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Pen & Paper - Spielsysteme => D&D - Dungeons & Dragons => Thema gestartet von: Visionär am 23.01.2011 | 01:06

Titel: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Visionär am 23.01.2011 | 01:06
Was sind denn die Hintergründe für das Scheitern von D&D3 und D&D4 in Deutschland?

Warum haben die wenigen Übersetzungen so lange gebraucht?
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Greifenklaue am 23.01.2011 | 01:57
Zitat
Warum haben die wenigen Übersetzungen so lange gebraucht?

Ein Grund könnte sein, dass es immer nur wenige Übersetzer waren.

Wenn ich die Größe des Pathfinderteams sehe und wie ausgebucht wir manchmal sind.

Auch wurde über F&S gesagt, dass die bei den DnD-Büchern gründliche / ausführliche Lektorate gemacht haben.

Nicht, dass wir das nicht machen, aber es hat auch bei uns gedauert, bis wir da eingespielt waren und das den Produktfluss nicht hemmt.

Zitat
Was sind denn die Hintergründe für das Scheitern von D&D3 und D&D4 in Deutschland?
Ich glaube, dass ein Grund der Fehlstart von DnD 3.0 ist. Wir erinnern uns, bei Amigo lagen zwischen Spieler- und Spielleiterhandbuch (etwa) 2 Jahre (!) und es gab eine seltsame Verlagsschweigepolitik. Sicherlich kein guter Start.

Entsprechend früh war für deutschsprachige Spieler auch die 3.5, die schon wieder einen Fehlstart hatte. Während Amigo das Spielerhandbuch rausbrachte, übernahm irgendwann Feder & Schwert mittendrin.

Bei DnD 4.0 klappte dann der Start aus deutscher Sicht schon (obwohl ich die Anzahl der wenigen Proberunden z.B. auf der RPC schlecht fand, auf der Nordcon konnte ich es dann bei einem privaten Spielleiter spielen, aber auch nur, weil ein Spieler nicht schlafen konnte und mich um 5 Uhr nachts mit eintrug). Kurz danach lief es dann aber schief, wo so richtig vielleicht niemand Schuld hatte hierzulande ...
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Arldwulf am 23.01.2011 | 09:28
Kann ich eigentlich nur bestätigen - die 4E Übersetzungen fand ich vollkommen in Ordnung und sie kamen ja auch relativ zeitnah (ich glaube die erste davon hatte ich 1 oder 2 Monate nach Veröffentlichung des Originals).

So wäre dies wohl auch schon zu 3E Zeiten nötig gewesen.

Ein weiterer Grund dürfte aber auch der niedrige Stand des Dollars zu dieser Zeit gewesen sein. Die englischen Bücher gabs zum Teil dann (alle 3) für 40€ zu kaufen.

Da ist es schwierig mitzuhalten. Leider, denn aus meiner Sicht gewinnt das Spiel sehr stark an Stimmung wenn man es auf Deutsch spielt.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Mike am 23.01.2011 | 09:35
Ich denke zumindest D&D 4 wäre in Deutschland deutlich erfolgreicher gewesen, wenn es mehr übersetze Bücher gegeben hätte.
Ich hatte mir zuerst die Bücher auch auf Deutsch gekauft, doch als ich dann sah, dass die ganzen Erweiterungen schon auf Englisch erhältlich waren und noch nicht mal klar war ob und wenn ja wann es die auch auf Deutsch geben würde, habe ich komplett auf Englisch umgestellt.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Greifenklaue am 23.01.2011 | 09:40
Ich denke zumindest D&D 4 wäre in Deutschland deutlich erfolgreicher gewesen, wenn es mehr übersetze Bücher gegeben hätte.
Ich hatte mir zuerst die Bücher auch auf Deutsch gekauft, doch als ich dann sah, dass die ganzen Erweiterungen schon auf Englisch erhältlich waren und noch nicht mal klar war ob und wenn ja wann es die auch auf Deutsch geben würde, habe ich komplett auf Englisch umgestellt.
Das liess sich ja schlecht vermeiden, da der Vertrag ja auslief - wie dann im Nachhinein bekannt wurde.

@Arldwulf: Stimmt, das Giftset auf Englisch war teilweise genauso teuer wie das deutsche Spielerhandbuch. Und dank Amazon (und anderer) auch problemlos verfügbar. Das ist sicherlich auch noch ein Faktor, der bei der 4.0 besonders schwer wiegt.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Visionär am 23.01.2011 | 09:41
Das liess sich ja schlecht vermeiden, da der Vertrag ja auslief - wie dann im Nachhinein bekannt wurde.
Was ist denn da genau passiert?
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Greifenklaue am 23.01.2011 | 10:12
Ich meine ja nur, dass als F&S DnD 4.0 rausbrachte lief ja am Ende des Jahres der Vertrag aus und ich vermute, dass sie deswegen über Vertragsende hinaus noch nix angekündigt haben (außer allgemeiner Hinweise) - auch wenn man sicher nicht erwarten konnte, dass der nicht verlängert wurde.

Bei Dorp TV gab es dazu ja interessante Aussagen und auch in meinem Blog hielt ich erste Reaktionen (http://greifenklaue.wordpress.com/2009/04/07/dnd-4e-erste-worte-von-fs/) (und zweite ...) (http://greifenklaue.wordpress.com/2009/04/10/dnd-4e-zweite-worte-von-fs-und-dorp-tv/) fest.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Ein am 23.01.2011 | 10:13
Starke Präsenz von DSA inkl einer Spielerschaft, die sehr negativ gegen den D&D-Spielstil eingestellt sind. (Quasi wie der Effekt von D&D in den USA nur umgekehrt.)

Wenige Übersetzer.

Schlecht aufgestellte Verlage.

Eine native Fassung ist eigentlich unnötig, da in Deutschland das Englische gerade bei der typischen Zielgruppe sehr gut beherrscht wird. (ähnlich wie in Nordeuropa oder Asien)
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Mike am 23.01.2011 | 10:37
Na ja, aber diese "typische Zielgruppe" ist nun wirklich nicht am Wachsen. Mit einer deutschen Übersetzung der Bücher hätten sich bestimmt neue Spieler finden und für D&D begeistern lassen. Die Kundenbasis hätte sich ausbauen lassen. Allein in einer meiner beiden Spielrunden sind 50% der Spieler des Englischen nicht mächtig und würden sich die Bücher sofort auf Deutsch kaufen wenn es sie denn gäbe.

Als ich angefangen habe mit Rollenspielen konnte ich kein Wort Englisch. Heutige Kids können daher vermutlich auch kaum mit einer englischen Ausgabe des PHB für D&D begeistert werden. Die greifen dann gezwungener Maßen zu DSA.

Dass die DSA-Spieler D&D so negativ gegenüber stehen, finde ich immer wieder sehr amüsant, wenn man bedenkt dass DSA zu seinem Beginn eigentlich nur ein billiger Abklatsch von D&D war weil man sich damals die teure D&D-Lizenz nicht leisten konnte.

Aber die ganze Geschichte die D&D-Lizenz in Deutschland nicht zu verlängern passt absolut ins Bild der WotC. Dieses Unternehmen ist dermaßen chaotisch organisiert und fällt so unglaublich sicher immer die wirtschaftlich schlechtesten Entscheidungen, dass man sich manchmal schon fragen muss wieso die nicht längst pleite sind. Im BWL-Grundstudium würden deren Entscheidungen bereits klar durchfallen. Unvorstellbar wie solche Entscheidungen von der Führungsebene eines großen Unternehmens gefällt werden können.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Visionär am 23.01.2011 | 10:39
Unvorstellbar wie solche Entscheidungen von der Führungsebene eines großen Unternehmens gefällt werden können.
HypoRealestate.

@Gamoreanner: Danke für den Link, das war die Sache, die ich verpasst hatte.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: ErikErikson am 23.01.2011 | 10:40
Es ist vom praktischen Wert her recht idiotisch.

-teil der Zielgruppe liest eh Englisch so gern wie Deutsch
-man müsste jedes Extrasourcebook übersetzen, damit man nicht in den Wirrwarr Englisch/Deutsch gerät
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Glgnfz am 23.01.2011 | 11:01
... oder man würde sich jetzt auf die 10 Essentials-Kernsachen konzentrieren (wo das Würfelset schon mitgezählt ist).


Das wäre abseh- und kalkulierbar.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Sashael am 23.01.2011 | 11:08
Die Nichtverlängerung der Lizenz war iirc nicht die Entscheidung von WotC sondern von Hasbro (BIG Difference!). Soweit ich das mitbekommen habe, wurde noch im Dezember über Übersetzungen und zukünftige Projekte gelabert und im Januar der Vertrag nicht verlängert (oder so ähnlich). Einer der Übersetzer hat doch damals beklagt, dass von einem Tag auf den anderen sämtliche Kontaktpersonen ausgetauscht wurden. Und danach ist Hasbro durch die deutsche Verlagslandschaft gezogen und hat versucht, die Lizenz neu zu verkaufen, weil sie sich mehr Umsatz erhofft hatten als mit F&S. Nur blöd, dass nach dieser Aktion und der sowieso schon viel zu weit fortgeschittenen Veröffentlichung von Zusatzbüchern kein Mensch mit einem Funken Verstand die Lizenz noch mit der Kneifzange anfassen wollte.

Bei Amigo war´s iirc doch wohl teilweise auch so, dass es bis zu eine Woche gedauert hat, bis WotC eine Übersetzung eines (!) Wortes (Name eines Spells etc) genehmigt hat und es immer wieder Gerangel um Formulierungen gab, weswegen die Übersetzungen sich hinzogen wie altes Käsefondue.

An der schlechten deutschen Präsenz sind zu einem Großteil die Amis selber schuld und aus ihrer Sicht ist das fast schon verständlich. Sie brauchen keinen deutschen Lizenznehmer, sie verkaufen ihre eigenen englischen Bücher in Deutschland ja auch so schon "genug". Warum noch jemandem ein Stück vom Kuchen abgeben? Dass der Kuchen mit deutschen Büchern möglicherweise vielleicht um einiges größer wäre, sehen die doch eh nicht. Sind doch Amis.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: D. M_Athair am 23.01.2011 | 11:09
Ich meine ja nur, dass als F&S DnD 4.0 rausbrachte lief ja am Ende des Jahres der Vertrag aus und ich vermute, dass sie deswegen über Vertragsende hinaus noch nix angekündigt haben (außer allgemeiner Hinweise) - auch wenn man sicher nicht erwarten konnte, dass der nicht verlängert wurde.
Es waren durchaus 3-4 weitere Bände angekündigt worden.
Die waren auch schon in Arbeit, als WotC völlig überraschend den Vertrag nicht verlängert hat.

Nach dem Einstellen von WFRP 2nd durch FFG (und einem verordneten, völlig unnötigen Stop für die deutsche Version) war das der zweite schwere Schlag für F&S anno 2008.


PS.:
Im Netz kursierten (Anfang 2009?) noch Gerüchte/Informationen darüber, dass WotC mit deutschen Interessenten bzgl. der D&D4-Lizenz verhandeln würde. So wie ich das verstanden habe, ist das an überzogenen Forderungen seitens WotC gescheitert.

Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Boba Fett am 23.01.2011 | 11:31
Ein paar Dinge, die ich noch im Kopf habe...

Die 3.0 hatte unheimlich viel Gegenwind der ewig Konservativen, die mit "wir brauchen keine dnd3" Parolen Sturm liefen.
Amigo hatte es sehr schwer, die Freigaben für die einzelnen Corebooks zu bekommen, was deren Erscheinungstermine stark verzögerte und den DnD 3 Hype auch massive abschwächte. Die Informationspolitik und insbesondere deren Moderationspolitik damals im Forum weckte auch massiv negatives Feedback, Frust und Unzufriedenheit.

3.5 kam gefühlt durch die Verzögerungen viel zu kurz nach der 3.0, was die Verbreitung auch extrem abschwächte.
Ausserdem setzte sich der d20 Hype in Deutschland nur in englischsprachigen Produkten durch. und wenn man englisches d20 Material spielen wollte, brauchte man also auch das englische PHB - wieder ein Grund, kein deutsches zu kaufen.

Das DnD4 Desaster bei F&S zeigt wohl auch dass die Wizards als Lizenzgeber wohl extrem schwierige Geschäftspartner sind. Und auch extrem unterschiedliche Vorstellungen vom Absatzmarkt Deutschland haben, was zu unrealistischen Lizenzforderungen führt.
Dazu kommt noch, dass die Vierte ja auch ordentlich Gegenwind hatte, eben von allen, die meinten diese recht massive Systemänderung sei ein Schritt in die falsche Richtung.
Man sieht ja auch, dass Pathfinder, das ja auf DnD 3.5 basiert, in deutsch recht erfolgreich ist.
(Und in sofern gibt es ja ein deutsches nennenswertes DnD, nur dass dieses eben nicht mehr D&D heißt.)
Scheinbar ist der deutsche Rollenspielmarkt von Konservationismus geprägt - was sich ja auch an den Reaktionen auf die nWoD oder an am DSA Markt sehen läßt, wo man sich scheut massive Änderungen am System zu Wagen, aus Angst ganz ähnlichen Gegenwind aus der Szene zu bekommen. Und nichts ist für ein neu auf dem Markt befindliches Produkt schlechter, als so ein Antihype.

Dass es keinen Nachfolge-Lizenznehmer für DnD4 gab, kann ich verstehen. zum einen wird nun mal die meiste Knete mit den Grundregelwerken gemacht und die waren bereits auf dem Markt. zum anderen konnte jeder Verlag schön erkennen, mit wem er sich da einlassen würde, nachdem F&S so eine Pleite erlebt hatten. Denn eigentlich gab es keinen Grund zur Klage. F&S hatten ihre Sache bei DnD3.5 echt gut gemacht.
Also war der Hauptumsatz bereits weg, die Verkaufszahlen eher mies und ausserdem hätte man sich mit einem ziemlich unsteten Vertragspartner eingelassen. Wen wundert es, dass da kein Deal mehr zustande gekommen ist?
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Ranor am 23.01.2011 | 11:34
Die Möglichkeit, unkompliziert, günstiger und schneller an die englischen Bücher heranzukommen.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Boba Fett am 23.01.2011 | 11:41
Die Möglichkeit, unkompliziert, günstiger und schneller an die englischen Bücher heranzukommen.
Bedeutet das, dass jeder, der die englischen Regelwerke nutzt letztendlich der dunklen Seite der Macht angehört?
Na, in diesem Sinne: Möge die Macht mit Euch sein!
-scnr- ;D
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Deep_Flow am 23.01.2011 | 11:44
Einwurf von der Seitenlinie:

Wie kriegen unsere französischen Nachbarn dann sowas (http://www.play-dd.fr/) hin ?
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Sashael am 23.01.2011 | 11:47
Bedeutet das, dass jeder, der die englischen Regelwerke nutzt letztendlich der dunklen Seite der Macht angehört?
Na, in diesem Sinne: Möge die Macht mit Euch sein!
-scnr- ;D
Und wer ist dann der Padawan von unserem Sith-Lord Darth Selganor?  >;D

Edit:
Einwurf von der Seitenlinie:

Wie kriegen unsere französischen Nachbarn dann sowas (http://www.play-dd.fr/) hin ?
Hm ... vielleicht können die Franzosen mehr machen was sie wollen, weil weniger Amis französisch sprechen als deutsch und deshalb nicht rumnörgeln können weil sie eh kein Plan haben, was ihnen da vorgesetzt wird? Vielleicht sind die Franzosen auch aggressiver als die Deutschen wenn es um Geschäftsbeziehungen geht und lassen sich nicht für jede Micky-Maus-Scheiße abwatschen? Who knows?
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Boba Fett am 23.01.2011 | 11:48
Einwurf von der Seitenlinie:
Wie kriegen unsere französischen Nachbarn dann sowas (http://www.play-dd.fr/) hin ?
Das native Sprachbewusstsein ist in Frankreich viel ausgeprägter und englischsprachige Produkte haben es dort wesentlich schwerer. Dementsprechend hat die einheimische Sprachversion es in Frankreich wesentlich einfacher als das englische Original und hat auch mehr Marktanteil.
Mehr Umsatz, mehr Chancen...
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Boba Fett am 23.01.2011 | 11:50
Und wer ist dann der Padawan von unserem Sith-Lord Darth Selganor?  >;D
Keine Ahnung, aber ich überlege gerade meinen Nick entsprechend auf Yoda umzuändern.
Immerhin propagiere ich seit Jahren die Nutzung und Forderung von deutschsprachigen Versionen.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: D. M_Athair am 23.01.2011 | 14:34
Das native Sprachbewusstsein ist in Frankreich viel ausgeprägter und englischsprachige Produkte haben es dort wesentlich schwerer. Dementsprechend hat die einheimische Sprachversion es in Frankreich wesentlich einfacher als das englische Original und hat auch mehr Marktanteil.
Mehr Umsatz, mehr Chancen...

Genau das macht Dinge möglich, die bei uns völlig undenkbar wären, wie zum Beispiel:
(http://www.playfactory.fr/_produits_boutique/_img/SIGMAR.jpg)
(Ein Black Library "Background Book" für Warhammer.
Sowas läuft bei uns weder über GW-Deutschland, noch über F&S noch über Pieper.]
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: alexandro am 23.01.2011 | 15:49
Bei der 3 hat auch die 3.5 einige Knüppel ins (gerade erst angelaufene) Getriebe von F&S geworfen, die ihren Produktplan erstmal komplett überarbeiten mussten (was dazu führte, dass einige begonnene Reihen (wie z.B. die "Klassenbücher" - Sword&Fist und wie sie alle heißen) nicht weitergeführt wurden, was einen sehr chaotischen, planlosen Eindruck auf die Fans gemacht hat.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Mike am 23.01.2011 | 15:57
Also nachdem ich mir 2003 die Regelbücher für die 3. Edition gekauft habe, erschien schon kurze Zeit später die Edition 3.5. Nachdem ich die Regelbücher ja gerade erst gekauft hatte, sah ich es in der Folge nicht ein, mir dieselben Bücher nochmal zu kaufen nur weil jetzt eine verbesserte Edition erschienen ist. Solche Aktionen hemmen die Kauflust und das Vertrauen der Konsumenten einfach ganz enorm. Insbesondere wenn die Konsumenten die lange Lebenszeit der AD&D-Edition gewohnt waren.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: kalgani am 23.01.2011 | 21:07
Einwurf von der Seitenlinie:

Wie kriegen unsere französischen Nachbarn dann sowas (http://www.play-dd.fr/) hin ?

weil die franzosen VIEL stolzer auf ihre sprache sind und diese auch pflegen.
nicht so wie wir mit denglisch etc. im französischen werden sogar IT begriff
übersetzt und genutzt!
Etwas was man anfang der 80er auch in DE versucht aber die übersetzung
war so lustig das man eher dachte ein neues Otto Drehbuch in der hand zu halten
anstatt eines ernst gemeinten vorschlages;)

eigentlich schade... alle in meiner firma die nicht in DE aufgewachsen sind meinen
deutsch wäre eine wundervolle sprache, leider erkennt das die masse hierzulande
leider nicht :(
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Drantos am 23.01.2011 | 21:12
In Frankreich ist der Schutz der Sprache soweit mir bekannt in der Verfassung verankert. Ich glaube man darf dort gar keine fremdsprachigen Produkte vertreiben, wenn nicht auch eine französische Verswion vorliegt.

cu Drantos
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: LöwenHerz am 24.01.2011 | 07:26
Mal eine Antwort auf die Ausgangsfrage:

es gibt ein deutsches D&D, das darf sich so nur nicht nennen. Pathfinder wird übersetzt und die Qualität ist mittlerweile als "gut" einzustufen.

Als kurzer Einwurf ;)
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: angband am 24.01.2011 | 07:52
Scheinbar ist der deutsche Rollenspielmarkt von Konservationismus geprägt - was sich ja auch an den Reaktionen auf die nWoD oder an am DSA Markt sehen läßt, wo man sich scheut massive Änderungen am System zu Wagen, aus Angst ganz ähnlichen Gegenwind aus der Szene zu bekommen. Und nichts ist für ein neu auf dem Markt befindliches Produkt schlechter, als so ein Antihype.

Insgesamt ist auch mein Eindruck, dass Rollenspieler oftmals keine Lust auf Innovation haben und lieber bei dem bleiben, was sie kennen. Ich finde, wenn man mit einem Rollenspielsystem zufrieden ist, kommt man leicht in Versuchung zu denken, dass man sowieso nichts Neues braucht, weil man sich ja mit der bisherigen Spielweise angefreundet hat.

weil die franzosen VIEL stolzer auf ihre sprache sind und diese auch pflegen.
nicht so wie wir mit denglisch etc. im französischen werden sogar IT begriff
übersetzt und genutzt!

Das ist meiner Meinung nach nichts, worauf man stolz sein muss. Ich finde das eher schade, man sieht ja, dass in Frankreich wesentlich weniger Leute Englisch sprechen als hierzulande und damit viel Kommunikationsfähigkeit (mit Nicht-Franzosen) verlieren.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: kalgani am 24.01.2011 | 10:06
Mal eine Antwort auf die Ausgangsfrage:

es gibt ein deutsches D&D, das darf sich so nur nicht nennen. Pathfinder wird übersetzt und die Qualität ist mittlerweile als "gut" einzustufen.

Als kurzer Einwurf ;)

man sollte aber auch drauf hinweisen,
das es sich dort um das 3.5+ System handelt.

Allerdings finde ich auch das man sich endlich
mühe gibt eine ordentliche menge an deutschen
Produkten auf den Markt zu bringen.
(auch wenn ich selber alles auf engl. habe)
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Naldantis am 24.01.2011 | 10:21
Insgesamt ist auch mein Eindruck, dass Rollenspieler oftmals keine Lust auf Innovation haben und lieber bei dem bleiben, was sie kennen. Ich finde, wenn man mit einem Rollenspielsystem zufrieden ist, kommt man leicht in Versuchung zu denken, dass man sowieso nichts Neues braucht, weil man sich ja mit der bisherigen Spielweise angefreundet hat.

Sorry, ist doch auch gut so und nur verständlich?
Es ist ein Hobby, man betreibt es ist seiner Freizeit, man möchte sich dabei entspannen und tun was einem Spaß macht...
...nur verständlich, daß die Quote von Menschen, die darin Produktmarketing, Projektmanagement, das Schreiben von Spezifikationen, Layout und Editorial, Das Verfassen von Anleitungen und statistische Kalkulatioenen, evtl. auch Grafikdesign sehen, eher gering ist.
Das machen viele der Community nämlich schon hauptberuflich und haben entsprechend die Nase voll davon.
Viele sind auch inzwischen, Vollzeit-berufstätig mit Haus und Familie und entsprechend wenig echter Freizeit.
Zumal sie meist in den viele Jahren Spielpraxis Systeme gefunden und mit Hausregeln gepatcht haben, in denen sie ihren bevorzugten Spielstil gut umsetzten können und somit kaum Bedarf und noch weniger Leidensdruck für vollständigen Neuentwicklungen besteht.

Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Naldantis am 24.01.2011 | 10:23
Was sind denn die Hintergründe für das Scheitern von D&D3 und D&D4 in Deutschland?

Warum haben die wenigen Übersetzungen so lange gebraucht?

Wir können ALLE gut genug Englisch um die Original-Regelwerke zu benutzen, die auch viel eher auf dem Markt waren?

Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: kalgani am 24.01.2011 | 11:04
Wir können ALLE gut genug Englisch um die Original-Regelwerke zu benutzen, die auch viel eher auf dem Markt waren?

ich denke das können wir berechtigter weise anzweifeln.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Yehodan ben Dracon am 24.01.2011 | 11:08
Es ist in der Tat ein Vorurteil. Und gerade Regelwerke haben zwei nicht gerade kleine Tücken:

a) Fachvokabular (oft esoterische Begriffe, Kampfmanöver etc.)
b) da es ein Regelwerk (also ein Gesetz im weiteren Sinne) ist, ist nicht die ungefähre Bedeutung, sondern der Wortlaut oft entscheidend.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Lichtbringer am 24.01.2011 | 11:10
Wir können ALLE gut genug Englisch um die Original-Regelwerke zu benutzen, die auch viel eher auf dem Markt waren?

Achtung, es folgt ein kleiner Wutausbruch. Zarte Gemüter lesen ihn lieber nicht.

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Visionär am 24.01.2011 | 11:11
Absolut daneben Lichtbringer!
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Lichtbringer am 24.01.2011 | 11:12
Ich weiß. Daher ist es markiert und ausgeblendet. Welch Unfug, die Warnung zu ignorieren und sich dann zu beschweren...
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Greifenklaue am 24.01.2011 | 11:17
Naja, halten wir fest, dass die Englisch-Deutsch-Problematik bei DnD sich nicht großartig anders auswirkt als bei anderen übersetzten Systemen. Sprich, dass ist nicht unbedingt DnD-spezifisch, sondern gilt allgemein.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Visionär am 24.01.2011 | 11:20
Trotzdem gibt es von anderen Spielen Übersetzungen und mich hatte persönlich die Sache mit der kurzfristig nicht verlängerten Lizenz interessiert, die ich nicht ganz mitbekommen habe, weil mich damals D&D4 nicht interessiert hat. Also nochmal ein Danke für die Links dahin.

Auf die Pauschalaussagen und Allgemeinposten kann ich gut verzichten, die Gedankenkraft, die man dafür investieren muss, ist ja nahezu minimal.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 24.01.2011 | 11:24
Insgesamt ist auch mein Eindruck, dass Rollenspieler oftmals keine Lust auf Innovation haben und lieber bei dem bleiben, was sie kennen. Ich finde, wenn man mit einem Rollenspielsystem zufrieden ist, kommt man leicht in Versuchung zu denken, dass man sowieso nichts Neues braucht, weil man sich ja mit der bisherigen Spielweise angefreundet hat.

Das würde ich so nicht sagen. Die ständigen Diskussionen zu Hausregeln und die Vielzahl eigener Systeme, die im Netz stehen (oft nur halbfertig) zeigen m.E. dass auch die deutsche Szene offen für Neuerungen ist und diese auch selbst vorantreibt. Was du ansprichst ist ein anderer Punkt, denn ein bloßer Systemwechsel hat mit Innovation bzw. der Offenheit dieser gegenüber grundsätzlich erstmal nichts zu tun. Prinzipiell stellt beinahe jede neue Edition eines Systems auch mindestens eine (kleine) Innovation dar, und die Zahl derer, die von der alten auf die neue Edition wechseln, ist m.E. nicht klein. Die Frage ist eher, wie es aussieht, wenn eine Innovation wirklich grundlegend anders ist, als das, was man gewöhnt ist. Wenn es sich tatsächlich um einen bisher unbeschritten "Lösungsweg" für ein Problem (hier: Umsetzung von Rollenspiel) handelt, ist die Skepsis nur natürlich. Das beobachtet man in allen Bereichen, in denen etwas entwickelt wird. Da ist die "Veröffentlichung" sehr entscheidend: man muss für die Nutzer offensichtlich machen, warum das Neue besser ist als das Alte.

Ein anderer Punkt daran ist auch, wie die Ansprüche aussehen. Wenn ich schon etwas habe, das meine Ansprüche zu 100% (oder nahe daran) erfüllt, brauche ich mich einfach nicht nach etwas anderem umzusehen. Das Neue kann in diesem Fall gar nicht besser sein. Es kann nur noch "anders" sein. Und da ist dann die Gefahr, dass das Neue recht wahrscheinlich sogar schlechter ist als das Alte. Die Motivation sich mit dem Neuen auseinanderzusetzen kann insofern nicht mehr der "Nutzen" sein, sondern ist dann eher Neugier, Sammeltrieb o.ä.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Selganor [n/a] am 24.01.2011 | 11:25
Umgekehrt wird ja auch ein Schuh draus. DSA auf Englisch kam ja auch RIESIG an ;)
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Greifenklaue am 24.01.2011 | 11:27
Ein möglicher Aspekt könnte noch sein, dass es nie eine deutsch(-sprachige) SRD (oder d20-Lizenz) gab. Vielleicht hätte das entweder mehr deutschsprachige Drittprodukte generiert oder allgemein mehr Interessenten gezogen.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: kalgani am 24.01.2011 | 11:34
das ist nen gutes argument!
warum gibt eigentlich es von paizo kein DE-SRD?
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Selganor [n/a] am 24.01.2011 | 11:38
Weil Paizo nicht die Uebersetzung macht?
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Mike am 24.01.2011 | 12:03
Auch wenn Lichtbringer es sehr drastisch ausgedrückt hat, im Kern der Sache hat er absolut Recht. Wir haben nun mal ein Nachwuchsproblem was Rollenspieler angeht. Das ist nicht von der Hand zu weisen. Welcher Jugendliche setzt sich denn heute hin und ließt ein Regelwerk in einer Fremdsprache die ihn möglicherweise schon in der Schule genug nNerven kostet, als seine Freizeit viel bequemer einfach vor der X-Box zu verbringen?

Wenn hier keine Abhilfe geschaffen wird, sind wir die letzte Generation Rollenspieler.

Haha... ja genau, DSA auf Englisch war echt der Kassenschlager...  >;D
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: kalgani am 24.01.2011 | 12:06
Weil Paizo nicht die Uebersetzung macht?

schon klar, aber auf die Idee hätte man von Paizo schonmal kommen können.
also lokalsierte SRDs (fr, de, sp zumindest)
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Greifenklaue am 24.01.2011 | 12:23
Ich weiß nicht, wie intensiv Du die deutsche Szene verfolgst, aber mit www.pathfinder-ogl.de hat das Übersetzerteam eine Steilvorlage gelegt und einige Fans haben sich schon gefunden und gesammelt, die nun eine deutsche PRD organisieren wollen. Wir können es leider nicht machen, da wir mit dem benteuerpfad bis zum letzten Mann ausgelastet sind, werden das aber nach unseren Möglichkeiten unterstützen. Wenn Du selber Interesse hast (oder auch andere), vermittele ich gerne den Kontakt (am besten PN)!
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 24.01.2011 | 12:26
Ich weiß nicht, wie intensiv Du die deutsche Szene verfolgst, aber mit www.pathfinder-ogl.de hat das Übersetzerteam eine Steilvorlage gelegt und einige Fans haben sich schon gefunden und gesammelt, die nun eine deutsche PRD organisieren wollen. Wir können es leider nicht machen, da wir mit dem benteuerpfad bis zum letzten Mann ausgelastet sind, werden das aber nach unseren Möglichkeiten unterstützen. Wenn Du selber Interesse hast (oder auch andere), vermittele ich gerne den Kontakt (am besten PN)!

Sehr schön  :d



Abgesehen davon: Möglicherweise hat es auch mit der Preislage der Produkte zu tun. Gerade die Hardcover sind in Deutsch doch recht teuer.

Grad gecheckt bei Amazon: Englisch 33 €, Deutsch 50 €...
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Jiba am 24.01.2011 | 12:29
Haha... ja genau, DSA auf Englisch war echt der Kassenschlager...  >;D

Lag aber hauptsächlich auch daran, dass hier nicht vernünftig vermarktet wurde (allgemein ein Problem von deutschen Produkten in den USA).
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: kalgani am 24.01.2011 | 12:29
ui, ne bin nicht wirklich tief in der materie^^ (wie man ja gerade merkt)
aber das ist doch schonmal eine hervorragend info.
kannste mir mal ne Kontakt PN zukommen lassen?
eventuell kann man ja irgendwie was helfen.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Mike am 24.01.2011 | 12:35
Lag aber hauptsächlich auch daran, dass hier nicht vernünftig vermarktet wurde (allgemein ein Problem von deutschen Produkten in den USA).
Na ja, da kommt ein System welches ursprünglich aus der Not heraus geboren wurde weil man sich die D&D-Lizenz nicht leisten konnte, und versucht auf dem Heimatmarkt von D&D Fuß zu fassen. Dass musste scheitern, egal mit welcher Vermarktungsstrategie.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Arkam am 24.01.2011 | 12:47
Hallo zusammen,

ich denke bei D&D kommen alle Faktoren die bei Übersetungen von Rollenspielen ins Deutsche zusammen kommen können zusammen.

Man benötigt mindestens drei, wenn ich es richtig verfolgt habe sogar noch mehr Bücher um spielen zu können. Die drei Bände erscheinen aber in Abständen so das man aufs vollständige Regelwerk länger warten muss. Da hilft man sich schon Mal mit den englischen Originalen aus.
Genau der Hintergrund den man selber spielen möchte wird nicht übersetzt. Oder aber er wird später übersetzt weil erst Mal die Basisbände übersetzt werden.
Wechselt zwischendurch der Lizenznehmer geht das Spielchen von Vorne los. Bei Cthulhu etwa habe ich es drei Mal mitgespielt.
Die deutschen Produkte sind teilweise in schlechterer Qualität oder aber nur verkürzt zu haben. Keine Ahnung ob das bei D&D der Fall ist aber bei Mechwarrior fehlten die Clans und bei Cthulhu die liebevoll aufgemachten Kampagnen.

Die Community ist Englisch sprachig so das man sich automatisch anpaßt.

Gruß Jochen
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: carthoz am 24.01.2011 | 12:51
Na ja, da kommt ein System welches ursprünglich aus der Not heraus geboren wurde weil man sich die D&D-Lizenz nicht leisten konnte, und versucht auf dem Heimatmarkt von D&D Fuß zu fassen. Dass musste scheitern, egal mit welcher Vermarktungsstrategie.
Da "musste" überhaupt nix irgendwas. DSA ist mittlerweile deutlich mehr als ein D&D-Klon und in der 4. Edition so dermaßen von GURPS "inspiriert", dass es im Vergleich mit D&D wohl kaum mehr Gemeinsamkeiten geben würde als "beides Fantasy". Unabhängig davon war das Marketing wohl eher nicht vorhanden. Daraus jetzt aber ein "DSA musste scheitern" zu bauen ist vermessen und völlig an der Realität vorbei.

Mich hat in den 90ern zu AD&D-Zeiten übrigens die Settinglosigkeit der Regeln enorm verwirrt, das war ich von anderen Spielen anders gewohnt. Vielleicht spielte das auch eine Rolle bei anderen? Jedenfalls wäre damala für mich wohl eine deutlichere Verknüpfung mit einem Grundsetting, und sei es noch so 08/15, vermutlich besser gewesen.
Bezüglich D20 bzw. D&D3.X fand ich es irgendwann nervig, mir für jedes Setting irgendwelche Regeländerungen merken zu müssen, weil hier die Rüstung anders funktionierte, da keine Klassen waren, dort aber schon etc. Da war der löbliche Grundsatz des einen Systems für viele Spielarten derart verwässert, dass man auch gleich ein anderes hätte nehmen können. Keine Ahnung, wie weit der Gedanke eines "Fantasy-Universalsystems" hierzulande funktionierte, bei mir tat er das irgendwie nie.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Yehodan ben Dracon am 24.01.2011 | 13:03
Mich haben Spellslots total abgetörnt und das ganze Vorher-auswendig-lernen-müssen...

"Mist, wieder den falschen Spell vorbereitet!"  :-[
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Mike am 24.01.2011 | 13:14
Na dann müsste Dir doch die 4E total zugesagt haben, oder?
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: kalgani am 24.01.2011 | 13:15
was beide kommentare nun aber mit deutsch & 3E/4E zu
tun haben ist mir schlichtweg schleierhaft^^
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 24.01.2011 | 13:32
Umgekehrt wird ja auch ein Schuh draus. DSA auf Englisch kam ja auch RIESIG an ;)
Nun das wurde auch massivst gegen die Wand gefahren, am Fuss des Abgrundes.

Von der Frage mal ganz abgesehen, welche Nische wollte es besetzen in den USA?

die nicht von Harnmaster, Ars Magica, GUPS Yrth/Banestorm abgedeckt wird, besser abgedeckt wird.

Laut Thomas Römer zielten sie auf irgenwas im Bereich Harnmaster mit mehr Fantasy ab.

Edith sagt Zitatfehler korrigiert
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: sir_ollibolli am 24.01.2011 | 13:41
Nun das wurde auch massivst gegen die Wand gefahren, am Fuss des Abgrundes.

????

Paizo - Übersetzung - gegen die Wand gefahren? Kannst du das mal genauer ausführen, was du damit meinst? Abgesehen von der 1. Auflage des Grundregelwerkes (wo die kompletten Errata jetzt auf pathfinder-ogl.de zur Verfügung stehen) fände ich es interessant, was dich zu einer solchen Schlussfolgerung kommen lässt. Sonst per PM.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: carthoz am 24.01.2011 | 13:42
Nicht fragen, Schwerttänzer schreibt immer so, dass man ihn nicht versteht.
Vermutlich meint er eigentlich die englische DSA-Übersetzung und wirft das aus irgendeinem Grund mit Paizo in einen Topf. Oder so.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: sir_ollibolli am 24.01.2011 | 13:45
Uff, ich dachte schon.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 24.01.2011 | 13:51
????

Paizo - Übersetzung - gegen die Wand gefahren? Kannst du das mal genauer ausführen, was du damit meinst? Abgesehen von der 1. Auflage des Grundregelwerkes (wo die kompletten Errata jetzt auf pathfinder-ogl.de zur Verfügung stehen) fände ich es interessant, was dich zu einer solchen Schlussfolgerung kommen lässt. Sonst per PM.
Sorry Postingfehler habe den Falschen Post zitiert
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: sir_ollibolli am 24.01.2011 | 14:15
Doppel-Uff  ;)
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: sir_ollibolli am 24.01.2011 | 14:54
Die Sache mit "The Dark Eye" ist aus verschiedenen Gründen nichts in Amiland geworden.

Zum einen war das Lektorat der zwei erschienen Bände grottig und zum anderen außerdem hatte ein Verlag die Lizenz erworben, der sich in den Vorjahren mit seinen Büchern im d20-Bereich keinen guten Ruf gemacht hat (Fast Forward Entertainment - wird immer als einer der schlimmsten Kandidaten beim d20-glut angegeben).
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Dirk Remmecke am 24.01.2011 | 15:20
Mich hat in den 90ern zu AD&D-Zeiten übrigens die Settinglosigkeit der Regeln enorm verwirrt, das war ich von anderen Spielen anders gewohnt. Vielleicht spielte das auch eine Rolle bei anderen?

Was ja eher witzig ist, denn die Settinginflation hat mit dafür gesorgt, dass TSR in den Neunzigern an den Rand des Abgrunds gelang (Zersplitterung des eigenen Publikums durch aufwändig ausgestattete Luxusprodukte, die sich eben anteilig immer weniger verkauften) und WotC überhaupt in die Gelegenheit kam, den waidwunden Branchenführer zu übernehmen.
Von den Settings waren etlliche auch in DE übersetzt: Vergessene Reiche, Drachenlanze (z.T.), Planescape, Dark Sun, Rabenhorst...

Aber prinzipiell magst du recht haben. Für mich (und viele andere Rollenspieler der frühen Generation) war die Settinglosigkeit des Regelbuches ein Pluspunkt, der für AD&D sprach. (Gleiches gilt für die Settingarmut bei Midgard 2.)
Damals hat "man" halt sein eigenes Setting kreiert; das war ein Teilaspekt des Hobbys, der in Deutschland durch die Gewöhnung der DSAler an Aventurien sehr schnell ausstarb.
Bis in die späten Achtziger hat es mich immer gewundert, warum es nicht einen DSA-Spieler gab, die bei den Fachsimpeleien im Lieblingsladen von seinen eigenen Weltenschöpfungen berichtete (was unter D&Dlern, Midgardianern und Rolemaster-Spielern einfach üblich war).

Aber Settinganbindung wurde ja verlagsübergreifend zum Goldesel: erst wurde die unendliche Freiheit von Traveller durch das Imperium eingeschränkt und dann kamen die settingspezifischen Systeme (Cthulhu, Stormbringer, Shadowrun, Star Wars, Earthdawn, Vampire) und heute zählt es kostbares Gut, zu einer großen Gemeinschaft von Faerun- oder Golarion-Bewohnern zu gehören. Aus marktwirtschaftlicher und SL-Zeit-ökonomischer Sicht absolut verständlich (und auch ich war vorgefertigten Settings nie ganz abgeneigt, z.B. Krynn, und habe auch als Rollenspielhändler fein von der Kundenbindung durch Metaplot und Splatbooks profitiert), aber trotzdem ist mir ein SL, der mir seine krude, handgezeichnete Weltkarte vorlegt, mit allen Ecken und Kanten und Fehlern, allemal lieber als jemand, der "bloß" eine Vierfarb-Posterkarte aus einer beliebigen Settingbox ausbreitet.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Mike am 24.01.2011 | 17:54
Du sprichst mir aus der Seele. Die extreme Ausführlichkeit Aventuriens hat mich seinerzeit dazu gebracht, zu AD&D zu wechseln weil es da eben noch Freiraum für Kreativität und eigene Welten gab. Ich empfinde es einfach als toller wenn ein Spieler nicht weiß, was hinter den Bergen liegt oder welche magischen Königreiche sich auf den Inseln am Horizont abzeichnen. Das Unbekannte, das Mystische, der Entdeckerdrang... das fehlt bei solch überzeichneten Settings einfach meiner Meinung nach.

Daher halte ich zumindest die Setting-Bücher von D&D 4.0 für einen guten Kompromiss: Ein Grundgerüst wird gegeben, doch ist noch genügend unbeschriebener Freiraum dazwischen um darin spielen zu können. Oder aber man nimmt gleich das völlig offene Standartsetting "Points of Light".
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 24.01.2011 | 18:09
Von den Settings waren etlliche auch in DE übersetzt: Vergessene Reiche, Drachenlanze (z.T.), Planescape, Dark Sun, Rabenhorst...

Zusammen mit den anderen AD&D Produkten war das deutsche D&D derzeit durchaus nennenswert, oder? Also müsste die Frage lauten: warum gibt es keines mehr? Jedenfalls hatte ich zu AD&D Zeiten nicht den Eindruck, der deutsche D&D-Markt sei tot.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Sashael am 24.01.2011 | 18:36
Schätze mal, AD&D hatte auch den Nachteil, dass zu seiner Niedergangszeit Magic:tG rauskam, das in Deutschland das Rollenspiel für eine gewisse Zeit fast ins Vergessen getrieben hat. Rückblickend betrachtet finde ich es ungeheuerlich, wieviele Rollenspieler damals das Rollenspiel für ein simples Kartenspiel aufgegeben haben, das seine einzige Langzeitmotivation aus immer neuen Editionen und immer neuen "besseren" Karten bezog. Und einige (in meinem Bekanntenkreis sogar viele) haben den Sprung zurück nie geschafft. Magic kills the RPG-Star.  ;)
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: D. M_Athair am 24.01.2011 | 18:41
Und einige (in meinem Bekanntenkreis sogar viele) haben den Sprung zurück nie geschafft. Magic kills the RPG-Star.  ;)
Die Neurekruten an unserer Hochschule sind auf der anderen Seite vor dem Rollenspiel mit TCGs und Tabletops in Berührung gekommen.


Nun das wurde auch massivst gegen die Wand gefahren, am Fuss des Abgrundes.

Von der Frage mal ganz abgesehen, welche Nische wollte es besetzen in den USA?

die nicht von Harnmaster, Ars Magica, GUPS Yrth/Banestorm abgedeckt wird, besser abgedeckt wird.
Die Nische des dicken, fetten Metaplot-Spiels wäre lohnenswert gewesen.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Visionär am 24.01.2011 | 18:50
@SchlaubiSchlumpf:
Zusammen mit den anderen AD&D Produkten war das deutsche D&D derzeit durchaus nennenswert, oder? Also müsste die Frage lauten: warum gibt es keines mehr? Jedenfalls hatte ich zu AD&D Zeiten nicht den Eindruck, der deutsche D&D-Markt sei tot.

Ich zitier mich mal selbst:

Was sind denn die Hintergründe für das Scheitern von D&D3 und D&D4 in Deutschland?

Warum haben die wenigen Übersetzungen so lange gebraucht?

Frage ist ja auch an sich geklärt:

1/ Da viele Menschen in Deutschland englisch sprechen und die Bücher auch noch günstiger sind, hat es eine deutsche Übersetzung schwerer als beispielsweise in Frankreich, das nicht so anglophon ist.

2/ Der deutsche Markt ist konservativ, was neue Editionen angeht.

3/ Amigospiele hat sehr lange für die D&D3 Übersetzung gebraucht, weil sie sich jeden Begriff von WoTC absegnen lassen mussten.

4/ Die Version 3.5 kam recht schnell nach der deutschen 3.0, was Amigo vor ein echtes PRoblem gestellt hat, weil sie kurz nach einem Editionswechsel nochmal neue Grundregeln rechtfertigen vor ihren Kunden mussten.

5/ Feder&Schwert, die mit 3.5 dann letztlich gute Arbeit gemacht haben, wurde nach Übersetzung der Grundregelwerke die Lizenz überraschend nicht verlängert, weil Hasbro/WoTC sich mehr Geld mit einem neuen Lizenznehmer erhofft hatten.

6/Der wurde nicht gefunden und wird in Zukunft auch nicht gefunden werden, weil man sich nun scheut mit jemandem wie Wotc GeschÄfte zu machen.

Fasst das die Lage gut zusammen?
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Selganor [n/a] am 24.01.2011 | 18:59
Fasst das die Lage gut zusammen?
Ziemlich gut.

Was mir noch einfaellt:

7/Durch das Fehlen einer deutschen Uebersetzung des SRD (das von den jeweiligen Rechteinhabern - erst Amigo, spaeter F&S - auf "Urheberrechtsprobleme" geschoben wurde) fehlte in Deutschland die Moeglichkeit der "abgesegneten" Fanproduktionen die in Amiland zu D&D3-Zeiten den Rollenspielmarkt reanimierte.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 24.01.2011 | 19:00
Die Nische des dicken, fetten Metaplot-Spiels wäre lohnenswert gewesen.
White Wolf anyone
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: D. M_Athair am 24.01.2011 | 19:00
1/ Da viele Menschen in Deutschland englisch sprechen und die Bücher auch noch günstiger sind, hat es eine deutsche Übersetzung schwerer als beispielsweise in Frankreich, das nicht so anglophon ist.
Streiche "anglophon" setzte "anglophil". Das trifft es mMn besser.

White Wolf anyone
Und klassische Fantasy?
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: carthoz am 24.01.2011 | 19:10
Aber prinzipiell magst du recht haben. Für mich (und viele andere Rollenspieler der frühen Generation) war die Settinglosigkeit des Regelbuches ein Pluspunkt, der für AD&D sprach. (Gleiches gilt für die Settingarmut bei Midgard 2.)
Damals hat "man" halt sein eigenes Setting kreiert; das war ein Teilaspekt des Hobbys, der in Deutschland durch die Gewöhnung der DSAler an Aventurien sehr schnell ausstarb.
Ich wollte das auch keinesfalls als Nachteil verstehen; es wunderte mich damals nur, dass es offenbar überall Settingfragmente gab (Zaubernamen, Gegenstände etc.), aber gleichzeitig trotzdem kein Setting. Das verwirrte mich.

Bis in die späten Achtziger hat es mich immer gewundert, warum es nicht einen DSA-Spieler gab, die bei den Fachsimpeleien im Lieblingsladen von seinen eigenen Weltenschöpfungen berichtete (was unter D&Dlern, Midgardianern und Rolemaster-Spielern einfach üblich war).
Oh, echt? Ich kannte früher so einige, die sich auf Aventurien gut ausgetobt haben, da war nix so wie von der Redax vorgesehen.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Lichtschwerttänzer am 24.01.2011 | 19:11
Exalted
L5R
Hellfrost?
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Dirk Remmecke am 24.01.2011 | 19:24
Fasst das die Lage gut zusammen?

Und ein übergreifendes

0/ D&D hatte immer mit dem Stigma als Verliesprügelspiel zu kämpfen. Als die Rollenspiele nach Deutschland kamen, hatte sich der Zeitgeist weltweit schon gewandelt. Selbst in den Staaten war AD&D auf dem "besten" Wege, zu einem Erzählspiel zu werden (Dragonlance erschien im gleichen Jahr wie die DSA Basis Box; in der Forum-Kolumne des Dragon-Magazins wurden Spielleiter-Techniken für Stimmungserzeugung und charakterzentriertes Kampagnendesign ausgetauscht). Das hat die alten Rollenspielhasen, die teilweise erheblich früher mit dem Hobby angefangen hatten, nicht davon abgehalten, ihre negative Meinung über AD&D zu kolportieren.
Genauso wie die alten AD&D-Hasen über Jahre nicht davon abließen, DSA als Kiddie-Rollenspiel und D&D-Kopie zu verunglimpfen, selbst zu Zeiten von DAA2 und DSA3, als das System längst seinen Kinderschuhen entwachsen war und eine eigenständige Spielkultur begründet hatte.
(Der unselige Streit ging in beide Richtungen.)
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Naldantis am 24.01.2011 | 23:06
ich denke das können wir berechtigter weise anzweifeln.

Ja?
Okay, vielleicht täusche ich mich, aber wer kommt heute noch durch die Schule, ohne etliche Jahre Englisch zu lernen?
Wer kommt im Beruf ohne englische Texte und Sprache aus?
Und welches RPG-Regelwerk zeichnet sich schon durch literarische Komplexität aus?

Ich sehe nicht, daß sich da eine relevante Marktlücke zeigt.
(Wäre natürlich etwas ganz anderes bei RPGs aus Fernost, ...da wäre ich sofort neugierig auf eine Übersetzung.)

Es ist in der Tat ein Vorurteil. Und gerade Regelwerke haben zwei nicht gerade kleine Tücken:

a) Fachvokabular (oft esoterische Begriffe, Kampfmanöver etc.)
b) da es ein Regelwerk (also ein Gesetz im weiteren Sinne) ist, ist nicht die ungefähre Bedeutung, sondern der Wortlaut oft entscheidend.

Okay, sind Argumente, wobei ich gegen a) ins Feld führe, daß mir englische Fachbegriffe z.B. des Schwertkampfes oder frei erfundenes Magievokabular auch nciht fremder und unbekannter sind als selbes auf Deutsch; und gegen b) das man gerade bei solche Texten mehr aus dem Kontext liest und eher am Sinn als an der Formulierung interessiert ist, als man es bei z.B. IT-Literatur oder historischen Berichte täte.

Aber sicher ist dies teilweise ein Frage persönlicher Vorlieben - aber wenn ich auf bestimmte Regelwerke nur hoffen kann, dann habe ich eine starke Motivation, es überhaupt zu bekommen und nur eine geringe Neigung, dafür auf eine bestimmte Sprache zu warten.

Achtung, es folgt ein kleiner Wutausbruch. Zarte Gemüter lesen ihn lieber nicht.


Bin ich nicht, daher kein Problem.
Zum Nachwuchsproblem später, hier nur:
Ich rede nicht davon, daß es JEDER können MUSS, sondern daß es soviele können - gerade in der RPG-interessierten Gemeinde.
Wir sind auch NICHT dafür verantwortlich, Verlage am Leben zu halten, denen nichts innovativeres einfällt als englische Regelwerke mit langer Verzögerung mehr schlecht als recht 1:1 zu übersetzen und dafür mehr Kohle zu verlangen!
Ich bin der letzte, der nicht gerne mal einen regionalen Settingband kauft, ein neues System ersteht, oder einen RPG-Roman einer unbekannten Autorin versucht, aber wenn da nichts geboten wird, was eine deutsche Kundschaft anlockt, geht der Verlag an schlechten unternehmerischen Können ein - vielleicht schade, aber unumgänglich.

Auch wenn Lichtbringer es sehr drastisch ausgedrückt hat, im Kern der Sache hat er absolut Recht. Wir haben nun mal ein Nachwuchsproblem was Rollenspieler angeht. Das ist nicht von der Hand zu weisen. Welcher Jugendliche setzt sich denn heute hin und ließt ein Regelwerk in einer Fremdsprache die ihn möglicherweise schon in der Schule genug nNerven kostet, als seine Freizeit viel bequemer einfach vor der X-Box zu verbringen?


Ich sehe nicht, daß wir ein Nachwuchsproblem haben; IMHO haben wir ein Zeitproblem, das wir versuchen damit zu kurieren, daß wir funktionale Gruppenkerne mit jungen Spieler aufstocken, von denen wir annehmen, daß sie viel mehr Zeit haben als wir und somit mehr mögliche Spieltermine entstehen.
Nichts gegen junge Spieler - aber würden auch mit 40-60 Jährigenen gut spielen können, wenn diese nur mehr Gelegenheit dazu hätte.
Oder anders formuliert: Wir erlebenen einen Mangel an Spielgelegenheiten, bedingt durch einen Mangeln an Zeiten, in denen sich 4-8 Rollenspieler für ein paar Stunden an einem Ort treffen können.

 
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Sashael am 24.01.2011 | 23:10
Ja?
Okay, vielleicht täusche ich mich, aber wer kommt heute noch durch die Schule, ohne etliche Jahre Englisch zu lernen?
Verdammt viele Menschen!

Wer kommt im Beruf ohne englische Texte und Sprache aus?
Noch viel MEHR verdammte Menschen! Hallo? Bitte nicht immer von der eigenen Vita auf andere schließen!
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Visionär am 24.01.2011 | 23:20
Was ist mit den Unverdammten, die ins Himmelsreich aufsteigen? Die müssen alle Englisch können? Gemeine Welt.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Stonewall am 24.01.2011 | 23:23
Nein, andersherum. Englisch zu können ist nicht Bedingung, sondern Zeichen der Erwähltheit. Mal frei nach Calvin.  8]
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Michael am 24.01.2011 | 23:23
Also, dass viele Leute Englisch sprechen, mag in bestimmten Bereichen stimmen, aber es gibt genauso viele, wenn nicht sogar mehr Menschen, die kein Stück Englisch lesen können oder es mal gekonnt haben, aber alles wieder vergessen haben.

Aber das ufert jetzt ab vom eigentlichen Thema, was eigentlich gut begründet wurde.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: ErikErikson am 24.01.2011 | 23:25
Hm ja ,es wurde ja schon gesagt, es gibt ja wohl Pathfinder.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Sashael am 24.01.2011 | 23:31
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Greifenklaue am 24.01.2011 | 23:44
3/ Amigospiele hat sehr lange für die D&D3 Übersetzung gebraucht, weil sie sich jeden Begriff von WoTC absegnen lassen mussten.
Ist ja nicht so wichtig, warum es solange dauerte, aber ich vermute doch stark, dass das nicht der einzige Grund war (wie gesagt: etwa 2 Jahre!).
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Ein am 25.01.2011 | 07:04
Zitat
Verdammt viele Menschen!
Das Englisch-Lernen fängt heute schon im Kindergarten an. Mein 5-jähriger Patensohn kann auf Englisch fließend bis 20 zählen. Er bringt es gerade seinem 3-jährigen Bruder bei. Da kann mir keiner erzählen, dass da nichts hängen bleibt. Zumal die meisten Rollenspieler höhere Bildungsabschlüsse haben und von daher wirklich nicht um das Englisch herumkommen. Interesse tut dann das seinige. Viele coole Regelwerke kriegt man halt nur auf Englisch und ich kenne auch genug Leute, die anhand Rollenspielen gutes Englisch gelernt haben.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 25.01.2011 | 08:00
Und welches RPG-Regelwerk zeichnet sich schon durch literarische Komplexität aus?

Nun ja, vielleicht nicht gerade literarische Komplexität, aber gerade D&D besitzt zum Teil sehr komplexe inhaltliche Zusammenhänge. Die Regelwerke sind ja nicht wegen der hübschen Bilder so dicke Schinken. Wenn also zu den komplexen Regeln noch Informationsverluste und Verständnishürden hinzutreten, weil der Text nicht in der nativen Sprache ist, dann ist das zumindest suboptimal. Es begünstigt das Missverständnis der Regeln.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Glgnfz am 25.01.2011 | 08:12
Das Englisch-Lernen fängt heute schon im Kindergarten an. Mein 5-jähriger Patensohn kann auf Englisch fließend bis 20 zählen. Er bringt es gerade seinem 3-jährigen Bruder bei. Da kann mir keiner erzählen, dass da nichts hängen bleibt. Zumal die meisten Rollenspieler höhere Bildungsabschlüsse haben und von daher wirklich nicht um das Englisch herumkommen. Interesse tut dann das seinige. Viele coole Regelwerke kriegt man halt nur auf Englisch und ich kenne auch genug Leute, die anhand Rollenspielen gutes Englisch gelernt haben.

Möchtest du mal in meine 5. Klasse mitkommen? Von den 25 wird nach Klasse 10 keiner ein englisches Regelwerk lesen können. (Und das liegt nicht an ihrem fabulösen Englischlehrer.) Die zwei, die danach bis Klasse 13 weitermachen hätten immerhin geringe Chancen.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Sashael am 25.01.2011 | 08:41
@Wiener Melange
Nochmal: Nicht von einem Einzelfall auf die Masse schließen. Es gibt in Deutschland eine enorme Zahl von Menschen, die Englisch können. Aber es gibt einen imho fast genauso großen Teil, die nicht Englisch beherrschen. Die implizierte These, dass jeder Rollenspielinteressierte auch gleich zu den Abiturienten gehört, finde ich (vorsichtig formuliert) gewagt. Und von denen, die Englisch "können", gibt es einen enormen Anteil, die sich nie im Leben die Mühe machen würden, mehr als einen kurzen Artikel auf Englisch zu lesen, geschweige denn ein ganzes Regelwerk von 200+ Seiten. Ich z.B. war in Englisch in der Schule immer sehr gut. Danach habe ich noch ein paar Jahre gebraucht, um mir mal ein englisches Regelwerk zu Gemüte zu führen und das war Warhammer 40k. Und das habe ich mir auch nur deshalb angetan, weil ich Warhammer Fantasy und Space Hulk in deutsch hatte und mir damit viele Zusammenhänge leichter erarbeiten konnte. WHF für den Crunch und SH für den Fluff. Ab da ging es natürlich aufwärts, aber die meisten Leute finden imo nie die Motivation, diese erste Hürde zu nehmen. Es geht hier schließlich um SPASS in der FREIZEIT! Für extrem viele Menschen bedeutet das vor allem: Keine großen unnötigen geistigen Anstrengungen.
Das mag man schade finden, ist aber nur in Einzelfällen wirklich zu ändern.  ;)

Edit:
WOOHOO!!! 1.000er Post!  ;D
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Valher am 25.01.2011 | 08:46
Mein Schwager hat auch kein Abi, sein Englisch ist generell ziemlisch "mies", aber er ist begeisterter RPGler.
Ein englisches Regelbuch packt der nicht mal an hehe
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Crimson King am 25.01.2011 | 09:10
Klar gibt es Rollenspieler, deren englisch zu schlecht ist. Die sind aber doch eher die Ausnahme. Die Masse kommt mit englischen Regelwerken gut klar. Man ist ja auch durch englischsprachige Computerspiele in die Richtung sozialisiert, und genügend Leute schauen gestreamte Serien oder gerippte Filme mit Originalvertonung an.

Die Anzahl an Spielern, die von englischen Regelwerken abgeschreckt werden, ist zu klein, um einen ernstzunehmenden Markt zu bilden.

Was mich eher wundert, ist, dass es noch kein NWN3 mit D&D4-Regeln gibt.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Samael am 25.01.2011 | 09:15
, und genügend Leute schauen gestreamte Serien oder gerippte Filme mit Originalvertonung an.


Man kann auch Original-DVDs mit Originalton schauen.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Crimson King am 25.01.2011 | 09:16
Aber nicht so früh.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: kalgani am 25.01.2011 | 09:31
Die Anzahl an Spielern, die von englischen Regelwerken abgeschreckt werden,
ist zu klein, um einen ernstzunehmenden Markt zu bilden.

was ich auch nicht glaube.

wenn ich sehe wieviele in meinem bekanntenkreis
so gut wie nix "in english" können und wenn ich an
meine AD&D anfangszeiten denke, wo die anderen
alles auf deutsch brauchten weil sie die englischen
Zusammenhänge nicht wirklich verstanden haben,
bin ich der überzeugung das man mit deutschen
Übersetzungen doch einiges an geld verdienen könnte.
 
Warum wird von paizo/ulisses  das denn so forsch
mit den übersetzungen vorangetrieben? weil es gekauft
wird, oder nicht?
Ich denke wenn Paizo/Ulisses noch ein paar Plakate
in DE an die Wände pappen würden, würden auch
noch ein paar mehr leute in die passenden shops
gelockt werden können.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Hotzenplot am 25.01.2011 | 09:34
Ich finde es erstaunlich, dass hier mehrfach angeführt wird, der Großteil der Rollenspieler würde gut genug die englische Sprache beherrschen, um in seiner Freizeit (also mit einer gewissen Freude statt aus Zwang) Rollenspielregelbücher lesen zu können.
Vielleicht habe ich da subjektiv einen absolut falschen Eindruck, aber mich würde mal interessieren, wie ihr (diejenigen, die o. g. behaupten) darauf kommt?

In meinen zwei Gruppen kenne ich zwei Leute einschließlich mir, die englische Regelbücher von verschiedenen Rollenspielen lesen. Zwei können so gut wie gar kein Englisch, der Rest hat das übliche Schulenglisch, mit dem man nicht mal die klassische Fantasy-Trivialliteratur (und damit auch kein Regelbuch) flüssig lesen kann.

Was mich angeht: Ich kann englischsprache Regelbücher lesen, für Fantasyromane reicht es auch noch aus (einige Wörter schaue ich dann aber doch nach), für anspruchsvollere Literatur würde es aber definitv nicht reichen. Ich lese englische RPG-Texte nur deshalb, weil ich sie in deutsch nicht bekomme. Aber es macht mir nicht so viel Spaß. Wenn es mehr D&D-Zeug auf deutsch gäbe (gerade von der 3.5er), wäre ich vielleicht ein richtiger Sammler geworden und hätte sicherlich hunderte von Euros für diese Bücher ausgegeben, ohne mit der Wimper zu zucken.
Ich frage mich seit Jahren, warum es kein nennenswertes deutsches D&D gibt. Vielleicht unterschätzen die Verantwortlichen einfach den deutschen Markt.
Klar, DSA ist stark in Dschörmeni, aber ich als DSA-Sammler hätte mich von einer D&D-Sammlung nicht abhalten lassen, wenn es die 3.5er Sachen in ausreichender Menge in deutsch gegeben hätte. Von der 4. Edition auf deutsch kann man ja gar nicht mehr sprechen. Da ist es schon mehr oder minder Veräppelei, deutsche Regelwerke herauszubringen und die Quellenbände dann nicht mehr.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Selganor [n/a] am 25.01.2011 | 10:00
Was mich eher wundert, ist, dass es noch kein NWN3 mit D&D4-Regeln gibt.
Kommt dieses Jahr noch (und von WotC kommt auch noch das dazu passende Sourcebook)
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Crimson King am 25.01.2011 | 10:03
Wird hier das Schulenglisch unterschätzt?

Ich hatte in der Schule immer eine 3 oder 4 in Englisch, und hatte nie Probleme mit englischer Trivialliteratur und Regelwerken.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Ein am 25.01.2011 | 10:08
@Glgnfz
Wie haben wir das dann nur früher geschafft, wo doch unsere Englischausbildung noch viel schlechter war? Wunder, oh, Wunder. Aber vielleicht liegt es dran, dass ich von einer Gesamtschule komme. ::)

@Allgemein
Was man nicht vergessen sollte: Rollenspiele sprechen eh nur eine recht enge Bandbreite von Leuten an und das sind in der Regel nicht die fußballspielenden Buchverächter, sondern eher die Gamer und Nerds. Beide Gruppen beherrschen genug passives Gamer-Englisch (das ganz andere Anforderungen hat als Schulenglisch), dass sie im Grunde mit englischsprachigen Regelwerken nicht mehr Probleme haben als mit deutschsprachigen. Grottig oder zumindest zweideutig geschrieben sind beide gerne.

Weiterhin ist auch das Einstiegsalter nach oben gegangen. Ich glaube nicht, dass heute irgendein 12-jähriger mit P&P anfängt. Früher war das über Spielwarengeschäfte möglich, RPGs vermist man heute in diesen aber ziemlich. Außerdem gibt es auch viel zu viele Alternativen. Aber mit 15, 16 sieht das dann ganz anders auch und bis dahin ist dann auch das nötige Englisch über das Medium CRPGs vorhanden.

Was höchstens sein kann, und das ist ein ganz anderer Punkt, ist, dass die Leute keine Lust auf englische Regelwerke haben. Die landen dann halt bei DSA, viele gehen von da aber auch wieder weg und gucken sich dann eben doch auch andere Sachen an, wenn sie beim RPG bleiben.

Auch eine Rolle spielt das Umfeld. Wenn irgendwer mit einem coolen, englischen Rollenspiel um die Ecke kommt, dann wird das natürlich gezockt. Auch wenn's vielleicht schwer fällt die Regeln zu verstehen. Aber man sollte nicht vergessen, dass Jugendliche zwei Dinge haben, die alten Säcken wie uns fehlen: Massig Zeit und unendliche Motivation (zumindest wenn es um Dinge geht, die sie interessieren).
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: kalgani am 25.01.2011 | 10:18
Ich kenne genug buchverächtende fußballfreunde
die gerne mal fiktiv eine drachen/ork/goblin etc platt
machen würden.
habe eine ganze zeit auch genug von denen zum
spielen gebracht, nur mit dem auslaufen der DE-Versionen
hatten die auch keine Lust mehr sich ins hintergrundmaterial
einzuarbeiten, weil englisch bei denen einfach überflüssig im
alltag ist.

wofür braucht ein handwerker bitte englisch kenntnisse?
oder jemand der in DE im Handel arbeitet?
da gibt es dann den einen Kollegen der englisch kann,
der wird dann gerufen wenn es mal einen Kunden gibt
der der deutschen sprache nicht mächtig ist.
Selbst bei mir als Netzwerk-Admin würden die englisch kenntnisse
sich auf IT beschränken, wenn ich nicht nach der schule aktiv
an meinem englisch gearbeitet hätte (trivialromane etc.)
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Sashael am 25.01.2011 | 10:23
@Glgnfz
Wie haben wir das dann nur früher geschafft, wo doch unsere Englischausbildung noch viel schlechter war? Wunder, oh, Wunder. Aber vielleicht liegt es dran, dass ich von einer Gesamtschule komme. ::)
Vielleicht liegts auch daran, dass früher die Alternativen weniger attraktiv waren. Als ich mit RP angefangen habe, hatte ich nen Amiga 500 und ich kann mich an kein Spiel erinnern, für das ich auch nur daran gedacht hätte, eine Rollenspielsession ausfallen zu lassen. Das ist heute definitiv anders. Damit steigt die Motivationsschwelle, aber der man sich mit schwereren Dingen beschäftigt an. Und dazu zähle ich das Lesen von langen Texten, die nicht in der Muttersprache verfasst sind.

@Allgemein
Was man nicht vergessen sollte: Rollenspiele sprechen eh nur eine recht enge Bandbreite von Leuten an und das sind in der Regel nicht die fußballspielenden Buchverächter, sondern eher die Gamer und Nerds.
Meine erste langjährige Runde bestand zu 60% aus aktiven Hooligans, die sonst vielleicht mal nen Comic "gelesen" haben. Und in einer anderen Runde waren 2 von 5 Spielern drogendealende Kleinkriminelle, die ausser der wöchentlichen RP-Runde mit Games überhaupt nichts am Hut hatten.

Englisch nicht als großes Hindernis zu sehen, wenn es um den Vertrieb von Regelwerken in Deutschland geht, halte ich für extrem kurzsichtig und elitär.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 25.01.2011 | 10:30
@Allgemein
Was man nicht vergessen sollte: Rollenspiele sprechen eh nur eine recht enge Bandbreite von Leuten an und das sind in der Regel nicht die fußballspielenden Buchverächter, sondern eher die Gamer und Nerds. Beide Gruppen beherrschen genug passives Gamer-Englisch (das ganz andere Anforderungen hat als Schulenglisch), dass sie im Grunde mit englischsprachigen Regelwerken nicht mehr Probleme haben als mit deutschsprachigen. Grottig oder zumindest zweideutig geschrieben sind beide gerne.

Nein und Nein. Definitiv! Wenn das deine Erfahrungen sind, dann kann ich dir hiermit sagen, dass sie NICHT allgemeingültig sind. Wie du ja an den anderen Gegenstimmen auch siehst.

1. Ich spiele Fußball, mein Bruder tuts, meine Kumpels auch. Und "Gamer Nerds" sind wir wohl auch eher nicht. Zugegeben, wir sind keine "Buchverächter". Aber mit derartigen pauschalen Vorurteilen liegst du meilenweit daneben.

2. "Gamer English" reicht in keinster Weise aus, um ein Regelwerk, das in ganzen Sätzen mit halbwegs anspruchsvoller Grammatik geschrieben ist, zu verstehen.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Hotzenplot am 25.01.2011 | 10:34
Englisch nicht als großes Hindernis zu sehen, wenn es um den Vertrieb von Regelwerken in Deutschland geht, halte ich für extrem kurzsichtig und elitär.

Das sehe ich ähnlich, auch wenn ich Eins Einwand mit dem "speziellen" Kundenspektrum von RPGs verstehen kann. Ich glaube schon, dass insgesamt der Anteil von zumindest grob an Büchern interessierten Menschen in der Rollenspielszene höher ist als allgemein, aber es geht ja nicht nur darum, ob man des (englischen) Lesens mächtig ist, sondern vor allem darum, ob man so viel Spaß daran hat, dass man es in seinem Hobby tut.

Die Frage ist also, die ich mir gerade selbst gestellt habe: Macht dir das Lesen eines englischsprachigen Rollenspielbuches genauso viel Spaß wie das eines deutschen Rollenspielbuches?
Und:
Wenn du das gleiche RPG in deutsch oder in englisch kaufen könntest, welche Version wählst du?

Bei Frage eins sage ich: Nein, beim englischen brauche ich länger und muss mich mehr auf die Sprache konzentrieren und nicht voll auf den Inhalt.
Bei Frage zwei sage ich: Wenn ich es auf deutsch bekomme, nehme ich auf jeden Fall das deutsche Produkt.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 25.01.2011 | 10:44
Ich verweise an dieser Stelle auch mal auf folgende Umfrage:
http://tanelorn.net/index.php/topic,54797.0/viewResults.html (http://tanelorn.net/index.php/topic,54797.0/viewResults.html)

30% würden bis zu 10 Euro mehr für eine gute deutsche Übersetzung blechen. Wenn man es auf max. 5 Euro reduziert, sind es über 50% unserer User. Das ist doch eine Aussage.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: kalgani am 25.01.2011 | 10:46
bei pathfinder habe ich 2 Bücher bisher auf englisch gekauft.
ich denke in zukunft werde ich aber um die übersetzungen zu
unterstützen die DE Versionen kaufen.

finde z.B. die aufbereitung der klassischen Monster sehr nett.
und das eine oder golarion quellenbuch wird dann wohl auch noch
den weg in mein regal schaffen ;)
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Meister Analion am 25.01.2011 | 13:09
Das Englisch-Lernen fängt heute schon im Kindergarten an. Mein 5-jähriger Patensohn kann auf Englisch fließend bis 20 zählen. Er bringt es gerade seinem 3-jährigen Bruder bei. Da kann mir keiner erzählen, dass da nichts hängen bleibt. Zumal die meisten Rollenspieler höhere Bildungsabschlüsse haben und von daher wirklich nicht um das Englisch herumkommen. Interesse tut dann das seinige. Viele coole Regelwerke kriegt man halt nur auf Englisch und ich kenne auch genug Leute, die anhand Rollenspielen gutes Englisch gelernt haben.
Unsere Kunden sind allesamt Akademiker. Unsere Webseite ist z.Zt. nur in Englisch verfügbar weil die deutsche Übersetzung noch nicht fertig ist. Wir bekommen MASSSIVE Beschwerden von unseren deutschen und österrreichischen Kunden deswegen. Und das betrifft wohlgemerkt nur das Layout und Interface, die PDFs die sie lesen wollen sind in der richtigen Sprache.

Außerdem kenne ich genug Spieler, die keinen höheren Bildungsabschluß haben.

Persönlich kaufe ich auch nur englischen Kram, aber zu behaupten, jeder Interessierte in D könne genug Englisch (oder wäre halbwegs fit im Internet  >;D ) ist vermessen.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Tudor the Traveller am 25.01.2011 | 13:13
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Meister Analion am 25.01.2011 | 13:33
Achso: Warum kaufe ich lieber Englische Produkte?

-Qualität, Quantität und Zeitnähe der deutschen Produkte ist mit zu gering

-schwacher Dollar vs. Buchpreisbindung

-Englisch ist einfach die präzisere Sprache wenn es um Technisches wie Regelwerke geht

-Gewöhnung

Als ich 89 meinen ersten PC bekommen habe gab es halt nur englische Spiele. Da hat sich meine Note von 4 auf 1 verbessert  ::)
Tabletops gab es auch nur auf Englisch. Mein erstes Rollenspiel war zwar Deutsch (MERS), aber als uns das nicht mehr gereicht und wir alternativen wollten mussten wir auch auf Englisch umschwenken da uns DSA und Midgard nicht gefielen.

Aber heutzutage? Klar kommen die Kids im Kindergarten und Grundschule schon mit Englisch in Berührung, gab es bei uns nicht. Aber in der Freizeut brauchen sie es nicht, es gibt ja von allem (ausser D&D  >;D ) deutsche Versionen, Videospiele, Filme, Bücher, usw.
Und wer sich in jungen Jahren nicht motiviert reinhängt, hat es später schwerer eine Fremdsprache so gut zu beherrschen dass es keinen Unterschied mehr macht ob er Deutsch oder Englisch liest.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Mike am 25.01.2011 | 13:35
Ich hatte zwar gute Noten in der Schule in Englisch, habe dann jedoch trotzdem mit dem D&D 3.0 Handbuch auf Englisch leider gar nichts anfangen können. Erst durch mein Studium bei dem ich gezwungen war wissenschaftliche Fachliteratur auf Englisch zu lesen und zu verstehen, ist mein Englisch so gut geworden dass ich nun sogar Englischen Regelbüchern den Vorzug gebe.

In meiner aktuellen D&D-Gruppe können 2 von 5 Spielern absolut kein Englisch, einer kann es so leidlich. Die kaufen sich auch keine Regelbücher, weil sie sie ohnehin nicht verstehen würden.

Und wenn man sich darauf beschränkt, Rollenspieler nur unter Akademikern mit hohem Bildungsniveau und sehr guten Englischkenntnissen zu rekrutieren, lässt man ein enorm großes Kundenpotential ungenutzt. Die Fähigkeit Spaß und Interesse an Rollenspielen zu entwickeln hängt auf keinen Fall mit dem eigenen Bildungsgrad zusammen.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: D. M_Athair am 25.01.2011 | 13:43
-Englisch ist einfach die präzisere Sprache wenn es um Technisches wie Regelwerke geht
Das halte ich bestenfalls für ein Gerücht!

-Qualität, Quantität und Zeitnähe der deutschen Produkte ist mit zu gering
Wenn ich mir ansehen, was AEG und FFG zu fabrizieren, dann bin ich - zumindest was die Qualität anbelangt - heilfroh um Übersetzungen. Was die beiden andern Punkte anbelangt: Da hast du leider Recht.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: kalgani am 25.01.2011 | 14:04
Ich allerdings auch.
Denn es gibt kaum eine Sprache in der man etwas genauer beschreiben kann wie Deutsch.
Diese Aussagen kommt nicht nur von mir sondern vor allem von meinen vielsprachigen Kollegen.

edit:
viele von denen könne französisch, englisch, deutsch, spanisch, russisch, portugisisch etc.
und von alle denen kommt auf die Frage welche Sprache die präzisenten Formulierungen
zulässt wie aus der Pistole: "Deutsch!"
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: carthoz am 25.01.2011 | 14:19
Ich finde es erstaunlich, dass hier mehrfach angeführt wird, der Großteil der Rollenspieler würde gut genug die englische Sprache beherrschen, um in seiner Freizeit (also mit einer gewissen Freude statt aus Zwang) Rollenspielregelbücher lesen zu können.
Vielleicht habe ich da subjektiv einen absolut falschen Eindruck, aber mich würde mal interessieren, wie ihr (diejenigen, die o. g. behaupten) darauf kommt?
Würde mich auch interessieren. Ich kenne genug Studenten, die schon bei englischer Fachliteratur ihres Studiengangs zu stöhnen beginnen, miserable Englischkenntnisse haben und erst recht englische Rollenspielprodukte meiden, wenn sie können, weil sie das Sprachproblem nicht auch noch in ihrer Freizeit haben wollen. Und diese Leute sind nicht doof und haben fachlich einiges auf dem Kasten (und sind auch nicht nur casual gamer, bevor jetzt die Schiene wieder anfängt). Daher halte ich auch Aussagen, abiturbesitzende Rollenspieler müssten das doch (mit Kusshand) können oder Schulenglisch reiche dafür doch locker, für ziemlich anmaßend.
Hinzu kommt: In den Rollenspielläden der 90er, die ich kannte/besuchte, war nur wenig englischsprachiges Material ausgestellt bzw. interessierte es mich nicht, weil auch ich keinen Bock auf Englisch in meiner Freizeit hatte. Die Rollenspieler an meiner Schule hatten höchstens über ihre älteren Geschwister Kontakt zu englischem Rollenspielkram (und den in der Regel vermieden). Das ist heute zwar einfacher, die Kontaktprobleme gibt es aber vermutlich trotzdem wegen der Sprachbarriere. Denn: Ich habe erst deutlich nach der Schule im Studium erkannt, welch Vorteil Englischkenntnisse haben, auch im Rahmen der Freizeitgestaltung. Die Koppelung "Englisch in der Schule = Interesse an Englisch in der Freizeit bzw. Einsatz der Kenntnisse in der Freizeit" ist keinesfalls zwingend, sondern eher umgekehrt, da viele ja den Umgang mit Unterrichtsstoffen außerhalb der Schule meiden wie der Teufel das Weihwasser.
Zudem werden im Computerspielbereich ja gern mal englische Originale gespielt - dann aber ja eben oft nicht wegen der Sprache, sondern weil die Spiele nicht zensiert sind (was ja, wie wir alle wissen, automatisch besser und toller ist). Und bei derartigen Spielen ist dann die Sprache auch gern mal egal (bzw. könnte man mit den Sprachfetzen dann doch wieder was bei Rollenspielprodukten anfangen, tut es aber nicht).
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Meister Analion am 25.01.2011 | 14:23
Ich allerdings auch.
Denn es gibt kaum eine Sprache in der man etwas genauer beschreiben kann wie Deutsch.
Diese Aussagen kommt nicht nur von mir sondern vor allem von meinen vielsprachigen Kollegen.

edit:
viele von denen könne französisch, englisch, deutsch, spanisch, russisch, portugisisch etc.
und von alle denen kommt auf die Frage welche Sprache die präzisenten Formulierungen
zulässt wie aus der Pistole: "Deutsch!"
Vielleicht ist präziser der falsche Ausdruck, aber ich habe den Eindruck das ein und die selbe Regelpassage im Deutschen mehr Wörter benötigt.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: kalgani am 25.01.2011 | 14:39
das ist nunmal so. Deutsch ist ca. 10-20% buchstabenreicher als englisch.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: JS am 25.01.2011 | 14:48
http://www.amazon.de/Speak-German-Deutsch-manchmal-besser/dp/3499622459/ref=sr_1_2?ie=UTF8&s=books&qid=1295963149&sr=8-2 (http://www.amazon.de/Speak-German-Deutsch-manchmal-besser/dp/3499622459/ref=sr_1_2?ie=UTF8&s=books&qid=1295963149&sr=8-2)
Lese und lerne...
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Mike am 25.01.2011 | 15:14
Wer fordert anstelle "Event" zukünftig "Hingeher" zu sagen, den kann ich einfach nicht so recht ernst nehmen...
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Crimson King am 25.01.2011 | 15:15
"Event" heißt ja auch "Ereignis" und nicht "Hingeher".
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: kalgani am 25.01.2011 | 15:22
Wer fordert anstelle "Event" zukünftig "Hingeher" zu sagen, den kann ich einfach nicht so recht ernst nehmen...

wer behauptet denn sowas?
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Meister Analion am 25.01.2011 | 15:26
wer behauptet denn sowas?
Die Rezi bei Amazon

Ich weiß nicht woher er die Zahlen 60 und 10% hat, aber ich halte sie für realistisch.

Anglizismen ausserhalb von Fachbereichen (IT, MMORPG, Rollenspiele) finde ich auch doof, vor allem in der Werbung.
Douglas-come in and find out  wurde oft mit "komm rein und finde wieder raus " interpretiert. ist aber auch recht passend, so schwummerig wie mir es da drin immer von dem Parfümdünsten wird  >;D
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Selganor [n/a] am 25.01.2011 | 15:28
Koennen wir vom Thema "Englisch" inzwischen mal wieder zurueck zum tatsaechlichen Thema kommen?

Danke...
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: JS am 25.01.2011 | 15:40
Wer fordert anstelle "Event" zukünftig "Hingeher" zu sagen, den kann ich einfach nicht so recht ernst nehmen...

Wer einen Autor und ein ganzes Buch aufgrund einiger blödsinnig aus dem Kapitelkontext herausgelöster Anspielungen in schlechten Rezensionen nicht mehr "ernstnehmen" kann, dessen Aussagen zum Thema "Sprache" kann man dann auch nicht sonderlich ernstnehmen.

Schneider fordert nämlich nicht, er bietet ganz entspannt an; er ist kein Ewiggestriger und Deutschtumsapostel, sondern hat einen klaren Blick auf beide Sprachen und deren Vor- und Nachteile - und für sinnvolle Anglizismen. Die möglichen Übersetzungen der mittlerweile massenhaft und stumpfsinnig verwendeten englischen Begriffe im "Deutschen" bilden nur einen kleinen Teil des Buches, das wesentlich mehr zu bieten und zu lehren hat als nur schnöde Begriffsübersetzungen (die so manchem selbsternannten "Deutschkenner" übrigens gut zu Gesicht stünden).

Natürlich kann man ohne viele Kenntnisse so manches Hanebüchene z.B. zum Präzisionsvermögen des Deutschen ins Netz schicken, jedoch... überzeugend ist das nicht.
Titel: Re: Warum gibt es kein nennenswertes deutsches D&D?
Beitrag von: Visionär am 25.01.2011 | 15:43
FAZIT:

Und ein übergreifendes

0/ D&D hatte immer mit dem Stigma als Verliesprügelspiel zu kämpfen. Als die Rollenspiele nach Deutschland kamen, hatte sich der Zeitgeist weltweit schon gewandelt. Selbst in den Staaten war AD&D auf dem "besten" Wege, zu einem Erzählspiel zu werden (Dragonlance erschien im gleichen Jahr wie die DSA Basis Box; in der Forum-Kolumne des Dragon-Magazins wurden Spielleiter-Techniken für Stimmungserzeugung und charakterzentriertes Kampagnendesign ausgetauscht). Das hat die alten Rollenspielhasen, die teilweise erheblich früher mit dem Hobby angefangen hatten, nicht davon abgehalten, ihre negative Meinung über AD&D zu kolportieren.
Genauso wie die alten AD&D-Hasen über Jahre nicht davon abließen, DSA als Kiddie-Rollenspiel und D&D-Kopie zu verunglimpfen, selbst zu Zeiten von DAA2 und DSA3, als das System längst seinen Kinderschuhen entwachsen war und eine eigenständige Spielkultur begründet hatte.
(Der unselige Streit ging in beide Richtungen.)
@SchlaubiSchlumpf:
Ich zitier mich mal selbst:

Frage ist ja auch an sich geklärt:

1/ Da viele Menschen in Deutschland englisch sprechen und die Bücher auch noch günstiger sind, hat es eine deutsche Übersetzung schwerer als beispielsweise in Frankreich, das nicht so anglophon ist.

2/ Der deutsche Markt ist konservativ, was neue Editionen angeht.

3/ Amigospiele hat sehr lange für die D&D3 Übersetzung gebraucht, weil sie sich jeden Begriff von WoTC absegnen lassen mussten.

4/ Die Version 3.5 kam recht schnell nach der deutschen 3.0, was Amigo vor ein echtes PRoblem gestellt hat, weil sie kurz nach einem Editionswechsel nochmal neue Grundregeln rechtfertigen vor ihren Kunden mussten.

5/ Feder&Schwert, die mit 3.5 dann letztlich gute Arbeit gemacht haben, wurde nach Übersetzung der Grundregelwerke die Lizenz überraschend nicht verlängert, weil Hasbro/WoTC sich mehr Geld mit einem neuen Lizenznehmer erhofft hatten.

6/Der wurde nicht gefunden und wird in Zukunft auch nicht gefunden werden, weil man sich nun scheut mit jemandem wie Wotc GeschÄfte zu machen.

Fasst das die Lage gut zusammen?
Ziemlich gut.

Was mir noch einfaellt:

7/Durch das Fehlen einer deutschen Uebersetzung des SRD (das von den jeweiligen Rechteinhabern - erst Amigo, spaeter F&S - auf "Urheberrechtsprobleme" geschoben wurde) fehlte in Deutschland die Moeglichkeit der "abgesegneten" Fanproduktionen die in Amiland zu D&D3-Zeiten den Rollenspielmarkt reanimierte.