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Medien & Phantastik => Sehen, Lesen, Hören => Lesen => Thema gestartet von: Heinzelgaenger am 10.10.2009 | 14:05
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Tolkien ging es also darum, den Kommunismus zu verunglimpfen.
http://www.arellanes.com/archives/000441.html
(englische Übersetzung aus der tschechischen Rude Pravo)
Herrlich, hab ich von der RPG Site.
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Haha das ist cool.
Obwohl ich muss sagen, dass mit dem bösen im Osten und den Guten im Westen ist mir auch schon aufgefallen. (ich Kommunist ;D )
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Tolkien hat ja immer bestritten, solche realweltlichen Ideen eingebaut zu haben...der Gedanke kann einem beim Lesen dieses Buchs aber durchaus kommen, finde ich. Auch diese Idee mit irgendwelchen "heldenhaften Blutlinien", die durch Heirat mit "normalen Blutlinien" verwässert werden, und die Idee von irgendwelchen Ork-Untermenschen, die primär zum Böse sein und Abschlachten gut sind...also abseits von tollen Fantasyideen steckt da schon eine Menge eklige Scheisse drin.
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Ein ähnliches Gedankenspiel (wenn auch etwas durchdachter als die kommunistische Kritik) findet sich auch in
David Brin: J.R.R. Tolkien - Enemy of Progress (http://dir.salon.com/story/ent/feature/2002/12/17/tolkien_brin/index.html)
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Naja, Tolkien hat aber auch immer gesagt, dass es ihm darum ging, eine angelsächsische Edda zu schreiben. Die Hobbits sind (gerade auch im Hobbit) sehr britisch und sollen das auch sein. Gondor und seine großen Städte sind stark mediterran geprägt. Hier bekommst du ein ganz gutes Bild davon (http://strangemaps.wordpress.com/2007/06/03/121-where-on-earth-was-middle-earth/), wie die Kulturen in Mittelerde verortet sind. DAS hat er meines Wissens auch nicht bestritten. Er hat nur dementiert, dass er eine Parabel auf die Weltkriege erzählen oder irgendwelche aktuellen politischen Mißstände aufzeigen wollte. Derartige Vermutungen werden meiner Meinung nach eh hinfällig, wenn man Tolkiens Werk in seiner Gesamtheit ansieht, statt den HdR isoliert zu betrachten.
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Der HdR und die Werke, die im gleichen Kontext stehen, sind ja auch mehr als ein literarisches Werk. Sie sind letzten Endes Tolkiens Selbstverwirklichung und man sollte sich nicht wundern, wenn Spuren seines eigenen reaktionären und technikfeindlichen Weltbildes dort eingeflossen sind. Jedwede direkte Interpretation halte ich allerdings für reichlich abwegig.
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Technikfeindlich nein. Die Zerstörung des "Auenlandes" seiner Jugend durch die Industrialisierung fand er halt net toll. Aber als technikfeindlich würde ich ihn nicht bezeichnen.
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Ein ähnliches Gedankenspiel (wenn auch etwas durchdachter als die kommunistische Kritik) findet sich auch in
David Brin: J.R.R. Tolkien - Enemy of Progress (http://dir.salon.com/story/ent/feature/2002/12/17/tolkien_brin/index.html)
Da ist eine tolle Liste dystopischer Bücher/Filme drin:
"Soylent Green"? "Blade Runner"? "Rollerball"? "Silent Running"? "1984"? "Fail-Safe"? "The China Syndrome"? "Terminator"? "The Hot Zone"? "Logan's Run"? "The Postman"? "Fahrenheit 451"?
Edit: Streicht Postman aus der Liste. Aber dafür sollte jeder, der Paranoia spielt/leitet "Logan's Run" gesehen haben. Das ist einfach DIE Quelle.
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Ein ähnliches Gedankenspiel (wenn auch etwas durchdachter als die kommunistische Kritik) findet sich auch in
David Brin: J.R.R. Tolkien - Enemy of Progress (http://dir.salon.com/story/ent/feature/2002/12/17/tolkien_brin/index.html)
Der Typ ist toll:
Picture Odysseus telling both Agamemnon and Poseidon to go chase themselves, then heading off to join Daedalus in a garage start-up company, mass producing wheeled and winged horses so that mortals could swoop about the land and air, like gods -- the way common folk do today. Even if they fail, and jealous Olympians crush them, what a tale it would be.
Oder aus dem Artikel über Star Wars:
By contrast, the oppressed "rebels" in "Star Wars" have no recourse in law or markets or science or democracy. They can only choose sides in a civil war between two wings of the same genetically superior royal family.