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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Thema gestartet von: Blechpirat am 9.11.2010 | 12:55
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Ich hatte eine Begegnung der dritten Art...
Der Spieler
- spielt mehrere Systeme
- am liebsten aber ein bekanntes System mit hochkomplexen Regeln
- diese Regeln beherrscht er nicht
- versucht dennoch einen "Über"-Char zu bauen
- ist bereit, bis dahin einen völlig unnützen Char zu spielen (angeblich gerne)
- sieht den Spielspaß in der Hoffnung, irgendwann den Build hinzubekommen
- auch wenns lange dauert
- Systeme wie Wushu, wo man sofort losrocken kann, gefallen ihm - nach ausprobieren - nicht
Ein schlechter Powergamer oder Spielertyp sui generis?
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Casual Gamer
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Loser. :P Hält an der Hoffnung fest auf passive weise doch noch der Reisser und Macher zu werden.
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Vielleicht eine eigenwillige Form des Specialisten?
GRuß Dimmel
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* spielt mehrere Systeme
Weil seine Freunde das tun
* am liebsten aber ein bekanntes System mit hochkomplexen Regeln
Weil es das Leiblinssystem seiner Freunde ist
* diese Regeln beherrscht er nicht
Muss man auch nicht, die Freunde helfen einen. Wenn man die Regeln nicht kann, dann kümmern sie sich um einen und man bekommt auch als schlechter Rollenspieler Spotlight.
* versucht dennoch einen "Über"-Char zu bauen
Wenn meine Freunde von mir erwarten, dass ich einen Charakter baue muss er so toll sein, das sie stolz auf mich sind.
* ist bereit, bis dahin einen völlig unnützen Char zu spielen (angeblich gerne)
Für meine Freunde mache ich auch das gerne
* sieht den Spielspaß in der Hoffnung, irgendwann den Build hinzubekommen
Und dabei mit zu spielen
* auch wenns lange dauert
Dann spiele ich lange mit meinen Freunden
* Systeme wie Wushu, wo man sofort losrocken kann, gefallen ihm - nach ausprobieren - nicht
Das war nicht spielen mit Freunden sondern Leistungsrollenspiel mit Leuten die ihn gefordert haben. So etwas ist für Casual Gamers nix.
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Solche Spieler sind ziemlich verbreitet, hab in diversen Ausprägungen schon mehrere Exemplare "in freier Wildbahn" getroffen. Jörgs Analyse triffts auch ganz gut: Dieser Spielertyp will "einfach nur mitspielen", ihm gehts gar nicht darum, besonders coole Aktionen zu reißen oder den Charakter überzeugend rüberzubringen. Die haben Spass beim "Miterleben", was oftmals heißt : Ich sitz dabei und hör zu und warte, bis mich jemand fragt, was mein Charakter tut.
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@Jörg
Hmmm, das heißt du meinst ein Casual Gamer, der in einer Power Gamer Runde zockt? Deine Ausführungen lassen auch keinen Punkt offen. Gut, du hast mich überzeugt, ich stimme ebenfalls für Casual Gamer!
Gruß Dimmel
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Naja, die Causal Gamer die ich kenne versuchen meistens nicht einen "Über"-Char zu bauen. Ansonsten trifft es das aber schon ganz gut!
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# am liebsten aber ein bekanntes System mit hochkomplexen Regeln
# diese Regeln beherrscht er nicht
So jemanden kenne ich auch. Tatsächlich sogar mehr von dieser Art.
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Offenbar jemand, der nicht richtig weiß, was er will oder wie er das kriegt. Ansonsten bräuchte man natürlich mehr Kontext für so was wie eine Analyse. Muss ja aber auch nicht. ;)
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Die meisten Leute (selbst die geprägten, die wissen was sie wollen) lassen sich häufig nicht auf einen einzelnen Typus festmachen. Es sind eher Tendenzen zu bestimmten und Abneigung zu anderen Typen. Den Vorliegenden Fall würde ich für nen Mischtyp aus Powergamer und Casual Gamer halten.
Typischerweise sehe ich solche Kombos vor allem bei jugentlichen Spielern. Man will gerne cool rocken, hat aber keinen Bock sich reinzuknien ums richtig anzugehen.
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Das kenne ich auch und es treibt mir den Blutdruck hoch wenn ich jemanden ein Regelbuch oder ähnliches in die Hand drücke damit derjenige sich einen Char erstellen kann und mal eine Blick auf die Regeln wirft und derjenige mich dann mit verwirrten Blick ansieht und sagt: Wie das soll ich jetzt alles lesen?
Wohlgemerkt nicht das ganze Buch, sondern nur ein paar Absätze bis Seiten um zu begreifen worum es eigentlich geht.
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Spezialist
- am liebsten aber ein bekanntes System mit hochkomplexen Regeln
Wo die Liebe hinfaellt da bleibt sie liegen.
Bei den einen auf oWoD, bei den anderen auf SW und wieder andere bei Harnmaster.
- diese Regeln beherrscht er nicht
Das muss man erstmal merken.
- versucht dennoch einen "Über"-Char zu bauen
- ist bereit, bis dahin einen völlig unnützen Char zu spielen (angeblich gerne)
- sieht den Spielspaß in der Hoffnung, irgendwann den Build hinzubekommen
- auch wenns lange dauert
Spezialist, Archetypisch.
Er will einen Weg, ein OneTrick Pony und dafuer wird auch gewartet.
Das heisst imho hat er sich auf den Weg spezialisiert / eingeschossen.
Wahrscheinlich faellt er vom Charakter ab wenn er es mal erreichte.
- Systeme wie Wushu, wo man sofort losrocken kann, gefallen ihm - nach ausprobieren - nicht
[/quote
Weil ihm der wichtige Teil des Spezialgebiet, die Fokussierung auf einen Build und das erreichen eben diesen fehlt.
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- am liebsten aber ein bekanntes System mit hochkomplexen Regeln
- diese Regeln beherrscht er nicht
Ist das System ein Geheimnis? Vielleicht gefällt ihm auch nur das Setting.
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Ist das System ein Geheimnis? Vielleicht gefällt ihm auch nur das Setting.
Ja, ist es. Um Systembashing aus dem Thread zu halten. Aber der höchst naheliegende Gedanke, es gehe im um das Setting, ist (leider) falsch - das hab ich auch gleich gefragt!
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Das muss man erstmal merken.
Guter Punkt. Das hätte ihm bewusst sein MÜSSEN, aber ob dem so war... wissen nur die Götter. Denn es waren echt hardcore rulelawyer am Tisch. Und er war keiner davon.
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Ein schlechter Powergamer oder Spielertyp sui generis?
In der Motivationspsychologie kennt man das Phänomen, dass manche Leute schwanken zwischen unerreichbaren, größenwahnsinnigen Zielen und sehr leichten Zielen, die keine Herausforderung darstellen. Für die Mitte dazwischen sind sie recht blind. So scheint es auch diesem Spieler in Hinsicht auf Powergaming zu gehen. Er will es ganz oder gar nicht.
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Offenbar jemand, der nicht richtig weiß, was er will oder wie er das kriegt.
Sehe ich ähnlich. Wobei es natürlich sein könnte, dass der Spieler seinen persönlichen Spielstil noch nicht gefunden hat(wenn er allerdings schon seit 10 Jahren spielt ist das wohl nicht der Fall). Oder aber der Spieler macht faule Kompromisse. Er gaukelt ein paar Dinge vor, dass man ihn nicht von vorneherein als Powergamer abstempelt- verfolgt aber in Wirklichkeit nur ein Ziel: Den Build. Und wird dann doch als solcher entlarvt, wie das Bsp. mit Wushu gezeigt hat. Von daher würde ich sagen: Schlechter Powergamer. Wobei ich in meiner bisherigen RPG-Karriere äusserst seltenst auf gute Powergamer gestossen bin.
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...dass man ihn nicht von vorneherein als Powergamer abstempelt...
Wobei sowas gut und gerne an der wertenden Verwendung des Begriffs Powergamer liegen kann. Gerade wenn man, wie hier, stark an Laws Typen orientiert, ist das eigentlich unangebracht, denn in dieser Vorlage wird das nämlich sehr Wertneutral benutzt. Geschmacksabhängig sicher, aber absolut legal.
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Er gaukelt ein paar Dinge vor, dass man ihn nicht von vorneherein als Powergamer abstempelt- verfolgt aber in Wirklichkeit nur ein Ziel: Den Build.
Wäre er ein Powergamer hätte er Probleme damit auf lange Sicht inkompetente Charaktere spielen zu müßen.
Auch hätte er bei Wushu mehr Spaß.
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Auch hätte er bei Wushu mehr Spaß.
Wie das? Ich meine, dort hat man ja so gut wie keine Regeln, die man biegen und ausreizen könnte.
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Wie das? Ich meine, dort hat man ja so gut wie keine Regeln, die man biegen und ausreizen könnte.
Man kann aber mit den Regeln richtig kompetente Charaktere erstellen die ueber die Regeln richtig fetzen koennen. Wenn ich das richtig verstehe.
Naja und dann wuerde ich annehmen das ein Powergamer lieber einen maechtigen Charakter mit wenig Regeln spielt als eine Lusche mit viel Regeln.
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Na das Kriterium ist doch aber mehr Power und nicht viel Power.
Klar kann man leicht nen Mächtigen Charakter bauen. Aber das gleichziehen fällt den anderen genauso leicht. Damit geht das Übertrumpfen flöten. Und das Verbessern der Werte fällt bei dem Spiel so ziemlich weg. Da läßt das treibende Element des PG ziemlich schnell akut nach. Demzufolge sind Spiele wie Wushu mindestens langfristig wenig Spaßbringend für Powergamer.
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Ich würde vermuten: Ein zum Powergamer umerzogener (Casual?) Gamer.
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Ich würde vermuten: Ein zum Powergamer umerzogener (Casual?) Gamer.
Man muss mit den Wölfen heulen: Ist wahrscheinlich so, wie wenn ein Hundewelpe unter Katzen aufwächst. Der hält sich dann am Ende auch für eine Katze.
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Ein Konzept-Bastler mit zu wenig Freizeit?
Oder laßt es mich klarstellen: Ein eigentlich erfahrener Spieler, den zumindest bei onventionellen Setting 08/15-Charaktere keinen Spaß mehr machen, dem aber die Zeit fehlt, sich in die Details die aktuellen Ausgaben der Regelbücher einzulesen und evtl. selber nur noch eine veraltete Auflage des Grundregelwerks in einer Ecke gefunden hat?
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Analphabet? Kann er lesen?
Weil theoretisch kann das Einlesen in ein System, sofern es der Spielleiter erlaubt - gibt ja auch Systeme wo man das tunlichst lassen sollte, um sich nicht selbst zu spoilern - seine Wünsche erfüllen?!
Ist er Newbie? Sprich, sind ihm die Mechaniken generell vielleicht noch gar nicht so geläufig, so das ihm ein komplexes Regelsystem einfach überfordert?
Also für mich hört sich das eher nach beschränkt oder faul an.
Interessant wäre aber das Warum, Warum gefällt ihm gerade dieses System und Wushu z.B. nicht. Woran macht er sein Erleben fest?
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Jetzt mal ganz sachte :) Niemand von uns kennt den Herren, und aufgrund der kurzen Beschreibung sollte man mal nicht wild Menschen, deren Hintergrund man nicht richtig kennt, mit allen möglichen Mutmaßungen belegen. Letztendlich alles Spekulation. Fragt ihn, und man bekommt wohl Antwort.
Im Endeffekt läufts ja darauf hinaus: Kann die Gruppe mit einem augenscheinlich unbelesenen/unerfahrenen/sonstwie nicht ganz regelfesten Mitspieler leben? Nein? Dann muss er sich ändern oder gehen. Wenn ja (weil sehr tolerante Gruppe, oder der Herr trotz allem ein feiner Freund und Kerl ist), dann hat sich der Fall erledigt.