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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Thema gestartet von: Sashael am 17.12.2009 | 10:22

Titel: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Sashael am 17.12.2009 | 10:22
Hallo!

Ich plane derzeit eine Fantasy-Kampagne. Es geht dabei um ein isoliertes Hoch-Volk (Rasse spielt hierbei erst einmal keine Rolle), das einen Krieg gegen eine primitive Rasse wilder Barbaren kämpft. Vor 20 Jahren wurde dabei von den Barbaren ein mächtiges Ritual gewirkt, indem sie mit Hilfe dunkler Götter das Hochvolk mit Vergessen schlugen. Bis auf die Angehörigen des Hoch-Volkes, die ihrerseits durch mächtige Schutzartefakte gegen Magie gefeit waren, vergaßen alle Mitglieder ihr komplettes bisheriges Leben. Die SCs beginnen also als relativ unerfahrene Abenteurer, egal wie alt sie sind. Durch das Ritual kam es zwar beinahe zu einem Exodus der Hochkultur, aber mit dem Mut der Verzweiflung wurden die nachfolgenden schweren Angriffe der Barbaren zurückgeschlagen und ein neuer Status Quo installiert. Die SCs erleben den Krieg, welchen die Hochkultur nun doch langsam zu verlieren droht, da die Rasse der Barbaren sich wesentlich schneller fortpflanzt und eine extrem kürzere Aufwachsphase hat. Sie müssen durch das ehemalige Imperium streifen auf der Suche nach einer Möglichkeit, in diesem Krieg wieder die Oberhand zu gewinnen.

Jetzt kommen wir langsam zu meiner Frage. ;)

Im Laufe der Kampagne finden die SCs heraus, dass so manches schief lief in den großen Zeiten des Imperiums. Und sie finden heraus, dass sie selbst in ihren früheren Leben eine echt große Menge Dreck am Stecken hatten. Bis hin zu magischen Experimenten an versklavten intelligenten Kraturen und sogar Massenmord.

Würdet ihr das als eine rollenspielerische Herausforderung ansehen (sich der sehr unangenehmen eigenen Vergangenheit zu stellen) oder würdet ihr das als einen zu starken Eingriff in euren SC wahrnehmen? Wie gesagt, die Verbrechen fanden allesamt VOR dem Charakterbau statt und der Charakter und seine (jetzige) Persönlichkeit wurden dank des Rituals sozusagen von Null an aufgebaut.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Ein am 17.12.2009 | 10:24
Kann man machen ja. Wobei mich das Thema nicht interessieren würde, bin aus meinen Teen-Jahren raus.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Zornhau am 17.12.2009 | 10:33
Würdet ihr das als eine rollenspielerische Herausforderung ansehen (sich der sehr unangenehmen eigenen Vergangenheit zu stellen) oder würdet ihr das als einen zu starken Eingriff in euren SC wahrnehmen?
Kommt darauf an.

Wenn ich VORHER als Spieler weiß und mich darauf einstellen kann, daß das Ganze ein "Mindfuck"-Setting ist, dann OK. - Es reicht schon zu wissen, DASS es das ist, ohne konkrete Details offenzulegen, damit ich mich darauf einstellen kann.

Wenn ich aber in eine Fantasy-Runde mit der Einstellung gehe, daß ich hier einen vielleicht seltsamen Start vorgegeben bekomme, aber dann doch meine Charakterkonzepte des edlen Ritters in der Not, des trickreichen Fallenbezwingers usw. spielen kann, und wenn ich DANN erst nach einer Weile mitbekomme, daß mein "Edler Ritter" eine Art "Fantasy-Konzentrationslager-Kommandant" oder so etwas war, dem es nur die Erinnerung etwas benebelt hat, dann wäre ich schon ziemlich ANGEPISST.

Mindfuck ist OK, wenn man das vorher ausgemacht hat, daß es zu so etwas kommen kann.

Aber einfach eine Sache spielen, um dann eine GANZ ANDERE daraus zu machen, ist zumindest mit mir als Spieler NICHT OK.

Engel: Es ist eine andere Sache, wenn man rausbekommt, daß man ein OPFER war, als wenn man erfährt, daß man ein TÄTER ist, der Dinge begangen hat, die einem als Spieler soweit gegen den Strich gehen, daß man so etwas NIEMALS in seinen Runden akzeptiert hätte.

Hier sind die persönlichen GRENZEN enorm wichtig - und diese können bei dem oben vorgeschlagenen Ansatz UNGEFRAGT überschritten worden sein. Wie sehr, das merkt der arme Spieler erst später.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Ein am 17.12.2009 | 10:38
Ich hab Total Recall gesehen, mir wäre es egal.

Wobei mir gerade auffällt, dass ich viel dämlicher finde, dass die Barbaren sich schneller vermehren, schneller heranwachsen und anscheiend bessere Magie haben als die Hochkultur.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Humpty Dumpty am 17.12.2009 | 10:40
Cooles Thema und eine schöne Geschichte. Hätte ich Lust drauf. Bei der Beschäftigung mit der eigenen Vergangenheit solltest Du ziemlich genau darauf achten, wie die Spieler reagieren und die Kampagne entsprechend steuern. Falls die Leute Bock haben, neben der kriegerischen Auseinandersetzung auch eine Art Katharsis für das eigene Volk einzuleiten und zu begleiten, kann das eine ziemlich runde Sache werden. Finden die Spieler solche Situationen hingegen eher unangenehm und drücken explizit oder implizit ihr Unbehagen aus angesichts solcher in einem Fantasyrahmen doch eher ungewöhnlichen Themen, würde ich an Deiner Stelle die Finger davon lassen und diesen Strang nur am Rande einflechten. Für eine vielschichtige Geschichte würde ich die Vergangenheit mit den Experimenten allerdings möglichst grau zeichnen und glaubwürdige Gründe für die vermeintlichen und offensichtlichen Missetaten anbieten. Aber wie gesagt: auf solche eher forgigen Themen haben nicht alle Leute Lust.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Chiungalla am 17.12.2009 | 10:43
Diese Frage kann Dir nur Deine Gruppe beantworten.
Am besten solltest Du sie, etwas weniger konkret um nicht soviel zu spoilern, Deiner Gruppe stellen.

"Darf ich euch ein paar Leichen in den Keller eurer Charaktere packen, und ihr müsst euch den Schlüssel in der Kampagne verdienen, um nachzugucken was für welche es sind?"

Oder so ähnlich.

Wenn Du hier im Forum 90% Zuspruch bekommst, und 10% Ablehnung, aber eben einer aus den 10% in Deiner Gruppe sitzt, dann bringt Dir das Gefrage hier wenig. Oder willst Du Dich dann darauf berufen das eine repräsentative Umfrage im Tanelorn ergab, dass Du das darfst?  >;D

Für mich klingt die Story, dass mag aber auch durchaus der Zusammenfassung geschulded sein, auf jeden Fall an den Haaren herbeigezogen und hahnebüchen. Sorry.

Wenn Du das aber so durchziehen möchtest, dann würde ich Dir ganz eindeutig dazu raten den Spielern/Charakteren im Laufe der Kampagne, das ganze etwas verdaulicher zu präsentieren. Zum Beispiel indem Du sie vor der großen Enthüllung auch schlimmes über die Vergangenheit eines befreundeten "Helden" herausfinden lässt, der jetzt vor allem deshalb gutes tut, um seine früheren Verbrechen auszugleichen, o.ä.
Wenn Du sowas thematisierst, oder auch den Sachverhalt das die früheren Taten ja "nicht sie selbst waren irgendwie", machst Du es glaube ich ein ganzes Stück erträglicher.

Und Du solltest halt schon irgendwie dafür sorgen, dass die Charaktere "moralisch gefestigt" und gut sind.
Was ich irgendwie gar nicht so selbstverständlich fände, bei Charakteren die ausschließlich in Kriegszeiten "aufgewachsen" sind. Sonst läuft es schnell darauf hinaus, dass die Charaktere statt die alten Muster zu verteufeln, die als tolle Ideen aufgreifen.  >;D
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Teylen am 17.12.2009 | 11:01
Ich faende es als Spieler ein sehr interessanter Ansatz und denke nicht das es zu sehr in den Charakter eingreift da der Charakter selbst - also das was im Hintergrund beschrieben ist - sich ja dadurch nicht veraendert.
Das Problem ist nur das es sich kaum auf andere Spieler verallgemeinern laesst,..

@Ein
Die haben doch nicht bessere Magie sondern eigentlich einfach nur die intelligentere Rasse mit Masse statt Klasse ueberrannt.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Ein am 17.12.2009 | 11:05
Ritual, das in der Lage ist, die Erinnerung einer ganzen Zivilisation zu tilgen? Ja, total primitiv.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Sequenzer am 17.12.2009 | 11:08
Das ist ja kein Eingriff in den Charakter, sondern die Vergangenheit vom ihrem Volk ;) Mit Mindfuck hat das nichts zu tun... Das ist eher ne Settingsgeschichte wie alles andere ^^
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Crimson King am 17.12.2009 | 11:11
Ich finde die Idee gut.

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Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: ChristophDolge am 17.12.2009 | 11:19
Jo, an diesen Spoiler musste ich auch denken. Das den Spielern korrekt zu vermitteln, ist aber extrem schwierig und eine Gratwanderung zwischen Beliebigkeit (xtes Amnesie-Setting) und Lächerlichkeit (xtes Amnesie-Setting)...
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: First Orko am 17.12.2009 | 11:22
Ist aus meiner Sicht wie mit vorbereiteten Charakteren spielen, was ja zumindest im Rahmen von Cons nix unübliches ist.
Das sollte halt nur vorher den Spielern klargemacht werden... also nach dem Motto: Werte könnt ihr vergeben, aber was es mit dem Charakter auf sich hat, gebe ich vor.

Wäre für mich durchaus ok (auch wenn mich das Setting jetzt auch nicht so anrockt) und irgendwie vielleicht auch reizvoll.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Don Kamillo am 17.12.2009 | 11:23
Mir gefällt die Idee auch, würde aber vorher zumindest mit den Spielern abstimmen, daß sie quasi unter Volksamnesie leiden und nur von einigen wenigen „Wissenden“ geführt werden.

Wenn sie mit der Zeit mitkriegen, was sie so früher angestellt haben ( was man den Spielern auch überlassen kann, die sind da gerne kreativ drin, wenn es anständige Leutz sind ), wer weiss, wie sie sich entwickeln. Ich stelle mir gerade Verhandlungen mit den Barbaren vor und man jagt die Wissenden des einen Volkes und die Kriegshetzenden der Barbaren zum Teufel und macht gemeinsam weiter...

Kann man viel draus machen, würde ich sagen!
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Lord Verminaard am 17.12.2009 | 11:23
The Artist Formerly Known As Kurt Biedenkopf sagt es richtig: Die Frage ist, ob deine Spieler sich auf so etwas einlassen wollen. Du kennst sie am Besten und kannst das am Ehesten beurteilen. Die Annalen des Forums sind voll von ambitionierten Spielleitern, die ihre Gruppe zu großem Drama, Selbsterkenntnis und moralischem Grenzgang zwingen wollten und damit gnadenlos auf die Schnauze gefallen sind. Ebenso sind sie aber voll von Geschichten über denkwürdige Runden mit großem Drama, Selbsterkenntnis und moralischem Grenzgang. YMMV.

Um deine Frage zu beantworten, ich persönlich finde es gut. :)
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Bentley Silberschatten am 17.12.2009 | 11:26
Ich würde die Spieler vorher informieren.

Ich selbst finde das ne klasse Idee.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: DasTaschentuch am 17.12.2009 | 11:29
Wenn ich mal meine unverblümte Meinung sagen darf:
Rollenspiel ist ein Spiel,kein Selbstfindungstrip.
Beim Schach frag ich ja vorher auch nicht den Gegenspieler um Erlaubnis ob ich seinen Bauern schlagen kann.
Wenn die Spiler dich als Meister akzeptieren,müssen sie auch acuh akzeptieren daß du die Geschichte machst.
Vorher um Erlaubnis fragen würde ausserdem die Überaschung kaput machen.

Nur meine 2 cent.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: ErikErikson am 17.12.2009 | 11:34
Verminaard hat recht. Wenn deine Spieler sich sperren, wird das nischt. Wenn sies mögen, wirds bestimmt cool. Must du einschätzen.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: 6 am 17.12.2009 | 11:35
@Taschentuch:
Stell Dir vor Du machst einen Charakter. Später im Spiel stellt sich raus (ohne Dein Zutun. SL hat so entschieden), dass Dein Charakter eigentlich ein ehlender Kinderschänder war(und es ihm Spass gemacht hat).
Würdest Du dann immer noch akzeptieren, dass Dein SL die Geschichte macht?
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Teylen am 17.12.2009 | 11:38
Ich faende es auf jedenfall schlecht wenn man die Spieler spoilert.

Ausnahmen bestaetigen die Regeln, also so etwas wie: "Darf ich deinen Char im Laufe des Plot umbringen lassen und dir einen komplett gegenteiligen neuen geben?" fand ich schon gut gefragt zu werden - respektive die Moeglichkeit gehabt zu haben "Ne, mag ich nicht" zu sagen. ^^;

@6
Zur Not kann der Spieler bzw. Charakter doch einfach in die "In Denial" Haltung gehen, also das er es einfach nicht war und keine Verbindung mehr zu der Person vor der Erinnerung hat..
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Pyromancer am 17.12.2009 | 11:46
Wenn die Spiler dich als Meister akzeptieren,müssen sie auch acuh akzeptieren daß du die Geschichte machst.
Vorher um Erlaubnis fragen würde ausserdem die Überaschung kaput machen.

Ich kauf ja die Katze im Normalfall nicht im Sack, und wenn ich jemanden als Spielleiter akzeptiere, dann tue ich das, weil das, was er leiten will, mich anspricht. Bei Szenarien mit einer großen Überraschung(TM) weiß ich das natürlich nicht.

Und wenn der SL dann nach drei Monaten Spielzeit auf einmal sagt: "Ätsch, du bist gar nicht Hans Scholl, sondern Joseph Mengele!", dann können genau zwei Dinge passieren: Entweder, ich finde das richtig toll, oder ich fühle mich abgrundtief verarscht. Manchmal bildet man sich als SL ein, man müsse solche Risiken eingehen. Man sollte sich aber bewusst sein, dass das böse nach hinten losgehen kann.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: 6 am 17.12.2009 | 11:49
@Teylen:
Das Problem mit dem nicht Spoilern ist halt immer, dass es auch eine böse Überraschung geben kann. Was macht der Spieler, wenn sein Charakter eigentlich ganz anders angelegt war? Er hat z.B. so nen Errol Flynn-Typen gebaut, der fröhlich, sympathisch und einfach cool drauf ist und erfährt dann während er schon ein paar Sitzungen gespielt hat, dass er eigentlich Rorschach hat.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Tequila am 17.12.2009 | 11:55
@Taschentuch:
Stell Dir vor Du machst einen Charakter. Später im Spiel stellt sich raus (ohne Dein Zutun. SL hat so entschieden), dass Dein Charakter eigentlich ein ehlender Kinderschänder war(und es ihm Spass gemacht hat).
Würdest Du dann immer noch akzeptieren, dass Dein SL die Geschichte macht?

Ja, denn das ist ein Teil meiner Geschichte, mit dem ich nun lernen uss umzugehen, eine Herausforderung, die mich motiviert...

Es ist ja nichts, was mir (also mein Char) noch bewußt ist, ein Teil meiner Vergangenheit, den ich erst entdecken muss.

Das ist doch nichts anderes,als wenn der SL meinen verschollen geglaubten Bruder auftauchen lässt.

Ich hab das Gefühl, das einige Leute den "Wert" ihres Charakters für zu hoch einschätzen...er ist ein Vehikel um eine gute Story zu erzählen.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Don Kamillo am 17.12.2009 | 12:00
Ja, denn das ist ein Teil meiner Geschichte, mit dem ich nun lernen uss umzugehen, eine Herausforderung, die mich motiviert...

Es ist ja nichts, was mir (also mein Char) noch bewußt ist, ein Teil meiner Vergangenheit, den ich erst entdecken muss.

Das ist doch nichts anderes,als wenn der SL meinen verschollen geglaubten Bruder auftauchen lässt.

Ich hab das Gefühl, das einige Leute den "Wert" ihres Charakters für zu hoch einschätzen...er ist ein Vehikel um eine gute Story zu erzählen.
Ich denke, je nachdem, womit man es zu tun bekommt, gibt es mehr oder weniger Motivation, kommt wirklich auf die Spieler an.
Und je nachdem, was aus der " mir nicht bekannten" Vergangenheit hochkocht, kann mich das als Spieler möglicherweise schon tierisch anpissen und dafür sorgen, daß ich keinen Bock mehr auf den Charakter habe!
immerhin habe ich den Char gebaut, normalerweise, und ich will auch den Spass beim Ausspielen haben!
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Pyromancer am 17.12.2009 | 12:01
Ich hab das Gefühl, das einige Leute den "Wert" ihres Charakters für zu hoch einschätzen...er ist ein Vehikel um eine gute Story zu erzählen.

Ja, ich bau mir einen Charakter, um "Held kämpft auf verlorenem Posten gegen den Untergang seines Reiches" zu erzählen, und der SL würgt mir "Protagonist entdeckt, dass er kein Held sondern eine fiese Mistsau ist" rein.
Das kann rocken. Aber wenn ich mich auf die Rolle als tragisch-strahlender Held gefreut habe und das spielen will, dann nützt mir die coole Geschichte im Kopf des SLs gar nichts.

Gratwanderung.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Teylen am 17.12.2009 | 12:02
@6
Dadurch aendert sich doch der eigentliche Charakter des Errol Flynn nicht wieder in Rorschach? Vielmehr muss der Char damit leben mal rorschachig gewesen zu sein, heisst ja nicht das er gleich wieder in das Muster faellt und alles vergisst was er bis dato erlebt hat.

Nun und er kann es noch verdraengen.

Wenn mir irgendein Religioeser weis machen wuerde das meine Liste der Reininkarnation von Attila, ueber Jack the Ripper oder einem Nazi alles Graeul der Menschheit abdeckt wuerde ich - selbst wenn er es beweisen koennte - es einfach, nu, wahrscheinlich verdraengen.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: SeelenJägerTee am 17.12.2009 | 12:08
Mein Tipp.
Mach eine Charaktererschaffung à la Warhammer.
Also lass den Chakter auswürfeln.
Da steht von vornherein Fest, dass es kein Wunschkonzert ist und die Spieler sind eher geneigt so etwas hin zu nehmen, weil eh keiner einen "Wunschcharakter, den er schon immer mal probieren wollte" dabei "verheizt".
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: 6 am 17.12.2009 | 12:15
@6
Dadurch aendert sich doch der eigentliche Charakter des Errol Flynn nicht wieder in Rorschach? Vielmehr muss der Char damit leben mal rorschachig gewesen zu sein, heisst ja nicht das er gleich wieder in das Muster faellt und alles vergisst was er bis dato erlebt hat.

Nun und er kann es noch verdraengen.
Er war trotzdem Rorschach gewesen und der Charakter wird sich Zeit seines gespielten Lebens damit rumschlagen müssen. Egal, ob er es verdrängt, werden immer wieder Begebenheiten oder Leute auf seine Vergangenheit anspielen. (Ansonsten wäre es ja nicht Teil der SL-Geschichte)
Zitat
Wenn mir irgendein Religioeser weis machen wuerde das meine Liste der Reininkarnation von Attila, ueber Jack the Ripper oder einem Nazi alles Graeul der Menschheit abdeckt wuerde ich - selbst wenn er es beweisen koennte - es einfach, nu, wahrscheinlich verdraengen.
Im Gegensatz zum Rollenspiel wirst Du aber nicht immer wieder darauf angesprochen/angespielt.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Teylen am 17.12.2009 | 12:22
Oh, meiner Erfahrung nach sind Rollenspieler unliebsame nicht ganz konzeptionell passende Taten dazu in der Lage so etwas von zu verdraengen - egal ob sie darauf angespielt werden, angesprochen oder es Konsequenzen haben muesste - das es jede Menschliche Verdraengungsleistung im richtigen Leben in den Schatten stellt.

Man koennte es den Paladin Effekt nennen.
Den kann man auch drauf ansprechen das es voll unkorrekt ist sich durch Orcs zu Holzen als waeren sie ein Wald. Man haette aber mehr davon wenn man mit einer (nicht magischen) Wand spricht?

Es koennte in dem Fall dann nur den SL frusten bzw. den Plot gegen die Wand fahren.
[Du warst einmal ein Massen Moeder
Nein
Du hast meine Tochter umgebracht
Nein
Ich habe ein Photo, ne Aufnahme, 10 Zeugen und eineHandschriftliche von dir unterzeichnete Erklaerung
... Das war nicht ich
Doch!
... Das liegt hinter mir
Mach etwas
Nein (das war ich nicht)
Ich werde mich raechen
Stirb]
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: ErikErikson am 17.12.2009 | 12:27
Verdrängen heisst in dem Fall, sie machen dir deinen Plot kaputt. (Du scheinst ja einen zu haben).

Und ja, das können Spieler sehr gut. Meister: "Deinen bösen Kamerad von früher, mit dem du zusammen Leute abgeschlachtet hast, triffst du nach Jahren wieder. Spieler: "Ja, Hallo, hab noch was vor, war nett dich getroffen zu haben."
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: 6 am 17.12.2009 | 12:30
@Teylen:
Und damit ist der Plot dann geplatzt. Oder anders ausgedrückt: Die Spieler haben keine Lust drauf, also ist die gesamte Idee für die Katz. Du hast bisher nur "Glück" gehabt, dass Du keinen Spieler erlebt hast, der dem SL dann die Meinung gesagt hat.

Aber im Endeffekt beschreibst Du uA eine der möglichen ablehnenden Haltungen der Spieler.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Tequila am 17.12.2009 | 12:40
Ja, ich bau mir einen Charakter, um "Held kämpft auf verlorenem Posten gegen den Untergang seines Reiches" zu erzählen, und der SL würgt mir "Protagonist entdeckt, dass er kein Held sondern eine fiese Mistsau ist" rein.
Das kann rocken. Aber wenn ich mich auf die Rolle als tragisch-strahlender Held gefreut habe und das spielen will, dann nützt mir die coole Geschichte im Kopf des SLs gar nichts.

Gratwanderung.


Korrektur: Der Held WAR eine fiese Mistsau...was er nun ist, liegt allein am Spieler...Ich sehe das Storykonstrukt nur als Erläuterung meiner Vergangenheit, nicht als Hypothek auf meine Zukunft...
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: 6 am 17.12.2009 | 12:44

Korrektur: Der Held WAR eine fiese Mistsau...was er nun ist, liegt allein am Spieler...Ich sehe das Storykonstrukt nur als Erläuterung meiner Vergangenheit, nicht als Hypothek auf meine Zukunft...
Dann wäre es aber sinnlos, sowas vom SL einzuführen.
Oder anders ausgedrückt: Teil des vom SL entworfenen Plotes ist es, dass Du ne fiese Mistsau warst und hat deshalb logischerweise Auswirkungen auf Deine Zukunft.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: ErikErikson am 17.12.2009 | 12:45
Na schon wahr, aber es ist klar, das die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit bespielt werden soll. Und schon ists ein anderes Flair. Spieler:" Ich will aber ein makelloser Held sein! Wo ist mein weisses Ross?"
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Tequila am 17.12.2009 | 12:47
Dann wäre es aber sinnlos, sowas vom SL einzuführen.
Oder anders ausgedrückt: Teil des vom SL entworfenen Plotes ist es, dass Du ne fiese Mistsau warst und hat deshalb logischerweise Auswirkungen auf Deine Zukunft.


Natürlich hat dies Auswirkungen auf meine Zukunft....aber eigentlich hat der SL in jedem Setting Einfluß auf meine Zukunft, nur sieht die teilweise halt anders aus.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Teylen am 17.12.2009 | 12:52
Und damit ist der Plot dann geplatzt. Oder anders ausgedrückt: Die Spieler haben keine Lust drauf, also ist die gesamte Idee für die Katz. Du hast bisher nur "Glück" gehabt, dass Du keinen Spieler erlebt hast, der dem SL dann die Meinung gesagt hat.
Ja bzw. Nein.
Der Plot koennte damit geplatzt sein. Nur waere so etwas, was auch, sogar ohne boesen Willen der Spieler, einfach passieren koennte. Heisst die Spieler sagen sich nicht bewusst das sie nun den Plot mal sprengen wuerden sondern ziehen einfach den Grundansatz bzw. die Grundannahme zu einem Charakter durch.

Wobei auch nicht raus kommt in wie weit der SL erwartet das darauf eingegangen wird.
Es kann ja in beide Richtungen gehen. Die einen ignorieren es komplett, die anderen schubsen ihr eigentliches Char Konzept komplett um.

Ich hatte bisher zwar noch kein Szenario mit Ueberraschungen in der Vergangenheit fuer die Charaktere, aber ein Szenario innerhalb einer Vampire Runde wo die Spieler / Charakter Handlungen kurz nach der Tat ignoriert wurden einfach weil es mit eigentlichen Vorstellung nicht zusammen passte.
Was auch nicht boese oder so gemeint; wobei schon drueber gesprochen wurde. ^^;
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: 6 am 17.12.2009 | 12:58
Natürlich hat dies Auswirkungen auf meine Zukunft....aber eigentlich hat der SL in jedem Setting Einfluß auf meine Zukunft, nur sieht die teilweise halt anders aus.
Klar hat er Auswirkungen drauf. Das ist aber ähnlicher Graubereich wie der Charaktertod.
Das sind Sachen, die vorher vom SL ausgelotet sein. Sonst gibts mächtig Schwierigkeiten.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: DasTaschentuch am 17.12.2009 | 13:02
@Taschentuch:
Stell Dir vor Du machst einen Charakter. Später im Spiel stellt sich raus (ohne Dein Zutun. SL hat so entschieden), dass Dein Charakter eigentlich ein ehlender Kinderschänder war(und es ihm Spass gemacht hat).
Würdest Du dann immer noch akzeptieren, dass Dein SL die Geschichte macht?

Hatte ähnliche Situation schon gehabt.
Wenn der SL das nur macht um mir eine reinzuwürgen wär ich sauer. Wenn das aber Teil einer gut durchdachten Geschichte ist, dann nicht.
Mit dem richtigen SL würd mir das wahrscheinlich sogar richtig viel Spaß machen.
Hatte mal eine Spielerin,die wurd geschwängert und von einem Dämon besessen. Die fand das toll...
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Heretic am 17.12.2009 | 13:03
@Sashael: Wenn du die Spieler darauf hingewiesen hast, und sie das Konzept abgenickt haben, dann ist das ok.

Hast/Willst du ihnen das drücken, ohne dass sie dazu ihre Einverständnis gegeben haben, dann mach dich drauf gefasst, dass sie revoltieren werden.
Ich würds tun, wenn mich mein SL so abgezogen hätte ohne mich vorzuwarnen, dass er sich "unliebsame" Überraschungen in der Historie meines SC ausgedacht hätte.

Ein kurzes Beispiel:

Angenommen, ich hätte in deiner Runde gespielt, und hinterher hätte sich rausgestellt, dass mein Charakter trotz meiner anderweitigen Planung mal ein Genozid-Helfer oder dergleichen war, ich würd meinen Charakterbogen nehmen, ihn ein paarmal falten,. zerreissen, und dich unter Niederstarren mit Konfetti berieseln, und dann die Runde verlassen.
(Erklärung zum Warum: Mein Opa deutscherseits war leider Mitglied der Waffen-SS, und ich hätte keinen Bock, mit Leuten zu spielen, die mich NICHT vorher fragen, ob sie sowas bringen dürfen. Man kann viel als SL tun, aber willentlich mit bösartiger Absicht in der Hintergrundgeschichte rumzupfuschen ist ein Unding sondersgleichen mehr noch, wenn man damit wunde Punkte trifft.)


 

 
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Boni am 17.12.2009 | 13:10
Der Einwurf von Tequila ist auf jeden Fall wichtig: Auch wenn man in der Vergangenheit ein Arschloch war, kann man danach streben, besser zu sein/zu werden. Das wäre für mich der Reiz dieser Geschichte.

Ähnliches habe ich in einer Star Wars-Kampagne erlebt. Mein Charakter wandelte sich langsam zum Jedi, und der SL hat mir eine familiengeschichte verpasst, in der der Großvater des Charakters ein dunkler Jedi war. Das gab dem Spiel um Versuchung und dem Streben nach gutem (und dem Kampf für die Rebellion) eine zusätzliche Dimension.

Natürlich kann das auch nach hinten losgehen, wenn die Spieler mit sowas nicht umgehen können oder es schlicht nicht wollen. Ein Problem ist ja immer das "angreifbar werden" durch solche Geschichten. Das liegt einfach nicht jedem. Insofern ist hier, so wie eigentlich immer, die Kommunikation mit den Spielern das A und O. Ich könnte mir gut vorstellen, einfach zu sagen: "Jungs und Mädels, baut euch bitte Helden für die Runde. Aber ich schreibe euch eine Vergangenheit, die mit dem Heldenbild unter Umständen kontrastiert." Dann wissen alle zumindest ungefähr, was sie erwartet, und man hat einen Rahmen, in dem man Details verhandeln kann. Dann kann ich als Spieler z.B. auch sagen: "Gerne, aber xyz würde mir nicht passen."

Wenn dann allerdings jemand sagt, es passe ihm/ihr gar nicht, tja, dann kann man das Konzept knicken.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Pyromancer am 17.12.2009 | 13:13
So ist das nunmal. Wenn eine Runde als locker-seichte Version von "Die drei Musketiere" anfängt, und aus SL-Plot-Willkür nach einer halben Stunde in ein blutig-realistisches "Black Hawk Down" umkippt (Beispiel aus der Realität), dann gibt es die einen, die finden das total toll und klasse, und es gibt die anderen, die sind angepisst, weil sie lieber das locker-seichte weitergespielt hätten - und das auch, obwohl vorher angekündigt wurde, dass es ein Szenario ist, das sich krass ändern wird.

Entweder, man hat als SL den Mut und zieht es durch, immer unter der Gefahr, dass es dem einen oder anderen Spieler gegen den Strich gehen wird - oder man lässt es. Garantien gibt es keine.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Sashael am 17.12.2009 | 13:19
Ich wollte nochmal einwerfen, dass die Beschreibung des Kampagnenbackgrounds mit Absicht sehr schwammig gehalten ist. Die genauen Umstände stehen fest und machen wahrscheinlich auch wesentlich mehr Sinn, wenn man sie alle kennt. Aber das wäre zu ausufernd, das hier zu erläutern und der genaue Background beeinflusst das Grundproblem ja nicht wirklich.

Noch zur Erläuterung:
Das Große Vergessen sorgt dafür, dass die Erinnerungen wirklich getilgt wurden. Auch wenn man die Beweise vor Augen hat, wird es trotzdem für den Charakter so sein, als blicke er auf das Leben eines Anderen. Die konkreten Auswirkungen dieses Lebens auf den Char bestehen vor allem in den (Re-)Aktionen diverser NSCs und seinem eigenen moralischen Dilemma. Auch wird die Frage im Raum stehen, wie man mit den Informationen in Bezug auf den Rest des eigenen Volkes umgeht. Lässt man es in seinem Stadium des Unwissens und das Leben läuft so, wie sie es die letzten Jahre gewohnt waren, oder konfrontiert man sie ebenfalls mit den Erkenntnissen über die nicht so blütenreine Weste des Imperiums.

Ich überlege jetzt, wie ich die Haltung der Spieler zu solchen Leichen im Keller am besten rauskriege, ohne sie mit der Nase darauf zu stoßen, dass in der Kampagne von Anfang an nicht alles ist, wie es scheint.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: 6 am 17.12.2009 | 13:21
Frag sie doch einfach, ob sie Probleme damit haben, wenn Du in deren Vergangenheit rumfummelst.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Ein am 17.12.2009 | 13:34
@6
Guck dir einfach nochmal Total Recall an. Da wird ja genau dasselbe gemacht (nur das Arnie sogar obendrein noch mit seinem Bösen Ich spricht). Aber der Gute Arnie macht einen auf Verweigerung und lässt sich nicht davon abbringen, weiter die Bösen (und damit seine Vergangenheit) zu bekämpfen.

Aber die Vergangenheit meiner Charaktere entsteht bei mir eh retrospektiv im Spiel, von daher juckt mich das vielleicht weniger.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Eulenspiegel am 17.12.2009 | 13:36
Ähnliches habe ich in einer Star Wars-Kampagne erlebt. Mein Charakter wandelte sich langsam zum Jedi, und der SL hat mir eine familiengeschichte verpasst, in der der Großvater des Charakters ein dunkler Jedi war. Das gab dem Spiel um Versuchung und dem Streben nach gutem (und dem Kampf für die Rebellion) eine zusätzliche Dimension.
Wieso erinnert mich das an Luke Skywalker, der herausfindet, dass sein Vater ein dunkler Jedi ist?  >;D

Zitat
Wenn dann allerdings jemand sagt, es passe ihm/ihr gar nicht, tja, dann kann man das Konzept knicken.
Kommt darauf an, wieviele Spieler das so empfinden:
Man kann halt auch nicht mit jedem Spieler jede Kampagne spielen.

Wir haben bei uns auch einige Spieler, die sagen: "Nee, das Genre X finde ich Scheiße. Spielt das mal ohne mich. Aber wenn ihr mal wieder Genre Y spielt, sagt mir Bescheid, dann spiele ich wieder mit."
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Zornhau am 17.12.2009 | 13:42
@6
Zur Not kann der Spieler bzw. Charakter doch einfach in die "In Denial" Haltung gehen, also das er es einfach nicht war und keine Verbindung mehr zu der Person vor der Erinnerung hat..
"Zur Not" kann der SPIELER auch seinem Spielleiter, der ihm auf diese Art SEINE (des Spielleiters) Vorstellung AUFZWINGEN WILL, was der Spieler an Charakter spielen DARF, ja ohne eigene Wahl sogar MUSS, eine in die Fresse hauen.

Denn ob der "Charakter" damit irgendwelche Probleme hat, ist doch SCHEISSEGAL.

Hier kündigt man eine bestimmte Art Spiel an, das will man als Spieler mitspielen, und dann werden den Spieler vom Spielleiter die EINZIGEN Spielelemente, über die ein Spieler wirklich verfügen kann, ihre Charaktere zu perversen Arschlöchern rückwirkend mutiert.

Wenn mir das ein Spielleiter macht, OHNE VORHER auf so etwas hingewiesen zu haben wie das hier:
Frag sie doch einfach, ob sie Probleme damit haben, wenn Du in deren Vergangenheit rumfummelst.
... dann kriegt er eine GESCHMIERT.

Ich habe bestimmte Empfindlichkeiten. - Wenn eine dieser Empfindlichkeiten durch Selbstherrlichkeit eines Spielleiters berührt wird, z.B. indem er meinen Charakter zu einem Folterer oder KZ-Arzt oder so etwas deklariert, dann hat DER SPIELLEITER eine Grenze des Erträglichen überschritten, und er hat - und das ist das SCHLIMMSTE daran - mir als Spieler KEINE CHANCE gelassen, aus der Runde gleich fernzubleiben, weil er NICHTS GESAGT und NICHT GEFRAGT hat.

Dafür verdient sich solch ein FREMDBESTIMMER auch die Fünf-Finger-der-Schande in der Fresse!

@6
Dadurch aendert sich doch der eigentliche Charakter des Errol Flynn nicht wieder in Rorschach? Vielmehr muss der Char damit leben mal rorschachig gewesen zu sein, heisst ja nicht das er gleich wieder in das Muster faellt und alles vergisst was er bis dato erlebt hat.

Nun und er kann es noch verdraengen.
Es geht hier NICHT darum, was der Charakter denken, fühlen, was auch immer machen würde, sondern es geht hier darum, daß der SPIELER etwas für ihn UNZUMUTBARES, UNERTRÄGLICHES aus Spielleiterselbstherrlichkeit UNTERGESCHOBEN bekommt mit der Erwartung, daß er das dann auch noch "spielen" soll.

Daher bekommt auch der Spielleiter eine geschmiert, und nicht ein NSC.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: ErikErikson am 17.12.2009 | 13:42
Ich würde die Spieler nicht fragen. Lieber ausloten, welche Genres sie mögen, und das abstimmen.

Wenn du sie fragst, sagen sie vielleicht ja ok, und dann beim Spiel merken sie, es passt doch nicht. Oder sie antworten so ausweichend, dass du nix rechtes damit anfangen kannst.

Vielleicht am besten sagen, dass sie Chars nehmen sollen, die noch kein voll durchdachtes Konzept haben.

Ich finde auch, das man immer noch etwas Distanzierungsfähigkeit mitbringen sollte. Nicht jeder will "dark"TM spielen, aber es ist ein Spiel, und man muss sich ja nicht gleich aufregen, wenn mal etwas Tabuthemen angesprochen werden. Wer so schwere selische Wunden hat, das er sowas abstraktes nicht verkraftet, braucht ein Schlückchen Fluoxetin. Ich würds etwas nervig finden, wenn meine Plots zu Bärchis Wunderland verkommen, bloss weil die Spieler keine Realität im Rollenspiel möchten.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Boni am 17.12.2009 | 13:54
Ich finde auch, das man immer noch etwas Distanzierungsfähigkeit mitbringen sollte. Nicht jeder will "dark"TM spielen, aber es ist ein Spiel, und man muss sich ja nicht gleich aufregen, wenn mal etwas Tabuthemen angesprochen werden. [...] Ich würds etwas nervig finden, wenn meine Plots zu Bärchis Wunderland verkommen, bloss weil die Spieler keine Realität im Rollenspiel möchten.

Du denkst am Kern der Sache vorbei. Es ist ein Spiel, und alle Beteiligten sollen Spaß daran haben. Das ist erklärtes und höchstes Ziel. Wenn man sich auf eine Art zu spielen geeinigt hat, und dann plötzlich ohne jegliche Vorwarnung was anderes dabei rauskommt, hat man allen Grund, enttäuscht oder frustriert zu sein.

Rollenspiel ist halt nicht gleich Rollenspiel. Ich wäre ja auch angefressen, wenn ich mich zum Fußballspielen verabrede, aber plötzlich Handball gespielt würde.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Pyromancer am 17.12.2009 | 14:02
Ich finde auch, das man immer noch etwas Distanzierungsfähigkeit mitbringen sollte. Nicht jeder will "dark"TM spielen, aber es ist ein Spiel, und man muss sich ja nicht gleich aufregen, wenn mal etwas Tabuthemen angesprochen werden. Wer so schwere selische Wunden hat, das er sowas abstraktes nicht verkraftet, braucht ein Schlückchen Fluoxetin. Ich würds etwas nervig finden, wenn meine Plots zu Bärchis Wunderland verkommen, bloss weil die Spieler keine Realität im Rollenspiel möchten.

Ich hab ihn mal getroffen, den Spielleiter, der auf Cons, mit wildfremden Leuten, ohne Vorwarnung, die "Drei Leben des Bill Toge" geleitet hat; ein harmloses kleines Abenteuer, in dem so realistische Dinge wie perverse Folter, Vergewaltigung von Kindern, religiöser Wahn und ritueller Kannibalismus thematisiert werden.
Und der konnte gar nicht verstehen, dass ich das bedenklich fand. Ist ja alles nur ein Spiel, und so ein bisschen Realität muss man schon abkönnen.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: 6 am 17.12.2009 | 14:04
Der Plot koennte damit geplatzt sein. Nur waere so etwas, was auch, sogar ohne boesen Willen der Spieler, einfach passieren koennte. Heisst die Spieler sagen sich nicht bewusst das sie nun den Plot mal sprengen wuerden sondern ziehen einfach den Grundansatz bzw. die Grundannahme zu einem Charakter durch.
Das ist genau das gleiche Problem. Wenn die Spieler einen Plot nicht wollen, dann platzt der Plot.
Genau deswegen sollte der kompletten Gruppe vorher klar sein, auf was sich eingelassen wird.
Die Sache mit in der Vergangenheit rumfummeln ist auf einer ähnlichen Stufe wie der Charaktertod. Es gibt ne Menge Spieler die massive Probleme damit haben. Deswegen sollte das vorher abgeklärt sein.
Spart sowohl dem SL als auch den Spieler ne Menge Frust.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Chiungalla am 17.12.2009 | 14:10
Ich würds etwas nervig finden, wenn meine Plots zu Bärchis Wunderland verkommen, bloss weil die Spieler keine Realität im Rollenspiel möchten.

Und ich finde immer wieder ultra nervig, wenn der Spielleiter irgend eine vollkommen abgefahrene Kopfgeburt von Setting, Plot o.ä. aus dem Hut zaubert, alle Bedenken im Bezug auf die Umsetzbarkeit in den Wind schreibt, weil er seine Idee so toll findet, und im Eifer des Gefechts das aller wichtigste aus den Augen verliert: Den Spielspaß der Gruppe.

So unterschiedlich sind die Geschmäcker.

Das heißt ja nicht, dass alle Plots Bärchis Wunderland sein müssen, aber nur weil man als Spielleiter denkt man hätte eine noch so tolle Idee, befreit das eben noch nicht davon sich Gedanken darüber machen zu müssen, wie die Gruppe das wohl finden wird.

Und wenn die Spieler sich nach zig Sitzungen dann völlig vor den Kopf gestoßen und getäuscht und verarscht fühlen, dann ist das keine Bagatelle, wo man mit einem "Schwamm drüber" aus der Sache raus kommt. Man hat es als Spielleiter dann einfach verkackt.

Das kommt immer wieder vor, und kann auch immer vorkommen. Den Unterschied macht hier dann aber in meinen Augen ob es ein "Unfall" war, der eben passiert, oder der Spielleiter das Scheitern "grob fahrlässig" in Kauf genommen hat, durch solche abgedrehten vorher nicht abgesprochenen Experimente.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Eulenspiegel am 17.12.2009 | 14:36
"Zur Not" kann der SPIELER auch seinem Spielleiter, der ihm auf diese Art SEINE (des Spielleiters) Vorstellung AUFZWINGEN WILL, was der Spieler an Charakter spielen DARF, ja ohne eigene Wahl sogar MUSS, eine in die Fresse hauen.
Nein, das kann er nicht.

Ich hatte zwar schon immer die Vermutung, dass dein Nickname bei dir Programm ist, aber das würde eindeutig unter Körperverletzung fallen und wäre strafbar.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Pyromancer am 17.12.2009 | 14:42
Nein, das kann er nicht.

Ich hatte zwar schon immer die Vermutung, dass dein Nickname bei dir Programm ist, aber das würde eindeutig unter Körperverletzung fallen und wäre strafbar.

Das ändert aber nicht das geringste daran, dass der Spieler seinem Spielleiter in die Fresse hauen kann, oder? Zumindest kann er es versuchen.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Sashael am 17.12.2009 | 14:50
Das ändert aber nicht das geringste daran, dass der Spieler seinem Spielleiter in die Fresse hauen kann, oder? Zumindest kann er es versuchen.
Ach, das könnt ich ab. Ich kann Tae-Kwon-Do.  ~;D

Aber ich werd die Sache auf jeden Fall im Vorfeld mal vorsichtig ausloten.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Eulenspiegel am 17.12.2009 | 14:56
@ Pyromancer
Ja, können kann man eine ganze Menge.

Aber Zornhaus Post liest sich nicht so, als ob er schreibt, was er kann, sondern als ob er schreibt, was er tun würde:
Wenn mir das ein Spielleiter macht, OHNE VORHER auf so etwas hingewiesen zu haben wie das hier:[...] dann kriegt er eine GESCHMIERT.
[...]
Dafür verdient sich solch ein FREMDBESTIMMER auch die Fünf-Finger-der-Schande in der Fresse!
[...]
Daher bekommt auch der Spielleiter eine geschmiert, und nicht ein NSC.

Und ob man jemanden in die Fresse hauen kann würde davon abhängen, wie gut der SL Kampfsport kann, und ob er auf den Schlag vorbereitet ist oder nicht.
(Aber die Diskussion, ob "SL schlagen" möglich ist oder nicht, wäre im Community-Channel wohl besser aufgehoben. Ich wollte hier nur darauf hinweisen, dass es illegal ist.)
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Lord Verminaard am 17.12.2009 | 14:58
Ich finde auch, das man immer noch etwas Distanzierungsfähigkeit mitbringen sollte. Nicht jeder will "dark"TM spielen, aber es ist ein Spiel, und man muss sich ja nicht gleich aufregen, wenn mal etwas Tabuthemen angesprochen werden. Wer so schwere selische Wunden hat, das er sowas abstraktes nicht verkraftet, braucht ein Schlückchen Fluoxetin. Ich würds etwas nervig finden, wenn meine Plots zu Bärchis Wunderland verkommen, bloss weil die Spieler keine Realität im Rollenspiel möchten.

Ja, wir haben verstanden, dass du Psychologie-Diplomand bist. ::) Es geht doch nicht um seelische Wunden, so was ist ja doch eher der Ausnahmefall. Es geht einfach nur darum, womit sich jemand wohl fühlt, was jemand unterhaltsam oder auch geschmacklos findet, worauf er in seiner Freizeit Lust hat oder auch nicht. Wenn du Gäste zum Essen einlädst, solltest du auch nicht nur nach Lebensmittelunverträglichkeiten fragen, sondern ggf. auch danach, ob jemand vielleicht keinen Fisch mag.

Ich persönlich spiele gerne intensiv und mag mich auch mal mit etwas verstörenderen Themen im Rollenspiel auseinander setzen, vorausgesetzt, meine Mitspieler sind reif genug und behandeln die Themen mit einem gewissen Fingerspitzengefühl. Beides kann man nicht ohne Weiteres voraussetzen.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Teylen am 17.12.2009 | 15:01
Frag die Spieler doch ganz allgemein nachdem was sie in einem Rollenspiel wollen und Sachen die sie nicht wollen. Joerg.D hat da in einer anderen Ecke des Forums zwei sehr interessante PDF zur Verfuegung gestellt und es wird auch im Buch "Spielleiten" zo empfohlen.

Wenn da dann nicht so etwas auftaucht wie:
Ich moechte einen rechtschaffend-guten Char ohne Abstriche [kritischen Ansatz] spielen.
Ich moechte nicht das im Hintergrund / Vergangenheit meines Char etwas veraendert wird.
Ich moechte nicht mit Folterei [oder aehnliches] konfrontiert werden.
Ich moechte das mein Char keine Anti-Helden Sachen tun muss.

Kannst du es problemlos machen.


@Zornhau
Ich sehe irgendwo dein Problem nicht bzw. habe Probleme es nachzuvollziehen. Wobei ich allgemein zwar mit Temperament geschlagen wurde aber nicht handgreiflich werden wuerde.

Er will doch seine Spieler gar nicht anluegen oder dergleichen sondern fragt sich nur, zu recht, und bevor das Kind im Brunnen versenkt wurde, ob sie fuer einen bestimmten Geschichtsansatz offen sind.
Respektive wie er es herrausfinden kann ohne den eigentlichen Ueberraschungseffekt herrauszunehmen respektive die Plot Idee sich schon vor dem ausspielen durch Diskussionen tot laufen zu lassen.

Sachen wie Total Recall, Memento, Fight Club, Sixth Sense, The Others oder dergleichen verlieren ja auch wenn man die Pointe des ganzen vorher erzaehlt. Auch wenn sie selbst damit noch ansehbar sind.

Nun und gegebenfalls kann man da ja abstufen.
Rein am spontan Beispiel von The Others.
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)


@Chiungalla
Das wird doch nicht gezaubert weil es abgefahren ist, sondern einfach nur weil man es fuer eine gute Idee haelt. Und man sich zuvor abstimmen will.

Naja und abgesehen von der unsicheren Reaktion ist es doch auch kein "Experiment", heisst die Umsetzbarkeit ist wohl gegeben und es besteht kein direkter Anlass zu der Annahme das es nicht als solches gut durch dacht sei.

Respektive ist die Idee nun auch nicht so ungewoehnlich als wenn es nicht schon in unterschiedlichsten Varianten verfilmt worden waere.. auch mit Altersfreigaben unter 18.


@Pyromancer
Zitat
Das ändert aber nicht das geringste daran, dass der Spieler seinem Spielleiter in die Fresse hauen kann, oder?
Das kann jeder, fragt sich nur wie oft >.<
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Pyromancer am 17.12.2009 | 15:06
Aber die Diskussion, ob "SL schlagen" möglich ist oder nicht, wäre im Community-Channel wohl besser aufgehoben. Ich wollte hier nur darauf hinweisen, dass es illegal ist.

Ich finde es sehr seltsam, dass du der Ansicht bist, das sei nicht jedem hier Mitlesenden entweder klar oder egal.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Chiungalla am 17.12.2009 | 15:13
Das wird doch nicht gezaubert weil es abgefahren ist, sondern einfach nur weil man es fuer eine gute Idee haelt. Und man sich zuvor abstimmen will.

Ich verstehe ehrlich nicht, was Du mir damit sagen möchtest.

Naja und abgesehen von der unsicheren Reaktion ist es doch auch kein "Experiment", heisst die Umsetzbarkeit ist wohl gegeben und es besteht kein direkter Anlass zu der Annahme das es nicht als solches gut durch dacht sei.

Die unsichere Reaktion, sprich ein unsicheres Ergebnis, reicht völlig um das als Experiment zu betrachten.
Und die Umsetzbarkeit hängt sehr von den Fähigkeiten des Spielleiters und dem Willen der Spieler ab da mit zu machen. Also steht hinter der Umsetzbarkeit nen großes Fragezeichen.


Respektive ist die Idee nun auch nicht so ungewoehnlich als wenn es nicht schon in unterschiedlichsten Varianten verfilmt worden waere.. auch mit Altersfreigaben unter 18.

Und die aller meisten Filmplots sind fürs Rollenspiel zu langweilig, zu komplex, zu banal, u.s.w.
Was einen guten Filmplot ausmacht ist etwas ganz anderes, als was einen guten Rollenspielplot ausmacht.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Teylen am 17.12.2009 | 15:23
Was ich damit sagen wollte ist das ich nicht denke das es dem Spielleiter darum geht ein moeglichst grossen Effect zu erhaschen, sondern das er es einfach nur deswegen macht weil es ihm als ein interessanter Ansatz erscheint, der er ausbaut und als Plot seinen Spieler praesentiert.
Es ist zwar in letzter Konsequenz eine 'Kopfgeburt' aber deswegen, meiner Ansicht nach, nicht negativ zu bewerten.

Eine unsichere Reaktion reicht meiner Meinung nach nicht um etwas als Experiment zu betrachten da die Reaktion der Spieler doch in jedem Fall nicht gesichert angenommen werden kann.

Zitat
Und die aller meisten Filmplots sind fürs Rollenspiel zu langweilig, zu komplex, zu banal, u.s.w.
Was einen guten Filmplot ausmacht ist etwas ganz anderes, als was einen guten Rollenspielplot ausmacht.
Ja und nein. Auf das Thema im Detail einzugehen waere etwas fuer einen anderen Faden.
Mit Bezug auf das Thema denke ich jedoch das es Plots gibt, im Grunde ganze Genre, die einen aehnlichen Punkt haben und funktionieren. [Horror, abseits des Slasher; Suspense; abstraktere Dramen]

Das heisst mir erschliesst sich nicht wieso es nicht nur angeblich nicht funktionieren koennte sondern die Ablehnung sogar soweit geht das gar mit (virtueller) Gewalt gedroht wird respektive die Capslock Taste zeitweise zu klemmen scheint.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: sir_paul am 17.12.2009 | 15:42
Das heisst mir erschliesst sich nicht wieso es nicht nur angeblich nicht funktionieren koennte sondern die Ablehnung sogar soweit geht das gar mit (virtueller) Gewalt gedroht wird respektive die Capslock Taste zeitweise zu klemmen scheint.

Nicht funktionieren sagt doch keiner. Einige sagen das könnte super werden und andere (auch die klemmende Capslock Taste (http://tanelorn.net/index.php/topic,51915.msg1021000.html#msg1021000)) sagen das sie als Spieler vorher informiert werden wollen wenn der SL ein solches Konzept durchziehen will. Dann kommen noch Anmerkungen das einige Spieler dieses Vorgehen überhaupt nicht mögen könnten und man diese damit kräftig vor den Kopf stöst.

Welchen von diesen Punkten erschließt sich dir gleich nicht?
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: ChristophDolge am 17.12.2009 | 15:50
Ich wollte hier nur darauf hinweisen, dass es illegal ist.

Jetzt muss ich mir aber jeglichen Duell-Bezug gaaanz stark verkneifen. Sorry Zornhau ;)

Um mal eine halbwegs konkrete Antwort auf die Eingangsfrage zu bringen: Im Zweifel würde ich es lassen oder höchstens mit den Spielern abgesprochen durchziehen. Solche Ideen sind eine nette Gedankenspielerei und mögen sich in Filmen oder Büchern gut machen. Im Rollenspiel bringt das - so leid es mir tut - meist wenig Spaß.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Zornhau am 17.12.2009 | 15:52
@Zornhau
Ich sehe irgendwo dein Problem nicht bzw. habe Probleme es nachzuvollziehen.
Das finde ich seltsam.

Sachen wie Total Recall, Memento, Fight Club, Sixth Sense, The Others oder dergleichen verlieren ja auch wenn man die Pointe des ganzen vorher erzaehlt. Auch wenn sie selbst damit noch ansehbar sind.
Es geht hier doch um Rollenspiel, bei dem man seinen Charakter, der ja stets ein Teil des Spielers ist, spielt, und nicht um Kino, wo man ANDEREN Leuten, die grundverschieden von einem selbst sind, zuschaut.

Charaktere im Rollenspiel existieren NICHT.

Sie haben keinen eigenen Willen, keine Gefühle, und keine Moral.

ALLES, was die Charaktere in der fiktiven Welt des jeweiligen Spieles tun, ist daher die ENTSCHEIDUNG eines der Spielenden (auch des Spielleiters - man denke an Beherrschungsmagie, panische Flucht bei verpatzten Guts-Checks, usw.).

Dabei kann dieses Tun entweder DIREKT vom Spielenden entschieden werden ("ich gehe zu der Geisel und erschieße sie") oder INDIREKT ("Würfle mal Guts gegen 11." - "Nicht geschafft." - "Würfle mal auf der Scart-Tabelle." - "Oje, ziemlich hoch." - "Du rennst eine Runde lang panisch davon, läßt Deine Kameraden im Stich und kauerst Dich wimmernd in eine Ecke.") durch die Entscheidung bestimmte Regelmechanismenanwendungen auszulösen und mit den Konsequenzen weiterzuspielen (Abwälzen des moralischen Problems bei negativen Konsequenzen auf den Regelmechanismus und den Zufallseinfluß darin).

Der Charakter existiert dabei NICHT, sondern ist nur das Avatar des Spielers in der Spielwelt, vermittels dessen Fakten in der Spielwelt geschaffen werden - auch Fakten, die den Charakter betreffen können.

Bei Spielen wie Houses of the Blooded ist es EINGEBAUT und jeder Spieler weiß dies auch VORHER, daß man die SCs der anderen Spieler ÄNDERN kann, ihnen Dinge zuschreiben kann, die nie im ursprünglichen Charakterkonzept angelegt waren. - Da weiß man, was man für ein Spiel spielt, noch bevor man es zu spielen beginnt. - Das halte ich für fair.

HotB ist aber (neben manchen/wenigen anderen Spielen) eine Ausnahme in der Form, daß die "Selbstbestimmung" die ein Spieler über seinen Charakter hat durch einen Player-vs.-Player-Mechanismus z.T. ausgehebelt wird.

Im Beispiel des Eingangsbeitrages ging es NICHT darum irgendwelchen Leuten ZUZUSEHEN, wie DEREN Charaktere bzw. wie DIESE LEUTE mit erschütternden Erkenntnissen, daß sie menschenverachtende Folterer, Quäler, Mörder usw. sind (ein zu entdeckender FAKT in der Spielwelt), sondern daß dies EINEM SELBST PASSIERT - vermittels des Vehikels Spielercharakter.

Manche Spieler mögen es, wenn sie sich selbst und ihre psychischen Nehmerqualitäten auf diese Art ausloten können.

Andere Spieler macht so etwas KEINEN SPASS, sondern es macht sie FERTIG.

Es geht NICHT um die Charaktere, sondern darum, daß hier der Spielleiter den Spielern etwas AUFZWINGT mit einem "Na komm schon! Du willst es doch auch!", und den Spielern einfach die FAKTEN über ihre EIGENEN Charaktere vorsetzt.

Das ist NICHT fair.

Ja, ich weiß schon. Ihr seid alle so eiskalte Hunde, daß ihr es LIEBT, wenn man es Euch "hart besorgt", und ihr seit alle so "reif", daß ihr eben mit solchem "erwachsenen Stoff" umgehen könnt.

Bitteschön.

Macht nur.

Aber NICHT MIT MIR.

Und das ist einfach MEINE MEINUNG dazu.

Da erschafft man sich also einen Zwergen-Prospektor, dem der Spielleiter unterjubelt, daß er ein kinderschändender Vivisektions-"arzt" in einem Elfen-Konzentrationslager war, bevor eine "magische Erinnerungslücke" ihn überkam. Und dieser Zwergen-Prospektor geht dann fröhlich mit seinem Paladin-Kumpel (eigentlich Massenvergewaltiger und brutaler Militärrichter), seinem Zauberer-Kumpel (Experte in Psycho-Folter und verantwortlich für das Entvölkern ganzer Landstriche, die ehemals von Halblingen bewohnt waren, bis "Progrom-Peter" mit seinen Hass-Magier-Trupps ankam), und seinem Priester-Kumpel (ehemals "Reichsverwalter" von Elfenlanden, die heim ins Reich geholt wurden - bekannt für seine Arbeitslager, in denen Priester jederzeit bereit standen, um die Sterbenden zu heilen, da "der Tod noch zu gut für sie ist", wie es dort immer hieß) auf Abenteuer aus, erkundet Dungeons, befreit fremde Landstriche von gemeingefährlichen Monstern und rettet Jungfrauen vor bösen Drachen. Dieser Zwerg wurde als jovialer, netter, hilfsbereiter Charakter gespielt, der sich stets loyal, mitfühlend und rührend besorgt um die Schwächsten in dieser harten Fantasy-Welt im Spiel dargestellt hat.

Und nun kommt der Spielleiter, und sagt dem Spieler dieses Zwergen die obige "Hintergrundenthüllung".

Wenn das MEIN Zwergen-Prospektor-Charakter wäre, dann kommt die Ohrfeige genauso "angekündigt" und "vorgewarnt" wie ich von dieser VERGEWALTIGUNG MEINES STELLVERTRETERS in der Spielwelt, und damit dieser Vergewaltigung meines Engagements in das gemeinsame Spiel "vorgewarnt" wurde. - Ansatzlos und hart und erschütternd!

Bei HotB kann sich der SPIELER gegen das ungewollte Verändern, Verbiegen, ja bis hin zum Nicht-mehr-spielbar-Machen seines Charakters NACH DEN REGELN noch in gewissem Maße WEHREN. - Wenn man die Regeln akzeptiert, dann eben auch die Konsequenz, daß der Charakter so entstellt wurde, daß man solch einen Charakter nicht mehr spielen mag oder gar nicht mehr spielen KANN. - Das ist dann Resultat eines Konflikts, bei dem der Charakter zwar nicht stirbt, aber FÜR DEN SPIELER durchaus GESTORBEN ist. Das ist so ähnlich wie körperliche Konflikte, bei denen halt der Charakter einen Arm verliert, ein Auge verliert oder umkommt. Das will man als Spieler auch nicht, aber man hatte die Regeln akzeptiert und akzeptiert die Konsequenzen und geht damit um, wenn sie den Charakter aus dem Spiel bringen bzw. er nicht mehr FÜR DIESEN SPIELEN spielenswert erscheint.

Im Eingangsbeitrag jedoch haben die Spieler KEINE CHANCE. Sie sind hilflos, wehrlos, und somit OPFER dessen, was der Spielleiter in all seiner "Erwachsenheit", all seiner "Reife", all seiner "Künstlerisch Hochwertiges Rollenspiel"-Einstellung ihnen gegen ihren Willen ANTUT.

Für solche "Spielchen ohne Einwilligung" habe ICH nichts übrig. Da wird mir zu sehr der WILLE eines Einzelnen AUFGEZWUNGEN.

Und weil es auch noch für die Spieler UNABSEHBAR war, ist es sogar ein BESCHEISSEN der Spieler. Ein VERTRAUENSBRUCH!

Und einer in einer Intensität, daß dies sogar das Regelbrechen anderer Bescheißer in den Schatten stellt. - Daher auch die Vehemenz meiner Reaktion darauf.

Bin ich bei Würfeldreher und anderen Bescheißern schon wirklich WÜTEND ob des VERTRAUENSBRUCHS, so ist dies noch eine ganze Spur übler. Und da ist eine spontan erfolgte Ohrfeige nur der Anfang. - Denn mit solch einem Spielleiter würde ich auch sonst NIE WIEDER etwas zu tun haben wollen.


Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: ChristophDolge am 17.12.2009 | 15:57
Warum diese Polemik?

Edit: Zum besseren Verständnis - warum nicht sagen "Mir wär' das nix." und dann schnell raus aus dem ekligen Thema?
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Teylen am 17.12.2009 | 15:59
Vielleicht wuerde helfen zu wissen welches System es ist?
Ich denke das es Chutulu, o/nWoD oder auch entsprechende SR Spieler eher mit sich machen lassen wuerden als D&D'ler oder MERS'ler..

Ansonsten koennte man den Spielern vielleicht einfach sagen das sie ihre Vergangenheit nur bis zum Jahr X beschreiben duerfen und das davor selbst geschrieben wird? Oder erinnern sie sich auch an eine "falsche" Kindheit / Jugend?
Weil ich vermute es wuerde nicht fuer prall gefunden wenn es so heisst die X Woerter koennt ihr nun aus der Char Story streichen ^^;

@sir_paul
Der wo der rabiate Protest gegen die erweiterte Vergangheit - noch nicht mal veraenderte - kommt? Wobei ich das ignorieren auch noch fuer eine valide/normale Reaktion halte. ^^;
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Sequenzer am 17.12.2009 | 16:00
Zornhau mach doch mal nicht so riesige Wellen ;) Charaktere hin oder her hier gehts um ne ganz klare Setting Sache die man einfach mal kurz mit seinen Spielern besprechen sollte und fertig....
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: ChristophDolge am 17.12.2009 | 16:02
Andererseits verstehe ich das Ganze schon fast wieder - wenn sowas unangekündigt kommt, ist es echt ein dicker Hund. Aber wenn ich ein Setting spiele, bei dem vorher klar ist, dass ich einen Charakter mit Gedächtnislücken spiele, erwarte ich quasi schon von vorn herein, dass irgendwie sowas kommt.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: alexandro am 17.12.2009 | 16:04
@OP:
Ganz klares "Jein".

Das Problem ist IMO nicht der Eingriff in den Charakter: dadurch dass die Spieler eine andere Vorgeschichte vorgesetzt bekommen wird ja ihr bisheriges (und zukünftiges) Rollenspiel nicht entwertet oder benachteiligt. Ein Spieler der einen pazifistischen Mönch spielt kann das auch weiterhin tuen, selbst nachdem er herausfindet dass der Charakter vorher ein Fantasy-KZ geleitet hat. Die Abgrenzung ("Das habe ich zwar gemacht, aber so bin ich nicht!") fällt sogar noch leichter, weil der Eingriff von SL-Seite erfolgte.

Viel gravierender finde ich folgendes: die Spieler haben viel Zeit und Energie darauf verwendet das (gute) Imperium vor den Angriffen der (bösen) Barbarenhorden zu beschützen. Jetzt kommt heraus, dass sie auf das falsche Pferd gesetzt haben und die Barbaren in Wirklichkeit die Guten (oder zumindest in ihrem Handeln gerechtfertigt) sind.
Hat man sich darauf geeinigt, dass "nichts ist, wie es scheint", dann ist das super (da haben die Spieler dann halt den Background-Check ihres Arbeitgebers verschlafen und bekommen jetzt die Quittung). Hat man sich dagegen (implizit) auf good-vs.-evil-Fantasy geeinigt, so ist das Mist und alles worauf die Charaktere bis jetzt hingearbeitet haben (und worauf sich die Spieler gefreut haben) wird mit einen "Handstreich" entwertet, weil plötzlich das Genre des Spiels wechselt und auf einmal neue Regeln gelten.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: sir_paul am 17.12.2009 | 16:07
Wobei ich das ignorieren auch noch fuer eine valide/normale Reaktion halte. ^^;

Wobei hier wirklich zwischen Charakter und Spieler unterschieden werden muss. Mein Charakter mag das ja ignorieren oder wegdiskutieren. Ich als Spieler spiele plötzlich das letzte A...loch, wenn mir das als Spieler aber missfällt verliere ich den Spass am Charakter und an der Kampagne.

Immer unter der Vorraussetzung das das Kampagnenkonzept vorher nicht kommuniziert wurde.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Sequenzer am 17.12.2009 | 16:08
Ja Gedächtnisslücke das wär was wenn die SCs an der Geschichte beteiligt gewesen waren... Aber es ist Geschichte/BG die schon etwas weeeiter zurück liegt die man wohl nach und nach herausfindet, das hat nicht wirklich was direktes mit den SCs zu tun....

Es ist ja auch nix anderes wie wenn unserer kindes Kinder mal irgendwann rausfinden das die Nazis abscheuliche Dinge getan haben. Aber das ist für die auch zuweit weg um da noch groß irgendwelche Schuldgefühle zu entwickeln*vermut* Wenn wir mal nicht davon ausgehn das 90% als extrem labil einstufen muß
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Zornhau am 17.12.2009 | 16:09
Warum diese Polemik?
Weil hier kein Konsens erzielbar sein KANN. Weil es hier um die persönliche Glaubwürdigkeit derjenigen geht, die sich über die Gefühle ihrer Mitspieler erheben und diesen ihren Willen aufzuzwingen sich im Rechte glauben.

Dies ist an sich bereits verwerflich.

Und deshalb reicht es auch nicht zu schreiben: "ICH finde so etwas NICHT GUT." - Das ginge am eigentlichen Problem vorbei, denn NATÜRLICH finde ich so etwas NICHT GUT - und auch ALLE ANDEREN, außer den potentiellen Zwangsausübern, finden das NICHT GUT!

Das NICHT GUT zu finden, ist eine Selbstverständlichkeit.

Es geht hier eher darum klar darzulegen, WARUM es eben NICHT GUT ist, damit Zwangsausüber oder potentielle Zwangsausüber ERKENNEN können, was sie eigentlich ihren Mitspielern ANTUN bzw. ANZUTUN VORHABEN.

Es geht um die EINSICHT.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: ChristophDolge am 17.12.2009 | 16:11
Alles unter der Voraussetzung, dass der Verfasser des OP nicht auf die Leute hört, die mehrfach gesagt haben, dass man mindestens das grobe Kampagnenkonzept kommunizieren muss.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: sir_paul am 17.12.2009 | 16:11
das wär was wenn die SCs an der Geschichte beteiligt gewesen waren... Aber es ist Geschichte/BG die schon etwas weeeiter zurück liegt die man wohl nach und nach herausfindet, das hat nicht wirklich was direktes mit den SCs zu tun....

Ich antworte mal mit einem quote aus dem original Posting das du sicher gelesen hast ;)

Und sie finden heraus, dass sie selbst in ihren früheren Leben eine echt große Menge Dreck am Stecken hatten. Bis hin zu magischen Experimenten an versklavten intelligenten Kraturen und sogar Massenmord.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Lord Verminaard am 17.12.2009 | 16:16
Richtig:

"Leute, ich hab eine Kampagnenidee der etwas experimentelleren Sorte. Eure Charaktere sind Angehörige einer Hochkultur, die gerade aufgrund eines magischen Angriffs kollektiv das Gedächtnis verloren hat. Mehr will ich noch nicht verraten, aber es könnte etwas stärkerer Tobak werden. Lust?"

Falsch:

"Leute, ich leite jetzt eine Fantasy-Kampagne, macht mal Charaktere einer Hochkultur im Krieg mit Barbaren."

(Anfang der ersten Sitzung): "Eines morgens wacht ihr auf und könnt euch an nichts erinnern."

Eigentlich nicht so schwer. Das war aber eigentlich auch gar nicht die Frage.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: ChristophDolge am 17.12.2009 | 16:18
Exakt.

Zitat
und der Charakter und seine (jetzige) Persönlichkeit wurden dank des Rituals sozusagen von Null an aufgebaut.

(wichtiges fett markiert)

Was das angeht, bzw. wenn ich das richtig verstehe, dann hätte ich damit generell kein großes Problem - denn dann besteht exakt null Bezug zwischen dem Vorleben des Charakters und seiner aktuellen Persönlichkeit. Quasi "die zweite Chance" im Leben.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Tequila am 17.12.2009 | 16:23
Das NICHT GUT zu finden, ist eine Selbstverständlichkeit.

Ah ja, interessant...

Es geht hier eher darum klar darzulegen, WARUM es eben NICHT GUT ist, damit Zwangsausüber oder potentielle Zwangsausüber ERKENNEN können, was sie eigentlich ihren Mitspielern ANTUN bzw. ANZUTUN VORHABEN.

Es geht um die EINSICHT.

Sorry, aber sprich nur für dich selbst, denn niemand hat es dir aufgetragen, allen anderen aufzuerlegen, was für sie gut ist und was nicht...


Sorry, sooft ich mit dir übereinstimme, aber diesmal hast Du in deinem ZORN echt den HAU weg...
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: ErikErikson am 17.12.2009 | 16:28
@Verminaard: Meine Selbstdarstellungstendenzen werden noch extrem unter Kontrolle gehalten. Aber schön das du gegoogelt hast. Jedefalls kannst du davon ausgehen, dass ich dich total durchschaue und deine intimsten Geheimnisse kenne, besonders die die du noch nichtmal selbst kennst.

@Pyro: Ja, nu, Kannibalismus und Kinder vergewaltigen, auf ner Con, das ist schon ebbes hart. Obwohl mir Spaß gemacht hätt, bei guter Umsetzung. Aber IMHO haben viele gute Plots harte Elemente drin, und ne WeischspülerPlot ist eigentlich nur für humorige Abenteuer gut. Finde das nen guter Plot böse Sachen drin haben sollte, und das die Spieler involviert sein sollten. Bsp: die Vampire in der B-Kampagne, oder wo dem Spieler das Auge geklaut wird. das gesamte Warhammer Setting, besonders gutes Beispiel_ Sänger von Dhol (ok, das ist Horror).

Was mir grade so einfällt: Pandora Hearts würde ich gern mal als Kampain umsetzen, da sind aber üble Sachen drin.

Ich würd auch gern mal was in der NS Zeit spielen, das kannste praktisch völlig vergessen, weil das so nen Tabu ist.

Ich würds nie aufzwingen, aber ich finds cool wenn alle sowas mögen, und man sowas spielen kann.

Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Eulenspiegel am 17.12.2009 | 16:28
@ Pyromancer
Ich wollte dir eigentlich eine PM schreiben, aber dein Postfach ist voll.

@ Zornhau
Wenn das MEIN Zwergen-Prospektor-Charakter wäre, dann kommt die Ohrfeige genauso "angekündigt" und "vorgewarnt" wie ich von dieser VERGEWALTIGUNG MEINES STELLVERTRETERS in der Spielwelt, und damit dieser Vergewaltigung meines Engagements in das gemeinsame Spiel "vorgewarnt" wurde. - Ansatzlos und hart und erschütternd!
Der Unterschied ist: Die "Ohrfeige" des SLs wäre rein virtuell. Vielleicht zerstört der SL damit deine virtuellen Vorstellung und entreißt dich damit qualvoll aus der Virtualität.
Aber in der Realität bleibst du unverletzt.

Deine Ohrfeige gegenüber dem SL verletzt diesen dagegen real.

Klar: Beides ist unangekündigt. Aber darum geht es nicht. Es ist vollkommen egal, ob die Ohrfeige nun angekündigt oder unangekündigt kommt.
Es geht nur darum, dass deine eine virtuell und das andere real ist.
Das ist der große Unterschied.

Zitat
Bei HotB kann sich der SPIELER gegen das ungewollte Verändern, Verbiegen, ja bis hin zum Nicht-mehr-spielbar-Machen seines Charakters NACH DEN REGELN noch in gewissem Maße WEHREN.
Jeder Spieler kann sich wehren, indem er aufsteht und den Raum verlässt. (Von mir aus auch die Tür hinter sich zuschmeißt.)

Aber der SL kann sich gegen deine Ohrfeige nicht wehren. (OK, wenn man wie Sashael Tae-Kwon-Do gemacht hat, kann man sich wehren. Aber viele SLs haben keine Kampfausbildung und müssten die Ohrfeige einfach so hinnehmen.)

Zitat
Im Eingangsbeitrag jedoch haben die Spieler KEINE CHANCE. Sie sind hilflos, wehrlos, und somit OPFER dessen, was der Spielleiter in all seiner "Erwachsenheit", all seiner "Reife", all seiner "Künstlerisch Hochwertiges Rollenspiel"-Einstellung ihnen gegen ihren Willen ANTUT.
Hallo? Geht's noch?
Es sind virtuelle Figuren? Es ist ja nicht so, dass der SL dir als Spieler etwas antut. (Dich mit dem Regelwerk schlägt, bis du blutest.)
Er tut deinem SC etwas an.

Das ist nicht zwangsläufig schön.
Und ich kann sogar verstehen, dass du darüber wütend bist. Aber es ist dennoch meilenweit davon entfernt, dass der SL dir etwas persönlich antut.

Zitat
Bin ich bei Würfeldreher und anderen Bescheißern schon wirklich WÜTEND ob des VERTRAUENSBRUCHS, so ist dies noch eine ganze Spur übler. Und da ist eine spontan erfolgte Ohrfeige nur der Anfang. - Denn mit solch einem Spielleiter würde ich auch sonst NIE WIEDER etwas zu tun haben wollen.
Und mit einem Spieler, der ein Spiel so persönlich nimmt, dass er einen anderen Mitspieler in der Realität tätlich angreift, würde ich nichts zu tun haben wollen.
Dabei ist es egal, ob ich SL, Spieler oder einfach nur Zuschauer war.

Wenn ich so etwas mitbekomme, würde ich den Spieler auch nicht wiedersehen wollen. (Außer vor Gericht, wo ich dann gegen den Schläger aussagen würde.)

Wütend sein, ist eine Sache.
Den SL beschimpfen mag auch in Ordnung sein.
Das Charakterblatt zerreißen und über dem SL niederregnen lassen, ist auch noch in Ordnung.
Aber ein Schlag in die Fresse ist echt das Letzte.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: ErikErikson am 17.12.2009 | 16:31
Ich muss Zornhau zustimmen. Manche Leute haben schlicht eins in die Fresse verdient. Ich würde solche Aktivitäten aber eher auf die Kneipe verlegen, am zivilisierten Rollenspieltisch find ichs eher unangebracht. Er wirds aber wohl methamophrische gemeint haben.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Lord Verminaard am 17.12.2009 | 16:32
Ich habe jetzt tatsächlich Zornhaus Post zweimal gelesen. (Ja ja ich weiß, warum sollte man so etwas tun? ;D Ich hab's getan.) Ich bin recht perplex darüber, was hier alles in den OP hinein gelesen wird an bösen Intentionen, Täuschung und Zwangsmaßnahmen. Nun ist es ja ein bekanntes Verhaltensschema, wenn es keinen hinreichenden Aufreger gibt, dann einen harmlosen Post zu einem Aufreger umzuinterpretieren.

Trotzdem erwähnt Zornhau ein Konzept, auf das ich eingehen möchte, sonst hätte ich mir den Kommentar auch ganz sparen können. Und zwar das Konzept der Fairness. Fair sei es, wenn man sich wehren könne. Ich persönlich denke, Fairness ist nicht Waffengleichheit, sondern Fairness ist eine Geisteshaltung, eine persönliche Einstellung im Umgang mit Mitmenschen. Wer diese Einstellung mitbringt, der kann sich auch auf einen intaktes Gefüge sozialer Interaktion verlassen, das dafür sorgt, dass niemandem etwas „angetan“ wird (eine denkbar unangemessene Formulierung). Der lässt sich eben auch mal fallen, weil er weiß, dass die anderen ihn tragen.

Dann ist die Rollenspielgruppe nicht wie ein Feld von Startern bei einem Wettlauf, wo es darum geht, dass keiner einen unlauteren Vorteil hat. Sondern dann ist eine Rollenspielgruppe wie eine Seilschaft beim Bergsteigen, wo es darum geht, dass jeder sich auf den anderen verlassen kann.

Aber eigentlich wissen wir das ja auch alle.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Teylen am 17.12.2009 | 16:34
Zitat
Das finde ich seltsam.
Seltsam? Aber so steht es geschrieben.

Scherz beiseite, ich mag Suspense, Mystery, Urban Fantasy Geschichten sowie Grusel und das was gaengigerweise als Mind Fuck beschrieben wird solange dahinter noch ein System steht. Was in dem Fall gegeben ist.

Dazu gehoert, unter anderem, das der Charakter Dinge geschehen die ausserhalb des direkten Einfluss sowie der eigenen Erwartung von mir als Spieler liegen.

Ich finde Szenarien mit voller Kontrolle, abgesehen von den Wuerfeln, tendentiell eher langweiliger.



Zitat von: Teylen am Heute um 15:01
Sachen wie Total Recall, Memento, Fight Club, Sixth Sense, The Others oder dergleichen verlieren ja auch wenn man die Pointe des ganzen vorher erzaehlt. Auch wenn sie selbst damit noch ansehbar sind.
Es geht hier doch um Rollenspiel, bei dem man seinen Charakter, der ja stets ein Teil des Spielers ist, spielt, und nicht um Kino, wo man ANDEREN Leuten, die grundverschieden von einem selbst sind, zuschaut.

Zitat
Charaktere im Rollenspiel existieren NICHT.
Charaktere im Film existieren ebenso wenig wie im Rollenspiel.
Sie haben vor dem Film keinen eigenen Willen, Gefuehle und Moral. Sie haben nachdem Film nichts dergleichen.
Sie sind selbst waehrend des Films wo sie im Rahmen der Vorgabe des Skript Autor sowie der Schauspieler agieren der subjektiven Wahrnehmung des Zuschauers unterworfen.

Der Charakter im Rollenspiel ist ebenso verschiedenen von ein selbst wie der im Film. Zumindest sollte er das sein.

Der einzige Unterschied ist das der Charakter im Film fremd gefuehrt wird und der Charakter im Rollenspiel von einem selbst.

Zitat
ALLES, was die Charaktere in der fiktiven Welt des jeweiligen Spieles tun, ist daher die ENTSCHEIDUNG eines der Spielenden
Korrekt.
Wobei nicht alles was Charaktere in der fiktiven Welt tun die Entscheidung des Spielers ist der den Charakter fuehrt. Da kommt naemlich noch der Gruppenkonsens durch das Setting mit hinein, die Welt Beschreibung durch den Spielleiter, Ereignisse die durch den Spielleiter, andere Charaktere oder eigene Handlungen definiert werden und dergleichen.

Zitat
Der Charakter existiert dabei NICHT, sondern ist nur das Avatar des Spielers in der Spielwelt, vermittels dessen Fakten in der Spielwelt geschaffen werden - auch Fakten, die den Charakter betreffen können.
Er ist insofern kein Avatar als das die Person des Spielers doch deutlich von der des Charakters getrennt ist, andernfalls waere es doch ein Fall von Realitaetsverlust.

Hinzukommt das die Fakten nicht vollstaendig geschaffen werden koennen, wobei es nicht darum geht welche zu veraendern sondern welche hinzu zufuegen.

Zitat
Im Beispiel des Eingangsbeitrages ging es NICHT darum irgendwelchen Leuten ZUZUSEHEN, wie DEREN Charaktere bzw. wie DIESE LEUTE mit erschütternden Erkenntnissen, daß sie menschenverachtende Folterer, Quäler, Mörder usw. sind (ein zu entdeckender FAKT in der Spielwelt), sondern daß dies EINEM SELBST PASSIERT - vermittels des Vehikels Spielercharakter.
Korrekt nur das ich es schwierig finde daraus erhoehte psyschische Nehmerqualitaeten abzuleiten da der Nicht Spieler Charakter ebenso abstrakt ist wie der eigene. Es unterscheidet sich hoechstens in der Bewertung des ganzen durch den fiktiven Charakter.

Zitat
Aber NICHT MIT MIR.
Es will doch auch keiner mit dir machen?
Es geht nur darum herraus zufinden ob seine Spieler damit zu recht kommen respektive wie er es raus finden kann ohne die ganze Truppe zu spoilern.

Naja und obwohl du nach Godwins Law schon sowas von verloren hast :P Es geht doch nicht mal darum irgendwelche 2 WW Kriegstraumata auszuloesen oder zu verarbeiten @_@

Zitat
Und nun kommt der Spielleiter, und sagt dem Spieler dieses Zwergen die obige "Hintergrundenthüllung".
Glaubst du nicht das du gerade etwas ueberzogen hast?
Wobei es auch nun nicht dein Stellvertreter ist sondern deine Spielfigur.. und die immernoch sagen koennte 'das war ich nicht' / 'das bin ich jetzt nicht mehr'.

Zitat
Und weil es auch noch für die Spieler UNABSEHBAR war, ist es sogar ein BESCHEISSEN der Spieler. Ein VERTRAUENSBRUCH!
Wenn er sowas vor haette wuerde er den Thread nicht auf machen und fragen wie man es am besten macht. Er hat nun auch nicht den Anspruch den Lars von Trier fuers RPG zu geben..

Zitat
Das NICHT GUT zu finden, ist eine Selbstverständlichkeit.
Das ist doch Unsinn.
Das waere als wuerdest du sagen das es Selbstverstaendlich ist Maerchen von HC Anderson nicht gut zu finden weil man damit Kinder uU zum heulen kriegt.
Oder das es Selbstverstaendlich nicht gut ist Horror / Grusel / Splatter / Drama Filme zu sehen weil du sie nicht magst.
Oder das es Selbstverstaendlich nicht gut ist einen Anti-Helden zu spielen weil du glaubst das jeder die Spielfigur als Avatar nutzt..
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: ErikErikson am 17.12.2009 | 16:36
Verminaard Fairness ist ne schöne Sache, klappt aber leider nicht immer.

Manchmal sind die Leute zu misstrauisch, und wollen sich nicht fallenlassen.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Callisto am 17.12.2009 | 16:42
Als alter Dollhousegugger kann ich hier
Zitat
und der Charakter und seine (jetzige) Persönlichkeit wurden dank des Rituals sozusagen von Null an aufgebaut.
nur mit einem "Nein" reagieren.

Zitat dollhouse "Es gibt 36 Persönlichkeiten in mir, aber es gibt ein "Ich". Ich bin ich und keiner der 36"
Zur Erklärung, bei Dollhouse werden den "Dolls" die Erinnerung komplett gelöscht um Platz zu machen für anderen Persönlichkeiten die dann nach erledigtem Auftrag wieder gelöscht werden. Im Langzeittest stellt sich aber raus, dass es auch ohne Erinnerungen ein "Ich" gibt. Dir gefällt dann vielleicht nicht, wie dein vorheriges Ich war, wenn du es siehst. Aber dir ist trotzdem klar, dass DU es warst, der das KZ geleitet hat. Klar kannst du weiter einen auf jovialen Errol Flynn machen. Dir ist aber klar, dass es ganz dunkle Flecken in deinem Ich gibt. Du hast trotzdem eine Verbindung zu deiner Vergangenheit, auch wenn du dich nicht dran erinnerst. Und ich wäre schon sauer, wenn meine Vergangenheit garnichts mit meinem jetztigen Ich zu tun hätte. Zumindest vage Charakterzüge müssen bei vorherigen und jetztigen Ich wiedererkennbar sein.

Wenn deiner Runde klar ist, dass es dunkle Flecken geben könnte und sie das ok oder sogar cool fanden, ok. Es kommt total auf deine Spieler an.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Sashael am 17.12.2009 | 17:28
Nur mal schnell bevor ich auf Arbeit muss.

Ich weiß bei einem Spieler, dass ich solche Dinger mit ihm abziehen könnte und dann würde da ganz großes Kino bei rauskommen. Das weiß ich 100%. Sollte ich durch vorsichtiges Nachfragen nicht rausbekommen, wie denn nun der allgemeine Konsens unter meinen Spielern ist, würde ich zumindest bei ihm so eine Entdeckung einbringen und dann gucken, wie die anderen darauf reagieren.

Zudem wird bei der SC-Erschaffung auch ganz klar angesagt "Ja, du bist ein 120 Jahre alter Klabautergnom, aber durch ein schweres Unglück, das alle nur noch Das Große Vergessen nennen, kannst du dich nur noch an die letzten 20 Jahre erinnern. Du musstest dein Handwerk nahezu komplett neu lernen und weißt nichts von deinem früheren Leben."

Bei Bedarf könnte man hier noch die Frage einfügen, ob´s denn auch was Heftiges sein darf, was da vor dem Knall passiert ist.

Zornhau, beruhigt dich, ich will bestimmt niemanden psychisch vergewaltigen. Okay?  ~;D
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Lord Verminaard am 17.12.2009 | 17:36
Zornhau, beruhigt dich, ich will bestimmt niemanden psychisch vergewaltigen. Okay?  ~;D

Aber wenn du es wolltest, würdest du es dann zugeben? ;) In Zornhaus Welt sind Schummel-SLs wie wir alle kleine Mengeles, du wirst ihn nicht vom Gegenteil überzeugen. (Huch, war das gerade ein Goodwin? My bad. ;D)

Manchmal sind die Leute zu misstrauisch, und wollen sich nicht fallenlassen.

Tja, ich versuche erwachsene Menschen nicht umzuerziehen oder gar zu therapieren. In diesem Sinne, wer nicht will, der soll es eben lassen. Dann spielt man eben was unbekümmertes, oder ARS, da kann sich dann jeder wehren. ::)
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Zornhau am 17.12.2009 | 17:59
In Zornhaus Welt sind Schummel-SLs wie wir alle kleine Mengeles, du wirst ihn nicht vom Gegenteil überzeugen.
Nicht "Mengeles". - Wer "schummelt" der ist ein BESCHEISSER und begeht damit einen VERTRAUENSBRUCH.

Wer wollte sich bei solch einem Vertrauensbrecher dann noch "fallen" lassen?



Aber, wie ich oben schon schrieb, geht es hier in diesem Thread NICHT um das Überzeugen. - Es geht bestenfalls darum die EINSICHT zu wecken.

Zu wecken.

Denn kommen muß sie VON SELBST.

Und das geht natürlich nur bei denen, die überhaupt EINSICHTSFÄHIG sind.

Somit war von Anfang an klar, daß man hier in diesem Thread, bei der hier gestellen vordergründigen und der eigentlichen Thematik natürlich KEINEN wie auch immer gearteten "Konsens" bekommen KANN. - Das geht nicht.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Lord Verminaard am 17.12.2009 | 18:12
Schummeln ist ja dein Werturteil, das ich mir lediglich spottend zu eigen mache. Ich betrüge niemanden und vergewaltige niemanden, ich habe eine Philosophie, die ich anwende, auf die kann sich auch jeder verlassen, der sie verstanden hat. Diese Philosophie ist dir fremd, sie entspricht nicht deinem Erfahrungshorizont. Daraus folgerst du, dass damit etwas nicht stimmen kann, das wiederum ist Persönlichkeitsfrage.

Edit: Um es ganz klar und deutlich zu sagen, den Vertrauensbruch hast du erfunden, indem du ein Szenario konstruierst, über das außer dir hier eigentlich niemand redet. D.h. du redest an allen anderen vorbei. Du zeichnest das Bild eines gedankenlosen, egoistischen Spielleiters, der seine sadistischen Allmachtfantasien an den Spielern auslebt. Ich hingegen unterstelle einen engagierten, aufmerksamen Spielleiter, der auf seine Spieler eingeht und mit dem Ziel agiert, sie zu fordern, zu überraschen und zu begeistern.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Teylen am 17.12.2009 | 18:14
Bei den Konsenswilligen ist durchaus eine Konses Findung moeglich.
Und das es derer gibt zeigt sich schliesslich auch in dem Thread.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Chiungalla am 17.12.2009 | 18:22
Eine unsichere Reaktion reicht meiner Meinung nach nicht um etwas als Experiment zu betrachten da die Reaktion der Spieler doch in jedem Fall nicht gesichert angenommen werden kann.

Gesichert angenommen werden können die Reaktionen der Spieler schon, zu mindestens wie ich diesen Terminus verstehe, recht häufig. Nur eben nicht, wenn man so experimentelle Plots fährt, da ist es dann pure Spekulation wie sie darauf reagieren, selbst (und das ist tatsächlich so, auch wenn es sich komisch anhört) wenn man sie vorher dazu befragt hat.

Mit Bezug auf das Thema denke ich jedoch das es Plots gibt, im Grunde ganze Genre, die einen aehnlichen Punkt haben und funktionieren. [Horror, abseits des Slasher; Suspense; abstraktere Dramen]

Das heisst mir erschliesst sich nicht wieso es nicht nur angeblich nicht funktionieren koennte sondern die Ablehnung sogar soweit geht das gar mit (virtueller) Gewalt gedroht wird respektive die Capslock Taste zeitweise zu klemmen scheint.

Du willst also sagen, weil dieser Ansatz "einen ähnlichen Punkt" hat, wie einige funktionierende Genres führt dazu, dass der Ansatz auch funktioniert? Denk darüber nochmal nach!

Klar hat der Ansatz Gemeinsamkeiten mit vielen Horror-Plots.
Aber er hat auch Unterschiede mit denen, und wer sagt denn das wir uns hier an den Gemeinsamkeiten aufhängen, und nicht an den Unterschieden?

Und die Wellen schlagen hier so hoch, weil mir in diesem Thread ständig das böse Wort Spielleiterwillkür auf der Zunge liegt, und das für sehr viele Rollenspieler ein rotes Tuch ist. Willkür ist es natürlich aber nur dann, wenn das ganze ohne Absprache aus heiterem Himmel auf die Spieler zukommt. Mit Absprache ist ja aber alles in Ordnung, da sagt ja niemand etwas gegen.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Lord Verminaard am 17.12.2009 | 18:37
Ein Spielleiter kann sowas natürlich auch ohne Absprache wagen, um den Effekt zu verstärken, wenn es dann klappt und alle es geil finden, Hut ab. Wenn es aber nicht klappt und die Spieler sich hinters Licht gefühlt fühlen, ja sogar richtig sauer werden, dann muss der SL sich nicht wundern. Das ist dann eben die Verantwortung, die er auf seine Kappe nimmt. Ich persönlich würde dieses Risiko allenfalls mit Spielern eingehen, die ich gut kenne.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Bad Horse am 17.12.2009 | 18:42
Am besten wäre es wohl noch, vorher zu sagen, dass du den vergessenen Hintergrund definieren wirst. Dann kannst du noch fragen, ob du da freie Hand hast, oder ob es Sachen gibt, die die Spieler da gar nicht drin haben wollen.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Chiungalla am 17.12.2009 | 18:43
Das ist dann eben die Verantwortung, die er auf seine Kappe nimmt. Ich persönlich würde dieses Risiko allenfalls mit Spielern eingehen, die ich gut kenne.

Gerade da würde ich persönlich das lassen.
Da hast Du zwar eine geringere Chance auf einen Fehlschlag, bzw. kannst sie besser einschätzen.
Wenn es aber in die Binsen geht, musst Du es Dir im besten Fall ein Leben lang von Deinen Kumpels aus Butterbrot schmieren lassen, und im schlechtesten Fall geht eine gute Runde damit den Bach runter.

Das Risiko mag geringer sein, aber der Einsatz ist auch höher.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Tequila am 17.12.2009 | 18:55
Zitat
Und die Wellen schlagen hier so hoch, weil mir in diesem Thread ständig das böse Wort Spielleiterwillkür auf der Zunge liegt, und das für sehr viele Rollenspieler ein rotes Tuch ist.

Totales Totschlagargument...im Übrigen: Wenn ein Spieler so was nicht will, dann ist das Spielerwillkür...finde ich genauso schlimm!

Zitat
Wenn es aber in die Binsen geht, musst Du es Dir im besten Fall ein Leben lang von Deinen Kumpels aus Butterbrot schmieren lassen, und im schlechtesten Fall geht eine gute Runde damit den Bach runter.

Ich weiß ja icht, was Du für Kumpels/Freunde hast, aber in meinem Freundeskreis kann man über alles reden und da würde iemand wegen einer solchen Lapalie (Ja, Lapalie) Freundschaften riskieren.

Zitat
Ich persönlich würde dieses Risiko allenfalls mit Spielern eingehen, die ich gut kenne.

Davon gehe ich eigentlich aus, das ich sowas nicht in einer Runde starte, die sich gerade gefunden hat.


Mal im Ernst, Leute: Wem seine Charaktere derart ans Herz wachsen, das man persönliche, reale Probleme bekommt, wenn mit denen was passiert, womit man nicht einverstanden ist, der sollte mal überlegen, ob professionelle Hilfe nicht angeraten wäre. Es ist ein SPIEL, ein HOBBY, ein ZEITVERTREIB und keine philosophische Lebenserfüllungshilfe....
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Eulenspiegel am 17.12.2009 | 19:02
@ Alle Leute, die partout gegen den Vorschlag sind und Überraschungen über den Hintergrund ihres Chars hassen.
Habt ihr schonmal "Engel" gespielt?

Oder habt ihr schonmal das folgende Cthulhu-Abenteuer gespielt:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Ich habe bisher noch keine Spieler erlebt, die das Übel aufgenommen haben.

In einer anderen Runde, in der ich selber leider nicht dabei war, hat sich folgendes ereignet:
Es hat ganz klassisch als Fantasy angefangen.
Im Laufe der Kampagne hat sich herausgestellt, dass die Spieler in Wirklichkeit Bioroids waren, die auf einer Raumstation gehalten wurden, damit Menschen dort Abenteuer erleben können. Die Bioroids sind dann von der Station geflohen.

Die Spieler waren so begeistert von der Kampagne, dass sie beschlossen haben, anschließend im Transhuman Space Setting weiter zu spielen.

Wenn es aber in die Binsen geht, musst Du es Dir im besten Fall ein Leben lang von Deinen Kumpels aus Butterbrot schmieren lassen, und im schlechtesten Fall geht eine gute Runde damit den Bach runter.
Wieso?
Also zumindest ich kann mit meinen Kumpels reden.

Dann heißt es eben: "Hey Alter, deine Runde war total Scheiße. Mach nächstes Mal wieder mehr etwas Klassisches."
Und im aller aller allerschlimmsten Fall wird der SL abgesetzt, und nimmt fortan nur noch als Spieler an der Runde teil, während ein anderer dann das SL-Szepter schwingt.

Wir hatten es schon häufiger, dass wir Kampagnen beendet hatten, weil sie langweilig waren/wurden. Aber das haben wir dem SL nie persönlich Übel genommen.

Es ist ein SPIEL, ein HOBBY, ein ZEITVERTREIB und keine philosophische Lebenserfüllungshilfe....
:d
Absolute Zustimmung.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Zornhau am 17.12.2009 | 19:07
@ Alle Leute, die partout gegen den Vorschlag sind und Überraschungen über den Hintergrund ihres Chars hassen.
Habt ihr schonmal "Engel" gespielt?
Meine Einsicht in die Kernproblematik KOMMT aus Jahren intensiven Engel-Spielens.

Ich hatte damals meine Spieler auch dermaßen BESCHISSEN, daß sie wirklich nicht ahnten, was da hinter dem ganzen Engel-Gedöns steckt.

Und als es dann rauskam, da waren die Reaktionen krass - und krass unterschiedlich. (Nein, mir hat keine eine geknallt, weil meine Spieler wissen, was mein ANDERES Hobby ist...) - Manche Spieler haben seitdem NIE WIEDER Engel gespielt. Die sind wirklich sauer gewesen, fühlten sich - zurecht! - verarscht und hielten diese ganze vorgeschobene Engel-Mache für BESCHISS höchster Ordnung.

Erst da ist mir klar geworden, wie MIES es ist, wenn man solche Dinge seinen Spielern ANTUT.

Und mir war schon EIN Spieler, der die Runde verärgert und für immer verlassen hat, einer ZUVIEL.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Zornhau am 17.12.2009 | 19:09
Es ist ein SPIEL, ein HOBBY, ein ZEITVERTREIB und keine philosophische Lebenserfüllungshilfe....
Genau!

Und im Gegensatz zum Job, muß ich mich nicht auch noch in der Freizeit BESCHEISSEN lassen! - Im Job gibt es dafür "Schmerzensgeld" (jedenfalls solange man das noch aushält), aber es gibt wirklich KEINEN GRUND sich diesen Ärger in Freizeitbeschäftigungen zu geben.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Callisto am 17.12.2009 | 19:18
Ich hab erst jetzt Zornhaus Titel gelesen. ;D Ich sag ja, wenn von Anfang an klar ist, dass es düstere Geheimnisse geben kann, die vergessen wurden und die Spieler vielleicht sogar nach ihrer Vergangenheit suchen, kann das gut werden. Bei Engel wird dem Spieler an keiner Ecke des Regelwerks klar gemacht, was wirklich Sache ist (ich lese halt auch den SL-Teil, weil ich solche Überraschungen halt nicht mag). Ich kann Spieler- und Charakterwissen sehr gut trennen und wenn ich von Anfang an weiß, dass mein Charakter vor dem Vergessen kein Engel war, hab ich kein Problem damit, düstere Geheimnisse aufzudecken. Aber ich muss eben vorher wissen, was los ist. Wenn ich so verarscht werde, wie Zornhau es beschreibt, werde ich auch grummelig. Ich an deiner Stelle würde vorher mit Ihnen reden, ob Ihnen das recht ist. Details brauchst du ja gar nicht zu verraten.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Eulenspiegel am 17.12.2009 | 19:20
Ich hatte damals meine Spieler auch dermaßen BESCHISSEN, daß sie wirklich nicht  ahnten, was da hinter dem ganzen Engel-Gedöns steckt.
::)
Das ist kein Beschiss, das ist etwas verheimlichen.

Beschiss ist, wenn du dich nicht an Abmachungen hältst.
Bei Engel werdet ihr aber vorher wohl kaum die Abmachung "Es gibt keinerlei Geheimnisse über euren Charhintergrund." gemacht haben.

Zitat
Nein, mir hat keine eine geknallt, weil meine Spieler wissen, was mein ANDERES Hobby ist...
Sprich: Es ist nur in Ordnung, SLs zu schlagen, die sich nicht verteidigen können?

Schöne Doppelmoral. :puke:

Spoiler zu Engel:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Zitat
Und mir war schon EIN Spieler, der die Runde verärgert und für immer verlassen hat, einer ZUVIEL.
Diesem Spieler solltest du mal sagen, dass es ein SPIEL ist, eine FREIZEITBESCHÄFTIGUNG.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Lord Verminaard am 17.12.2009 | 19:25
Also Engel ist ja wohl mit dem hier gegenständlichen Szenario nicht im Geringsten zu vergleichen.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Ein am 17.12.2009 | 19:27
In der vernebelten Sicht eines Neurotikers anscheinend schon.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Zornhau am 17.12.2009 | 19:30
Sprich: Es ist nur in Ordnung, SLs zu schlagen, die sich nicht verteidigen können?
Nein.

Und ein Spielleiter, der sich treffen läßt, der war zu LANGSAM (weniger Rauchen hilft übrigens!).

JEDER Spieler, der es für notwendig hält, kann den Spielleiter zu schlagen VERSUCHEN. - Die Frage ist, ob er seinen Schlag durchbringt, und was dann passiert. - Ist er bereit mit den Konsequenzen zu leben? Dann "Feuer frei!".

Das ist FAIR.

Geworfene Messer, Scheren, Würfelbeutel oder Mineralwasserflaschen (außer den PET-Flaschen) halte ich für gefährlich. Damit kann ein ungeübter Werfer auch einen der Mitspieler treffen - und das halte ich für unverantwortlich. (Man bedenke, wie heftig Wurfgegenstände von einem soliden Spielleiterschirm abprallen können. Die "Kollateralschäden" sind z.T. beachtlich. - So etwas möchte ich nicht in meinem Wohnzimmer erleben, wo viel Glas in der Nähe ist.)

2) Wieso sind sie sauer? Wenn man ihnen von Anfang an gesagt hätte, was es mit dem Setting auf sich hat, hätten sie nie Spaß am Setting gehabt.
So hatten sie wenigstens für ein halbes Jahr Spaß am Setting.
Das ist doch sorum wesentlich besser.
Das ist die "gute alte" "Na, hab Dich nicht so. Du willst es doch auch!"-Masche.

Die hätte es jetzt nicht hier nochmals bekräftigt gebraucht.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Eulenspiegel am 17.12.2009 | 19:30
@ Callisto
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Aber wahrscheinlich ist das wie mit Bücher lesen:
Einige lesen als erstes die letzte Seite, um zu wissen, wie es ausgeht. Und die anderen hassen jedwede Form von Spoiler und wollen es von vorne lesen.

@ Lord Verminaard
Eigentlich finde ich den Vergleich schon Recht passend.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Callisto am 17.12.2009 | 19:36
Das ich Zorni mal verteidige, hätte ich auch nicht gedacht!

::)
Das ist kein Beschiss, das ist etwas verheimlichen.

Beschiss ist, wenn du dich nicht an Abmachungen hältst.
Bei Engel werdet ihr aber vorher wohl kaum die Abmachung "Es gibt keinerlei Geheimnisse über euren Charhintergrund." gemacht haben.
In dem Maße wie es bei Engel gemacht wird, MUSS vorher aber klar gesagt werden, das es Geheimnisse gibt und nicht alles so ist, wie die Charaktere es zu Beginn denken. Es ist Beschiss, weil es über ein paar kleine Geheimnisse hinausgeht.

Zitat


Spoiler zu Engel:
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Das ist vielleicht bei dir so. Du kannst die Enttäuschung, die diese Spieler gefühlt haben, nicht nachvollziehen, oder? Ich kann seine Spieler sehr gut verstehen. Ich hab mir wie gesagt auch den SL-Teil bei Engel durchgelesen und DESWEGEN wollte ich auch nie Engel spielen. Nicht, weil ich die Pointe schon kenne, sondern weil die Pointe scheisse ist.

Zitat
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Das ist wiederum deinen Meinung. Sie fühlten sich ZU RECHT verarscht. Denn sie wurden verarscht. Und zwar extrem.

Zitat
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INgame sind diese Geheimnisse Beschiss der Charaktere und ok. OUTGame wird aber der Spieler verarscht und das ist weder notwendig (zumindest wenn man In- und Outgamewissen trennen kann) noch in Ordnung.

Zitat
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Dir nimmt keiner, dass du daran Spass hattest. Aber du bist nicht der Nabel der Welt ;) Vielen geht es nun mal anders.

Zitat
Diesem Spieler solltest du mal sagen, dass es ein SPIEL ist, eine FREIZEITBESCHÄFTIGUNG.

Ja, richtig ein Spiel und eine Freizeitbeschäftigung. In meiner Freizeit verbringe ich meine Zeit mit Leuten, die mich NICHT verarschen. Denn in meiner Freizeit kann ich mir die Leute aussuchen, auf Arbeit nicht.

Um zurück zum eigentlichen Topic zu kommen: Sag Ihnen, dass du gerne Leichen in ihren Kellern hättest und ob das ok geht. Das ist die einzige sinnvolle Möglichkeit um ein Verarschen zu vermeiden.

edit@Eulenspiegel
@ Callisto
Aber wahrscheinlich ist das wie mit Bücher lesen:
Einige lesen als erstes die letzte Seite, um zu wissen, wie es ausgeht. Und die anderen hassen jedwede Form von Spoiler und wollen es von vorne lesen.

Ich lass mich überraschen, wenn ich demjenigen soweit vertraue, dass ich weiß es gibt keine böse Überraschung. Wenn ich mir ein Buch kaufen will und kenne den Autor noch nicht, schlag ich in der Mitte das Buch auf. Ich mag keine bösen Überraschungen, also vermeide ich alles was eine böse Überraschung werden könnte.
Sashaels Kampagne könnte mir durchaus richtig Spass machen. Auf Nummer Sicher geht er aber, wenn es Ihnen vorher grob sagt.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: ErikErikson am 17.12.2009 | 19:41
@Verminaard: Ja, schön, dann spiel halt Omas Apfelkuchen wiederbringen, oder Bärchi baut ein Boot mit seinen Freunden.

Ich freu mich aber auch, wenn ich mal etwas Drama in meinen Geschichten habe. Lach ruhig über mich, dass es mir nicht gelingt. Und geh zum Psychiater wegen deinem Augenrollkomplex. ::) ;)
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Callisto am 17.12.2009 | 19:44
@Verminaard: Ja, schön, dann spiel halt Omas Apfelkuchen wiederbringen, oder Bärchi baut ein Boot mit seinen Freunden.

Ich freu mich aber auch, wenn ich mal etwas Drama in meinen Geschichten habe. Lach ruhig über mich, dass es mir nicht gelingt. Und geh zum Psychiater wegen deinem Augenrollkomplex. ::) ;)

Zufälligerweise hab ich mit Vermi schon gespielt und ich verstehe nicht, was dein Kommentar gerade soll. Ich verstehe deine Pointe nicht. Echt nicht.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: ErikErikson am 17.12.2009 | 19:50
Vermi nervt mich mit seinen blöden Psychologen-Anspielungen, und seinen dauernden  ::) Smileys.

Es geht also nicht ums Thema, sondern wir zanken uns. Willst du mitmachen?  

Kapierst du die Pointe echt nicht, oder willst du damit sagen, das dir mein Humor nicht gefällt?
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Callisto am 17.12.2009 | 19:55
Vermi nervt mich mit seinen blöden Psychologen-Anspielungen, und seinen dauernden  ::) Smileys.

Es geht also nicht ums Thema, sondern wir zanken uns. Willst du mitmachen?  

Kapierst du die Pointe echt nicht, oder willst du damit sagen, das dir mein Humor nicht gefällt?

Ne du, ich glaub ich hab ein völlig anderes Bild von Vermi als du und versteh nicht WARUM du dich mit ihm zankst. Dein Humor ist aber trotzdem nicht meiner, aber das ist ja nicht schlimm. Aber das ist schon sehr OT. Zank Dich doch per PN  ;)
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: ErikErikson am 17.12.2009 | 19:58
Ich zank mich mit ihm, weil mir die Bullen grade 60 Euro fürs Ampelüberfahren abgeknöpft haben.

Das Thema ist eh ziemlich durch. Ausserdem hab ich gar kein Bild von Vermi, außer dass er keine Psychologen mag.
Aber schön, dass du deine Freunde verteidigst.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Tequila am 17.12.2009 | 20:10
Ich zank mich mit ihm, weil mir die Bullen grade 60 Euro fürs Ampelüberfahren abgeknöpft haben.

Das Thema ist eh ziemlich durch. Ausserdem hab ich gar kein Bild von Vermi, außer dass er keine Psychologen mag.
Aber schön, dass du deine Freunde verteidigst.


Und Vermi ist neuerdings Bulle, oder was?


Ach ja, wenn überhaupt, dann verteidigt man seine Freunde...jemand der mir egal ist, den verteidige ich eher selten...
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: ErikErikson am 17.12.2009 | 20:18
Das mit dem Freund verteidigen war nicht ironisch gemeint.

Und wer Blödsinn schreibt, was Vermi getan hat, (wer das Gegenteil behauptet bitte, nur zu,) und der ander sauer ist, weil er 60 Euro bezalhen musste, der brauch sich nicht wundern, wenn gezankt wird. Oder bist du da anderer Meinung?

Ist Vermis doppeltes  ::) so toll? Und seine Psychologen Anspielungen? Dann nehm ich natürlich alles zurück.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Tequila am 17.12.2009 | 20:23
Das mit dem Freund verteidigen war nicht ironisch gemeint.

Und wer Blödsinn schreibt, was Vermi getan hat, (wer das Gegenteil behauptet bitte, nur zu,) und der ander sauer ist, weil er 60 Euro bezalhen musste, der brauch sich nicht wundern, wenn gezankt wird. Oder bist du da anderer Meinung?

Ist Vermis doppeltes  ::) so toll? Und seine Psychologen Anspielungen? Dann nehm ich natürlich alles zurück.

Ohne Vermie verteiigen zu wollen *g*:

Aber wer gerade privaten Ärger hat, sollte vielleicht davon absehen, in Foren rumzusurfen, weil man dann nämlich schnell einen Streit provoziert, den eigetnlich niemand haben will...
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: ErikErikson am 17.12.2009 | 20:46
Jaa, lassen wirs dabei. Wenn Vermi ok, ist hab ich ihn wohl missverstanden. Ich wahr nur etwas nörgelig, weil ich Beschwerden an meinem Studienfach rausgelesen habe. Peace, Freunde.  :)
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Eulenspiegel am 17.12.2009 | 20:47
JEDER Spieler, der es für notwendig hält, kann den Spielleiter zu schlagen VERSUCHEN. - Die Frage ist, ob er seinen Schlag durchbringt, und was dann passiert. - Ist er bereit mit den Konsequenzen zu leben? Dann "Feuer frei!".

Das ist FAIR.
Vielleicht ist es fair. Aber es ist vor allem barbarisch.

In dem Maße wie es bei Engel gemacht wird, MUSS vorher aber klar gesagt werden, das es Geheimnisse gibt und nicht alles so ist, wie die Charaktere es zu Beginn denken. Es ist Beschiss, weil es über ein paar kleine Geheimnisse hinausgeht.
Wieso muss es vorher klar gesagt werden?
Und nein, es ist immernoch kein Beschiss, wenn man Engel spielt, ohne die genauen Umstände vorher anzukündigen.

Beschiss wäre es nur, wenn der SL vorher weiß, dass dem Spieler das Setting keinen Spaß machen würde, ihn aber trotzdem zum mitspielen überredet.
Wenn der SL aber im Glauben handelt, dem Spieler würde es gefallen, sich aber irrt, ist das zwar ärgerlich, aber kein Beschiss.

Beschiss beinhaltet immer den Vorsatz, dem anderen zu schaden.
Wenn der SL also tatsächlich vorgehabt hätte, ein Setting zu spielen, von dem er weiß, dass der Spieler das nicht mag, wäre es Beschiss.
Wenn der SL aber im guten Glauben, der Spieler würde das Setting mögen, das Setting bespielt, handelt es sich um keinen Beschiss.

Zitat
Du kannst die Enttäuschung, die diese Spieler gefühlt haben, nicht nachvollziehen, oder?
Ich kann ihre Enttäuschung durchaus nachvollziehen. Ich kann nur nicht verstehen, wieso die sich so darüber aufregen.

Wiegesagt: Es gab auch eine Menge Settings, von denen ich nur Gutes gehört habe und als ich sie dann endlich gespielt habe, war ich vom Setting enttäuscht.
Meine Reaktion darauf war, dem SL freundlich zu sagen, dass das Settings nichts für mich ist und dass sie ohne mich weiterspielen können. Er soll mir aber Bescheid sagen, sobald sie ein neues Setting spielen, dann würde ich wieder mitmachen.

Dass jemand also kein Bock auf das Engel-Setting hat, ist nachzuvollziehen. (Auch wenn ich diese Einstellung nicht teile.) Das jemand keine Lust mehr hat, ein Setting, auf das er keinen Bock hat, weiterzuspielen, ist auch nachzuvollziehen.

Aber dass man sich so darüber aufregt und den SL zum persönlichen Feind erklärt, ist nicht nachzuvollziehen.

Zitat
OUTGame wird aber der Spieler verarscht und das ist weder notwendig (zumindest wenn man In- und Outgamewissen trennen kann) noch in Ordnung.
Jain. Notwendig ist es nicht.
Aber es macht nunmal mehr Spaß, wenn man Geheimnisse nicht kennt und sie auch outtime erst langsam aufklärt.

Nur weil man Ingame und outtime Wissen trennen kann, heißt es noch lange nicht, dass man es auch trennen will.
Es macht vielen (nicht allen) nunmal mehr Spaß, wenn Ingame-Wissen = Outtime-Wissen gilt und keine Notwendigkeit zur Trennung besteht. (Das erhöht die Immersion.)

Und selbstverständlich bin ich nicht der Nabel der Welt. - Aber du bist es auch nicht. Und deswegen darfst du nicht den Fehler machen und annehmen, dass deine Vorliebe (alle SL-Infos werden zu Beginn bereits den Spielern bekanntgegeben) auch für andere Spieler gilt.

Zitat
Ja, richtig ein Spiel und eine Freizeitbeschäftigung. In meiner Freizeit verbringe ich meine Zeit mit Leuten, die mich NICHT verarschen.
Wie gesagt: Es ist keine verarsche.
Denn verarsche setzt Vorsatz vorraus.

Zitat
Sag Ihnen, dass du gerne Leichen in ihren Kellern hättest und ob das ok geht. Das ist die einzige sinnvolle Möglichkeit um ein Verarschen zu vermeiden.
Damit hätte der SL mir bereits zu viel verraten und einen Großteil des Spaßes geraubt.
Ich möchte überrascht werden. (Das werde ich aber kaum, wenn ich bereits im Vorraus weiß, dass ich Leichen im Keller habe.)

Zitat
Ich lass mich überraschen, wenn ich demjenigen soweit vertraue, dass ich weiß es gibt keine böse Überraschung. Wenn ich mir ein Buch kaufen will und kenne den Autor noch nicht, schlag ich in der Mitte das Buch auf. Ich mag keine bösen Überraschungen, also vermeide ich alles was eine böse Überraschung werden könnte.
Klar, das ist dein gutes Recht.

Aber blöd ist es, wenn du jemand anderem ein Buch schenkst und ihm verrätst, was in der Mitte des Buches passiert.

Vielleicht mag der andere eben keine Bücher in der Mitte aufschlagen. Vielleicht möchte der andere sich überraschen lassen.

Es ist dein gutes Recht, Bücher in der Mitte aufzuschlagen. Aber du darfst nicht erwarten, dass andere das ebenfalls tun.

(Und es kommt auch ziemlich blöd, wenn man anfängt rumzuspoilern: "Hier, ihr solltet dieses Buch lesen. In der Mitte des Buches erfahrt ihr, dass die Protagonisten ein paar Leichen im Keller haben. - Das hätte man vorher gar nicht vermutet.")
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: SeelenJägerTee am 17.12.2009 | 20:52
Wenn ich dein Spieler wäre und du mir sagen würdest:
"Darf in deiner Vergangenheit auch härterer Tobak vorkommen?"
Dann würde ich sagen:
"Na toll danke für den Spoiler, jetzt ist das ja irgendwie schon ziemlich klar auf was es rauslaufen wird!"

Das ist ähnich wie wenn ich ins Kino gehe und da kommt:
"Bitte beachten sie am Anfang so strahlend erscheinende Osimandias ist in Wahrheit ein brutaler Massenmörder. Sollte ihnen der Verlauf dieser Handlung aufstoßen, da sie sich zu stark mit dem Charakter identifiziert haben, so schauen sie sich bitte den folgenden Film nicht an!"

Ich als Spieler würde mir die Sondierungsmaßnahmen folgendermaßen wünschen:
"Eure Charaktere haben vor 20 Jahren einen Gedächtnissverlust ereilt, der ihre Erinnerungen und bisherige Persönlichkeit ausgelöscht hat."
"Was in dieser Vergangenheit geschehen ist liegt nicht in eurer Hand und es ist so ziemlich alles möglich."
"Bitte verwendet keine "lieblings" oder "wollte ich schon immer mal spielen" Charaktere, sondern spielt am besten mit Charakteren mit denen ihr euch nicht zu stark identifiziert."
"Wir spielen Gritty, ihr könnt euren Charakter auch dann verlieren wenn IHR - und er - alles richtig gemacht hab und das Schicksal/der Zufall einfach gegen euch ist."
"Gibt es irgend welche Teile davon mit denen ihr nicht leben könnt? Gibt es sonst wichtige Dinge die ihr nicht im Rollenspiel haben wollt?"
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: ErikErikson am 17.12.2009 | 20:55
So würde ichs auch machen. Nicht zu viel spoilern, aber sichergehen, dass die Spieler wissen, was von ihnen erwartet wird.
Titel: Re: Zu starker Eingriff in den Charakter?
Beitrag von: Sashael am 17.12.2009 | 22:14
Okay, dann danke ich an dieser Stelle für die vielen hilfreichen Kommentare (auch die Denkanstöße von Zornhau) und mache den Thread dicht, da die letzte Seite bereits fast ausschließlich auch OT Postings bestanden hat.

Vielen Dank für die rege Teilnahme.  :hi: