Jo, ist um Längen besser als der letzte.Mal schauen... Teil 6 war furchtbar langweilig und wirkte zu großen Teilen wie eine mittelmäßige, schlecht ausgeleuchtete Fernsehproduktion. Und da sich der Regisseur nicht geändert hat bin ich da sehr skeptisch.
Was anderes: War gestern im neuen "Harry Potter" und wie soll ich sagen... ich fand den als Film richtig gut! Zumindest aus der Perspektive eines Menschen, der die Bücher nicht gelesen hat... was mich nun nicht davon entbindet ein Urteil über den Film zu fällen. Und der ist von der Bildersprache für einen Mainstream-Film vergleichsweise sehr... naja... anspruchsvoll will ich nicht sagen... ach, mir fällt kein Wort dafür ein. Auf jeden Fall sind die Bilder zum Teil wirklich sehr intensiv. Viele stille Momente, Supertotalen (Verlorensein der Charaktere in einer unwirklichen Umgebung), Einstellungen, in denen die Protas einfach nur dasitzen und schweigend eine Teetasse zum Mund führen. Dabei baut das Ganze schon stark auf der modernen "Twilight"-Ästhetik auf (blasse, kalte Farben, viele Totalen von Landschaften, zurückgenommenes Schauspiel), was aber zum Stil des Filmes passt wie die Faust aufs Auge - von dem Spektakel der früheren Filme (wobei der letzte ja schon ein schöner Übergang von farbenfroh zu düster war) ist nicht mehr viel übrig: Die Zaubersprüche werden regelrecht mit Kraft aus dem Arm den Feinden entgegengeworfen, man versteht bei der ganzen Anstrengung teilweise gar nicht richtig, welche Zauberformeln die Charaktere dabei sagen. Auch gestorben wird nicht pathetisch und heroisch (außer vielleicht am Schluss, aber auch da ist es einfach bitter). Der Film hat einige wirklich sehr bittere Momente und fängt eigentlich auch schon damit an, alsEs gibt einige schöne Momente zwischen den Hauptfiguren (zum Beispiel dieser winzige Moment erotischer Spannung zwischen Harry und Hermine, wenn Ron nicht da ist), oder der Streit zwischen Hermine und Ron, der aber für meine Begriffe durchaus intensiver hätte gespielt werden könnte (Emma Watson hat ja im letzten Film gezeigt, dass sie durchaus aufgelöst spielen kann). Das ist aber nur ein kleines Manko.(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Auch schön: Es gibt in der Mitte des Films eine längere Animationsfilmsequenz, die auch, finde ich, recht unkonventionell gestaltet ist.
Alles in allem: "Harry Potter 7 - Teil 1" zeigt, finde ich, dass Fantasy düster sein kann, ohne gleich doof zu sein und wie eine Serie mit seinen Protagonisten reifen kann: Düsternis, Hoffnungslosigkeit und die Analogien auf Totalitarismus und Naziideologie machen ihn zu einem Film, der für Kinder minimal geeignet ist, aber erwachsenen Zuschauern eine Menge interessantes bietet.
By the way finde ich, dass Regisseure an großen Sets gar nicht so wahnsinnig alleinschuldig an vergurkten Filmen sind. Und Yates hat Harry Potter bislang doch ganz gut interpretiert.Wie gut er Potter in Bezug auf die Bücher interpretiert kann ich nicht sagen, da ich die Romane nie gelesen habe. Als Filme waren die Werke von Yates aber eher schlecht. Und zu deinem anderen Punkt: Natürlich bestimmen auch noch andere Faktoren das filmische Endergebnis (typischen Beispiel: von Bruckheimer produzierte Streifen), aber wenn man sich nur allein in der Reihe der Potter Filme umschaut, merkt man schon sehr deutlich die jeweilige Handschrift des Regisseurs - Columbus, Cuarón und Yates haben jeweils völlig unterschiedlich Filme gedreht.
Yates werfe ich primär vor, dass er nicht in der Lage ist vernünftige Kinobilder zu inszenieren sondern alles irgendwie immer nach Fernsehen aussieht. Nach schlecht ausgleuchtetem Fernsehen.Wie man sich doch täuschen kann...
Ich habe mich auch in keiner Minute gelangweiltGing mir anders.
Nachdem es Yates schon nicht geschafft hat das Finale in Teil 6 (immerhin Dumbledores Tod!) irgendwie packend oder mitreißend zu inszenieren war es natürlich auch wenig überraschend, dass das belanglose Gerangel in der Malfoy-Villa auch im Fim keinen Höhepunkt darstellt.Diese Stelle war tatsächlich kein Höhepunkt, was meiner Meinung nach aber nicht nur an der Inszenierung liegt sondern primär an Ralph Fiennes´ völlig langweiligem Voldemort, er ohne jegliches Grusel- und Furchtpotential auskommt sondern eigentlich nur lächerlich wirkt.
Ich fand ja den animierten Teil total klasse... ;DJa, der war ein Highlight.