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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Rollenspieltheorien => Thema gestartet von: Lichtbringer am 27.01.2011 | 21:09

Titel: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Lichtbringer am 27.01.2011 | 21:09
Ich weiß nicht, ob so etwas schon existiert, aber ich überlege seit einiger Zeit, ob eine Liste an SC-Typen analog zu den Spielertypen hilfreich wäre. Wenn ich in eine Gruppe einsteigen möchte und frage: "Was würde denn in die Gruppe passen?", bekomme ich immer eine rein regeltechnische Antwort. Man braucht einen Krieger/Hacker/Wasauchimmer oder jemanden mit der Fertigkeit Horchen/Schleichen/Weninteressierts.

Wäre es nicht für Spieler, die unterschiedliche SC verkörpern können und dies auch gerne tun, nicht eher hilfreich zu sagen, welche Art von Charakter die Gruppe mit seinem Verhalten bereichern würde?

Momentan fallen mir folgende Typen von Spielercharakteren ein, die in einer Gruppe auftreten können:

Der Akteur: Er wird seiner Rolle als Figur einer Geschichte gerecht. Das große Ganze oder der wichtige Auftrag sind ihm wichtiger als persönliche Ziele, weshalb er diese nicht in den Weg der Handlung stellen wird.

Der Prinzipientreue: Folgt klaren Prinzipien, die jedoch nicht unbedingt edel sein müssen - auch Vorurteile oder krankhaftes Verhalten ginge. Ein solcher Charakter bringt sich lieber in Konflikt mit der Gruppe, als der Handlung zu folgen, wenn dies seinen Prinzipien widerspräche.

Der Kumpel: Sein höchstes Ziel ist der Zusammenhalt der Gruppe. Er möchte eine harmonische Spielercharaktertruppe.

Der Intrigant: Hat viele Geheimnisse und versucht unbemerkt zu seinem Vorteil zu arbeiten, auch wenn die Gruppe dagegen wäre, davon Nachteile hätte oder die Gruppenmitglieder für seine Ziele gegeneinander aufgebracht würden.

Der Neutrale: In gewisser Weise der Mitläufer der Runde. Er beteiligt sich wenig an Entscheidungsfindung und macht alles mit, was die Gruppe beschließt.

Der Widersprüchliche: Sein Verhalten hängt eher an der Tagesform oder Laune des Spielers und ist daher nicht vorhersagbar.


Was haltet ihr von dieser List? Ist sie sinnvoll? Gibt es sowas schon? Fallen euch weitere Typen ein?


Ich zumindest fände es in Zukunft nützlich, wenn ich auf die Frage, was den in die Gruppe passte, vom Spielleiter eine Antwort wie: "Ein Intrigant, das fördert das Charakterspiel dieser freundlichen Kuschelgruppe", bekommen könnte.
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Merlin Emrys am 28.01.2011 | 01:16
Wenn ich in eine Gruppe einsteigen möchte und frage: "Was würde denn in die Gruppe passen?", bekomme ich immer eine rein regeltechnische Antwort. [...] Wäre es nicht für Spieler, die unterschiedliche SC verkörpern können und dies auch gerne tun, nicht eher hilfreich zu sagen, welche Art von Charakter die Gruppe mit seinem Verhalten bereichern würde?
Ich bin da nicht sicher. Man kann einen Charakter schon so anlegen, daß er versucht, den Zusammenhalt der Gruppe zu beeinflussen, aber darauf können Mitspieler auch unerwartet reagieren. Soziale Experimente können leicht schiefgehen...

Es ist ziemlich wahrscheinlich, daß ein Krieger die Kampfkraft der Gruppe heraufsetzt, ein Techniker hilfreich im Umgang mit Geräten ist usw. In sozialen Dingen ist das nicht unbedingt so klar - da muß man immer berücksichtigen, wie die anderen reagieren, und das ist nicht so vorhersehbar.

Was die Typen angeht, gibt es verschiedene Listen, auf die man zurückgreifen könnte. Das Enneagramm etwa kennt den Macher, den Führer, den Loyalen usw.; das könnte man jeweils um die andere Seite (den Faulpelz, den Mitläufer, den Verräter usw.) ergänzen und hätte dann schon einiges an Auswahl.
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Sephiron am 28.01.2011 | 04:58
So wie die Frage gestellt ist, bietet sich an, auf die D&D4 Character Roles zurück zu greifen: Striker, Defender, Leader, Controller.
Verfügt das Spiel über mehrere Schwerpunkte (z.B. Kampf und Soziales), muss für die Rolle für jeden Schwerpunkt einzeln bestimmt werden.

Verallgemeinert kann man die Rollen etwa so beschreiben:
Striker und Controller sind die offensiven Charakterrollen. Während der Striker direkt die Aufgabe angeht, behindert der Controller den Gegner.
Der Defender verteidigt die Gruppe. In Shadowrun nennt man das klassischer Weise "Tank". Er lenkt die Aufmerksamkeit des Gegners auf sich und hält viel aus.
Der Leader gibt Support.
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Captain am 28.01.2011 | 07:47
Oh sehr interessantes Thema. Ich hab da auch schonmal was von Figurentypen aus dem Theater gehört, da weiß ich aber zu wenig konkretes um hier beitragen zu können.
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Dimmel am 28.01.2011 | 08:28
Was haltet ihr von dieser List? Ist sie sinnvoll? Gibt es sowas schon? Fallen euch weitere Typen ein?

Ich würde ein solche Liste interessant finden. Allerdings hab ich Schwierigkeiten diesen Gedanken von der eigenlichen Gruppe und damit wohl der creative agenda zu trennen. Mein Problem dabei ist folgendes: Wenn ich in einer einzelnen Gruppe mehrere verschiedene Charaktertypen habe, z.B. einen Akteur (SC1), einen Intriganten (SC2) und einen Kumpel (SC3), dann kann gut sein, das die Intrigen von SC2 unserem SC3 sauer aufstossen. Das Gerangel könnte SC1 ebenso auf die Nerven gehen.
Das könnte evtl. sehr schnell die Gruppe in gruppeninterene Konflikte stürzen. Und in der Gruppe muss ja vorher abgesprochen sein, ob interne Konflikte in Ordnung sind, oder nicht. Wenn man das vermeiden will, dann müsste jeder eigentlich denselben SC-Typ spielen, und das wäre ja eigentlich nicht der Sinn der Übung.

Genau dazu dieser Kommentar:

Ich zumindest fände es in Zukunft nützlich, wenn ich auf die Frage, was den in die Gruppe passte, vom Spielleiter eine Antwort wie: "Ein Intrigant, das fördert das Charakterspiel dieser freundlichen Kuschelgruppe", bekommen könnte.

Damit plane ich ja jetzt nicht direkt Charakterspiel, das könnte man anders machen. Ich schaffe vor allem einen gruppeninternen Konflikt.

Mein Hauptpunkt ist, dass man die Spieler und die Gruppe im allgemeinen außer Acht lassen würde, wenn man sich nur auf die Typen der Charaktere eingeht. Vielleicht kannst du mir ja bei diesem Verständnisproblem helfen?

Gruß Dimmel
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Teylen am 28.01.2011 | 08:45
Leiten sich die SC Typen nicht aus den Spielertypen ab?
Method Actor werden kein großes Interesse daran haben ihre Spieler Charaktere an etwas anderem als den eigenen Vorstellungen zu orientieren.
Storyteller werden unter Umständen bei Spieler Charaktere welche die Geschichte dadurch behindern das es kein Gruppen Zusammenhalt unglücklich.
Taktiker und andere dem Gamismus nahe Spielertypen werden kaum mit nicht-gamistisch ausgerichteten Charakteren in ihrer Gruppe glücklich werden.
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Tudor the Traveller am 28.01.2011 | 09:13
Wäre es nicht für Spieler, die unterschiedliche SC verkörpern können und dies auch gerne tun, nicht eher hilfreich zu sagen, welche Art von Charakter die Gruppe mit seinem Verhalten bereichern würde?

Damit schließt du ja selbst einen großen Spielerstock aus. Und die, die es betrifft, werden imho von sich aus schon dazu neigen, ihren SC unter den von dir gewünschten Gesichtspunkten zu beschreiben. Eine solche Liste wäre also allenfalls für solche Spieler eine Orientierungshilfe bei der Rolle; es kann sie allerdings auch unnötig einschränken, wenn ihre Vorstellung nicht in eine Kategorie passt. Das Enneagramm ist ein interessanter Ansatz, geht jedoch viel zu weit, m.E. Das AD&D Kämpfer Handbuch hatte ein paar nette Rollentypen, die eventuell für dich auch interessant sein könnten*. Ich würde solche Rollen aber wie gesagt immer nur als Inspiration betrachten.

*Fröhlicher Prahler, gefährlicher Widersacher, gerissener Denker, grober Schläger, natürlicher Anführer, schicksalsgeweihter Philosoph, ungestümer Jüngling, verdammter Champion. Jeweils mit Beschreibung typischer Charakterzüge und Anmerkungen zur Veränderung hin zu anderen Typen.
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Lichtbringer am 28.01.2011 | 09:43
Ich fange mal oben an, ist ja einiges eingetroffen...

Was die Typen angeht, gibt es verschiedene Listen, auf die man zurückgreifen könnte. Das Enneagramm etwa kennt den Macher, den Führer, den Loyalen usw.; das könnte man jeweils um die andere Seite (den Faulpelz, den Mitläufer, den Verräter usw.) ergänzen und hätte dann schon einiges an Auswahl.

Das klingt sehr interessant, wenn auch ziemlich esoterisch. Ich schaue es mir bald mal an.


So wie die Frage gestellt ist, bietet sich an, auf die D&D4 Character Roles zurück zu greifen: Striker, Defender, Leader, Controller.
Verfügt das Spiel über mehrere Schwerpunkte (z.B. Kampf und Soziales), muss für die Rolle für jeden Schwerpunkt einzeln bestimmt werden.

Verallgemeinert kann man die Rollen etwa so beschreiben:
Striker und Controller sind die offensiven Charakterrollen. Während der Striker direkt die Aufgabe angeht, behindert der Controller den Gegner.
Der Defender verteidigt die Gruppe. In Shadowrun nennt man das klassischer Weise "Tank". Er lenkt die Aufmerksamkeit des Gegners auf sich und hält viel aus.
Der Leader gibt Support.

Also entweder verstehe ich dich falsch oder du hast mich falsch verstanden. Es geht eben explizit darum, nicht die regeltechnische Rolle eines SC einzuordnen, sondern sein Verhalten in der Gruppendynamik. Ob jemand seine Gruppe verteidigen kann, ist dabei nicht die Frage, sondern ob er es tun wird. Wird er seine Fähigkeiten der Gruppe zur Verfügung stellen oder nicht? Wovon hängt das ab?


Ich würde ein solche Liste interessant finden. Allerdings hab ich Schwierigkeiten diesen Gedanken von der eigenlichen Gruppe und damit wohl der creative agenda zu trennen. Mein Problem dabei ist folgendes: Wenn ich in einer einzelnen Gruppe mehrere verschiedene Charaktertypen habe, z.B. einen Akteur (SC1), einen Intriganten (SC2) und einen Kumpel (SC3), dann kann gut sein, das die Intrigen von SC2 unserem SC3 sauer aufstossen. Das Gerangel könnte SC1 ebenso auf die Nerven gehen.
Das könnte evtl. sehr schnell die Gruppe in gruppeninterene Konflikte stürzen. Und in der Gruppe muss ja vorher abgesprochen sein, ob interne Konflikte in Ordnung sind, oder nicht. Wenn man das vermeiden will, dann müsste jeder eigentlich denselben SC-Typ spielen, und das wäre ja eigentlich nicht der Sinn der Übung.

Die Frage, wie man diese Typen mischen sollte, ist eine, die mich auch sehr interessieren würde. Es ist sicher nicht so wie bei den Funktionsträger. Eine Gruppe braucht vielleicht einen Kämpfer, aber braucht sie auch einen Intriganten?
Das kommt auf die Gruppe an und der SL muss es abwägen können. Dazu wäre es gerade sinnvoll eine systematische Liste zu haben. Frei nach Wittgenstein brauchen wir erst die Worte, mit denen wir das Problem erfassen können.
Es gibt z. B. Gruppen, die gerne Intrige spielen, es aber damit manchmal übertreiben und die SC-Gruppe besteht plötzlich nur aus Intriganten. Da könnte der SL einen neuen Spieler um einen Kumpel oder Prinzipientreuen bitten, um die Wogen zu glätten.


Leiten sich die SC Typen nicht aus den Spielertypen ab?
Method Actor werden kein großes Interesse daran haben ihre Spieler Charaktere an etwas anderem als den eigenen Vorstellungen zu orientieren.
Storyteller werden unter Umständen bei Spieler Charaktere welche die Geschichte dadurch behindern das es kein Gruppen Zusammenhalt unglücklich.
Taktiker und andere dem Gamismus nahe Spielertypen werden kaum mit nicht-gamistisch ausgerichteten Charakteren in ihrer Gruppe glücklich werden.

Es wird da sicher einige Korrelation geben. Mache Spielertypen werden sich auch gar nicht für diese Unterscheidungen interessieren. Dem Gelegenheitsspieler ist es schlichtweg egal und die Kampfsau interessiert sich sowieso nicht für Charakterspiel. Geschichtenerzähler werden vermutlich gerne Akteure (zum Fördern der Handlung) oder Prinzipientreue (zum Bereichern der Handlung) spielen.
Als erklärter Schauspieler (Method Actor) spiele ich die meisten dieser SC-Typen gerne. Momentan spiele ich einen Prinzipientreuen, ich haben aber genauso auch Akteure oder Intriganten gespielt.


Damit schließt du ja selbst einen großen Spielerstock aus. Und die, die es betrifft, werden imho von sich aus schon dazu neigen, ihren SC unter den von dir gewünschten Gesichtspunkten zu beschreiben. Eine solche Liste wäre also allenfalls für solche Spieler eine Orientierungshilfe bei der Rolle; es kann sie allerdings auch unnötig einschränken, wenn ihre Vorstellung nicht in eine Kategorie passt.

Erst das Modell, dann der Nutzen. Zunächst einmal fände ich eine solche Kategorisierung interessant. Dann schaut man, ob sie einem hilft.
Ich denke schon, dass sie zum Beispiel für die Gruppenfindung über ein Forum wie dieses hilfreich sein kann, damit man die SC aufeinander abstimmen kann, ohne ewige Texte schreiben zu müssen. Vielleicht will eine Gruppe keine Intriganten und ein Spieler, der Spezialist für Intriganten ist, sollte hier vorgewarnt sein.

Das Enneagramm ist ein interessanter Ansatz, geht jedoch viel zu weit, m.E. Das AD&D Kämpfer Handbuch hatte ein paar nette Rollentypen, die eventuell für dich auch interessant sein könnten*. Ich würde solche Rollen aber wie gesagt immer nur als Inspiration betrachten.

*Fröhlicher Prahler, gefährlicher Widersacher, gerissener Denker, grober Schläger, natürlicher Anführer, schicksalsgeweihter Philosoph, ungestümer Jüngling, verdammter Champion. Jeweils mit Beschreibung typischer Charakterzüge und Anmerkungen zur Veränderung hin zu anderen Typen.

Klingt sehr interessant, ich bin mir aber nicht sicher, ob das nicht schon Unterkategorien sind, weil sie sehr spezifisch und auch anscheinend nur auf Kämpfer ausgelegt sind. Könntest du dazu bitte etwas mehr schreiben. Mir steht das Werk nicht zur Verfügung.
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: ErikErikson am 28.01.2011 | 09:51
Find ich ne nette Idee. Da würd ich aber auch das Enneagram nehmen, weil, das istja keine rollenspielspezifische Liste. Dann kann man natürlich hier nicht mehr bauen, aber vielleeicht das Enneagramm als Basis und dann anpassen?

(http://www.authentic-leadership.com/images/angebote/EnneagrammDWeb.jpg)
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Funktionalist am 28.01.2011 | 09:55
Es geht um Rollen, die in typischen SC-Klüngeln vorkommen?
Dann würde der erste nicht so recht passen, denn der beschreibt eine Spielerhaltung zum Abenteuerstil. Dass der SC dem Abenteuerfaden folgt, ist unabhängig von seiner Rolle innerhalb der Gruppe und ist vielmehr eine Äußerung einer Spielerhaltung, denn einer Charakterneigung.
Wenn Du den Helden auf einer Queste meinst, dann hätte man einen SC-Typen, der aber wieder unabhängig von seiner Rolle in der SC-Gruppe ist.

Ich schmeiße einfach mal ein paar  Rollenebenen in den Raum:

- Der Architekt, er baut gerne Einfluss in der Spielwelt auf und sinnt so nach Macht. (SC-Typ/Motivation)
-Der Narr, Dieser Charakter ist ein Witzetransportträger. (Comicrelief der Runde.Das Konzept verlässt leicht die Spielebene und wirkt auf die Spielerrunde und ist oft dafür gedacht. Trotzdem kann dies auch eine SC-Gruppen-interne Funktion sein, die der SC übernimmt.)
- Der Judas, meist in Absprache mit dem SL, wird der SC irgendwann zum Verräter. (Plotfunktion/Gruppenfunktion)

Das enneagramm scheint auf dne ersten Blick eine gute Basis zu sein, um es mit der RSP-Brille mal genauer anzusehen.
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Merlin Emrys am 28.01.2011 | 09:56
Wenn ich es richtig verstehe, müsste die richtige Quelle für Inspirationen die zu einer gruppenbezogenen Typisierung sein. Die Trennung in Angreifer, Verteidiger usw. wendet sich von der Gruppe nach außen. Die D&D-Typen können nach innen und außen "wirksam" werden. Inwieweit gibt das D&D-Handbuch denn Hinweise auf die Interaktion innerhalb der Gruppe?

Zu nicht-rollenspielbezogenen Ideen: Eventuell gibt es da neuere Entwicklungen im Bereich der Wirtschaftswissenschaften? Da kenne ich mich leider gar nicht aus :-o , aber ich könnte mir vorstellen, daß bei der Betrachtung von Vorgängen in einer Abteilung bzw. einer kleinen Firma Archetypen ausgemacht wurden, von denen man etwas ableiten kann.

Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Teylen am 28.01.2011 | 10:18
Mein Problem ist nicht die Korrelation zwischen Spielertypen sowie Spielercharakter Typen sondern das ich die gewuenschte Funktionalitaet nicht erkennen kann.

Einerseits stellt sich das Problem das es, der Beschreibung nach, mit den vorgeschlagenen Charaktertypen ausschliesslich fuer Gruppen geeignet ist die einen Narritivem Rollenspiel Ansatz folgen.
Den Gamisten fehlen Funktionen die wie von Sephrion im Fall von D&D beschrieben die Charaktere in strategische Rollen unterteilen. Wobei, als Gedanke, der Gamismus einer der wenigen, wenn nicht die einzige, Spielweise ist bei der es notwendig ist verteilte Rollen zu haben.
Fuer einen simulationistischen Ansatz hingegen fehlt den Rollen der Welt Bezug, es mag gar als unrealistisch bzw. der simulation widersprechend empfunden werden wenn in einer Gruppe von jeder Sorte einer dabei ist.

Andererseits, denke ich, das es bei narristischer herangensweise dazu kommen kann das die unterschiedlichen beschriebenen Spielercharaktertypen nicht vereinbar sind.
Der Akteuer kann sich durch das Verhalten des Prinzipientreuen gestoert fuehlen da die beschriebene Herangehensweise nicht sehr weit von dem Ausruf "Aber mein Charakter ist halt so" entfernt ist. Der Kumpel kann sich bis zur Selbstaufgabe daran abarbeiten den Prinzipientreuen zu einem Gruppen Zusammenhalt zu bringen. Nun und der Intrigant erinnert mich an Mary Sue Charaktere bzw. solche wo man das Gefuehl hat das ein Spieler nicht mit sondern gegen die Gruppe spielt.

Wenn allerdings selbst beim narristischen Stil derlei Probleme auftreten stellt sich fuer mich die Frage nach der Sinnhaftigkeit.


Ansonsten finden sich solche Spieler Charakter Vorstellungen und Vorschlaege in jedem Vampire die Masker Clanbuch.
Mit einem Griffigen Konzept Titel, Charakter Beschreibung und Rollenspiel Hinweis. Manchmal sogar mit Hinweise darauf das man auf die Gruppen Kompatibilitaet bzw. in den Umgang auf die Beduerfnisse anderer Spieler achten sollte.

Zitat
Zu nicht-rollenspielbezogenen Ideen: Eventuell gibt es da neuere Entwicklungen im Bereich der Wirtschaftswissenschaften?
Ob es Wissenschaftlich ist weiss ich nicht.
Aber man kann z.B. hier teilnehmen: http://www.communicum.nl/index.php?id=93
Und bekommt dann gesagt welche Rolle man in einem Team einnimmt.

EDIT:
Unter http://www.belbin.com/
Bzw. http://www.belbin.com/rte.asp?id=8
Kann man sich etwas die Theorie rund um Belbin Teamroles durchlesen.
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Tudor the Traveller am 28.01.2011 | 11:00
Müsste es nicht in Film und Literatur brauchbare Rollenbilder geben, die man übertragen kann? Ich kenne mich da gar nicht aus...
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Merlin Emrys am 28.01.2011 | 11:01
Mein Problem ist nicht die Korrelation zwischen Spielertypen sowie Spielercharakter Typen sondern das ich die gewuenschte Funktionalitaet nicht erkennen kann.
Vielleicht fokussierst Du einfach zu stark auf die "Funktionalität"?
Es geht, wenn ich das richtig verstanden habe, nicht um das zentrale Element (den Kontakt der Gruppe zu ihrer Außenwelt), sondern um ein beiläufiges Element. Gerade beim DNS-System wird ja immer wieder erwähnt, daß es nicht um "reine" Ausrichtungen geht. Insofern wäre hier vielleicht zu sagen, daß es um die "narrativistischen Elemente im simulationistischen oder gamistischen Ansatz" geht oder um den narrativistischen Kern, der aber mit simulationistischen oder gamistischen Elemente gemischt werden muß, damit Rollenspiel herauskommt.

Ansonsten finden sich solche Spieler Charakter Vorstellungen und Vorschlaege in jedem Vampire die Masker Clanbuch.
Für die (wie mich), die das Regelwerk nicht haben: Was steht denn da so? Läßt sich das kurz exzerpieren?

Unter http://www.belbin.com/
Ja, an so etwas hatte ich gedacht. Das Belbin-Konzept kommt auch wieder auf neun Typen:
Zitat von: Belbin-Team
The first Team Role to be identified was the “Plant”. The role was so-called because one such individual was “planted” in each team. They tended to be highly creative and good at solving problems in unconventional ways.
One by one, the other Team Roles began to emerge. The Monitor Evaluator was needed to provide a logical eye, make impartial judgements where required and to weigh up the team’s options in a dispassionate way.
Co-ordinators were needed to focus on the team’s objectives, draw out team members and delegate work appropriately.
When the team was at risk of becoming isolated and inwardly-focused, Resource Investigators provided inside knowledge on the opposition and made sure that the team’s idea would carry to the world outside the team.
Implementers were needed to plan a practical, workable strategy and carry it out as efficiently as possible.
Completer Finishers were most effectively used at the end of a task, to “polish” and scrutinise the work for errors, subjecting it to the highest standards of quality control.
Teamworkers helped the team to gel, using their versatility to identify the work required and complete it on behalf of the team.
Challenging individuals, known as Shapers, provided the necessary drive to ensure that the team kept moving and did not lose focus or momentum.
It was only after the initial research had been completed that the ninth Team Role, “Specialist” emerged. The simulated management exercises had been deliberately set up to require no previous knowledge. In the real world, however, the value of an individual with in-depth knowledge of a key area came to be recognised as yet another essential team contribution or Team Role. Just like the other Team Roles, the Specialist also had a weakness: a tendency to focus narrowly on their own subject of choice, and to prioritise this over the team’s progress.
Wobei man wohl im Auge behalten sollte, daß weder "im richtigen Leben" noch im Rollenspiel eine Person nur auf eine Rolle festgelegt sein muß. Es gibt durchaus eine große Zahl an Personen, die zwar begeistert eine Rolle ausfüllen kann, aber sehr wohl merkt, wenn eine andere Lücke sich auftut, die sie füllen kann. Der "Monitor Evaluator" kann sehr gut mit dem "Coordinator" harmonieren, "Implementers" mit "Shapers" usw. Man kann also alle neun Rollen mit sehr viel weniger als neun Personen abdecken, und es kann dabei sogar noch vorkommen, daß eine Rolle doppelt besetzt ist.

Die Frage des Lichtbringers wäre dann eher so zu verstehen: Gibt es derzeit ein Ungleichgewicht in der Gruppe, weil zu viele Leute unter anderm in der Rolle X sind, und jemand mit Rolle Y würde das Ganze... ehm... "besser" machen, was auch immer "besser" dann wäre?
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Teylen am 28.01.2011 | 11:18
Vielleicht fokussierst Du einfach zu stark auf die "Funktionalität"?
Das mag sein.
Wobei ich unter anderen von einem Funktionalen Ansatz ausging da Lichtbringer das Beispiel anbrachte das in einer Gruppe die Rolle des Intriganten als 'zu besetzen' beziehungsweise als wichtig betrachtet wird.

Zitat
Für die (wie mich), die das Regelwerk nicht haben: Was steht denn da so? Läßt sich das kurz exzerpieren?

Da ich die Buecher zu Hause habe kann ich lediglich grob aus dem Gedaechtnis zitieren.
Dort findet sich unter anderem im Clanbuch Giovanni:
Titel: "Der Degenerierte"
Konzept: Degenerate
Wesen: Abweichler Verhalten: Bonvoiant
Zitat: "Ob es wirklich noetig war das ich ihn zusammen geschlagen habe? Ach, verschieben wir es auf Morgen! Fahren sie mich zur naechsten Party." [Geht in die Richtung]
Hintergrund Geschichte: Sie lebten soweit fuer den Erfolg und sind eigentlich nicht mal richtig boese. Allerdings tun sie halt alles dafuer im Mittelpunkt zu stehen und verlieren dabei schonmal die Verhaeltnismaessigkeit aus den Augen. [zwei Spalten einer DinA4 Seite mit Text halt der das Wesen des Charakters beschreibt]
Rollenspiel Hinweis: Ihr Charakter liebt es im Zentrum zu stehen. Es ist eine Herrausforderung das er mit seinem Lebensstil an den Abgrund geraet. Seien sie sich bewusst das der Charakter das Konzept dazu neigt eine Menge Spotlight zu ziehen und uebertrieben sie es daher nicht. Sie spielen ja noch mit mehreren.
Kleine Inventar Flavour Liste: ... ... ...

Nach dem Muster finden sich noch: Kind, Dipolmat, Verbitterte Grossmutter, Aide-de-Camp, Gewifter Nekromant, Familieb-Liebling und andere.

Zitat
[Belbin]
Wobei man wohl im Auge behalten sollte, daß weder "im richtigen Leben" noch im Rollenspiel eine Person nur auf eine Rolle festgelegt sein muß. Es gibt durchaus eine große Zahl an Personen, die zwar begeistert eine Rolle ausfüllen kann, aber sehr wohl merkt, wenn eine andere Lücke sich auftut, die sie füllen kann.
Nach Belbin sollte man moeglichst sehen das man alle Rollen im Team hat.
Wobei eine Person in ein zwei Rollen gut sein wird aber nicht in allen - verschiedene auch ggf. gar nicht hat.

Nur sind das Rollen die man als Person uebernimmt, das heisst es entspricht eher den Spielertypen, ggf. steht es noch ein Level ueber diesen. Sich nun zu ueberlegen welche Rolle die Figur einnimmt beziehungsweise einnehmen die von einem "Monitor" / "Specialist" gespielt wird - und wie diese mit anderen in Wechselwirkung tritt - stelle ich mir ueberaus kompliziert vor.
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Lichtbringer am 28.01.2011 | 11:59
Hier kommt ja einiges zusammen. Ich habe in meiner Mittagspause leider nur kurz Zeit, auf weniges davon einzugehen.

Das Enneagramm (ein Wort, das übrigens bloß Neunstern bedeutet) finde ich spannend. Ich weiß aber nicht, ob ich mit den Einträgen unter "gefühl" so viel anfangen kann...

Genrell sollen es allgemeine SC-Typen werden, die nicht auf eine spezifische Welt oder Situation beschränkt sind. So etwas wie verbitterte Großmutter ist eher ein Welt- als ein Verhaltenselement, aber vielleicht verstehe ich das auch falsch. Mir geht es darum, wie die SC in Interaktion treten. Wie ein punktförmiger SC sich im Vakuum verhalten würde (um diese Physikeranalogie zu wählen) scheint mir unbedeutend, weil das Verhalten eines SC nur in der Gruppe interessant ist. Wäre er allein, gäbe es nichts zu koordinieren.


Das mag sein.
Wobei ich unter anderen von einem Funktionalen Ansatz ausging da Lichtbringer das Beispiel anbrachte das in einer Gruppe die Rolle des Intriganten als 'zu besetzen' beziehungsweise als wichtig betrachtet wird.

Also eigentlich wollte ich mit dem Beispiel nur meine eigene Motivation klarstellen, damit mögliche Voreingenommenheiten ersichtlich werden. Prinzipiell geht es hier erstmal um Grundlagenforschung. Aber viele Grundlagenforschung kann man einmal sehr praktisch nutzen. Und ich glaube, das wird auch hier der Fall sein.
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Teylen am 28.01.2011 | 12:07
Genrell sollen es allgemeine SC-Typen werden, die nicht auf eine spezifische Welt oder Situation beschränkt sind. So etwas wie verbitterte Großmutter ist eher ein Welt- als ein Verhaltenselement, aber vielleicht verstehe ich das auch falsch.
Das Konzept in dem Fall "verbitterte Grossmutter" wird in der naehren Beschreibung, wie ich versuchte sie fuer den Degenerierten darzustellen, an einen Rollenspiel Hinweis hinsichtlich des SC Verhalten gekoppelt.
Genauso wie man das Figuren/Verhaltenskonzept Waldorf & Hochsattler (Muppets) als "verbitterte Alte" kurz beschreiben koennte, wenn man nicht zu weit ausholen will.

Die Welt Anbindung ist in dem konkreten Fall gegeben da es sich um praktische Beispiele aus einem Splatbook handelt die zum Spielen gedacht sind.

Allgemeiner erhaelt man es bei Vampire Die Maskerade, sowie afai heard auch bei der neuen World of Darkness mit den Wesen und Verhalten. Die eben diese beiden Aspekte der Charaktere beschreiben.
[In den Regelwerken wird ermutigt eigene Archetypen zu erfinden]
Zitat
Also eigentlich wollte ich mit dem Beispiel nur meine eigene Motivation klarstellen, damit mögliche Voreingenommenheiten ersichtlich werden. Prinzipiell geht es hier erstmal um Grundlagenforschung. Aber viele Grundlagenforschung kann man einmal sehr praktisch nutzen. Und ich glaube, das wird auch hier der Fall sein.
Schon, nur erscheint es mir bereits einen Schritt weiter.
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Tudor the Traveller am 28.01.2011 | 12:44
Ich möchte das im Start-Beitrag Gelistete noch mal aufbröseln. Ich denke nämlich, man kann das auch grundsätzlich angehen und die Typen entsprechend aufstellen.

Imo wurden drei verschiedene Foki genannt, die für die dargestellten Typen von Bedeutung sind und unterschiedlich gewichtet werden:

- Story
- Gruppe
- Individuum

Der "Akteur" ist primär auf die Story fokussiert
Der "Prinzipientreue" ist primär auf sich selbst, also das Individuum fokussiert
Der "Kumpel" ist primär auf die Gruppe fokussiert

Der Intrigant ist auf sich als Individuum und auf die Gruppe als Interaktionspartner fokussiert

Der Neutrale ist gar nicht fokussiert

Der Widersprüchliche wechselt den Fokus nach Laune und Tagesform

Imo fehlt noch ein möglicher Fokus, nämlich der der Außenwelt (DK hat mich darauf gebracht; Stichwort "Architekt").

Der "Architekt" ist primär auf die Außenwelt fokussiert.

Der "Narr" wäre vielleicht eine Kumpel-Variante, da er mit seinen unterhaltsamen Einlagen die Harmonie der Gruppe erhöht (wenn alle Spaß haben, werden Spannungen abgebaut)

Zusätzlich könnte man noch konstruktive und destruktive Motive hinzunehmen. Der Kumpel ist konstruktiv auf die Gruppe ausgerichtet, der Intrigant destruktiv. o.ä.
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Dimmel am 28.01.2011 | 13:02
Ein bisschen fühle ich mich bei dem Thema an die Heldenreise  (http://tanelorn.net/index.php/topic,46422.0.html)und die Archetypen  (http://tanelorn.net/index.php/topic,46424.msg885628.html#msg885628) erinnert. Vielleicht ist das aber dann schon zu arg auf die Funktion des Charakters in der Geschichte zugeschnitten. Ich gebe zu, das noch nie richtig verstanden zu haben, aber vielleicht ist das ein zusätzlich Gedankenanstoss für euch.


@Tudor the Traveller
wenn ich deinen Ansatz richtig verstehe, dann definierst du Unterscheidungsmerkmale für die SC-typen, sprich. Bevor du aber den SC-Typen solche Merkmale verpasst solltest du sie aber erst genau definieren. Ich habe zum Beispiel mit Gruppe und Individum ein Problem. Heisst nicht automatisch, dass ein "Gruppen"-SC kein "Individums"-SC sein kann? Story sehe ich ähnlich kritisch, den sollten nicht eigentlich immer alle SCs versuchen die Story in irgendeiner Form in eine interessante Richtung zu treiben?

Gruß Dimmel
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Tudor the Traveller am 28.01.2011 | 13:37
@Dimmel:

Daher schrieb ich auch "Fokus" und "Gewichtung". Also

Heisst nicht automatisch, dass ein "Gruppen"-SC kein "Individums"-SC sein kann?

Die Antwort ist Jein  ;)

In meinem Vorschlag habe ich 4 "Hauptinteressen" (=Fokus) für einen SC aufgestellt. Ein "Story-fokussierter" SC kann demnach tatsächlich nicht gleichzeitig ein "Gruppen-fokussierter" SC sein. Das siehst du also richtig. Allerdings ist das nur eine Gewichtung. Gruppen-Fokus würde bedeutet, dass der SC sich vor allem um die Gruppe kümmert, unabhängig davon, was sie gerade tut. Ob die Gruppe der Story folgt oder etwas anderes tut, ist zweitrangig, solange die Gruppe als solche etwas gemeinsam tut. Würde dieser SC dem Folgen der Story dieselbe Bedeutung beimessen wie dem Fortbestand der Gruppe, wäre er weder Story- noch Gruppen-fokussiert. Mit dem Intriganten habe ich aber auch gezeigt, dass solche Mischtypen denkbar sind; diese wären aber von den "reinen" Typen abzugrenzen.


Story sehe ich ähnlich kritisch, den sollten nicht eigentlich immer alle SCs versuchen die Story in irgendeiner Form in eine interessante Richtung zu treiben?

Nein, warum? Genau das hat Lichtbringer ja mit z.B. dem "Prinzipientreuen" gezeigt; für ihn ist es wichtiger, seine Ideale nicht zu verraten, als die Story voranzutreiben; ein Paladin z.B. würde nie die gute Prinzessin dem Drachen opfern, auch wenn dies die Mission lösen würde (z.B. beende die Bedrohung durch den Drachen). Der Paladin ist imo automatisch ein "Individuum-fokussierter" Typ, weil seine Ideale eine so enorme Bedeutung haben, dass sich alles andere dem unterordnen muss - er kann sie nicht einfach nur beiläufig beachten. Der typische Paladin würde aber noch viel eher ein Mischtyp sein, weil seine Ideale ihn nämlich auch dazu verpflichten, etwas zu unternehmen; er kann sich nicht einfach hinsetzen und sagen: "wenn ich einfach hier bleibe, verletze ich auch nicht meinen Kodex".


Letztlich ist es ja auch der Spieler, der den Fokus wählt. Was ist das Interessante am Spielen dieses Charakters?

- er ist ein Macher, ein Held, ein Vorkämpfer gegen das Böse, der etwas verändern will (Story-Fokus)
- die Beziehung zu seinen Gefährten ist kompliziert, und es ist spannend zu beobachten, wie sie sich entwickelt (Gruppen-Fokus)
- er ist ein toller Hecht, der ne Menge drauf hat und das soll er auch zeigen (Individuums-Fokus)
- er will einfach nur die Welt erkunden und Freunde finden (Außenwelt-Fokus)
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Lichtbringer am 28.01.2011 | 13:47
Ich stimme Tudor mit seinen vier Klassen soweit zu. Nur der Begriff "Story-Fokus" mag mir nicht gefallen. Der SC weiß ja nichts von der Handlung, die das Abenteuer einmal ergeben soll. Er dient deshalb der Handlung, weil er das Große Ganze im Fokus hat.
Mir fällt leider kein guter Name ein, aber ich finde Story-Fokus ist etwas, was ein Spieler und nicht sein SC hat.
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Tudor the Traveller am 28.01.2011 | 14:00
Das gleiche Problem habe ich auch. Gemeint ist Story im Sinne von "Abenteuer", also Mission, Aufgabe, Queste. Vielleicht wäre "Quest-Fokus" ein besseres Wort?

Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Lichtbringer am 28.01.2011 | 14:07
Einigen wir uns auf den deutschen Ausdruck "Questen-Fokus"?

Dann wäre die Frage, welche Typen uns noch einfallen und wie wir sie in die Fokusse einorden können.
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Dimmel am 28.01.2011 | 14:18
@Dimmel:

Daher schrieb ich auch "Fokus" und "Gewichtung".

Okay, das hilft meinem Verständnis! Danke!

Nein, warum? Genau das hat Lichtbringer ja mit z.B. dem "Prinzipientreuen" gezeigt; für ihn ist es wichtiger, seine Ideale nicht zu verraten, als die Story voranzutreiben; ein Paladin z.B. würde nie die gute Prinzessin dem Drachen opfern, auch wenn dies die Mission lösen würde (z.B. beende die Bedrohung durch den Drachen). Der Paladin ist imo automatisch ein "Individuum-fokussierter" Typ, weil seine Ideale eine so enorme Bedeutung haben, dass sich alles andere dem unterordnen muss - er kann sie nicht einfach nur beiläufig beachten. Der typische Paladin würde aber noch viel eher ein Mischtyp sein, weil seine Ideale ihn nämlich auch dazu verpflichten, etwas zu unternehmen; er kann sich nicht einfach hinsetzen und sagen: "wenn ich einfach hier bleibe, verletze ich auch nicht meinen Kodex".

Naja, er erzählt nur nicht die vorgesehene Geschichte, aber seine eigene. Ich denke du triffst mein Problem wenn ich deine eigene Defintion von Story-Fokus nehme

- er ist ein Macher, ein Held, ein Vorkämpfer gegen das Böse, der etwas verändern will (Story-Fokus)

aber

Einigen wir uns auf den deutschen Ausdruck "Questen-Fokus"?

ich finde hier macht Lichtbringer seinem Namen alle Ehre, mit "Quest-Fokus" komme ich klar.



@Lichtbringer
also die Typen wie sie Destruktive_Kritik geschrieben hat finde ich gut. Was wir bei uns sehr gerne bestimmen und in einigen anderen Gruppen sicherlich oft verwendet wird ist ein "Anführer", ein ??SC-Typ?? mit sehr starkem Gruppen-Fokus, vielleicht auch Quest-Fokus. Aber vielleicht kann man da einen anderen Begriff für finden.

Gruß Dimmel
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Lichtbringer am 28.01.2011 | 14:27

@Lichtbringer
also die Typen wie sie Destruktive_Kritik geschrieben hat finde ich gut.

Ja, die fand ich auch hilfreich. Ich bin mir noch nicht sicher, ob nicht der Judas eine Unterart des Intriganten ist. Beide arbeiten zum eigenen Zwecke gegen die Gruppe - der Judas tut das bloß mit Erlaubnis.
Ich wollte DS gar nicht ignorieren, aber es kann ja gut sein, dass es noch weitere Typen gibt, die bisher nicht genannt wurden. Deshalb wollte ich erstmal die Bühne freigeben.
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Mentor am 28.01.2011 | 14:46
Ich habe mal vor mich hin gebrainstormt, was mir so zu SC-Qualitäten einfällt, die Schubladen sind, die mir öfter unterkommen. Evtl. liefert das einen Denkanstoß, evtl. hilft es beim Gegencheck der schon genannten.

Prügler (stark & kräftig sein)
Detektiv (die Spielwelt untersuchen/durchschauen)
Problemlöser (Aufträge abschließen, Misstände beseitigen, ...)
Politiker (langfristiges Intrigieren, Fraktionen gegeneinander ausspielen, ...)
Chaot (kurzfristiges ausspielen von SCs oder NSCs gegeneinander, schafft Reibungsflächen)
Saboteur (NSCs schwächen, "debuffen", gemein sein)
Helfer (SCs stärken, heilen, "buffen", nett sein)
Charmeur (Eis brechen, für gute Stimmung sorgen, unter SCs wie gegenüber NSCs)
Sprecher (macht als erster den Mund auf)
Ablenker (NSCs kurzfristig austricksen)
Spion (Scout, Späher, Kundschafter - der "Erste", der was weiß)
Schaffer (Haus/Burg bauen, in die Welt eingreifen)
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Merlin Emrys am 28.01.2011 | 14:47
Die vier Grundtypen finde ich überzeugend.
Und dann lassen sich natürlich noch Mischtypen finden:

Der Paladin wäre dann gerade eine Ausprägung des Questen/Individuum-Mischtyps.

Der "Anführer" könnte vom Questen/Gruppen-Mischtyp sein, der Wert darauf legt, daß die Gruppe die Aufgabe angeht, und sie dazu anleitet. Der Judas wäre eine zweite Ausprägung, nämlich gerade in die Gegenrichtung: Er legt Wert darauf, daß die Gruppe die Aufgabe nicht bewältigt. Der Intrigant wäre die analoge Gegenposition der reinen Gruppen-Typs, der die Gruppe (als Gruppe) zum eigenen Vorteil schwächt. Der Gegentyp der Questen dürfte dagegen häufiger als NSC zu finden sein: Der, der versucht, die Lösung der Aufgabe zu verhindern. Innerhalb der Gruppe ist so jemand auf Dauer schwer zu halten.

Beim Gruppen/Individuum-Mischtyp käme ich auf den "Narren": Er stellt sich selbst dar, sein Grundbezug ist die Gruppe. Quest und Außenwelt sind nachrangig. Ein zweiter Vertreter dieser Gruppe ist der Verräter, der im Konflikt, sich oder der Gruppe den Vorzug zu geben, sich selbst gewählt hat.

Beim Außenwelt/Individuum lande ich bei dem, was jetzt schon der reine Außenwelt-Fokus ist. Ich würde dazu neigen, in diesem Fall die Außenwelt-Fokussierung umzuformulieren: Außenwelt-Fokussierung gilt der Teilhabe am Geschehen um den Charakter herum. Die Teilhabe als Entdeckung und Freundessuche zu betreiben, ergibt dann den Mischtyp.

Gruppe/Außenwelt ist schwieriger, dazu fehlt mir grade die Idee... Ich käme in meiner Vorstellung auf einen schwachen Altruisten, im Gegensatz zum Paladin, der der starke Altruist wäre. Oder vielleicht gar kein Altruist, sondern eher das klassische "Opfer", das zu schwach ist, um sich selbst zu schützen, und dafür die Gruppe braucht, um vor der Außenwelt Schutz zu finden?

Der Questen/Außenwelt-Mischtyp... hm, mir gehen die Ideen aus...

Edit:
@ Mentor: Ich würde mit Ausnahme des Helfers und des Chaoten alle als Questen-Typen oder Mischtypen mit Questen-Anteil einordnen. Der Chaot müsste ein Individuums-Mischtyp oder reiner Individdumstyp sein, für den Helfer gilt dasselbe in bezug auf den Gruppentyp.
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Brakiri am 28.01.2011 | 14:58
Der Chaot ist eine wichtige Gruppe. Bisher hat er in 3 meiner Ex- und Gegenwarts-RPG-Gruppen für Unruhe gesorgt.

Entweder klaut er sich mehr Zeit als ihm zusteht, hält den Fortschritt auf, oder zerstört mit seinen Spontan-Aktionen Pläne die seit 45min+ in arbeit sind, mit einer einzigen Aktion.
Das letzte mal hat unser Chaot die ganze Kampagne gesprengt, indem er einen bösen, gefangenen Gott freigelassen hat, für das unglaubwürdige Versprechen die Seele seiner toten Geliebten wieder rauszurücken.

Seit dem bitten wir ihn beim Start jeder neuen Kampagne, dies nicht zu wiederholen. Rein prophylaktisch. Wer weiss was es nutzt.

Chaot Nr.2 ist nicht mehr dabei, aber die Wirkungen von Chaoten ist wie ein sich gegenseitig verstärkender Welleneffekt. Je mehr Chaoten, desto mehr Ärger und Probleme entstehen, und desto weniger Spass macht es den anderen Spielern. Das Chaos(y) steigt also überproportional an, wenn die Anzahl der Chaoten(x) ansteigt.
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Merlin Emrys am 28.01.2011 | 15:09
Der Chaot ist eine wichtige Gruppe. Bisher hat er in 3 meiner Ex- und Gegenwarts-RPG-Gruppen für Unruhe gesorgt.
Das allerdings klingt mir mehr nach dem Spieler als nach den SCs? :-o
Man kann einen Chaoten ja durchaus spielen, ohne die Spielergruppe damit zu stören... 
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Mentor am 28.01.2011 | 15:18
Meiner Erfahrung nach ist der Chaot-Spieler überzeugt, einen guten/plausiblen SC zu spielen, der die Abenteuer interessanter macht. (und sagt auch offen, er spiele bewusst den Chaot) Der SC habe das Ziel, die SC-Gruppe zu stören, nicht der Spieler die Spielergruppe.

In der Reihung Außenwelt-Questen-Gruppe-Individuum wäre er Anti-Welt, Anti-Queste und Anti-Gruppe und pro-Individuum.
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Funktionalist am 28.01.2011 | 15:28
Ich denke, es könnte an der Zeit sein, erste Ergebnisse einem ausformulierten SAmmelpost zusammenzufassen, so dass man von diesem Zwischenstand aus weiterdiskutieren kann!
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Brakiri am 28.01.2011 | 15:48
Das allerdings klingt mir mehr nach dem Spieler als nach den SCs? :-o
Man kann einen Chaoten ja durchaus spielen, ohne die Spielergruppe damit zu stören...  

Ja, du hast recht. Ich sehe es persönlich als problematisch an, dies zu trennen, da ein Chaoten-Spieler mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch einen Chaoten-SC spielen wird.
Das ist zumindest meine Erfahrung. Auf die eine oder andere Art, kommt es dazu.
Ein Spieler, der nicht zur Chaoten-Fraktion gehört, kann natürlich auch "willentlich" einen chaotischen Char spielen.

Die Chaoten als Spielertyp sind aber eine recht grosse Teilmenge der Chaoten-SCs.
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Beral am 28.01.2011 | 15:54
- Questen (Akteur)
- Gruppe (Kumpel, Intrigant)
- Individuum (Pinzipientreue)

Das entspricht übrigens genau den vier impliziten Grundmotiven Anschluss (Kumpel), Leistung (Akteur), Macht (Intrigant) und Selbstsein (Prinzipientreue). Die breite Zustimmung zu Tudors Vorschlag ist wohl nicht zufällig. ;) Ich reihe mich in diese Liste ein, denn Motive sind gut geeignet, eine Person zu charakterisieren.
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Lichtbringer am 28.01.2011 | 15:58
Ich denke, es könnte an der Zeit sein, erste Ergebnisse einem ausformulierten SAmmelpost zusammenzufassen, so dass man von diesem Zwischenstand aus weiterdiskutieren kann!

Na das klingt ja nach einem Aufruf an mich. Ich fasse also zusammen:

Wir haben bisher vier Elementare Fokusse eines SC aufzeigen können:
- Gruppenfokus (das Handeln für die Gruppe und deren Zusammenhalt)
- Individuumsfokus (das Handeln nach eigenen Prinzipien und Motiven)
- Außenweltfokus (das Handeln zur Interaktion mit oder Erkundung der Spielwelt)
- Questenfokus (das Handeln für höhere Ziele und das Große Ganze)

Nur versuchen wird, spezifische Spielertypen zu finden und in diese Fokusse einzuordnen.


Bisherige Vorschläge in diese Richtung:
Akteur: Questen
Prinzipientreuer: Individuum
Kumpel: Gruppe
Architekt: Außenwelt
Neutraler: kein Fokus
Widersprüchlicher: ständig wechselnder Fokus
Intrigant: Gruppe+Individuum
Narr: Gruppe (Kumpelvariante?)
Judas: Gruppe+Individuum (Abart des Intriganten?)
Anführer: Questen+Gruppe
Paladin: Questen+Individuum (vielleicht ein weniger D&D-spezifischer Name?)

Da können wir entweder darauf aufbauen oder die Typen noch überarbeiten. Vielleicht sollte man gleich einen neuen Beitrag erstellen, wie die SC-Typeneinteilung praktisch genutzt werden könnte?
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Dimmel am 28.01.2011 | 16:33
@Destruktive_Kritik / Lichtbringer

Super Idee und Ausführung! Das hilft beim Nachdenken!

@Topic

Akteur: Questen
Prinzipientreuer: Individuum
Kumpel: Gruppe
Architekt: Außenwelt
Neutraler: kein Fokus
Widersprüchlicher: ständig wechselnder Fokus
Intrigant: Gruppe+Individuum
Narr: Gruppe (Kumpelvariante?)
Judas: Gruppe+Individuum (Abart des Intriganten?)
Anführer: Questen+Gruppe
Paladin: Questen+Individuum (vielleicht ein weniger D&D-spezifischer Name?)

Hilfreich wäre es vielleicht auch noch, wenn man so grob sagen konnte, ob der Fokus eines Types eher "konstruktiv" oder "destruktiv" ausgeprägt ist.

Ich nehme mal als Beispiel den Judas und den Kumpel. Beide haben den Fokus "Gruppe". Beim Judas wäre er dann "destruktiv" ausgeprägt, also er versucht gegen den Fokus zu arbeiten. Beim Kumpel wäre das entsprechend anders herum.

@Lichtbringer
Wie wäre noch ein Typ "Geheimnisträger". Der Charakter trägt ein Geheimnis mit sich, das gelüftet werden soll. Ich denke so ein Typ hätte Fokus Außenwelt + Gruppe. Das Geheimnis an sich steht für die Außenwelt, und da er es mit der Gruppe lösen will, kommt der Fokus Gruppe hinzu.

Gruß Dimmel
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Lichtbringer am 28.01.2011 | 17:13
Geheimnisträger scheint mir wirklich ein weiterer Typ zu sein.

Hilfreich wäre es vielleicht auch noch, wenn man so grob sagen konnte, ob der Fokus eines Types eher "konstruktiv" oder "destruktiv" ausgeprägt ist.

Klingt sinnvoll. Man könnte geradezu ein Diagramm zeichnen, in den man die Typen mit jeweils vier Punkten einzeichnet, die man mit einer Linie verbindet. (Siehe Anhang)

[gelöscht durch Administrator]
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Tudor the Traveller am 28.01.2011 | 17:24
Paladin: Questen+Individuum (vielleicht ein weniger D&D-spezifischer Name?)

Kreuzritter?

Zum Geheimnisträger: da würde ich sagen, dass es von der Art des Geheminisses abhängt. Ist es ein Geheminis, dass den SC zu etwas Besonderem macht / machen soll, dann wäre es eher ein weiterer Gruppe/Individuum-Typus; eventuell auch ein Außenwelt/Individuum-Typus, falls das Geheminis nicht durch die Gruppe, sondern eher durch NSC angespielt wird (erste Kategorie: das Geheimnis betrifft die Gruppe stark, zweite Kategorie: das Geheimnis betrifft die Gruppe nur peripher, weil sie eben zum SC gehört).

Der Queste/Außenwelt-Mischtyp dürfte sehr verbreitet sein. Alle, die stark mit der Welt interagieren und dabei Abenteuer erleben wollen. Also im Prinzip der typische Abenteurer.

Ein weiterer Individuum/Außenwelt-Mischtyp ist der, der sich selbst einen Platz an der Sonne schafffen möchte.
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Funktionalist am 28.01.2011 | 17:31
Nur, damit ich das noch verstehe: Außenwelt, Gruppe, Queste, Individuum sind die Ebenen, auf denen die wichtigen Konflikte des Charakter liegen?

Mir shceint der Questenbegriff nciht so recht dazu zu passen. Er steht quasi für eine passive Außenwelthaltung, sozusagen das Gegenstück zum Architekten.
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Tudor the Traveller am 28.01.2011 | 18:12
Naja, schon, irgendwie.

Beide Begriffspaare engen den Fokus sozusagen nochmal weiter ein:

Gruppe — Individuum (Ausschnitt der Gruppe)

Welt — Queste (Ausschnitt der Welt)

Insofern finde ich es schon passend.

Dem Architekten ist die Queste eher egal, er agiert mit der großen Welt als solche. Dem Akteur ist die große Welt als solhe egal, er konzentriert sich nur auf die Queste.
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Dimmel am 29.01.2011 | 11:50
Nur, damit ich das noch verstehe: Außenwelt, Gruppe, Queste, Individuum sind die Ebenen, auf denen die wichtigen Konflikte des Charakter liegen?

Mir shceint der Questenbegriff nciht so recht dazu zu passen. Er steht quasi für eine passive Außenwelthaltung, sozusagen das Gegenstück zum Architekten.

Dem Architekten ist die Queste eher egal, er agiert mit der großen Welt als solche. Dem Akteur ist die große Welt als solhe egal, er konzentriert sich nur auf die Queste.

Ich finde Tudor trifft das recht gut. Der Architekt ist eher ein Charakter der sich seine eigene Geschichte baut. Ich denke er würde sich in sehr offenen Runden wohl fühlen, wie z.B. einer Sandbox. Der Questenjäger ist mehr jemand, der eine Geschichte von außen braucht. Dabei denke ich dann sofort an Trail Blazing und Plot Hooks.


@Lichtbringer
Schönes Diagramm! Ich denke damit eröffnet sich dann auch langsam sowas wie ein praktischer Nutzen. Die Spieler können zusammen versuchen mit der richtigen Kombination an SC-Typen, eine funktionierende Gruppe zusammen zu stellen. Als Beispiel wähle ich mal etwas sehr einfaches, die DSA-Standard-Gutmenschen-Truppe für Kauf-Abenteuer. Dort sollten die SCs einen konstruktiven Quest Fokus haben, damit sie den Abenteuerverlauf auch wirklich folgen. Nebenbei ist bestimmt ein konstruktiver Fokus auf die Gruppe sinnvoll.
Auf ähnliche Weise könnte man bestimmte SC-Typen für seine Gruppe heraussuchen, so dass eben diese für die zu spielenden Abenteuer funktioniert.

Ich sehe hier also den prkatischen Nutzen in der bewussten Zusammenstellen bestimmter SC-Typen um funktionierende Gruppen zusammenzustellen, bzw. um bestimmte Effekte in der Gruppe zu haben. Vielleicht sollten wir dann zu den SC-Typen oder den Fokusausprägungen überlegen, welche Wirkung das auf die Gruppe hat? Wo siehst du den nächsten Schritt?


@Tudor the Traveller
Mit dem Geheimnisträger hast du recht, es sind wohl mehr als nur ein Typ. Vielleicht können wir die einzeln aufdrösseln und den jedem ein Ettikett/Namen aufkleben. Hast du irgendwelche Vorschläge wie du deine Typen benamsen würdest?


Gruß Dimmel
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Merlin Emrys am 29.01.2011 | 12:24
Paladin: Questen+Individuum (vielleicht ein weniger D&D-spezifischer Name?)
Von meinem Verständnis her läuft es auf den "Weltverbesserer" heraus, jedenfalls in der Systematik. Der "Paladin" hat ja oft noch ein weltanschauliches Moment dabei, das aber mE für die Systematik nicht erforderlich wäre.  

Ich finde Tudor trifft das recht gut. Der Architekt ist eher ein Charakter der sich seine eigene Geschichte baut. Ich denke er würde sich in sehr offenen Runden wohl fühlen, wie z.B. einer Sandbox. Der Questenjäger ist mehr jemand, der eine Geschichte von außen braucht. Dabei denke ich dann sofort an Trail Blazing und Plot Hooks.
Mag sein, daß ich es nicht richtig verstehe, aber mir drängt sich hier wieder der Eindruck auf, daß diese Überlegungen nicht scharf genug zwischen Spieler und Charakter trennen. Ich kann mir problemlos vorstellen, in einer Sandbox einen Charakter zu spielen, der auf Aufgaben wartet (und ich kann sie ihm als sein Spieler problemlos "zuschustern", wenn es sonst keiner tut). Ebenso kann ich in einer stark auf Abenteuerlinien angelegten Umgebung einen Architekten spielen, der die Quest immer nur als den partikularen Teil seines Anliegens betrachtet, um den er sich jetzt gerade verstärkt kümmert.
Es gibt da sicher, ebenso wie beim Chaoten, Wechselwirkungen. Bestimmte Aspekte des Spielers finden sich gerne auch in den gespielten Charakteren wieder, ich denke, das ist bei jedem Spieler und seinen Charakteren so. (Außer vielleicht bei Schauspielern als Spieler.) Aber für die Theorie würde ich erst einmal die Spieler selbst außenvorlassen.

Deinen Auführungen @ Lichtbringer stimme ich dann wieder ganz zu.
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Lichtbringer am 29.01.2011 | 21:42
Ich stimme Merlin in beiden Punkten zu. Man sollte hier zwischen Spieler- und SC-Typus unterscheiden, auch wenn der Spieler den SC kontrolliert.

Dennoch finde ich, Dimmels Aussage prinzipiell richtig:
Ich finde Tudor trifft das recht gut. Der Architekt ist eher ein Charakter der sich seine eigene Geschichte baut. Ich denke er würde sich in sehr offenen Runden wohl fühlen, wie z.B. einer Sandbox. Der Questenjäger ist mehr jemand, der eine Geschichte von außen braucht. Dabei denke ich dann sofort an Trail Blazing und Plot Hooks.

Sie ist bloß etwas ungeschickt formuliert. Ein Architekt ist für eine freie Runde passender. Ob er oder der Spieler sich damit wohlfühlen ist nicht die Frage.

Insofern kann diese Typeneinteilung für die Gruppenplanung genutzt werden. Sie sollte es erlauben, die SC-Gruppe bewusst zusammenzustellen. Ob die Spieler damit glücklich werden, ist eine andere Frage. Wenn man Pech hat, hätte ein Spieler gar keine Freude an einem SC, der perfekt in die Runde passen würde. Dann hat der Spieler natürlich Vorrang.
Aber wenn ein Spieler mehreren SC-Typen etwas abgewinnen kann, kann man ihm die Entscheidung vereinfachen.
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Tudor the Traveller am 29.01.2011 | 23:18
Mag sein, daß ich es nicht richtig verstehe, aber mir drängt sich hier wieder der Eindruck auf, daß diese Überlegungen nicht scharf genug zwischen Spieler und Charakter trennen.

Du hast Recht, das muss noch besser herausgearbeitet werden. Für den Spieler ist es relativ klar, was zur Queste, also dem Plot, gehört und was außerhalb davon liegt, dem SC aber nicht unbedingt.

Da kommt aber der Weltverbesserer genau richtig. Ich denke, dass das genau der Punkt ist: der eine will etwas bewegen, ob zum Guten oder Schlechten. Das ist der Questenjäger. Seine Handlungen sind zielgerichtet. Der Außenwelt-Typus ist weniger zielgerichtet; er möchte einfach nur seinen Platz in der Welt kennen lernen bzw. sich diesen erwerben. Das kann durchaus gezielte Handlungen bedeuten, aber diese sind weniger idealistisch. Der Questenjäger will vielleicht die Prinzessin retten oder die Morde im Dorf aufklären und seine Handlungen und Pläne konzentrieren sich darauf. Der Architekt will vielleicht ein bestimmtes Objekt erlangen oder einer bestimmten Organisation beitreten. Das mag in Zügen wie eine Queste anmuten, aber dem Ziel fehlt ein Quest-typischer Zweck. Das Artefakt ist für die Queste nur Mittel zum Zweck (die Welt retten), während es für den Architekten das Endziel bedeutet. Der Unterschied liegt also im Motiv.

Versteht man, was ich meine?
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Beral am 30.01.2011 | 08:21
Sinnsucher: Zieht durch die Welt, weiss selbst nicht so recht, warum. Probiert dies und jenes aus.
Idealist (Weltverbesserer): Er hat bereits eine Vision und arbeitet auf diese zu.
Pragmatiker (Söldner): Will mit seiner Situation irgendwie zurechtkommen. Nimmt Aufträge wegen der Belohnung an.
Machtmensch: Er will an der Spitze sein und die wichtigen Entscheidungen treffen.
Selbstentwickler: Er will an sich arbeiten (z.B. seine Fähigkeiten verbessern, neue Zauber lernen) oder für sich arbeiten (Artefakte sammeln). Die Gruppe ist für ihn ein Vehikel, die Aufträge ebenfalls.

Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Dimmel am 30.01.2011 | 10:16
@Trennung Spieler/Charakter

Ich stimmt da vorbehaltslos zu. Mein Gedankengang geht mehr Richtung SC-Typ in Verbindung mit Gruppe, wirklich komplett abgesehen, ob es Spieler gibt, die dann diese Charaktere auch spielen wollen. Aber die Charaktere zu typisieren macht für mich irgendwie nur Sinn, wenn ich die gesamte Gruppe anschaue. Begebe ich mich da auf den Holzweg?

Du hast Recht, das muss noch besser herausgearbeitet werden. Für den Spieler ist es relativ klar, was zur Queste, also dem Plot, gehört und was außerhalb davon liegt, dem SC aber nicht unbedingt.

Da kommt aber der Weltverbesserer genau richtig. Ich denke, dass das genau der Punkt ist: der eine will etwas bewegen, ob zum Guten oder Schlechten. Das ist der Questenjäger. Seine Handlungen sind zielgerichtet. Der Außenwelt-Typus ist weniger zielgerichtet; er möchte einfach nur seinen Platz in der Welt kennen lernen bzw. sich diesen erwerben. Das kann durchaus gezielte Handlungen bedeuten, aber diese sind weniger idealistisch. Der Questenjäger will vielleicht die Prinzessin retten oder die Morde im Dorf aufklären und seine Handlungen und Pläne konzentrieren sich darauf. Der Architekt will vielleicht ein bestimmtes Objekt erlangen oder einer bestimmten Organisation beitreten. Das mag in Zügen wie eine Queste anmuten, aber dem Ziel fehlt ein Quest-typischer Zweck. Das Artefakt ist für die Queste nur Mittel zum Zweck (die Welt retten), während es für den Architekten das Endziel bedeutet. Der Unterschied liegt also im Motiv.

Versteht man, was ich meine?

Du meinst also, ein Quest-Fokus bedeutet, dass man der Charakter ein bestimmtes Ziel hat? Außenwelt ist dann mehr, wie du geschrieben hast, "seinen Platz in der Welt finden". Hmm, vielleicht hab ich dann wirklich etwas falsch verstanden. Okay, danke für die Aufklärung. Vielleicht sollten wir die Foki doch mal genauer definieren, besondern im Hinblick auf positiver oder negativer Ausprägung.

Bei Quest wäre das dann in etwa:
positiv: Der Charakter hat eine edle Queste, der er sein Leben gewidmet hat. Dies kann etwas unerreichbares sein ("Weltfriede") oder auch ganz konkret ("Entthronung des bösen Königs").
negativ: Der Charakter verfolgt ein Ziel aus Eigennutz. Dies kann sowas sein wie "der größte Schwertmeister" zu werden oder auch "sich selbst zum König krönen".

Wäre das in dieser Form sinnvoll?


Sinnsucher: Zieht durch die Welt, weiss selbst nicht so recht, warum. Probiert dies und jenes aus.
Idealist (Weltverbesserer): Er hat bereits eine Vision und arbeitet auf diese zu.
Pragmatiker (Söldner): Will mit seiner Situation irgendwie zurechtkommen. Nimmt Aufträge wegen der Belohnung an.
Machtmensch: Er will an der Spitze sein und die wichtigen Entscheidungen treffen.
Selbstentwickler: Er will an sich arbeiten (z.B. seine Fähigkeiten verbessern, neue Zauber lernen) oder für sich arbeiten (Artefakte sammeln). Die Gruppe ist für ihn ein Vehikel, die Aufträge ebenfalls.

Schön weitere SC-Typen!

Sinnsucher: Außenwelt, vielleicht auch Individuum
Idealist: Quest (positiv nach obiger Definition)
Pragmatiker: Außenwelt (die Umstände lenken ihn), vielleicht auch Individuum (dann negait da Egoist)
Machtmensch: würde ich als Architekten sehen, mit einem egositischen Individuums Fokus
Selbstentwickler: Quest (negativ nach obiger Definition)

Gruß Dimmel
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Lichtbringer am 30.01.2011 | 12:31
Bei Quest wäre das dann in etwa:
positiv: Der Charakter hat eine edle Queste, der er sein Leben gewidmet hat. Dies kann etwas unerreichbares sein ("Weltfriede") oder auch ganz konkret ("Entthronung des bösen Königs").
negativ: Der Charakter verfolgt ein Ziel aus Eigennutz. Dies kann sowas sein wie "der größte Schwertmeister" zu werden oder auch "sich selbst zum König krönen".

Hm, irgendwie finde ich das zu  wertend. Die positive und negative Achse waren eher dazu gedacht, ob jemand konstruktiv (positiver Bereich) neutral (um 0) oder destruktiv (negativer Bereich) in einem Fokus veranlagt ist.
Daher würde ich sagen, dass ein negativer Questfokus bedeutet, dass man gegen hohe Ziele steht. Der größte Schwertmeister zu werden, ist eher ein positiver Individuumsfokus. Ein negativer Questfokus kann bedeuten, dass man dem Großen Ganzen zu seinen eigenen Zwecken schadet, aber dann müsste er mit einem positiven Individuumsfokus verbunden sein. Ein SC könnte aber auch nur einen negativen Questfokus haben, weil er zynisch oder verbittert ist und nicht an Indeale glaubt und daher sich gegen die heroischen Ziele seiner Kollegen ausspricht.

Dann ließen sich die Fokusse in zwei Paare unterteilen
- Individuum (eigene Ziele oder Wertvostellungen) vs. Gruppe (die Ziele der Gemeinschaft)
- Außenwelt (Ausrichtung auf die gesamte Welt/eher der Fokus darauf, wie die Welt ist) vs, Queste (Ausrichtung auf gewisse Projekte oder Ideale/eher Fokus darauf, wie die Welt sein sollte)

Zumindest sehe ich das so. Aber vielleicht liege ich auch völlig daneben. Nur weil ich den Beitrag ins Leben gerufen haben, muss ich ihn ja nicht verstehen.
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Funktionalist am 30.01.2011 | 14:11
Eine QUeste ist eine Art Fluch, die in FOrm einer großen Aufgabe mit meist tragischen Folgen daherkommt und einem von irgendeiner authorität auferlegt wird, die ruhig etwas übernatürlich sein darf.

Demnach wäre ein Questenjäger jemand, der höhere Ziele und Lehnsherren sucht...aber das Problem hat, dass keine Aufgabe, der er sich widmet per DEfinition einen Questencharakter hat.
Der HEld auf der Queste hat eine BEstimmung, die ihm selbst kaum Raum lässt und ihn beherrscht. Ein überirdisches Edikt oder auch nur den Schal der Königin und einen himalaya an widrigen Umständen. Der klassische Held am Anfang seiner Reise.

Auf das Rollenspiel übertragen ist er derjenige, der tut, was getan werden muss, damit er der Held wird. In einer Sandbox wird das nicht so durchsetzbar sien.
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Tudor the Traveller am 30.01.2011 | 15:16
Eine QUeste ist eine Art Fluch, die in FOrm einer großen Aufgabe mit meist tragischen Folgen daherkommt und einem von irgendeiner authorität auferlegt wird, die ruhig etwas übernatürlich sein darf.

Demnach wäre ein Questenjäger jemand, der höhere Ziele und Lehnsherren sucht...aber das Problem hat, dass keine Aufgabe, der er sich widmet per DEfinition einen Questencharakter hat.
Der HEld auf der Queste hat eine BEstimmung, die ihm selbst kaum Raum lässt und ihn beherrscht. Ein überirdisches Edikt oder auch nur den Schal der Königin und einen himalaya an widrigen Umständen. Der klassische Held am Anfang seiner Reise.

Auf das Rollenspiel übertragen ist er derjenige, der tut, was getan werden muss, damit er der Held wird. In einer Sandbox wird das nicht so durchsetzbar sien.

Guter und wichtiger Punkt, denke ich.  :d

Hm, irgendwie finde ich das zu  wertend. Die positive und negative Achse waren eher dazu gedacht, ob jemand konstruktiv (positiver Bereich) neutral (um 0) oder destruktiv (negativer Bereich) in einem Fokus veranlagt ist.
Daher würde ich sagen, dass ein negativer Questfokus bedeutet, dass man gegen hohe Ziele steht. Der größte Schwertmeister zu werden, ist eher ein positiver Individuumsfokus. Ein negativer Questfokus kann bedeuten, dass man dem Großen Ganzen zu seinen eigenen Zwecken schadet, aber dann müsste er mit einem positiven Individuumsfokus verbunden sein. Ein SC könnte aber auch nur einen negativen Questfokus haben, weil er zynisch oder verbittert ist und nicht an Indeale glaubt und daher sich gegen die heroischen Ziele seiner Kollegen ausspricht.

Dann ließen sich die Fokusse in zwei Paare unterteilen
- Individuum (eigene Ziele oder Wertvostellungen) vs. Gruppe (die Ziele der Gemeinschaft)
- Außenwelt (Ausrichtung auf die gesamte Welt/eher der Fokus darauf, wie die Welt ist) vs, Queste (Ausrichtung auf gewisse Projekte oder Ideale/eher Fokus darauf, wie die Welt sein sollte)

Ja, so würde ich es auch sehen. Ein destruktiver Questenfokus bedeutet, jemand verfolgt eine Sache, um irgendwem oder etwas zu schaden, während die konstruktive Seite versucht, zu helfen.

Jemand, der eine Sache verfolgt, um sich wichtig zu machen, ist imo ein Außenwelt/Individuum-Fokus. Konstruktiv, wenn dabei primär Dinge aufgebaut werden (Freundschaften zu NSC, Organisationen, o.ä.), destruktiv, wenn Dinge abgebrochen werden (Zerschlagen von Organisationen, Töten bestimmter NSC, Zerstörung bestimmter Gebäude). Wohlgemerkt ist dabei das Erreichen der Sache das Endziel, im Gegensatz zum Quest-Typ, wo das Erreichen der Sache einem höheren Zweck dient. Der Questen-Typ handelt zwar von sich aus, aus Pflichtgefühl o.ä., aber auf Geheiß einer höheren "Macht", die die Queste umreißt (danke DK!). Der Außenwelt-Typ handelt (ausschließlich) für seine persönlichen Ziele. ER möchte am Ende etwas bestimmtes erreicht haben.
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Dimmel am 30.01.2011 | 17:42
Ja, so würde ich es auch sehen. Ein destruktiver Questenfokus bedeutet, jemand verfolgt eine Sache, um irgendwem oder etwas zu schaden, während die konstruktive Seite versucht, zu helfen.

Jemand, der eine Sache verfolgt, um sich wichtig zu machen, ist imo ein Außenwelt/Individuum-Fokus. Konstruktiv, wenn dabei primär Dinge aufgebaut werden (Freundschaften zu NSC, Organisationen, o.ä.), destruktiv, wenn Dinge abgebrochen werden (Zerschlagen von Organisationen, Töten bestimmter NSC, Zerstörung bestimmter Gebäude). Wohlgemerkt ist dabei das Erreichen der Sache das Endziel, im Gegensatz zum Quest-Typ, wo das Erreichen der Sache einem höheren Zweck dient. Der Questen-Typ handelt zwar von sich aus, aus Pflichtgefühl o.ä., aber auf Geheiß einer höheren "Macht", die die Queste umreißt (danke DK!). Der Außenwelt-Typ handelt (ausschließlich) für seine persönlichen Ziele. ER möchte am Ende etwas bestimmtes erreicht haben.

Mit "Destruktiv" und "Konstruktiv" finde ich, wird die Sache klarer! Finde ich richtig gut  :d

Ihr findet also, Konstruktiv/Destruktiv bezieht sich dann mehr auf die Aufgabe, die der Charakter hat? Jedenfalls sieht man wohl, dass es doch noch ein wenig Klärungsbedarf dazu gibt.

Gruß Dimmel
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Funktionalist am 30.01.2011 | 19:30
Alternativ könnte man vielleicht destruktiv und konstruktiv als Konflikt suchend und Wert schaffend beschreibend.
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Lichtbringer am 30.01.2011 | 19:51
Mit "Destruktiv" und "Konstruktiv" finde ich, wird die Sache klarer! Finde ich richtig gut  :d

Ja, was? Wenn wir so weiter machen, schaffen wir es noch ins Best of :T:.


Alternativ könnte man vielleicht destruktiv und konstruktiv als Konflikt suchend und Wert schaffend beschreibend.

??? Kommt das nicht fast aufs selbe hinaus?
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Merlin Emrys am 30.01.2011 | 19:53
Ich würde die von Beral genannten SC-Typen alle unter Idividuum, eventuell als Mischtypen, einordnen. Der Idealist könnte ein Mischtyp mit Questen sein - als reinen Questentyp würde ich ihn nur sehen, wenn ihm egal ist, wer das Ziel erreicht und welche Rolle ihm dabei zukommt. (Beim "Weltverbesserer" ist das mE klarer: Solange die Welt hinterher besser ist, ist ihm egal, was mit ihm selber ist.)

Mein Gedankengang geht mehr Richtung SC-Typ in Verbindung mit Gruppe, wirklich komplett abgesehen, ob es Spieler gibt, die dann diese Charaktere auch spielen wollen. Aber die Charaktere zu typisieren macht für mich irgendwie nur Sinn, wenn ich die gesamte Gruppe anschaue. Begebe ich mich da auf den Holzweg?
Nein, das ist kein Holzweg, würde ich meinen. Aber man kann die Gruppe im Hinterkopf behalten und trotzdem äußerst strikt zwischen Spieler und dessen Charakter unterscheiden. Ich betrachte den Spielercharakter in dem Moment als vom Spieler virtuell völlig unabhängiges Wesen - und die Gruppe der Spielercharaktere als virtuell eigenständig, so als gäbe es die Spieler gar nicht.
Ich würde auch behaupten, daß das sinnvoll ist, weil die Wechselwirkung zwischen einem Charakter und der Gruppe der fiktiven Ichs identisch ist, auch wenn die Bewertung der Spieler, ob sie diese Wechselwirkung gut finden oder lieber vermeiden wollen, verschieden sein kann. Darum würde ich das beides getrennt halten: Einerseits sehen, wie ein Charaktertypus mit einer Gruppe wechselwirken wird, und (erst) dann, wenn das klar ist, den Blick auf die Gruppe lenken und fragen: Ist das nun wünschenswert oder zu vermeiden?

Die negativen bzw. destruktiven Foki sind tatsächlich noch ein wenig verwirrend.
Für die Gruppe sind die beiden Pole für mich ziemlich klar, "Kumpel" und "Intrigant", und ich würde auch ungern auf die Unterscheidung verzichten. Für Questen hatte ich auf der Basis der Gliederung
- er ist ein Macher, ein Held, ein Vorkämpfer gegen das Böse, der etwas verändern will (Story-Fokus)
- die Beziehung zu seinen Gefährten ist kompliziert, und es ist spannend zu beobachten, wie sie sich entwickelt (Gruppen-Fokus)
- er ist ein toller Hecht, der ne Menge drauf hat und das soll er auch zeigen (Individuums-Fokus)
- er will einfach nur die Welt erkunden und Freunde finden (Außenwelt-Fokus)
den auf eine partikulare Sache ausgerichteten Weltverbesserer als den konstruktiven Grenzfall, den "Verräter" als den destruktiven Grenzfall angenommen. Vom Außenwelt-Fokus unterscheidet beide, daß sie eine Sache haben, um die ihre Ausrichtung kreist. Der Architekt kümmert sich (sozusagen als "allgemeiner Weltverbesserer") dagegen um "das, was ihm gerade vor die Hände kommt"; oder auch: Der Questen-Typ bekommt seine Aufgabe von einer "höheren Macht", der Architekt wählt sich selbst (s)ein Projekt. Sein Gegenstück wäre dann, würde ich sagen, der, der sich um gar nichts kümmern mag, sei es der Faulpelz oder der durch und durch Enttäuschte, Verbitterte, Hoffnungslose. Den "Zerstörer" würde ich dagegen, anders als Tudor, im "positiven" Bereich einordnen, weil er die Zerstörung ja (doch wohl?) als "gut und richtig", d.h. als etwas in seinen Augen Gebotenes und Wünschenswertes betreibt. - Allerdings ist das vielleicht tatsächlich eine etwas... ehm... vergeisteswissenschaftlichte Sicht? Ich könnte mich auch hoffentlich auch damit anfreunden, den "Zerstörer" als den destruktiven Grenzfall und den Enttäuschten wie den Faulpelz als "neutrale" Fälle anzusehen.

Bleibt der Individuumsfokus. Aufbauend auf "das ist es, um was er sich zentral kümmert", ist das im positiven der selbstbezogene Held, der eine Aufgabe annimmt, um der zu sein, der sie am Ende gelöst hat (und Ruhm und Ehre dafür erntet). Das heißt, die Aufgabe (auch die Quest) ist für ihn nur ein Mittel, während für den Weltverbesserer und den Architekten die Aufgabe im Zentrum steht (und er sich sozusagen selbst nur als dasjenige Mittel zur Lösung der Aufgabe ansieht, das ihm eben gerade zur Verfügung steht). Unterscheidbar wären sie praktisch daran, wie sie dazu stehen, wenn ein anderer die Aufgabe löst: Der Architekt und der Weltverbesserer wären zufrieden, der Held nicht. - Und der destruktive Individuumsfokus müsste demzufolge derjenige sein, der auf seine Selbstzerstörung hinzielt, d.h.: der Selbstmörder? Das ist vielleicht nicht ganz so absurd, wenn man bedenkt, daß das nur der Grenzfall ist und es zuweilen nicht sinnvoll ist, ganz an die Grenze zu gehen. Dann käme ich zu einem, der mit allen Mitteln versucht, nicht zu sein (und zu werden), was er ist, der vor sich selbst oder seinem Schicksal zu fliehen versucht. Die griechischen Tragödien hatten ein Faible für solche Typen...  

Damit hätte ich am Ende:
[Welt] Architekt <-> Verbitterter oder Faulpelz // Zerstörer
[Questen] Weltverbesserer <-> Verräter
[Gruppe] Kumpel <-> Intrigant
[Individuum] Held <-> vor sich selbst Flüchtender  
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Tudor the Traveller am 31.01.2011 | 10:03
@ME: Schöne Gedankengänge  :d

Den "Zerstörer" würde ich dagegen, anders als Tudor, im "positiven" Bereich einordnen, weil er die Zerstörung ja (doch wohl?) als "gut und richtig", d.h. als etwas in seinen Augen Gebotenes und Wünschenswertes betreibt. - Allerdings ist das vielleicht tatsächlich eine etwas... ehm... vergeisteswissenschaftlichte Sicht?

Nee, passt schon. Ich fische da auch noch etwas im Trüben was die Abgrenzung / Eigenschaften der Typen sind. Aber wir sind auf einem guten Weg, denke ich  :)

Unabhängig von deinem Beitrag waren meine letzten Überlegungen:

Probleme beim Abgrenzen von Individuellem Typ und Architekt. Imo haben beide, im Gegensatz zu Questjäger und Gruppentyp, einen egozentrischen Fokus, unterscheiden sich aber im "Wirkungsbereich". Beide Typen möchten imo primär ihre eigenen Ziele verwirklichen (daher dürften beide SC-Typen solche mit eine Palette an eigenen Zielen und Motiven sein und sind daher optimal für Sandboxen). Während der Architekt dafür die ganze Welt benutzt, konzentriert sich der Individualist auf seine Gefährten: Anerkennung, Bewunderung, Verachtung, Antipathie... Er strebt danach, sich von der Gruppe im Positiven oder Negativen abzuheben (und hat damit imo stark egoistische Züge). Oder aber er ist derart mit sich selbst beschäftigt, dass dies einfach die automatische Konsequenz ist (Paladin <-> Kodex).

Anders ist es sowohl beim Questjäger als auch beim Kumpel (hier würde ich noch ein neutrales Wort suchen, etwas in Richtung "Netzwerker" o.ä.). Diese beiden haben nicht ihre primär eigenen Fähigkeiten vor Augen, sondern sehen diese nur als Mittel zum Erreichen ihres Zieles (das hast du, Merlin, so ähnlich auch beschrieben, denke ich). Der Questjäger ist dabei in meinen AUgen der "nackteste" SC Typ, was eigene Ziele angeht: er braucht keine und will eventuell gar keine: wie der (imo sehr passende) Name andeutet, sucht er immer nach einer extern vorgegeben Aufgabe. Der Kumpeltyp bietet imo für eine Story am wenigsten Ansatzpunkte, da seine gesamte Aufmerksamkeit nach innen (im Sinne der Gruppe) gerichtet ist: er ist der Kleber (bzw. "Antikleber") zwischen den Gefährten, ob diese nun eine Queste lösen wollen oder einfach nur in einer Stadt vor sich hindümpeln. Solange innerhalb der Gruppe genug "passiert", im Sinne sozialer Interaktion, ist er zufrieden.

Ihr findet also, Konstruktiv/Destruktiv bezieht sich dann mehr auf die Aufgabe, die der Charakter hat? Jedenfalls sieht man wohl, dass es doch noch ein wenig Klärungsbedarf dazu gibt.

Sehe ich auch so.

Bezüglich konstruktiv - destruktiv müssten wir uns auf eine Beobachtungsposition festlegen. Von außen ist für mich "destruktiv" eben etwas Zerstörendes, nicht etwas Nicht-Existentes (im Sinne der Handlung) (Vgl. Tudor: Erbauer <-> Zerstörer, ME: Handeln <-> Nicht-Handeln).

Zitat
Damit hätte ich am Ende:
[Welt] Architekt <-> Verbitterter oder Faulpelz // Zerstörer
[Questen] Weltverbesserer <-> Verräter
[Gruppe] Kumpel <-> Intrigant
[Individuum] Held <-> vor sich selbst Flüchtender  

Das sieht doch schonmal gut aus!  :d


Das entspricht übrigens genau den vier impliziten Grundmotiven Anschluss (Kumpel), Leistung (Akteur), Macht (Intrigant) und Selbstsein (Prinzipientreue).

Das wollte ich nicht unbeachtet lassen. Wo findet man mehr dazu?
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Merlin Emrys am 31.01.2011 | 14:12
@ Tudor: Danke :-) !

So richtig zufrieden bin ich damit noch nicht. Ich habe es mal "grafisch" geordnet und hoffe, man kann es so lesen...



[gelöscht durch Administrator]
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Lichtbringer am 31.01.2011 | 14:42
[Welt] Architekt <-> Verbitterter oder Faulpelz // Zerstörer
[Questen] Weltverbesserer <-> Verräter
[Gruppe] Kumpel <-> Intrigant
[Individuum] Held <-> vor sich selbst Flüchtender  

Ich weiß nicht, ob ich mit der Bezeichnung "Held" so glücklich bin. Jemand kann zu nach seinen individuellen Zielen auch verbrecherisch handeln. Der konstruktive Individuumsfokus ist ja nur der Dienst an den eigenen Zielen. Diese Ziele könnten genauso positiv eigennützig (z. B. als strahlender Held dastehen, der alle gerettet hat) wie negativ eigennützig (z. B. die Weltherrschaft erringen) sein. Richtet sich vermutlich auch nach den Ausrichtungen in den übrigen Fokussen...
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Dimmel am 31.01.2011 | 14:54
@Merlin Emrys

Diese Trennung in "zu sich hin" und "von sich weg" verstehe ich nicht. Für mich sind das eigentlich andere Ausdrücke für postiv und negativ, oder eben Konstruktiv/destruktiv.

Mit Lichtbringers Grafik (http://tanelorn.net/index.php/topic,65110.msg1274547.html#msg1274547) und deiner Zusammenstellung hier (http://tanelorn.net/index.php/topic,65110.msg1275409.html#msg1275409) ist meiner Meinung ein ganz guter Überblick gefunden (mit evtl. kleineren Diskussionchen, wie dem Helden). Insgesamt finde ich ist das ein tolles bisheriges Ergebnis, auf dem man aufbauen kann.

Findest du, da muss man noch so viel dran schrauben?


@Lichtbringer
Wie ich oben schon schrieb sind für mich negativ/positiv und konstruktiv/destruktiv bestimmten Foki gleichbedeutend. "Welt" zum beispiel. Hab ich einen negativen "Welt"-Fokus, bin ich auch "Welt" destruktiv. Ich hoffe ich mache mir da die Sache nicht zu einfach.

Ist es den schlecht ins Best-of- :T: zu kommen?


@Tudor/Beral

Diese Grundmotive von Beral hab ich tatsächlich überlesen. Das hört sich ja wirklich interessant an! Ich würde da auch gerne eine zusätzlich Quelle haben.


Gruß Dimmel
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Beral am 31.01.2011 | 16:24
Das wollte ich nicht unbeachtet lassen. Wo findet man mehr dazu?
In der Fachliteratur. An der Populärwissenschaft ist dieser Bereich bisher vorbeigegangen.
Offen zugänglich ist die Dissertation von Scheffer (http://repositorium.uni-osnabrueck.de/bitstream/urn:nbn:de:gbv:700-2001092518/1/E-Diss150_thesis.pdf). Da werden drei der Motive behandelt. Mittlerweile wurde mit dem vierten Motiv (http://www.weltbild.de/3/15562489-1/buch/das-beduerfnis-nach-freiheit.html) eine Lücke geschlossen.
Hier im Tanelorn habe ich die impliziten Motive schon mehrfach eingebracht, zuletzt als Teilkomponente der SL-Untersuchung. Die Reaktionen sind spärlich, vielleicht weil das Thema so unbekannt ist?
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Tudor the Traveller am 31.01.2011 | 16:30
Ich weiß nicht, ob ich mit der Bezeichnung "Held" so glücklich bin. Jemand kann zu nach seinen individuellen Zielen auch verbrecherisch handeln. Der konstruktive Individuumsfokus ist ja nur der Dienst an den eigenen Zielen. Diese Ziele könnten genauso positiv eigennützig (z. B. als strahlender Held dastehen, der alle gerettet hat) wie negativ eigennützig (z. B. die Weltherrschaft erringen) sein. Richtet sich vermutlich auch nach den Ausrichtungen in den übrigen Fokussen...

Ja, Held ist da etwas unglücklich. Aber ich finde keinen passenden Begriff. Ich gehe setze den Individuellen Typ mittlerweile mit einem egozentrischen Charakter-Typ gleich. Egozentrisch, weil der SC sehr stark mit sich selbst, seinen Zielen und Ansprüchen an sich selbst beschäftigt ist. Das reicht dann vom Paladin-Typ, der an sich selbst extreme Maßstäbe setzt, um "untadelig" zu sein, über den Wettkämpfer (ich muss besser sein als die anderen) Egoismus bis zu Narzissmus und Egomanie. Alle würde ich aber als positiv / konstruktiv bewerten. Destruktiv wäre der Selbstzerstörer, der ein seltener Typus sein dürfte: Masochisten, Melancholiker, Suizidenten, von Selbsthass Getriebene.
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Captain am 31.01.2011 | 17:17
Wie wäre es mit Protagonist als Begriff dafür?
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Merlin Emrys am 31.01.2011 | 17:50
Diese Trennung in "zu sich hin" und "von sich weg" verstehe ich nicht.
Ich habe auch über "Egozentriker" und "Altruist" nachgedacht, bzw. "auf / an selbst ausgerichtet" und "auf andere / an anderen ausgerichtet" oder "selbstzentriert" und "außenzentriert". Das beinhaltet für mich allerdings keine Wertung, in diesem Fall auch nicht das Paar "Egoist" / "Altruist". Es geht erst einmal nur um eine Beschreibung, wo das Zeil der Bemühungen des Betrachteten zu finden ist: in sich selbst, oder außerhalb von sich.

Findest du, da muss man noch so viel dran schrauben?
Ich bin noch unzufrieden damit, weil die negativen Foki nicht passen. Und als Mensch mit starker wissenschaftlicher Neigung nagt das an mir: Irgendwas stimmt mit der Zuordnung noch nicht, und ausgehend von falschen Voraussetzungen kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zu "richtigen" Ergebnissen kommen. Darum ist es mir ausgesprochen wichtig, bei den Grundlagen geduldig und auch sehr akribisch zu sein.

Ich weiß nicht, ob ich mit der Bezeichnung "Held" so glücklich bin. Jemand kann zu nach seinen individuellen Zielen auch verbrecherisch handeln. Der konstruktive Individuumsfokus ist ja nur der Dienst an den eigenen Zielen.
Hm, ich habe an der Bezeichnung auch eine Weile geknabbert, aber noch keine bessere gefunden. Aber "Protagonist" klingt mir zu fremdbestimmt.
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Beral am 31.01.2011 | 18:35
Das Problem ist, dass sich eine Person als Ganzes nicht auf zwei oder drei Achsen typisieren lässt. Und in der Fragestellung geht es darum, Personen zu typisieren.
Es gibt aberdutzende Eigenschaften auf verschiedenen Ebenen und jede davon - oder eine Kombination von mehreren - kann das prägende Merkmal der Persönlichkeit darstellen. So hübsch die Enneagramme oder ähnliche Darstellungen auch sind, sie greifen alle zu kurz, wenn man den Gegenstandsbereich "Person" nicht vorher eingrenzt. Das Bauchgefühl wird untrüglich darauf hinweisen. Es ist wie bei den Big Five: Jede Person wird mit 5 Merkmalen beschrieben, es gibt auch Korrelationen zu allem erdenklichen Mist, aber wer will sich mit diesem Modell typisieren? Die Schubladen sind viel zu groß gewählt.

Ich möchte damit nicht sagen, dass das Unterfangen aussichtslos ist und man die Mühe einstellen kann oder soll. Das Problem ist aber da, und wenn man nicht darauf eingeht, kreist man auch bei vielen Anläufen am Kern des Problems und damit an der Lösung vorbei. Mein Vorschlag wäre, über eine Eingrenzung des Gegenstandsbereich nachzudenken. Man kann sich zum Beispiel auf einige wenige nützliche Klischees beschränken, ohne damit einen Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben. Man kann sich auf solche Dimensionen beschränken, die nicht nur den Charakter typisieren, sondern gleichzeitig auf der Ebene der Gruppe zweckdienlich sind.
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Tudor the Traveller am 31.01.2011 | 22:37
Ich bin mir bewusst, dass wir hier Extreme aufstellen, denen kaum ein SC wirklich entsprechen wird. Dennoch sollte es möglich sein, solange man dies im Hinterkopf behält. Genau darum geht es doch bei Typisierung... Aus diesem Grund habe ich von Anfang an von Schwerpunkten und Prioritäten gesprochen und nie von wirklich engen, einander ausschließenden Typen.
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Merlin Emrys am 31.01.2011 | 23:32
Vielleicht wird es überschaubarer, wenn man das Vorhaben genauer faßt: Es geht nicht um die Person als Ganzes, sondern um die Interessenlage von Spielercharakter-Typen, weil das für die Spielergruppe neben dem "Regeltechniktyp" der relevanteste Einfluß auf die Gruppe ist. Denn die Interessenlage jedes Spielercharakters beeinflußt auch die Gruppe, sofern man als Vorgabe mitdenkt, daß die Spielercharaktere doch bitte eine Gruppe bilden sollen. Dagegen sind die meisten anderen Dinge, die einen Charakter kennzeichnen, von geringerer Bedeutung, sofern sie nicht ein Extrem oder irgendwelche "wunden Punkte" berühren.

Der "Regeltechniktyp" ist sozusagen die Antwort auf die Frage, "Was kann der?" beantworten, die Interessenlage beantwortet "Was will der?" Dagegen ist die Frage, "Wie sieht der aus?" oder "Wo kommt der her?" meist einfach nicht so bedeutsam. 
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Tudor the Traveller am 1.02.2011 | 08:24
Der "Regeltechniktyp" ist sozusagen die Antwort auf die Frage, "Was kann der?" beantworten, die Interessenlage beantwortet "Was will der?" Dagegen ist die Frage, "Wie sieht der aus?" oder "Wo kommt der her?" meist einfach nicht so bedeutsam.  

Gut ausgedrückt  :D

Als konkrete Folge unserer Überlegungen würde ich z.B. herausziehen, dass die Typen Außenwelt und Individuum für die Gruppe problematisch sein können, selbst wenn sie positiv/konstruktiv (wobei da noch dran zu arbeiten ist) ausgerichtet sind. Außenwelt-Typen haben die Gruppe schlicht nicht im Fokus; ihre Ziele und Motive liegen außerhalb derselben UND dadurch, dass sie nicht Quest-orientiert sind, fehlt ein guter Grund, überhaupt mit der Gruppe an einem Strang zu ziehen. Individuelle Typen brauchen zwar die Gruppe zur Bestätigung ihrer Fortschritte bzw. zum Messen ihrer Fähigkeiten, aber ihre Egozentrik macht es der Gruppe vielleicht schwer, das zu tragen. Da kann ich nur immer wieder das Beispiel Paladin bringen; jeder weiß, wie schwierig es ist, jemanden mit so hohen und unverrückbaren Idealen in der Gruppe zu haben. Die Gruppe ist quasi gezwungen sich an ihm auszurichten, während er sich nicht (oder nur in Ausnahmefällen) vollständig in die Gruppe integrieren kann ohne seine Ideale wenigstens zum Teil hintanzustellen.

Hingegen ist z.B. der Gruppen-Typ für plotgetriebene Stories schwierig, weil sein Interesse vollständig innerhalb der Gruppe liegt; der Plot bzw. dessen Fortschritt ist ihm ziemlich egal,; er benötigt ihn höchstens als Aufhänger für gruppeninterne Interaktion.

Der Questtyp ist für Sandboxen ein zweischneidiges Schwert: ohne klare Queste weiß er nicht, was er tun soll; er ist aber ein starkes Zugpferd, um nach einer solchen zu suchen.


Letztlich bedeutet das imo, dass man - je nach angestrebtem Spielerlebnis - die Typen aufweichen oder meiden muss bzw. zu MIschtypen greifen muss, um Probleme im Vorfeld auszuräumen. Damit kann man dann unabhängig SCs bauen, die dennoch hohen Zusammenhalt in der Gruppe haben sollten; das ist ja ein häufiges Problem (Stichwort: mein Char ist halt so).
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Funktionalist am 1.02.2011 | 10:59
Bevor ihr euch gegenseitig zerschießt:

Stellt doch kurz die drei Varianten nebeneinander, die ihr bisher aufgebaut habt.
(Das Rad, die 2x2 Tabelle und die 4 Rollenbilder)
sowie eine kurze Liste der aktuellen Fragen.

Dann kann man die einzelnen Posts auch einfacher zuordnen und es ist leichter der Diskussion zu folgen.

Im Idealfall als Extrafaden, der nur der Formulierung der Theorie dient und keine Diskussion enthält.

Ich sehe hier nämlich eine Reihe guter Ideen und die ersten Anwendungen tauchen am Horizont auf.
Verfeinern kann man ein Modell immer und umfassend gültig muss es auch nicht sein. Es muss auch nicht vollständig jedes Phänomen beschreiben können.
Das ist die Aufgabe späterer Modelle. ;D

sers,
Alex
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Merlin Emrys am 1.02.2011 | 11:29
@ Tudor: Ich stimme Dir zu. Denn eine Gruppe gewinnt dadurch an Dynamik, daß alle Typen vertreten sind (das war ja auch schon die Grundthese, daß einer Gruppe etwas fehlt, wenn ein bestimmter Typ nicht dabei ist). Aber ich würde sagen, sie sollten nicht "zu gleichen Teilen" vorhanden sein. Vor allem gibt es Typen, von denen maximal einer "in Reinform" in der Gruppe auftauchen sollte - der "Paladin" etwa ist ein gutes Beispiel. Mit zweien davon kann man sich Probleme einhandeln, wenn die sich nämlich uneinig sind und keiner zurückstecken kann, aber einer hat zumindest immer etwas, woran er sich ausrichten kann, wenn die Gruppe mal nicht weiß, was sie als nächtes tun sollte.
Dagegen müssten lauter Kumpel plus einer der anderen Typen in Reinform eine wunderbare Gruppe geben. Der eine weiß, wo er als nächsten hinwill, und alle andern kommen mit :-).

Hm, dazu schwirren mir gleich regelmechanische Sachen im Kopf herum. Ich setze sie mal in einen Spoiler, weil es mir eigentlich zu früh für solche Ableitungen erscheint...
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)

Was man im Vorfeld als Spielleiter auch noch ansehen kann, sind die negativen Foki. Ich würde mir nicht zutrauen, mehr als einen negativen Fokus in der Gruppe überhaupt zu handhaben; da wäre der Ertrag des Modells zunächst einmal, zu sehen, was überhaupt als negativer Fokus einzuordnen ist und daß ein Intrigant und ein Zerstörer schlicht zuviel für eine Gruppe sind.
Außerdem sollte der negative Fokus möglichst in einem Bereich sein, wo kein positiver Fokus-Schwerpunkt ist, das kann auf Dauer nicht gutgehen - es sei denn, die Spieler planen es gezielt so und arbeiten zusammen, um ihre Charaktere gegeneinander agieren zu lassen.  

@ Destruktive_Kritik: So viel ist hier derzeit nicht los, daß mir eine Fadentrennung schon geboten erschiene. Dazu sind die Modelle zu nah aneinander; ich würde sogar sagen, sie sind nur verschiedene Darstellungen desselben Sachverhalts, die jeweils auf bestimmte Dinge mehr oder weniger viel Wert legen.
Das von Beral eingebrachte Modell läßt sich meines Erachtens mit dem von mir vorgeschlagenen in Einklang bringen, wobei Beral da noch einmal draufschauen sollte, ob ich die Zuordungen richtig gewählt habe. Aus der Sicht des Möchtegern-Wissenschaftlers ist für mich interessant, daß die negativen und die positiven Foki in den Reihen "Gruppe" und "Welt" bezogen auf die Spalten "über Kreuz" auftauchen. Anders ergibt es jedenfalls in der Reihe "Gruppe" für mich nicht viel Sinn. In der Spalte "Welt" dagegen schwanke ich, wie herum die Zuordnung nun eigentlich sein müsste... Edit: Beral hatte den "Intriganten" als Macht-Typ eingeordnet. Eventuell wäre also ein weiterer Tausch über Kreuz angebracht, und zwar bei den negativen Foki über die Spalten und Reihen: Der Intrigant hätte dann "Macht", der Verräter "Anschluß" als Zuordnung.

[gelöscht durch Administrator]
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Funktionalist am 1.02.2011 | 11:54
@Merlin
Na, es geht nicht um eine Fadentrennung;
sondern nur um einen Extra-Ergebnisfaden, der den Stand festhält. bevor Anwendungsfragen, das Modell so verkomplizieren, dass es nicht mehr in einem Guß formulierbar ist.

*Eine Tüte Kudos in den Faden kipp*
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Lichtbringer am 1.02.2011 | 12:14
Das Problem ist, dass sich eine Person als Ganzes nicht auf zwei oder drei Achsen typisieren lässt. Und in der Fragestellung geht es darum, Personen zu typisieren.

Richtig. Es geht darum, sie zu typisieren und nicht exakt zu beschreiben. Das wäre für das Rollenspiel auch unsinnig, weil niemand seinen SC immer exakt gleich spielt. Daher geht es vor allem um Tendenzen.


Ich bin noch unzufrieden damit, weil die negativen Foki nicht passen. Und als Mensch mit starker wissenschaftlicher Neigung nagt das an mir: Irgendwas stimmt mit der Zuordnung noch nicht, und ausgehend von falschen Voraussetzungen kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zu "richtigen" Ergebnissen kommen. Darum ist es mir ausgesprochen wichtig, bei den Grundlagen geduldig und auch sehr akribisch zu sein.

Der Diplom-Chemiker und Chemiedoktorand Schilling stimmt diesem Anspruch zu.

Was das angeht, bin ich mir noch nicht sicher, ob wir uns einig sind, was positiv und negativ auf einer Fokusachse bedeuten. Ich sehe sie als konstruktiv und destruktiv. Jemand mit einem positiven, konstruktiven Wert im Individuumsfokus ist auf seine eigenen Ansichten (seien sie gut oder böse) zentriert und sieht diese als hoch an. Jemand mit einem negativen, destruktiven Wert ist nicht notwendigerweise Altruist (das wäre ein Questfokus), er hält nur wenig von sich selbst. Er mag genügsam und passiv sein. Ein deutlich negativer Wert in diesem Fokus entspräche ausgeprägtem Selbsthass oder starken Selbstzweifeln.
Können wir uns auf diese Achseneinteilung einigen?
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Funktionalist am 1.02.2011 | 12:31
Ein Paladin, der gerade missioniert und eine Kirche aufbaut, erfüllt eine andere Rolle als der gleiche Paladin, das Regime des Kultes stürzen will.

Die Rollen in der Gruppe, also die Charaktertypen müssen nicht zeitlich stabil sein und gerade komplexe Charaktere werden zwischen ihnen wechseln.

So, wie ich die Fragestellung verstanden habe, geht es nicht um die innere Motivation der Charaktere, sondern um die Natur ihrer Ziele/Wirkbereiches. Also die Verortung der SC-Absicht in der Spielwelt.
Der Zweifler im Konflikt mit sich selbst, sucht eine konstruktive/Wertschaffende Lösung im Individuum.
Der scheinheilige mit Glaubenskrise, sucht den Konflikt und Kampf im Inneren.

Der Anführer sucht den Gruppenzusammenhalt und Stärkung derselben.
Der Intrigant den Konflikt innerhalb der Gruppe.

Machtmensch/Architekt vs. Räuber/schurke als Beispiel für den Außenweltfokus.

Zum Questenfokus fällt mir der Gegensatz strahlender vs. tragischer Held ein. Also der Held aus Überzeugung, der die Queste unterstützt, wie ein Kreuzritter oder der edle Prinz und der tragische Held, der unter sienem Schicksal leidet und dagegen kämpft?

Die Idee dahinter entstammt z.B. dem Erfolg von Minecraft und Die Sims, vs. CoD.
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Beral am 2.02.2011 | 10:04
Das von Beral eingebrachte Modell läßt sich meines Erachtens mit dem von mir vorgeschlagenen in Einklang bringen, wobei Beral da noch einmal draufschauen sollte, ob ich die Zuordungen richtig gewählt habe.
Ich selbst blicke durch die Grafik nicht durch. Das Motivkonzept ist da nicht so eingebunden, wie es gedacht ist. Vielleicht sage ich ein paar Worte dazu und dann kannst du selbst schauen, ob und wie es reinpasst und ob es überhaupt in dein Kategorieschema gehört.

Trennen wir die Motive der Übersicht halber zuerst in zwei Kategorien:
a) Erleben. Der Weg ist das Ziel. Seinsorientiert.
b) Erreichen. Das Ziel ist das Ziel. Wirkungsorientiert.

Sowohl das Erleben als auch das Erreichen können auf andere oder auf sich selbst gerichtet sein:
1) Auf andere gerichtet.
2) Auf sich gerichtet.

Das ergibt ein 2x2 Schema mit vier Motiven:
a1) Beziehungen zu anderen. (Erleben. Auf andere gerichtet.) Kennzeichnend ist, dass die Beziehungen nicht an Bedingungen geknüpft sind, sondern um des Kontaktes selbst willen angestrebt werden. Es geht um freundschaftlichen / persönlichen Austausch, aber auch um Zugehörigkeit zu einer Gruppe / Person.
a2) Selbstverwirklichung. (Erleben. Auf sich selbst gerichtet.) Persönliche Freiheit. Es geht darum, sich selbst frei und autonom zu erleben, überhaupt sich selbst zu erleben, aber auch sich zu entwickeln, als Person zu wachsen.
b1) Macht / Einfluss. (Erreichen. Auf andere gerichtet.) Es geht darum, andere zu beeinflussen und Dinge zu kontrollieren, mit denen man andere beeinflussen kann. Hier kann man schön zwischen konstruktiv und destruktiv unterscheiden. Befehlende oder konflikthafte Macht sind destruktiver Natur; Hilfestellung, Erteilung von Ratschlägen, Lehren und umsichtige Führung sind konstruktiver Natur (wenn man also durch seinen Einfluss dazu beiträgt, dass sich andere entwickeln).
b2) Leistung bringen. (Erreichen. Auf sich selbst gerichtet.) Eine Herausforderung soll aus eigener Kraft bewältigt werden.

Das sind unbewusste Motive und auf dieser Ebene der unbewussten Motive ist die Darstellung erschöpfend und vollständig und netterweise auch wissenschaftlich abgesichert. Aber Unterscheidungen zwischen Gruppe und Welt finden hier keinen Platz. Die sind in der Person ein paar Ebenen höher anzusiedeln und betreffen Identitätsfragen. So kommt es mir jedenfalls vor. Auf der Ebene der Identität kann man schauen, wer selbstzentriert ist und die Gruppe als Handlungsraum benutzt; wer sich mit der Gruppe identifiziert und die Welt als Handlungsraum benutzt; wer sich über sich selbst identifiziert und die Welt als Handlungsraum benutzt (in diesem Fall ist die Bindung an die Gruppe sehr fragil, was für Rollenspiele aus organisatorischen Gründen meist ungünstig ist). Man kann sich auch mit einem Glauben identifizieren und die Welt als Handlungsraum benutzen. 

Ich möchte nicht dazu drängen, Motive für die Typisierung zu verwenden. Aber weiter vorne im Thread gab es Typisierungen, die in Form von Klischees (Akteuer, Kumpel, Intrigant, Prinzipientreue) erstaunlich nah am Motivkonzept gebaut waren. Das wurde dann mit anderem Zeug vermischt. Nichts gegen Vermischung, aber so wie es vermischt wurde, ging bei mir das Gefühl verloren, dass etwas auf den Punkt getroffen wurde.
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Dimmel am 2.02.2011 | 10:23
Das ergibt ein 2x2 Schema mit vier Motiven:
a1) Beziehungen zu anderen. (Erleben. Auf andere gerichtet.) Kennzeichnend ist, dass die Beziehungen nicht an Bedingungen geknüpft sind, sondern um des Kontaktes selbst willen angestrebt werden. Es geht um freundschaftlichen / persönlichen Austausch, aber auch um Zugehörigkeit zu einer Gruppe / Person.
a2) Selbstverwirklichung. (Erleben. Auf sich selbst gerichtet.) Persönliche Freiheit. Es geht darum, sich selbst frei und autonom zu erleben, überhaupt sich selbst zu erleben, aber auch sich zu entwickeln, als Person zu wachsen.
b1) Macht / Einfluss. (Erreichen. Auf andere gerichtet.) Es geht darum, andere zu beeinflussen und Dinge zu kontrollieren, mit denen man andere beeinflussen kann. Hier kann man schön zwischen konstruktiv und destruktiv unterscheiden. Befehlende oder konflikthafte Macht sind destruktiver Natur; Hilfestellung, Erteilung von Ratschlägen, Lehren und umsichtige Führung sind konstruktiver Natur (wenn man also durch seinen Einfluss dazu beiträgt, dass sich andere entwickeln).
b2) Leistung bringen. (Erreichen. Auf sich selbst gerichtet.) Eine Herausforderung soll aus eigener Kraft bewältigt werden.

.....

Ich möchte nicht dazu drängen, Motive für die Typisierung zu verwenden. Aber weiter vorne im Thread gab es Typisierungen, die in Form von Klischees (Akteuer, Kumpel, Intrigant, Prinzipientreue) erstaunlich nah am Motivkonzept gebaut waren. Das wurde dann mit anderem Zeug vermischt. Nichts gegen Vermischung, aber so wie es vermischt wurde, ging bei mir das Gefühl verloren, dass etwas auf den Punkt getroffen wurde.

Okay, das scheint mir sehr nah an unserem Zwischenstand zu sein. Übrigens, sehr schön ausgeführt, da kann sogar ich folgen!  :d

Verstehe ich das richtig, diese Motive können auch "negativ" oder "destruktiv" sein? Beispiel: Beziehung zu anderen (Erleben. Auf andere gerichtet.) Scheint auf den ersten Blick sehr um Harmonie und so zu gehen, könnte aber auch "destruktiv/negativ" sein, wenn ich zum Beispiel ein total Anarchist bin, der alle anderen um sich ins Chaos stürzrn will?

Gruß Dimmel
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Beral am 2.02.2011 | 11:45
Verstehe ich das richtig, diese Motive können auch "negativ" oder "destruktiv" sein? Beispiel: Beziehung zu anderen (Erleben. Auf andere gerichtet.) Scheint auf den ersten Blick sehr um Harmonie und so zu gehen, könnte aber auch "destruktiv/negativ" sein, wenn ich zum Beispiel ein total Anarchist bin, der alle anderen um sich ins Chaos stürzrn will?
Ängstliches Klammern wäre die destruktive Variante bei Beziehungen. Den anderen so sehr festhalten, dass er erstickt. Muttersöhnchen ist ein klassisches Beispiel für das Opfer destruktiven Beziehungsstrebens.
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Lichtbringer am 2.02.2011 | 12:07
Ich möchte nicht dazu drängen, Motive für die Typisierung zu verwenden. Aber weiter vorne im Thread gab es Typisierungen, die in Form von Klischees (Akteuer, Kumpel, Intrigant, Prinzipientreue) erstaunlich nah am Motivkonzept gebaut waren. Das wurde dann mit anderem Zeug vermischt. Nichts gegen Vermischung, aber so wie es vermischt wurde, ging bei mir das Gefühl verloren, dass etwas auf den Punkt getroffen wurde.

Also ich finde dieses Motivkonzept sehr hilfreich. Vielleicht sollten wir darin die SC-Typen einordnen, die wir indentifizieren können.
Dabei denke ich dennoch, dass die Trennung in Gruppe und Außenwelt für SC eine wichtige Unterteilung ausmacht. Prinzipiell sollten diese Typen vom Spielerverhalten unabhängig sein. Es geht also nicht um den Unterschied zwischen verschiedenen Spielertypen. Es geht aber um den Unterschied zwischen den SC und den NSC. Völlig unabhängig vom Spieler im Speziellen werden doch Spielercharaktere von Spielern im Allgemeinen anders gesehen als NSC. Das liegt einfach in der Natur der Sache, weil wir SC mit dem jeweiligen Spieler in Verbindung bringen, aber sämtliche NSC mit dem Spielleiter.
Daher wäre es interessant, ob sich bei der Einordnung der gefundenen SC-Typen nach den Motiven diese Trennung wieder aufzeigen lässt.


Das sind unbewusste Motive und auf dieser Ebene der unbewussten Motive ist die Darstellung erschöpfend und vollständig und netterweise auch wissenschaftlich[Citation needed] abgesichert.
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Funktionalist am 2.02.2011 | 12:15
Wir haben es hier ja nicht mit echten Menschen, sondern mit Figuren zu tun, zwangsläufig nicht vollkommen ausgefleischt sind.

Desweiteren bewegen sich die Figuren in einer immer konkreter werdenden Umgebung, die an den Stellen immer genauer bestimmt wird, auf die die Aufmerksamkeit der Spielgruppe gelenkt wird.
Das rechtfertigt eine Einbeziehung der verschiedenen Handlungsebenen (Innere konflikte, gruppenkonflikte, Gruppe/Außenwelt-Konflikt, Bestimmungskonflikt als nicht einordbarer Handlungsrahmen (M:tA, Vorlage Haruhi suzumiya als Beispiel.) in ein Modell.

Eine Übertragung eines anerkannten Motivationsmodells schadet ja nicht, nur kann es sein, dass es in der Rollenspielwelt nicht vollständig ist.
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Beral am 2.02.2011 | 12:27
Dabei denke ich dennoch, dass die Trennung in Gruppe und Außenwelt für SC eine wichtige Unterteilung ausmacht. (....)
Daher wäre es interessant, ob sich bei der Einordnung der gefundenen SC-Typen nach den Motiven diese Trennung wieder aufzeigen lässt.
Das Motivkonzept ist schlecht geeignet, um Gruppe und Außenwelt zu trennen. Hier sollten wir auf die Ebene der Identität ausweichen. Womit identifiziert sich der Charakter? Über sich selbst (egoistisch)? Mit der Gruppe? Mit dem Glauben? Mit einer sozialen Rolle? Daraus kann man eine eigene Typisierung machen, die viel zum Verständnis von Gruppendynamiken beiträgt.

Quellenangaben zu den Motiven sind weiter oben verlinkt.
Titel: Re: Eine Liste von SC-Typen
Beitrag von: Merlin Emrys am 15.03.2011 | 10:33
Vorweg eine Entschuldigung für mein langes Schweigen: Ich war fünf Wochen stationär in einer Klinik, in der das Patienteninternet... ehm, sagen wir, nur mehr oder weniger limitiert zugänglich war, und ich war auch nicht wirklich in dem Zustand, mich mit den Limits herumzuschlagen...

Das Motivkonzept ist da nicht so eingebunden, wie es gedacht ist.
Wenn ich es richtig verstanden habe, haben wir zwei verschiedene Grund-Achsen. Du hast als Grund-Achse zweimal "selbst <> andere (= Gruppe und Welt)", während ich das "selbst" einmal nicht als Achse habe und dafür "Gruppe <> Welt" trenne. Der Aspekt "selbst / selbst" taucht in meiner Überlegung schon auch auf, aber fast ausschließlich in dem Bereich "negativ / destruktiv". Dem liegt die (öh, dogmatische?) Annahme zugrunde, daß eine auf sich selbst ausgerichtete Motivation in einer (Rollenspiel-)Gruppe ja nur negative Folgen haben kann. Weder für Selbstverwirklichung noch für Eigenleistung kann eine Gruppe mehr als ein bestenfalls brauchbares Werkzeug, schlechtestenfalls ein widerlicher Hemmschuh sein. Darum habe ich diese Fälle (als, wie heißt es so schön, im Bereich Rollenspiel "dysfunktional") für nicht so wesentlich gehalten und mich dafür auf eine Aufteilung auf anderer Ebene gestürzt. Und ich bleibe dabei, daß sie für Rollenspielgruppen sehr hilfreich ist, wenn auch wiederum nur auf Basis dogmatischer Annahmen. Eine Gruppe ist ja deshalb "eine Gruppe", weil es Beziehungen gibt, die sich unterscheiden, je nachdem, ob jemand anders zur Gruppe gehört oder nicht.