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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Pen & Paper - Umfragen => Thema gestartet von: Lichtbringer am 22.02.2010 | 06:11

Titel: [Auflösung zum Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Lichtbringer am 22.02.2010 | 06:11
So, ich schreite mal zur AUflösung. Wer noch abstimmen möchte, bitte nicht hier luschern.

Der momentane Stand der Abstimmung ist wie folgt:
33 Leute haben abgestimmt,
davon haben sich 8 (24,2 %) für Text 1 entschieden, 18 (54,5 %) für Text 2 und 7 (21,2 %) für Text 3 stimmten.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)


So, hier mal die längere Erklärung zu den Begriffen.

Text 1
Man kann tatsächlich Metallkationen in DNS einlagern, aber nicht in die Nukleobasen selbst, die die DNS aufbauen, sondern zwischen die Nukleobasen im Doppelstrang.
Normalkoordinatenanalyse ist eine mathematische Methode, das komplizierte Schwingungsverhalten eines Moleküls auf einige einfache Schwingungen (so genannte Normalschwingungen) zurückzuführen, die sich überlagern und dadurch das Schwingungsverhalten erzeugen.
Diese Normalschwingungen lassen sich in ihrer Symmetrie durch Symmetrietransformationen beschreiben. A1g ist die höchst symmetrische, die es gibt (z. B. alle Liganden eines Komplexes schwingen gleichzeitig vom Zentralatom weg). Eine solche Schwingung kann DNS nicht aufweisen, weil sie dazu nicht symmetrisch genug ist.
Paramagentische Kopplung ist ein Ausdruck wie geselliger Einzelgänger - ein Widerspruch in sich. Wenn ein Atom über ungepaarte Elektronenspins verfügt, dann hat es ein magnetisches Moment. (Das kennt man aus dem Physikunterricht als Elementarmagnete.) Wenn diese Spins nicht miteinander wechselwirken, sind sie natürlich statistisch verteilt. Wenn man dann den Stoff in ein Magnetfeld stellt, fangen diese Elementarmagnete an, sich entlag der Magnetfeldlinien auszurichten. Das nennt man Paramagnetismus.
Wenn die Elementarmagenete aber miteinander kopplen, dann richten sie sich entweder in die gleiche Richtung aus (dann spricht man von ferromagnetischer Kopplung und bekommt das, was wir in der Umgangssprache als Magneten bezeichnen) oder entgegen einander (dann spricht man von antiferromagnetischer Kopplung und hat ein Material, das Magnetfelder abschirmen kann). Tatsächlich gibt es noch mehr Fälle als diese beiden, aber das spielt hier keine Rolle. Wichtig ist nur, dass die Ausdrücke Kopplung und Paramagnetismus sich widersprechen.

Text 2
Die Raumzeitkrümmung (also laut Einstein Schwerkraft) eines schwarzen Lochs nähert (approximiert) erst in der Singularität unendlich an.
Der Ereignishorizont dagegen ist der Abstand, ab dem die Schwerkraft so groß ist, dass auch das Licht dem schwarzen Loch nicht mehr entkommen kann. Da uns Einstein lehrt, dass nichts schneller als das Licht fliegen kann, bedeutet das, dass nichts das schwarze Loch mehr verlassen kann, sobald es einmal hinter dem Ereignishorizont landet.
So genannte virtuelle Teilchen entstehen ständig, weil in der Quantenwelt alle "schwankt und wabert". Deshalb entstehen ständig Paare aus Teilchen und Antiteilchen, die sich kurz darauf wieder treffen und gegenseitig auslöschen. Am Ereignishorinzont kann es allerdings passieren, dass eins der Teilchen ins schwarze Loch fällt und das andere ihm noch entkommt. Die Energie dafür wird dem schwarzen Loch entzogen, weshalb schwarze Löcher langsam ausdünsten, bis sie sich auflösen. Das nennt man Hawking-Strahlung. Diese ist auch der Grund dafür, dass der LHC die Welt nicht vernichten wird. Wir WOLLEN dort schwarze Löcher erzeugen. Und wir müssen deshalb so viel Aufwand betreiben, weil sie groß genug sein müssen, damit sie nicht zu schnell zerstrahlen, dass man sie nicht beobachten kann.
Der Symmetrienbruch hat nicht das geringste mit schwarzen Löchern zu tun. Der Begriff beschreibt, dass das nicht immer so war. Aus Gründen, die wir noch nicht verstehen, sind kurz nach dem Urknall nicht nur Teilchen-Antiteilchen-Paare, dann wäre ja alle Materie wieder zerstrahlt. Aus unklaren Gründen wurde diese Symmetrie gebrochen und es wurde mehr Materie als Antimaterie erzeugt. Wie das sein kann, das wollen wir auch am LHC herausfinden.

Text 3
Ein harmonischer Oszillator ist der theoretische Idealfall eines schwingenden Körpers, der in Raum und Zeit periodisch schwingt. Will man diesen quantenmechanisch Beschreiben, verwendet man mathematisch die Kreisfrequenz, die man eigentlich für Rotationen verwendet.
Warum geht das? Stellt euch einmal eine Kugel vor, die an einem Band hängt. Nun lasst ihr die Kugel an dem Seil kreiseln, so dass sich das Seil strafft. Wenn man von Vorne auf die Drehung guckt, dann sieht man, dass sich da eine Kugel dreht. Guckt man aber von der Seite drauf, sieht es so aus, als ob die Kugel hin und her schwänge. So wird die zweidiemnsionale Drehung zu einer Schwingung in nur einer Dimension projeziert. Das bedeutet, dass man mathematisch jede Schwingung entlang einer Achse als projezierte Rotation beschreiben kann, indem man eine Dimension hinzfungt. Da unsere Raumzeit vier Dimensionen hat, muss man also auf fünf Dimensionen hochgehen. Schließlich kann die Drehung in keiner der drei normalen Raumdimensionen stattfinden, sonst könnte man ja um die Schwingung drum herumgehen, so dass man die Rotation erkennen kann.
Das bedeutet übrigens nicht, dass die Physik behauptet, es gäbe wirklich fünf Dimensionen. Sie nutzt nur die Mathematik, die dies annimmt, weil sie leicht zu verwenden ist. (Tatsächlich behaupten viele Physiker, es gäbe elf Dimensionen, aber das hat andere Gründe.)



Noch Fragen?
Titel: Re: [Auflösung zum Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Darkling ["beurlaubt"] am 22.02.2010 | 06:19
Tja, da lag ich wohl daneben...
Neue Runde?  ;D
Titel: Re: [Auflösung zum Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: YY am 22.02.2010 | 06:29
Neue Runde!
Titel: Re: [Auflösung zum Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Lichtbringer am 22.02.2010 | 06:42
Neue Runde!

Bedeutet das, dass du dir die nächste Runde ausdenken möchtest?  :P

Ich versuche, mir im Verlauf was neues zu überlegen.
Titel: Re: [Auflösung zum Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Callisto am 22.02.2010 | 09:06
Ha! Ich hatte recht, ich hatte recht, ich hatte recht! *freu*

Warum hab ich Text 3 gewählt? Es kam mir irgendwie bekannt vor und mathematische Kreisbeschreibungen, ich dachte mir das nur echte Wissenschaftler über sowas schreiben können  ~;D
Text 2 war mir zu sicher was mit einem Schwarzen Loch passiert, wenn man mal bedenkt wie lange sie diskutiert haben, ob es sowas überhaupt gibt und Text 1 dachte ich mir nur: Was? Metallkationen in Nukleobasen und Kopplung der Metallzentren? Das kann nicht sein.
Titel: Re: [Auflösung zum Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Metamind am 22.02.2010 | 09:58
Noch Fragen?

Was hast du studiert und was ist dein Beruf?

Ich habe Text 3 richtig angekreuzt, aber nur weil mir die Worte bekannt vorkamen. ;)
Titel: Re: [Auflösung zum Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Lord Verminaard am 22.02.2010 | 10:21
Text drei hat sich durch die Forumlierung verraten, insbesondere das Wort "einfach". ;)
Titel: Re: [Auflösung zum Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: 1of3 am 22.02.2010 | 11:11
Ich hätte Text 2 ausgeschlossen, weil niemand, den ich kenne, "approximieren" so benutzt. Man sagt "nährt sich an" oder "geht gegen" oder irgendwie sowas. :)
Titel: Re: [Auflösung zum Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Lichtbringer am 22.02.2010 | 13:18
Was hast du studiert und was ist dein Beruf?

Ich mache gerade meine Doktorarbeit in Chemie. Das Fach hat den Vorteil, das es zwischen Biologie und Physik steht, so dass man beide Gebiete ganz brauchbar verstehen kann, auch wenn man natürlich kein Fachmann ist.
Insofern bin ich von Beruf Student. Nach meiner Promotion möchte ich gerne in die Populärwissenschaft gehen. Deshalb habe ich angefangen, eine Vortragsreihe zu so Themen wie außerirdisches Leben, Willensfreiheit, Evolution, Determinismus usw. zu halten.

Titel: Re: [Auflösung zum Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Lichtbringer am 22.02.2010 | 13:19
Ich hätte Text 2 ausgeschlossen, weil niemand, den ich kenne, "approximieren" so benutzt. Man sagt "nährt sich an" oder "geht gegen" oder irgendwie sowas. :)

Tatsächlich kommt der Ausdruck in der Fachliteratur als Angliszismus immer häufiger vor.
Titel: Re: [Auflösung zum Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Teylen am 22.02.2010 | 13:31
Text 1 verstand ich nicht und eine innere stimme sagte mir das es nicht stimmt.
Bei Text 2 glaubte ich nicht das irgendwas in schwarzen Loechern so rumentsteht.
Text 3 nahm ich weil es mir logisch schien das ozillierende Dinge Kreise machen ^^;
Titel: Re: [Auflösung zum Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Bluerps am 22.02.2010 | 13:43
Heh, voll danebengegriffen. :D

Naja, es hat schon seinen Grund, das ich bei meiner Arbeit die Physik im Hintergrund lasse und mich auf die mathematischen Aspekte konzentriere. ;)


Bluerps
Titel: Re: [Auflösung zum Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Funktionalist am 22.02.2010 | 13:52
Da lag ich auch daneben. Es kam mir schon komisch vor, dass der Ereignishorizont eine Singularität sein sollte, aber die Verdinglichung des Harm. Oszillators hat mich aus der Bahn geworfen, vor Allem, da sich der Rest irgendwie gut anhörte.

Allerdings habe ich ziemlich versagt, als ich es mir ausrechnen wollte. ;D
Keine Ahnung warum. Wenn ich mir jetzt meine Zettel anschaue, steht es quasi schon so da. wtf?
Titel: Re: [Auflösung zum Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Dr.Boomslang am 22.02.2010 | 17:26
Ich hatte 2 gewählt weil alle Texte nicht (professionell) wissenschaftlich klingen, sondern eben wie Begriffsdropping (was zwar "echte" Wissenschaftler auch machen, aber eben nicht so zwanghaft ;) ). Es klingt eben wie Technobabble.
Die Begriffe in 2 kamen mir am wenigsten ausgedacht vor, deswegen hab ich das genommen. Bei 1 hätte ich z.B. nicht gedacht dass es sowas wie "Normalkoordinatenanalyse" in Zusammenhang mit Molekülen wirklich gibt. Wer denkt sich sowas aus?

Die Formulierung macht sehr viel aus, wenn man nicht genau weiß worum es geht (und das ist ja bei den meisten bei allen Texten der Fall). Eins klang mir z.B. von der Aussage her schon zu verdächtig, warum ist eine Einlagerung von irgendwelchen Teilchen "vielversprechend"? Das klingt eher so wie aus einem Sci-Fi Roman, so was was ein Wissenschaftler sagt bevor die Katastrophe los geht: "Das Androiden-Programm entwickelt sich vielversprechend..." ;D
Text 2 war einfach beschreibend, so wie das Wissenschaftler normalerweise tun (sollten).
Bei 3 hat mich wohl auch in erster Linie das Namedropping irritiert, oder es war das "einfach" 8]
Ich bin ja auch kein Experte, aber ist "starre Rotation" (Nummer 3) nicht auch ein Oxymoron? Oder was ist da starr und was rotiert?
Titel: Re: [Auflösung zum Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 22.02.2010 | 17:47
Ich habe nicht abgestimmt, denn alle drei Texte waren auch für mich als Naturwissenschaftler wirr und undurchsichtig (eben "Begriffsdropping", wie Boomslang schreibt). So formuliert doch keiner...

"Starre Rotation" ist kein Widerspruch. Starr bezieht sich auf den Rotator, der sich während der Rotation nicht "verformt".
Titel: Re: [Auflösung zum Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Bluerps am 22.02.2010 | 17:56
Ich denk, das Begriffsdropping war Absicht, weil es im Stil von Technobabble sein soll.


Bluerps
Titel: Re: [Auflösung zum Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Dr.Boomslang am 22.02.2010 | 18:05
Dann hat 2 wahrscheinlich gewonnen weil es eben am wenigsten wie Technobabble aussieht, weil die Begriffe den meisten zumindest bekannt vorkamen. Allerdings war auch die Aussagestruktur in 2 am einfachsten und klarsten.
Titel: Re: [Auflösung zum Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Beral am 23.02.2010 | 19:07
Hehe, cool. Nach dem lesen der drei Texte habe ich gedacht: Denk lieber nicht nach, das vermasselt dir alles und führt bestenfalls zu einem Zufallstreffer; frag lieber die Intuition!
Ich fragte die Intuition, und sie flüsterte mir in ihrer typisch diffusen, nichtrationalen, schwach vernehmbaren Art zu: Nimm Text 3. Das hab ich dann schnell genommen, bevor sich das Denken mit einem "Ja, aber..." einmischen konnte.

Vielleicht haben diese fantastischen Comics (http://www.savoir-sans-frontieres.com/JPP/telechargeables/free_downloads.htm#allemand) ihren Teil dazu beigetragen, irgendwelche nützlichen Informationsfetzen in mein Gedächtnis einzuspeisen, deren sich die Intuition dann bedient hat.
Titel: Re: [Auflösung zum Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Callisto am 23.02.2010 | 21:17
Ehrlich gesagt, je öfter ich Text 2 lese, desto mehr frage ich mich, wieso der angeblich so überzeugend sein soll. Über Schwarze Löcher weiß man noch viel zu wenig sicher, um solche absoluten Aussagen zu treffen. Vielleicht hab ich aber auch einfach zuviel über Hawking gehört/gesehen/gelesen.
Titel: Re: [Auflösung zum Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Skele-Surtur am 24.02.2010 | 17:58
Bei dem Wort Technobabbel muss ich irgendwie an das monotone Gelaber denken, mit dem manche Techno-Tracks hinterlegt sind.  :P
Titel: Re: [Auflösung zum Test] Wie überzeugend ist Sci-Fi-Techtalk?
Beitrag von: Don Juan am 30.03.2010 | 10:35
Bei dem Wort Technobabbel muss ich irgendwie an das monotone Gelaber denken, mit dem manche Techno-Tracks hinterlegt sind.  :P
du musst es tech, mit "ch", nicht mit "ck", aussprechen, dann ist alles wieder gut  :d