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Pen & Paper - Rollenspiel => Pen & Paper - Allgemein => Thema gestartet von: nebelland am 23.05.2011 | 00:47

Titel: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: nebelland am 23.05.2011 | 00:47
Da vermutlich die wenigsten von euch das In-Flight Magazine der air greenland (http://www.airgreenland.com/information/ombord/in-flight_magasin) in die Hand bekommen, verweise ich hier mal auf einen Artikel, der in der Ausgabe 2/2011 (PDF) (http://www.airgreenland.com/files/pdf/suluk/110303_Suluk_2011_No_2.pdf) erschien (Englisch auf Seite 28).

In dem Artikel geht es darum, wie die Dänische Rollenspielakademie (http://rollespilsakademiet.dk/) mit offizieller Förderung des "Nordic Institute of Greenland" (NAPA) Rollenspiel an grönländische Schulen bringt. Ein Zitat sprang mich beim Lesen an:

Zitat
Nowadays, there are more than 100,000 Danish children, adolescents and adults each month who role play and together with the other Nordic countries they are absolute leaders to the role play universe for children and adolescents.

Ja, es geht dort um das, was wir hierzulande Live-Rollenspiel nennen. Alle, die sich auf diesen Punkt stürzen wollen, können an dieser Stelle aufhören zu lesen und den Thread wechseln, vielen Dank fürs Reinschauen.

Und ja, wir haben die Waldritter (http://waldritter.de/), immerhin, aber auch darum geht es mir nicht.

Mein Punkt ist: das Ganze findet in einem Land statt, in dem etwas so viele Menschen leben wie im Ruhrgebiet. Auf Deutschland hochgerechnet müssten wir 1,4 Millionen Rollenspieler haben, und die Mehrheit davon unter 15 Jahren alt. (WoW ist dort übrigens genau so zugänglich wie hier.) Und wann hatten wir hierzulande nochmal das letzte Rollenspielprojekt, das von öffentlicher Hand in der Grössenordnung von 50.000 EUR gefördert wurde und seinen Weg ins Lufthansa-Reisemagazin fand? Mir fällt es grad nicht ein.

In der Publikation "100.000 Swords Can't Be Silenced" (http://rollespilsakademiet.dk/pdf/100000swords.pdf) wird Rollenspiel offensiv als Quelle von Kreativität, Empathie, Aggressionskontrolle und sogar Verbrechensverhütung beworben. Sicher, vieles davon ist Larp-spezifisch, aber hinsichtlich kooperativem Problemlösen, Rollen- und kognitiver Flexibilität haben wir auch am Spieltisch einiges zu bieten.

Rollenspiel kann eine Mainstream-Aktivität sein, eine kulturelle Grösse, gesellschaftlich wahrgenommen, auf Augenhöhe etwa mit Sportarten, diskutiert in Feuilleton und Talkshows. Ist es aber nicht. Warum?

So oder so, es ist unsere Schuld. Denn wer, wenn nicht wir sollte es dahin bringen?

Florian
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Woodman am 23.05.2011 | 01:15
Zitat
Rollenspiel kann eine Mainstream-Aktivität sein, eine kulturelle Grösse, gesellschaftlich wahrgenommen, auf Augenhöhe etwa mit Sportarten, diskutiert in Feuilleton und Talkshows. Ist es aber nicht. Warum?
Meine These so aus dem Bauch raus, die skandinavischen Länder sind ein viel kleinerer Markt und werden daher von den großen Akteuren, die hierzulande den Mainstream bestimmen, weniger aktiv umworben, dadurch haben es Nischenprodukte dort viel leichter. Rollenspiele wären ja nicht das einzige Untergrundelement, was in den nördlichen Staaten relativ gesehen verbreiteter ist als hier.
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Der Fuchs am 23.05.2011 | 01:48
Zitat
Und wann hatten wir hierzulande nochmal das letzte Rollenspielprojekt, das von öffentlicher Hand in der Grössenordnung von 50.000 EUR gefördert wurde und seinen Weg ins Lufthansa-Reisemagazin fand? Mir fällt es grad nicht ein.
Und wer soll das in einer Industrienation mit Milliardenschulden bitte bezahlen? Die reichen Riesenkonzerne und Banken etwa?  ;D
Nichts für ungut, aber wie Woodman angemerkt hat, im Umkehrschluß geht das hier einfach nicht so leicht.
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Teylen am 23.05.2011 | 02:04
Zunächst wäre ein Aspekt das sich ein Land, mit einem anderen, nur bedingt über die reine Fläche vergleichen lässt, wenn man diskutiert in wie weit sich Marketing Vorgehensweisen und scheinbare Erfolge übertragen lassen. Eine, imho, wichtigere Frage ist doch in wie weit die Mentalität übertragbar ist, ob da Differenzen bestehen und in wie weit sich die größere Fläche auswirkt.

In Hinblick dadurch kann man, meiner Meinung nach, durchaus annehmen das eine gewisse Vergleichbarkeit zwischen den LARPs in denen die mythologische Welt näher gebracht wird besteht, und Veranstaltungen in Deutschland die sich mit historischen Begebenheiten befassen. Das heißt imho ist ein Reenactment bzw. die Spielszenen wie jene rund um die Völkerschlacht (http://www.facebook.com/1813voelkerschlacht) vergleichbar - und vom Eindruck her wird dort ähnlich hoch investiert.
Auch findet man, zumindest bei den Privaten Infotainment Sendern, je nach Gemütslage, Berichte über Reenactment Gruppen mit Bezug zum Mittelalter, der Römerzeit oder des Barocks/Goth-Szene.

Rollenspiel kann eine Mainstream-Aktivität sein, eine kulturelle Grösse, gesellschaftlich wahrgenommen, auf Augenhöhe etwa mit Sportarten, diskutiert in Feuilleton und Talkshows. Ist es aber nicht. Warum?
Imho kann man hier auch nicht gänzlich die Unterschiede zwischen LARP und P&P ignorieren.
Ein Personenkreis der, an einem Tisch, Rollenspiel spielt, ist schwerlich, medial, ähnlich interessant zu gestalten und aufbereitet zu präsentierenm wie Personen, welche sich aktiv-bewegen, sei es in einem Raum oder in der Natur.

Desweiteren ist es doch ebenso derart das nicht jede Aktivität, selbst wenn sie eine gesellschaftlich/kulturelle Größe darstellt eine entsprechende Aufmerksamkeit, die der (der beliebteren) Sportarten gleich kommt. Man findet, abseits von Arte, weder Klassik noch Literatur im TV ähnlich breit vertreten wie Fußball. (Wobei man auch bsp. Rugby, Baseball wohl noch weniger findet als Literatur und Klassik)
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Darkling ["beurlaubt"] am 23.05.2011 | 05:59
Rollenspiel kann eine Mainstream-Aktivität sein, eine kulturelle Grösse, gesellschaftlich wahrgenommen, auf Augenhöhe etwa mit Sportarten, diskutiert in Feuilleton und Talkshows. Ist es aber nicht. Warum?

So oder so, es ist unsere Schuld. Denn wer, wenn nicht wir sollte es dahin bringen?
Und einmal mehr stelle ich mir die Frage, was daran so erstrebenswert sein soll...
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder) am 23.05.2011 | 06:16
Natürlich subventionieren wir in Deutschland LARPS. "Jugendamt entwaffnet Ritter." (http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/sued/Jugendamt-entwaffnet-Ritter-id570961.html) (Wer Sarkasmus findet, darf mit ihm ein bißchen spielen, aber nicht übertreiben.)

Und wer soll das in einer Industrienation mit Milliardenschulden bitte bezahlen? Die reichen Riesenkonzerne und Banken etwa?

Find ich gut. "Diese pervertierten Mutantenräuber werden Ihnen präsentiert von der Deutschen Bank. Wie erzählen später allen, das seien Griechen."
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Daniel am 23.05.2011 | 06:21
Ja, es geht dort um das, was wir hierzulande Live-Rollenspiel nennen. Alle, die sich auf diesen Punkt stürzen wollen, können an dieser Stelle aufhören zu lesen und den Thread wechseln, vielen Dank fürs Reinschauen.

Wenn ich diesen Thread (http://story-games.com/forums/comments.php?DiscussionID=14136), der mir letztens im Story Games-Forum aufgefallen ist, richtig interpretiere, sind uns die Dänen aber nicht nur beim Thema Live-Rollenspiel voraus. Zumindest klingt es in dem Thread nicht so, als ginge es um Live-Rollenspiel.
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Ein am 23.05.2011 | 07:50
Ich schiebe die verstärkte Förderung in den nordischen Ländern jetzt einfach einmal spontan auf Alkoholismusprävention. Vermutlich wird es manchem Kulturreferenten lieber sein, wenn Jugendliche mit Latexschwertern aufeinander los gehen, als wenn sie sich jeden Winter die Hucke wegsaufen.
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Humpty Dumpty am 23.05.2011 | 08:19
Ich glaube ehrlich gesagt, dass die gesellschaftliche Akzeptanz generell und die der Jugendlichen speziell vornehmlich auch von im Hobby bereits aktiven Rollenmodellen der Aktiven abhängt. Es braucht charismatische Leute, die vorangehen und das Hobby pushen. Ich kann das im Gegensatz zu den nordirschen Ländern im deutschen P&P-Rollenspielbereich nicht sehen. Oder, um es in denglischen Worten auszudrücken: die skandinavischen Rollenspieler sind in großer Zahl "sophisticated", die deutschen hingegen vor allem nerdy und uncool. Da gibts nur unzureichende Vorbildfunktionen und das ist in Zusammenhang mit fehlenden Protagonisten, die das Hobby gesellschaftlich und politisch vertreten/vorantreiben, der Killer. Zudem halte ich die deutsche Rollenspielszene insbesondere online für in sich gespalten, unkooperativ und intolerant. Es fehlt ein Gefühl von Gemeinschaft.

Das wäre meine Interpretation der Unterschiede.
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Helmron am 23.05.2011 | 08:35
die deutschen hingegen vor allem nerdy und uncool.

Schön gesagt.
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Rorschachhamster am 23.05.2011 | 09:16
Ich verweise mal kurz hier auf diese Beiträge (http://glgnfz.blogspot.com/2011/05/rollenspielen-der-hauptschule-oder-tod.html)(es gibt noch 4 weitere) von Glgnfz aka Moritz auf seinem Blog.

Persönlich denke ich, das mein Eindruck von der gesellschaftlichen Akzeptanz von Rollenspielen ein etwas positiverer ist, jedenfalls wenn ich das letzte Jahrtausend als Bezugspunkt nehme, und ich nerdy und uncool aus Sicht der ProRTL°1-Masse eher als Kompliment verstehe...  ::)

Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Glgnfz am 23.05.2011 | 09:24
Ich denek auch solche Projekte oder Rollenspiel-AGS an Schulen allgemein sind schonmal ein guter Weg, das Hobby als "einfach ein weiteres Spiel" zu präsentieren.

Trotzdem wäre es wünschenswert, wenn ein paar hippe/coole (aber dennoch geerdete) deutsche Promis zwischen 15 und 25 mal in Interviews erzählen würden, welch toller Freizeitbeschäftigung sie nachgehen.
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Jiba am 23.05.2011 | 09:25
Mit Promis meinst du wen genau...?
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: El God am 23.05.2011 | 09:32
Oh Gott, ich habe bisher immer geglaubt, dass es dich gibt und ich bin mir auch weiterhin sicher, dass es dich gibt, aber wenn der Pocher Rollenspiele spielt, bekomme ich langsam Zweifel  :-X
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Daniel am 23.05.2011 | 09:33
Mit Promis meinst du wen genau...?

Vielleicht sowas wie einen deutschen Wil Wheaton?
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Teylen am 23.05.2011 | 09:36
Trotzdem wäre es wünschenswert, wenn ein paar hippe/coole (aber dennoch geerdete) deutsche Promis zwischen 15 und 25 mal in Interviews erzählen würden, welch toller Freizeitbeschäftigung sie nachgehen.
Hat nicht Bushido mal zugegeben RPG zu spielen bzw. gespielt zu haben?
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Lichtbringer am 23.05.2011 | 09:41
Also mir fallen vier mögliche Ursachen für den besseren Stand in Skandinavien ein:

1) Mir zumindest scheint der Einfluss der amerikanischen Kultur auf Dänemark geringer als auf Deutschland, jedoch dennoch klar vorhaben. Die Skandinaven haben das Rollenspiel importiert. Wir haben die Vorurteile gleich mit importiert.

2) Rollenspiel ist in vielen Aspekten ein Hobby für Gebildete. Vielleicht liegt es an den besseren Bildungssystemen.

3) Vor allem Live-Rollenspiel kostet viel Geld und die geringere Arm-Reich-Schere dürfte ein weiterer Faktor sein.

4) Das Selbstverständnis der skandinavischen Sozialstaaten ist anders. Es wird viel mehr Wert darauf gelegt, die Gesellschaft auch jenseits monetärer und gesundheitlicher Fragen zu fördern.


Vermutlich ist all das nur jeweils ein winziger Effekt. Der Hauptgrund dürfte folgender sein: Zufall!
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Boba Fett am 23.05.2011 | 09:47
Es gibt eine Studie (habe leider derzeit keinen Link dazu), nach der Rollenspiel am Besten in kleineren Städten prosperiert, in denen die in Großstädten typische Anonymität nicht existiert und auch nicht die großen räumlichen Distanzen, die es in ländichen Gebieten gibt.

Kurz gesagt: Deutschland hat wesentlich mehr große Städte und in sofern wirkt sich das auch auf die Rollenspielszenerie aus.
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Roland am 23.05.2011 | 10:07
Zwei Problem, dass in meinem Umfeld immer wieder auftrat, wenn es um den Vorstoß von Rollenspielen in den öffentlichen Raum ging, sind die stark veregelten/verkrusteten Strukturen und der generelle Hang zur Bedenkenträgerei in Deutschland.

Man braucht schon sehr gute Beziehungen oder ein sehr gewinnendes Wesen verbunden mit sehr guter Sachkenntnis und ausgezeichneten Argumenten um die öffentliche Hand zur Kooperation zu bewegen und selbst dann reicht oft der Unwille eines einzelnen, um die Sache abzuwürgen.

Die Skandinavier scheinne mir da allgemein wesentlich liberaler und aufgeschlossener zu sein.
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Boba Fett am 23.05.2011 | 10:16
Zwei Problem, dass in meinem Umfeld immer wieder auftrat, wenn es um den Vorstoß von Rollenspielen in den öffentlichen Raum ging, sind die stark veregelten/verkrusteten Strukturen und der generelle Hang zur Bedenkenträgerei in Deutschland.

Man braucht schon sehr gute Beziehungen oder ein sehr gewinnendes Wesen verbunden mit sehr guter Sachkenntnis und ausgezeichneten Argumenten um die öffentliche Hand zur Kooperation zu bewegen und selbst dann reicht oft der Unwille eines einzelnen, um die Sache abzuwürgen.

Die Skandinavier scheinne mir da allgemein wesentlich liberaler und aufgeschlossener zu sein.

Diesen Punkt kann ich nicht wirklich bestätigen... :)
Ich habe in meiner Studienzeit zweimal über längere Zeit in Jugendzentren (Jugendhäusern) gearbeitet, und in beiden wurde Rollenspiel als Freizeitangebot gemacht.

Ich denke, dass die Schule in Deutschland nach wie vor noch stark als "Wissensvermittlungsinstitut" wahrgenommen wird und ausgerichtet ist.
Das wird sich wahrscheinlich mit dem Trend hin zur Ganztagsschule ändern, ist aber noch auf einem langen Weg.
Demenstprechend ist es schwer in der Schule zeitlich einen freien Raum zu bekommen.
Man könnte das vielleicht über eine AG gestalten.

Außerdem braucht es für sowas in Deutschland auch ehrenamtliche, die das anbieten und die Leute erst einmal anleiten. Freiwilligkeit ist aber gar nicht so schnell initiiert.... ;)
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Lord Verminaard am 23.05.2011 | 10:17
Immerhin war die RPC als Freak Show bei Taff. ;D
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Darius am 23.05.2011 | 10:23
Ich kann da nur eine Vermutung äußern, warum es in Skandinavien einfach viel öffentlicher und akzeptierter ist.

In Gesprächen mit einem Kollegen, der seit seiner Kindheit mehrere Wochen im Jahr in Skandinavien zubringt, norwegisch und schwedisch ganz gut spricht und sich viel mit den Leuten unterhält kam heraus, dass die Skandinavier viel selbstbewusster und selbstverständlicher mit Themen wie alte Mythologie und Fantastik umgehen. Es scheint dort einen noch durchaus lebendigen "Glauben" an diese alte Mythologie und Sagen zu geben, als es bei uns der Fall ist.

Zudem wird dort auch viel mehr kritisch beäugt, was die Kirchen und Religionen sagen. Ich will sagen: Vielleicht ist der gesellschaftliche Hang zu alten Bräuchen und dem Ausleben dieser einfach viel stärker und zugleich auch natürlicher ausgeprägt als bei uns.

Das kann ich aber nicht wirklich wissenschaftlich belegen oder so.
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Harlan am 23.05.2011 | 10:24
Diesen Punkt kann ich nicht wirklich bestätigen... :)
Ich habe in meiner Studienzeit zweimal über längere Zeit in Jugendzentren (Jugendhäusern) gearbeitet, und in beiden wurde Rollenspiel als Freizeitangebot gemacht.

Ich denke, dass die Schule in Deutschland nach wie vor noch stark als "Wissensvermittlungsinstitut" wahrgenommen wird und ausgerichtet ist.
Das wird sich wahrscheinlich mit dem Trend hin zur Ganztagsschule ändern, ist aber noch auf einem langen Weg.
Demenstprechend ist es schwer in der Schule zeitlich einen freien Raum zu bekommen.
Man könnte das vielleicht über eine AG gestalten.

Außerdem braucht es für sowas in Deutschland auch ehrenamtliche, die das anbieten und die Leute erst einmal anleiten. Freiwilligkeit ist aber gar nicht so schnell initiiert.... ;)

Es brauch ja auch ein gemeinsame Vorstellungswelt und den Mut, etwas durchgeknalltes wie einen Strumangriff mit einer Schlachtaxt gemeinsam zu schildern. Das passt eben eher in ein Jugendzentrum, als in einen Klassenraum, solange die Lehrer sind, was sie sind, sein müssen, zu glauben sein müssen ---
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Roland am 23.05.2011 | 10:39
Diesen Punkt kann ich nicht wirklich bestätigen... :)
Ich habe in meiner Studienzeit zweimal über längere Zeit in Jugendzentren (Jugendhäusern) gearbeitet, und in beiden wurde Rollenspiel als Freizeitangebot gemacht.

Mit solchen Einzelangeboten sind meine Erfahrungen auch eher positiv, da man sich die Ansprechpartner ja aussuchen kann. Sobald es aber auf eine höhere Ebene geht weil man Förderung oder zumindest Hilfe der öffentlich Hand will, sieht es viel schlechter aus. Wie gesagt, Beziehungen helfen, mit einem guten Draht zu städtischen Jugendeinrichtungen kann man schon was bewegen.
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Prisma am 23.05.2011 | 10:46
Was uns fehlt ist eine (aggressive und doch aus dem Hintergrund agierende) Lobby.
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Lord Verminaard am 23.05.2011 | 10:55
Noch mal ernsthaft. Skandinavien ist natürlich in fast jeglicher Hinsicht eine harte Benchmark. Zudem: Wie man auf der RPC beobachten konnte, läuft LARP auch in Deutschland durchaus. Die Anzahl und Qualität der Stände schien mir steigend, ebenso die Varianz. Die beiden Endzeit-Gruppen (Fallout und die mit den Autos) kennt man ja inzwischen, aber Steampunk war dieses Jahr z.B. deutlich mehr. LARP sieht eben auch cool aus, das weckt sofort Interesse, darüber kann man gut berichten.

Also um LARP muss man sich glaube ich auch in Deutschland keine Sorgen machen. Und Skandinavien hat da noch eine ganz andere LARP-Tradition. Da dann den Vergleich zum deutschen P&P zu ziehen, ist doch etwas Effekthascherei.

Natürlich ist öffentliche Förderung für P&P-Rollenspiel in Deutschland nicht zu erwarten, und mal ganz ehrlich, als Steuerzahler finde ich das auch richtig. Aber auch ohne Geld vom Staat sollte es möglich sein, was auf die Beine zu stellen. Einmal die Woche ein Rollenspielertreff in einem Jugendhaus, Gemeindehaus o.ä. zu organisieren, würde sicherlich die Unterstützung der Verantwortlichen einer solchen Einrichtung finden, wenn ein sozial kompetenter und zuverlässiger Erwachsener die Leitung übernimmt.

Seit ich hier in die beschauliche Vorstadt gezogen bin, habe ich ständig den Gedanken im Hinterkopf, einen lokalen Rollenspielverein zu gründen und einen wöchentlichen Termin zu organsieren. Aber bei mir scheitert es schon daran, dass ich unter der Woche einfach nicht zuverlässig um 18 Uhr (oder auch nur 20 Uhr) da sein könnte.
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Mork der Ork am 23.05.2011 | 11:11

Natürlich ist öffentliche Förderung für P&P-Rollenspiel in Deutschland nicht zu erwarten, und mal ganz ehrlich, als Steuerzahler finde ich das auch richtig. Aber auch ohne Geld vom Staat sollte es möglich sein, was auf die Beine zu stellen. Einmal die Woche ein Rollenspielertreff in einem Jugendhaus, Gemeindehaus o.ä. zu organisieren, würde sicherlich die Unterstützung der Verantwortlichen einer solchen Einrichtung finden, wenn ein sozial kompetenter und zuverlässiger Erwachsener die Leitung übernimmt.

Seit ich hier in die beschauliche Vorstadt gezogen bin, habe ich ständig den Gedanken im Hinterkopf, einen lokalen Rollenspielverein zu gründen und einen wöchentlichen Termin zu organsieren. Aber bei mir scheitert es schon daran, dass ich unter der Woche einfach nicht zuverlässig um 18 Uhr (oder auch nur 20 Uhr) da sein könnte.


Sehe ich alles genau so. Und über Nachwuchs muss sich  das deutsche P&P auch keine Sorgen machen, jedenfalls nach meinen Erfahrungen. Nach meinem Umzug habe ich in der neuen Heimat eine Gruppe gegründet und mittlerweile sind wir so viele, dass wir uns in mehrere Gruppen werden aufteilen müssen. Ich bin übrigens der älteste Spieler, alle anderen sind im Schnitt zehn Jahre jünger als ich  ;) .

Die Idee mit dem Verein spukt mir ebenfalls im Kopf herum, ist aber noch nichts in trockenen Tüchern. Na ja, man wird sehen, was daraus wird...

Außerdem halte ich es nicht für sinnvoll, zuviel öffentliche Hand und zuviel Medienpräsenz zu haben, am verbreiteten MMO-Bashing sieht man ja, was daraus entstehen kann.
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Boba Fett am 23.05.2011 | 11:21
Wie gesagt, Beziehungen helfen, mit einem guten Draht zu städtischen Jugendeinrichtungen kann man schon was bewegen.

Inzwischen sieht es so aus, dass man eigentlich nur hingehen und "ich möchte was anbieten" sagen muss.
Wenn das dann nicht groß was kostet und nicht irgendwie sofort als völlig unpädagogisch aussieht,
sind die derzeitigen Betreiber froh über jedes Angebot.
Denn es herrscht akkuter Geld- und Personalmangel.
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Harlan am 23.05.2011 | 11:27
Eben! Die Jugendarbeit dürstet doch richtig nur nach solchen Angeboten.

Nochmal Dein Stichwort "Ganztagesschule": die kommt schneller, als man denkt. Und das Nachmittagsprogramm kann gar nicht nur von verbeamteten Lehrern bestritten werden. Die Schule wird sich für neue Angebote öffnen müssen, und Rollenspiel passt einfach perfekt. Man kann es als Schülergruppe selbst organisieren, es braucht relativ wenig Ressource, und was fördert es eigentlich nicht?!
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Fimbul am 23.05.2011 | 12:46
Ich kann da nur eine Vermutung äußern, warum es in Skandinavien einfach viel öffentlicher und akzeptierter ist.

In Gesprächen mit einem Kollegen, der seit seiner Kindheit mehrere Wochen im Jahr in Skandinavien zubringt, norwegisch und schwedisch ganz gut spricht und sich viel mit den Leuten unterhält kam heraus, dass die Skandinavier viel selbstbewusster und selbstverständlicher mit Themen wie alte Mythologie und Fantastik umgehen. Es scheint dort einen noch durchaus lebendigen "Glauben" an diese alte Mythologie und Sagen zu geben, als es bei uns der Fall ist.

Zudem wird dort auch viel mehr kritisch beäugt, was die Kirchen und Religionen sagen. Ich will sagen: Vielleicht ist der gesellschaftliche Hang zu alten Bräuchen und dem Ausleben dieser einfach viel stärker und zugleich auch natürlicher ausgeprägt als bei uns.

Das kann ich aber nicht wirklich wissenschaftlich belegen oder so.

Zumindest in Schweden gab es in den 90ern eine große Diskussion über die Schädlichkeit von Rollenspielen, die sogar das dortige Parlament beschäftigte. Im Zuge dessen hat das Hobby wohl einfach viel Aufermerksamkeit erhalten, die dann ins Positive gewandelt werden konnte, auch dank eines Gutachten zur Risikobewertung, das den Bedenken entgegenwirkte. Mehr dazu hier:

http://en.wikipedia.org/wiki/History_of_role-playing_games#Swedish_National_Board_for_Youth_Affairs
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Rorschachhamster am 23.05.2011 | 12:49
Ich finde hier werden zwei nur marginal miteinander verwobene Themen behandelt:
Einmal Kinder- und Jugendarbeit durch Rollenspiel, was ich voll und ganz gutheiße, und das wirklich jeder der Interesse hat anschieben kann in irgendeiner Form, und sei es, indem er seine junge Nachbarschaft/Verwandschaft durch Vorleben anfixt. ("Sag mal, was spielt ihr denn da?"  ;))
Und zweitens die Wahrnehmung und Präsenz des Rollenspiels in der Öffentlichkeit an sich, die eben mMn ganz gut ist, wenn man an die 90er denkt. Wo es beides einfach nicht gab. Und damit verwoben die Charakterisierung des Hobbies als uncool, die es mMn schon lange nicht mehr so stark wie früher gibt. Oder hat hier noch nie einer was von Vin Diesel gehört? Da braucht man keinen Deutschen Star. Es sei denn man braucht unbedingt die Akzeptanz von Musikantenstadl oder Stefan Raab Fans. Was prinzipiell die gleiche Gruppe ist. Nur +-65 Jahre...  >;D
Aber wie ich schon sagte: Es macht überhaupt keinen großen Unterschied ob die das Hobby uncool oder nerdig finden. Wer solche stereotypischen Vorurteile unhinterfragt übernimmt, wird beim Rollenspiel eh nicht glücklich...  ;)
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: dunklerschatten am 23.05.2011 | 13:31
Also wenn das ganz hier stellvertretend für die gesamte RPG-Szene ist (was ich allerdings anzweifel) dann wundern mich das Thema-Nachwuchs-Problematik nicht.

Ohne jemand pers. angreifen zu wollen:
Meiner Wahrnehmung nach haben die "Power-User" hier einen durchaus "besonderen" Anspruch an das Thema RPG im Allgemeinen und spielen im speziellen.
Das sieht man imho auch schon schön an Themen wie diesem hier:

http://tanelorn.net/index.php/topic,67478.0.html (http://tanelorn.net/index.php/topic,67478.0.html)

Ergo: Wen wundert es denn dann wirklich wenn es Probs mit dem Nachwuchs gibt wenn die Vorlieben/Anforderungen in diversen Dimensionen sehr spezielle sind.




Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Boba Fett am 23.05.2011 | 13:37
Meiner Wahrnehmung nach haben die "Power-User" hier einen durchaus "besonderen" Anspruch an das Thema RPG im Allgemeinen und spielen im speziellen.

Meiner Wahrnehmung nach nicht! :)
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Glgnfz am 23.05.2011 | 13:39
Nö, ich bin da sehr anspruchslos - wenn auch vielleicht nur halber Power-User.
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: dunklerschatten am 23.05.2011 | 13:40
Hehe das überrascht ja nicht, Wahrnehmungen sind eben unterschiedlich  >;D
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Woodman am 23.05.2011 | 13:47
Das Phänomen des 10 Pferdethreads ist doch völlig normal, genau dasselbe findet sich in allen möglichen Bereichen, versuch mal Kartenspieler unter einen Hut zu bekommen, da findest du auch zuhauf Leute, die begeistert Skat spielen, bei einer Partie Doppelkopf aber nur unter Androhung körperlicher Gewalt dabei wären, obwohl sich die Spiele wesentlich ähnlicher sind als viel Rollenspiele.
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Lord Verminaard am 23.05.2011 | 13:50
1985:

Kind: „Mama, der große Bruder von Torben aus der 5a macht Rollenspiel, darf ich da mitspielen?“
Mutter: „Rollenspiel? Meinst du Theater?“
Oder wahlweise: „Hat das nicht was mit Satanismus zu tun?“

2010:

Mutter: „Kind, der große Bruder von Torben aus der 5a macht Rollenspiel, willst du da nicht mal mitspielen?“
Kind: „Rollenspiel? Meinst du Metin 2?“

 ;D
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Boba Fett am 23.05.2011 | 13:56
Hehe das überrascht ja nicht, Wahrnehmungen sind eben unterschiedlich  >;D
Der Unterschied ist, dass ich sehr viele der Tanelorn Stammgäste vom Treffen und anderen Gelegenheiten persönlich kenne und weiss, wie die Spielen und auch, wie die auf neue Leute zugehen.
Das Tanelorn Treffen ist ja nun wirklich bekannt dafür, dass sich Neulinge sofort integriert und eingebunden fühlen.
Insofern kann ich das absolut nicht bestätigen. Ganz im Gegenteil...

Was ich vielmehr sehe, ist die Tatsache, dass sich irgendwelche Schüler im Alter von 12 bis 17 bestimmt wenig spannendes daran sehen, sich von irgendwelchen dreissigjährigen alten Knackern das Rollenspiel beibringen zu lassen. Der Altersunterschied ist da zu groß.
Die "Guides" müssten Anfang bis Mitte 20 sein.
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Jiba am 23.05.2011 | 14:02
Der Unterschied ist, dass ich sehr viele der Tanelorn Stammgäste vom Treffen und anderen Gelegenheiten persönlich kenne und weiss, wie die Spielen und auch, wie die auf neue Leute zugehen.
Das Tanelorn Treffen ist ja nun wirklich bekannt dafür, dass sich Neulinge sofort integriert und eingebunden fühlen.
Insofern kann ich das absolut nicht bestätigen. Ganz im Gegenteil...

Muss ich als "gerade mal" zweijährig an Bord seiender User auch total bestätigen. Ich habe meine Erstaufnahme auf dem Großen als in jeder Hinsicht vorbildlich empfunden. So warmherzig und aufmerksam bin ich noch nie in einer neuen, relativ eingeschworenen Gruppe empfangen worden. Wirklich ganz, ganz große Klasse! Also da macht es das :T: schon richtig!

Die "Guides" müssten Anfang bis Mitte 20 sein.

Oh, da stehe ich mit 26 ja sogar in der Verantwortung... aber wir missionieren ja auch fleißig auf der AnimagiC und demnächst auch auf der Sommeruni in Koblenz (http://www.uni-koblenz.de/~sommeruni/2011/show.workshop.php?id=99). ;)
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Helmron am 23.05.2011 | 15:30
Immerhin war die RPC als Freak Show bei Taff. ;D
Echt?
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Teylen am 23.05.2011 | 15:34
Echt?
http://www.prosieben.de/tv/taff/video/clip/182528-mimi-und-pinar-rollenspiel-messe-1.2658982/
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Christoph am 23.05.2011 | 15:50
Uha, ganz böser Stoff.
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Glgnfz am 23.05.2011 | 15:51
Ich habe es schon bei facebook geschrieben - da war die geplante Strategie von Pro7: "Wir verheizen Idioten, um Idioten vorzuführen". Sehr traurig.
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Jiba am 23.05.2011 | 15:53
Nur prägt sowas natürlich unser Bild in der Öffentlichkeit.  :(
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Helmron am 23.05.2011 | 15:56
Uha, ganz böser Stoff.

Findest du dann schau dir mal das an:

http://www.youtube.com/watch?v=V6Jb51d5gHc
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Jiba am 23.05.2011 | 16:04
Point taken.  :.)
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: MSch am 23.05.2011 | 16:45
Was uns fehlt ist eine (aggressive und doch aus dem Hintergrund agierende) Lobby.

Hahahaha ... Lobby ... urkomisch. Da ja nun niemand (außer der Softdrink-Industie) auch nur irgendwas am Rollenspiel verdient, ist es schwer da eine Lobby herzubekommen.

Aber danke für den Schmunzler des Tages  ;-)

Bei LARP sieht das anders aus, da scheint ja mörder Geld locker zu sitzen, da können die Firmen z.B. bei der RPC quasi Einkaufszentren aufstellen (sowohl von der Größe als auch Sortiment) und Typen in Nadelstreifenanzügen verticken dann den Plastikmüll an die ungewaschen Massen. Bin ich immer wieder von fasziniert.


Ciao,

Martin
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Glgnfz am 23.05.2011 | 16:46
Yepp. Der eine Riesenstand im Zentrum der Computerspielhalle beeindruckt mich auch immer wieder.
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: dunklerschatten am 23.05.2011 | 17:08
Der Unterschied ist, dass ich sehr viele der Tanelorn Stammgäste vom Treffen und anderen Gelegenheiten persönlich kenne und weiss, wie die Spielen und auch, wie die auf neue Leute zugehen.
Das Tanelorn Treffen ist ja nun wirklich bekannt dafür, dass sich Neulinge sofort integriert und eingebunden fühlen.
Insofern kann ich das absolut nicht bestätigen. Ganz im Gegenteil...

Was ich vielmehr sehe, ist die Tatsache, dass sich irgendwelche Schüler im Alter von 12 bis 17 bestimmt wenig spannendes daran sehen, sich von irgendwelchen dreissigjährigen alten Knackern das Rollenspiel beibringen zu lassen. Der Altersunterschied ist da zu groß.
Die "Guides" müssten Anfang bis Mitte 20 sein.

Damit kannst du ja durchaus richtig liegen und ich will auch gar nicht schlecht reden.
Aber ich sehe da schon einen Unterschied zwischen Spielen auf einem Forumstreffen und regulärem Spielen.
Das eine ist eben auch ein Happening, da fasse ich meine Grenzen sicher automatisch weiter, ob ich das dann jede Woche bei meinen RPG-Runden auch so handhabe, steht auf einem anderen Blatt (alles natürlich nur imho)

Und ob es am Alter liegt, da bin ich mir auch nicht wirklich sicher.
Nur weil man 30 Jahre alt ist muss man nicht gleich ein "alter Knacker" sein, denke das hängt schwer von der eigenen Einstellung ab.

Unter Strich ist es aber imho auch nicht möglich eine eindimensionale Erklärung für das NAchwuchsproblem zu finden
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Helmron am 23.05.2011 | 17:14
Ich habe es schon bei facebook geschrieben - da war die geplante Strategie von Pro7: "Wir verheizen Idioten, um Idioten vorzuführen". Sehr traurig.


P&P Rollenspier sind für Pro7 dann aber eher uninteressant ;D
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Woodman am 23.05.2011 | 17:18
P&P Rollenspier sind für Pro7 dann aber eher uninteressant ;D
Wuus? Stell dir mal vor die stecken so 2 Dekoprolls in eine Klischee-Hardcore-ByTheBook DSA Runde, da würde das genauso gut funktionieren.
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Helmron am 23.05.2011 | 17:25
Wuus? Stell dir mal vor die stecken so 2 Dekoprolls in eine Klischee-Hardcore-ByTheBook DSA Runde, da würde das genauso gut funktionieren.

Ich hab noch keine "Klischee-Hardcore-ByTheBook DSA Runde" erlebt. Was bedeutet das?
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Mork der Ork am 23.05.2011 | 17:27
http://www.prosieben.de/tv/taff/video/clip/182528-mimi-und-pinar-rollenspiel-messe-1.2658982/

Und das ist genau der Grund, aus dem ich allzu große mediale Präsenz nicht für wünschenswert halte.
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Helmron am 23.05.2011 | 17:51
Und das ist genau der Grund, aus dem ich allzu große mediale Präsenz nicht für wünschenswert halte.

Soll ich dir was sagen...?
Ich auch nicht ::)
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: YY am 23.05.2011 | 17:54
Hat nicht Bushido mal zugegeben RPG zu spielen bzw. gespielt zu haben?

Die Formulierung sagt doch schon alles  ;)

Was gibt es denn da zuzugeben, zu beichten oder einzugestehen?


P.S.
Zitat von: 100.000 Swords Can't Be Silenced

Beating up your friends is good exercise.
~;D
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: knörzbot am 23.05.2011 | 18:02
Hat nicht Bushido mal zugegeben RPG zu spielen bzw. gespielt zu haben?
Der spielt doch schon von Berufs wegen her RPG...  ~;D
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Helmron am 23.05.2011 | 18:04
Die Formulierung sagt doch schon alles  ;)

Was gibt es denn da zuzugeben, zu beichten oder einzugestehen?



Was weis ich. Es ist doch ein Hobby. Hätte es irgendjemand gekümmert wenn er Gesagt hätte das er mal Kegeln war?
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: MadMalik am 23.05.2011 | 18:04
Wenn ich das Interview richtig im Kopp habe, dann hat er früher mal Shadowrun gezockt, ist aber derzeit RPG-technisch nur noch in WoW anzutreffen. Peinlich war ihm das nicht. Also weder das Papier noch das MMO-RPG.
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Helmron am 23.05.2011 | 18:05
Der spielt doch schon von Berufs wegen her RPG...  ~;D

 wtf?
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Lord Verminaard am 23.05.2011 | 18:10
Ob ich nun ausgerechnet mit Bushido in Verbidnung gebracht werden möchte, weiß ich allerdings auch nicht. Könnten es nicht wenigstens Fettes Brot sein? Die sind doch eigentlich auch viel mehr die Typen dafür. ;D

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: MadMalik am 23.05.2011 | 18:14
wtf?

Ich nehme an hier wird auf die Kunstfigur angespielt, die sich viele Musiker oder Schausteller wie Wrestler anschaffen um ein bestimmtes Image darzustellen, dass die eigene Musik/Kunst und den damit verbundenen Lebensstil unterstützen. Man spielt praktisch den ganzen Tag eine Rolle, aber das würde ich eher als Theater sehen, da mir das spielen fehlt... aber da scheiden sich ja auch schon die Rollenspielgeister.  :D
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Helmron am 23.05.2011 | 18:15
Ich nehme an hier wird auf die Kunstfigur angespielt, die sich viele Musiker oder Schausteller wie Wrestler anschaffen um ein bestimmtes Image darzustellen, dass die eigene Musik/Kunst und den damit verbundenen Lebensstil unterstützen. Man spielt praktisch den ganzen Tag eine Rolle, aber das würde ich eher als Theater sehen, da mir das spielen fehlt... aber da scheiden sich ja auch schon die Rollenspielgeister.  :D

Ok Kapiert. :)
Titel: Re: Nachwuchs und gesellschaftliche Rolle oder irgendwas machen wir falsch
Beitrag von: Bad Horse am 23.05.2011 | 22:40
Und ob es am Alter liegt, da bin ich mir auch nicht wirklich sicher.
Nur weil man 30 Jahre alt ist muss man nicht gleich ein "alter Knacker" sein, denke das hängt schwer von der eigenen Einstellung ab.


Ich erinnere mich vage, dass eine ich mit 12-17 Dreissigjährige, die mir eine coole Freizeitbeschäftigung erklären wollten, etwas mißtrauisch beäugt habe. Aber richtig peinlich waren dann die Dreissigjährigen, die auf mega-cool gemacht haben und so taten, als hinge ihr Alter nur von der eigenen Einstellung ab.  ;)

Ich persönlich bin eine alte Knackerette, und das hab ich mir auch ehrlich verdient. :korvin: