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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Pen & Paper - Umfragen => Thema gestartet von: Lichtbringer am 20.02.2010 | 13:29

Titel: [Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Lichtbringer am 20.02.2010 | 13:29
Hallo Leute,

nachdem es bei SpacePirates eben um Techtalk ging, würde es mich schwer interessieren, wie überzeugend solche Texte überhaupt sein können. Einer der drei folgenden Texte ist eine wissenschaftlich korrekte Aussage, die beiden anderen sind frei erfunden. Jetzt dürft ihr raten, welcher davon echt ist.
Bitte keine Antworten schreiben, in denen ihr die Lösung verratet.

Text 1:
Die Einlagerung mehrwertiger Metallkationen in Nukleobasen ist deshalb so vielversprechend, weil die Normalkoordinatenanalyse zeigt, dass die einfachste Normalschwingung des Komplexes nach der Symmetrieoperation A1g transformiert, was eine paramagnetische Kopplung der Metallzentren ermöglicht.

Text 2:
Die Raumzeitkrümmung, die die Masse eines schwarzen Lochs erzeugt, approximiert am Ereignishorizont unendlich, wodurch die Erzeugung virtueller Teilchen durch den Symmetrienbruch Gravitationswellen erzeugt.

Text 3:
Die quantenmechanischen Energieniveaus des harmonischen Oszillators können deshalb mathematisch mit der Kreisfrequenz beschrieben werden, einfach weil jede harmonische Oszillation entlang einer Achse als Projektionseffekt der starren Rotation in der fünfdimensionalen Raumzeit aufgefasst werden kann.

EDIT: Trotz Unkenrufen, ja einer der Texte stimmt wirklich!
Titel: Re: [Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Darkling ["beurlaubt"] am 20.02.2010 | 13:33
Was ist das klasse!  :D :d

Postest du irgendwann die Auflösung?

Und können wir sowas bitte öfter machen?  ;D
Titel: Re: [Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Lichtbringer am 20.02.2010 | 13:37
Ja, die Auflösung gibt es Montag, wenn ich meinen inneren Klugscheißer lange genug zurückhalten kann.

Umfrage in der Umfrage: Soll ich es einfach nur verraten oder erklären, was die Ausdrücke in den drei Texten bedeuten?
Die Erklärung könnte länger werden. Würde das wirklich jemand lesen wollen, wie ich mit meinem wissenschaftlichen Wissen angebe? *ungläubig guck*
Titel: Re: [Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Darkling ["beurlaubt"] am 20.02.2010 | 13:41
Mir würde die reine Auflösung ohne Erklärung ehrlich gesagt reichen....und ich möchte sowas öfter machen!!!
Titel: Re: [Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Yvo am 20.02.2010 | 13:47
Habe jetzt auf 2 getippt (bisher als einziger)...

Das Ding ist: Muss Techtalk überhaupt überzeugend sein? Ich finde, die Stimmung muss halt rübergebracht werden. Ich weiß, dass es Blödsinn ist, wenn sich "Nukleoidencluster phasenverschieben, was zu einer Divergenz im subatomaren Bereich führt", aber es klingt halt gut...
Titel: Re: [Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Funktionalist am 20.02.2010 | 13:51
Sci-FI Tech muss auch nicht "stimmen". Sie sollte nur stimmig genug sein, dass man als Spieler damit rumbasteln kann oder es sollte Effektbezogene Regeln geben.

Wenn die Chars sich eh nicht damit beschäftigen sollen und keine Hightech erfinden/abändern sollen ist völlig unerheblich, ob es künstliche Schwerkraft, Raumfalten etc mit plausibler Erklärung gibt.
Dann ist es nur wichtig, wenn sie als PLotdevice verwendet werden sollen.
Dämlichstes Beispiel:
Subraumanomalien (aber die kann man ja mit einem modifizierten Tachyonenimpuls aus der Sensorphalanx neutralisieren...oder müsste es normalisieren heißen.Oder nur mitigieren, oder doch eradizieren, annihilieren, naturieren oder denaturieren, synchronisieren oder desrtuktiv interfererieren?)
Titel: Re: [Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Belchion am 20.02.2010 | 13:56
Da mein Physikwissen irgendwo zwischen nicht vorhanden und äußerst gering liegt, ist es nicht sonderlich schwierig, mich mit Sci-Fi-Techtalk zu überzeugen. Wobei mein Anspruch auch ein wenig vom verwendeten Hintergrund abhängt - bei SpacePirates akzeptiere ich, ohne mit der Wimper zu zucken, auch oszillierende Protonen-Aggregate, bei ernsthaften Sci-Fi sollte es zumindest nicht schon mit meinem Realschulwissen als offensichtlich unsinnig zu erkennen sein.

Umfrage in der Umfrage: Soll ich es einfach nur verraten oder erklären, was die Ausdrücke in den drei Texten bedeuten?
Verraten an sich reicht, wobei ich es toll fände, wenn du zur "richtigen" Antwort eine gute Erklärung verlinkst.
Titel: Re: [Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Lichtbringer am 20.02.2010 | 13:57
Natürlich kann Techtalk völlig fiktiv sein, wie beim Subraum. Meistens versucht man es aber durch ein paar echte Begriffe aus der Wissenschaft überzeugender zu machen. Und da scheitert es dann leicht. Mich stört es schon, wenn es dann völlig unsinnig wird. Einer der Gründe für meinen Artikel in der aktuellen Anduin über Reisetechnologien in der Science-Fiction.
Titel: Re: [Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Funktionalist am 20.02.2010 | 14:06
...ich überlege gerade, obwohl das hier nirgends steht, ob man den GRaphen des normalen realen Sinus als Projektion eines (geraden) Pfades auf der 4Sphäre bauen kann.
Args.
Titel: Re: [Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Skele-Surtur am 20.02.2010 | 14:12
Darum bevorzuge ich Magietheoretisches Gebabbel. Da kann mir niemand was mit "unsinnig". Eine Übersetzung in "Verständlich" fände ich aber cool.

...ich überlege gerade, obwohl das hier nirgends steht, ob man den GRaphen des normalen realen Sinus als Projektion eines (geraden) Pfades auf der 4Sphäre bauen kann.
Args.
Geh fott. Ich hab keine Ahnung, was das zu bedeuten hat, nicht einmal die geringste. Ich glaube der Begriff "Kinetische Energie" ist das einzige, was ich aus meinem Realschulwissen in Sachen Naturwissenschaften bis heute erhalten habe, der Rest ist ganz unwissenschaftlich ins Nirvana abgetaucht. Von daher kann mich fast alles Überzeugen, was mindestens zwei Pseudowissenschaftliche Begriffe enthält.
Titel: Re: [Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Falcon am 20.02.2010 | 16:07
mmh, ich hatte 1 Semester Quantenmechanik + hie und da in einzelnen Kursen und Text 1 kommt mir irgendwie vertraut vor.

keiner der Begriffe scheint sich gegenseitig zu widersprechen (A1g, Symmetrie Schwingungen, Paramagnetisms, eingelagerte Metallkationen)

Also mein Bauchgefühl sagt Text1.

Aber Text3, Fünfdimensionale Raumzeit, das halte ich für Blödsinn. Raumzeit beinhaltet 4 Dimensionen AFAIK. Die höheren definieren etwas anderes.

überzeugend fürs Sci-Fi finde ich sie aber alle.
Titel: Re: [Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Yerho am 20.02.2010 | 16:21
Subraumanomalien (aber die kann man ja mit einem modifizierten Tachyonenimpuls aus der Sensorphalanx neutralisieren...oder müsste es normalisieren heißen.Oder nur mitigieren, oder doch eradizieren, annihilieren, naturieren oder denaturieren, synchronisieren oder desrtuktiv interfererieren?)

Das ist totaler Schwachsinn. ::)
Es würde zwangsläufig einen Lapsus mit den Klingonen initiieren, selbst wenn der multiphile Faktor geömmelt und dabei durch vakuumgealterte Polymere abgeschirmt würde. Hast Du denn noch nie was von realkonvergenter Ambivalenz gehört? Das lernt doch jeder Student der Maritimen Päderastik bereits im ersten Semester! Mit Deinen esoterischen Lösungsansätzen wärst Du aber bei Mediterraner Transpiration besser aufgehoben! ;D
Titel: Re: [Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: YY am 20.02.2010 | 16:24
Wenn man so was niedergeschrieben vor sich hat, ist es auch einfacher "Moooooment mal" zu sagen, als wenn Geordi, Scotty oder sonst wer wie eine wilde Wanze irgendwas runterleiert, der Chef sagt "So wirds gemacht!" - Schnitt, nächste Szene, Denkvorgang abgebrochen  ;)


Ich hätte übrigens gern die vollständige Erklärung mit Alles und scharf  ~;D
Titel: Re: [Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Darkling ["beurlaubt"] am 20.02.2010 | 16:33
Merke:
Durch ein Ansteigen der Hyperimpedanz können sowohl Hypertropzapfer als auch Syntrons beeinträchtigt werden oder sogar ausfallen! Gleiches gilt unter Anderem für PDP-Distanznadler, Kristallschirme sowie Paradim-Panzerbrecher.
Außerdem muss mit einem vermehrten Auftreten von Tryortan-Schlünden in Folge von Hyperstürmen gerechnet werden!
 :korvin:
Titel: Re: [Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Mr Grudenko am 20.02.2010 | 16:49
Aus einem Bauchgefühl heraus: Antwort 3

Ist halt 25 Jahre her, daß ich Physik in der Schule hatte und sowohl Quantenmechanik als auch Stringtheorie waren da eher ... äh ... rar gesäht.  ;)
Titel: Re: [Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Yerho am 20.02.2010 | 16:51
Wenn man so was niedergeschrieben vor sich hat, ist es auch einfacher "Moooooment mal" zu sagen, als wenn Geordi, Scotty oder sonst wer wie eine wilde Wanze irgendwas runterleiert, der Chef sagt "So wirds gemacht!" - Schnitt, nächste Szene, Denkvorgang abgebrochen  ;)

Das ist auch eine Frage der Einstellung. Bei SF-Berieselung wie in Star Trek oder Star Wars ist Technobubble nur für den Flow zuständig. Klingt gut = ist gut.

Bei Hard SF ist es relevant, wie die Dinge funktionieren, sie sind häufig für das Verständnis der Handlung erforderlich. Da passt man genauer auf und der Schwachsinn hat nur zwei Chancen, um zu überleben: Er muss thematisch möglichst unbeschlagene Rezipienten finden oder so komplex formuliert sein, dass er schwer oder gar nur von Fachleuten im jeweiligen Fach aufzudröseln ist.
Lichtbringers Beispiele musste ich beispielsweise mehrfach lesen, um zu einer Entscheidung zu kommen.

Außerdem muss mit einem vermehrten Auftreten von Tryortan-Schlünden [...] gerechnet werden!

Haben wir die nicht alle schon letztes Jahr zugeschüttet? :P
Titel: Re: [Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Grimtooth's Little Sister am 20.02.2010 | 17:11
Also bei Star Trek ist es schon relevant, zumindest im RPG. Wenn du da nicht mehr weisst, wie was wann wo in der Serie/den Büchern oder früher in der Story passiert ist, dann solltest du besser keinen Wissenschaftler als SC haben  ;D
Titel: Re: [Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Funktionalist am 20.02.2010 | 17:15
...ich muss gerade an den Zephyrmantel aus einem heimgebräusystem denken, den ich für mich immer liebevoll Sprengstoffweste nenn, weil der auch für kurze Zeit viel Wind macht.

Meine Überlegungen:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: [Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Bad Horse am 20.02.2010 | 19:26
Mir fehlen ja Optionen wie "Keine davon" oder "alle davon".  ;)

Ich hab aber auch 2. genommen.  :)
Titel: Re: [Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: YY am 22.02.2010 | 06:28
Zitat von: Xanaboy
Bei Hard SF ist es relevant, wie die Dinge funktionieren, sie sind häufig für das Verständnis der Handlung erforderlich. Da passt man genauer auf und der Schwachsinn hat nur zwei Chancen, um zu überleben: Er muss thematisch möglichst unbeschlagene Rezipienten finden oder so komplex formuliert sein, dass er schwer oder gar nur von Fachleuten im jeweiligen Fach aufzudröseln ist.
Lichtbringers Beispiele musste ich beispielsweise mehrfach lesen, um zu einer Entscheidung zu kommen.

Bei Hard SF darf der Schwachsinn prinzipiell auch nicht so ausgeprägt sein wie bei Space Opera & Co...

In der Regel begegnet einem bei Hard SF ja kein Star-Trek´scher Technobabbel; da ist meistens ziemlich klar, WO der Knackpunkt liegt, also an welchem Punkt der "Fiction"-Anteil eingebracht wird.

Bei Star Trek & Co. hat es bisweilen eben einfach keinen Sinn, den Anschein von Machbarkeit/Plausibilität erwecken zu wollen, da hilft dann nur das volle Programm: nebulöses Gefasel, Widerworte mit noch nebulöserem Gefasel durch eine zweite Koryphäe, Synthese der zwei Sachen inklusive drittem Laberschwall, schneller Schnitt, bunte Lichter und schneidige Soundeffekte - hat geklappt, hobb subber  ;D
Titel: Re: [Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Lichtbringer am 22.02.2010 | 06:47
Was Technobabble angeht, bin ich für eine ganz-oder-gar-nicht-Einstellung.
Entweder man denkt sich eine (bitte konsistente) vollkommen fiktive Sache aus oder man baut realistisch auf bisheriger Erkenntnis auf.
Beispiel: neue Materialien. Wir kennen alle stabilen Elemente im Universum. Das Periodensystem der Elemente hat keine Lücken mehr! Also, liebe Science-Fiction-Autoren, bitte lasst den Unsinn mit neuen Elementen. Wenn ihr ein neues Material als Erklärung braucht, dann baut es aus einer eigenen Teilchensorte auf. Verwendet nicht Atome - wir kennen alle stabilen Atomsorten! Danke sehr.
Titel: Re: [Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: 1of3 am 22.02.2010 | 11:06
Naja, wir haben ein Modell, welches behauptet, dass es keine weiteren stabilen Elemente gebe. Wie alle Theorien über die äußere Welt kann auch die sich prinzipiell als falsch erweisen. Das mag nicht sehr wahrscheinlich sein, aber darum gehts ja nicht.
Titel: Re: [Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Yerho am 22.02.2010 | 11:27
Wir kennen alle stabilen Elemente im Universum. Das Periodensystem der Elemente hat keine Lücken mehr!

Das dachte man bereits zu verschiedenen anderen Zeitpunkten. Angefangen mit dem Zeitpunkt, als darin noch Feuer, Wasser, Erde und Luft aufgeführt waren und vorläufig endend gegen Anfang des 20. Jahrhunderts, als man radioaktive Elemente nachweisen konnte. Künstliche Elemente werden nach wie vor gefunden/hergestellt. Sie kommen unseres Wissens nicht natürlich vor, aber wir wissen auch noch verdammt wenig darüber, unter welchen Bedingungen sie stabil sind.

Manchmal habe ich das Gefühl, die Wissenschaft freut sich so sehr, ein Schema (!) gefunden zu haben, dass ausnahmsweise schon recht lange durch keine neuen Erkenntnisse ad absurdum geführt wurde, dass sie sich gar nicht vorstellen möchte, dass sich das auch noch ändern könnte. Das ist fast ein wenig schizophren, weil gleichzeitig über alternative Teilchenzustände gegrübelt wird, die genau das auslösen würden. ;)

Andererseits sehe ich es ebenfalls so, dass handgewedelte neue Elemente ein Motiv der Space Opera sind, weil sie einfach nur Funktionen bereits stellen sollen, welche der Hard-SF-Autor lieber über Zustände erklärt, die wenigstens ansatzweise auf dem aktuellen Wissenstand beruhen. Solche Erklärungen sind aber nicht jedem Publikum zumutbar, aber generell auch nicht für jede Art Geschichte geeignet.
Hätte Ridley Scott auf dem Planeten Pandora nicht nach feststofflichen, freundlich glitzernden Unobtainium buddeln lassen, sondern dort komplizierte Gerätschaften aufstellen lassen, um ein für Sekundenbruchteile stabiles Unobtainium zu extrahieren, welches in diesem kurzen Zeitpunkt mit Kohlenstoff zu einer bei -150°C für 92 Tage (+ 3 h, 24 min, 2 sec ...) stabilen Legierung verschmolzen wird, hätte er kaum noch Zeit gehabt, seine Geschichte von blauen Aliens und einem Planeten mit Nervensystem zu zu erzählen.
Titel: Re: [Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Skele-Surtur am 22.02.2010 | 12:25
Das dachte man bereits zu verschiedenen anderen Zeitpunkten. Angefangen mit dem Zeitpunkt, als darin noch Feuer, Wasser, Erde und Luft aufgeführt waren und vorläufig endend gegen Anfang des 20. Jahrhunderts, als man radioaktive Elemente nachweisen konnte. Künstliche Elemente werden nach wie vor gefunden/hergestellt. Sie kommen unseres Wissens nicht natürlich vor, aber wir wissen auch noch verdammt wenig darüber, unter welchen Bedingungen sie stabil sind.

Manchmal habe ich das Gefühl, die Wissenschaft freut sich so sehr, ein Schema (!) gefunden zu haben, dass ausnahmsweise schon recht lange durch keine neuen Erkenntnisse ad absurdum geführt wurde, dass sie sich gar nicht vorstellen möchte, dass sich das auch noch ändern könnte. Das ist fast ein wenig schizophren, weil gleichzeitig über alternative Teilchenzustände gegrübelt wird, die genau das auslösen würden. ;)

Wissenschaft kann nach ihrem eigenen, modernen Selbstverständnis keine unwiderlegbare Wahrheit produzieren, sondern maximal Sätze, die wahr sein können müssen. Klingt komisch, ist aber so. Ergo kann auch das Periodensystem, bzw. die ihr zu Grunde liegende Regel, nur als ein Satz angesehen werden, der wahr sein kann. Er muss es nicht. Und da wir hier von Science Fiction sprechen... aber das ist wohl eine Glaubensfrage.
Titel: Re: [Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Greifenklaue am 22.02.2010 | 12:28
Ich würde auf Text 1 tippen.

Ach, wurde ja schon aufgelöst... *hust*
Titel: Re: [Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Eulenspiegel am 22.02.2010 | 12:35
Wenn man neuartige Materialien in der SF haben will, würde ich
- neuartige Moleküle
- Isomere von bekannten Molekülen
- bekannte Atome mit sehr hoher/niedriger Neutronenzahl

verwenden. Das ist imho um einiges plausibler und trotzdem noch genügend Technobabbel, um ein neuartiges Material zu erklären.
Titel: Re: [Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Funktionalist am 22.02.2010 | 12:39
Naja, wir haben ein Modell, welches behauptet, dass es keine weiteren stabilen Elemente gebe. Wie alle Theorien über die äußere Welt kann auch die sich prinzipiell als falsch erweisen. Das mag nicht sehr wahrscheinlich sein, aber darum gehts ja nicht.
man vermutet irgendwo bei 210 wieder eine INsel der Stabilität mit Halbwertszeiten im Stundenbereich und länger.
Titel: Re: [Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Bluerps am 22.02.2010 | 13:07
Ist eine Halbwertszeit von ein paar Sekunden, die man bei einem der neueren gefundenen Elemente hat, nicht sogar schon recht stabil, im Vergleich zu vielen anderen künstlichen Elementen? Es reicht, um das Zeug weiter untersuchen zu können.

Was die Frage angeht: Alle drei Text sind recht weit von meinem Fachgebiet entfernt, außer vielleicht Text 3, in dem es zumindest am Rande um ein dynamisches System zu gehen scheint. Es klingt aber auch mehr nach Geschwurbel als die anderen zwei, aus den Gründen die Revyboy nennt. Bei Text 1 bin ich froh, das ich ungefähr weiß was damit überhaupt gemeint ist, aber ob das jetzt stimmt, oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Deswegen hab ich für Text 2 gestimmt - sowas in der Art mein ich schon gelesen zu haben, insbesondere das Detail mit dem virtuellen Teilchenpaar, welches durch den Ereignishorizont getrennt wird.

Ansonsten steh ich da auch auf dem Standpunkt, das SF im Großen und Ganzen nicht wissenschaftlich korrekt zu sein hat. In den guten Vertretern des Genres geht es immer darum, was man in der Zukunft tun kann und welche Auswirkungen das hat - wie es funktioniert ist Nebensache.


Bluerps
Titel: Re: [Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Funktionalist am 22.02.2010 | 13:17
Ist eine Halbwertszeit von ein paar Sekunden, die man bei einem der neueren gefundenen Elemente hat, nicht sogar schon recht stabil, im Vergleich zu vielen anderen künstlichen Elementen? Es reicht, um das Zeug weiter untersuchen zu können.
Ja, ich denke schon. Vor Allem, wenn man die Elemente auf einmal direkt beobachten kann und nicht nur über ihre Zerfallsprodukte errechnen möchte.
Ich stelle mir gerade so eine 400Kg schwere Wasserflasche vor, die mit Stabilium gefüllt ist...;D
Titel: Re: [Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Lichtbringer am 22.02.2010 | 13:29
Das dachte man bereits zu verschiedenen anderen Zeitpunkten. Angefangen mit dem Zeitpunkt, als darin noch Feuer, Wasser, Erde und Luft aufgeführt waren und vorläufig endend gegen Anfang des 20. Jahrhunderts, als man radioaktive Elemente nachweisen konnte. Künstliche Elemente werden nach wie vor gefunden/hergestellt. Sie kommen unseres Wissens nicht natürlich vor, aber wir wissen auch noch verdammt wenig darüber, unter welchen Bedingungen sie stabil sind.

Manchmal habe ich das Gefühl, die Wissenschaft freut sich so sehr, ein Schema (!) gefunden zu haben, dass ausnahmsweise schon recht lange durch keine neuen Erkenntnisse ad absurdum geführt wurde, dass sie sich gar nicht vorstellen möchte, dass sich das auch noch ändern könnte. Das ist fast ein wenig schizophren, weil gleichzeitig über alternative Teilchenzustände gegrübelt wird, die genau das auslösen würden. ;)

Es wäre sicherlich möglich, dass das PSE nicht stimmt. Aber das gilt auch für die Idee, dass die Erde eine Kugel ist.
Das PSE sei vollständig, wurde niemals behauptet. Es wurde erst 1869 von Medelejew vorgeschlagen und einer seiner großen Erfolgewar, dass es Lücken aufwies, die man später mit neu entdeckte Elementen füllen konnte. Heute sind alle Lücken gefüllt. Jede Protonenzahl mit einem Element besetzt. Wir haben bereits versucht, Elemente mit gebrochenen Ordnungszahlen zu erzeugen und diese sind nicht stabil.
Wenn Elemente sehr hoher Ordnungszahl stabil genug wären, dass sie für Technik eine Rolle spielen könnten, lägen diese in der Natur vor und moderne Massenspektrometer könnten sie entdecken. Soweit nichts.
Es wäre durchaus denkbar, dass es jede Menge an uns unbekannten "Elementen" gibt, die man für die Sci-Fi postulieren kann. Aber diese bestünden nicht aus Protonen, Neutronen und Elektronen.

Wenn man neuartige Materialien in der SF haben will, würde ich
- neuartige Moleküle
- Isomere von bekannten Molekülen
- bekannte Atome mit sehr hoher/niedriger Neutronenzahl

verwenden. Das ist imho um einiges plausibler und trotzdem noch genügend Technobabbel, um ein neuartiges Material zu erklären.

Auch hier: wäre möglich, aber sehr unwahrscheinlich.
Die ersten beiden Möglichkeiten verletzten die Energieerhalteung. Die Technologie, um die es in der Science Fiction für gewöhnlich geht, bräuchten nämlich derart hohe Energien, dass jede chemische Bindung dadurch gespalten wird.
Die dritte vernachlässigt die Tatsache, dass auch die Nuklidkarte vollständig bekannt ist.
Titel: Re: [Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Skele-Surtur am 22.02.2010 | 13:55
Es wäre durchaus denkbar, dass es jede Menge an uns unbekannten "Elementen" gibt, die man für die Sci-Fi postulieren kann. Aber diese bestünden nicht aus Protonen, Neutronen und Elektronen.
Sondern?
Titel: Re: [Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Funktionalist am 22.02.2010 | 13:59
Metamaterialien.

die kleinsten Einheiten bestehen dann aus mehreren Atomen/molkeülen und die Eigenschaften enstehen aus dem Kristallgitter und den Fehlstellen darin usw...

Oder man  betrachtet eine noch kleinere Stufe und fängt an [technobabbel] Gluonen und Photonen zu verschränken und so künstliche Metaquarks herzustellen, aus denen sich ganz neue Bausteine erstellen lassen [/technobabbel].
Titel: Re: [Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Skele-Surtur am 22.02.2010 | 14:01
Wie stabil wäre das dann?
Titel: Re: [Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Lichtbringer am 22.02.2010 | 14:07
Gar nicht. Diese Arten von Materie sind sehr gut erforscht.

Aber(!), wir wissen von 90 % der Materie im Universum nicht, woraus sie besteht. Es wären also vollkommen andere Formen von Materie denkbar, die sich überhaupt nicht an das halten, was wir bisher über Materie wissen.
Die bestehen vielleicht aus Surturonen, die zusammen mit Revyboyonen und Kellyboyonen Trimere bilden, in denen sie sich immer in einer Acht gegenseitig umkreisen.
Titel: Re: [Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Skele-Surtur am 22.02.2010 | 14:11
Surturonen sind toll. ;D Ich glaub so nenn ich die Dinger in meinem SciFa-Setting.
Titel: Re: [Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Bluerps am 22.02.2010 | 14:24
*hüstel* (http://www.smbc-comics.com/index.php?db=comics&id=1452)


Bluerps ;D
Titel: Re: [Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Yerho am 22.02.2010 | 16:32
Es wäre sicherlich möglich, dass das PSE nicht stimmt. Aber das gilt auch für die Idee, dass die Erde eine Kugel ist.

Die Erde ist auch keine Kugel, nicht einmal annähernd. :P Als Laie kann man sich hier (http://www.kowoma.de/gps/geo/mapdatum.htm) einen guten Überblick verschaffen.

Aber selbst wenn sie eine wäre, hinkte das Beispiel, denn die Erde ist unmittelbar vermessbar. Klar wird dabei auch abgeleitet und vereinfacht, aber dies geschieht aus Effizienzgründen, wo es vertretbar ist - ebenso, wie die Erde aus Effizienzgründen (auch) als Kugel visualisiert wird.
Die Beschaffenheit von Teilchen, ja teilweise sogar deren Existenz, ist bisher jedoch nur indirekt nachgewiesen. Protonen, Neutronen und Elektronen sind lediglich ein Erklärungsansatz, zu dem jede bisherige Beobachtung passt. Wobei man auch bereits feststellen musste, dass einige Beobachtungen mittlerweile nicht passen, und die gängige Methode ist es dann, diese durch Teilchen zu erklären, die nicht am Atomaufbau beteiligt sind. Eigentlich könnte man aber mit der gleichen Berechtigung annehmen, dass man komplett auf dem Holzweg ist, und im Hinterkopf etlicher Forscher ist das auch durchaus vermerkt. Sobald die vorhandenen Daten dahin gehen, dass es mehr Anomalien als Nomalien zum Modell gibt, muss dieses kippen. Bisher wackelt es nur dann und wann ein wenig.

Das Periodensystem hingegen ist sehr wackelig. Es beruht auf sehr vielen Modellen, und es genügt schon, dass ein einziges davon offiziell für obsolet erklärt wird, damit das PS nur noch fürs Museen taugt, versehen mit einer lustigen Anekdote, an was für einen Unfug frühere Wissenschaftler glaubten. Alchemie und Astrologie waren ja auch mal ernsthafte Wissenschaften. ;D

Zitat
Es wäre durchaus denkbar, dass es jede Menge an uns unbekannten "Elementen" gibt, die man für die Sci-Fi postulieren kann. Aber diese bestünden nicht aus Protonen, Neutronen und Elektronen.

Wie gesagt, dass die bisherigen Elemente daraus bestehen, ist auch nur eine nicht zureichend widerlegbare Annahme.
Der Schluss, dass ein Stier auf die Farbe rot anspricht, ist so lange wissenschaftlich haltbar, bis man nachweist, dass der Stier farbenblind ist. Auch wenn man mit Tüchern anderer Farbe wedelt, beweist das nur, das der Stier auch auf andere Farben oder auf das Tuchwedeln aggressiv reagiert, jedoch nicht, das er nicht auf die Farbe rot aggressiv reagiert.

Zitat
Auch hier: wäre möglich, aber sehr unwahrscheinlich.

So unwahrscheinlich wie der Umstand, dass es weltweit keinen Bedarf für mehr als fünf Computer gibt? Für den Stand von 1943 war diese Aussage wahr. Für das, was heute eingetreten ist, bestand eine Wahrscheinlichkeit von 0,00001 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit ist eine Hure. ;)
Titel: Re: [Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Falcon am 22.02.2010 | 18:27
und welcher Text war jetzt richtig?
Titel: Re: [Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Darkling ["beurlaubt"] am 22.02.2010 | 18:29
Duh! (http://tanelorn.net/index.php/topic,53279.0.html)
Titel: Re: [Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Pyromancer am 22.02.2010 | 18:31
Was bringt's fürs Spiel?

Klar, man kann doll technobabbeln, aber für's Spiel ist es interessant zu wissen, ob die künstliche Gravitation jetzt durch einen zentralen Generator erzeugt wird oder durch lokale Platten, ob ein Loch im Rumpf verhindert, dass ein FTL-Sprung stattfindet, ob Überlichtreise Zeitparadoxa auslöst, welche Waffen im Vakuum funktionieren, sowas.

Ich will spielrelevanten Tech-Talk!
Titel: Re: [Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Falcon am 22.02.2010 | 18:53
er hat einen eigenen Thread dafür aufgemacht?!.
Das fällt mir auch nur D'uh ein.

tja, dann muss man ohne tieferes Fachwissen wohl erstmal glauben, was da steht.