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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Thema gestartet von: Rabenmund am 17.11.2010 | 02:18

Titel: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Rabenmund am 17.11.2010 | 02:18
Die Frage kam mir nach dem heutigen Spielabend.
Zum Hintergrund: In Absprache mit dem SL liessen wir meinen SC episch sterben, die Spieler bekamen ein Testament mit Geschenken an die Charas ausgehändigt und der Bitte den Leib zu verbrennen - und einem Hinterbliebenen ein Altersgeld zu geben...

Anders als erwartet fanden die Spieler es doof ("war ja alles geskriptet" "da kann ja jeder kommen und seinen Charakter wechseln" "du hättest ihn wenigstens [ausgewürfelt] im Kampf sterben lassen") und waren ziemlich unzufrieden damit, sich "auch noch um die Leiche kümmern zu müssen" bzw. das ich "entschieden" habe, wer was bekommt.

Damit der Hintergrund des Charakterwechsels klar wird: Ursprünglich war ich der SL der Runde - über einen Zeitraum von einem Jahr, wöchentlich 3-4 Stunden - und der Charakter eine Nebenfigur, die lange Zeit mit den SCs in einer Karawane mitgereist ist. Darum hatte ich auch eine Figur entworfen, die nur teilweise aufs Abenteurerleben ausgelegt war.
Eine Zeitlang ging es trotzdem gut, bis wir von Storytelling zu eher klassischen Kampfmissionen gewechselt sind; und der Charakter nur noch das lästige fünfte Rad am Wagen war. Nach mehreren Reinfällen als Abenteurer - weil er effektiv außer Zusehen kaum etwas konnte - hatte ich irgendwann die Nase voll. Es bot sich - nach einem Cliffhanger letzte Woche - die Gelegenheit, die Figur episch sterben zu lassen und eine andere, am nächsten Spielabend einen neuen Charakter einzuführen.

Lange Rede, wenig Sinn. Meine Fragen sind jetzt folgende:
Seid ihr auch der Meinung, ein Charakter muss bis zum bitteren Ende gespielt werden - ob er noch Spass macht oder nicht?
Ist ein geskripteter Tod ein Stilbruch?
Darf ein neuer Charakter erst Wochen später eingeführt werden - um den Spieler zu "bestrafen" der wechseln will?

Acg ja, sonst könnt ihr natürlich auch euren Senf dazu abgeben *g*
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter sterben freiwillig sterben?
Beitrag von: vaxr am 17.11.2010 | 02:53
Seid ihr auch der Meinung, ein Charakter muss bis zum bitteren Ende gespielt werden - ob er noch Spass macht oder nicht?
Bewusst einen SC zu spielen, an dem man keinen Spaß hat, grenzt an Selbstkasteiung. Von daher ganz klar nein. Es gibt aber noch zig andere Möglichkeiten den SC zu wechseln, als ihn sterben zu lassen.

Zitat
Ist ein geskripteter Tod ein Stilbruch?
Darf ein neuer Charakter erst Wochen später eingeführt werden - um den Spieler zu "bestrafen" der wechseln will?
Warum sollte man den Spieler denn dafür bestrafen? Ist es schon so schlimm, dass das Spiel zugrunde geht, weil alle ständig ihre Charaktere wechseln?

Ich denke, in eurem Fall hätte es besser laufen können, wenn der Umstieg im Vorfeld gemeinsam mit der ganzen Gruppe geplant worden wäre, statt sie vor vollendete/sich noch von selbst vollendenden (geskriptete) Tatsachen zu stellen.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter sterben freiwillig sterben?
Beitrag von: Alessa am 17.11.2010 | 02:54
Also ich finde es quatsch, jemanden abzustrafen nur weil die Person (wo es unerheblich ist, ob es ein Spieler oder ein SL ist) keine Lust mehr auf den "alten" Charakter hat oder andere Beweggründe gibt.
Und einen unnötigen Kampf auszuwürfel ist auch unsinn, wenn ich doch weiß, dass der Charakter das gar nicht überleben soll und ich hasse es schon in einer meiner Runden immer, wenn der Sl mit sich selber spielt, anstatt mit der GANZEN Runden.

Auch ein Spielleiter hat das Recht seinen mitgeführten Charakter auszutauschen und ich finde es ist seine Sache wie er das macht, ob er stirbt, heiratet oder sich in Luft auflöst.  :P Das kann doch der Gruppe egal sein, solange es irgendwie in die Story passt.

Ein epischer Tod sollte auch immer abgesprochen sein, also nicht mit der ganzen Gruppe, sondern mit dem Spieler den das betrifft und den Sl. Gut in diesem Fall bist beides du gewesen, aber was haben die anderen den für ein Problem damit gehabt? Vorallem die Idee mit dem Testament finde ziemlich genial. Es ist doch deine Sache, ob du einen neuen Chara einführst oder nicht.

Ich würde sagen, nach deiner Schilderung hast du dich da ganz richtig verhalten und kann  das Problem deiner Mitspieler nicht nachvollziehen.


Also wir haben, in unserer damaligen DSA-Runde einen häufigen Charakter wechsel gehabt. Da es auf dauer doch nervig wurde, ständig neue Charakter einzuführen und mit der Gruppe bekannt zu machen, ich selber war zum Glück nur Spieler,  hatten unsere Runde beschlossen, sollte ein Charakter nur aus Lust an der Freude wechseln, bekommt er nicht die gesamt EP's des alten Charakters, sondern nur die Hälfte und siehe da es ist mehr ruhe eingekehrt.
Es war keine gute Lösung in meinen Augen, aber bei unserer Runde war es schon fast nicht anders machbar, da immer die gleichen Leute, alle zwei wochen was neues spielen wollten und es unmöglich wurde, anständig zu spielen.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter sterben freiwillig sterben?
Beitrag von: Rabenmund am 17.11.2010 | 03:09
Kurz zur Aufklärung: Ich bin seit mehreren Monaten nicht mehr SL, sondern spiele den Charakter aktiv. Davor war er in einer Nebenrolle - mit begrenztem Wissen und Können streng nach den Regeln - und ist selbst dort ein, zwei mal beinahe drauf gegangen.

Nachdem ich anfing ihn zu spielen merkte ich immer mehr, wie eingeschränkt der Charakter ist... der Rest ist Geschichte.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter sterben freiwillig sterben?
Beitrag von: Callisto am 17.11.2010 | 04:03
Wenn deine Gruppe dich bestrafen will, sind die Leute doof. Und hey, wer ausser dir soll denn bitteschön das Testament deines Charakters schreiben?

Komische Truppe.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter sterben freiwillig sterben?
Beitrag von: Uisge beatha am 17.11.2010 | 05:51
Seid ihr auch der Meinung, ein Charakter muss bis zum bitteren Ende gespielt werden - ob er noch Spass macht oder nicht?
Wenn ein Charakter keinen Spaß mehr macht spielt man 'nen anderen. Dafür muß man aber nicht dem Char, auf den man keinen Bock mehr hat, auch noch ein Spotlight setzen. Das wird zu Spielbeginn in 'nem Nebensatz erwähnt (Wachte auf, war tot. Herzinfakt oder so...), der neue Char wird eingeführt und weiter gehts.
Ist ein geskripteter Tod ein Stilbruch?
Stilbruch? Keine Ahnung! Ich kenne euren Stil nicht. Ich persönlich finde es aber sehr... suboptimal irgendetwas "auszuspielen" dessen Ergebnis eh schon feststeht. Und dann den Charakteren der Mitspieler übers Testament noch irgendwelche "Verpflichtungen" reindrücken... Ich hätte da wohl ebenfalls keinen Spaß dran gehabt!
Darf ein neuer Charakter erst Wochen später eingeführt werden - um den Spieler zu "bestrafen" der wechseln will?
Ne, Quatsch. Alter Char in den Reißwolf, neuer eingeführt, gut is...

MfG
Uisge
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter sterben freiwillig sterben?
Beitrag von: Zornhau am 17.11.2010 | 05:56
Natürlich darf man seinen eigenen Charakter draufgehen lassen. Auch ausgesprochen "unepisch" bei einem Autounfall oder an einem Herzinfarkt oder durch eine Überdosis. - Alles OK.

Andererseits.

Wenn man seinen Charakter "EPISCH" draufgehen läßt und dann auch noch ein großes Brimborium mit Testament und sonstigem Getue drum herum macht, dann könnte es sein, daß die anderen Mitspieler das als ein aggressives an sich Reißen des Rampenlichts empfinden.

Vor allem, wenn es eben mal NICHT das gängige SCHICKSAL war, welches im Spiel meist mittels Würfeln und deren manchmal nicht so überragenden Würfen zuschlägt und den Charakter aus dem spielerischen Leben reißt, sondern wenn es eben ABGESPROCHEN, vorab lang und breit INSZENIERT ist.

Das Ableben Deines Charakters wurde somit OHNE die Beteiligungsmöglichkeit der anderen Spieler einfach so von Dir selbst (unter Abnicken des SLs) entschieden. - Was, wenn die anderen SCs Deinen Charakter, so wie er war(!), GEMOCHT hatten? - Was, wenn die anderen SCs aus welchen Gründen auch immer gerne zumindest (nach den Regeln!) VERSUCHT hätten, Deinen Charakter zu RETTEN - und sei es, daß sie dadurch AUCH einen Anteil an dem "epischen Dahinscheiden" bekommen hätten.

Du hast in Absprache mit dem Spielleiter den Spielern eine "Sterbe-Oper" vorgespielt. - Und Du erwartest allen Ernstes, daß Deine Mitspieler davon irgendwie "begeistert" wären?

Was ICH davon erwarten würde, ist das hier:
Zitat
(Anders als erwartet) fanden die Spieler es doof ("war ja alles geskriptet" "da kann ja jeder kommen und seinen Charakter wechseln" "du hättest ihn wenigstens [ausgewürfelt] im Kampf sterben lassen") und waren ziemlich unzufrieden damit, sich "auch noch um die Leiche kümmern zu müssen" bzw. das ich "entschieden" habe, wer was bekommt.

Dagegen einen SC aus Spielerwillen abkratzen zu lassen, spricht nichts.

Aber wenn man es so anstellt, daß es den anderen Mitspielern MISSFÄLLT, dann hat man es halt MIES umgesetzt.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter sterben freiwillig sterben?
Beitrag von: Rabenmund am 17.11.2010 | 06:54
@Zornhau
der Tod des Charas hat etwa 5 minuten spielzeit in anspruch genommrn, von einem "großem" spotlight kann also imho nicht gesprochen werden.

Das Testament sollte einfach nur nen schönen schlusspunkt setzen, damit er eben nicht einfach unkommentiert umkippt - er war eine möglichkeit einige letzte worte an die gruppe zu richten.
Die einzige "Verpflichtung" - außer der Verteilung des Besitzes - ist "verbrennt die leiche an dem ort an den ihr sowieso zurück müsst" und "sorgt dafür das mein haustier mit einer (vom verstorbenen gezahlten) leibrente in gute hände kommt.

Ja, gemocht haben sie ihn sicherlich. Und sie hätten versucht ihn zu retten - was in der knallharten kamfsituation (viele schwerstverletzte SC) die halbe gruppe hätte töten können.


Gut, wahrscheinlich war es wirklich mies umgesetzt. Das lasse ich gelten...
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter sterben freiwillig sterben?
Beitrag von: Rabenmund am 17.11.2010 | 06:59
Ach ja, zum rampenlicht: den rest des abends sass ich - wie üblich - untätig rum, da die gruppe wo anders am kämpfen war und der chara ihnen dabei im weg war... wie es auch die letzten 6 wochen der fall war  :(
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Oberkampf am 17.11.2010 | 07:44
Die Frage ist, was gruppenintern geklärt ist, und was nicht gekärt ist. Gibt es Absprachen, wie generell mit Charaktertoden umgegangen wird? Gibt es überhaupt Charaktertode? Befürchten/erwarten die Spieler negative Konsequenzen bei Charaktertoden (z.B. neuer Charakter auf niedrigerer Stufe usw.)? Wenn die Gruppe faktisch ohne Charaktertode spielt, aber es nicht klar abgesprochen ist, dass ohnehin kein Charakter stirbt ("Illusionismus") oder im Todesfall gleichwertiger Ersatz kommt, dann könnte es Mitspieler vielleicht befremden, dass durch eine Sterbeszene ein Charakter auf die Schnelle ausgetauscht wird. Wenn in der Gruppe gilt, dass man Charaktere auch mit schlechten Werten oder unpassender Skillung oder mieser Regelbalance usw. voll auszuspielen hat, könnte es die Gruppe ärgern, wenn ein schwacher Charakter mal eben so gegen einen stärkeren ausgetauscht wird. Wenn die Gruppe um der schönen Story willen spielt, könnte es sein, dass der Verlust eines vertrauten Charakters sie einfach stört und es ihnen reichlich egal war, ob der betreffende Spieler Freude an seinem Charakter hatte.

Vom Gruppenkonsens oder Gruppenvertrag unabhängig bin ich persönlich der Meinung, dass man seinen Charakter jederzeit aus dem Spiel nehmen darf, wenn man merkt, dass er keinen Spaß mehr macht. Auch mit einer inszenierten Sterbeszene, solange dadurch keine erhebliche Spielzeit verloren geht. Was ein Spieler mit seinem Charakter macht, ist und bleibt erstmal sein Bier, da mögen Gruppe und Spielleiter noch so jammern.


Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Teylen am 17.11.2010 | 07:53
Anders als erwartet fanden die Spieler es doof ("war ja alles geskriptet" "da kann ja jeder kommen und seinen Charakter wechseln" "du hättest ihn wenigstens [ausgewürfelt] im Kampf sterben lassen") und waren ziemlich unzufrieden damit, sich "auch noch um die Leiche kümmern zu müssen" bzw. das ich "entschieden" habe, wer was bekommt.
Letzteres kann ich verstehen, aber nüchtern gesehen wird ja kein Blitz vom Himmel fahren oder der verstorbene aus der Gruft krauchen wenn man das Testament links liegen ließe.
Zum ersteren, naja, es kann den Eindruck erwecken das man sich nur einen neuen optimierteren Charakter erschaffen wollte.
Ansonsten wäre es nicht einfacher gewesen einfach mit der Lusche voll in den Kampf zu gehen?
Da wäre er doch auch gestorben?
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: ErikErikson am 17.11.2010 | 07:56
Für eine klassische Runde, die die Welt ohne Meta rein aus Charaktersicht sieht, ist ein absichtlicher Chartod (so er nicht als Selbstmord erfolgt) ein sehr schwerer Stilbruch.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Bock-Creation am 17.11.2010 | 08:00
Also wenn ich das so lese bin ich etwas verwirrt.

Chara tot? Klar immer wenn man es den will. Die typische Situation mit der Granate in der Hand in die Gegner rein.
Nen guter Freund tot. Gruppe gerettet. Und wenn man den Chara mochte, dann tut man ihm den gefallen des Testaments und hat auch noch etwas vom ihm zurück behalten.

Wie genau es ablief, weist ja nur DU. Da kann hier keiner genau was sagen. nach Rampenlicht klang das für mich nur begrenzt.
Und anscheinend auch so das der tod die beste Lösung warum den Chara aus dem Spiel zu nehmen.

Was deinen neuen Chara angeht, kann das vielleicht nur an der Gruppe liegen das die den gar net akzeptieren wollen, weil eben die Unzufriedenheit oder weil......irgendwas anderes. Aber nach 6 Wochen würde ich mal nen Rederunde einführen.

In meiner Spielrunde hat sich ne Figur fast selbst weggesprengt und lag 3 Monate im Krankenhaus. Den Ersatzchara habe ich auf lvl 1 anfangen lassen. obwohl die anderen lvl4 waren. Das hat sich net viel genommen, aber die Erfahrung des anderen Chara wollte ich ich jetzt ent verteilen. Mittlerweile sind dank der Schlappigkeit des Spielers beide Chara verloren. Da habe ich dann aber gesagt lvl 4. Man will ja net so sein. Die verschollenen Chara haben auch nen Grund warum. Einmal zurück zum Stamm und einmal abgestochen weil im kartenspiel betrogen. (soviel dazu wie man Chara aus dem Spiel nehmen kann)
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter sterben freiwillig sterben?
Beitrag von: Hotzenplot am 17.11.2010 | 08:04
Ich denke, in eurem Fall hätte es besser laufen können, wenn der Umstieg im Vorfeld gemeinsam mit der ganzen Gruppe geplant worden wäre, statt sie vor vollendete/sich noch von selbst vollendenden (geskriptete) Tatsachen zu stellen.

Sehe ich ebenso. Eventuell hätte die Gruppe noch gemeinsam im Konsens etwas am Umstand des Todes ändern können.

Ich persönliche finde es eine legitime Lösung, wenn man seinen Charakter will, obwohl ich diesen Weg nicht besonders mag. Man kann doch auch den Charakter wechseln, ohne gleich den ersten sterben zu lassen, oder?

Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Dimmel am 17.11.2010 | 08:13
@Rabenmund
Wenn die Gruppe um der schönen Story willen spielt, könnte es sein, dass der Verlust eines vertrauten Charakters sie einfach stört und es ihnen reichlich egal war, ob der betreffende Spieler Freude an seinem Charakter hatte.

Den Gedanken von Tümpelritter finde ich interessant. Wie stehen den die Mitspieler zu dem Umstand, dass dir das Spiel mit diesem Charakter keinen Spass bereitet hat? War das so in der Gruppe klar oder haben die sich nicht dafür interessiert? Haben sie andere Vorschläge gemacht, um dein Problem mit dem Charakter zu lösen?

Persönlich finde ich es nett, dass du dich um ein persönliches Nachwort für die anderen Charaktere bemüht hast. Die negativen Reaktionen sind überzogen, besonders das (befristete) "nicht mehr Mitspielen" lassen. Ich glaube, deine Mitspieler nehmen das etwas zu persönlich. Wie meine Vorredner schon sagten, gibt es da wohl einen Klärungsbedarf in der Gruppe.

Gruß Dimmel
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Space Pirate Hondo am 17.11.2010 | 08:16
Eigentlich muss der SL in solch einen Fall einfach nur eine Situation schaffen, in der sich ein Charakter opfern muss, um die restliche Gruppe zu retten. Das ist vorallem in Serien und Filmen ein beliebtes Mittel, um einen Charakter episch sterben zu lassen.
Man könnte auch so wie in Herr der Ringe Gandalf beim Kampf gegen den Balrog handhaben und ihn scheinbar sterben lassen ,um ihn dann später optimiert wieder auftauchen zu lassen.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter sterben freiwillig sterben?
Beitrag von: AceOfDice am 17.11.2010 | 08:24
... könnte es sein, daß die anderen Mitspieler das als ein aggressives an sich Reißen des Rampenlichts empfinden. ...

Ich möchte mich dieser Vermutung anschließen. So wie es beschrieben wurde, war der Char nicht gerade der (regeltechnisch gesehen) potenteste. Er hat seine "Qualität" vermutlich durch Rollenspiel und durch die Tatsache, dass er lange NSC war, gezogen, aber diese Charaktere werden - zumindest in meinen Runden - oft nicht so richtig als Spieler-Charaktere akzeptiert.
Und wenn dann ein solcher - eigentlich als Abenteurer untauglicher - Character den großen Heldentod (dass es nur 5 Minuten waren, ist da irrelevant) stirbt, dann fragen sich die Spieler, ob sie im falschen Film sind und ob ihr Mit-Spieler nicht womöglich seine Rolle verlassen und als Spielleiter gehandelt hat.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter sterben freiwillig sterben?
Beitrag von: Yehodan ben Dracon am 17.11.2010 | 08:54
Ach ja, zum rampenlicht: den rest des abends sass ich - wie üblich - untätig rum, da die gruppe wo anders am kämpfen war und der chara ihnen dabei im weg war... wie es auch die letzten 6 wochen der fall war  :(

Dann hast Du Dir dieses kleine Rampenlicht auch verdient!
Erinnere die Mitspieler mal daran, wie oft Du nicht "mitspielen" durftest und dass ein Testament in der Spielwelt wahrscheinlich die natürlichste Sache der Welt ist. Was wäre ein Held (also Mit-SC) ohne dramatische letzte Worte/Vermächtnis? Letztlich wird sich daran nichts entzünden.
Letztlich war es stimmungsvoll, realistisch und es gab Bezüge zu den anderen SC.
Was will man mehr? Besser als nur ein namenloses Grab im Nirgendwo!
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter sterben freiwillig sterben?
Beitrag von: McCoy am 17.11.2010 | 09:06
der Tod des Charas hat etwa 5 minuten spielzeit in anspruch genommrn, von einem "großem" spotlight kann also imho nicht gesprochen werden.

Gut ich war nicht dabei, aber 5 min um einen alten Weggefährten unter die Erde zu bringen sind wohl nicht zu viel verlangt, auch wenn er kaum aktiv war in letzter Zeit. Es gibt Leute die brauchen so lange um zu beschreiben wir ihr Char  morgens aufsteht, also was sollt?
Was ich ein wenig irritierend finde ist das EPISCH beim sterben. Kann es sein, dass das deine Mitspieler gestört hat? Ich kann verstehen das du deinen Char ein wenig Ruhm zum Ende gönnen wolltest, da er nur noch ein Nischendasein geführt hat, aber vielleicht war das für die anderen einfach zu viel.
Das hätte ich im Vorfeld mit denen abgeklärt um Unstimmigkeiten zu vermeiden, andererseits hast du vielleicht auch nicht dran gedacht das es so ein Gemaule gibt. Hätte ich wahrscheinlich auch nicht. Und hey, 5 min kann man dem Tod schon gönnen.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Tjorne am 17.11.2010 | 09:08
Zur Inszenierung selbst:
Grundsätzlich halte ich es für ok, wenn man seinen Char sterben lassen will, gerne auch dramatisch. Man sollte aber (wie Zornhau schon schrieb) den anderen Charakteren Gelegenheit geben, die dramatische Szene mitzugestalten und sich selbst ein Stück vom Rampenlicht-Kuchen abzuschneiden oder diesen vielleicht soagar insgesamt zu vergrößern (komisches Bild...). Am besten macht man dabei spätestens zu Beginn der Sterbeszene klar, dass man als Spieler den Char tot sehen will.

Zum Testament etc.:
Die anderen Charaktere können das ja ignorieren, wenn die Spieler der Meinung sind, die Chars wollen das nicht. Das Testament ist doch ein ingame Dokument, kein Metaspielzwang. Kurze ingame Diskussion - och nee, das ist er uns nicht wert - und die Leiche wird in den nächsten Fluss geschmissen, fertig. Wenn die Spieler sich hingegen dazu verpflichtet fühlen, die letzten Wünsche zu erfüllen, weil sie der Meinung sind, ihre Charaktere würden so etwas auf jeden Fall für ihren alten Freund tun, dann haben sie eine gute Gelegenheit zum Ausspielen der Charaktere erhalten und sollen sich nicht darüber beschweren.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: ErikErikson am 17.11.2010 | 09:09
Ich finde, er hätte beim Zähneputzen ausrutschen solen und sich das Genick brechen. Dann hätte sich niemand beschwert. Oder er wird von einem tollwütigen Marsupilami in den ... gebissen und stirbt an Blutvergiftung. Abhandeln in 10 sec, damit die anderen Spieler in Ruhe weiter beschreiben können, wie sie ihre Wurstbrötchen futtern. Gibt auch gleich noch die Gelegenheit zum Ausspielen der Charaktere, bsp. in Form höhnischer Kommentare   ;)
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: McCoy am 17.11.2010 | 09:14
@Erik: also ich hänge irgendwie an meinen Chars und wenn schon würdevolllos abtreten dann im Bordell... 8]
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Ein am 17.11.2010 | 09:41
Zitat
Seid ihr auch der Meinung, ein Charakter muss bis zum bitteren Ende gespielt werden - ob er noch Spass macht oder nicht?
Absolut nicht. Das Spielen soll Spaß machen und nicht eine Qual sein.

Zitat
Ist ein geskripteter Tod ein Stilbruch?
Absolut nicht. Wobei das sicherlich Geschmackssache ist. Manche Rollenspieler fühlen sich in ihrer Männlichkeit angegriffen, wenn Dinge einfach so entschieden und nicht hart erkämpft werden.

Zitat
Darf ein neuer Charakter erst Wochen später eingeführt werden - um den Spieler zu "bestrafen" der wechseln will?
Meine Meinung nach nicht. Aber auch da gibt es Rollenspieler, die unsicher in ihrer Männlichkeit sind und sich im Rollenspiel inszenieren müssen. Da ist dann die Bestrafung für den neuen Charakter parallel zu den demütigenden Initialisierungsriten beim Männerbünden und der Armee zu sehen.

Mein Fazit, auch wenn es eventuell keine Option ist, spiel nicht mit Idiot.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Naldantis am 17.11.2010 | 09:50
Nein, natürlich darf der Charakter gewechselt werden, wenn er dem Spieler keinen Spaß mehr macht...

...je nach Position in der Gruppe (5. Rad am Wagen, whatshisname, Schlüsselkompetenzträger, Anführer oder gar Dreh- und Angelpunkt der Kampagne) und Grund des Begehrens (interessantere Charakteridee, totgelaufen, Konzeptverkrüppelde Entwicklung, für den Spieler nicht wechselbares Ereignis) sollte der Ausstieg mit dem SL abgesprochen und für einen eleganten Übergang für den Rest der Gruppe gesorgt sein.

In Deinem Falle hätte ich vermutlich als Char in der nächsten gößeren Stadt meinen Rentenantritt verkündet und wäre mit meinen Habseligkeiten zu Heim und Herd zurückgekehrt; es ist nach allem die vernünftige Entscheidung.


Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter sterben freiwillig sterben?
Beitrag von: Ludovico am 17.11.2010 | 09:54
Was, wenn die anderen SCs Deinen Charakter, so wie er war(!), GEMOCHT hatten? - Was, wenn die anderen SCs aus welchen Gründen auch immer gerne zumindest (nach den Regeln!) VERSUCHT hätten, Deinen Charakter zu RETTEN - und sei es, daß sie dadurch AUCH einen Anteil an dem "epischen Dahinscheiden" bekommen hätten.

Gerade zum letzten wäre eine Einmischung der Spieler doch sehr sehr schlecht gewesen, wenn sie versucht hätten, ihn zu retten. Wenn sie dank Würfelglück und guter Ideen es hätten schaffen müssen, aber der SL bzw. der Spieler des Charakters diese Dinge entwertet, weil das Ende feststeht, dann ist das doch Verarsche.
Ganz egal, was sie tun und wie gut sie das tun. Das Ende steht fest.
Das ist Railroading.

@Rabenmund
Ich finde, wenn ein Spieler den Charakter wechseln möchte, dann darf er auch bestimmen, was mit seinem vorherigen Charakter passiert, ob er nun weg geht oder ob er draufgeht und wie er draufgeht.
Der Rest der Gruppe hat in dieser Entscheidung imho kein Mitspracherecht und zwar nicht im geringsten.

Allerdings denke ich, dass der Spieler in der Pflicht ist, alles Erdenkliche zu tun, um den Wechsel des Charakters (inkl. Abtritt des alten SC) so reibungslos wie möglich zu gestalten. Damit meine ich, dass er das Abtreten versucht, kurz zu fassen.

Persönlich kann ich es schon verstehen, dass Du ihm ein dickes Ende verpasst hast. Was ich bei Dir rauslese (was  zugegebenermassen einiges an Interpretation ist), so hattest Du wohl eine ganze Weile keine wirklich befriedigenden Spotlights, da die Kampagne kampflastiger wurde und Dein SC nichts reißen konnte. Da kann schon mal das Bedürfnis aufkommen, ihn mit einem Knall abtreten zu lassen.

Edit: Hab weiter gelesen: Der Rest der Gruppe sollte einfach den Schnabel halten.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Joerg.D am 17.11.2010 | 10:20
Zitat
Seid ihr auch der Meinung, ein Charakter muss bis zum bitteren Ende gespielt werden - ob er noch Spass macht oder nicht?

Wenn er keinen Spaß macht, dann spiele ihn nicht mehr. Das Ende ist immer dann, wann der Spieler es entscheidet. Ich meine Du bist nicht mitten im Dungeon ausgestiegen und hast die Gruppe alleine gelassen, sondern eine gute Gelegenheit genutzt um den Charakter nachhaltig aus dem Spiel zu nehmen.

Ich hätte dir als SL zwar eher angeboten den Charakter einfach nur zurück zu ziehen und ihn bei Zeiten noch mal als NSC zu führen, aber deine Entscheidung ist da absolut zu akzeptieren.

Zitat
Ist ein geskripteter Tod ein Stilbruch?

Nein, es ist eher Stil pur, wenn man es pur macht und kann vom SL prima als Motivation für die Charaktere der anderen Spieler benutzt werden.

Zitat
Darf ein neuer Charakter erst Wochen später eingeführt werden - um den Spieler zu "bestrafen" der wechseln will?

Was ist denn das für ein Quatsch? Ich würde den neuen Charakter als SL schon vorher ein paar mal aufblitzen lassen um ihn vorsichtig einzuführen (Ihr wisst, nur Tumadin kennt den Weg durch die Todessümpfe, doch der führt gerade eine andere Gruppe hindurch). Dann kennt die Gruppe den neuen SC vielleicht schon und fragt ihn von sich aus, ob er ihnen bei der noblen Queste helfen will.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 17.11.2010 | 10:56
Auch ich bin der Meinung, dass es der Idee des gemeinsamen Spielspaßes abträglich ist, wenn ein Spieler an seinem Char keinen Spaß hat. Daher sollte er dann wechseln dürfen. Ich persönlich bin auch ein Freund von unkomplizierten schnellen Lösungen, damit Spieler eben NICHT herumsitzen, ohne etwas tun zu können (da tuts zur Not(!) auch ein "you seem trustworthy"  ;) )

Ich hätte aber auch ein Problem mit einer gescripteten epischen Szene. Ich bin kein Freund von übertriebenen Heldentoden, wenn sie künstlich inszeniert werden (dazu zählen auch Freitode im Kampf). Da bekommt dann jemand eine coole Szene ohne dafür etwas "geleistet" zu haben.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Bock-Creation am 17.11.2010 | 11:29
Nun ja. es kommt drauf an mit dem Freitod. Wenn sie schön zur Szene passt und alle Wissen das der Chara gewechselt wird.

etwas drum rum erzählen das die Gruppe vielleicht noch versucht ihn aufzuhalten(wenn sie den befreundet waren) und bla und blub haben wir tot. verzweiflung und eventl. sogar ne gute Überleitung um das Abenteuer zu beginnen.

Vielleicht war es halt so gewohlt, ist aber leider schlecht angekommen.
Jemand als den totalen Helden darzustellen und epic über alles ist natürlich dann der falsche Weg. Aber von der Erzählung scheint es mir net so. Nur etwas unglücklich verlaufen was nun besprochen werden MUSS
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Samael am 17.11.2010 | 11:30
Wenn ein Charakter keine Freude mehr bereitet, sollte man in unbürokratisch austauschen können. Ob er sich zur Ruhe setzt oder stirbt ist völlig egal.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Santa am 17.11.2010 | 11:44
Anders als erwartet fanden die Spieler es doof ("war ja alles geskriptet" "da kann ja jeder kommen und seinen Charakter wechseln" "du hättest ihn wenigstens [ausgewürfelt] im Kampf sterben lassen") und waren ziemlich unzufrieden damit, sich "auch noch um die Leiche kümmern zu müssen" bzw. das ich "entschieden" habe, wer was bekommt.
Wer zwingt sie denn sich an das Testament zu halten bzw. sich selbst darum zu kümmern. Wenn sie keinen Bock drauf haben, sollen sie das dem SL sagen und in 5 Minuten "ausspielen", wie sie z.B. einen Testamentsvollstrecker anheuern und die Leiche zur Beerdigung bei der zuständigen Stelle abgeben. Fertig ist das Ding!
Und deine bzw. eure Herangehensweise - weil Beteiligung des SL - finde ich weitaus interessanter, als das du auf Gedeih und Verderb versuchst deinen SC bei jeder noch so dämlichen Gelegenheit zu töten, nur weil die Würfel nicht so richtig wollen und du dich noch länger mit ihm langweilen musst.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Nachtfrost am 17.11.2010 | 11:47
@OP: Wie verfährt denn die Gruppe in der Regel wenn ein Charakter auf "normalem" Weg (Würfelpech, Kampf, blöde Aktion) stirbt? Wie findet so ein Ereignis Eingang ins Spielgeschehen?
Ab in die Tonne und schnell neu gewürfelt, werden die Items unter dem Rest aufgeteilt bevor die Leiche kalt ist, oder wird dem Begleiter ein (mehr oder weniger würdevolles) Begräbnis gegönnt?
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Teylen am 17.11.2010 | 12:00
Vielleicht haette es geholfen mit der Gruppe zuvor einfach miteinzubeziehen?
Also das man mal zum Ausdruck bringt das man einen neuen Char will weil man den alten Ueber ist.
Anstelle sie so mit einer Sterbeszene + Testament vor vollendete Tatsachen zu stellen.
Weil so erweckt es ggf. auch den Eindruck einer Schuldzuweisung ohne Diskussion. Nachdem Motto, guckt mal ich musste meinen Char killen und uebrigens habt ihr hier ein Testament, damit der auch wuerdevoll abtritt, macht mal.

[Wobei ich es nicht ganz schaffe "Epischer Tod" mit "5 Minuten" zusammen zu bringe.]
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter sterben freiwillig sterben?
Beitrag von: Naldantis am 17.11.2010 | 12:28
Dafür muß man aber nicht dem Char, auf den man keinen Bock mehr hat, auch noch ein Spotlight setzen. Das wird zu Spielbeginn in 'nem Nebensatz erwähnt (Wachte auf, war tot. Herzinfakt oder so...),  der neue Char wird eingeführt und weiter gehts.

Zum einen finde ich schon, daß der endgültige Ausstieg eines etablierten Chars den Anspruch hat, wenigstens korrekt erklärt und eingebettet zu sein und eine Fußnote in der Geshcichte zu verdienen.
Dein Vorschlag führt dann dazu, daß die Charaktere das eigentlich untersuchen müßten, denn eine merkwürdige und unerwartet Todesart könnte ein Indiz aus Feindeinfluß sein, etc.

Da finde ich doch diese Methode besser, denn so weiß die Gruppe (also auch die Charaktere), daß da alles korrekt ablief un muß sich nicht den Kopf zerbrechen (gerade bei Ex-NSCs) oder das nicht ein Plothook war.

Zitat
Ich persönlich finde es aber sehr... suboptimal irgendetwas "auszuspielen" dessen Ergebnis eh schon feststeht. Und dann den Charakteren der Mitspieler übers Testament noch irgendwelche "Verpflichtungen" reindrücken...

Ersteres ist doch der Standard, sobald die Charatere keine Möglichkeit oder keinen Willen haben aktiv einzugreifen, oder?
Und da sie das Testament ohne Nebenwirkungen einfach ignorieren können, sehe ich auch keinerlei 'Verpflichtung' - im Gegenteil sehe ich  es als Service an, wenn ein Spieler solche Sachen auch posthum regelt; es ist immerhin sein Aufwand, den er in einen schon toten Char steckt.

Wenn man seinen Charakter "EPISCH" draufgehen läßt und dann auch noch ein großes Brimborium mit Testament und sonstigem Getue drum herum macht, dann könnte es sein, daß die anderen Mitspieler das als ein aggressives an sich Reißen des Rampenlichts empfinden.

Müßte dazu nicht in der Gruppe eh vorher schon eine Gezerre und Gedrängel um das Rampenlicht herrschen?
Und müßte dann nicht gerade diese Gruppe sofort einsehen, daß es nur ein Abheben eines kleinen Teils der in den letzten Wochen angesparten Rampenlichtzeit ist?

Zitat
Vor allem, wenn es eben mal NICHT das gängige SCHICKSAL war, welches im Spiel meist mittels Würfeln und deren manchmal nicht so überragenden Würfen zuschlägt und den Charakter aus dem spielerischen Leben reißt, sondern wenn es eben ABGESPROCHEN, vorab lang und breit INSZENIERT ist.
Das Ableben Deines Charakters wurde somit OHNE die Beteiligungsmöglichkeit der anderen Spieler einfach so von Dir selbst (unter Abnicken des SLs) entschieden. - Was, wenn die anderen SCs Deinen Charakter, so wie er war(!), GEMOCHT hatten? - Was, wenn die anderen SCs aus welchen Gründen auch immer gerne zumindest (nach den Regeln!) VERSUCHT hätten, Deinen Charakter zu RETTEN - und sei es, daß sie dadurch AUCH einen Anteil an dem "epischen Dahinscheiden" bekommen hätten.

Besser nicht!
Das Problem ist nämlich, daß andere Charaktere nichts vom Spielerwunsch nach dem Ableben wissen, d.h. sie versauen ggf. den Ausstieg.
Zum anderen müssen auch die Charaktere untereinander hier keine parallelen Interessen vertreten: vgl. Freitoddiskussion in Realitas, oder Kriegsfilme mit "Du darfst gerne nachher verrecken, aber bis zum Camp schleppst Du das MG noch!"
Zudem könnte die Einbindung der anderen dazu führen, daß diese durch den Todesversuch des abzuziehenden Charakters zu Schaden kommen (bei der Rettung getötet oder später fehlende Ressourcen verbraucht).

Ich habe jedenfalls schon erlebt, daß ohne SL-Absprache dann eine Wunderheilungsmöglichkeit aus dem Hut gezogen wurde, die anderer besser hätten gebrauchen können, oder das durch SL-Bonus das Ableben verhindert wurde (Gerade in Systemen wie SW, in denen dumme Handlungen gerne mal OOC belohnt werden).
Auch daß die andere Charaktere sich dann einen Dreck um das IG vorgetragene Ablehnen von Wiederbelebung durch den Char scheren habe ich gesehen.
Das kann man nur entweder mit SL-Absprache oder Verzicht auf einen Verhaltenskodex und eigenständiges lebend Zurückziehen umgehen.

Für eine klassische Runde, die die Welt ohne Meta rein aus Charaktersicht sieht, ist ein absichtlicher Chartod (so er nicht als Selbstmord erfolgt) ein sehr schwerer Stilbruch.

Diese Aussage verstehe ich nicht?
Gerade für eine solche Gruppe wäre das doch ein völlig reguläres und konsistentes Ereignis; er hat die Situation nicht überblickt, sich in eine zu angreifbare Lage begeben und ide anderne waren nicht in der Situation, ihm rechtzeitig helfen zu können, also ist er gestorben...

...wenn ich jetzt den OP völlig falsch verstanden habe, und die anderne Charaktere in der Zeit eingefrohren wurden während er sich ansonsten völlig sinnlos und unerklärlich geopfert hat, dann ziehe ich meinen Kommentar natürlich zurück und trete der 'mies gemacht'-Fraktion bei.
Aber dann bliecke ich den Sinn in dem "mit dem SL abgesprochen"-Aktion nicht mehr, dann das könnte doch nur dazu dienen, eine dazu einladende taktische Situation (oder Spielsituation, wenn z.B. einfach der Trupp eh nicht zusammen ist) zu schaffen.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter sterben freiwillig sterben?
Beitrag von: Teylen am 17.11.2010 | 12:30
Und da sie das Testament ohne Nebenwirkungen einfahc ignorieren können, sehe ich auch keinerlei 'Verpflichtung' - im Gegenteil sehe ich  es als Service an, wenn ein Spieler solche Sachen auch posthum regelt; es ist immerhin sein Aufwand, den er in einen schon toten Char steckt.
Naja, ich denke das Rabenmund schon eher verstimmt waere wenn das Testament in das er Muehe steckte missachtet wuerde. Rein so vom Umgang abseits des Spiels miteinander.
Weshalb es schon etwas nach einer Verpflichtung schleckt.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Greifenklaue am 17.11.2010 | 12:37
Die Frage kam mir nach dem heutigen Spielabend.
Zum Hintergrund: In Absprache mit dem SL liessen wir meinen SC episch sterben, die Spieler bekamen ein Testament mit Geschenken an die Charas ausgehändigt und der Bitte den Leib zu verbrennen - und einem Hinterbliebenen ein Altersgeld zu geben...

Anders als erwartet fanden die Spieler es doof ("war ja alles geskriptet" "da kann ja jeder kommen und seinen Charakter wechseln" "du hättest ihn wenigstens [ausgewürfelt] im Kampf sterben lassen") und waren ziemlich unzufrieden damit, sich "auch noch um die Leiche kümmern zu müssen" bzw. das ich "entschieden" habe, wer was bekommt.

Damit der Hintergrund des Charakterwechsels klar wird: Ursprünglich war ich der SL der Runde - über einen Zeitraum von einem Jahr, wöchentlich 3-4 Stunden - und der Charakter eine Nebenfigur, die lange Zeit mit den SCs in einer Karawane mitgereist ist. Darum hatte ich auch eine Figur entworfen, die nur teilweise aufs Abenteurerleben ausgelegt war.
Eine Zeitlang ging es trotzdem gut, bis wir von Storytelling zu eher klassischen Kampfmissionen gewechselt sind; und der Charakter nur noch das lästige fünfte Rad am Wagen war. Nach mehreren Reinfällen als Abenteurer - weil er effektiv außer Zusehen kaum etwas konnte - hatte ich irgendwann die Nase voll. Es bot sich - nach einem Cliffhanger letzte Woche - die Gelegenheit, die Figur episch sterben zu lassen und eine andere, am nächsten Spielabend einen neuen Charakter einzuführen.

Lange Rede, wenig Sinn. Meine Fragen sind jetzt folgende:
Seid ihr auch der Meinung, ein Charakter muss bis zum bitteren Ende gespielt werden - ob er noch Spass macht oder nicht?
Ist ein geskripteter Tod ein Stilbruch?
Darf ein neuer Charakter erst Wochen später eingeführt werden - um den Spieler zu "bestrafen" der wechseln will?

Acg ja, sonst könnt ihr natürlich auch euren Senf dazu abgeben *g*
Zu meiner art zu spielen, würde es nicht passen - und wäre von dem Abend ziemlich gelangweilt.

Aber darum dürftest Du trotzdem den Charakter wechseln, der alte kann sich ja auch anderweitig zurückziehen.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: SeelenJägerTee am 17.11.2010 | 12:39
Was man vlt. hätte besser machen können ist das Testament zusammen zu machen.
Also auf Metaebene kann jeder mal sagen was er denn gerne von den Ausrüstungsgegenständen hätte und so kommt es dann ins Ingame-testament.

Und ansonsten sollen sie sich mal nicht so anstellen.
Ich würde ihnen mal klar machen, dass du jetzt einen Monat nur daneben gesessen bist und keinen Einfluss am Spiel hattest was sich negativ auf den Spielspaß auswirkt. Dann sollte es ja wohl irgendwie zu verkraften wenn sie diesen kleinen Spaßkiller schlucken müssen, damit dir wenigstens - nach einem Monat - der Abgang des Charakters Spaß macht.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Skele-Surtur am 17.11.2010 | 12:53
Also so weit ich das rauslese finde ich den Tod des Charakters eine völlig legitime Aktion, die ich als SL mit einem Spieler so auch durchgezogen hätte. Ich kann die Unzufriedenheit der Mitspieler nicht nachvollziehen. Es wäre vielleicht mal nützlich von einem von denen zu hören, was ihn/sie denn explizit daran gestört hat.
Im übrigen ist es völlig legitim, dass ein Charakter ein Testament mit sich herum trägt. Sich darüber zu beschweren, dass der verstorbene Spieler entscheidet, wer was bekommt empfinde ich rundheraus als Unverschämtheit.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: SeelenJägerTee am 17.11.2010 | 13:01
@ Surtur
Dem Eingangspost entnehme ich implizit, dass die Mitspieler fordern dem Wechselwünschler erst mal einige Sitzungen Lang die Teilhabe als Strafe zu entziehen, das empfinde ich auch als Frechheit.
Dass sie es offenbar nicht gestört hat, dass er über 5+ Sitzungen lang unbeteiligt neben dran sitzt ist irgendwie auch eine Frechheit.

Nur aus seiner Schilderung (die Gegendarstellung der Gruppenmitglieder haben wir ja nicht) beschleicht mich das Gefühl einer Gruppe im Egotrip. Die sich schon so daran gewöhnt hat, dass er nix zu melden hat, dass sie jetzt beim wenigstens epischen Abgang sich um ihr Recht betrogen fühlen.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Ludovico am 17.11.2010 | 13:14
Mich würde mal ein Kommentar eines anderen Mitglieds der Gruppe interessieren, denn je öfter ich Rabenmunds Äußerungen lese, desto eher drängt sich mir die Anwendung von Regel 0 auf... was nach einer derart langen Spieldauer aber unwahrscheinlich ist.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Joerg.D am 17.11.2010 | 13:23
Wenn irgendwelche Spieler eine Bestrafung eines Spielers verlangen, der seinen Charakter in Absprache mit mir als SL sterben lässt, dann höre ich auf für sie zu leiten.

Der Wille einer Gruppe geht nie über die getroffenen Absprachen mit dem SL, seine Entscheidung ist bei mir indiskutabel.

Wenn die Gruppe etwas anders will, dann soll sie selber leiten.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Bock-Creation am 17.11.2010 | 13:30
Sehe ich auch so Schlachter
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Nachtfrost am 17.11.2010 | 13:48
Seid ihr auch der Meinung, ein Charakter muss bis zum bitteren Ende gespielt werden - ob er noch Spass macht oder nicht?

Nein, überhaupt nicht. Es ist ein Spiel, du betreibst es zu deinem Vergnügen. Wenn du keinen Spaß hast den Charakter zu spielen, dann hör auf damit. Es ist völlig legitim den Char in Ruhestand zu schicken, oder in Absprache mit dem SL sterben zu lassen. Entgegen anderer Aussagen hier bin ich nicht der Meinung, dass man zum Ableben seines eigenen Chars sich mit dem Rest der Gruppe absprechen muss. a, weil es deine Spielfigur ist und b, weil so ein Ereignis unangekündigt einen denkwürdigen Knalleffekt in einer Kampagne bilden kann. (Auch wenn es deine Spieler anders gesehen haben)

Zitat
Ist ein geskripteter Tod ein Stilbruch?

Kommt auf den Spielstil an. In einer weitgehend gamistisch orientierten Runde kann ein Tod, der nicht auf einem Regelmechanismus (Kampf, Falle etc.) tatsächlich ein Stilbruch sein.
Bei Erzähl- oder Simrunden lässt sich der geskriptete Tod leichter einfügen.

Zitat
Darf ein neuer Charakter erst Wochen später eingeführt werden - um den Spieler zu "bestrafen" der wechseln will?

Nein! NEIN! Wollen deine Mitspieler dich jetzt dissen? Wie sind die den drauf? ("This is a serious game")
In einer erwachsenen Spielrunde sollte so etwas wie "Strafe" nie auf den Tisch kommen. Andernfalls: Regel 0
Wie soll sich das denn auch darstellen? Wirst du die nächsten 3 Spielabende einfach nicht eingeladen?


In meinen früheren Zeiten hatten alle Spieler mehrere Chars und es wurde am Anfang des Abenteuers abgesprochen, welcher gespielt wird. Heutzutage betreiben wir auch eher Kampagnenspiel, so dass immer mit den gleichen Charakteren weiter gespielt wird. Aber gelegentlich wechselt ein Spieler auch heute noch während der Kampagne den Charakter und es ist nie ein Problem. (in der Regel wird der alte Char nicht gleich getötet)
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter sterben freiwillig sterben?
Beitrag von: Elden am 17.11.2010 | 13:55
Wenn deine Gruppe dich bestrafen will, sind die Leute doof. Und hey, wer ausser dir soll denn bitteschön das Testament deines Charakters schreiben?
Komische Truppe.
Auch meine Meinung. Es gibt doch ne Menge gescriptete Events in einem Abenteuer, der Trick ist nur, es nicht so auszusehen lassen.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Joerg.D am 17.11.2010 | 14:37
Selbst wenn es um eine Hardcore Würfelrunde ging, habe ich den Wunsch meiner Spieler und Mitspieler ihren Charakter zu wechseln immer respektiert.

Ludovico hat öfter mal Charaktere verschlissen. Das war zwar manchmal blöd, weil man Charaktere für größeres eingeplant hatte, doch meiner Meinung nach sollte man den Wunsch immer respektieren.

Meine Gruppen haben mit so etwas auch noch nie Probleme gehabt.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Ludovico am 17.11.2010 | 14:51
Hör auf Dich zu beschweren. Ohne diese Charaktertode wärst Du auf dem Meisterstuhl jämmerlich verhungert.  ;D
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Chief Sgt. Bradley am 17.11.2010 | 15:05
Epischer Abgang, Heldentod mit Testament und somit also Gimmicks und/oder Geld für die Gruppe mit Stimmung und Atmosphäre?
Und die beschweren sich auch noch wtf?

 :gutschein:

|:(( Die sollten sich was schämen, jawohl! Schämt euch ihr Gruppenrest und zwar alle! |:((

Soo...das musste mal raus.

Ich würde jetzt wirklich sehr gerne mal was vom Rest der Gruppe hören.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: ErikErikson am 17.11.2010 | 15:14
Die trauen sich zu Recht nicht her.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Chief Sgt. Bradley am 17.11.2010 | 15:17
Dies ist verständlich, denn die Kacke dampfet nun sehr ;)
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Blizzard am 17.11.2010 | 15:21
@Rabenmund: Klar darf ein eigener Char freiwillig sterben. Warum auch nicht? Immerhin ist er dein geistiges Eigentum, und daher entscheidest du in dem Falle, was mit ihm passiert. Und da du das auch noch mit dem SL abgesprochen hast, verstehe ich das Genötzle deiner Mitspieler nicht so ganz. Waren sie denn in deine Charakteropferungspläne nicht eingeweiht? Gut, vielleicht hättest du sie einweihen sollen(falls das nicht der Fall war-und so klingt es)anderererseits: Was hätte es an der Situation geändert? Hätte es überhaupt was geändert? Im schlimmsten Fall hätten sie deinen Charakter gerettet, wer weiss...
Hast du denn davor dem SL und/oder den anderen Mitspielern mal gesagt, dass dir das Spielen des Charakters keinen Spass mehr macht? Oder hat das mal jemand von denen angesprochen?

Dann halte ich es nicht für stillos sondern für stilvoll, einen Charakter gescripted abtreten zu lassen. Denn gerade das besagte Script gewährleistet einen würdevollen Abgang des Charakters oder zumindest einen nach den Vorstellungen des Spielers- Railroading hin oder her, das wäre für mich ein gutes Beispiel für Railroading. Einen neuen Charakter würde ich möglichst zeitnah einführen-wozu warten?- damit die anderen sich möglichst schnell an den gewöhnen können (oder auch nicht >;D). Und mit dem Testament haben die anderen Charaktere ja sozusagen auch noch was vom Tod deines Charakters. Da sollten sie lieber dankbar sein, anstatt sich über Banalitäten wie vermeintlich geklautes Spotlight zu beschweren. Wenn sich da einer drüber beschweren dürfte, dann doch wohl eher du bzw. dein Charakter.Dass man an Abenteuern, die sich mal so gar nicht für den Charakter eigenen, keinen Spass hat, ist nur zu verständlich. Hier trifft imho den SL eine Mitschuld, weil er die Abenteuer offensichtlich so umgestaltet oder umgewichtet hat, dass dein Char wohl meistens darin deplatziert oder überflüssig war. Hast du das dem SL mal gesagt? Und dass deine Mitspieler dich jetzt dafür abstrafen wollen...reden wir von einer Gruppe Erwachsener oder einem Kindergarten? Wie gesagt, ich kenne die Gruppe nicht, aber für mich klingt das alles danch, als ob es für dich an der Zeit wäre, da deinen Hut zu nehmen. Einfach so, auch wenn das den anderen dann stillos vorkommen mag.
Zum Schluss noch Interessehalber: Welches System habt ihr gespielt?

@Ludovico&andere: Ich vermute stark, dass keiner von Rabenmunds Mitspielern aus besagter Runde hier im :T: registriert ist, von daher sieht das wohl eher schlecht aus, dass sich einer von denen hier mal schriftlich zu Wort meldet.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Merlin Emrys am 17.11.2010 | 15:21
Da bekommt dann jemand eine coole Szene ohne dafür etwas "geleistet" zu haben.
Und worin besteht die Leistung, wenn sie einen dazu verdammt, untätig 'rumzusitzen? Ist nicht, den anderen geduldig ihre tollen Momente gegönnt zu haben, nach einer gewissen Zeit wenigstens 5 min eigene Zeit (mal einmal für sich) wert?

Irgendwann ist halt mal gut mit "Klar, amüsiert Ihr Euch mal, ich warte solange..."
Aber dann berühert es schon unangenehm, wenn die anderen sich dermaßen neidzerfressen zeigen, daß sie Sanktionen fordern...

Edit:
Was mir gerade noch eingefallen ist... kann es sein, daß sie gar nicht die Vergangenheit, sondern die Angst vor der Zukunft bewegt hat? Kann es sein, daß sie fürchten, wenn Du nicht mehr brav das "fünfte Rad am Wagen" spielst, sondern Dich selbst mehr einmischt, daß Du mit Deiner Erfahrung als Spielleiter sie in den Schatten stellst?
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Joerg.D am 17.11.2010 | 15:22
Hör auf Dich zu beschweren. Ohne diese Charaktertode wärst Du auf dem Meisterstuhl jämmerlich verhungert.  ;D

Das waren die wo dich die Würfel umgebracht haben, damit Du für die Gruppe Dürüm holen gehst. Sprichwort Abreiß Charakterbögen.

Du hast den Char auch so mal ganz gerne gewechselt und ich nie gemeckert.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Rabenmund am 17.11.2010 | 15:37
Das mit dem "Spielverbot" hat sich inzwischen geklärt... es kam auch nur von dem Spieler des "besten Freundes" der sich in dem moment als "Gruppensprecher" aufgeführt hat. Er war einfach nur geschockt das mein Chara tot ist - und wurde dann bockig ;)
Und das ist ok, wir haben geredet und geklärt...und ja, als es zur Sprache kam fand ich die Forderung auch unverschämt.

Zur Frage der Charaktertode: Ein Charakter starb einmal vorher... allerdings in dem Fall a) Ausstieg des Spielers aus der Runde und b) gewürfelt. War noch nicht lange dabei, keine magischen Items, wenig Besitz. Er wurde dann begraben...

Und nein, es gibt weder so etwas wie einen Gruppenvertrag, noch irgend welche anderen bindenden Vereinbarungen. Zu Beginn wurde die Welt in ein paar Sätzen beschrieben "habt ihr auf so was Lust", und kurz, welche Grundidee hinter dem Ganzen steckt. Aber bitte keine Diskussion jetzt darüber - oder macht ein neues Thema auf ;)
Das heisst natürlich auch, es gibt auch keine Absprache für eine solche Situation... das wurde zwischen mir und dem SL geklärt - da der SL das letzte Wort hat bei uns sehe ich das als das kleinste Problem.

eine Schuldzuweisung sollte das nicht sein - weder Tod noch Testament - sondern einfach die elegantere Form des Abtretens als "ich stürz mich in jedes Schwert, und es müssen dauernd Ressourcen verbraten werden um mich zu heilen". Und ja, ein Testament ist eine gewisse Verpflichtung. Wie "im richtigen Leben".
Beerdigt ist er noch nicht, sie sind auf dem Weg dorthin...

Zum neuen Chara - auf den werden sie zu Beginn des nächsten Spielabends treffen. Zur Frage von stärker /schwächer: Gewürfelt schlechtere Attribute, da besser ans Abenteurerleben angepasst steht er trotzdem effektiv besser da. Der andere war ein Experiment, es hat als Abenteurer nicht funktioniert ist aber eine schöne Idee für NSCs.


Die Szene:
Die taktische Situation mit der getrennten Gruppe wurde von "denen" schon geschaffen, als sie vor einer Woche sagten "du bleibst mal hier oben und hälst Wache, wir erkunden dann mal". Als sie dann eine magische Falle fanden - auf deren Ausschalten der Chara spezialisiert ist - machten sie einfach mal die Tür auf und stiefelten durch. Dadurch haben sie einen starken Gegner aktiviert, der - wieder - mit Hilfe meines alten Charas leichter zu besiegen gewesen wäre (Magie um speziell mit soo was fertig zu werden war da); statt dessen ging ein anderer SC beinahe drauf, und ich durfte eine Stunde lang dem Kampf zuhören.
Meine Figur war im übrigen 2 Stockwerke darüber - recht fix zu erreichen.

Der Tod meines Charas: der schwerstverletzte kam nach oben gerannt, wurde auf dem Weg nach unten magisch geheilt (im Rahmen meiner Möglichkeiten). Wir liefen in eine Gruppe von 30 (schwachen) Untoten woraufhin meiner den anderen bat, ihm Zeit zu verschaffen. Meine Figur "sog" dann die "Energie" der Untoten
in sich hinein und mumifizierte (ohne untot zu werden)....wurde im Wechsel mit den anderen Kampfszenen der Gruppe geschildert, also kein "Timefreeze". Der andere Spieler war dabei und konnte sich durch einen Teil der Untoten holzen - ist aber auch normal, sobald er im Kampf ist, ist ihm die restliche Welt egal.

wobei man sagen muss, die sache mit den untoten ist auf dem mist des meisters gewachsen; nach meinem Geschmaćk wäre eher ein kurzes, knackiges Magierduell gewesen, bei dem er schlicht und einfach den kürzeren zieht trotz Counterspell - und noch etwas vom Testament röchelt....


So, dabei belass ich es erst mal... mir tut schon die Hand weh vom linkshändigen Tippen - Arm ausgekugelt am Freitag :(
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Abd al Rahman am 17.11.2010 | 16:03
Meine Meinung ist ganz einfach:

Charaktertod, ja klar!
Charakterwechsel, ja klar!
gescripteter Charaktertod, absolut nein!

Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: ErikErikson am 17.11.2010 | 16:16
Meine Meinung ist ganz einfach:

Charaktertod, ja klar!
Charakterwechsel, ja klar!
gescripteter Charaktertod, absolut nein!



Und ähm, weshalb? Weshalb so absolut? Muss ich jetzt alle meine Chars friedlich entsorgen, wenn ich kein Bock mehr auf sie habe?
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: SeelenJägerTee am 17.11.2010 | 16:24
Nein du bekommst einen Brief von deinem Bruder, mit dem gehst du dann alleine auf die Jagd ins Gebirge (also mit deinem Bruder, nicht dem Brief), dort trefft ihr eine Kreatur, die selbst Drachen zum Frühstück platt macht.
Du sagst zu deinem geliebten Bruder "Ach, Franz, lauf! Es ist ein Lhurgoyf!".
Das ende deines Charakters wird dann völlig ungescriptet ausgewürfelt.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Teylen am 17.11.2010 | 17:19
"Nicht Geskriptet" heisst doch eigentlich nur das kein geskripteter Plotblindflug gewuenscht ist.
Der Charakter kann sich immer noch von einer Bruecke, in das eigene Messer oder in das Messer oder Maul des Gegners stuerzen oder einen Herzinfarkt kriegen oder sonst was.

[Wobei ich die Szene hier nicht als geskriptet bezeichnen wuerde]
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Christoph am 17.11.2010 | 17:26
Wenn ein Spieler seinen Char in den Tod schickt, dann sollte er auch das Recht haben zu bestimmen wie er stirbt.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Bad Horse am 17.11.2010 | 17:42
Finde ich auch. Der darf das auch selber - oder in Übereinkunft mit dem SL - skripten.

Haben wir auch schon öfter gehabt... manchmal ist ein Char eben "fertig", oder ein Spieler verlässt die Runde und will noch mal richtig auf den Putz hauen, oder der Char passt nicht mehr so gut - was auch immer. Wir haben sogar einmal eine Selbstmordszene (inkl. rechtzeitiger Rettung) geskriptet, das fand ich sehr cool.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Joerg.D am 17.11.2010 | 17:43
Wenn ein Spieler seinen Char in den Tod schickt, dann sollte er auch das Recht haben zu bestimmen wie er stirbt.



Er kann in Absprache mit dem SL bestimmen, wie der Charakter stirbt.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Rabenmund am 17.11.2010 | 18:00
Schlachter, ich glaub so hat ers auch gemeint  ;)
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Joerg.D am 17.11.2010 | 18:06
Kann angehen, aber so wie es da steht ist es halt für mich nicht akzeptabel.

Sonst fangen meine Spieler gerne mal an, etwas im Plot zu ändern, dass dem Rest der Gruppe gut gefällt. Dann wird der eigentlich storylastige Tod als taktische Komponente benutzt (ist schon vorgekommen). Der Spieler kann gerne ne große Show mit 10 -15 Minuten Spotlight bekommen, aber volle Gestaltungsrechte erhält auf keinen Fall.

Er kann mich ja von seiner Idee überzeugen.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Rabenmund am 17.11.2010 | 18:28
back 2 topic?
Ich stimme dir zu, mehr gibt es von meiner Seite her nicht zu sagen :)
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: DARTH EVI am 17.11.2010 | 22:11
Also einen gescripteten Characktertod finde ich absolut nicht in Ordnung!

Man hat vielfältige Mittel einen Charackter abzustoßen, wenn sich eine Situation ergibt in der ebenjener Char sterben kann , zum beispiel um den anderen Spielern eit zu verschaffen bei einer Flucht vor einem Aussichtslosen Kampf, (ich hatte mal so eine Szene und wir hätten es auch schaffen können so zu fliehen aber durch ein zwei Patzige Würfel und einer waren Übermacht an Untoten entschied ich mich meinen Paladin einen auf Last Man standing zu machen und den anderen etwas Zeit zu erschaffen, rein aus der Story heraus ohne Script, und das sind unvergessliche Momente)

Andere Möglichkeiten wären das er sich zur Ruhe setzt oder einfach andere Wege zieht, was ihn immer noch als kleinen Sidekick im Spiel lässt wo man auch immer wieder drüber stolpern kann, find ich die bessere Lösung in deinem Fall wenn der Char von Anfang an eh so geplant war.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: SeelenJägerTee am 17.11.2010 | 22:38
Ja toll die Entscheidung des SLs ob da eine nicht zu überwältigende Gegnermasse kommt ist ja in den meisten Fällen auch vom Scripten so verschieden.
Es mag Situationen geben in denen dem SL aus Plausibiltätsgründen nix anderes übrig bleibt weil die SC z.B. ein Schwarmschiff der Tyraniden im Alleingang entern. In dem Meisten Fällen jedoch ist die Gegnerzahl ja willkürlich (nicht im negativen Sinne zu sehen) vom SL festgelegt, weil er dies aus abenteuerdesigntechnischen Gründen so haben will.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Rabenmund am 18.11.2010 | 02:26
Das dort eine Kammer voll Skelette (mit genauer Anzahl) war wußten sie/wir übrigens schon letzte woche... da die Viecher noch "inaktiv" waren wurden sie erst mal ignoriert...
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: McCoy am 18.11.2010 | 08:36
Bin ich der einzige dem die obig beschriebene Szene komisch vorkommt?
@Rabenmund: ist das normal das du einfach mal eben so auf dem Abstellgleis geparkt wurdest? So wie du das beschreibst hatte dein Char doch durchaus seine "daseinsberechtigung".

Es kommt mir auch so vor als ob es den anderen nur ums kämpfen, metzeln, wasweissichkaputthauen geht. War das schon immer so in der Gruppe oder hat sich das eingeschlichen?
Hört sich meiner Meinung nach nicht nach viel Spaß an...
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 18.11.2010 | 10:50
Und worin besteht die Leistung, wenn sie einen dazu verdammt, untätig 'rumzusitzen? Ist nicht, den anderen geduldig ihre tollen Momente gegönnt zu haben, nach einer gewissen Zeit wenigstens 5 min eigene Zeit (mal einmal für sich) wert?

Ich hab ja nicht gesagt, dass das in Ordnung ist. Nur ist es m.E. auch ein falscher Ansatz ein Unrecht mit einem anderen Unrecht ausgleichen zu wollen. Und herbeierzählte "Awesomeness" hat für mich den Beigeschmack von Selbstbeweihräucherung.

Allerdings finde ich die Szene, wie sie jetzt geschildert wird, gar nicht so furchtbar episch. Ich kann mich zwar immernoch nur schwer mit so einem Opfertod anfreunden, aber ich hatte mir da jetzt viel mehr Brimborium und künstliche/schnulzige Dramaturgie vorgestellt.

Was mir gerade noch eingefallen ist... kann es sein, daß sie gar nicht die Vergangenheit, sondern die Angst vor der Zukunft bewegt hat? Kann es sein, daß sie fürchten, wenn Du nicht mehr brav das "fünfte Rad am Wagen" spielst, sondern Dich selbst mehr einmischt, daß Du mit Deiner Erfahrung als Spielleiter sie in den Schatten stellst?

Das halte ich für etwas sehr weit hergeholt.

Bin ich der einzige dem die obig beschriebene Szene komisch vorkommt?

Nein, bist du nicht. Spieler-SC irgendwo fremdbestimmt zu parken und den Spieler damit auf unabsehbare Zeit aus der Handlung zu nehmen ist irgendwie asozial. Das würde ich als Spieler nicht mitmachen und als SL auch nicht.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: slyver am 18.11.2010 | 11:16
hm, also generell darf der Chara natürlich sterben wenn der Spieler es will, und generell kann der Spieler dann auch anbringen wie er seinen Chara töten will. Aber es sollte halt mit dem Rest der Gruppe besprochen werden.

Abgesehen davon finde ich die Beschreibung der Runde eher etwas abschreckend, aber wie du mit denen spielen willst etc ist ja deine Sache also sag ich dir ned daß es uU ned schlecht wär ne neue Gruppe zu schmieden oder generell was zu ändern ;-)

ciao
slyver
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Joerg.D am 18.11.2010 | 11:24
Also einen gescripteten Characktertod finde ich absolut nicht in Ordnung!

Für mich erschreckend, dass Du als SL so wenig Respekt vor den Wünschen deiner Spieler hast. Aber solange es ihnen Spaß macht....
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Pyromancer am 18.11.2010 | 11:38
Für mich erschreckend, dass Du als SL so wenig Respekt vor den Wünschen deiner Spieler hast. Aber solange es ihnen Spaß macht....

Ich finde das gar nicht erschreckend, sondern im Gegenteil eine ganz normale Einstellung zum Spiel - nicht die einzig denkbare, aber doch eine vernünftige.

Wie unterscheidet sich denn prinzipiell eine gescriptete Szene, in der mein Charakter stirbt, von einer gescripteten Szene, in der mein Charakter den Drachen erschlägt, die Prinzessin rettet und mit dem Schatz abhaut? Richtig: Gar nicht.

"Wir erzählen uns gegenseitig, was unsere Charaktere so tolles tun" ist für manche vielleicht eine legitime Spielweise, genauso legitim ist es aber, zu fordern, dass wichtige Sachen ausgespielt und ausgewürfelt werden. Und im Normalfall fällt da der Charaktertod darunter.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Greifenklaue am 18.11.2010 | 11:39
Für mich erschreckend, dass Du als SL so wenig Respekt vor den Wünschen deiner Spieler hast. Aber solange es ihnen Spaß macht...
Wenn alles in der Kampagne zufallsentschieden und ergebnisoffen ist, fände ich es auch nicht gut, etwas in dieser Kampagne zu skripten.

Das heißt aber nicht, dass man nicht auf den Wunsch des Spielers - in Kontext zu Spielstil und Kampagne - eingeht.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Sashael am 18.11.2010 | 11:56
Wie unterscheidet sich denn prinzipiell eine gescriptete Szene, in der mein Charakter stirbt, von einer gescripteten Szene, in der mein Charakter den Drachen erschlägt, die Prinzessin rettet und mit dem Schatz abhaut? Richtig: Gar nicht.
Ähm ... doch? Im Endergebnis?

Ich finde, es gibt schon einen eklatanten Unterschied, ob der SC nun der strahlende Held des Tages oder tot ist.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Skele-Surtur am 18.11.2010 | 12:02
Ich finde, es gibt schon einen eklatanten Unterschied, ob der SC nun der strahlende Held des Tages oder tot ist.

...oder beides. ;)
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Tjorne am 18.11.2010 | 12:06
"Wir erzählen uns gegenseitig, was unsere Charaktere so tolles tun" ist für manche vielleicht eine legitime Spielweise, genauso legitim ist es aber, zu fordern, dass wichtige Sachen ausgespielt und ausgewürfelt werden. Und im Normalfall fällt da der Charaktertod darunter.

Es ist allerdigns häufig so, dass Spieler durch "Opfer" irgend einer Art einen Metaeinfluss auf das Spiel nehmen können. Das Leben des SC ist ein zeimlich großes Opfer und rechtfertigt deshalb (wenn man so etwas überhaupt zulässt) durchaus einen Einfluss auf die Art des Sterbens.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: SeelenJägerTee am 18.11.2010 | 12:06
Wenn alles in der Kampagne zufallsentschieden und ergebnisoffen ist, fände ich es auch nicht gut, etwas in dieser Kampagne zu skripten.
[...]
Aber selbst in einer ergebnisoffenen Runde definiert der SL willkürlich die Gegnerzahl und sei es nur weil er sagt hier kommen 1w10 oder 10w4+5 Wachen.
Das heißt die Situation einer Übermacht gegenüberzustehen in der sich ein Charakter für die Gruppe opfert kann auch hier herbeigeführt werden ohne einen "Stilbruch" hervorzurufen.
Wenn die Charaktere erst mal 100 Gardisten gegenüberstehen ist es nur noch Formsache auszuwürfeln und nicht zu skripten.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: sir_paul am 18.11.2010 | 12:13
Es ist allerdigns häufig so, dass Spieler durch "Opfer" irgend einer Art einen Metaeinfluss auf das Spiel nehmen können. Das Leben des SC ist ein zeimlich großes Opfer und rechtfertigt deshalb (wenn man so etwas überhaupt zulässt) durchaus einen Einfluss auf die Art des Sterbens.

Das Leben des SC's ist kein großes Opfer wenn die Grundlage für den Tod "kein Bock mehr auf diesen Char" ist.

Kann passieren, ist auch nicht schlimm. Niemand (auch ich nicht) zwingt den Spieler dazu seinen Charakter weiter zu spielen, aber ein Anrecht auf Heldentod hat so ein Spieler/Charakter bei mir nicht.

Du hast keinen Bock mehr auf deinen Charakter, dann schick ihn halt in Rente.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: ErikErikson am 18.11.2010 | 12:17
Ich verstehe. Spotlight gibts nicht umsonst, das muss man sich immer verdienen. Das ist zwar IMHO ein Paradigma, das ich nur in sehr speziellen Spielen anwenden würde, aber ich kann es zumindest nachvollziehen.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 18.11.2010 | 12:18
Das Leben des SC's ist kein großes Opfer wenn die Grundlage für den Tod "kein Bock mehr auf diesen Char" ist.

Genau. Es wird etwas weggeworfen, dass man ohnehin nicht mehr wollte. Ich sehe da keinen Verzicht, den man anerkennen könnte.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Pyromancer am 18.11.2010 | 12:26
Aber selbst in einer ergebnisoffenen Runde definiert der SL willkürlich die Gegnerzahl und sei es nur weil er sagt hier kommen 1w10 oder 10w4+5 Wachen.
Das heißt die Situation einer Übermacht gegenüberzustehen in der sich ein Charakter für die Gruppe opfert kann auch hier herbeigeführt werden ohne einen "Stilbruch" hervorzurufen.
Wenn die Charaktere erst mal 100 Gardisten gegenüberstehen ist es nur noch Formsache auszuwürfeln und nicht zu skripten.

Nein, eben nicht. Da können die anderen Charaktere sich ergeben und den "Lebensmüden" mit Gewalt davon abhalten, zu kämpfen. Oder der Zauberer kann sich an die Teleport-Spruchrolle erinnern und die ganze Gruppe rausteleportieren. Oder der Charakter würfelt saugut und besiegt die Hundertschaft. Oder die gesamte Gruppe beschließt, einen auf Nibelungen zu machen und stellt sich zum letzten Gefecht. Oderoderoder. Spiel eben, im Gegensatz zu "dahererzählen".

Ich hab nichts gegen eine Spielweise, wo man seinen Heldentod herbeierzählen kann. Aber der Gegenstandpunkt ist meiner Meinung nach auch valide.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: ErikErikson am 18.11.2010 | 12:33
Dann kann die lustige Situation entstehen, das man seinen Charakter unaufällig umbringen versucht. Das hab ich mal gemacht, und das war a) sauschwer und b) nervig hoch drei. Vor allem wenn die anderen Spieler mächtiger sind, du nur dich und nicht die anderen killen willst oder der SL dich am Leben halten will ist das praktisch ein Ding der Unmöglichkeit.

Die Situation wo man in einem Heldenspiel offen seine Charakter ungeskriptet umbringt hab ich noch nie erlebt. Da muss ja erstmal aus der Charsicht raus, denn ein Held ist ja seltenst suizidal. Das was da noch am ehesten rankommt ist so ein Fanatiker der sich in jede Gefahr stürzt und dann irgendwann schon darin umkommt. Kenn ich auch, und ist ganz lustig.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Joerg.D am 18.11.2010 | 12:33
Zitat
Wie unterscheidet sich denn prinzipiell eine gescriptete Szene, in der mein Charakter stirbt, von einer gescripteten Szene, in der mein Charakter den Drachen erschlägt, die Prinzessin rettet und mit dem Schatz abhaut? Richtig: Gar nicht.

Für mich durch das Prinzip der Achtung des Spielspaßes des oder der Spieler, also ganz gewaltig.

Oder besser gesagt: In der Relevanz zum Abenteuer und dem Herausforderungsgrad, den der Rest der Gruppe wünscht. Hier hat ein Spieler seinem SL gesagt: "Bitte lass meinen Charakter sterben, denn er macht mir keinen Spaß mehr." Er verbindet mit seinem Tod keine Handlungen oder Forderungen, die den Abenteueranteil oder Spielspaß der anderen Spieler übermäßig beeinflussen (sehen wir mal von der eventuellen Anpassung der Gegner vor, die einige SL vornehmen würden).

Oder Kurz: Scripten ist schlecht, wenn Spielerentscheidungen und Wünsche entwertet werden. Beim Drachen wäre das in vielen Runden der Fall, weil sie ihn halt im Spiel erledigen wollen.

Der Spieler kann sich auch hinsetzen und sagen, ich stürze mich in mein eigenes Schwert oder ich verlasse die Gruppe oder oder oder. Es geht ihm nicht darum irgendwem  anders aus der Gruppe an den Karren zu pissen oder den anderen Mitspielern das Abenteuer leichter oder schwerer zu machen.

Wenn der Drache in der Szene des Todes auch mit zu Tode geskriptet werden sollte wäre ich dagegen, denn dann wird den anderen Spielern eventuell der Spaß am Kampf  (und dessen Vorbereitung im taktischen und strategischen Sinne) gegen den Gegner versaut. Aber die Entscheidung, was mit dem Charakter des Spielers im Falle von Unlust zu spielen sollte man als SL akzeptieren und ihm eine schöne Abschiedsszene gönnen.

Meine Spieler bekommen auch in den härtesten und tödlichsten Kämpfen immer eine große Szene nach dem Kampf, in der der Charakter sich noch verabschieden kann und sein letztes Spotlight hat. Nur weil man nach den Regeln spielt heißt es nicht, dass man den Spielern nicht die Chance zum Rollenspiel geben kann.

Für mich gehören halt Rolle und Spiel zum Rollöenspiel und nicht nur das Spiel, denn dann würde ich Table Top spielen, da sind die Regeln für die Kämpfe IMHO besser.

Da bin ich dann halt Storynutte und empfinde das auch als sinnvoll, genau wie Testamente oder Wünsche, die meine Gruppe eventuell in andere Gegenden oder zu neuen Abenteuern führen.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Sashael am 18.11.2010 | 12:34
Ich finde einen einfach verschwundenen oder berenteten SC langweiliger als einen, der dramatisch draufgeht. Ich stelle also mal die Behauptung auf, dass ein Spieler, der seinen SC dramatisch und stilvoll abtreten lässt, den anderen Mitspielern sogar noch einen Gefallen tut, indem er ihnen einen erinnerungswürdigen Moment schenkt. Weiterhin stelle ich die Behauptung auf, dass ungeskriptete "ehrlich erspielte" Charaktertode in (zu) vielen Fällen nur zu einem "Oh ... schade. Dumm gelaufen. Naja ... NEXT!" führen.

Nein, eben nicht. Da können die anderen Charaktere sich ergeben und den "Lebensmüden" mit Gewalt davon abhalten, zu kämpfen. Oder der Zauberer kann sich an die Teleport-Spruchrolle erinnern und die ganze Gruppe rausteleportieren. Oder der Charakter würfelt saugut und besiegt die Hundertschaft. Oder die gesamte Gruppe beschließt, einen auf Nibelungen zu machen und stellt sich zum letzten Gefecht. Oderoderoder. Spiel eben, im Gegensatz zu "dahererzählen".
Und all das versaut dem sowieso schon von seinem SC gefrusteten Spieler nicht nur noch mehr den Abend und die Lust aufs Spiel? Möglicherweise? Weil seine Entscheidungen entwertet werden?
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: sir_paul am 18.11.2010 | 12:38
Ich finde einen einfach verschwundenen oder berenteten SC langweiliger als einen, der dramatisch draufgeht. Ich stelle also mal die Behauptung auf, dass ein Spieler, der seinen SC dramatisch und stilvoll abtreten lässt, den anderen Mitspielern sogar noch einen Gefallen tut, indem er ihnen einen erinnerungswürdigen Moment schenkt.

Ach hör doch auf, die anderen Spieler werden auch wissen warum der Charakter gerade so dramatisch stirbt (kein Bock mehr drauf) und dieses Wissen wird der Szene das meiste der Dramatik nehmen. Da wir mir als Mitspieler nichts aber auch gar nichts mit Geschenkt...
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Joerg.D am 18.11.2010 | 12:40
Wenn alles in der Kampagne zufallsentschieden und ergebnisoffen ist, fände ich es auch nicht gut, etwas in dieser Kampagne zu skripten.

Das heißt aber nicht, dass man nicht auf den Wunsch des Spielers - in Kontext zu Spielstil und Kampagne - eingeht.
(Hervorhebung von mir)

Das hast Du schön gesagt.

Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Sashael am 18.11.2010 | 12:42
Ach hör doch auf, die anderen Spieler werden auch wissen warum der Charakter gerade so dramatisch stirbt (kein Bock mehr drauf) und dieses Wissen wird der Szene das meiste der Dramatik nehmen. Da wir mir als Mitspieler nichts aber auch gar nichts mit Geschenkt...
Na in dem hier vorgestellten Fall ja schon mal nicht und ich hab auch schon so manche Überraschung erlebt. Wieso sollte der Rest der Gruppe denn Bescheid wissen?
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Bock-Creation am 18.11.2010 | 12:47
Wenn ich den Tod auswürfeln müsste, würden wahrscheinlich meine Würfel mal SAU gut würfeln und ich würde noch Spielabende mit einem nicht mehr gewollten Chara verbringen.

Als SL würde ich da nichts würfeln. Da kommtne gut Story zum Ableben rein oder vielleicht (je nach Wunsch) nen Sonderauftrag oder sowas halt.
Es ist jetzt egal ob Tot oder kurz verreist. Solange es ins Spiel passt.

Die Idee mit dem Testament fidne ich ne coole Sache. Ich weis aber net ob ich das als SL durch gingen liese. Und wenn dann nur das eine mal. Sonst kann das ja jeder machen und ein neuer Chara hat schon Ausrüstung des alten usw.
Aber das sich aus dem Testament noch ne Verpflichtung hervorgehoben hat und man damit noch nen neben Abenteuer reinwerfen kann ist auch für einen Spielleiter eine gute Sache (vorallen wenn man sich dauernd Abenteuer ausdenken muss)
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Pyromancer am 18.11.2010 | 13:03
Und all das versaut dem sowieso schon von seinem SC gefrusteten Spieler nicht nur noch mehr den Abend und die Lust aufs Spiel? Möglicherweise? Weil seine Entscheidungen entwertet werden?
Könnte, hätte, würde. Wir haben hier aber den ganz konkreten Fall, in dem die Entscheidung, den SC geskriptet sterben zu lassen, den anderen Spielern den Spielspaß verdorben hat. Ganz konkret, ganz unhypothetisch.

Die einzig legitime Entscheidung, die der Spieler in jedem Fall treffen kann ist: "Ich will diesen Charakter nicht mehr spielen." Alles andere ist gruppenabhängig.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Teylen am 18.11.2010 | 13:06
Wir haben auch eine konkrete Situation wo die Spielweise ganz konkret einem Spieler den Spielspass am Charakter vergaellt hat ueber mehrere Sitzungen hinweg. Ganz unhypothetisch.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Pyromancer am 18.11.2010 | 13:10
Wir haben auch eine konkrete Situation wo die Spielweise ganz konkret einem Spieler den Spielspass am Charakter vergaellt hat ueber mehrere Sitzungen hinweg. Ganz unhypothetisch.

Ich schrieb ja schon:
Die einzig legitime Entscheidung, die der Spieler in jedem Fall treffen kann ist: "Ich will diesen Charakter nicht mehr spielen." Alles andere ist gruppenabhängig.

Aus der Existenz des einen (kein Spaß mehr am Charakter) kann man aber nicht einen Anspruch auf das andere (geskripteter Heldentod) ableiten.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Teylen am 18.11.2010 | 13:13
Aus der Existenz des einen (kein Spaß mehr am Charakter) kann man aber nicht einen Anspruch auf das andere (geskripteter Heldentod) ableiten.
Wieso nicht? Das er keinen Spass mehr an dem Charakter hatte lag ja mit in der Spielweise seiner Mitspieler begruendet welche nicht mals dann auf die Lusche zurueck griffen, zum Fallen entschaerfen und Kaempfen, wenn die Lusche in dem Punkt sogar gar nicht schlecht war.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: ErikErikson am 18.11.2010 | 13:14
Wieso nicht? Das er keinen Spass mehr an dem Charakter hatte lag ja mit in der Spielweise seiner Mitspieler begruendet welche nicht mals dann auf die Lusche zurueck griffen, zum Fallen entschaerfen und Kaempfen, wenn die Lusche in dem Punkt sogar gar nicht schlecht war.

Weil er seinen Char genausogut ins Altersheim schicken kann. Er muss ihn nicht stilvoll töten, das ist ein Extra.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Teylen am 18.11.2010 | 13:15
Weil er seinen Char genausogut ins Altersheim schicken kann. Er muss ihn nicht stilvoll töten, das ist ein Extra.
Es ist imho nicht nur ein Extra sondern ein Teil faellige Wiedergutmachung.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Joerg.D am 18.11.2010 | 13:17
Wenn der SL die Sache abgenickt hat, ist der Spielspaß des Restes der Gruppe für diesen Moment aber nebensächlich. Einen Spieler dazu zwingen einen Charakter zu spielen den er nicht mehr mag, mache ich nicht vom Spaß des Restes der Gruppe abhängig.

Es geht hier um eine Szene und nicht um ein ganzes Abenteuer. Im Gesamtkontext der Kampagne gesehen bedeutet dieses Szenario, das 4 Spieler je 15 Minuten keinen Spaß haben wenn es ausgespielt wird, was 60 Minuten Unmut bedeutet.

Die habe ich aber schnell wieder drinne, wenn der eine Spieler mit dem neuen Charakter über einen ganzen Tag Spaß hat.

Merke: Alle Spieler haben ein Anrecht darauf Spaß zu haben und im Zweifel entscheidet halt der SL.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Sashael am 18.11.2010 | 13:17
IAus der Existenz des einen (kein Spaß mehr am Charakter, weil die anderen lieber ihr eigenes Ding durchgezogen haben und ihn aufs Abstellgleis stellten) kann man aber nicht einen Anspruch auf das andere (geskripteter Heldentod) ableiten.
Na aber klar doch!  >;D
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: ErikErikson am 18.11.2010 | 13:20
Es ist imho nicht nur ein Extra sondern ein Teil faellige Wiedergutmachung.

Theoretsich ja, aber ob die Wiedergutmachung überhaupt fälligi ist, das liegt an so vielen Variablen, vor allem Spielstil und Gruppenvertrag. Das macht ein neues Fass auf. Wenn die anderen Spieler sich korrekt verhalten haben, dann fällt der Anspruch weg. Und ob sie sich korrekt verhalten haben können wir nicht sagen.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Teylen am 18.11.2010 | 13:22
Und ob sie sich korrekt verhalten haben können wir nicht sagen.
Doch, das steht da nach zu lesen. Ganz praktisch.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 18.11.2010 | 13:37
Es ist imho nicht nur ein Extra sondern ein Teil faellige Wiedergutmachung.

Insofern ist es also eine Belohnung  bzw. eine Aufwertung, die hergenommen wird, um einen bisherigen Nachteil aufzuwiegen. Das geht prinzipiell in Ordnung (wobei ich die Art der Belohnung diskutabel finde), denn der Spieler soll ja gleichwertig am Spiel teilnehmen.

Das Problem dabei ist aber, dass die anderen Spieler nur sehen, dass einer eine Belohnung bekommt, ohne dass sie einen Grund für eine solche Aufwertung erkennen können, denn sie ergibt sich nicht aus dem Spiel heraus, sondern wird von außen aufdiktiert. Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Großteil der Spieler sich damit einverstanden erklärt hätte, die Benachteiligung (in irgendeiner Form) auszugleichen, wenn man sie darauf aufmerksam gemacht hätte. So aber wurde etwas über ihre Köpfe hinweg arrangiert, das zwar bei genauerer Betrachtung fair sein mag, jedoch auch einer genaueren Betrachtung bedarf, um nicht UNFAIR zu wirken. Den Betroffenen wurde nicht die Möglichkeit gegeben, sich daran zu beteiligen oder ihre Meinung kund zu tun; sie wurden wohl auch nicht darauf aufmerksam gemacht, dass sie einen Fehler machen, und konnten ihn folglich auch gar nicht selbst beheben. Das erzeugt beinahe sicher Frust.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: SeelenJägerTee am 18.11.2010 | 13:39
Theoretsich ja, aber ob die Wiedergutmachung überhaupt fälligi ist, das liegt an so vielen Variablen, vor allem Spielstil und Gruppenvertrag. Das macht ein neues Fass auf. Wenn die anderen Spieler sich korrekt verhalten haben, dann fällt der Anspruch weg. Und ob sie sich korrekt verhalten haben können wir nicht sagen.
Ich denke
- die Goldene Regel: "Was du nicht willst, das man dir an tut, das füg' auch keinem andern zu!"
- und den Grundsatz von "äquivalenter Kompensation", will heißen wenn ich ausversehen oder absichtlich deinen 100 € Schein verbrenne muss ich dir einen von meinen Hunnis geben,
kann man als allgemeingültige Gerechtigkeitsauffassung in Mitteleuropa annehmen.

Sie haben sich vorher durch Gegner gedrückt und einen SC der dafür GEEIGNET gewesen wäre daran nicht haben teilhaben lassen, sondern ihn im Lager geparkt haben.
Da war ihnen der Spielspaß ihres Kameraden auch völlig egal. Das ging wohl schon über Sitzungen so.
Ich denke da ist es vertretbar beim Ableben des (wohl im Wesentlichen durch ihr verhalten) unliebsamen Charakters auf deren Spielspaß zu scheißen.

Also sie haben zuerst gegen die Goldene Regel verstoßen und wenn jetzt die äquivalente Kompensation eingefordert wird (Ich hatte keinen Spaß beim Spielen des SC, dann will ich wenigstens Spaß bei seinem Abgang haben!) dann maulen sie rum, dass das ihrem Spielspaß abträglich ist.



Wenn der SL die Sache abgenickt hat, ist der Spielspaß des Restes der Gruppe für diesen Moment aber nebensächlich. Einen Spieler dazu zwingen einen Charakter zu spielen den er nicht mehr mag, mache ich nicht vom Spaß des Restes der Gruppe abhängig.

Es geht hier um eine Szene und nicht um ein ganzes Abenteuer. Im Gesamtkontext der Kampagne gesehen bedeutet dieses Szenario, das 4 Spieler je 15 Minuten keinen Spaß haben wenn es ausgespielt wird, was 60 Minuten Unmut bedeutet.

Die habe ich aber schnell wieder drinne, wenn der eine Spieler mit dem neuen Charakter über einen ganzen Tag Spaß hat.

Merke: Alle Spieler haben ein Anrecht darauf Spaß zu haben und im Zweifel entscheidet halt der SL.
Was ist aber wenn sie aus der Gewissheit, das ALLES ausgespielt wird ihren Spielspaß ziehen, so zerstört das den Spielspaß von 5 ja auf Dauer.
Ich halte dieses Aufrechnen von "Glück" sowieso für unbrauchbar, weil dann sind wir schnell an dem Punkt angelangt wo man so argumentieren kann: "Ein Spieler wird dazu verdonnert den Arsch-vom-Dienst-SC der Gruppe zu sein. Das macht diesem zwar auf Dauer gar keinen Spaß aber 5 Leute haben daran sehr viel Spaß. Im Netto ist die Spaßbilanz positiv also muss der halt damit leben. Und die Gruppe verlassen darf er nicht, weil das wär ja unmoralisch, da er ja seinen Spaß über den der vielen stellt."
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Pyromancer am 18.11.2010 | 13:40
Wieso nicht? Das er keinen Spass mehr an dem Charakter hatte lag ja mit in der Spielweise seiner Mitspieler begruendet ...

Du hast mir das Eimerchen weggenommen, deshalb darf ich dich jetzt mit dem Schäufelchen hauen.  ::)

Wenn der SL die Sache abgenickt hat, ist der Spielspaß des Restes der Gruppe für diesen Moment aber nebensächlich. Einen Spieler dazu zwingen einen Charakter zu spielen den er nicht mehr mag, mache ich nicht vom Spaß des Restes der Gruppe abhängig.

Ich kann mich jetzt ja zum zweiten Mal selbst zitieren:
Die einzig legitime Entscheidung, die der Spieler in jedem Fall treffen kann ist: "Ich will diesen Charakter nicht mehr spielen." Alles andere ist gruppenabhängig.
Da hat bisher niemand widersprochen, und da wird hoffentlich auch keiner widersprechen.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Naldantis am 18.11.2010 | 13:41
hm, also generell darf der Chara natürlich sterben wenn der Spieler es will, und generell kann der Spieler dann auch anbringen wie er seinen Chara töten will. Aber es sollte halt mit dem Rest der Gruppe besprochen werden.

Aber warum denn?
Sie hatten vorher ein Interesse an dem Char und seiner Beteiligung, warum sollte sie nun welche zugesprochen bekommen?
Und es ist ja nicht so eine große Sache - das Resultat soll ja gleich bleiben: Char weg, sein Krempel bleibt ihnen, logisch konsistent im Rahmen der bisherigen Geschichte (loyal, kein großer Kämpfer, magische Problemlösung); welchen Sinn hätten da lange Diskussionen gehabt?

Zitat
Abgesehen davon finde ich die Beschreibung der Runde eher etwas abschreckend, aber wie du mit denen spielen willst etc ist ja deine Sache also sag ich dir ned daß es uU ned schlecht wär ne neue Gruppe zu schmieden oder generell was zu ändern ;-)

Das sagt sich so leicht, aber woher nehmen?
Wer hat denn noch Zeit zum Spielen, regelmäßig, in dieser Zeit?
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Joerg.D am 18.11.2010 | 13:42
Ich bin raus, der Thread erreicht eine kritische Masse von "man muss immer alles schlecht machen und extrem sehen", die ich als nicht mehr diskussionsfähig ansehe.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 18.11.2010 | 13:43
Ich denke
- die Goldene Regel: "Was du nicht willst, das man dir an tut, das füg' auch keinem andern zu!"
- und den Grundsatz von "äquivalenter Kompensation", will heißen wenn ich ausversehen oder absichtlich deinen 100 € Schein verbrenne muss ich dir einen von meinen Hunnis geben,
kann man als allgemeingültige Gerechtigkeitsauffassung in Mitteleuropa annehmen.

Nicht unbedingt. "Auge um Auge, Zahn um Zahn" ist zwar grundsätzlich aufgrund der Beachtung einer Verhältnismäßigkeit zu begrüßen, jedoch moralisch auch nicht unbedingt das Gelbe vom Ei.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Naldantis am 18.11.2010 | 13:44
Wie unterscheidet sich denn prinzipiell eine gescriptete Szene, in der mein Charakter stirbt, von einer gescripteten Szene, in der mein Charakter den Drachen erschlägt, die Prinzessin rettet und mit dem Schatz abhaut? Richtig: Gar nicht.

Der mangelnde Interessenkonflikt mit den anderen im ersten und der entgangene Profit der anderen im zweiten Fall?
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Naldantis am 18.11.2010 | 13:48
Aber selbst in einer ergebnisoffenen Runde definiert der SL willkürlich die Gegnerzahl und sei es nur weil er sagt hier kommen 1w10 oder 10w4+5 Wachen.
Das heißt die Situation einer Übermacht gegenüberzustehen in der sich ein Charakter für die Gruppe opfert kann auch hier herbeigeführt werden ohne einen "Stilbruch" hervorzurufen.
Wenn die Charaktere erst mal 100 Gardisten gegenüberstehen ist es nur noch Formsache auszuwürfeln und nicht zu skripten.

Mit dem kleinen Unterschied, daß im Script keine Interrupts möglich sind, ausgespielt und gewürfelt aber ein anderer Spieler, dar gerade down ist, ausrufen könnte: "Meinen KAmpfesbruder lasse ich nie alleine, wir stehen bis zum bitteren Ende zusammen!"
...und schon hat man 2 tote Chars, von denen nur ein Spieler seinen wirklich ernsthaft permanent entsorgen wollte.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Naldantis am 18.11.2010 | 13:50
Ich verstehe. Spotlight gibts nicht umsonst, das muss man sich immer verdienen. Das ist zwar IMHO ein Paradigma, das ich nur in sehr speziellen Spielen anwenden würde, aber ich kann es zumindest nachvollziehen.

Ja, ABER: wer ist denn schon SO Spotlight-geil, daß er solche Stunts für 5 Minuten aufmerksamkeit durchziehen würde?
Zumal dieser Spieler ja in den letzten Wochen a) sich hinreichend Spotlight angespart und zurückgelegt hat und b) nicht den Eindruck machte, Bühnenlicht wäre seine Primärmotivation.

Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Teylen am 18.11.2010 | 13:52
bin mir ziemlich sicher, dass der Großteil der Spieler sich damit einverstanden erklärt hätte, die Benachteiligung (in irgendeiner Form) auszugleichen, wenn man sie darauf aufmerksam gemacht hätte.
Deswegen schlug ich zuvor vor das man vielleicht das Problem besser vor mit der gesamten Gruppe abgesprochen haette.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Pyromancer am 18.11.2010 | 13:56
Deswegen schlug ich zuvor vor das man vielleicht das Problem besser vor mit der gesamten Gruppe abgesprochen haette.

Ja, ne. Es ist nämlich kein Problem, wenn die ganze Gruppe damit einverstanden ist. :D
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: SeelenJägerTee am 18.11.2010 | 14:01
Nicht unbedingt. "Auge um Auge, Zahn um Zahn" ist zwar grundsätzlich aufgrund der Beachtung einer Verhältnismäßigkeit zu begrüßen, jedoch moralisch auch nicht unbedingt das Gelbe vom Ei.
Goldene Regel und Äquivalente Kompensation haben erst mal nichts mit Auge um Auge zu tun.

Mal so als Beispiel: Wenn ich einen Stein durch dein Fenster werfe, dann wäre Kompensation, dass ich dir ein neues bezahle. Auge um Auge wäre es, wenn du jetzt eine von meinen Scheiben einschmeißt.


Auge um Auge wäre es in diesem Fall gewesen wenn die Lösung geheißen hätte: So die nächsten 4-6 Sitzungen dürft ihr mal im Lager Taschen hüten während mein Charakter das Abenteuer rockt.


Mit dem kleinen Unterschied, daß im Script keine Interrupts möglich sind, ausgespielt und gewürfelt aber ein anderer Spieler, dar gerade down ist, ausrufen könnte: "Meinen KAmpfesbruder lasse ich nie alleine, wir stehen bis zum bitteren Ende zusammen!"
...und schon hat man 2 tote Chars, von denen nur ein Spieler seinen wirklich ernsthaft permanent entsorgen wollte.

Ja toll nicht! Das überzeugt mich jetzt davon auf gescriptete Entsorgungstode zu verzichten. Macht so bestimmt viel mehr Laune am Tisch, wenn man jedes mal wenn ein Spieler seinen Char loswerden will er dem König ans Bein pisst um eine Übermacht an Gegnern zu rekrutieren, was dann zum TPK führt.

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Ja klar wäre es besser gewesen zu sagen:
"Leute ich bin die letzten 5 Abende hier nur rumgehockt weil ihr meinen Charakter immer parkt. Ich hab keinen Bock mehr, er soll weg und zwar heroisch."
Aber mEn gibt es für jeden Fall wo man einen Spieler einweiht und er froh darüber ist auch einen wo er sagt "Na danke für den Spoiler!" (Was zugegeben bei solchen Metaüberlegungen eher weniger der Fall sein sollte.)
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Teylen am 18.11.2010 | 14:05
Ja, ne. Es ist nämlich kein Problem, wenn die ganze Gruppe damit einverstanden ist. :D
Das eigentlich Problem war ja auch die Unzufriedenheit, es haette nur das zusaetzliche Problem nicht gegeben. Und es haette dafuer sensibilisiert das mit dem neuen Charakter nicht vielleicht genau das gleiche passiert..
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 18.11.2010 | 14:31
Goldene Regel und Äquivalente Kompensation haben erst mal nichts mit Auge um Auge zu tun.
...

Schon klar. Es ging mir darum, dass der Kompensationsgedanke nicht unbedingt eine Verbesserung bewirkt. Bisher war doch häufig als Tenor zu lesen: "Der arme Junge hat jetzt so lange gelitten (keinen Spaß gehabt), jetzt sollen die anderen ruhig auch mal leiden (keinen Spaß haben). Das ist doch nur gerecht...". Das mag vielleicht gerecht sein (in diesem Fall IST es Auge um Auge), aber ob es die Situation verbessert, wage ich zu bezweifeln. Da stimme ich Teylen zu: Reden hilft! Der Fokus muss dabei eben nicht auf Kompensation liegen, sondern auf einer Verbesserung der Situation. Das KANN durch Kompensation sein, aber diese greift m.e. zu kurz. Das eigentliche Problem liegt woanders.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Ein am 18.11.2010 | 14:39
Stimmt, die Bösewichte sollten von der Rollenspielpolizei eingesackt und von dem Landesrollenspielgericht lebenslänglich verknackt werden. Der Anführer erhält natürlich standesgemäß die Möglichkeit sich mit seinen eigenen Charakterblättern das Leben zu nehmen.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Ludovico am 18.11.2010 | 14:52
Irgendwie finde ich, dass der Schlachter recht hat. Die Diskussion wird lächerlich.

Die Situation war folgende:
Ein Spieler hat keinen Spass mehr an seinem Charakter, weil er ihn nicht richtig einbringen kann und ihm Spotlights fehlen.
Er wendet sich an den SL mit dem Anliegen, den Charakter zu wechseln und dem alten SC noch ein Spotlight zu geben.
SL stimmt zu und sie ziehen es durch.

Da hat der Rest der Gruppe in meinen Augen kein Mitspracherecht. Wodurch sollten sie ein solches haben, denn es geht einzig und allein um das letzte Spotlight eines SCs, der zuvor auch noch zuwenig davon bekommen hat.

Es ist nett, aber nicht notwendig, die anderen Spieler davon zu informieren. Warum sollte es auch notwendig sein, denn es geht die anderen Spieler nichts an (zumal sie sich vorher herzlich wenig in dieser Situation um den Charakter gekümmert haben).

Außerdem hat der eine Spieler bloß gemeckert, weil er von der Situation überrascht war. Na und? Manchmal muss man im RPG auch bittere Pillen schlucken und das hat dieser eine Spieler auch gemacht.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: ErikErikson am 18.11.2010 | 14:56
So lächerlich wird die nicht. Es gab jetzt schon mehrere, die felsenfest gesagt haben, da man sich jedes Spotlight immer verdienen muss (durch was auch immer, das wurde nie gesagt).

Ich finde dieses Paradigma, selbst jetzt mal ganz ehrlich, total kontraproduktiv. Aber zumindest ist es ein klarer Grundsatz und einen klaren Grundsatz kann ich respektieren. 
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 18.11.2010 | 14:57
Es ist nett, aber nicht notwendig, die anderen Spieler davon zu informieren. Warum sollte es auch notwendig sein, denn es geht die anderen Spieler nichts an (zumal sie sich vorher herzlich wenig in dieser Situation um den Charakter gekümmert haben).

Und da muss ich dir widersprechen. Es ist ein Gruppenspiel und es gibt darin keine Dinge, die nur den Einzelnen betreffen. Man sieht ja, was herauskommt, wenn man die Gruppe nicht als Ganzes miteinbezieht: der Rest fühlt sich übergangen und ist erstmal bockig. Situation verbessert? Nein. Vom Regen in die Traufe.

Die Diskussion ist keinesfalls lächerlich. Sie ist nur vom speziellen zum allgemeinen Fall gewandert.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Rabenmund am 18.11.2010 | 15:04
Ich fasse die Contra-Seite zusammen:
* Egal was mit einem Charakter ist, er muss gespielt werden bis zum bitteren (erwürfelten) Ende; scripten ist böööse.

* 5 Minuten Spotlight nach 1,5 Stunden erzwungenermassen passiv rumsitzen - und danach weitere 1,5 Stunden rumsitzen (der Chara ist schließlich tot) sind eine Unverschämtheit; mir steht kein Spotlight zu... nur wenn es gewürfelt wird. Das der Chara die Wochen davor auch schon ständig wie ein NSC behandelt wurde habe ich schon erwähnt, oder? Sprich: Ich habe mich damit abzufinden, als Zuschauer am Spieltisch zu sitzen, der alle 3 Stunden auch mal wahrgenommen wird. Weil die Gruppe es so will...

* Wenn ich schon nicht mehr will dann soll ich bitte einen Spielabend dafür opfern, in SozPäd-Manier über mein Problem zu reden... statt zu versuchen es zu lösen. In der Hoffnung, es würde nicht in einer großen Diskussion mit gegenseitiger Schuldzuweisung enden...denn schließlich könnten sich die anderen schlecht dabei fühlen wenn ich einfach so sterbe (Schuldgefühle und so).


@Fallout boy, im Endeffekt habe ich genau das gleiche getan wie du mit dem Paladin, mit der einzigen Ausnahme das 2 Dinge von vornherein fest standen: Der Chara stirbt, und 30 Skelette mit ihm.

Und warum sollte ich wollen, das der Chara noch weiterlebt (in Rente geht, einen Laden aufmacht, wie auch immer)? Ist es solch ein Dogma das ein Charakter auch einfach mal stirbt? So hat die Gruppe die Möglichkeit, sich bei einem Begräbnis zu verabschieden... oder einfach die Leiche ohne Brimborium zu verbrennen und mit dem Tagesgeschäft weiter zu machen.

@Knochenkopf
Hat sich eingeschlichen nachdem ich aufgehört habe zu leiten - die Schnetzelmanier.
Und ja, er wurde schon das eine oder andere mal losgeschickt um Zeug zu besorgen aus der nächsten Stadt... von daher, es fing an, und bevor es völlig zum Normalzustand wird zog ich die Notbremse.

@slyver
nun, ich mag die leute; es sind Freunde von mir... und sonst führen sie sich auch weniger dämlich auf ;)

@sirpaul
dann mal eine direkte frage an dich: du hast dir meine Postings durch gelesen? Denn, wo steht darin etwas von einem extremen Heldentod (Ritter erschlägt Prinzessin).
Hast du verstanden warum ich den Charakter wechseln wollte bzw. "keinen Bock auf ihn hatte"?

Und woher sollen die Mitspieler wissen warum der Charakter stirbt? Ihnen war es nicht aufgefallen das er a) keinen Spass mehr gemacht hat b) ich als NSC behandelt wurde und c) der Chara in Situationen, in denen er aufgrund seiner Fähigkeiten hätte glänzen können, "auf dem Abstellgleis" blieb.

Denn ganz ehrlich, wozu baue ich mir dann einen Spezialisten wenn er nicht genutzt wird... dem Krieger wird es ja auch nicht verbaut zu kämpfen, dem Späher nicht zu erkunden...

Im Übrigen: Was muss ich ihnen denn "schenken"... wenn überhaupt, dann ist das ein Geben und Nehmen; und keine Einbahnstrasse.


@ alle
So. Um mal kurz meine Motivation zu klären:
Reibungsloser Charakterwechsel ohne viel störendes Hin und Her... ohne Plothaken, welche die Spieler auf falsche Fährten schicken...ohne lange Diskussionen, welcher Mitspieler was kriegt... ohne lange Überlegungen "was tun mit der Leiche" bzw dem Haustier.
KEINE grosse Diskussion mit Schuldzuweisung u.ä.!  Allerdings werd ich am nächsten Spielabend ein paar Sätze dazu sagen... mal sehen was rauskommt.
KEIN TPK durch Rettungsversuche oder vergeudete Heilung.
Durch das Testament ein paar stimmungsvolle letzte Worte an die "Gefährten" und das Begräbnis als Möglichkeit zum Rollenspiel...ob sie es nutzen, ihre Sache.
Und ja, ich wollte nach wochenlangem Frust wenigstens nen schönen Abgang haben... ist das zu viel verlangt? Denn immerhin reden wir hier von einem Hobby, keiner Pflichveranstaltung des wöchtlichen Masochistenstammtisches ;)
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Greifenklaue am 18.11.2010 | 15:07
Ich fasse die Contra-Seite zusammen:
* Egal was mit einem Charakter ist, er muss gespielt werden bis zum bitteren (erwürfelten) Ende; scripten ist böööse.

* 5 Minuten Spotlight nach 1,5 Stunden erzwungenermassen passiv rumsitzen - und danach weitere 1,5 Stunden rumsitzen (der Chara ist schließlich tot) sind eine Unverschämtheit; mir steht kein Spotlight zu... nur wenn es gewürfelt wird. Das der Chara die Wochen davor auch schon ständig wie ein NSC behandelt wurde habe ich schon erwähnt, oder? Sprich: Ich habe mich damit abzufinden, als Zuschauer am Spieltisch zu sitzen, der alle 3 Stunden auch mal wahrgenommen wird. Weil die Gruppe es so will...

* Wenn ich schon nicht mehr will dann soll ich bitte einen Spielabend dafür opfern, in SozPäd-Manier über mein Problem zu reden... statt zu versuchen es zu lösen. In der Hoffnung, es würde nicht in einer großen Diskussion mit gegenseitiger Schuldzuweisung enden...denn schließlich könnten sich die anderen schlecht dabei fühlen wenn ich einfach so sterbe (Schuldgefühle und so).
Tut mir leid, Du scheinst die Contraseite nicht zu begreifen, denn genau das sagt sie nicht!

Sie sagt: Wenn es bisher keine geskripteten Szenen gab, gibt es sie jetzt auch nicht.

Entsorge Deinen Charakter bitte auf anderen Wege, es gibt genug, die mit Kampagne und Spielstil zu vereinbaren sind.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Teylen am 18.11.2010 | 15:08
Es ist nett, aber nicht notwendig, die anderen Spieler davon zu informieren.
Natuerlich ist es notwendig die Spieler zu informieren.
Schliesslich haben diese doch die Spotlights bekommen die Rabenschnabel gerne gehabt haette respektive die Szenen gespielt wo er gerne mitgespielt haette und sie haben den Charaktere zurueck gelassen obwohl er nuetzlich gewesen waere.

Jetzt nur einen neuen Charakter, der wenn ich es richtig verstanden habe nur bedingt kompetenter einzufuehren loest nicht notwendigerweise das Problem das die anderen bei Spotlights praesenter sind oder bei Kampfszenen aktiver agieren oder ihn vielleicht wieder zurueck lassen.

Es spricht es ja nichtmal an sondern schafft in der Tendenz nur unfrieden.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Rabenmund am 18.11.2010 | 15:12
@Gamorreaner
Und woher weißt du / wißt ihr, das es bisher keine Scripts gab?

@Teylen
Bitte post lesen... ich spreche es an bzw. habe mit den Leuten schon geredet.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Pyromancer am 18.11.2010 | 15:13
Ich fasse die Contra-Seite zusammen:
...
Das ist für dich eine Zusammenfassung der Contra-Seite? (Keine rhetorische Frage! Ich bitte um Antwort!)
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Teylen am 18.11.2010 | 15:17
Wenn du es in "SozPaed" Manier mal bei allen angesprochen haettest, vielleicht in einem einstuendigen oder vorbereitet halbstuendigen Gespraech, waere dein Charakter vielleicht bereits in den ersten 20 Minuten in einer 10 Minuten Szene ueber den Jordan gewuppert und du haettest vielleicht gar noch am selben Spielabend den neuen Char einbringen koennen.
Statt dich da 3 Stunden zu langweilen.
Man kann auch ausserhalb von Spielabenden mit Leuten reden. Das Gespraech mit dem SL hast du ja auch net Vorort gefuehrt, oder?

Allez und wenn man 3-4 Stunden sich langweilte ist es besser das auch mal direkt anzusprechen als sich bei den naechsten Abenden die selbe Chose zu geben [und ich hab Erfahrung mit sowas  :P].

Und ja, er wurde schon das eine oder andere mal losgeschickt um Zeug zu besorgen aus der nächsten Stadt... von daher, es fing an, und bevor es völlig zum Normalzustand wird zog ich die Notbremse.
Und die werden bei dem Char nicht auf die Idee kommel weil...?


[Bitte auch lesen: Es ging mir darum das es imho besser gewesen waere _vor_ dem langeweile Abend anzusprechen]
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Ludovico am 18.11.2010 | 15:17
So. Um mal kurz meine Motivation zu klären:
Reibungsloser Charakterwechsel ohne viel störendes Hin und Her... ohne Plothaken, welche die Spieler auf falsche Fährten schicken...ohne lange Diskussionen, welcher Mitspieler was kriegt... ohne lange Überlegungen "was tun mit der Leiche" bzw dem Haustier.
KEINE grosse Diskussion mit Schuldzuweisung u.ä.!  Allerdings werd ich am nächsten Spielabend ein paar Sätze dazu sagen... mal sehen was rauskommt.
KEIN TPK durch Rettungsversuche oder vergeudete Heilung.
Durch das Testament ein paar stimmungsvolle letzte Worte an die "Gefährten" und das Begräbnis als Möglichkeit zum Rollenspiel...ob sie es nutzen, ihre Sache.
Und ja, ich wollte nach wochenlangem Frust wenigstens nen schönen Abgang haben... ist das zu viel verlangt? Denn immerhin reden wir hier von einem Hobby, keiner Pflichveranstaltung des wöchtlichen Masochistenstammtisches ;)

Eindeutig!  ;)

Die Situation ist geklärt und im Endeffekt ist jetzt alles gut. Ich wünsche Dir, dass es mit dem neuen SC besser läuft.

@Tudor
Es ist sein Charakter. Ob er ihn nackt auf den Tischen tanzen lässt oder sonstwas macht, was die anderen Charaktere nicht direkt betrifft (wie sie bestehlen), ist seine Angelegenheit. Wenn er seinen Charakter rausnehmen will, dann ist das seine Sache und sei es nur, weil das Konzept durch Frustration dank der Untätigkeit für ihn vergiftet war.

@Teylen
Du schreibst leider nicht, wieso er die Spieler zu informieren hat, sondern nur, dass er das Problem nicht löst, wenn er den Charakter wechselt.
Das sehe ich nicht so, denn das Konzept kann vergiftet werden (wie etwa wochenlang aufgestaute Frustration) und somit keinen Spass mehr machen. Und dann hilft da auch das schönste Gespräch nicht mehr. Wenn das Konzept keinen Spass mehr macht, ist es aus und vorbei.
Ein neuer Charakter kann da wie ein Reset wirken. Mir hat es jüngst in DSA eine ganze Menge gebracht, als ich meinen alten Charakter zwar nicht heldenhaft aber nichtsdestotrotz sterben liess, weil er mir keinen Spass mehr machte. Zwar informierte ich die Gruppe, aber das hatte eher was damit zu tun, dass das DSA 4-Regelwerk ein schwerer Brocken ist.

Bin somit raus aus der Diskussion. Sie ist nämlich doch mittlerweile lächerlich. Verdammt! Ich komm mir vor wie bei Mork vom Ork.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Rabenmund am 18.11.2010 | 15:18
Pyro, ich habe eine verdammte ausgekugelte rechte Schulter... bin also nur bedingt schreibfähig. In der linken inzwischen nen Schreibkrampf weil ich mir die mühe einer langen Antwort gemacht habe.
Also verzeih bitte, wenn ich kürze und überspitze.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: SeelenJägerTee am 18.11.2010 | 15:24
letzten 3 posts noch net gelesen weil sonst kommt der post hier nie raus.

Und da muss ich dir widersprechen. Es ist ein Gruppenspiel und es gibt darin keine Dinge, die nur den Einzelnen betreffen. Man sieht ja, was herauskommt, wenn man die Gruppe nicht als Ganzes miteinbezieht: der Rest fühlt sich übergangen und ist erstmal bockig. Situation verbessert? Nein. Vom Regen in die Traufe.

Die Diskussion ist keinesfalls lächerlich. Sie ist nur vom speziellen zum allgemeinen Fall gewandert.
Und wo ziehen wir die Grenze?
Muss ich jetzt meine Steigerungen auch mit der Gruppe absprechen?
Die Frage ob mein Charakter sein Geld Conanesque versauft und verhurt oder es in einen Zweihänder +1,59 investiert?

Das ist natürlich zum einen Settingabhängig und zum anderen Gruppenabhängig.
Und genau hier tut sich das Problem auf: Man sollte sich vlt. erst mal gemeinsam überlegen in wie weit die anderen Mitspieler ein Gestaltungsrecht an einem SC haben.
Das kann ja von überhaupt nicht über beratend mit Veto und beratend ohne Veto bis hin zu alles wird in der Gruppe abgesprochen. Dann kann man wieder unterteilen in Werte und Persönlichkeit.

Deswegen ist die einzige Aussage die man eigentlich machen kann: Prinzipiell kann es so richtig sein wie ihr das gemacht habt. In eurem speziellen Fall war es dies aber offensichtlich nicht.
Daher solltet ihr euch mal schleunigst zusammen setzen und euch unterhalten wie weit die Gestaltungsrechte eines Spielers reichen sollten.
Wenn ihr das nicht macht könnte so etwas noch mal vorkommen.

@Pyromancer: Im wesentlichen LÄUFT die Argumentation der Contraseite, die am besten im Gedächtnis haften bleibt, darauf HINAUS.
Sie haben es natürlich nicht so gesagt aber im Wesentlichen ist das die Essenz die darauf folgt wenn man sich konsequent an das halten würde was dort gesagt wurde.
Es gab auch andere Contrastimmen aber diese waren auch mit dabei und ob ihrer unangenehmen Forderung bleiben die sicherlich am besten hängen.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Greifenklaue am 18.11.2010 | 15:25
@Gamorreaner
Und woher weißt du / wißt ihr, das es bisher keine Scripts gab?
Im konkreten Fall weiß ich es nicht, nur im allgemeinen Fall - eben auf mich bezogen.

Die Frage war ja, warum wir uns ärgern würden. Immer bezogen auf den Ausgangspost.

Im konkreten Fall deutet höchstens die Verärgerung der Mitspieler darauf hin.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Rabenmund am 18.11.2010 | 15:27
Zitat
Deswegen ist die einzige Aussage die man eigentlich machen kann: Prinzipiell kann es so richtig sein wie ihr das gemacht habt. In eurem speziellen Fall war es dies aber offensichtlich nicht.
Daher solltet ihr euch mal schleunigst zusammen setzen und euch unterhalten wie weit die Gestaltungsrechte eines Spielers reichen sollten.
Wenn ihr das nicht macht könnte so etwas noch mal vorkommen.

lass ich so stehen, dem stimme ich zu

@Gamorreaner

kein problem, jetzt hab ich dich verstanden ;)
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Pyromancer am 18.11.2010 | 15:28
Pyro, ich habe eine verdammte ausgekugelte rechte Schulter... bin also nur bedingt schreibfähig. In der linken inzwischen nen Schreibkrampf weil ich mir die mühe einer langen Antwort gemacht habe.
Also verzeih bitte, wenn ich kürze und überspitze.
Ich war geneigt, diese "Zusammenfassung" als extrem böswillige, ignorante Verzerrung der Diskussion und bewusste Verunglimpfung der Gegenseite zu betrachten, vor allem, da die guten Argumente gar nicht auftauchen.

Nicht als Vorwurf verstehen, nur als Rückmeldung, wie es bei mir ankam.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: sir_paul am 18.11.2010 | 15:30
@sirpaul
dann mal eine direkte frage an dich: du hast dir meine Postings durch gelesen? Denn, wo steht darin etwas von einem extremen Heldentod (Ritter erschlägt Prinzessin).
Hast du verstanden warum ich den Charakter wechseln wollte bzw. "keinen Bock auf ihn hatte"?

Und woher sollen die Mitspieler wissen warum der Charakter stirbt? Ihnen war es nicht aufgefallen das er a) keinen Spass mehr gemacht hat b) ich als NSC behandelt wurde und c) der Chara in Situationen, in denen er aufgrund seiner Fähigkeiten hätte glänzen können, "auf dem Abstellgleis" blieb.

Denn ganz ehrlich, wozu baue ich mir dann einen Spezialisten wenn er nicht genutzt wird... dem Krieger wird es ja auch nicht verbaut zu kämpfen, dem Späher nicht zu erkunden...

Im Übrigen: Was muss ich ihnen denn "schenken"... wenn überhaupt, dann ist das ein Geben und Nehmen; und keine Einbahnstrasse.

Halli, Hallo Rabenmund.

du scheinst nicht bemerkt zu haben das sich zur Zeit meines Eingreifens die Diskussion schon längst in allgemeineren Gefilden befunden hat als dein spezieller Fall. Dementsprechend habe ich allgemein geantwortet und bin darauf eingegangen wie ich sowas in meiner Runde handhaben würde und welche Rahmenbedingungen es (meiner Meinung nach) geben wird. Das du das auf dich und deine Gruppe bezogen hat tut mir leid.

Aber um mal auf deine Punkte einzugehen, warum wollte dein Charakter wechseln: Der Charakter war ein Experiment, eigentlich als NSC gedacht wurde er dann als SC eingesetzt und hatte nicht die Fertigkeiten sich genügend in die Abenteuer einzubringen. Ist das ungefähr richtig?

Wurde der Charakter dir aufgezwungen? Ich denke nicht. Ich denke wirklich das du das auch als Experiment gesehen hast und jetzt merkst das wird nichts, daraus resultiert dein "kein Bock mehr". Das ist aber kein großer unterschied zu "Ach ich habe mir bei Charaktererschaffung was ganz anderes darunter vorgestellt, darf ich bitte wechseln"

Du wurdest nicht genutzt? OK, aber du hast das auch mit dir geschehen lassen oder nicht?

Konnten deine Mitspieler wissen warum der Charakter stirbt? Keine Ahnung, ich war nicht dabei. Aber in vielen Situationen welche ich erlebt habe war das den Mitspielern eindeutig klar. Generelle Aussage über meine Erfahrung, hat nichts mit deiner Gruppe zu tun. Allerdings spiele ich auch mit Leuten welche schon mitkriegen wenn und warum mir mein Charakter keinen Spass mehr macht.

Bezüglich Schenken Und wieder ist dir nicht aufgefallen das das Wort Schnenken nicht von mir in die Diskussion eingebracht worden ist sondern ich nur auf einen anderen Beitrag geantwortet haben. Natürlich musst du den anderen nichts schenken, genausowenig wie sie dir.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: sir_paul am 18.11.2010 | 15:39
So lächerlich wird die nicht. Es gab jetzt schon mehrere, die felsenfest gesagt haben, da man sich jedes Spotlight immer verdienen muss (durch was auch immer, das wurde nie gesagt).

Hallo EE, war hat das wo gesagt? Ich finde es gerade nicht!!!
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Rabenmund am 18.11.2010 | 15:45
@pyro
war nicht böse gemeint, schmerz macht mich kurz angebunden. Und so kam es wirklich bei mir an (Zusammenfassung)

@paul
die einschätzung stimmt... es war ein Experiment. Das kein Bock war eine Kombination aus "kann nichts" und "was er kann wird ignoriert/ nicht genutzt", also jein.

Soweit ich es weiß - und ich kenne die Leute schon mehrere Jahre - wußten sie nichts davon. Sie waren zu sehr mit sich selbst beschäftigt - der SL hat es gemerkt und entsprechende Aufgaben für den SC eingebaut.
Als Spieler hab ich im Übrigen was dazu gesagt, als er "nicht benutzt" wurde... der Chara war nicht da, konnte also nichts sagen. Ursprünglich hatte ich damit gerechnet, das sie kurz erkunden und mich dann holen, wie abgesprochen.

Sorry wenn der Tonfall sich "scharf" anhört, ich schreibe aus o.g. Gründen grad ungern lang.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: SeelenJägerTee am 18.11.2010 | 15:46
Hallo EE, war hat das wo gesagt? Ich finde es gerade nicht!!!

Genau. Es wird etwas weggeworfen, dass man ohnehin nicht mehr wollte. Ich sehe da keinen Verzicht, den man anerkennen könnte.
Ist zwar nicht dem Wortlaut aber mMn sehr wohl dem Inhalt das Zitat was du suchst.

Allerdings muss ich zugeben, dass ich jetzt die Seiten 1-5 nach "Spotlight" und "verdienen" durchsucht habe und das dabei das einzige war, das ich gefunden hatte. Obwohl ich vom Gefühl her gesagt hätte, dass diese Aussage penetranter im Faden vertreten wurde.
Hab ich mich wohl getäuscht.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 18.11.2010 | 15:53
Hallo EE, war hat das wo gesagt? Ich finde es gerade nicht!!!

Ich nehme an, er bezieht sich auf meine Aussage irgendwann anfangs. Ich habe allerdings nie etwas von Spotlight gesagt, sondern habe bewusst von "Awesomeness" bzw. "Cooler Aktion" gesprochen. Das bezieht sich also nicht auf Spielzeit oder Spielanteil, sondern auf Anerkennung einer gelungenen Szene.

@SJT: Das Zitat hat aber ja nichts mit Spotlight zu tun. Es bezieht sich einzig auf die Anerkennung für eine gelungene Szene, die imo sehr wohl als Leistung der maßgeblich Beteiligten betrachtet werden kann.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Teylen am 18.11.2010 | 16:35
@Teylen
Du schreibst leider nicht, wieso er die Spieler zu informieren hat, sondern nur, dass er das Problem nicht löst, wenn er den Charakter wechselt.
Doch eigentlich schon?
Wieso...
1) Weil sie eine Gruppe sind
2) Weil ein Teil des Problems aus dem Umgang der Gruppe miteinander kommt

Das Gespraech geht auch nicht darum zu helfen den Char zu spielen, sondern klar zustellen das der Char:
1) Keinen Spass macht
2) Man sich in die Ecke gestellt fuehlt
3) Man deswegen nen neuen Char will + als SC eingebunden werden

Ansonsten hat man uU einen neuen Char, wird aber wieder als NSC benutzt oder nicht eingebunden.
Auch das der Spielstil sich aenderte seit Rabenmund nimmer leitet und es ihn a bissel zu stoeren scheint wurde wohl so nicht angesprochen?
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Callisto am 18.11.2010 | 16:48
Das Gespraech geht auch nicht darum zu helfen den Char zu spielen, sondern klar zustellen das der Char:
1) Keinen Spass macht
2) Man sich in die Ecke gestellt fuehlt
3) Man deswegen nen neuen Char will + als SC eingebunden werden

Ich finde das fettmarkierte ziemlich wichtig. Sonst kanns nämlich grad so weiter gehen.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 18.11.2010 | 16:58
Ich sehe das so wie Teylen. Das Problem liegt eigentlich nicht direkt beim alten Charakter, sondern bei den Spielern, die einen Mitspieler links liegen gelassen haben, entweder ohne es zu merken oder ohne sich daran zu stören (was ich nicht hoffe). Es hätte ja auch jemand anderem (z.B. dem SL!) auffallen können, dass Rabenmund bzw. sein SC kaum Spielanteile bekommt. Dann wäre doch mal eine Nachfrage statthaft gewesen, warum wieso weshalb und ob das denn so gewünscht ist.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Rabenmund am 18.11.2010 | 17:29
Wie schon erwähnt: wir werden reden  :)
Mit einem der Mitspieler - der am verärgertsten war habe ich mich auch schon kurzgeschlossen und das Ganze geklärt.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Greifenklaue am 18.11.2010 | 19:25
Wie schon erwähnt: wir werden reden  :)
Mit einem der Mitspieler - der am verärgertsten war habe ich mich auch schon kurzgeschlossen und das Ganze geklärt.
Spannend ist es, wenn Du zur Quelle ihrer Verärgerung vordringst und es hier verlautbarst - zumindest wenn es nicht im persönlichen bereich liegt.
Titel: Re: Darf ein (eigener) Charakter freiwillig sterben?
Beitrag von: Rabenmund am 19.11.2010 | 01:55
Kein problem, kann ich machen.