Hawa Catoute, 33
NSC, Ehefrau von Ekwemi. Nicht besonders hübsch, aber eine gute Mutter und Hausfrau. Beliebt in der Nachbarschaft und meistens besser informiert als ihr Mann und diesem auch sprachlich überlegen. Außer in den Fällen in denen Ekwemi auf stur schaltet bekommt sie meistens, was sie will (nutzt das aber nicht aus).
Seit auch Zoe zur Schule geht ist Hawa etwas unausgelastet und würde gerne auch selbst Geld verdienen. Ihr erster Versuch in diese Richtung vor etwa einem Jahr wurde zu einem Desaster: Der Chef der Wäscherei in der sie anfing wurde zudringlich und Hawa ließ sich dies zunächst ein Stück weit gefallen, ohne sich erklären zu können, warum. Als ihre Mutter anfing Fragen zu stellen bekam sie ein fürchterlich schlechtes Gewissen, verbrühte sich halb aus Unachtsamkeit, halb zur - unterbewussten - Selbstkasteiung den seither vernarbten linken Arm und hörte auf, dort zu arbeiten.
Sie hat ihr Leben seither wieder auf den Haushalt und die Kinder eingerichtet, aber manchmal, wenn sie allein ist, streift sie durchs Haus wie ein gefangenes Raubtier: Gequält von ihren schlechten Gewissen und gleichzeitig getrieben von dem unbändigen Wunsch auszubrechen.
Wele Catoute, 33
NSC, Bruder von Ekwemi Catoute. Hilft diesem beim Fischen oder verdient sich mit Gelegenheitsarbeit sein Geld. Bis vor ein paar Jahren war er ein recht erfolgreicher Amateurboxer, der auch sehr gut bei den Frauen ankam. Jetzt merkt er, dass er in die Jahre kommt und sich bisher keine eigenständige Existenz aufgebaut hat. Gemäß seiner happy-go-lucky Einstellung denkt er aber selten länger darüber nach.
Er hat aus seiner Untergrund-Boxer Karriere noch ein paar Halbweltkontakte. Und weil er sich eben mit sowas auskennt ist er Ekwemis Ansprechpartner, wenn es um die Probleme mit Abu geht. Wele sieht das alles nicht so eng, Jungenstreiche halt, das gibt sich schon wieder. Dass er hier stellvertretend seinen eigenen Lebensentwurf zum Schaden seines Neffen verteidigt ist ihm nicht bewusst.
Tuma Desforte, 58
NSC, Schwiegermutter von Ekwemi Catoute. Lebt seit dem Arbeitsunfall ihres Mannes (in einer Konservenfabrik) bei ihrem Schwiegersohn. Sehr religiös und überzeugt, dass der Geist ihres Mannes sie immer noch begleitet. Mit ihrem Schwiegersohn ist sie leidlich zufrieden, er sorgt gut für seine Familie, das ist die Hauptsache. Sie hätte ihn nur gerne etwas ehrgeiziger und durchsetzungsfähiger (v.a. in der Erziehung) und ermuntert ihre Tochter ihren Mann diesbezüglich stärker an zu treiben (ohne sich des Widerspruchs bewusst zu sein).
Abu Catoute, 14
NSC, ältester Sohn von Ekwemi Catoute und am Anfang einer Gangster-Karriere. Taschendiebstahl ist Tagesgeschäft, aber bis vor einem halben Jahr war hier die Grenze. Dann schloss er sich den Bantu-Boys an und hat seither ein paar Mal bei einem Bruch Schmiere gestanden, einmal auch bei einem Raubüberfall. Er hat sich ein (gut verstecktes) Butterfly-Messer zugelegt und damit ein paar Gleichaltrige ausgeraubt.
Er ist ziemlich intelligent und versteht es geschickt, die Familie gegeneinander aus zu spielen. Die paar Male, in denen er erwischt wurde hat er sich seinem Vater gegenüber immer sehr zerknirscht gegeben, gleichzeitig seinem Onkel eine abgeschwächte und dramatisierte Version erzählt, in der er bei einem harmlosen Husarenstück in die Hände von Bürokraten und Unterdrückern fiel. Mit dem gewünschten Erfolg, dass Wele bei seinem Bruder um Verständnis für Abu warb. Seine Mutter konnte Abu bisher raus halten, sie weiß, dass es Probleme gibt, hält sich aber an die von Ekwemi ausgegebene und von Abu inspirierte Parole "Männersache". Gnade im Gott, wenn das irgendwann nicht mehr der Fall sein sollte.
Tonia Catoute, 10
NSC, Tochter von Ekwemi Catoute. Sehr hübsch, weinerlich und eher faul. Eine mittelmäßige Schülerin, die sich aber viel lieber mit "Frauensachen" beschäftigt, allerdings nur, wenn sie Lust hat. Putzt sich gern raus, spielt gern Mama für ihre kleine Schwester und träumt davon, einen Klassenkameraden zu heiraten und dann irgendwie nicht mehr viel tun zu müssen. Das klappt ganz gut, weil sie einerseits die Technik des "schlecht machen, damit man's nicht nochmal machen muss" perfektioniert hat, andererseits bei ihrer Mutter recht erfolgreich auf den "wir Frauen" Knopf drücken kann.
Zoe Catoute, 8
NSC, Tochter von Ekwemi Catoute. Knallhart (für eine Achtjährige), fleißig, viel praktische Intelligenz. Ausgerechnet das Nesthäkchen hat den starken inneren Kompass des Großvaters (und der Eltern) geerbt und stabilisiert - unbewußt - die Familie durch ihr Beispiel "von unten". Schwer verliebt in ihren Cousin Lamie.
Lamie Dalace, 17
NSC, Neffe von Ekwemi Catout. Lamie ist mit der Schule fertig und möchte eigentlich Soldat werden. Ruhm, Ehre, Männlichkeit, Vaterland, das spricht ihn an. Seine Mutter ist davon nicht begeistert und hat den Jungen fürs Erste zu ihrem Bruder "ins Praktikum" geschickt, in der Hoffnung, dass dessen bodenständige Art dem Sohn die Flausen austreibt. Lamie macht die Arbeit an Bord des Fischereiboots Spaß und er ist gut genug erzogen, um sich Ekwemi unterzuordnen. Als Vorbild sieht er ihn aber nicht. Er genießt es aber sehr, von Ekwemi und Wele zu den Männern gezählt zu werden, ein Bier trinken zu gehen oder - ganz der erfahrene Fischer und trotzdem mit guten Manieren - in seiner Freizeit zu flirten. Sein Ziel bleibt aber weiterhin der Militärdienst.
Lamie ist ein Mischling, aber dank seiner hellen Haut und dem Einfluss seines Vaters gilt er de-facto als Weißer.
Ebun Dalace, 40 (lebt auf Jamaica, derzeitiger Status unbekannt)
NSC, Schwester von Ekwemi Catout. Bildhübsch, intelligent und mit einem Weißen verheiratet. Ihr Vater, gegen dessen afrophile Ideen sie früh opponierte hat sie deshalb verstoßen, aber zu ihrer Mutter und den Geschwistern hielt sie heimlich Kontakt. Seit der tränenreichen Zusammenkunft am Grabe des Vaters wieder Teil der Familie und unter den Kindern Kwame Catouts das inoffizielle Familienoberhaupt. Im Gegensatz zu ihrem Vater sieht sie die Zukunft der Familie vor Ort und im sozialen Aufstieg. Ekwemis hündische Anhänglichkeit an die Ideen ihres Vaters stört sie, aber sie hat schon vor langer Zeit erkannt, dass er zu sehr vor Ort verwurzelt ist um daraus mehr als ein Lippenbekenntnis zu machen.
Gerard, Dalace, 60 (lebt auf Jamaica, derzeitiger Status unbekannt)
NSC, Weißer Fabrikbesitzer der nach dem Tod seiner ersten Frau erst eine Arbeiterin schwängerte, sie dann zu seiner eigenen Überraschung heiratete und seither verblüfft feststellte, dass er sie wirklich liebt. Als guter Protestant glaubt er an die unergründlichen Wege des Herrn, auch wenn es eine Zeit gab, in der ihm auch finstere Voodoo-Magie als Ursache möglich erschien.
Er hat genug Einfluss um seine beiden Söhne Antoine (20) und Lamie (17) vor dem gröbsten Rassismus zu bewahren. Anhand seiner eigenen Schwierigkeiten als bekannt wurde, dass er eine Schwarze heiraten würde ist ihm aber nur zu bewußt, dass ihre Position instabil ist. Deshalb begrüßt und fördert er nach Kräften Antoines Arbeit in der Fabrik und Lamies Wunsch zum Militär zu gehen. Die feste Integration in eine bestehende Struktur hält er für den besten Schutz.
Kula Tassy (36), Tom Tassy (38) und ihre Kinder Annie (12), Peter (15), Mary (18)
Schneidersleute mit eigenem Laden, leben auf den Kaimaninseln