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Medien & Phantastik => Sehen, Lesen, Hören => Sehen => Thema gestartet von: Yerho am 23.06.2011 | 23:19
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Ich weiß, dass es eine Tendenz gibt, den Filmen von Uwe Boll einen Sonderstatus zuzubilligen, entweder weil sie herrlich trashig sind oder die Lust an der Katastrophe in jedem von uns ansprechen, aber der Streifen setzt deutliche Tiefpunkte in sämtlichen Kategorien.
Er geht nicht einmal als Trash durch, weil er sich zu ernst nimmt und bietet zudem null Unterhaltung. Die Story ist nicht genretypisch hohl, sondern quasi absent. Die Dialoge bewegen sich horizontal im Kreis und vertikal auf dem Niveau einer Theateraufführung an der Grundschule. Da helfen nicht einmal mehr - Verzeihung - Titten, denn obwohl ich aufrichtig versucht habe, mich auf das Dekolleté von Natassia Malthe zu konzentrieren, war es eine echte Tortur, den Film durchzustehen.
Der einzige Grund, sich diese Gurke anzutun ist der, festzustellen, ob ich die Wahrheit sage. Aber man ist besser beraten, mir das einfach mal zu glauben. Ernsthaft.
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Der einzige Grund, sich diese Gurke anzutun ist der, festzustellen, ob ich die Wahrheit sage. Aber man ist besser beraten, mir das einfach mal zu glauben. Ernsthaft.
Nö :P
Ernsthaft: Als Boll-Fan habe ich Bloodrayne 3 natürlich gesehen. Und ja, es ist ein schlechter Film, der sich qualitätsmäßig ungefähr auf dem Niveau vieler anderer Direct To DVD-Produktionen (bspw. von Steven Seagal) befindet und damit keine neue Kategorie von "Schlechtigkeit" eröffnet. Lohneswert an dem Streifen ist (wie immer) der Audiokommentar von Boll, der wieder einmal ein absoluter Volltreffer ist.
Also, klar gesagt: Wer einen halbwegs guten Film sehen will sollte Abstand von Bloodrayne 3 nehmen (wie auch eigentlich von allen Boll-Videospielverfilmungen [große Ausnahme: Postal]). Wer sich aber etwas für Boll´s Meinung zur Filmindustrie im allgemeinen und speziellen interessiert (und das lohnt sich), sollte sich Bloodrayne 3 direkt mit Audiokommentar anschauen. Das gilt im übrigen für praktisch alle seine Filme.
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Ich finde ja auch, das Boll genau die Einstellung hat, die der deutsche Film braucht: Er dreht Filme unbekümmert von avantgardistischen Ansprüchen, nutzt diese daher (meines Wissens) auch nicht aus, um steuerfinanzierte Filmfördertöpfe anzuzapfen und lässt den Zuschauer direkt entscheiden, ob er weitere Bollwerke indirekt finanzieren will oder nicht. Leider hat uns' Uwe kein Talent als Regisseur, weshalb er allenfalls mal bei guter Tagesform, verbundenen mit vergleichsweise recht hohem Filmausstoß eine Perle hervorbringt.
Seine Audiokommentare fand ich übrigens nur anfänglich erheiternd, inzwischen zeigen sie eigentlich nur auf, was das eigentliche Problem ist: Der Mann hat ein zu ausgeprägtes Ego, als dass er die Tätigkeit als Executive Producer jemand anderem überlassen würde, der mehr davon versteht. Er gibt Aufgaben allenfalls innerhalb seiner Entourage ab, die mit ihm die Begeisterungsfähigkeit und das Organisationstalent teilt, aber - diplomatisch ausgedrückt - auch den Dilettantismus in der Ausführung.
Hört meine prophetischen Worte: Wenn sich daran mal etwas ändern sollte, werden wir ganz großes Kino aus dem Hause Boll erleben. :headbang:
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Der Audiokommentar von Dungeon Siege war nicht schlecht, allerdings wundert mich bei ihm, wie jemand mit diesen Voraussetzungen - damit meine ich, daß Boll prinzipiell eigentlich kein Idiot ist - und dieser Begeisterungsfähigkeit, meistens nur ziemlichen Müll produziert.
Bewundernswert ist allenfalls noch, daß da jemand ohne Studio im Kreuz seine Filme realisiert - aber welches Studio will diesen Kram schon produzieren, insofern hat er ja auch keine andere Wahl, als auf Hollywood zu schimpfen und alles in Personalunion zu machen. Aber wer weiß, vielleicht kommt ja auch wirklich nochmal eine Überraschung aus dem Hause Boll.
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Ganz sicher ist der Film Schrott.
Aber, er kommt damit ganz dicht an die ursprüngliche Handlung des ersten Bloodrayne-Spiels heran. Da ging es auch nur darum Nazis und Nazi-Zombies abzuknalle, zu zerhäcksel oder auszusaugen. Was anderes wird hier auch nicht passieren.