4.0 Magier beim ersten Level nicht auf den Bogen gehabt, nur verschieden effektive Flächen- und Punktzauber...

Ansonsten drückt es Scorp nebenan  (http://tanelorn.net/index.php/topic,45641.msg870651.html#msg870651) wunderbar aus ;) - DARUM geht es schließlich! Detailkritik ist ja rational. Und auch wenn Du dieses einzelne Detail besser findest, gibt es doch andere, die die alte Lösung - oder noch besser: die Fortentwicklung, der alten Lösung, die auf dem selben PFAD wandeln, besser finden.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Falcon am 31.01.2009 | 14:00
ich sagte ja schon, in D&D4 ist es noch krasser. Ich finde beides Scheisse, so einfach ist das ;)

und da zeigt sich auch wieder die Fortentwicklung von D&D4
D&D3.5 Wenig Zauber mit eng begrenzter Anwedung zu bestimmten Zwecken
D&D4 NOCH weniger Zauber mit eng begrenzter Anwedung zu bestimmten Zwecken
(wobei Rituale ein mächtiges Werkzeug sind)

aber in D&D4 haben sie wenigsten die Cantrips zu at-Will Zaubern gemacht (wie Mage Hand eben), *danke danke Danke DANKE! Wotc*  :pray:

Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Medizinmann am 31.01.2009 | 14:02
langsam Glaube Ich ,das Falcon genauso falsch auf D&D3.x Rumbasht wie das Heretic in seinem Post auf der ersten Seite mit SR4 macht  >:(

BtT (alle Systeme ,die Ich jetzt erwähne hab Ich gespielt.Ist also keine rein theoretische Einschätzung,sondern Spielerfahrung !)
Ich bin von AD&D1 zu 2 zu D&D3.x zu D&D4 gewechselt .Ich halte D&D3.5 für die spielbarste (jedenfalls für mich)Version.Die Regeln von AD&D waren immer ein Rauf & Runter(Feuersänger hat das glaube Ich,schon geschrieben) die Regeln von D&D3.x waren (für Mich) einfacher.Bei D&D4 hab Ich das Problem Spielmechaniken nicht mehr auf die Spielweltlogik übertragen zu können.Ich habe den Eindruck
D&D 4 ist nur noch eine Aneinanderreihung von Encountern und das ganze System konzentriert sich nur noch darauf. Ich bin Action-Rollenspieler und mag Taktik und Strategie,aber D&D 4 ist mir zu stumpf nur noch darauf ausgerichtet.Der Rollenspielfördernde Aspekt fehlt mir.Ich hab Ihn in der Runde ,in der ich es spielte nicht entdecken können.
DSA von 2 auf 3 auf 4
Ich finde zwar DSA 4 als die interessanteste Variante,bin aber kein großer Fan von DSA(war früher als Ulli K.noch lebte,sogar richtig dagegen,das hat sich aber etwas gelegt) DSA 4 hat seine besten Teile von anderen Systemen geklaut und ist damit (etwas ) interessanter als die anderen Versionen
GURPs von 3 auf 4
Da hab Ich keine grossen Unterschiede feststellen können.Ich werde nur deshalb weiterhin GURPS 3 spielen,weil Ich unheimlich viel Material davon habe und nicht einsehe mich da neu einzudecken(zumal ich immer weniger Gelegenheit bekomme GURPS zu spielen)
SR von 2 zu 3 zu 4
SR4 ist die beste Edition.Die Regeln sind besser,einfacher ,schneller,alles ist in einem Regelrahmen,kein Sammelsurium an (sich zum teil wiedersprechenden )Regeln.Das neue System hat ja als Grundpfeiler die 2000er und nicht die 1980er(und Nein,Cyberpunk will es nicht sein).Ich bin sogar so begeistert von der neuen 4ten Ed,das Ich   nach über 10 Jahren auf Cons wieder leite (und Pegasus supporte)
Es ist also nicht immer so,das die neue Ed eines RPGs die schlechtere ist.Jedenfalls nicht für mich

HeyaHeyaHeya
Medizinmann
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Kinshasa Beatboy am 31.01.2009 | 14:04
Ansonsten könnte man auch einen Thread aufmachen "Irrationales Hochloben neuer Editionen" - naja, würde bestimmt auch ein tolles Karussell werden...

Klar, die Phänomene gleichen sich. Allerdings empfinde ich euphorisierte Fanboys zumeist als ganz putzig, aber herumkotzende Editionsfeindhirnis ziehen die Stimmung gleich so runter. Oder anders: ich ziehe eine gute Stimmung einer schlechten vor, habe lieber Lob als Tadel und freue mich lieber als ich mich ärgere. Wenn es angebracht ist, kritisiere ich auch gerne mal und versuche dabei dann möglichst konstruktiv zu bleiben und konkrete Verbesserungsvorschläge zu liefern. Destruktives Herumgenerve finde ich aber in allen Kontexten unangenehm und leider bricht sich das im Rollenspielbereich insbesondere im Zuge neuer Editionen mit vielen Änderungen Bahn. Und so weiter...
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Falcon am 31.01.2009 | 14:05
ich bashe nicht auf 3.5 rum, aber ich rede keine Nachteile tot (in keinem System). Ich finde es nur problematisch in der Rollenspielwelt die Communitie auf viele Editionen aufzuteilen und zu splitten, am besten wäre es also das faule Glied entgültig abzuschneiden, da es über kurz oder lang eh ausstirbt (ich werd euch dran erinnern ;) ). Die Communitie konnte sich auch erfolgreich von DSA3 und GURPS3 trennen.
Es muss immer vorran gehen.

@Medizinmann: du hast es doch schon richtig gesagt, lenkst die Ansicht dann aber in die falsche Richtung
sinngemäß: "du kannst es nicht (das war dein Zitat, und ist auch kein Beinbruch, D&D4 ist abstrakt), deswegen ist D&D4 schlecht ausgerichtet". Du merkst sicher die Diskrepanz. Und es gibt ja offensichtlich Leute, die können.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Greifenklaue am 31.01.2009 | 14:11
Klar, die Phänomene gleichen sich. Allerdings empfinde ich euphorisierte Fanboys zumeist als ganz putzig, aber herumkotzende Editionsfeindhirnis ziehen die Stimmung gleich so runter. Oder anders: ich ziehe eine gute Stimmung einer schlechten vor, habe lieber Lob als Tadel und freue mich lieber als ich mich ärgere. Wenn es angebracht ist, kritisiere ich auch gerne mal und versuche dabei dann möglichst konstruktiv zu bleiben und konkrete Verbesserungsvorschläge zu liefern. Destruktives Herumgenerve finde ich aber in allen Kontexten unangenehm und leider bricht sich das im Rollenspielbereich insbesondere im Zuge neuer Editionen mit vielen Änderungen Bahn. Und so weiter...
Da hast Du völlig recht! Ich vermeide eigentlich auch, nur negativ zu lästern und zu bashen - wenn aber direkt verglichen wird und dazu Meinungen zu Fakten umgedeutet werden, da muss es raus.

Aber in dem Sinne, steige ich jetzt auch vom Karussell ab und hol mir kein neues Ticket...

Zitat
ich bashe nicht auf 3.5 rum, aber ich rede keine Nachteile tot (in keinem System). Ich finde es nur problematisch in der Rollenspielwelt die Communitie auf viele Editionen aufzuteilen und zu splitten, am besten wäre es also das faule Glied entgültig abzuschneiden, da es über kurz oder lang eh ausstirbt (ich werd euch dran erinnern  ). Die Communitie konnte sich auch erfolgreich von DSA3 und GURPS3 trennen.
Es muss immer vorran gehen.
  ::) [Ich verkneif es mir...]
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Medizinmann am 31.01.2009 | 14:23
Ich finde schon das Du bashst
Ein Beispiel:
Ein einziger GURPSzauber (wie ShapeEarth z.b.) kann schon die Funktion von einem dutzend D&D Zaubern abdecken.
A gibts diesen Zauber auch in D&D3,x (oder Warp Wood,etc)
und B kann man den Vergleich auch andresrum ziehen.Sowas hast Du in jedem System.(aber irgendwie führt das vom Thema weg  :) )

Mein ganzer Post war sehr Persönlich, stimmt.Weil Ich keine Relation mehr zwischen D&D4 Regeln und der Spielwelt sehe ist es für mich schlecht ausgerichtet.Wenn andere mit diesem Level des abstrakten klarkommen können,ist das Gut für Sie hilft aber Mir nicht weiter

So,meine Runde Heute ist schon Überfällig.Schönes WE noch

HokaHey
Medizinmann
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Falcon am 31.01.2009 | 14:34
Den Punkt sehe ich schon. Schlussendlich ist GURPS natürlich auch nur eine feste Spruchliste aber ohne jetzt nachzuzählen habe ich den Eindruck, daß es in AD&D3/4 wesentlich mehr eingeschränkte Zauber gibt.

habt ihr WarpWood oft benutzt?

@Greifenklaue:
In jedem Anfang steckt ein Zauber inne
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten und an keinem wie an einer Heimat hängen ;)
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Greifenklaue am 31.01.2009 | 14:45
@Greifenklaue:
In jedem Anfang steckt ein Zauber inne
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten und an keinem wie an einer Heimat hängen ;)
Och, ich spiel DnD 3.x schon ein bißchen länger und bin immer noch fasziniert. Solange es gute DCCs, tolle Adventure Paths und anderes Zeug gibt, wird das so schnell nicht aufhören...
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: tartex am 31.01.2009 | 16:37
Ich bring mal ein kleines Gleichnis aus meinem Leben.
Als ich und mein Bruder Teenager waren sind wir beide auf Punk Rock reingekippt. Während er nach 15 Jahren immer noch hauptsächlich Punkbands hört und verkürzt gesagt die wahre Lehre vertritt, habe ich damals, nachdem ich einen Menge Punk Rock aufgesogen habe, mir immer weitere musikalische Steckenpferde erschlossen. Denn was für mich die Faszination ausmachte - so habe ich es mir später selbst zu erklären versucht - , ist es neue, riesige unbekannte Felder (=Musikrichtungen) zu entdecken, die ich systematisch abgrasen kann. Clever gemacht auf die eine oder andere Art, müssen die natürlich alle sein.  ;D
Bei Rollenspielsystemen geht es mir ähnlich. Das Neue, Unbekannte versetzt mich beinahe in einen rauschhaften Zustand. Klar bin ich Systemjunkie, und habe dutzende Rollenspielsystem zu Hause stehen. Und klar bin ich D&D4-Sympathisant (auch wenn mein 3.5-Spielleiter mit seinem Halbwissen nicht umsteigen will, aber der hat auch keine Ahnung von Theorie jenseits von 80iger-Stimmungslehre).
Ich gebe auch zu, dass ich unbewußt irgendwie auf Leute herabblicke, die weniger experimentierfreudig sind. Und ich habe da auch eine gewisse Schadensfreude, wenn Leute sich aufregen, weil Dinge nimmer so sind wie früher.  >;D Allgemein freue ich mich aber still darüber, wie progressiv ich doch bin und halte die Fresse, wenn es jemand beleidigen könnte. Aber natürlich muss ich auch zugeben, dass der "Early Adapoter" im Grunde nicht viel rationaler ist als der Reaktionär.

Zur Verständniserleichterung für Rollenspieler: "Punk Rock" durch das Wort "Metal" ersetzen.  ;)

PS:  Ich hoffe nur, diese lächerlichen Amazon-Rezensionen von Leuten, die denken, dass ihre wöchentlichen Trivialstergüsse am Spieltisch Kunst sind, die ja durch verstärkt forcierte Spielelemente beschnitten werden könnten, vergraulen keinen Nachwuchs.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Drudenfusz am 31.01.2009 | 17:02
D&D 4 ist nur noch eine Aneinanderreihung von Encountern und das ganze System konzentriert sich nur noch darauf. Ich bin Action-Rollenspieler und mag Taktik und Strategie,aber D&D 4 ist mir zu stumpf nur noch darauf ausgerichtet.Der Rollenspielfördernde Aspekt fehlt mir.
Das System verbietet dir kein Charakterspiel, wenn du es nicht bringst kannst du dies dem Spiel nicht vorwerfen (das gilt nicht nur für 4E).
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Crimson King am 31.01.2009 | 17:05
Ich kann ehrlich gesagt auch nicht erkennen, wo irgendeine D&D-Edition Charakterspiel gefördert hätte.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Drudenfusz am 31.01.2009 | 17:32
Ich kann ehrlich gesagt auch nicht erkennen, wo irgendeine D&D-Edition Charakterspiel gefördert hätte.
Das kann man auf die meisten Rollenspiele ausdehnen, die man total hirnlos spielt oder (nicht unbedingt besser) nur mit belanglosem charakterspiel betreibt. Rollenspiele sind immer genau das was man mit ihnen macht (und da gibt es genug Leute die die besten ansetze der Regeln in die eine oder andere Richtung ignorieren).
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Eulenspiegel am 31.01.2009 | 18:06
Das System verbietet dir kein Charakterspiel, wenn du es nicht bringst kannst du dies dem Spiel nicht vorwerfen (das gilt nicht nur für 4E).
Nein, aber es lenkt den Fokus weit weg von Dingen:
Wenn es 1000+ Regeln zum Kampf bietet, fast alle Zauber kampforientiert sind, ein Großteil des Buches um Kampfencounter geht und die Kampfwerte einen Großteil des Charakterbogens ausmachen, dann liegt der Fokus des Spiels eindeutig beim Kampf und nicht beim Charakterspiel.

Und es liegt nunmal in der Natur der Sache, dass man bei einem Spiel den Fokus spielt und nicht irgendetwas anderes.
Ist ja auch natürlich: Wieso sollte ein Charakterspieler nach D&D 4 Regeln lernen:
1) Es gibt keine Regeln, die das Charspiel unterstützen. (Es gibt keine Regeln, die das verhindern, aber halt auch keine, die das unterstützen.)
2) Es gibt eine Menge Regeln, die man theoretisch können müsste, die einem als Charspieler aber nichts bringen. (So 99% des D&D Regelwerkes.)

Wozu sollte also jemand, der auf Charakterspiel wert legt, ein System lernen, wo er sich erstmal durch 300+ Seiten Kampf durchackern muss? Da wäre es viel effektiver, gleich ein System zu spielen, wo sich nur 0 bis maximal 2 Seiten mit Kampf beschäftigen.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Funktionalist am 31.01.2009 | 18:19
Man kann mit jedem Regelwerk Rollen spielen... einige stören nur halt weniger als andere. Und das, was ich von DnD4 mitbekommen habe und das, was ich in DnD3.5 (etwas freier als das REwgelwerk) gespielt habe, hat mich nicht davon überzeugt, dass Rollen-spiel das Ziel dieser Regelwerke ist.
Und da DnD4 nochmal konsequenter ist als 3.5 stelle ich für mich fest, dass ich wahrs. mit anderen Systemen mehr Spaß hätte.

(Ich hatte Spaß an den Kämpfen in 3.5! aber ich habe es als Brettspiel gesehen, das Laune macht, nicht als Rollenspiel. ;D)

Das Lustige ist, dass ich hier im Forum eher eine unterhaltsame Ablehnung lese, während in meinem Freundeskreis der eine oder andere Vorschlag etwas zu ändern einfach mit NIchtbeachtung bestraft wird.
Also ein "Nein", ohne BEgründung("Ist nicht sicher, dass es was bringt" DSA4 für einen Abend durch Fate zu ersetzen....), dabei habe ich selbst das Angebot gemacht mal zu leiten...
Soetwas regt mich immer etwas auf. Da Jammern Leute und wollen auch jammern. traurig.

sers,
Alex
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Heretic am 31.01.2009 | 20:50
Was ist "Fate" und warum soll es "besser" als DSA 4 sein, und warum sind die Leute, die sich am tolerantesten geben in der Praxis die intolerantesten?
Fragen über Fragen!
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Ludovico am 31.01.2009 | 23:47
FATE ist ein geiles System. Such mal nach Spirit Of The Century.

Ansonsten zum Thema:
Die Irrationalität einer Ablehnung einer neuen Edition sehe ich darin, daß die alte Edition nicht schlecht. Man kann weiterhin mit ihr spielen. Auch Bücher sind nach wie vor erhältlich, werden aber nicht weiter gedruckt.

Folglich gibt es keinen Grund, das alte System nicht weiterzuspielen.

Alles in allem denke ich, daß eine Ablehnung vor allem von negativen Emotionen vor allem Entäuschung stammt. Und wann sind Gefühle schon mal rational?
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Medizinmann am 1.02.2009 | 09:09
Moin,Moin zusammen

Das System verbietet dir kein Charakterspiel, wenn du es nicht bringst kannst du dies dem Spiel nicht vorwerfen (das gilt nicht nur für 4E).

Ich rede/poste nicht von verbieten
Descent oder Heroquest verbietet auch kein Rollenspiel  ;)
Wir haben auch (so gut es ging ) in den 2 Abenteuern auf Eberron Rollenspiel gemacht.Nur riß uns die Spielmechanik immer wieder aus dem Rollenspielaspekt raus weil es so einen "Mechanischen" oder "Tabletopaspekt" hat (und ja das sagt ein Fan von D&D 3.x)

habt ihr WarpWood oft benutzt?
Ja,wir haben eine Druidin in der Runde und in der letzten Session wäre er grossartig zum Einsatz gekommen(wir mussten ein Schiff der "Bösen" infiltrieren und versenken) wenn es nicht anders gekommen wäre.Also ja kommt durchaus vor :)

Irgendwo hab Ich noch die Frage gelesen ,wo D&D3.x das Rollenspiel unterstützt.
Antwort: die Prestigeklassen geben ein Klassendenken vor und unterstützen es damit. Wenn Ich den "Sonnenpaladin des guten Gottes" spiele habe Ich eine Vorstellung wie ich ihn spielen kann /soll
(und  mach das auch gerne,weil Ich mich gerade für diese Klasse entschieden hab,würde Ich keinen Sonnepaladin spielen wollen,wähle Ich die Prestigeklasse auch nicht)

HokaHey
Medizinmann
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Falcon am 1.02.2009 | 10:42
@Eulenspiegel: D&D4 ist da gewissermaßen eine Ronderrolle, die gingen ja schon IMMER davon aus, daß man das eigentlich RPG quasi als Freeform betreibt, nahezug regellos (und was anderen bleibt einem ja auch kaum übrig). Das ist D&D4 wieder so oldschool wie es überhaupt nurgeht ;) (wenn dein Charakter z.b. ein Schmied ist, kann er halt schmieden auch wenns nicht auf dem Sheet steht).

@Ablehnung: man spielt halt nicht mehr das Neue, die Spitze einer Rollenspielreihe, ist doch nur natürlich, daß man sich genötigt fühlt sich zu rechtfertigen, damit die Anderen einen nicht für dösig halten bei den alten Kamellen zu bleiben anstatt (bei den meist überwiegenden Vorteilen) die neue Edition zu spielen (auch wenn das den gegenteiligen Effekt hat).
Dabei ist die Rechtfertigung relativ einfach und man muss nicht ausfallend werden:
- habe kein Geld für ein neues Regelwerk
wenn es gratis ist, wird das natürlich schwieriger :)

@Heretic:
zu FATE: hier gehts zur Rollenspielvorschule
http://tanelorn.net/index.php/board,314.0.html
jetzt ab Hausaufgaben machen.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Funktionalist am 2.02.2009 | 12:07
@Heretic
Fate ist "besser", weil es einige Punkte, die bejammert wurden einfach besser löst.
Charaktererschaffung als Gruppenprozess, der viel schneller geht, als bei DSA, da man sich viel weniger optionalregeln durchlesen muss, als der Gruppenmunchkin und der dafür sorgt, dass am Ende eine Gruppe herauskommt.
MAn schafft mehr Geschichte pro Abend und es können auch Aspekte der Geschichte regeltechnischen Einfluss auf die Geschichte haben, wenn z.B. Questen als Aspekte verteilt werden und so auch Spieler produzieren dürfen. (ist einfach ein anderes SPiel, das einige Punkte die bei DSA bemängelt wurden durch etwas ersetzt, was Spaß macht.)

@Topic
Vielleicht sitzt bei uns in den Köpfen auch dieser Fortschrittsgedanke fest, der einem suggeriert, dass alles Neue auch besser sein muss. Und wenn man feststellt, dass aus einer fremden Sicht besser auch anders heißt, oder dass es mehr als ein "besser" gibt, dann fühlt man sich im Stich gelassen.
Außerdem muss man ab der neuen Edition für die Alte selbst produktiv werden und kann nicht einfach auf neues Zusatzmaterial hoffen. ::)

Sers,
Alex
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Chobe am 2.02.2009 | 12:30
@topic: Also meine Gründe, warum mich ein neu überarbeitetes System erstmal üüüberhaupt nicht interessiert..
Wir haben meist den Vorgänger schon viele Jahre gespielt, sind vertraut damit, es läuft schnell, es läuft flüssig, die etwas verrückteren unserer alten Spielegruppe mussten sogar die Ruf des Warlock Treffertabelle nicht mehr nachschlagen. Wir haben die System gespielt, das heißt zum großen teil auch "getestet".. Fehler gefunden, diese geändert, angepasst, optimiert.....
...bis.. tja, bis wir unser perfektes System gefunden hatte, von dem wir genau wissen, daß es alles hat was wir brauchen.

Und warum dann Geld für eine neue Edition ausgeben, bei der dieser Prozess wieder von vorne anfängt, die die ganze Zeit und Arbeit, die wir in das alte System gesteckt haben zunichte macht? (wer WoW spielt, wird das Phänomen kennen^^)
Nicht, daß ich es gleich verdamme, aber ich muß es mir schon sehr genau angeschaut haben, bevor ich wirklich nochmal diese 40eur für ein Buch ausgebe, dessen weniger glänzendes Cover, bzw. dessen etwas ältere Ausgabe schon bei mir daheim liegt. :)
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Boba Fett am 2.02.2009 | 12:35
@Chobe: Ich glaube, dass das von Dir beschriebene Verhalten nicht unter "irrationale Ablehnung" fällt.
Ihr habt Eure Gründe beim alten System zu bleiben und macht das auch und gut ist.
Wenn jemand begeistert von der neuen Version berichtet, erntet der ein "aha, na gut, na und?" und gut ist.
Ich denke, das ist "normal".
Was der Beatboy beleuchten möchte ist, warum so viele andere eben nicht das von Dir beschriebene Verhalten an den Tag legen, sondern damit beginnen, überall gegen das "neue" zu wettern, bei jeder Gelegenheit Diskussionen über das Thema mit ihrer zu laut und zu vehement vorgetragenen Kritik zu torpedieren, bis keine sachliche Diskussion mehr möglich ist.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Kinshasa Beatboy am 2.02.2009 | 12:37
@topic: Also meine Gründe, warum mich ein neu überarbeitetes System erstmal üüüberhaupt nicht interessiert..
Wir haben meist den Vorgänger schon viele Jahre gespielt, sind vertraut damit, es läuft schnell, es läuft flüssig, die etwas verrückteren unserer alten Spielegruppe mussten sogar die Ruf des Warlock Treffertabelle nicht mehr nachschlagen. Wir haben die System gespielt, das heißt zum großen teil auch "getestet".. Fehler gefunden, diese geändert, angepasst, optimiert.....
...bis.. tja, bis wir unser perfektes System gefunden hatte, von dem wir genau wissen, daß es alles hat was wir brauchen.

Und warum dann Geld für eine neue Edition ausgeben, bei der dieser Prozess wieder von vorne anfängt, die die ganze Zeit und Arbeit, die wir in das alte System gesteckt haben zunichte macht? (wer WoW spielt, wird das Phänomen kennen^^)
Nicht, daß ich es gleich verdamme, aber ich muß es mir schon sehr genau angeschaut haben, bevor ich wirklich nochmal diese 40eur für ein Buch ausgebe, dessen weniger glänzendes Cover, bzw. dessen etwas ältere Ausgabe schon bei mir daheim liegt. :)

Eine viel rationalere Ablehnung kann ich mir übrigens kaum vorstellen: Problem definiert, Entscheidungskriterien identifiziert und gewichtet, Alternativen entwickelt, verglichen und priorisiert, Entscheidung getroffen. Quasi homo oeconomicus in Reinform.

EDIT: Boba war schneller und trifft den Nagel auf den Kopf.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Falcon am 2.02.2009 | 12:43
viele Leute erzählen von ihren perfekten Systemen, die absolut flüssig laufen, in denen alle Fehler ausgemerzt wurden!
Habe das immer für einen Mythos gehalten. Habe lange Jahre DSA, ED, GURPS unter Anderem gespielt aber es ging nie über ein "Arrangieren mit den Schwächen" hinaus. Auch Spieler, die das von sich behauptet haben, haben das komischerweise nie gebacken gekriegt wenn wir zusammen gespielt haben.

und dann denke ich mir immer: Ich kann jetzt weiter die Nadel im Heuhaufen suchen oder den verdammten Haufen abfackeln und mir die Nadel einfach NEHMEN.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Chobe am 2.02.2009 | 12:54
Ups.. da waren meine Finger schneller als mein Hirn.. (normal bei Schlagzeugern?)
Ich sollte mir noch einen Kaffee gönnen, bevor ich weiterhin Threads überfliege statt zu lesen.. *pfeif* :-\
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: tartex am 2.02.2009 | 13:25
Und warum dann Geld für eine neue Edition ausgeben, bei der dieser Prozess wieder von vorne anfängt, die die ganze Zeit und Arbeit, die wir in das alte System gesteckt haben zunichte macht?

Weil in den letzten Jahren viel in Sachen bewußtem Design weitergegangen ist. Während viele der 80iger- und 90iger-Systeme aus einem Bauchgefühl heraus zusammengestellt wurden und dann dank Feature Creep (http://"http://en.wikipedia.org/wiki/Featuritis") endlos in die Breite gingen, werden diese Phänomene heutzutage schon ein wenig mitgedacht.
Natürlich: solange man in derselben immerselben Gruppe spielt, ist das kein so ein Problem, aber spätestens wenn man mal mit Anfängern in eine komplett neue Gruppe starten will, macht es einen Riesenunterschied.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Heretic am 2.02.2009 | 20:13
langsam Glaube Ich ,das Falcon genauso falsch auf D&D3.x Rumbasht wie das Heretic in seinem Post auf der ersten Seite mit SR4 macht  >:(

SR 4.01 D ist, war und BLEIBT der Antichrist.
Mit dem Indexdebakel fing es an, und uferte dann schnellstens aus.

 :q
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Falcon am 2.02.2009 | 20:19
SR4 ist jetzt auch schon schlecht?!
Dann muss ich mir das doch mal angucken.

D&D3.5 habe ich im Übrigen sehr gemocht so lange kein besseres Dungeonspiel da war. Also bis D&D4 halt kam. Aber ich sehe die offensichtlichen Vereinfachungen (ich sage nicht Verbesserungen) auch als Vorteil an und nicht als Nachteil. ich finde 3.5 ist immer noch das zweibeste Dungeonspiel
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Thalamus Grondak am 2.02.2009 | 20:24
ich finde 3.5 ist immer noch das zweibeste Dungeonspiel
Dann hast du es Falsch gespielt  :P
*scnr*
Wer jetzt hierauf antwortet hat verloren
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Greifenklaue am 2.02.2009 | 23:00
Das erklärt aber evtl. warum Falcon DnD 4.0 guuuut findet - was ja nicht verwerflich ist, und andere, die noch n Tucken mehr mit 3.5 umsetzen, doch das alte System präferieren.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Falcon am 3.02.2009 | 02:58
moment.
wir spielen natürlich auch wahres Rollenspiel(tm), mit Ausspielen und Sozialproben und allem Pipapo.

auch wenn ich AD&D3.4 darauf zwar weder fokkussiert noch sonderlich unterstützend finde (im Grunde läuft der Großteil über Freeform, wobei D&D4 regeltechnisch noch am ehesten durch das freie Skillen und SkillChallenges mechanisch unterstützt) und es eine ganze Reiher besserer Systeme m.E. gibt, klappt das mit allen Editionen. Ist schon komisch, daß viel bessere Rollenspieler das nicht hinkriegen ;)
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Eulenspiegel am 3.02.2009 | 03:20
1) freies Skillen bei D&D 4?  wtf?

2) Natürlich kriegen das auch andere Rollenspieler hin. Aber wieso sollte man sich ein Regelwerk mit 90% Kampfregeln zulegen, wenn man sich anschließend sowieso hauptsächlichen mit sozialen Sachen beschäftigt?
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Greifenklaue am 3.02.2009 | 03:24
moment.
wir spielen natürlich auch wahres Rollenspiel(tm), mit Ausspielen und Sozialproben und allem Pipapo.

auch wenn ich AD&D3.4 darauf zwar weder fokkussiert noch sonderlich unterstützend finde (im Grunde läuft der Großteil über Freeform, wobei D&D4 regeltechnisch noch am ehesten durch das freie Skillen und SkillChallenges mechanisch unterstützt) und es eine ganze Reiher besserer Systeme m.E. gibt, klappt das mit allen Editionen. Ist schon komisch, daß viel bessere Rollenspieler das nicht hinkriegen ;)
Wer behauptet hier ein viel besserer Rollenspieler zu sein als Du?

Ich spiele übrigens kein wahres Rollenspiel. Ich spiele Rollenspiel. Mal ARSig - zur Zeit gar sehr gerne - mal anders. Nie perfekt, immer spaßig, nie wahr.

Bei DnD 4.0 hat das Charakterspiel durchaus auch gut geklappt, die Metagamingeffekte waren aber dominierender als bei 3.5 und einzelne Lösungen gefallen mir in Pathfinder einfach besser. Es rockt. Für mich.

Wenn für Dich DnD 4.0 rockt, dann schreib das doch, arum es so ist, anstatt ultimative Wahrhheiten von Dir zu geben und fleißig polemische Unterstellungen zu verbreiten. Ist doch ermüdend und langweilig.

In diesem Sinne, gute Nacht!
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Greifenklaue am 3.02.2009 | 03:26
1) freies Skillen bei D&D 4?  wtf?
Stimmt. So interessant die Skill-Challenges sind als Mechanismus, das kann ich auch nicht nachvollziehen. Das schien mir eher starrer.

Oder meinst Du die Möglichkeit des Umskillens?
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Falcon am 3.02.2009 | 03:41
@frei: Das Umskillen ist natürlich schön einfach geregelt aber auch ohne retraining: Ein D&D4 Kampforientierter Charakter kann mehr Dinge und hat eine freiere Auswahl als ein vergleichbarer 3.5 Charakter ohne an Kampfkraft zu verlieren.
diverse 3.5. SingleClass Fighter oder Kleriker waren bei uns immer ein Witz.

das level-Cap der Skills in 3.5 ist auch gruselig, in D&D4 haben die Skills ein offenes Ende (es sei denn wir haben eine entscheidende Regel überlesen).

Beide Eigenschaften (wenig Punkte, level-Cap) in 3.5 führen im Endeffekt doch dazu, daß man bei jedem Level die paar Pünktchen auf die Skills bis zum level-Cap verteilt damit diese brauchbar bleiben und die restlichen fallen hoffnungslos zurück. Bei Rogues u.ä. Charakteren, bleiben dann welche übrig und man muss man Skills steigern, die man u.U. vielleicht gar nicht will (aber die Punkte sind halt über) aber man kann nicht mal seine Starken Skills pushen.

in D&D4. kann man sich auf einzelne Skills konzentrieren (mit Feats) und diese wesentlich höher bringen. Und der Automatische Levelanstieg ist Schlussendlich derselbe Effekt den man in 3.5 hat,in dem diverse Skills mit übrigen Punkten mitgesteigert werden.

aber imho gibts, wie gesagt wesentlich bessere, freiere Fertigkeitssysteme.
ich finde für den Topictitel behandeln wir schon zu viele inhaltliche Argumente  ;)

@bessere Rollenspieler:
Das muss so sein, wenn andere die Probleme nicht haben.
(sich z.b. bei ihren 3.5 SingleClass Fightern in Skills austoben können oder mit 3.5 Intrigenkampagnen sicherer als mit Reign spielen). Ich kann ja nicht annehmen, daß hier gelogen wird. Diese Leute müssen einfach richtig GUT sein.

achja, @obige Posts:
Ultimative Wahrheit .... Behauptung .... Unterstellung... Polemik
ich werfe die Worte jetzt auch einfach mal so und immer mal wieder in den Raum, scheint ja immer gut zu kommen wenn man sonst nichts schreibt; und hoffe, daß sie durch Inflation an Bedeutung verlieren. ;)
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Greifenklaue am 3.02.2009 | 03:51
Zitat
achja, @obige Posts:
Ultimative Wahrheit .... Behauptung .... Unterstellung... Polemik
ich werfe die Worte jetzt auch einfach mal so und immer mal wieder in den Raum, scheint ja immer gut zu kommen wenn man sonst nichts schreibt; und hoffe, daß sie durch Inflation an Bedeutung verlieren.
Als Tipp, das kommt immer drauf an wie der Beitrag vorher formuliert ist  ;)

So hab ich jedenfalls nix an der Form zu bemängeln und leg die Keule beiseite.

Umskillen ist OKay, auch wenn man natürlich immer ein kleines Erklärungspoblem hat (haben kann), wie das funktionieren soll. Aber dazu kann man sich Gedanken machen und auch spannende Erklärungen finden.

Ansonsten seh ich darin aber nicht mehr Freiheit als bei 3.5. Und alsSchurke hatte ich auch noch nix über, schließlich gibt es soviele wichrige, interessante Sachen. Oder steigert ihr immer nur bis +5 / +10 und dann hat es gereicht? Kann ich mir aktuell nicht erklären...
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Feuersänger am 3.02.2009 | 03:51
Slightly offtopic, aber ich stelle mir gerade die Frage, ob Spieler ihre Chars vielleicht anders, und zwar breiter gefächert skillen würden, wenn es bei D&D 3.X überhaupt kein Levelcap für Skills gäbe.
Grund: im Status Quo denkt man "Das Maximum für mich sind 13 Ränge. Um ein guter XYZ zu sein, muss ich die Skills A, B, C möglichst aufs maximum bringen. Sonst kann ein anderer meinen Skillcheck übertreffen."
Ohne Skillcap würde man sich vielleicht eher denken "Ich habe pro Level 6 Punkte zu vergeben, möchte aber gerne, dass mein Char 12 Skills verwendet. Also steigere ich eben immer 6 abwechselnd, um überall gleich gut zu sein."

Aber vielleicht denke ich da auch wieder zu optimistisch/idealistisch.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Heretic am 3.02.2009 | 04:09
@Heretic
Fate ist "besser", weil es einige Punkte, die bejammert wurden einfach besser löst.
Charaktererschaffung als Gruppenprozess, der viel schneller geht, als bei DSA, da man sich viel weniger optionalregeln durchlesen muss, als der Gruppenmunchkin und der dafür sorgt, dass am Ende eine Gruppe herauskommt.
MAn schafft mehr Geschichte pro Abend und es können auch Aspekte der Geschichte regeltechnischen Einfluss auf die Geschichte haben, wenn z.B. Questen als Aspekte verteilt werden und so auch Spieler produzieren dürfen. (ist einfach ein anderes SPiel, das einige Punkte die bei DSA bemängelt wurden durch etwas ersetzt, was Spaß macht.)

@Topic
Vielleicht sitzt bei uns in den Köpfen auch dieser Fortschrittsgedanke fest, der einem suggeriert, dass alles Neue auch besser sein muss. Und wenn man feststellt, dass aus einer fremden Sicht besser auch anders heißt, oder dass es mehr als ein "besser" gibt, dann fühlt man sich im Stich gelassen.
Außerdem muss man ab der neuen Edition für die Alte selbst produktiv werden und kann nicht einfach auf neues Zusatzmaterial hoffen. ::)

Sers,
Alex
Nicht alles, was neu ist, muss auch taugen... Und wer für DSA 4.0 oder 4.1 keine Charaktere generieren kann, der hat in Aventurien nichts verloren, und der hat auch nicht das Recht mit dem Begriff Munchkin für Powergamer oder DSA-Regelkenner um sich zu werfen. Und ansonsten: siehe nächstes Zitat hier im Post

@Heretic:
zu FATE: hier gehts zur Rollenspielvorschule
http://tanelorn.net/index.php/board,314.0.html
jetzt ab Hausaufgaben machen.
1. Wir sind NICHT in der Schule.
2. Fate ist nicht Pflicht.
3. Ich werds mir trotzdem zu Gemüte führen.
4. Und dann wiederkommen und berichten, was ich davon halte.

MFG
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Falcon am 3.02.2009 | 11:31
Das Leben ist nunmal eine Schule ;). Auf jeden Fall lernt man viele schöne Ansichten über RPGs wenn man mehr als 2 kennt und kann dann auch abstrakte Designziele wie in D&D4.0 nachvollziehen und mitreden.
Die Fate Schlagworte funktionieren genauso wie die D&D4 Powers.
Insgesamt halt eich das nicht mal für eine sonderlich geschickte Lösung weil es eben die Immersion stört, wie es vielen hier offenbar geht. Aber man kann dann wenigstens verstehen worums überhaupt geht.

Greifenklaue:
Zitat
Ansonsten seh ich darin aber nicht mehr Freiheit als bei 3.5. Und alsSchurke hatte ich auch noch nix über, schließlich gibt es soviele wichrige, interessante Sachen.
Naja, man hat halt nicht die Freiheit alle Punkte in einen Skill zu stecken, wenn man das möchte. Ob das immer Sinn macht ist eine andere Frage aber Fakt (manche nennen es ultimative Wahrheit) ist, ich kann meinen gewünschten Skill nicht so hoch setzen wie ich Punkte habe. Und Cross Class Skills werden erst gar nicht gesteigert.
Die Charaktere mit 1-2 Skillpunkten wurden ja jetzt auch schon wieder als Argument (un?)auffällig  ignoriert, auf das Minenfeld traut sich aber auch kaum ein 3.5 Spieler.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Funktionalist am 3.02.2009 | 11:38
Und wer für DSA 4.0 oder 4.1 keine Charaktere generieren kann, der hat in Aventurien nichts verloren, und der hat auch nicht das Recht mit dem Begriff Munchkin für Powergamer oder DSA-Regelkenner um sich zu werfen. Und ansonsten: siehe nächstes Zitat hier im Post
enscheidet wer? Wenn bei uns in der Runde jemand Probleme beim Charakterbau hat, dann helfen wir ihm. Wir schmeißen ihn nicht aus der Runde und krakelen: "Wer damit Probleme hat, hat nichts in *beliebigefiktiveWelteinfügen* verloren."

Zitat
Nicht alles was neu ist taugt was...(oder so ähnlich)
Bin im Moment überzeugt: Fate rockt. nuff said
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Greifenklaue am 3.02.2009 | 20:34
Greifenklaue: Naja, man hat halt nicht die Freiheit alle Punkte in einen Skill zu stecken, wenn man das möchte. Ob das immer Sinn macht ist eine andere Frage aber Fakt (manche nennen es ultimative Wahrheit) ist, ich kann meinen gewünschten Skill nicht so hoch setzen wie ich Punkte habe. Und Cross Class Skills werden erst gar nicht gesteigert.
Die Charaktere mit 1-2 Skillpunkten wurden ja jetzt auch schon wieder als Argument (un?)auffällig  ignoriert, auf das Minenfeld traut sich aber auch kaum ein 3.5 Spieler.
Nee, ich versteh Dich einfach nicht. Bei DnD 4.0 wählst Du aus, welche Fertigkeiten Du willst. Knipps fertig. Oder? Keine individuelle Verteilung der Punkte. Vorteil: Vereinfachung. Nachteil: wenig individuell.

Bei 3.5 verteilst Du punkte bis zum möglichen Maximum frei nach Wahl. Fertigkeiten, die nicht zu den Klassenfähigkeiten gehören kosten das doppelte. Maximum ist halbiert. Darauf verteilst Du individuell Punkte. Die Behauptung, dass man alle zum Maximum knallt, den Rest vernachlässigt, mag bei manchen so sein (hey, die dürfen das), ich mach mir meisten n Punkt an nen Skill, wenn ich ihn häufiger nutze, damit ich weiß, ja, beim nächsten Stufenanstieg wären hier n paar Punkte Gold wert. Eigentlich findet sich auch immer jemand, der z.B. Schlösser öffnen nimmt, wenn kein Schurke dabei ist etc.

Klar gibt es den Krieger mit 2 (Grund-)Fertigkeitspunkten. Wer es problematisch empfindet, wird es früher oder später hausregeln. Und ihm z.B. 4 Punkte geben (schriebn ein Forenmitglied hier mal). Oder alle um zwei Punkte anheben. Mir ist es noch nicht sauer aufgestoßen, geh aber auch lieber in die Waldläuferrichtung. Mache allerdings gerade einen Krieger, werde da ein Feat Akademiekrieger (Pathfinder) nehmen voraussichtlich. Außerdem Mensch und Intelligenz. Sprich, da kommt einigesan Punkten zusammen.

Bei Pathfinder zuguterletzt gibt es für Klassenskills einen +3-Bonus, weiterhin dürfen die Ränge bis zum Maximum (=Stufe) verteilt werden. Startpunkte werden nicht vervierfacht, das gleicht der +3-Bonus aus. Einige Fähigkeiten wurden zusammengefasst.
Vorteil gegenüber 3.5: vereinfacht, trotzdem individuell. Quasi ein Mittelding aus 3.5 und 4.0. Mitte. Sweat Spot. Für mich die gefälligere Lösung.  :o


Titel: Re: Irrationale Ablehnung von neuen Editionen
Beitrag von: Tieffeuer am 5.02.2009 | 12:31
GURPS4 kam nach gut 18 Jahren der vorhergehenden Edition und wurde allgemein hervorragend aufgenommen.

Warhammer FRP2e war eine gelungene und nötige Weiterentwicklung, die Welt rockt sowieso ;)

hmm - Verkaufszahlen von GURPS4 waren nicht mehr so prall, was aber eher dran lag, dass sie die versprochenen Quellenbücher ewig nicht rausgebracht haben (z.T. immer noch nicht)

WFRP2 ist ein gutes System, aber das Kampfsystem des ersten war besser - nicht technisch besser, sondern "herausragend anders" - während das 2er generisch (aber auch gut) wie bei zich anderen Systemen ist. Mir war die "Rübe ab" Mentalität der ersten Ausgabe viel lieber :)
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Rabenmund am 5.02.2009 | 13:06
Meine 5 Cent (anhand zweier Beispiele):
oWoD vs. nWoD = Da ich im Lauf der Jahre mehrere Hundert Euro für den Kauf verschiedener Quellen- und Hintergrundbücher ausgegeben habe die in der nWoD nutzlos geworden sind - und mich in dem System ehrlich gesagt wohl fühle - werde ich (als SL) die nWoD nicht leiten.
Angespielt habe ich das neue Werewolf über einen längeren Zeitraum - konnte mich nicht überzeugen. Im Lauf dieses Monats werd ich (das neue) Mage probieren...

SR 3 vs. SR 4
Auch hier habe ich relativ viel Geld für Produkte von SR 2 + 3 ausgegeben, SR 4 konnte mich allerdings durch folgende Punkte überzeugen:
* Imho bessere Umsetzung des Schadens (leichte Pistolen lohnen sich endlich mal *g*)
* Flüssiges und schnelleres Würfelsystem
* Kein abgrundtiefer Spalt mehr zwischen Charakteren mit unterschiedlichem Erfahrungsniveau durch Wegfall des Karmapools.
* Spielbares Decking
* Die alten Quellenbücher waren problemlos in die neue Edition integrierbar
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Falcon am 5.02.2009 | 14:33
mein 3/86er funktionier noch einwandfrei und ich halte Indiana Jones4 für das beste PC Adventure wo gibt und es läuft absolut flüssig auf dem alten Ding, trotzdem nutze ich einen neuen PC und spiele das Adventure so gut wie gar nicht mehr, obwohl ich viel Geld für den 3/86 ausgegeben habe, habe ich mir einen neuen gekauft. 
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Thalamus Grondak am 5.02.2009 | 14:43
Dieser Vergleich sagt irgendwie garnichts über neue Editionen von Rollenspielen aus.
Der PC ist einfach nur schneller geworden, ohne irgendwas an dem Grundprinzip zu ändern.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Falcon am 5.02.2009 | 15:07
Zitat
Der PC ist einfach nur schneller geworden, ohne irgendwas an dem Grundprinzip zu ändern.
eben ;)
Welches RPG hat nicht das Ziel eine Spielwelt möglichst einfach und effektiv in Regeln zu bannen?
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Thalamus Grondak am 5.02.2009 | 15:14
eben ;)
Welches RPG hat nicht das Ziel eine Spielwelt möglichst einfach und effektiv in Regeln zu bannen?
Ich glaube der effektivistätsgedanke ist relativ neu im Rollenspielsektor.
Und beim Rollenspiel werden ja eben die mechanismen geändert. Wenn eine neue Edition ganz ohne änderung des Spielgefühls daherkommt, wird sich auch kaum jemand finden, der dagegen rebelliert.
Das A&O ist das Spielgefühl.
Und das ändert sich eben bei neuen Editionen der Rollenspiele.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Joe Dizzy am 5.02.2009 | 15:15
Welches RPG hat nicht das Ziel eine Spielwelt möglichst einfach und effektiv in Regeln zu bannen?

Mittlerweile so ziemlich jedes.

Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Thalamus Grondak am 5.02.2009 | 15:17
Mittlerweile so ziemlich jedes.
Vllt ist das ja sogar ein Punkt an dem sich die Geister scheiden.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Falcon am 5.02.2009 | 15:47
@Thalamus: Das Spielgefühl wollte ich in "Spielwelt" schon eingeschlossen haben.

eigentlich würde kein vernünftiger Autor ein Spiel bewusst komplizierter machen als nötig
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Boba Fett am 5.02.2009 | 15:51
Welches RPG hat nicht das Ziel eine Spielwelt möglichst einfach und effektiv in Regeln zu bannen?

Spiele wie Wushu und Primetime Adventures...

Und davon abgesehen sind "möglichst einfach" und "möglichst effektiv" ein sehr subjektiv auslegbares Kriterien, die auch im Widerspruch zueinander liegen können, so dass dann die Entscheidungen auch in "wir wollten es realistisch und deswegen ist es schweinekomplex geworden" rechtfertigen kann. Also nicht wirklich hinreichend als Anforderungsdefinition.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Thalamus Grondak am 5.02.2009 | 15:55
@Thalamus: Das Spielgefühl wollte ich in "Spielwelt" schon eingeschlossen haben.
Bei dem Punkt versagen aber eben viele Neuedition, weil das Spielgefühl eben geändert wird.

eigentlich würde kein vernünftiger Autor ein Designer bewusst komplizierter machen als nötig
Der Punkt ist, glaube ich, das die wenigsten Rollenspielautoren sich als "Spieldesigner" sehen. Die meisten RPGs werden IMHO immer noch "aus dem Bauch heraus" geschrieben. Man kann dazu stehen wie man will.
Aber Punk macht mir z.B. mehr Spaß als Jazz. So machen mir die Old-School systeme auch mehr Spaß als die meisten neueren.
Effektivität erkauft man nämlich auch immer mit fragilität.
Um auf den Computervergleich zurückzukommen: Meinen C-64 kann ich die Treppe runterwerfen und der läuft noch. Meinen PC brauch ich nur falsch Anhusten und es geht irgendwas kaputt.
Mit AD&D bin ich zwar nicht effektiv, aber ich muss in meiner Freizeitbeschäftigung auch nicht effektiv sein.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Drudenfusz am 5.02.2009 | 22:07
Und beim Rollenspiel werden ja eben die mechanismen geändert. Wenn eine neue Edition ganz ohne änderung des Spielgefühls daherkommt, wird sich auch kaum jemand finden, der dagegen rebelliert.
Natürlich wird auch dann rebeliert, besonders mit der Begründung das es nur Geldschneiderei sei (nebenbei, wer braucht eine neue Edition wenn sich nichts verändert?).
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Dirk Remmecke am 7.02.2009 | 02:39
Zitat von: Thalamus Grondak link=topic=45580.msg873019.html#msg873019 date=1233843475

Und beim Rollenspiel werden ja eben die mechanismen geändert. Wenn eine neue Edition ganz ohne änderung des Spielgefühls daherkommt, wird sich auch kaum jemand finden, der dagegen rebelliert.

Natürlich wird auch dann rebeliert, besonders mit der Begründung das es nur Geldschneiderei sei (nebenbei, wer braucht eine neue Edition wenn sich nichts verändert?).

Ich kann mich an eine Zeit erinnern, in der neue Editionen nicht nur geduldet oder schicksalsergeben hingenommen wurden, sondern heiß erwartet und diskutiert waren.



Vereinfacht kann man sagen, dass ein Spiel immer dann Gegenwind bekam, wenn es sich weit von seinem Regelkern oder Setting entfernt hat:

Das ist dann aber keine irrationale Ablehung der neuen Editionen, denn in all diesen Fällen hat sich das Spielgefühl gravierend gewandelt. In manchen Fällen ist es dabei weder besser noch schlechter, sondern schlicht anders (nWoD, 4e).



Als einzige wirklich irrationale Ablehnung einer neuen Edition habe ich erlebt:


Ja, das Plastikminiaturenspiel hat alles verändert und ver-"kiddified" - Regeln, Metaplot, Aussehen der Figuren, Zielgruppe.
Aber die alte Zielgruppe hatte ihr Spiel bereits im Stich gelassen. Die Umsätze an FASA-Quellenbüchern und Ral-Partha-Miniaturen waren so im Keller, dass eine Fortsetzung der Linie wirtschaftlich ü-ber-haupt keinen Sinn machte. Es gab keine Öffentlichkeit mehr, keine Turnierszene, das Spiel war (schein-)tot. Die drei echten Spieler und die tausend Ehemaligen hatten kein Recht, gegen WizKids aufzubrausen. Als Kunden waren sie an ihrem Spiel schon lange nicht mehr interessiert, sie hatten alles in ihrem Schrank, was sie brauchten, wozu sich also gegen eine neue Edition wehren?
Allerdings hat der "Affront" der Kiddie-Version die BattleTecher aus ihren Löchern geholt und mit einer "Jetzt-erst-recht"-Attitüde Classic BattleTech wiederbeleben lassen, ja, die aktuelle (Re-)Edition des Spiels überhaupt ermöglicht. (So hat sich der "Zorn der Gerechten" wenigstens gelohnt.)
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Greifenklaue am 7.02.2009 | 02:56
Ich ziehe meinen virtuellen Hut, sehr schön formuliert und... natürlich auch umfangreich und umfassend  :d
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: LM am 7.02.2009 | 05:25
Was der Dirk sagt.

Lorom.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Kinshasa Beatboy am 7.02.2009 | 08:03
Ich ziehe meinen virtuellen Hut, sehr schön formuliert und... natürlich auch umfangreich und umfassend  :d

Ja, ich schließe mich an. Dirk bringt als neues Argument dankenswerterweise den Umstand, dass bei der Ablehnung neuer Editionen eine zeitliche Komponente wichtig zu sein scheint. Das könnte stimmen.

Die folgende, zentrale Aussage des Posts wird ansonsten vermutlich niemand hier bestreiten:
Das ist dann aber keine irrationale Ablehung der neuen Editionen, denn in all diesen Fällen hat sich das Spielgefühl gravierend gewandelt. In manchen Fällen ist es dabei weder besser noch schlechter, sondern schlicht anders (nWoD, 4e).

Allerdings halte ich die auf das Thema des Threads bezogene Aussage für ziemlichen Blödsinn. Die Ablehnung beispielsweise von D&D4 mag inhaltlich nämlich zwar gut begründbar sein, ist in der Form aber aus meiner Sicht in weiten Teilen vollkommen irrational. Wer das bezweifelt, hat die bisherige Diskussion nach meinem Eindruck entweder nicht verfolgt oder nicht verstanden.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Greifenklaue am 7.02.2009 | 10:32
Zitat
Allerdings halte ich die auf das Thema des Threads bezogene Aussage für ziemlichen Blödsinn. Die Ablehnung beispielsweise von D&D4 mag inhaltlich nämlich zwar gut begründbar sein, ist in der Form aber aus meiner Sicht in weiten Teilen vollkommen irrational. Wer das bezweifelt, hat die bisherige Diskussion nach meinem Eindruck entweder nicht verfolgt oder nicht verstanden.
Beim heißen Diskutieren in den verschiedenen Threads ist mir mal wieder bewußt geworden (und habe auch an mehreren Stellen darauf hingewiesen), dass beide Fraktionen oft aneinander vorbei reden.

Der eine vermißt die Freiheit in DnD 4 (und meint _seine_ Freiheit), der andere sagt, dass es in DnD 4.0 für ihn endlich so frei zugeht wie noch nie (und meint auch _seine_ Freiheit). Und beides ist richtig.

Ich glaube, viel liegt daran, dass tatsächlich viel am geänderten Spielgefühl liegt. Für den Kritiker ist diese Kritik daran durchaus rational - auch oft schwer zu begründen wo nun genau der Causus Knacksus liegt, dem Befürworter erschließt sich dieses Argument nicht, empfindet es als irrational.

Da diese Argumente oft auch nicht rein sachlich sondern emotional geprägt sind, ist das ein noch besserer Grund sie als irrational zu empfinden.

(Mal so als neue These: Jede Irrationalität ist letztlich durch rationale Teilprozeße erklärbar...  ~;D)
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Disaster am 7.02.2009 | 10:43
Ich kann nur von meier person sprechen.

Ablehnen tue ich eine neue edition nur dann, wenn sie keinen Mehrwert bietet.

Nehmen wir SR: Für mich waren in der 3.Edition die Regeln alles andere als gut, es gab viele Punkte die mich gewaltig gestört haben.
In der 4Edition wurde es wesentlich mehr so gemacht, wie ich es als gut empfand. Deshalb war für mich ein Mehrwert da.

Bei D&D4 sehe ich dies leider nicht so. Für alles was D&D will, empfand ich die 3.Edition als gut, die 4. bietet mir da nicht wirklich viele Verbesserungen die mich interessieren.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Falcon am 7.02.2009 | 11:20
meiner Meinung nach sind es nicht die 6 Attribute und Alzheimer-Magie (muss ich mir merken ;) ), was D&D ausmacht.
Ernsthaft, wäre 4e original 3.5 aber nur mit 4 Attributen und schneller Regeneration (kurz rasten statt 8Stunden schlafen) um die wichtigsten Zauber wieder zu bekommen wäre es nach obiger Argumentation kein D&D mehr.
sorry, ich finde das kurzsichtig und armselig. So verbaut das reaktionäre Pa#$% den Designern natürlich jegliches Recht auf Innovation und Kreativität.
Solche Spieler hat D&D gar nicht verdient.

Wobei die Battletechspieler etwas geleistet haben was ich den 3.5 Nörglern im Leben nicht zutrauen würde. Das war eine große Sache. Zuerst sagten alle "die Firma ist tot? who cares, wir halten das Spiel selber am Leben", was auch geklappt hat. Aber die neue Spielversion DA hat den Stil ziemlich in den Dreck gezogen. Dark Age ist insofern eine Sonderolle, als das Spiel nicht im Kopf stattfindet. Man hat diese ekligen Comic-Plastikfiguren mit Marvelattitüde auf dem Tisch stehen und muss mit ihnen Spielen.
Da mussten die BTler einfach zeigen wie Schwergewichtstabletop aussieht.
Die Zinnfiguren waren immer das A und O an BT. Ich war froh, daß der hiesige Fantasyladen noch BT Figuren führte, die ich fleissig weiter gekauft habe. Auf der SPIEL sowieso.

die zeitliche Komponente könnte daher rühren, daß die alten Editionen einfach wirklich zu SCHLECHT waren, die Spieler hatten Probleme damit das zu spielen, was man ihnen versprach oder es zu schwer war mit den wenigen, abstrakten Regeln etwas zu machen.
Da wars natürlich klar, daß jeder neue Editionen herbeisehnte, die einem alles aus der Hand nahm (den Großteil den Dirk aufzählt geht mit erhöhter Komplexität einher). Ich habe immer noch das Gefühl, daß die Systeme ausnahmslos besser werden (mit viel Luft nach oben), allerdings geht man eher wieder den entschlackten, abstrakten Weg, damit kommen viele hilflose Rollenspieler nicht klar, vor allem, die, die eben vorher nach den komplexen geschriehen haben.
Aus dem Grund werden sich einfach Erzählspiele bei den alten Rollenspielern vermutlich auch nie durchsetzen.
Ausnahmen unter der Spielerschaft bestätigen natürlich die Regel.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Dirk Remmecke am 9.02.2009 | 03:02
Ja, ich schließe mich an. Dirk bringt als neues Argument dankenswerterweise den Umstand, dass bei der Ablehnung neuer Editionen eine zeitliche Komponente wichtig zu sein scheint. Das könnte stimmen.

Allerdings halte ich die auf das Thema des Threads bezogene Aussage für ziemlichen Blödsinn. Die Ablehnung beispielsweise von D&D4 mag inhaltlich nämlich zwar gut begründbar sein, ist in der Form aber aus meiner Sicht in weiten Teilen vollkommen irrational. Wer das bezweifelt, hat die bisherige Diskussion nach meinem Eindruck entweder nicht verfolgt oder nicht verstanden.

Commandanté Donner (Greifenklaue?) hat es ganz treffend formuliert. Da die Ablehnung nicht nur auf einer begründbaren, rationalen Ebene passiert, sondern oft auch emotional verwurzelt ist (verletzter Stolz), kann sie sich in kindischem Auftreten ausdrücken.
Der irrationalen Ablehnung steht bisweilen auch ein irrationales Fanboitum gegenüber. Der Beißreflex geht in beide Richtungen.

meiner Meinung nach sind es nicht die 6 Attribute und Alzheimer-Magie (muss ich mir merken ;) ), was D&D ausmacht.
Ernsthaft, wäre 4e original 3.5 aber nur mit 4 Attributen und schneller Regeneration (kurz rasten statt 8Stunden schlafen) um die wichtigsten Zauber wieder zu bekommen wäre es nach obiger Argumentation kein D&D mehr.

Ich halte es doch für nötig, einen Hinweis nachzuschieben: Ich möchte die Bezeichnung "Alzheimer-Magie" auf keinen Fall als despektierlich verstanden wissen. Ich gehöre wahrscheinlich zu den wenigen Menschen, die sich in der langen D&D-Geschichte nie an der Spruchmemorisierung gestört haben. Da ich aus der Brettspielecke kam, habe ich sie als Balance wahrendes Regulativ keinen Moment in Frage gestellt, und da ich außerdem die literarische Vorlage kannte, fand ich das Regulativ auch aufs wunderbarste in der gespielten Wirklichkeit begründet.

Quelle:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Off Topic Kommentar:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)


Die Diskussion der Mindestbedingungen, ab denen D&D noch D&D ist, ist ja schon so alt wie das Holmes- oder Moldvay-D&D. Da ist die Grenze sicherlich fließend. Eine Perlenschnur vieler kleiner Schritte mag eine legitime "Evolution" darstellen, selbst wenn zwischen dem Beginn und dem 10. Schritt nur noch wenig Ähnlichkeit besteht (wie zwischen White Box D&D und 4e).

Microlite 20 speckt D&D ab auf drei Attribute und hat ein Magiesystem, das Hit Points verbraucht. Die Stat Lines der Monster sehen immer noch nach D&D aus, tatsächlich kann man D&D-Abenteuer fast jeder Edition mit minimalen Anpassungen mit M20 spielen. Aber das System ist in der Tat kein D&D mehr (auch wegen anderer starker Vereinfachungen).
Es tut ja auch gar nicht so, als ob es D&D sei. Ich schätze es trotzdem so sehr, dass ich es ins Deutsche übersetzt habe und die Printversion verschenke.
Und zuletzt heißt es auch nicht D&D und wird nicht als solches vermarktet.

Ist Schach noch Schach, wenn man den Springer weglässt?
Ist Schach noch Schach, wenn der Springer seine Bewegungsweite würfelt?

Ist Battletech noch Battletech, wenn man es mit Heavy Gear-Figuren auf Heavy Gear-Spielplänen spielt?
Ist Battletech noch Battletech, wenn man es im Macross-Universum spielt? (Wenn die Figuren doch schon da geklaut wurden...)

Zitat
sorry, ich finde das kurzsichtig und armselig. So verbaut das reaktionäre Pa#$% den Designern natürlich jegliches Recht auf Innovation und Kreativität.
Solche Spieler hat D&D gar nicht verdient.

Richtig. D&D(4) hat solche Spieler wie mich nicht verdient, denn es hat nichts getan, sich um mich verdient zu machen. Es hat mich als Kunden nicht mehr umworben, es hat in Nachbars Garten geschielt, wo das Gras grüner und die Äpfel saftiger und der Boden ertragreicher ist.
Kein Problem damit. Aber dann soll es dazu stehen und nicht "ze game, it stays ze same" behaupten.

Manch anderer Verlag war ehrlicher und hat Paradigmen ändernde Versionssprünge unter anderem Namen veröffentlicht:
Hurlements (minimalistisches Prozentsystem mit drei Attributen) -> Chimères (WW-artiges Poolsystem mit w6)
RuneQuest (simulatorisches w100-Skill-System) -> Hero Wars (heroisches w20-Trait-System)


Was ich aber merkwürdig finde: Was unterscheidet das reaktionäre Pack der D&D-Traditionalisten von den Alt-Battletechern, die ihren Designern "jegliches Recht auf Innovation und Kreativität" absprachen und DA aus den gleichen Gründen und mit der gleichen Vehemenz ablehnten wie alte D&D-Hasen heute die Vierte Edition?

Zitat
Wobei die Battletechspieler etwas geleistet haben was ich den 3.5 Nörglern im Leben nicht zutrauen würde. Das war eine große Sache. Zuerst sagten alle "die Firma ist tot? who cares, wir halten das Spiel selber am Leben", was auch geklappt hat. Aber die neue Spielversion DA hat den Stil ziemlich in den Dreck gezogen. Dark Age ist insofern eine Sonderolle, als das Spiel nicht im Kopf stattfindet. Man hat diese ekligen Comic-Plastikfiguren mit Marvelattitüde auf dem Tisch stehen und muss mit ihnen Spielen

Na, faktisch haben die 3.5-Nörgler ihr Ziel doch sogar viel schneller erreicht als die Battletecher. Ihr kollektiver Aufschrei hat Paizo dazu ermutigt, D&D unter einem anderen Namen fortzusetzen. Für sie gibt es nicht einmal einen zeitlichen Bruch, eine Durststrecke, weil es weiterhin Abenteuer und Quellenbücher und nahtlos eine Version 3.75 gibt.

Wenn D&D 4 unter einem anderen Namen erschienen wäre, würde es gar kein so großes Aufheben geben.

Gedankenspiel:
Wäre Earthdawn unter dem Logo "AD&D Third Edition" erschienen, wäre es dann noch D&D gewesen? Gar zu fantastisch? Dabei hat FASA alles getan, um D&D-lern so viele Wiedererkennungswerte wie möglich zu geben. Es war kein Zufall, dass Earthdawn Attribute auf der Skala 3-18 verwendete (auch wenn diese Werte sofort in Die Steps umgerechnet und nie wieder benutzt wurden), dass das Magiesystem mit der Matrix ein Spruchmemorisierungssystem hatte, dass es alle vielflächigen Würfel benutzte, dass es Klassen und Erfahrungsstufen hatte, und der D&D-ismen mehr; ja, Earthdawn hat sich sogar die Mühe gemacht, die D&D-ismen in der Spielwelt zu verankern und rationale Erklärungen für sie zu finden -- und das, obwohl eine Fantasy-Version des Shadowrun-Systems viel mehr Sinn gemacht hätte, stellte ED doch die Vergangenheit von SR dar.
Sicherlich, Earthdawn funktioniert in entscheidenden Details völlig anders als AD&D, aber genau das werfen Kritiker der 4e ja auch vor. Für sie sind die Unterschiede zwischen 3.x und 4e so groß wie zwischen 2nd und Earthdawn. Tiefling -> T'Skrang, Eladrin -> Windling, Dragonborn -> Obsidianer, Points of Light -> Kaer

Hätte TSR damals "das Recht auf Innovation und Kreativität" gehabt, die FASA-Designer zu kaufen und ihre Arbeit als neues D&D zu veröffentlichen? Natürlich, und es wäre - so wie 4e heute - das einzig echte, offizielle D&D gewesen, und - jetzt schaffe ich die Kurve zu Beatboys eigentlichem Thema - die AD&D-Second-Edition-Fans wären in irrationale, wüste Beschimpfungen ausgebrochen, obwohl Earthdawn kein bisschen anders ausgesehen hätte als in der FASA-/SR-Realität.
In Wirklichkeit hat es nur die gemäßigte Palette der Reaktionen ausgelöst: Stirnrunzeln, Ignoranz oder Neugier, und es soll ja sogar AD&D-ler gegeben haben, die die Unterschiede im Kontrast zu D&D zu würdigen wussten und beides gespielt haben. Ohne Grabenkämpfe.

Spieler werden dann unflätig, rabiat und irrational, wenn "ihr" Verlag, dem sie die Treue halten wollen, ihnen die Tür vor der Nase zuschlägt und sagt: ihr zielgruppt nicht mehr.

Ist Battletech noch Battletech, wenn man statt auf Hexfeldern mit Maßbändern spielt und der Gesang von Lynn Minmay (http://en.wikipedia.org/wiki/Lynn_Minmei) mehr Einfluss auf den Schlachtverlauf hat als Salven von Raketen?
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: Wormys_Queue am 9.02.2009 | 11:14
Meine Frage nun: warum ist das so? Weshalb meldet sich in jedem D&D4-Thread irgendeine Pappnase und weist darauf hin, dass das System vollkommen scheiße ist? Wieso ist das auch bei Vampire, Shadowrun und DSA so?

Hab jetzt nicht den ganzen Thread gelesen, vielleicht war das also schon dabei:

1. Angst vor dem Verlust möglicher Spielgelegenheiten: Neue Editionen führen nicht nur zu einem Aderlass, was die alten Spieler angeht, es führt auch dazu, dass der Nachwuchs für das eigene geliebte System auszutrocknen droht. Höhnische Sprüche von der anderen Seite nach dem Motto: In ein paar Monaten seid ihr Meckerpötte ja eh alle umgestiegen, sind sicher nicht dazu geeignet, diese Sorge zu entkräften.

2. gerade von Dirk Remmecke angesprochen: das Gefühl, aus der Zielgruppe ausgeschlossen worden zu sein. Speziell wenns nicht mal zugegeben wird. Es ist für mich ganz offensichtlich, das bei Editionswechseln gewisse alte Zöpfe ganz bewusst abgeschnitten wurden, auf die manche (z.B. ich) unglaublich viel Wert legen. Statt aber die echte Gründe darzulegen, warum man das gemacht hat, wird dann gerne die typische Karte gezogen, das alte schlechtzureden und von echter qualitativer Verbesserung zu reden, wo man eigentlich einfach nur etwas anders gemacht hat.

3. neigen Rollenspieler wie andere Menschen auch dazu, ihren Geschmack mit objektiver Qualität zu verwechseln. Um eine Aussage über die Qualitätsunterschiede zwischen z.B. D&D 3.5 und D&D 4E treffen zu können, müsste man erstmal festlegen, nach welchen Qualitätskriterien denn geurteilt werden soll. Bereits an diesem Punkt scheitern viele Diskussionen schon im Ansatz. Was auf beiden Seiten zum Gefühl führt, ständig missverstanden oder gar absichtlich missinterpretiert zu werden. Auch das ist der Diskussionskultur alles andere als zuträglich.

4. Fehlende Empathie auf beiden Seiten. Wenn sich ein zeitnotgeplagter 4E-SL darüber freut, dass die Monster viel leichter und schneller gebaut werden können, als das in 3.5 der Fall war, ist es eine saublöde Idee, damit zu konntern,  er sei ein schlechter SL, wenn er zu faul sei, sich diese Mühe zu machen.
  Umgekehrt rum ist es ebenso unklug, den Ärger der Altfans über bestimmte Veränderungen  am System (oder den Spielwelten), einfach mit Sätzen der Marke: "Das war doch eh Müll, gut dass es endlich weg ist." abzutun oder die Relevanz des jeweiligen Punktes abzustreiten.

aktuelles Bsp.: Vancianische Magie ist für mich tatsächlich ein Kernbestandteil von D&D und ihr Ende mit dafür verantwortlich, warum ich auf die 4E so wenig Lust habe. Ich kann durchaus nachvollziehen, wie es zu diesem Verzicht gekommen ist. Aber wenn ich dann hier im Thread dafür den Begriff "Alzheimer-Magie" lese, geht mir natürlich erst mal der Hut hoch. Ich hab die entsprechenden Posts nachgelesen, andere tun das vielleicht nicht, sondern schießen sofort zurück.
Titel: Re: Irrationale Ablehnung neuer Editionen
Beitrag von: LöwenHerz am 9.02.2009 | 21:14
Dirk Remmeke schreibt, was ich denke...  8]

Ablehnung gab es bei mir das erste Mal bei der DnD 4e... verständlicherweise  >;D