Ein weiterer Anschlag erfolgt erst am 9. Juli 1986. Gegen halb acht Uhr morgens explodiert eine Bombe direkt neben dem Fahrzeug des Siemensvorstandsmitglieds Karl-Heinz Beckurts. Der 50kg-Sprengsatz war auf einem am Straßenrand abgestellten Fahrrad mit Mofa-Anhänger deponiert. Daneben, mit einem gelben Plastiksack abgedeckt, sechs Gasflaschen mit einem selbstgefertigten Sprengstoff auf Chlorat-Zucker-Basis. Die Wucht der Detonation schleudert den BMW Beckurts über die Straße in den Straßengraben. Sowohl Beckurts, als auch sein Chauffeur sterben an Ort und Stelle.
Auch der Blick auf den C-Waffen-Einsatz im Ersten Weltkrieg zeigt die Probleme:
Es wurde zu Beginn des Gaskrieges TONNENWEISE Gas abgesetzt, wobei man stets auf günstigen Wind angewiesen war.
Erst mit dem Einsatz von Gasgranaten war man nicht mehr so sehr aufs Wetter angewiesen.
Dennoch wurden auch dann riesige Mengen freigesetzt, und das unter der Voraussetzung, dass der Gegner ja in seiner Stellung verharren musste und nicht ausweichen konnte, wie das bei typischeren Rollenspielbegegnungen meist der Fall ist.
Auch hier mussten enorme Mengen an Gas eingesetzt werden, um einen Effekt zu erzielen, der dann auch noch recht lange auf sich warten liess.
Dazu bedenke man auch, dass gasförmige C-Kampfstoffe leichter oder schwerer als Luft sind und dementsprechend durch Aufsteigen oder Absinken in Bodennähe in ihrer Wirksamkeit meist zusätzlich eingeschränkt sind.
Eine optimale Ausbringung kann man in der Regel nicht gewährleisten, und daher müssen enorme Mengen eingesetzt werden, um eine akzeptable Wirkung erzielen zu können.
Diese Probleme zählen zu den Hauptgründen, warum einigermaßen kompetente Terroristen Sprengstoffe für ihre Anschläge nutzen statt C-Kampfstoffe.
Fürs Rollenspiel würde ich das Improvisieren und Einsetzen von C-Kampfstoffen in den allermeisten Fällen in die cinematische Ecke schieben.
Ein Charakter mit Chemie könnte - vorausgesetzt er kann erst mal 1-4 Wochen Synthesen machen schon eine Menge Unfug anstellen.
Bei diesen muss übrigens der verwendete Sprengstoff möglichst brisant sein, womit die einfacher herzustellenden Varianten ausfallen.
Bevor man da selbst bastelt, geht man als RAFler doch zu entsprechenden "Kollegen" und beschafft eine RPG-7.
Das ist jedenfalls nichts, was man grad mal so für alle Fälle dabei hat...
Wenn man so eine Ladung verdeckt zum Einsatz bringen will, bedeutet das einen enormen Aufwand; da macht man sonst nichts mehr nebenher.
Wir sind uns jedenfalls einig, dass Sprengstoffe i.d.R. dicke den Vorzug vor giftigen Gasen und anderen Späßen erhalten, wenn es an derartige Basteleien geht..
wie is das mit diversen Putzmitteln, beispielsweise Salmiakgeist (Ammoniak) lässt sich daraus nicht auch praktisch aus jedem Supermarkt was bauen?
Wieso geht das denn nicht mehr? Und FollowUp, würde es denn im beliebten RPG-Land USA funktionieren? Ich mein, Sicherheitsstandards sind da ja ganz andere als hier. Oder sagen wir, die Runde spielt 1980, müsste es dann funzen? FollowUp, wie siehts mit Flammenwerfer aus? Sagen wir mal, es ist ein Baumarkt oder so ein Supermarkt mit Baumarkt, Gartenabteilung etc, nicht einfach nur ein Discounter. Und sagen wir mal, Zombiekalypse bricht aus. Draussen die bösen, drinnen die Guten und keine Angst vor Polizei oder Kollateralschäden. Irgendwie hab ich grad Lust auf Zombiekalypse :DZitatZitat
wie is das mit diversen Putzmitteln, beispielsweise Salmiakgeist (Ammoniak) lässt sich daraus nicht auch praktisch aus jedem Supermarkt was bauen?
Das ging früher mal, da konnte man durch Mischen von Putzmittel a und b schon lustige Ergebnisse erzielen. Soweit ich weiss ist das heute aber so nicht mehr möglich, da muss man dann wohl schon tiefer in die Trickkiste greifen.
-Sörströming-Dosen öffnen und auf Gegner werfen (wenn man im richtigen Land lebt ;) )
Ich hatte nicht angenommen, damit eine knapp 1-1,5m lange Flamme erzeugen zu können.
Ich dachte zwar, dass es brennt wie Hölle, aber es war ein Inferno, kein Scheiss, mit sowas sollte man keinen Schindluder treiben, zumal der Scheiss auch ohne Gas brennt, und verdammt klebrig ist, und die Flamme zurückschlägt, und man sie nur mit gut Lungenvolumen ausblasen kann, bevor sie die Dose selbst erreicht.
Wieso geht das denn nicht mehr?
Und FollowUp, würde es denn im beliebten RPG-Land USA funktionieren? Ich mein, Sicherheitsstandards sind da ja ganz andere als hier
Oder sagen wir, die Runde spielt 1980, müsste es dann funzen?
Sagen wir mal, es ist ein Baumarkt oder so ein Supermarkt mit Baumarkt, Gartenabteilung etc, nicht einfach nur ein Discounter. Und sagen wir mal, Zombiekalypse bricht aus. Draussen die bösen, drinnen die Guten und keine Angst vor Polizei oder Kollateralschäden.
Schön, das Tanelorn wird gerade zur Terroristen Werkstatt... :gasmaskerly:
Ich finde den Eifer, der hier bei einigen Beiträgen hervortritt, erschreckend - und als Chemiker muss ich mich fremdschämen. Abgesehen davon halte ich eine "Arbeitsanweisung" für ABC-Waffen jeglicher Art in einem RPG - vor allem auch in einem offenen Forum - für völlig verfehlt.
Abgesehen davon, dass ich es für übertrieben halte, bei ABC-Zeugs im RPG ins Detail zu gehen, fand ich es bescheuert, wie geil sich manche Leute vorkommen, weil sie - theoretisch - wissen, wie man XY herstellt (auch in Verbindung mit dem vorangegangen Thema). Vor allem, weil es das dämliche Vorurteil des Bomben-/Drogen-affinen Chemikers schürt.
Du missverstehst da was.
Es kommt nicht darauf an, ob der Spieler das Wissen hat, sondern ob es in die Welt passt, die man bespielt. Und dafür ist es reichlich egal, ob man jetzt Diesel + Styropor + Chlor vermischt, oder es eine abstrakte Regel gibt.
13jährige denken übrigens ein bisschen anders. wenn man denen beibringt, wie man Schwarzpulver herstellt und die einen Feuerlöscher in die Hand kriegen, dann gibts auf einmal ein paar Bäume ohne Rinde...
Es gibt einen Grund, weshalb man in Grundschulen auch keine Pornos zeigt. da werden meist nicht per se schlechte Dinge gezeigt, aber der Kontext vermittelt ein falsches Bild.
Mit Anleitungen für Rohrbomben ist es das gleiche.
C-Waffen im Rollenspiel? Dann abstrakt.
Das lustige ist ja, dass das hier ein solcher Schulhof ist.
Das eigentliche Ventil ist aus Sicherheitsgründen aus Metall.Das war zu meiner Zeit noch anders...
Ich weiß, wie ich mit 14 war und was wir gemacht haben, als wir das XXXXX XXXXX in den Händen hatten.(nur zur Sicherheit wurde die verleitende Info durch XXX ersetzt (man weiss ja nie ..oO))
Abgesehen davon, dass ich es für übertrieben halte, bei ABC-Zeugs im RPG ins Detail zu gehen
wie geil sich manche Leute vorkommen, weil sie - theoretisch - wissen, wie man XY herstellt
Vor allem, weil es das dämliche Vorurteil des Bomben-/Drogen-affinen Chemikers schürt.
dann lass uns unsere sogenannte Freiheit ausleben und über die "Ästhetik" von Kinderpornografie diskutieren, denn die findet man ja auch reichlich im Netz und wir sind ja alle erwachsen...
Das man KIPo reichlich im Netz findet, halte ich im besten Fall für Unsinn und im extremsten Fall für eine dreiste Lüge !Ich war bis letzte Woche ein großer Fan dieses Arguments. Dann habe ich für NSC-Portraits nach Bildern junger Portugiesen gesucht. Bei Google Image, ohne SafeSearch. Ungefähr jede zweite bis dritte Seite hatte ein pornografisches Bild auf dem die Darsteller zumindest dem Anschein nach nicht volljährig sind. "Kinderpornographie" im engeren Sinn war nicht darunter, aber mir war's schon zu viel.
Klar gibt es so einen Scheiß im Netz, aber da stolpert man ja nun nicht zufällig drüber !
Wir sollten hier definitiev nicht mehr über mittelalterlichen Nah- und Fernkampf reden!
Mal allen ernstes, wer wen umbringen will, findet 1. genausogut Anleitungen für improvisierte Kampfgase im Internet, wie er sich ein 8,5cm-Messer besorgen kann, mit dem man genauso problemlos töten kann, genausogut kann man nen Baseballschläger nehmen.
Und irgendwie finde ich es auch arrogant zu sagen: "Unser Wissen ist gefährlich, deswegen müssen wir es für uns behalten, da nur wir diese Verantwortung tragen können."
Das ist schon arg nah dran am Geheimbund und einer Gesellschaft in der Wissen von jedem außer ein paar Spezialisten vorenthalten wird. - Und das halte ich auch nicht für ungefährlich und außerdem widerspricht es der Annahme des mündigen Bürgers.
politisch inkorrekt =/= faktisch inkorrektAch und WO ist die Grenze?
Ob es arrogant klingt, tut schlichtweg nichts zu Sache.
Und irgendwie finde ich es auch arrogant zu sagen: "Unser Wissen ist gefährlich, deswegen müssen wir es für uns behalten, da nur wir diese Verantwortung tragen können."
Das ist schon arg nah dran am Geheimbund und einer Gesellschaft in der Wissen von jedem außer ein paar Spezialisten vorenthalten wird. - Und das halte ich auch nicht für ungefährlich und außerdem widerspricht es der Annahme des mündigen Bürgers.
Nun ja soweit ich weiss, waren Chemiewaffen im 1.Weltkrieg durchaus recht "effizient".
Ich glaub alles in allem gehen um die 100k Tote und über 1 Million verletzte auf den Einsatz von diversen C-Waffen zurück.
Das dieses Teufelszeug im WW2 nicht mehr so eingesetzt wurde, war glaube ich weniger von der Logistik etc. beeinflusst.
Mich würde mal interessieren woher du das weisst ? Es gibt ,soweit ich es verfolgt, habe nur wage Vermutungen darüber welchen gasförmigen Kampfstoff die russischen Polizeikräfte dort eingesetzt haben. Von irgendwelchen Konzentrationen mal ganz abgesehen.http://de.wikipedia.org/wiki/Geiselnahme_im_Moskauer_Dubrowka-Theater#Gasangriff
Gerade das absinken, wurde im WW1 bewusst eingeplant.
Stichwort: Chlorgas-Angriff auf die franz. Linien bei der Flandernschlacht in Ypern.
Da Chlorgas schwerer als Luft ist, sank das Teufelszeug in die Schützengräben und wirkte dort.
Liegt wohl auch an der Definition von C-Kampfstoffen.Ja, das meinte ich mit "in die cinematische Ecke stellen".
Ich könnte mir schon vorstellen das ein Char der in einem Supermarkt in Bedrängnis gerät dort gut improvisieren kann;
-Essigessenz dem Gegner in Gesicht schütten
-Sörströming-Dosen öffnen und auf Gegner werfen (wenn man im richtigen Land lebt ;) )
-Cola+Mentos, Flasche zudrehen und werfen
-Insektenspray in Gesicht sprühen
Bitte ?!Mir ging es speziell um die Verbringung und den Einsatz.
Also Gasflaschen bekommst du legal und ohne Probleme in rauen Mengen, Fahrrad und Anhänger ebenfalls. Das Chloratzeug ist ein bisschen kniffliger aber auch nicht so exotisch. Das größe Problem dürfte wohl die Auskundschaften der Route sein.
Edit: Was kommt als nächstes unter dem Deckmantel des Realismus im RPG? Wie und wo man sich am besten diese und jene Drogen besorgt?Nein.
Ach und WO ist die Grenze?Ja, das bestimmt der, der das Wissen hat kraft eigener Willkür.
Und WER bestimmt das? Derjenige der das Wissen hat oder ein Dritter?
Na, so ist es ja nicht. Wenn du, Heretic, WitzeClown oder wer auch immer mich davon überzeugen kann, dass er nicht gleich in den nächsten Supermarkt geht und das Besprochene nachmacht, habe ich überhaupt kein Problem damit, auch im Detail darüber zu reden, sofern es mir sinnvoll erscheint. Aber ein ausgebildeter Chemiker hat in Sachen Gefahrstoff-Handhabung ohnehin schon rechtlich eine Sonderstellung; weil er es nämlich darf, ganz im Gegensatz zu Otto-Normal-Bürger.OK weil vorher klang das so, als ob du jedem ohne Gefahrstoffschein die Eignung für das Theoretische Wissen aberkennen würdest. Und das fand ich dann ziemlich daneben.
Wenn ich die Entscheidung zu treffen habe, ob jemand etwas tun oder wissen darf, und ich meine, er ist dazu aus welchen Gründen auch immer in diesem konkreten Einzellfall nicht geeignet, dann bleibt diese Tür für ihn zu, fertig ab.Das sehe ich genau so, nur hat mich vorher hier das Gefühl eines gewissen "Elitismus" beschlichen, dass hier macnhe Leute prinzipiell JEDEN außer sich ausschließen würden wenn sie könnten.
Aber dann passiert halt ein "Unfall" der für jeden mit Ahnung total vorhersehbar war.
Das Internet ist das Internet, das Internet ist kein Ort für Kinder oder Schwacköpfe, oder beides.Das liegt an der großen Zahl an Schwachköpfen und Kindern, die sich im Internet rumtreiben, um das zu verschleiern.
Nur begreift das noch keiner.
Gerade die letzten 3 sind bei halbwegs realistischen Settings/Spielstilen gegen motivierte, kompetente und halbwegs gut ausgerüstete Gegner -mit Verlaub- Kinderkacke.
Ich würde aber auch darum bitten, keine allzu präzisen Anleitungen zur Herstellung von Giftgasen oder Explosivstoffen hier zu verewigen.
Seit wann ist denn Chemie eine solche Ausnahme-Fertigkeit, dass Spielerwissen da plötzlich auf den Char überschwappen darf?
Chemie ist ja mehr als nur Peng, Bumms etc. so ein gewisses Maß an Hintergrundwissen hat noch nie geschadet um etwas besser im RPG umzusetzen bzw. rüberzubringen.Also um auch mal was zu sagen. Ich bin einfach nur neugierig auf was für Ideen ein Charakter kommen könnte. Mich interessiert nicht wie GENAU das funktioniert. Nur auf was für Ideen ein Charakter mit mehr Wissen auf Chemie als ich kommen könnte. Mich interessiert da genau deswegen auch nur das was man in einer halben Stunde improvisieren kann. Vielleicht ist das noch die Konditionierung meines allerersten SL, der dann erst mal hören wollte, was ich denn tun möchte. Und der mir Boni auf den Wurf gegeben hat, je besser ich eine Idee präsentiert hab. Also yea, ich bin neugierig was ein Chara tun könnte, als Spieler.
Ganz abgesehen davon, sehe ich keine Vorteile in chemisch korrekten Rollenspielen
....
Es gibt effizientere Wege, das gewünschte Spielerlebnis zu erreichen, als Chemie zu studieren.
@Regelung C-Waffen im Rollenspiel: Da sich meine Ahnung von Chemie darauf erstreckt, dass der Entdecker des Benzolrings von ihm geträumt hat, handwedele ich das in meinen Runden.Das dürfte doch das sein, was ein interessierter SL aus derartigen Threads mitnehmen kann:
...
Andererseits ist es für einen SL möglicherweise interessant, wie wirksam und effektiv Giftgas eigentlich ist, und wie und unter welchen Umständen er es am besten auf seine Gruppe loslassen sollte. Insofern...
Also einigen wir uns darauf: man braucht sehr wenig von dem Zeug, um für jedes Opfer einen W2 werfen zu können.
Soweit ich mich entsinne, nimmt 1 mol Luft 22,4l ein.Wusste ich doch dass ich wo geteilt statt multipliziert habe.
1m³ sind 1000 Liter.
1000 / 22,4 = 44,64
Also sind 1m³ Luft 44,64 mol.
Die LD50 von Sarin ist laut Wiki 0,09mg/m³; molare Masse 140g/mol;
Macht also umgerechnet 6,4e-6 mol/m³
Also als Volumenanteil 1,44e-7 = 0,0000144%Vol, wenn ich mich jetzt mit den Nullen nicht verhaspelt habe.
LD50 wiederum bedeutet, dass bei der genannten Konzentration genau 50% der Betroffenen sterben, nicht mehr und nicht weniger.Wik sagt.
Also einigen wir uns darauf: man braucht sehr wenig von dem Zeug, um für jedes Opfer einen W2 werfen zu können.
0,09 mg·m−3 (Mensch, TCLo, inh.)Die TC0 ist die geringste bekannte Konzentration die beim Menschen zum Tode geführt hat. Was allerdings Lo heißen mag ist mir schleierhaft.