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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Spielleiterthemen => Thema gestartet von: AceOfDice am 12.11.2010 | 14:17

Titel: Kann eine Campaign lang UND gefährlich sein?
Beitrag von: AceOfDice am 12.11.2010 | 14:17
Ausgelöst durch eine Diskussion in einem anderen Thread hat sich mir die Frage eröffnet:
Wie stellt man es an, dass eine Campaign
- lange, dramatisch UND
- gefährlich (im Sinne von: SCs können auch draufgehen) ist?

Mach' ich eine Campaign nämlich lange, dann denken sich die Spieler u.U. "haha, uns kann eh nix passieren, weil sonst kann er sich seine Campaign sonstwohin stecken". Gefährlich ist dann schwer zu realisieren.
Mach' ich die Campaign gefährlich, dann muss ich damit rechnen, dass mir alle paar Abenteuer ein SC wegbröckelt, was wiederum heißt, dass u.U. elementare Verknüpfungen mit der Handlung oder den NSCs wegfallen. Wiederum schlecht für das Drama.

Hat hier irgendjemand Ideen, wie man beides erreichen kann?
Titel: Re: Kann eine Campaign lang UND gefährlich sein?
Beitrag von: Sternenwarzendreck am 12.11.2010 | 14:29
Hallo.

Für die Schlachtbank: Die Spieler erhalten von Anfang die Ansage: Gestorben wird trotzdem.

DER Rollenspieler
auch nur
EIN Rollenspieler
Titel: Re: Kann eine Campaign lang UND gefährlich sein?
Beitrag von: Maarzan am 12.11.2010 | 14:30
"Pool"kampagnen, wo es entsprechend schnell halbwegs logisch und schnell Nachschub gibt, welcher thematisch so auch halbwegs eingebunden ist, z.B. wenn alle Teil einer großen Adelsfamilie sind, oder eine große Schiffsbesatzung ... .

Dazu kann man die Frequent der Konfrontationen, welche von außen der Gruppe aufgesetzt sind auch etwas reduzieren, denn die ist meist aeh nur so hoch, um die Kampfschweinchen zu bespaßen.

Fatepoints.

NSCs mit nachvollziehbaren und konsistenten Verhaltensweisen, incl. Selbsterhaltungstrieb.

Ausreichend Informationen, welche die Charaktere bekommen oder auf Grund ihres Hintergrunds haben, um ihre Konflikte nach Möglichkeit gezielt wählen oder auch beenden zu können.

Sich von dem Gedanken elementarer Verknüpfungen trennen.
Titel: Re: Kann eine Campaign lang UND gefährlich sein?
Beitrag von: nebelland am 12.11.2010 | 14:30
Mach' ich die Campaign gefährlich, dann muss ich damit rechnen, dass mir alle paar Abenteuer ein SC wegbröckelt, was wiederum heißt, dass u.U. elementare Verknüpfungen mit der Handlung oder den NSCs wegfallen. Wiederum schlecht für das Drama.

Ich stand vor langer langer Zeit mal vor diesem Problem.

Ein Ansatz wäre, die dramatischen Elemente nicht zu stark an die Figuren zu binden ("es muss genau der Schmied mit genau dem magischen Hammer sein, genau dessen Tochter entführt wurde"), sondern etwas loser an ihren Hintergrund.

Beispiel: Leg es etwa so an, dass das Drama ein Mitglied der Diebesgilde aus der Stadt Y braucht, weil nur dieses Kenntnisse der Katakomben und einiger Zugangscodes hat.

Wenn der Spieler Mist baut und seine Figur stirbt, müssen die restlichen Figuren einen neuen Dieb anwerben, weil sie ohne dessen Wissen nicht weiterkommen. Den darf der Spieler gerne übernehmen - natürlich ein paar Stufen niedriger, mit weniger Erfahrung, Equipment und Geld. Aber auch dieser Dieb wird über die Kenntnisse oder Connections verfügen, die für den weiteren Verlauf wichtig sind.

Florian
Titel: Re: Kann eine Campaign lang UND gefährlich sein?
Beitrag von: nebelland am 12.11.2010 | 14:31
"Pool"kampagnen, wo es entsprechend schnell halbwegs logisch und schnell Nachschub gibt, welcher thematisch so auch halbwegs eingebunden ist, z.B. wenn alle Teil einer großen Adelsfamilie sind, oder eine große Schiffsbesatzung ... .
...
Sich von dem Gedanken elementarer Verknüpfungen trennen.

+1
Titel: Re: Kann eine Campaign lang UND gefährlich sein?
Beitrag von: Pyromancer am 12.11.2010 | 14:40
Wichtig ist eben, den Nachschub an SCs frühzeitig zu sichern.
Die "Sturm über Mokattam"-Kampagne, die ich momentan leite, löst das vorbildlich: Am Ende jedes Abenteuers gibt es einen kurzen Absatz darüber, welche der diversen aufgetauchten NSCs gut als Spielercharaktere weitergeführt werden können. Die haben dann auch mehr oder weniger gute Gründe, sich der Gruppe anzuschließen, und die Gruppe kennt die Leute. Schwierig ist ja meistens die Motivation der Gruppe: Warum sollten sie einem Wildfremden vertrauen und mitnehmen, der plötzlich aufgetaucht ist, nachdem ein Gruppenmitglied gestorben? Bei einem NSC, der in der Vergangenheit die Gruppe schon unterstützt hat ist das einfacher.

Bei unseren diversen Call-of-Cthulhu-Kampagnen haben wir dann auch von Anfang an die Ersatzcharaktere gleich miterschaffen. Das hat zusätzlich den psychologischen Effekt, dass es jedem Spieler 100%ig klar ist, dass hart und tödlich gespielt wird. Bei der Ansage: "Baut mal alle gleich noch zwei Ersatzcharaktere" rechnet niemand ernsthaft damit, dass sein Startcharakter bis zum Ende überlebt.
Titel: Re: Kann eine Campaign lang UND gefährlich sein?
Beitrag von: Joerg.D am 12.11.2010 | 14:42
Natürlich kann sie es sein, wenn die Charaktere sich noch entwickeln können. (Fertigkeiten)

Kleine Helden kleine Geschichten, große Helden große Skandale und Schlachten. Ich habe das mit der Tödlichkeit über einen Trick in den Griff bekommen. Für Gegner gab es Lösegeld, so dass die Spieler und ihre Gegner immer darauf aus sind/waren, den Gegner gefangen zu nehmen.

Mehr dazu, wenn Interesse besteht.
Titel: Re: Kann eine Campaign lang UND gefährlich sein?
Beitrag von: Sternenwarzendreck am 12.11.2010 | 14:44
Natürlich kann sie es sein, wenn die Charaktere sich noch entwickeln können. (Fertigkeiten)

Kleine Helden kleine Geschichten, große Helden große Skandale und Schlachten. Ich habe das mit der Tödlichkeit über einen Trick in den Griff bekommen. Für Gegner gab es Lösegeld, so dass die Spieler und ihre Gegner immer darauf aus sind/waren, den gegner gefanagen zu nehmen.

Mehr dazu, wenn Interesse besteht.

Wenn das nicht zu sehr OT geht, gerne mehr dazu. Das ist nämlich auch etwas, was ich gerne versuche.
Titel: Re: Kann eine Campaign lang UND gefährlich sein?
Beitrag von: Funktionalist am 12.11.2010 | 14:47
Oder man erweitert seinen KOnsequenzenhorizont (wie Jörg auch schon vorgeschlagen hat) um Charakterveränderungen etc.
Der Charakter wurde in einem Dungeon verschüttet? nach einer Woche haben sie ihn ausgebuddelt, aber er ist nicht mehr der selbe...
Verwundungen hinterlassen neben Narben auch andere Spuren und in einem System, das einem Stichworte zur Charakterdarstellung gibt, könnte man diese nutzen, um die Veränderung darzustellen.
Dadurch ist es möglich das Gefühl von Langzeitfolgen und Risiko in die Kampagne zu bringen, ohne dass der Charaktertod (als langweiligste Konsequenz überhaupt) ständig die Dramatik bedroht.

(Dass sowas mit Fate/TSoY/... leicht geht, ist klar, aber auch die nwod oder gar SW (über mehr Nachteile) ließe sich recht leicht in diese Richtung erweitern.)
Titel: Re: Kann eine Campaign lang UND gefährlich sein?
Beitrag von: Joerg.D am 12.11.2010 | 14:47
Ich schicke dir den Link zu meiner Abhandlung dazu bei Zeiten zu.

Das ist zwar speziell für Reign, aber den anderen Kram kann man gut für alles in langer Form verwenden.
Titel: Re: Kann eine Campaign lang UND gefährlich sein?
Beitrag von: Hotzenplot am 12.11.2010 | 14:56
Hat hier irgendjemand Ideen, wie man beides erreichen kann?

Mir ist das Problem eher unbekannt. Ich leite gerne längere Kampagnen und die Sterblichkeit der Charaktere ist jederzeit gegeben. In meiner letzten, so riiiiichtig langen Kampagne (ca. 7 Jahre Echtzeit), sind zahlreiche Charaktere gestorben. Damals haben wir zwar noch ein bisschen anders gespielt, aber mit den neuen Charakteren kam jedes Mal neues "Drama" auf.
Klar, manche Geschichten enden mit dem Tod eines SCs. Doch auch seine Konflikte können von den anderen SC (vielleicht auch durch den Nachfolger des Toten) weiter übernommen werden. Andere enden eben. Aber so ist das Leben.

Zerstörung macht Platz für neue Erschaffung :)
Titel: Re: Kann eine Campaign lang UND gefährlich sein?
Beitrag von: Skele-Surtur am 12.11.2010 | 15:02
Ich habe eine lange und dramatische D&D-Kampagne geleitet, an deren Ende die Gruppe aus komplett anderen Leuten bestand. Selbe Spieler, andere Charaktere. Jeder ist mindestens ein mal gestorben, die meisten öfter. Es hat trotzdem funktioniert.
Ergo: Ja, eine Kampagne kann lang UND gefährlich sein.
Titel: Re: Kann eine Campaign lang UND gefährlich sein?
Beitrag von: Sternenwarzendreck am 12.11.2010 | 15:04
Hallo.

Schaffe eine lebendige Welt. Wenn die Kampagne wie ein Stückwerk aus Einzelereignissen wirkt und ein Gesamtzusammenhang zwischen den Einzeleriegnissen vermissen lässt, wird die Kampagne als solche vermutlich keinen Gesamteindruck hinterlassen und folglich auch keine grundsätzliche Spannung aufbauen. Die Gefährlichkeit beschränkt sich dann auf die einzelnen Ereignisse und werden nicht als Risiko im Gesamtgefüge verstanden (Motto: Wiederbelebung in der nächsten Stadt).

Wenn die Spielerfiguren (mutmaßlich: Helden) über den Verlauf der einzelnen bzw. ineinanderfließenden Episoden Merkmale wiedererkennen - etwa bestimmte Nichtspielerfiguren, Organisationen, Wechselwirkungen früherer Ereignisse, Konsequenzen aus früheren Begegnungen -, dann spielt die "Tödlichkeit" nur eine sekundäre Rolle, weil ... :

Die Todesgefahr ist ohnehin meines Erachtens nach nicht der hauptsächliche Faktor für Spannung bzw. Spannung aus Gefährlichkeit.
Konsequenzen wie die Verfolgung einer (untergeschobenen) Straftat (Mord an Stadtwachen, Diebstahl wertvoller Dokumente, der falsche Eindruck zur falschen Zeit am falschen Ort) oder die Neben- und Zusatzeffekte als Folge von bestimmten Handlungen der Spieler (Auswirkungen aufgrund von Gewissensfragen) tragen ganz erheblich zur Gefährlichkeit bei - vor allem, wenn sich die Spieler dieser Dinge bewusst werden. Wenn ihre Handlungen dazu beitragen, wer sich als Gegner herausstellt und was dieser unternehmen kann, um den Spielern mit ihren Charakteren entgegenzutreten, steckt dort ungleich mehr Potential drin als stets die Todesgefahr über allem schwelen zu lassen. (In einer Eberron Kamapgne hatte ich es geschafft, den Spielern tatsächlich einen Mord an Stadtwachen zu "unterstellen"; die Spieler mussten flüchten, was eine lange und spannende Reise nach sich zog und in der Folge dann auch neue Verbündete und Gegner schuf, während die Spieler gleichzeitig darum bemüht waren, ihre Unschuld zu beweisen ... (was ihnen letztlich nicht gelang)).

Ich möchte so weit gehen und behaupten, dass eine längere Kampagne gerade von solchen Dingen lebt.

DER Rollenspieler
auch nur
EIN Rollenspieler
Titel: Re: Kann eine Campaign lang UND gefährlich sein?
Beitrag von: Elden am 12.11.2010 | 15:18
Wir haben den Orient Express mit nur einer Besetzung gespielt (mit 2 tödl. Ausnahmen, aber das war auch ein Ausnahmespieler). Entgegen der Empfehlung des Kampagnenbandes haben wir keine Charaktere auf nem Abreissblock erstellt. Nur so war eine cthuluide Charakterentwicklung möglich, die nicht durch den Tod abgewürgt wurde. Dazu musste natürlich das Abenteuer weniger tödlich gemacht werden. Wir hatten unseren Spaß und die Spannung ist auch nicht auf der Strecke geblieben. Ist natürlich auch nur die Erfahrung aus meiner Gruppe. Es gibt immer noch die Möglichkeit NSCs sterben zu lassen, um die Tödlichkeit darzustellen. Die Gruppe muss natürlich mitspielen.
Wenn deine Spieler aber wirklich vom Typ
"haha, uns kann eh nix passieren, weil sonst kann er sich seine Campaign sonstwohin stecken".
sind, dann vergiss was ich oben geschrieben habe.
Titel: Re: Kann eine Campaign lang UND gefährlich sein?
Beitrag von: Harlan am 12.11.2010 | 15:41
Schwierig ist ja meistens die Motivation der Gruppe: Warum sollten sie einem Wildfremden vertrauen und mitnehmen, der plötzlich aufgetaucht ist, nachdem ein Gruppenmitglied gestorben?
"You look trustworthy!"  :P
Titel: Re: Kann eine Campaign lang UND gefährlich sein?
Beitrag von: dunklerschatten am 13.11.2010 | 13:11
Ich sehe in der Kombi "Campaign und gefährlich" keinen Widerspruch.

So lange die Welt konsistent und stimmig ist, kann man das alles locker durchziehen.

Wenn ein Charakter stirbt dann stirbt er eben, das ist ja a.) nur eine fiktive Person die dem Spieler Handlungen ermöglicht und b.) die Welt dreht sich selten um einzelne bestimmte Individuen.

Was die Details angeht, muss der SL eben Fingerspitzengefühl haben, dann klappt es auch mit der Integration von neuen Chars in die Gruppe.
Titel: Re: Kann eine Campaign lang UND gefährlich sein?
Beitrag von: Mentor am 13.11.2010 | 13:23
Meiner Beobachtung nach ist der einzelne Charaktertod weniger tragisch. Allerdings kommt es in gefährlichen Kampagnen gern mal gleich zum TPK, wo das weitermachen einer ganz neuen Crew, auch aus einem Pool, nicht so leicht ist, wenn alles an Vorarbeit und Verbindungen der SCs auf einmal futsch ist.
Titel: Re: Kann eine Campaign lang UND gefährlich sein?
Beitrag von: Chief Sgt. Bradley am 13.11.2010 | 13:31
Um die Gefährlichkeit nahe zu bringen, funktioniert es auch an die Connections, Kontakte, Freunde und oder Familie der SC zu gehen.

Der weise Mentor(@Mentor: Ein anderer, nicht du ;)) des Magiers wird vor den Augen der SC von unsichtbarer Hand gerichtet während er ihnen gerade erzählt wie und wo sie das Böse aufhalten oder bremsen können.

Ein "Save Haven" der SC wird von den Armeen des Feindes niedergebrannt. (Siehe Serenity, geiler Film)

Grundsätzlich:
Helden müssen erst tief fallen, um dann gestählt wieder aufzustehen und sich ihrem Schicksal stellen können.
(Weil ich Pathos mag und ich mir gerade selbst eine Gänsehut geschrieben habe ;D)
Titel: Re: Kann eine Campaign lang UND gefährlich sein?
Beitrag von: AceOfDice am 13.11.2010 | 13:47
... Helden müssen erst tief fallen, um dann gestählt wieder aufzustehen und sich ihrem Schicksal stellen können. ...

Hätte ich vor einiger Zeit auch noch so gesehen, aber in den letzten Kampagnen hab' ich zunehmend den Eindruck gewonnen, dass die Spieler durch diese "tief fallen"-Ereignisse eher demotiviert wurden.

Wie sehen das die anderen hier? Ist die "wound them, then heal them"-Strategie bei euch ein gutes Mittel, um das Drama zu fördern?
Titel: Re: Kann eine Campaign lang UND gefährlich sein?
Beitrag von: Tigerbunny am 13.11.2010 | 13:54
Wie sehen das die anderen hier? Ist die "wound them, then heal them"-Strategie bei euch ein gutes Mittel, um das Drama zu fördern?

Ich verwende das als SL gern und mag das auch als Spieler. Das ist aber Geschmackssache. Mein Charakterspiel und meine Kampagnenführung sind stark cineastisch geprägt und da gehört das eben dazu.
Titel: Re: Kann eine Campaign lang UND gefährlich sein?
Beitrag von: Timo am 13.11.2010 | 13:56
Hängt vom Setting ab.
EDIT:
Genauer gesagt hängt es bei mir vom Setting, SL. Charakteren, Spielern und System ab.
Das sollte alles zusammen genommen bedacht werden.
Titel: Re: Kann eine Campaign lang UND gefährlich sein?
Beitrag von: Crimson King am 13.11.2010 | 14:01
Das ist spielertypen- und spieltypenabhängig. Zu Drama gehört nunmal, dass der Charakter in Konfliktsituationen landet, in denen er harte Entscheidungen treffen muss und keine Kontrolle über die Bedingungen hat. Wer das nicht will, sollte auch nicht dramaorientiert spielen. Dann muss er aber damit leben, dass die Kampagne entweder kreuzbrav ist oder der Charakter des Öfteren den Löffel abgibt.

Mit Illusionismus-Methoden kriegt man das Spiel durchaus auch dahin, dass die Spieler konstant auf einem Lebensenergieniveau gehalten werden, auf dem sie durch eine falsche Entscheidung jederzeit den Löffel abgeben können. Meine Sache ist dieser Stil allerdings nicht.
Titel: Re: Kann eine Campaign lang UND gefährlich sein?
Beitrag von: Chief Sgt. Bradley am 13.11.2010 | 14:40
(Weil ich Pathos mag und ich mir gerade selbst eine Gänsehut geschrieben habe ;D)

Gänsehaut! Ich habe mir keinen Gänsehut geschrieben, das kann ich nämlich nicht! ::)

Ist die "wound them, then heal them"-Strategie bei euch ein gutes Mittel, um das Drama zu fördern?

Na ja ohne Drama kein Drama. Ohne Konsequenzen für die Taten der SC finde ich ist es langweilig.

Ansonsten sollte natürlich jeder so spielen, wie er das mag.
Titel: Re: Kann eine Campaign lang UND gefährlich sein?
Beitrag von: SeelenJägerTee am 13.11.2010 | 16:02
[...]
Beispiel: Leg es etwa so an, dass das Drama ein Mitglied der Diebesgilde aus der Stadt Y braucht, weil nur dieses Kenntnisse der Katakomben und einiger Zugangscodes hat.

Wenn der Spieler Mist baut und seine Figur stirbt, müssen die restlichen Figuren einen neuen Dieb anwerben, weil sie ohne dessen Wissen nicht weiterkommen. Den darf der Spieler gerne übernehmen - natürlich ein paar Stufen niedriger, mit weniger Erfahrung, Equipment und Geld. Aber auch dieser Dieb wird über die Kenntnisse oder Connections verfügen, die für den weiteren Verlauf wichtig sind.

Florian
Zwei Sachen.
Als erstes mal finde ich persönlich das NATÜRLICH mit weniger XYZ nicht so dolle. So was ist Geschmackssache ich vertrete die Position, dass man mit dem Charaktertod genug gestraft ist, dann muss nicht noch hinterher getreten werden. Oder wenn man den Charaktertod nicht als schlimm empfindet finde ich es irgendwie kindisch eine Bestrafung in Form von Abzügen hinterher zu kippen, hab nie verstanden was das eigentlich soll.
Zweitens halte ich persönlich diese Methode nicht besonders gut geeignet Drama aufzubauen, der "Ersatzdieb" hat ja nicht wirklich eine Beziehung zur Gruppe. Die Information die er hat ist eher generisch.
Ich würde eher vorschlagen: lass Familienangehörige und Freunde einspringen. Mal so als Beispiel: in einer WHFRPG2nd Kampagne spiele ich einen angehenden Vampirjäger, sollte dieser das Zeitliche segnen werde ich seine Schwester weiter spielen. Das sorgt dafür dass es viel weniger lose Enden gibt. Sie hat eine Motivation ihn zu rächen, seine Kontakte werden eher geneigt sein ihr zu helfen, sie hat einen Grund herauszufinden wen er kannte ...
Titel: Re: Kann eine Campaign lang UND gefährlich sein?
Beitrag von: Chief Sgt. Bradley am 13.11.2010 | 16:08
Zitat
finde ich es irgendwie kindisch eine Bestrafung in Form von Abzügen hinterher zu kippen, hab nie verstanden was das eigentlich soll.

Bei neuen SC die Stufen/Punkte zu kürzen finde ich auch kacke :q

Grade bei Stufensystemen ist man dann ganz schnell die Gruppenwurst und muss dann verstecken skillen, weil man sonst auch wieder stirbt. Ein Teufelskreis meine Damen und Herren
Titel: Re: Kann eine Campaign lang UND gefährlich sein?
Beitrag von: El God am 13.11.2010 | 16:20
Einmal hat einer unserer Spieler in DSA seinen Char über den Jordan gehen lassen und dann dessen Bruder (ähnliche Werte, aber abgewandeltes Konzept) weitergespielt. Er hat es tatsächlich geschafft, ihn zu einer völlig anderen Persönlichkeit werden zu lassen - das war großartig. Sowas ist allerdings, was die Fähigkeiten des Spielers angeht, sicher die Ausnahme.
Titel: Re: Kann eine Campaign lang UND gefährlich sein?
Beitrag von: Funktionalist am 13.11.2010 | 16:39
Wie sehen das die anderen hier? Ist die "wound them, then heal them"-Strategie bei euch ein gutes Mittel, um das Drama zu fördern?
Interessante Charaktere bestehen aus Zielen, Vorlieben und Schwächen.
Das sind die Punkte, an denen man ansetzen kann. Hier kann man Dramatik schaffen, kann man Anteilnahme erreichen... Leider hatte ich nie die Geduld dazu, das auch wirken zu lassen, sondern habe den PLot vorangetreten.
Immer mehr als ein Ziel bieten, sodass es nie zu einer Sackgasse kommt, in der die SPieler verzweifeln, sondern dass immer die Frage ist, was man denn nun als erstes macht.
Wenn verschiedene Dinge nun andere SCs interessieren, aber allenur zusammen schaffbar sind, bietet das eine wunderbare Vorlage für "Tavernenspiel".
Und hier kann die Dramatik ins Spiel kommen, wenn Opfer gefragt sind oder der Char die anderen in einer peinlichen Sache um Hilfe bitten muss oder das nicht kann und sich langsam die dramatischen FOlgen abzeichnen...Vertrauen bröselt oder er über seinen Schatten springt ud die Gruppe zusammenwächst.
Anschneiden und wachsen lassen, an Stelle von Verwunden und heilen.


Einfach nur Hitpoints runterprügeln und Ausrüstung klauen ist totlangweilig.
Titel: Re: Kann eine Campaign lang UND gefährlich sein?
Beitrag von: Maarzan am 13.11.2010 | 17:39
Wenn der SL es mit der "Dramatik" des friendly NSC umbringen übertreibt, riskiert er Tefloncharaktere, welche erst gar keine solche Beziehungen zu irgend etwas haben.
In anderen Fällen kann es auch zu einem verfrühten Showdown kommen, wenn die Chars auf blinde Rache umschalten und Amok laufen.
Titel: Re: Kann eine Campaign lang UND gefährlich sein?
Beitrag von: Morvar am 13.11.2010 | 18:22
Hallo mal wieder!

Die Dauer meiner Kampagnen beträgt im Durchschnitt 5-6 Jahre.
Und sie waren /sind...VERDAMMT gefährlich!
Aber es ist in 3 Kampagnen nur 1 Char. gestorben...Bedeutet dies jetzt, dass meine Spieler entspannt mit der Einstellung ins Spiel gehen können nie irgendetwas an Konsequenzen zu spüren?
Nein.

Gefährlich ist nicht gleichbedeutend mit Tod. Und Konsequenzen anderer Art können " in und outtime" sehr viel mehr bewirken, zumindest meiner Erfahrung nach.

Es widerstrebt mir extrem gut entwickelten SC, die untereinander über Jahre starke Verbindungen aufgebaut haben, sowie den Spielern gefallen, sterben zu sehen.

Morvar
Titel: Re: Kann eine Campaign lang UND gefährlich sein?
Beitrag von: Chief Sgt. Bradley am 13.11.2010 | 19:03
Wenn der SL es mit der "Dramatik" des friendly NSC umbringen übertreibt, riskiert er Tefloncharaktere, welche erst gar keine solche Beziehungen zu irgend etwas haben.
In anderen Fällen kann es auch zu einem verfrühten Showdown kommen, wenn die Chars auf blinde Rache umschalten und Amok laufen.

Man darf dieses extreme Mittel natürlich nicht zu oft einsetzen. Auch mMn funktioniert das nur pointiert.

Gefährlich ist nicht gleichbedeutend mit Tod. Und Konsequenzen anderer Art können " in und outtime" sehr viel mehr bewirken, zumindest meiner Erfahrung nach.

Es widerstrebt mir extrem gut entwickelten SC, die untereinander über Jahre starke Verbindungen aufgebaut haben, sowie den Spielern gefallen, sterben zu sehen.

Exactly this. ;D

Titel: Re: Kann eine Campaign lang UND gefährlich sein?
Beitrag von: AceOfDice am 14.11.2010 | 10:00
Wenn der SL es mit der "Dramatik" des friendly NSC umbringen übertreibt, riskiert er Tefloncharaktere, welche erst gar keine solche Beziehungen zu irgend etwas haben. ...

Vielen Dank für diesen Hinweis! Daran hatte ich bisher nicht gedacht. Ich werde mal checken, ob das in meiner Runde der Grund dafür sein könnte, dass die Spieler es kaum hinkriegen, eine Bindung zu NSCs aufzubauen bzw. umgekehrt. Super Hinweis!