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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Spielleiterthemen => Thema gestartet von: Tudor the Traveller am 10.09.2009 | 10:34
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Angestoßen durch die Diskussion um SL-Willkür
http://tanelorn.net/index.php/topic,49934.0.html (http://tanelorn.net/index.php/topic,49934.0.html)
stelle ich eine weitere "These" zur Diskussion:
(Es passt thematisch nicht mehr richtig in den Spielleiterfragen-Kanal, aber ich wollte es wegen seiner Verknüpfung zum o.g. Thema nicht in einen anderen Kanal stellen. Die Moderatoren mögen das abschließend entscheiden.)
These: Vorausgesetzt, es gibt eine SL-Willkür, die mehr oder weniger den Inhalt des Machtmissbrauches hat, dann gibt es auch eine Spieler-Willkür.
Spieler haben ja (oft vehement verteidigt bzw. gefordert) absolute Kontrolle über ihren SC. Ich behaupte, dass die Entscheidungen der Spieler beim Führen ihrer SC hochgradig willkürlich sein können, da sie ja absolute Entscheidungsfreiheit genießen und diese auch ausschöpfen dürfen. Wenn dann Willkür seitens des SL schlecht ist, sollte auch Willkür seitens der Spieler schlecht sein. Damit dürften Spieler in letzter Konsequenz ihre SC nicht absolut frei spielen.
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Stichwort Taschenlampenfallenlasser. ;)
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Damit dürften Spieler in letzter Konsequenz ihre SC nicht absolut frei spielen.
Stimmt. Ihre Feriheit wird zum Beispiel, wenn es denn eins gibt, schon durch das "Charakterblatt" eingeschränkt. Außerdem dürfen sie in bezug auf die anderen Spieler-Charaktere bei weitem nicht alles. Und die fiktive Umgebung kann weitere Einschränkungen mit sich bringen. Von "absoluter" Freiheit in ihrer Gestaltungsweise kann also keinesfalls die Rede sein.
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Absolute Gestaltungsfreiheit? Das halte ich für eine Urban Legend. Es gibt fast immer irgend ein geistiges Attribut, gegen das ich würfeln lassen kann... und *plop!* hat sich was mit absoluter Freiheit. Absolute Freiheit will ja in wirklichkeit auch niemand, das wäre total langweilig.
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Gut, dann machen wir es nicht gänzlich absolut.
Typische Situation: Die SC treffen auf einen NSC. Spieler X entscheidet, dass er den NSC in eine Schublade packt. Er könnte z.B. entscheiden, dass sein SC den NSC nicht mag, obwohl es seitens des SL keine dringende Motivation dafür gibt. Die Entscheidung ist ziemlich willkürlich getroffen.
Wenn diese Willkür erlaubt ist, dann muss das m.E. auf Gegenseitigkeit beruhen; d.h. auch der SL darf willkürlich entscheiden, und daran ist dann nichts Falsches.
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d.h. auch der SL darf willkürlich entscheiden,
Daß ein NSC einen SC spontan nicht mag - soweit ja (unter den Bedingungen, die auch für den Spieler galten, z.B. was irgendwelche spielregeltechnischen Aspekte [vulgo: Charme-Werte o.ä.] angeht). Weiter erstmal nicht.
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Aber dann höre ich schon die ersten Willkür-Rufe. Der SL entscheidet, dass der NSC die SC nicht mag. Der NSC hilft den SC daraufhin nicht. Die Spieler wundern sich und fragen, warum er ihnen nicht hilft. Der SL teilt ihnen durch ie Blume (oder wie auch immer) mit, dass der NSC die SC nicht mag. Einfach so, weil ihm die Nasen nicht passen... welcher Spieler schluckt denn das?
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welcher Spieler schluckt denn das?
Das hängt davon ab, in wessen Bekanntenkreis man herumfragt, schätze ich. Soweit es meinen eigenen Bekanntenkreis angeht, ist das ein legitimes (und nicht einmal selten vorkommendes) Vorgehen. (Wobei ich noch einmal einwerfen möchte, daß für die Beurteilung nicht ganz unerheblich ist, ob "jemanden mögen" regeltechnisch abgedeckt ist oder nicht.)
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Jeder hat die Verantwortung, die ihm im Rollenspiel eingeräumten Entscheidungsspielräume so zu nutzen, dass er den anderen nicht den Spaß am Spiel verdirbt. Das ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit, hat sich wohl aber leider immer noch nicht überall rumgesprochen.
Natürlich sollte man auch kein Mimose sein und nicht gleich rumheulen, weil man nicht alles kriegt, was man will.
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Jeder hat die Verantwortung, die ihm im Rollenspiel eingeräumten Entscheidungsspielräume so zu nutzen, dass er den anderen nicht den Spaß am Spiel verdirbt.
Mehr muss man dazu eigentlich nicht sagen. Bitte 7 Threads schließen ;)
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Aber dann höre ich schon die ersten Willkür-Rufe. Der SL entscheidet, dass der NSC die SC nicht mag. Der NSC hilft den SC daraufhin nicht. Die Spieler wundern sich und fragen, warum er ihnen nicht hilft. Der SL teilt ihnen durch ie Blume (oder wie auch immer) mit, dass der NSC die SC nicht mag. Einfach so, weil ihm die Nasen nicht passen... welcher Spieler schluckt denn das?
Ich erkenne da jetzt gerade nicht so das Problem. Warum sollte jeder NSC die Spieler mögen? Hin und wieder beschreibt unser SC auch mal einen "Guten" und mein erster Gedanke ist: Ar***. Mag ich nicht. Warum sollte man dann im Umkehrschluss ein Fass aufmachen?
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Das ist ja eben diese "Willkür"-Mentalität. Für mich gehört eine gewisse Willkür zum Spiel. Aber es scheint ja Leute zu geben, die so etwas ablehnen.
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Mehr muss man dazu eigentlich nicht sagen. Bitte 7 Threads schließen ;)
Second!
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Jeder hat die Verantwortung, die ihm im Rollenspiel eingeräumten Entscheidungsspielräume so zu nutzen, dass er den anderen nicht den Spaß am Spiel verdirbt. Das ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit, hat sich wohl aber leider immer noch nicht überall rumgesprochen.
Natürlich sollte man auch kein Mimose sein und nicht gleich rumheulen, weil man nicht alles kriegt, was man will.
*Applaus*
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Das ist ja eben diese "Willkür"-Mentalität. Für mich gehört eine gewisse Willkür zum Spiel. Aber es scheint ja Leute zu geben, die so etwas ablehnen.
Ach was. Hier werden nur ein paar Postcounts gepushed. >;D
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Und zwar überaus effizient.
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Das stimmt. Ich habe gerade schon die erste Antwort durch einen Selfquote gesehen!
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Aber dann höre ich schon die ersten Willkür-Rufe. Der SL entscheidet, dass der NSC die SC nicht mag. Der NSC hilft den SC daraufhin nicht. Die Spieler wundern sich und fragen, warum er ihnen nicht hilft. Der SL teilt ihnen durch ie Blume (oder wie auch immer) mit, dass der NSC die SC nicht mag. Einfach so, weil ihm die Nasen nicht passen... welcher Spieler schluckt denn das?
Naja für sowas gibt es doch in vielen Systemen Reaktionswürfe, soziale Fertigkeiten oder wenigstens eine Art Charisma-Wert...
Nur mag man ja jemanden "nicht einfach so nicht". Wenn alle SC z.b. niedriges Charisma haben, oder sich einfach unsympathisch benommen haben, absichtlich oder unabsichtlich, wäre das schon ein triftiger Grund. Aber ein "einfach so" gibt es eigentlich nie. Das wäre weder plausibel, noch machen das Spieler. Habe ich jedenfalls noch bei niemandem beobachtet.
Falls doch, dann macht sich der Spieler keine Gedanken und spielt seinen Charakter nicht logisch (oder er spielt einen geisteskranken Charakter ? ;))
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Das wäre weder plausibel, noch machen das Spieler. Habe ich jedenfalls noch bei niemandem beobachtet.
Falls doch, dann macht sich der Spieler keine Gedanken und spielt seinen Charakter nicht logisch (oder er spielt einen geisteskranken Charakter ? ;))
Hin und wieder beschreibt unser SC auch mal einen "Guten" und mein erster Gedanke ist: Ar***. Mag ich nicht. Warum sollte man dann im Umkehrschluss ein Fass aufmachen?
Ring frei! >;D
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Naja, einem Freund ist es schon mal passiert, dass ein High-Charisma-Charakter, den er auch sehr freundlich gespielt hat, einfach so, von einem ansonsten sehr umgänglichen NSC, die Hand gebrochen bekam. Einfach, weil der SL wollte, dass die beiden Charaktere sich nicht mögen. Es wurde nie ein logischer, nachvollziehbarer Grund geliefert. Natürlich könnte man jetzt sagen: Der NSC war einfach geisteskrank, aber irgendwie wars situationsbedingt einfach nur Kacke.
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Ring frei! >;D
Naa. Bei Worldeater braucht man nicht diskutieren. Der hat halt Recht. :-*
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Der hat halt Recht. :-*
Okay, wie viel wurde dir gezahlt, dafür dass du das schriebst? ;)
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Okay, wie viel wurde dir gezahlt, dafür dass du das schriebst? ;)
Purer Eigennutz. Sonst läuft die WorldeaterTM Propagandamaschine wieder an. 8]
@Surtur: Fällt das nicht unter Spielleiter Willkür? Der Thread ist aber gleich nebenan... *g*
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Purer Eigennutz. Sonst läuft die WorldeaterTM Propagandamaschine wieder an. 8]
Ich beuge mich deiner Weisheit. :)
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Purer Eigennutz. Sonst läuft die WorldeaterTM Propagandamaschine wieder an. 8]
@Surtur: Fällt das nicht unter Spielleiter Willkür? Der Thread ist aber gleich nebenan... *g*
Glaubst du ich mach mir noch die Mühe zwischen den Threads hin und her zu springen? Ist doch alles der selbe Sumpf.
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Ich beuge mich deiner Weisheit. :)
Eigendlich gebührt Boba Fett (http://tanelorn.net/index.php/topic,49934.msg971601.html#msg971601) die Ehre. Gibt wirklich wenige Posts die ich mehrfach lesen kann... und trotzdem jedesmal lachen muss :)
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Ach du meine Güte, Donnerknispel, da bleibt mir im positivsten Sinne die Spucke weg! :o
Großartig! :d
Aber um mal was hoffentlich mehr oder weniger Produktives zum Thema beizutragen:
Ich stimme der These im Eingangspost zu.
Ich glaube auch, das Spieler ihre SCs nicht absolut frei spielen können, ohne das dann von irgendwoher ganz schnell und laut der Ruf nach WILLKÜR!!! (als Kampfbegriff) erschallen müsste (auch wenn er das seltenst bis garnicht tut).
Zu sehr klingeln mir da die Geschichten in den Ohren, wenn Spieler Entscheidungen treffen, wie ihr Charakter handelt, obwohl sie selber und auch ihre Mitspieler (inklusive SL) ein ganz anderes Bild von diesem haben, einfach weil sie auf einer Metaebene Stress vermeiden wollen oder den Charakter zeitweise inkonsequent spielen als ihn sterben zu lassen oder oder oder...
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Ehrliche Frage: Ist der Thread ernstgemeint oder auch nur Satire? wtf?
(Gern auch per PM)
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wahrscheinlich genauso ernst wie die Diekussion um die These:Da Rollenspiel im sitzen gespielt wird und Schach auch ist Schach ein Rollenspiel
mit wahrscheinlich wernstem Tanz
Medizinmann
.
.
.
. nooooot
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Ring frei! >;D
Und weiter ?
"Gut" heißt ja noch lange nicht "Sympathisch" oder ?
Es gibt 1000 Gründe warum ein guter Charakter einen anderen guten Charakter nicht mag, obwohl beide aus dem selben Kulturkreis kommen/der selben Rasse angehören usw.
Zum Beispiel könnte sich ein durchtrainierter Sunshine-Pala von einem fetten Händler angeekelt fühlen, "weil der sich so gehen lässt". Oder gar aus irgendwelchen un(ter)bewussten Gründen.
Aber eben "einfach so" gibts halt nicht bzw. ist nicht logisch/plausibel
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Ich kann dich(oder xyz) auch einfach so nicht leiden. Ganz unlogisch und unplausibel. So seltsam sind Menschen nunmal. ;)
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Charaktere können nicht unplausibel handeln, weil sie von unterschiedlichen Spielern gesteuert werden. JEDE Handlung des Spielers ist in sich willkürlich, und das ist gut so.
Die Spielwelt KANN dagegen unplausibel handeln, weil hier mehrere Charaktere (und Historie, Physik und (begrenzt) sogar Zufall) von einer einzigen Person verwaltet werden. Diese willkürlich handeln zu lassen würde dazu führen, dass die Grenzen zwischen diesen Elementen aufgehoben werden und damit würde die Glaubwürdigkeit leiden.
Daher unterwirft sich der SL oft bestimmte "Reglementierungen", welche dafür sorgen dass die Neigung die einzelnen Elemente der Spielwelt zu "koordinieren" (ein völlig natürlicher Antrieb, der Mensch strebt nun einmal nach Symetrie) unterbunden wird und damit die Spielwelt unvorhersehbarer wird.
Naja für sowas gibt es doch in vielen Systemen Reaktionswürfe, soziale Fertigkeiten oder wenigstens eine Art Charisma-Wert...
Realsatire.
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Charaktere können nicht unplausibel handeln, weil sie von unterschiedlichen Spielern gesteuert werden. JEDE Handlung des Spielers ist in sich willkürlich, und das ist gut so.
Also ab&zu überraschen mich meine Chars schon.
Die Machen dann Sachen,die ich nicht vermutet hätte.Ist aber jedesmal neu und Interessant.
Letztes Jahr Krähencon z.B. ,da erschoss mein Char einen anderen ,weil der Spieler(und sein Char) rumbrüllte.War halt ein Reflex des Chars,denn geplant war das nicht
HouHouka
Medizinmann
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Nur mag man ja jemanden "nicht einfach so nicht".
Als Gegenbeispiel möchte ich anführen: Ich mag pauschal erst einmal niemanden. q.e.d. ;)
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Das sind beides Beispiele von begründeter Antisympathie. Einmal in der Weltanschauung, das andere mal aufgrund abweichender Meinungen (denk ich mal)
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Es gibt 1000 Gründe warum ein guter Charakter einen anderen guten Charakter nicht mag, obwohl beide aus dem selben Kulturkreis kommen/der selben Rasse angehören usw.
Und du behauptest ernsthaft, ohne dich mit der Psychologie und Neurophysiologie der Entscheidungsfindung auszukennen (nehme ich jetzt einfach mal so an), dass jemand überhaupt eine Entscheidung treffen kann ohne irgendeinen Grund dafür zu haben??? Bzw. machst du das Leuten zum Vorwurf?
Aber eben "einfach so" gibts halt nicht bzw. ist nicht logisch/plausibel
Genau. Dieses unmotivierte "einfach so" existiert nämlich praktisch gar nicht. Da ist jeder Würfelwurf willkürlicher als eine "aus dem Bauch heraus" getroffene Entscheidung.
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Und du behauptest ernsthaft, ohne dich mit der Psychologie und Neurophysiologie der Entscheidungsfindung auszukennen (nehme ich jetzt einfach mal so an), dass jemand überhaupt eine Entscheidung treffen kann ohne irgendeinen Grund dafür zu haben??? Bzw. machst du das Leuten zum Vorwurf?
Genau. Dieses unmotivierte "einfach so" existiert nämlich praktisch gar nicht. Da ist jeder Würfelwurf willkürlicher als eine "aus dem Bauch heraus" getroffene Entscheidung.
Mit diesem Kram (und egogewichstem Akademiker-Lauch wie dir, nehme ich jetzt einfach mal so an !!!!einseinself) musste ich mich in meinem Studium zu Genüge auseinandersetzen.
Und ja, das behaupte ich. Im Bezug aufs Rollenspiel natürlich, wo ja Spieler und Charakter nicht identisch sind.
....und denke dabei an sehr lang zurückliegende RPG-Zeiten, wo man mit seinen Charakteren teilweise nur am herumblödeln war, und blödsinnig gehandelt hat. Aber bitte, das ist (sollte sein) die Freiheit des Spielers.
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Akademiker Lauch ??
Wie drollig ist das denn ?! *kicher*
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....und denke dabei an sehr lang zurückliegende RPG-Zeiten, wo man mit seinen Charakteren teilweise nur am herumblödeln war, und blödsinnig gehandelt hat. Aber bitte, das ist (sollte sein) die Freiheit des Spielers.
Widerlegt. Ihr habt gehandelt, weils lustig und blödsinnig so war. Ihr hattet Spaß daran, Blödsinn zu treiben. Also das war ja einfach.
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Ja, sicherlich war das die Motivation auf Spielerebene.
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Und ich dachte doch tatsächlich, es ging um Spielerwillkür und nicht um Charakterwillkür ;)
Und wenn du in den "Einfach so" - Thread schaust, wirst du auch zugeben müssen, dass blödsinniges oder absurdes Verhalten der Menschheit offenbar kein unbekanntes Übel ist.
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These: Da der ganze Willkür-"Lauch" (sehr geil übrigens, WE, ich hatte den Begriff schon seit Jahren nicht mehr gesehen) sich von Anfang an selbst parodiert hat, bedurfte es eigentlich keines weiteren Threads, um ihn zu parodieren.
Antithese: Aber was in diesem Thread hier so verzapft wird, ist so abgefahren, dass ich es trotzdem lese. ;D
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Merkwürdigerweise zweifle ich immer noch am satirischen Gehalt des Eingangsposts.
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Und ich an jeglichem Gehalt jeglicher Posts. Aber man kann ja einfach jederzeit in einem beliebigen Satz etwas willkürliches hinein interpretieren. Dann ist alles wieder okay. :)
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... Wenn dann Willkür seitens des SL schlecht ist, sollte auch Willkür seitens der Spieler schlecht sein. Damit dürften Spieler in letzter Konsequenz ihre SC nicht absolut frei spielen.
Mal gesetzt den Fall, dies sei nicht satirisch gemeint, und die Kernaussage sei: "Wenn der SL nicht alles machen darf was er will, dann dürfen es die Spieler auch nicht!": Wer will es ihnen verbieten? Mal ausgenommen die Situation, der SL ist Erziehungsberechtigter oder gesetzlicher Vormund der Spieler? Und wer will dem SL verbieten, so zu spielen wie er will? Die Rollenspiel-Polizei?
Ne, im Ernst, das KANN und DARF nur Satire sein. ;)
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Die Rollenspiel-Polizei?
Tatü tata
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Naja, Satire würde ich es nicht nennen. Es ist im Grunde ernst gemeint. Tümpelritter hat in der 1. Antwort des Themas schon erfasst, was ich meine: Taschenlampenfallenlasser. Die waren ja schonmal in der Kritik. Ich sage einfach, wenn Taschenlampenfallenlassen seitens der Spieler erlaubt ist, dann ist auch Taschenlampenfallenlassen seitens des SL erlaubt. Wenn nicht, dann nicht.
@Alessandro: Du siehst offenbar einen Unterschied zwischen Spielern und SL, den ich aus deinem Beitrag noch nicht ganz erfassen konnte. Kannst du das näher ausführen?
Mal gesetzt den Fall, dies sei nicht satirisch gemeint, und die Kernaussage sei: "Wenn der SL nicht alles machen darf was er will, dann dürfen es die Spieler auch nicht!": Wer will es ihnen verbieten? Mal ausgenommen die Situation, der SL ist Erziehungsberechtigter oder gesetzlicher Vormund der Spieler? Und wer will dem SL verbieten, so zu spielen wie er will? Die Rollenspiel-Polizei?
Natürlich kann niemand etwas verbieten, aber man kann sich doch mit der Problematik auf theoretischer Ebene beschäftigen. Es ist eine Variante der Frage nach Freiheitsgrenzen im Spiel. Letztendlich bleibt es wohl überwiegend Geschmacksfrage, aber vielleicht kommen da am Schluss ein paar allgemeine praktische Tipps raus.
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Also mal ehrlich, ich habe keine Probleme damit, wenn es Threads gibt wie: "ich möchte meinen Spielern die perfekte Weltsimulation mit überwiegend zufallsgesteuerten Ereignissen bieten, damit sie jederzeit das Gefühl haben, dass ich sie superfair behandele, bitte helft mir dabei". Da hat jemand ein konkretes Anliegen, das man mit auf seine Situation passenden Ratschlägen unterstützen kann. Aber der ganze Willkür-Sulch ist viel zu allgemein gehalten, als dass man daraus nahrhaften Honig saugen könnte. Das ist reines Plaudern (was ja auch mal was feines sein kann, ich beteilige mich daran, weil ich's gerade lustig finde), aber mehr auch nicht. Meiner Meinung nach.
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Naja, Satire würde ich es nicht nennen. Es ist im Grunde ernst gemeint. Tümpelritter hat in der 1. Antwort des Themas schon erfasst, was ich meine: Taschenlampenfallenlasser. Die waren ja schonmal in der Kritik. Ich sage einfach, wenn Taschenlampenfallenlassen seitens der Spieler erlaubt ist, dann ist auch Taschenlampenfallenlassen seitens des SL erlaubt. Wenn nicht, dann nicht.
Das freut mich, dass ich das richtig erfasst habe, bevor ich überhaupt einen Post geschrieben habe ;)
Ich befürchte aber, Du verwechselst mich mit Destruktive Kritik, und ich bin gar nicht so schlau :'(
Trotzdem habe ich mir tatsächlich mal Gedanken um Spielerwillkür gemacht ;D
Mir sind bisher drei Formen eingefallen:
1. Anwendung von Spielerwissen anstatt Charakterwissen
2. Unmittelbarer Eingriff in die Spielwelt außerhalb des Charakters
3. Spontandiskussion um Regeln/Regelanwendung während des Spiels
Beispiele zu 1:
- Verwendung von Kenntnissen in der Chemie zur Herstellung von Schwarzpulver in einem Fantasysetting (mir bisher noch nicht untergekommen).
- Verwendung von Wissen aus einem Quellenband (ich geh in die Kneipe "Zum abgestochenen Schwein", weil da die Diebesgilde sitzt - mir in abgeschwächter Form schon begegnet)
- Verwendung von Spielerwissen über die Bezauberung/Hypnose von Charakteren der anderen Spieler (Unsitte, die bei mir schon mehrmals aufgetreten ist - komischerweise werden SpielerCHARAKTERE immer dann besonders mißtrauisch ihren Gefährten gegenüber, wenn die SPIELER wissen, dass die CHARAKTERE ihrer Mitspieler bezaubert sind)
Beispiele zu 2:
- SL: "Es springen 5 Orcs aus dem Gebüsch." Spieler: "Und die Kavallerie reitet gerade um die Biegung." (Sonderfälle, in denen der Spieler besondere Aktionskarten oder andere regelkonforme Möglichkeiten zur Herbeirufung von Verstärkung hat mal beiseite gelassen.)
- Spieler: "In der Stadt muss es doch einen Tempel meines Gottes geben." SL: "Nee, dafür ist die Stadt zu klein und es wohnen nicht genug Zwerge da." Spieler: "Doch, da muss es einen Tempel geben." - mir schon passiert.)
Beispiel zu 3:
- Spieler: "Ich renn da hin." SL: "Gut, würfel Akrobatik, ob Du volles Tempo rennen kannst und nicht irgendwo auf dem unebenen Boden stolperst." Spieler: "Hab ich nicht gelernt, ich würfel Athletik." *ergebnisloses Regelbuchwälzen* "SL: "Also ich finde, Akrobatik passt besser zum Geländelauf." Spieler: "Also mir gefällt Athletik besser, das hab ich auch gelernt." *halbstündige Diskussion, andere Spieler genervt* (Vor zwei Monaten erlebt.)
- Spielerin: "Ich sag den Elfen, dass sie uns passieren lassen können, wir machen den Wald nicht kaputt, ich passe drauf auf." SL: "Würfel mal Diplomatie." Spielerin: "Aber ich sag doch die Wahrheit!!! (Unterton: Muss ich da würfeln
?)" SL: "Darum ja Diplomatie und nicht Bluffen." *Spielerin verhaut den Wurf* SL: "Hast jetzt mehr Mißerfolge als Erfolge, die Elfen lassen euch nicht durch ihr Gebiet." Spielerin: "Ich finde es blöd, dass wir bei sowas würfeln, sowas muss man doch ausspielen..." *laaaange Diskussion* (sechs Wochen oder so her)
Das sind alles so Sachen, wo ich Spieler erschlagen könnte, weil sie da an Sachen rumspielen, die nicht in ihrem Bereich des Spiels liegen (oder deren Klärung nicht während des Spieles erfolgen sollte, sondern vorher oder zwischen den Treffen, oder meinetwegen ganz am Anfang des Treffens).
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Das ist keine Spielerwillkür, das ist/sind:
zu 1: schlechtes Ausspielen der Rolle/Unverständnis über grundlegende Mechanismen des ROLLEN-Teils in Rollenspiel.
zu 2: unterschiedliche Auffassungen in der Runde über die Zuständigkeit der Beteiligten hinsichtlich des Ablaufs der Handlung und die Platzierung von Lokalitäten,
zu 3: unterschiedliche Regelauslegungen, verknüpft mit unterschiedlichen Ansichten der Spieler und des Spielleiters über die Gruppenhierarchie (Leitsatz: "Der SL hat immer recht und die Spieler haben es während des Spiels zu schlucken, um den Spielfluss nicht zu stören." Ohne das jetzt zwingend negativ bewerten zu wollen, es ist wirklich manchmal entspannender, so zu spielen. Manchmal ist es aber auch scheiße.)
Wie auch immer, das hat mit Spielerwillkür nix zu tun.
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@Großkomtur:
Nun, für mich sind die beschriebenen Fälle eben die Fälle, wo ich den Kampfbegriff "Willkür" im klassischen Rollenspiel mit getrennten Aufgabenbereichen zücken würde. Einmal überschreitet der Spieler massiv seine Möglichkeiten und zweimal greift er in klassische Spielleiterbereiche (Weltgestaltung, Schiedsrichter/Regelausleger) ein. Bei anderen Sachen mag ich es vielleicht nicht passend finden, wie der Spieler mit seinem Charakter umgeht (wenn er seinen feigen Barbaren spielt z.B.), aber das ist in meinen Augen Spielerfreiheit.
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@Tümpelritter & Destruktive Kritik: Sorry, für die Verwechslung!
Ich schließe dann mal das Thema.